Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘westlich HH’ Category

Hinterm Elbdeich höre ich schräg über mir Gekläffe „Jäpp, jäpp, jäpp!“, wiederholt, fortwährend.

Langsam kommt die Erinnerung, das Kläffen kenne ich – sooo lange ist das gar nicht her.

Und siehe da, querab von der NABU-Vogelstation sitzen sie, seitwärts von ein paar Graugänsen.

Schwarz-weiss auf Marschwiesengrün – ca. 50 Nonnengänse.

Etwas versetzt sitzen weitere zwei Gruppen, ebenfalls um die 50 Tiere.

Und, ein Bisschen unruhig, als wüssten sie nicht, ob sie landen, vielleicht sich dazugesellen sollen, einige wenige weitere Kleinschwärme am Himmel.

Zunächst nahm ich an, diese Gäste seien verfrüht. Ein Blick hier in den Blog zeigt allerdings, dass sie z.B. am 25. September 2019 seit ein paar Tagen angekommen waren – kein Grund zum Wundern also. Es sei denn, es bezöge sich auf das Wunder des Vogelzugs.

Read Full Post »

Das Wiederbeleben von Bächen und kleinen Flüssen profitiert von unterschiedlichen Aktivitäten. Das sind zum einen offizielle Maßnahmen Zuständiger, die bei Zugriff auf entsprechende Flächen und in Begleitung mit anderen günstigen Umständen den Anschluss des Gewässers an die Aue durch Wiederhochlegen der Sohle und Initiieren der Überschwemmungsdynamik im Umfeld realisieren. Zum anderen gehört das Wiederherstellen der Durchwanderbarkeit, bachauf wie bachab, bis hin zum Schleifen, mindestens Entschärfen großer, „harter“ Hindernisbauwerke dazu. Beides sind kostenträchtige Aufgaben, die – nicht zuletzt wegen begrenzter Finanzmittel – nur auf einem Bruchteil der Fliessstrecken umgesetzt werden können.

Es sollen aber – fachlich nötig und rechtlich gefordert – alle Gewässer wieder besser, in Richtung „gut“, werden. So bleibt für ca. 80 (- 90) % unserer Fliessgewässerstrecken nur, den durch Gewässerausbau gegebenen und durch Gewässerunterhaltung sowie Erosion über die Zeit entstandenen meist übertiefen, überbreiten, schlappen Profilen durch instream-Restaurieren mehr Leben einzuhauchen. Ideen sind keine Grenzen gesetzt, gute Beispiele gibt es zuhauf.

Solche Beispiele sind hier im Blog zahlreich vorgestellt worden. Durch Erläutern lokal angepasster Möglichkeiten können Interessierte nahezu überall gewonnen werden, bei Verbesserungen mitzumachen. Geeignetes Sohlmaterial wird finanziert und die Interessierten übernehmen unter fachkundiger Anleitung das Einarbeiten.

Es gibt dann als Folge von Aktivitäten oft neue Kontakte. „Kann ich an meiner Uferstrecke auch so schicken Erosionsschutz haben, wie bachauf hergestellt wurde?“ – Das lässt sich machen, gleichzeitig wird die Lebensraumvielfalt erhöht. – „Können wir aus der Nachbarschaft unserem Bach vor der Haustür helfen?“ – Gemeinsam ansehen, fachliche Möglichkeiten erörtern, Organisatorisches abklären – ja, meist klappt auch dies.

Solch Situation hatte sich einmal mehr an der ländlichen Mühlenau ergeben. So ging es  – nach unnötiger bürokratischer Behinderung, Anwenden von „Schreibtischtabellen“, Nichtbeachten örtlicher und zeitlicher Besonderheiten, Ausserachtlassen verwaltungsmäßig geforderten Abwägungsgebots – gestern also endlich los.

Die Ladung eines 3-Achser Lkw liegt vor Ort bereit, ca. 15 t Kies.

Die sollen nun, nach Schaufeln und Transport mit Schubkarren punktuell von der Böschungskante in die übertief ins Gelände eingeschnittene Mühlenau geschüttet werden – Erosionsschutz des Umfelds sowie Beleben der Gewässersohle, neues Zuhause für eine Vielzahl Organismen, sind die Ziele.

