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Archive for Juli 2020

Der NABU Norderstedt hat sich in Bachaktionstagen mit weiteren Interessierten aktiv für die städtische Moorbek, Stichwort „Stadtpark“, eingesetzt und setzt dies fort. Darüber hinaus engagiert sich die Gruppe auch im gesamten Einzugsgebiet. So kam in Kooperation mit einem Eigentümer das Restaurieren einer 200 m langen Strecke in Gang, das ich in einem Beitrag am 24. November 2019 in Aussicht stellte (vgl. auch Beitrag vom 23. November 2019 – alle zu Beteiligenden aus Politik und Verwaltung sind „mit im Boot“).

Inzwischen waren alle erforderlichen Formalitäten erfüllt, der Kreis Segeberg stellte dem federführenden Wasserverband Mühlenau finanzielle Förderung bereit. Die Bedingungen – gute Befahrbarkeit der Wiese nach Heuernte, gute Einsatzmöglichkeit großen Geräts – konnten besser nicht sein.

Der Wetterbericht machte es spannend: Mit breitem Sonnenschein im Wechsel sollten bei Stark- bis Sturmwind schwarze, sich schlagartig entleerende Wolken über`s Land ziehen.

Nun denn …

Mein Start in Wedel, boaahh, dieses Blau! – im Norden zieht etwas schnell längs. Da will ich hin (?).

Norderstedt …

Blick vom Streckenstart – ich komme verabredungsgemäß eine Stunde nach den ersten Aktiven. Es ist noch viel zu tun.

Mit Muldenkipper wird der Kies, eingewiesen, direkt in den Bach und bis auf die Böschung geschüttet. Ich übernehme das weitere Einweisen.

Die Schüttpunkte waren markiert – so, dass die in der oberen Hälfte der Strecke vorhandenen Bäume für die weitere Entwicklung erhalten bleiben.

Es ist dringend erforderlich, den standorttypischen Baumsaum zu entwickeln – nicht nur wegen des Klimawandels. – Wer übergreifend über die thermischen Ansprüche von Fischen lesen möchte, unter anderem auch über die in Bachoberläufen lebenden, z.T. weit anwandernden Salmoniden, findet hier mehr dazu.

Nicht nur wir schütten …

Damit überhaupt gearbeitet werden konnte, mussten vorab Wasserpestmassen mit dem Mähkorb aus dem Profil entfernt werden.

Die Problematik Wasserpest in Bachoberläufen habe ich im o.g. Beitrag generell dargestellt.

Es geht doch nichts über praxisnahes Gerät – hier: Schnellwechsler, Mähkorb.

Wechselseitig wird der Kies als Lebensraum und Strömungslenker untergebracht.

Strömungslenken im Detail.

Wenn Arbeiten doch immer so unproblematisch wäre …

(Das heisst ja nicht, dass all die Vorbereitungen im Vorfeld ohne belastende Begleiterscheinungen verlaufen wären. Aber das gehört dazu.)

Nacharbeit erfolgt händisch, wo nötig.

Nach und nach entwickelt sich der gewünschte, gewundene Stromstrich.

Noch prägt die eher wärmeliebende Calopteryx splendens das Bild. Mit naturnäheren Verhältnissen des sommerkühlen Bachs wird sich ein höherer Prozentsatz der Art Calopteryx virgo einstellen.

Etwa in Streckenmitte harke ich so etwas wie eine Rausche – die Gesamtstrecke soll nicht tiefer entwässert werden.

Kleine Heuhüpfer erobern die Wasserpest auf dem Ufer.

Diesmal liegt der Wetterbericht, jedenfalls für Norderstedt, absolut richtig. So ein abwechslungsreicher Tag im Freiland ist ein Erlebnis!

Am Ende der Strecke wurde eine längere Rausche angelegt. Sie definiert die Sohlhöhe, ist neuer Großlebensraum.

Und sie rauscht ordentlich …
(Foto nach Abschluss der Feinarbeit, WW.)