Wir prüfen die Einbringstellen, statten sie, so nötig, mit Schütthilfen aus.

Schliesslich sollen weder die Schubkarren noch die Aktiven unten im Bach landen.

Gut 20 Anlieger sind inzwischen mit Schubkarren, Schaufeln, Harken angekommen, eine angemessene Zahl helfender Hände. Auch Mitglieder des Wasserverbands, des pachtenden Anglervereins sowie aus lokaler Politik halfen tatkräftig mit.

Eine Probeschüttung vorweg …

Rechts vorn wird geschüttet, hinten wird neuer Kies besorgt.

Wieder eine Ladung unterwegs.

Wohl 10 Schubkarren werden – wer möchte, schiebt – parallel beladen, geschoben, geschüttet, wieder und wieder.

Wo nötig, sind an hoher Uferkante „Schubkarrenstopper“ montiert, ggf. liegt eine Bohle über zu feuchtem, unebenem Grund.

Und bevor eine Karre dann doch noch, voll beladen, abgeht, stehen helfende Hände bereit, das zu verhindern.

Auch, „it`s a long way“, an Feuchtstellen auf der Strecke liegt Befahrbares – für besseren Transport und nicht zuletzt zum Bodenschutz.

Bei solch beherztem Einsatz ist die Hälfte bald geschafft.

Es wird zur Pause gerufen.

Halbzeitpause.

Auf dem Pausentisch ist für Speis und Trank gesorgt, lecker! Herzlichen Dank, liebe Organisatoren!

Pausen-Stillleben.

Und weiter geht`s.

Wo erforderlich, wird aus dem geschütteten Depot eine kleine Ufersicherung gegenüber angelegt, ein Unterwasserströmungslenker (schräg GEGEN die Strömung, zum beidseitigen Uferschutz) geformt.

Fachliche und persönliche Nachfragen, die lokalen Medien wollen umfassend informieren.

Suchbild, zwei volle Schubkarren auf dem Weg …

So nach und nach kündigen die Schiebenden an, man werde sich hier, an diesem Schüttort, wohl nicht wiedersehen.

Und dann ist es soweit – wir haben fertig, landseitig.

Auch im wässrigen Element sind die erforderlichen Begleitarbeiten für heute erledigt.

Angesichts des durch Schlagregen erhöhten Abflusses wird bei Niedrigwasserabfluss demnächst kontrolliert, ggf. feinprofiliert, die Strömungslenkung neu ausgerichtet.

Schweres und leichtes Gerät ziehen ab. Alle haben sich das Mittagessen wohlverdient.

Wie bei anderen Einsätzen können auch hier, bei allgemeinem Gefallen des Erreichten, jederzeit neue Aktionen stattfinden.

Read Full Post »

Da radele ich herbstlich, nach Morgentau in Bratsonne …

Halt, abgesprungen vom Rad. War da nicht …

… ja, ein großer Grüner …

Wer da meint, solch Tier heisse nicht Heuhüpfer, sondern Heupferd, bitte sehr „… ein großes Grünes …“. – Das ist nun einfach mal Deutsch, hat mit der nicht von oben zu verordnenden Genderitis überhaupt nix zu tun.

So große Heuhüpfer erinnere ich zahlreich nur aus meiner fernen Kindheit. Danach …

Gefährdet wie er da sitzt, … Ich stupse ihn an – und er hüpft / fliegt halb ins …

… benachbarte Grün, noch taunass.

Frohen Muts radele ich weiter, den Spruch im Sinn „Jeden Tag eine gute Tat …“.

Dann sagt der Biologe und Insekten- / Kaltblüterkenner in mir: „Wenn das man nicht ein Schuss in den Ofen war! Der Heuhüpfer wollte sich auf sonnenbebratzter Fahrbahn ordentlich aufwärmen!“ – So wie die Geschichte von der alten Dame, die, auf die andere Straßenseite gebracht, aufgebracht sagt: „Ich wollte doch gar nicht rüber!“.

Egal. Es war nun so, wie per Foto dokumentiert.

Über die gute Tat von heute wird berichtet werden – morgen oder übermorgen, wässrig.

Read Full Post »

Jetzt zieht also mal wieder für zwei Tage ein Regentief durch.

Nicht lachen (oder weinen) – wir brauchen das Wasser! Die Bäche und kleinen Flüsse laufen schon längst wieder auf Niedrigwasser. Wald- und Forst-Experten, Quellenbeobachter wissen, „von unten“ kommt nix, da ist noch nichts wieder angekommen, was den überanspruchten Speicher auffüllen würde.

Die jüngst vergangene Trockenphase war von der Landwirtschaft sehnlichst erwartet, standen doch ein weiterer Grasschnitt plus Trocknen und Ernte sowie die Getreideernte an. Dem entsprechend waren Mann und Maus 24 Stunden am Tag, notfalls auch – bescheinwerfert – in der Nacht aktiv.

Und, wenn ich so hier im Umfeld gucke, das hat gut geklappt! (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.)

Wo man auch hinkam, gemähtes Grün …

Gleich nebendran in der Hetlinger Marsch wurde der Schnitt nach Wenden und Trocknen bereits zu Ballen gepresst.

In der Holmer Marsch, Ballen-Pressen, weit fortgeschritten.

Und nebendran die frühe sowie die in Folie verpackte Situation. (Dies sind die „Storchen-Wiesen“, von denen ich intensiven Nahrungserwerb durchziehender Gruppen berichtete.)

Die Störche, West- und Ostzieher, sind inzwischen meist anderswo zu verorten.

Auch das Getreide, hier Hetlinger-Holmer Marsch hinter dem Alten Elbdeich, ist gut reingekommen.

Anderswo, vor allem, wo das Korn zeitlich anders erntereif war und von den vergangenen regelhaften Regenklackern immer wieder zumindest angefeuchtet wurde, mag sich die Lage nicht so positiv dargestellt haben.

Derweil geht das Leben weiter.

Beispiel Wedeler Marsch – ein Graureiher putzt sein Gefieder, ein Turmfalke zerlegt seine Beute, wohl eine Maus.

In großer Entfernung lässt sich nach getaner Arbeit gut dösen, während dichter dran die Arbeit offenbar durch fotografierenden Gaffer (leicht) gestört ist.

Read Full Post »

Seit 2017 wird die Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum insbesondere durch Kieszugaben in ihrer Sohl- und Uferstruktur verbessert. Stichprobenartige Untersuchungen der Wirbellosen wie auch eine solche Untersuchung im Auftrag der schleswig-holsteinischen Fachverwaltung haben die positiven Wirkungen wie Uferschutz, Erhöhen der Strömungsvielfalt und Tiefendynamik sowie des besseren Lebensraums belegt.

Durch einen Auftrag der Edmund Siemers-Stiftung an ein Fachbüro wurde Ende August / Anfang September auch die Fischfauna per Elektrofischerei untersucht. Die an den bisherigen Arbeiten beteiligten Verbände, Behördendienststellen und andere werden nach Abschluss der Auswertungen den zugehörigen Bericht erhalten.

Hier wird ein erster Überblick der gefundenen Fischarten gegeben.

Fischerin und Fischer machen sich bereit, zertifiziert mit Elektrofischereischein und ausgestattet mit den erforderlichen Genehmigungen.

Kaum gestartet – Überraschung! – ist die E-Fischerin begeistert. Platt!

Plattfisch Flunder, als Jungtier in den Aufwuchsraum Mühlenau aus der Tide-Elbe eingewandert.

Die wird nicht die einzige im Fang dieses Tages bleiben.

Die Weissfischfamilie, Karpfenartige, beginne ich hier im Blog mit dem Rapfen, ebenfalls Jungfische, deren erwachsene Vertreter zumeist in der Elbe leben.

Ein Jung-Zander überrascht uns.

Ein Kaulbarsch, mit der Flunder Vertreter der Kaulbarsch-Flunder-Region – nicht hier in der Mühlenau, aber nahe der Brackwasserzone des Elbe-Stroms.

Die beiden zu diesem Zeitpunkt bereits kurzzeitig gefangenen und wieder freigelassenen Arten Rotauge („Weissfisch, Karpfenartige“ wie der Rapfen) und Flussbarsch habe ich wegen ihrer Allgegenwart nicht fotografiert, ebenso die 3- und 9-stachligen Stichlinge.