Streckenstart – Beidseitig der Rohrüberfahrt wurde Kies, primär als Erosionsschutz, geschüttet. Mal sehen, was draus wird.

Blick Richtung Streckenstart nach Feinarbeit – auch die letzten Aktiven verlassen den Tatort.

Abfahrt. – Erwähnte ich bereits, dass der Wetterbericht …
Ach ja!

Auch dieses Wetter zieht ab. Die Heimfahrt erfolgt – wenige Tropfen gegen Schluss – bei strahlendem Sonnenschein.

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In den Beiträgen vom 19. November und 12. Dezember 2019 klang bereits an, dass mehr zu tun sei.

Nun war es Anfang Juli 2020 so weit. Die am linken Ufer der Pinnau liegende Wiese war frisch gemäht, das Heu bei bestem Wetter abgefahren. Alle Beteiligten standen bereit, 3 Lkw Kies lagen vor Ort.

Verabredungsgemäß komme ich etwas später. An der Zuwegung der Pinnauwiese belädt die Belade-Crew per Radlader den Transportwagen.

Am Pinnauufer wartet der Hydraulik-Radlader.

Das ist ja offenbar prima in Gang gekommen.

Der Hydraulik-Radlader wird direkt aus dem Transporter beschickt.

2 Kies-Depots sind am unteren Ende einer Rauen Rampe geschüttet.

Schnell sind sie zum Teil händisch auf einer Teilbreite der Pinnau zu einem Kieslaichplatz umgewandelt.

Hochwässer und die Aktivität der Laichfische werden uns zeigen, wo die Pinnau diesen Kies am Liebsten hätte.

Starker Westwind steht gegen den Abfluss auf einer Pinnaurausche.

Das normalerweise gleichmäßig turbulent wirkende Oberflächenmuster des Rauschenablaufs ist vom Wind verformt.

Bachauf der Rausche stehen Windwellen gegen die Abflussströmung.

Nachdem wir im Vorjahr das rechte Ufer gegen übermäßige Erosion geschützt haben, ergänzen wir dies nun an Drehkolken des linken Ufers.

Das geschieht punktuell, am Start und am Ende, wo nötig auch in der Mitte, um Uferaufbau und Flachwasser zu ermöglichen.

Das obere (vorn) und untere Ende eines Drehkolks sind bekiest.

Hier soll auch der mittig noch erhaltene, bewachsene Stackrest gesichert werden.

Mit dem Teleskop-Radlader ist das bei Schutz der Vegetation gut zu realisieren.

Und immer wieder …

Die Beladestellen werden nach Ortswechsel des Teleskop-Radladers jeweils von Restkies befreit. Der darf nicht auf der Wiese bleiben, ins Mähwerk geraten.

Kleine Pause – Warten auf den Transporter, er naht.

Am oberen Ende unserer Bekiesungsstrecke hat sich eine Große Maifliege zum Eierlegen aufs Wasser gesetzt – wohl eins der späteren Exemplare.

Zum Schluss bleibt eine linear hinterspülte Uferbefestigung, die wir an zwei Stellen punktuell mit Kies hinterfüllen. So finden die selbst angesiedelten Erlen uferseitig Wurzelraum und können dauerhaft erhalten werden.

Fertig – Gewässerlandschaft im Wandel.

Dank an alle Beteiligten, hier vor allem der Baufirma Dunse, Tangstedt, und des Sportanglervereins Elmshorn-Barmstedt.

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Ende Juni 2019 war ein erster Lkw Kies, verteilt auf 3 Punkte am Rand einer Streuobstwiese in die Ekholter Au geschüttet worden, um die Reaktion des Bachs zu beobachten. Es herrschte sehr geringer Abfluss (Berichte 30. Juni und 1. Juli). Nach der Sommertrockenheit war ab Oktober etwas mehr Abfluss zu verzeichnen, gelegentlich mit Abflüssen geringfügig über mittlerem Abfluss. Von Ende Januar bis in die erste Hälfte März floss mehr Wasser, das aber in den Spitzen mittlere Hochwasserereignisse nicht erreichte.