Unerwartet haben wir für die Barschartigen bereits alle heimischen Arten aufschreiben können.

Und noch ein Aufsteiger aus der Elbe – von weit her, aus der Sargassosee – geht ins Netz: Jung-Aale.

Dieser Fund ist angesichts des dramatischen Rückgangs des Aals über die vergangenen Jahrzehnte sehr erfreulich. Allerdings ist bekannt, dass die derzeit an europäischen Küsten ankommende Menge solcher Aaljungtiere im einstelligen Prozentbereich früher üblicher Zahlen liegt.

Stillleben mit E-Fischgeräten – wir haben die erste Strecke verlassen, starten an der zweiten.

E-Fischen in Neophyten-gesäumtem Umfeld.

Das Verschwinden und Wiederauftauchen von Teilen der Wathosen (das Schrumpfen und Wachsen der Aktiven im Bach) zeigt die durch das Restaurieren entstandene Tiefenvielfalt in Breite und Längserstreckung der Mühlenau.

In dieser Strecke kommt der Hecht als Fischart dazu.

Gelegentlich wird gefachsimpelt.

Die nächste Strecke – nicht leicht, die Vielzahl der Weissfischarten auseinanderzuhalten – bringt den strömungsliebenden, also bachtypischen Hasel zum Vorschein.

Und noch eine „neue“ Art – die Quappe / „Aalquappe“ (oben, man muss schon sehr genau hinschauen) neben 3 Flundern.

Weiter geht es – in den vorigen Strecken waren noch Schleie, Güster und Brassen, alle aus der Karpfenfamilie, in die Fangtabelle aufgenommen worden.

Nun tauchen Forellen auf – rote Punkte mit weissem Kreis: Bachforelle.

Bereits nicht mehr im silbernen Aufsteigerkleid, also bereits einige Zeit in der Mühlenau: Meerforelle, die zum Laichen in Bäche aufsteigt, dort als Jungfisch 1-2 Jahre heranwächst und als Erwachsene im Meer lebt (bis zur nächsten Laichzeit).

Wir wundern uns nicht, dass wir auch Querder fangen, die Jugendform der Neunaugen, hier des Flussneunauges.

Schliesslich haben Flussneunaugen zahlreich auf den neuen Kiesen der Mühlenau gelaicht (vgl. entsprechende Beiträge hier im Blog).

Ein erwachsener Gründling – stellvertretend für etliche mehr, auch Jungtiere.

Jungfisch Forelle.

Forelle, ein Jahr älter, im zweiten Sommer.

Fischen, hindurch durch standorttypischen, die Forellenregion kühl haltenden Baumbestand.

Suchbild – im tief durch menschliche Aktivitäten eingeschnittenen Bach, umgeben von Staudenmeer, sieht der Mensch klein aus – „im Keller“.

Und noch eine Forelle.

Zwischendurch gibt es in den Fangergebnissen „einen Hänger“. Ein Nebenbach bringt offenbar, chronisch oder akut, abzustellende Belastungen in die Mühlenau. Da gibt es angesichts der grenzüberschreitenden Situation Arbeit für Fachleute und Behörden Hamburgs und Schleswig-Holsteins.

Auch wir „hängen“ – Abriss des Kathodenkabels. Gut ausgerüstet, ein Bisschen Warten, das Abrisskabel wird ins Auto gebracht, das Ersatzkabel montiert.

Danach klappte es wieder, auch der Bach spielte mit. Die Forellenregion, quellgespeister, sommerkühler Bach, zeigte sich von ihrer besten Seite.

Wie in diesem letzten Foto zu sehen, war ich da so aufgeregt (oder waren die Fische so zappelig, war es vielleicht unter den Bäumen ohne Blitz zu dunkel ?), dass nur noch unscharfe Fotos bzw. Fische entstanden.