Die Besonderheit der Ekholter Au, Lage des oberen Einzugsgebiets in mehr oder weniger intensiv genutzten Flächen auf entwässerten Mooren, bringt es aufgrund Belüftung des Bodens und daraus resultierender Oxidation von Bodeninhaltsstoffen mit sich, dass unter anderem Eisenmassen freigesetzt und – bei höheren Niederschlägen – über Dräns in die Gewässer eingetragen werden.

So stellte sich das z.B. bachauf der Bundesstraße Seeth-Ekholt, bereits wieder bei geringem Abfluss, noch Ende März 2020 dar.

Blick bachab Bundesstraße Seeth-Ekholt. Über Monate liefen hier, fast bordvoll, gewaltige Eisenockermassen ab.

Chemisch stellt sich das für Eisen etwa so dar: Bodenentwässerung und -belüftung führen zu Freisetzen des chemischen Hauptbodenbestandteils Eisen, begleitet mit Freisetzen von Säure und ggf. entsprechenden Sulfatmengen.

Witzig ist das nicht. In Deutschlands inkonsequenter Wasser- und Bodenpolitik steht lange aus, was z.B. im benachbarten Dänemark intensiv besprochen wird: In solchen Eisenfreisetzungsgebieten muss wie überall in Industrie, Gewerbe, Kommunen der Verursacher dafür sorgen, dass Einträge in Gewässer minimiert werden. Hier würde das z.B. bedeuten: Kein Einleiten von Dränwasser, ohne dass vorher in gesonderten Randgräben ein Absetzen des Eisenockers erfolgt.

Der Einbau turbulenzfördernder Strukturen im Fliessgewässer kann darüber hinaus zu schnellerem Ausflocken des Ockers führen und die bachab gelegenen Strecken entlasten. Nur so können solche Bäche wieder lebendiger werden (das Zitat zeigt: im Prinzip ist das NIX Neues).

[Wie sicherlich aus den Medien bekannt, zittert Berlins Wasserversorgung vor – chemisch analogen – Prozessen des Braunkohletagebaus, die über die Spree eine sulfatreiche gelbbraune Sauce auf unsere Hauptstadt zufliessen lassen. – „Behandlung“ heisst das Zauberwort!]

Auch in unserer Teststrecke bachab der oben gezeigten Fotos sind die Zeichen der extremen Eisenbelastung erkennbar.

Gelegentlich treiben voluminöse Eisenockerflocken Richtung Krückau …

… vorbei.
(Wäre schön, wenn das vorbei wäre!)

Fast ein Jahr nach dem ersten Kieseinbau ist 2020 die Fläche befahrbar, sind Kühe mit Kälbern anderswo auf der Weide.

3 Rinder stehen noch auf der Streuobstwiese, stören sich nicht an uns.

Wie im Vorjahr transportiert der Flächennutzer den Kies in 3 Teilmengen sauber vom Lieferort „Betonplatte auf seinem Hof“ an.

Wir stellen zunächst auf den 3 Positionen des Vorjahrs den Schüttwinkel wieder her. Ein kleines Depot oben auf der Uferkante dient späteren Aktionen (Aktive diverser Herkunft) als Arbeitspuffermenge.

Ein Rind interessiert sich für das Ergebnis.

So sehen Position 1 und 2 aus 2019 nun aus, wasserseitig bachauf von Pos. 3 gesehen.

An den neuen Positionen 4 und 5 wird vor die Steilkante Kies im Schüttwinkel ausgebracht.

Die Vorjahrspositionen können jetzt zu Lenkern und / oder Kiessohlen geformt werden. Die beiden neuen sollen sich erstmal über ein paar Hochwässer setzen.

An der Köllner Chaussee – Geländer an der Straßenquerung hui, Gewässer pfui? – Wir hoffen, einen Beitrag zur Minderung von Belastungen geleistet zu haben.

Und es wird weitergehen. Dank an alle Beteiligten!

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