Vom Gesamtergebnis waren wir beeindruckt. Dass – bis auf wenige Arten – nur Jungfische auftauchten, mag unter anderem eine Folge der vergangenen Trockenjahre sein, Zeugen des rapide stattfindenden Klimawandels, aber auch der Übernutzung unserer oberen Grundwasserhorizonte. Für 2022 nehmen wir uns vor, solche Ergebnisuntersuchungen entlang restaurierter Strecken anderswo fortzusetzen.

Read Full Post »

Ich radele den Geesthang, Ansgariusweg, runter in die Wedeler Marsch.

Westlicher Wind hat das Entenflott dicht zusammengeschoben. Ob der Graben nun schon wieder gemäht und gebaggert werden musste – na ja, die Unterhaltung, halt.

Linker Hand vergnügt sich eine Horde Dohlen mit und ringsum Heu-Kaventsmännern.

Rechts, gleich hinter der Kopfweide, sitzen 3 Sonnenanbeter.

Haben Sie im vorigen Foto Nasen, Augen und Ohren gezählt? Fotobetrachter um mich rum sagten – alle!, so sah ich es auch zuerst vor Ort: Zwei! – Dieses Foto schafft Klarheit.

Nutriajunge beim Kielwasserschwimmen.

Kurzes Verhalten …

Dann wird doch liebe Deckung am diesseitigen Ufer gesucht.

So Nutrias können ganz schön groß werden, wie ich an der Seeve vor Jahren sehen konnte.

Querab Giesensand – Schafsperre voraus.

Gewöhnlich zeigt sich im Näherkommen eine mindestens schmale Gasse – heute nicht.

Die Schafe stehen weitestgehend still, suchen und geben sich gegenseitig Schatten.

Irgendwie bin ich dann – unbeschadet für Mensch und Tier – durchgekommen.

Ein Stück weiter, ein fast gewohnter Anblick an dieser Stelle zur Zeit: Nilgänse, mindestens eine wacht (immer).

Kühe auf der Geest, hier bei Holm, haben mehr Glück als Deichschafe. Schlau finden sie bei Sonne unter oder neben Bäumen Schatten.

Im Autal gibts auch was zu sehen.

Da flatterte eine Rabenkrähe auf die Wiese. 4 Highlandkälber gehören inzwischen zur kleinen Herde – zwei von denen sausten neugierig los, gucken, wer da?

Da muss doch genau nachgesehen werden!

Die Krähe verhält sich ruhig, ein Kalb verliert das Interesse.

Bald fliegt die Krähe ab. Ich radele nach Hause.

Read Full Post »

Es sollte losgehen – nach langer, gefühlt ultralanger Corona-Unterbrechung. Der NABU Pinneberg rief zusammen mit der Edmund Siemers-Stiftung zu einer Radtour entlang der städtischen Mühlenau und Pinnau auf. Da konnten Verbesserungserfordernis an unseren Bächen und kleinen Flüssen sowie bereits Geleistetes in der Praxis erlebt werden.

Die Teilnehmerzahl war aus Corona-, gekoppelt mit Platzgründen entlang der Route, auf 15 begrenzt. Viele Interessenten wurden auf andere, spätere Gelegenheiten vertröstet. Letztlich wurden gut 20 Radlerinnen und Radler begrüßt – wegschicken wollten wir dann doch niemanden. (Noch mehr wären allerdings ein Problem gewesen.)

Wie das im Sommer 2021 inzwischen so ist – der Himmel war stark wasserhaltig, musste anfangs ein wenig Niesel ablassen.

So sah es zum Beispiel vor dem Treff am S-Bahnhof mit Blick bachauf an der Fahltbrücke nördlich der Bahn aus.

Das war`s dann aber auch, die Tour selbst fand ohne Regen bei guter Stimmung und großem Interesse statt.

Bei mittlerem Abfluss – plus 50 cm – begrüßten uns Futter-Interessierte an der Mühlenaubrücke Christiansenweg.

Von uns bekamen die aber nichts.

Los ging`s querab zum B-Plan Mühlenauquartier, wo erstes Restaurieren 2017 begann.

[P.S.: Aufgrund eines „Hängers“ der online-Pegeldaten hatte ich während der Exkursion von „Mittelwasserabfluss“ (MW) gesprochen. Heute, 9. August, läuft die online-Anzeige wieder
https://www.umweltdaten.landsh.de/pegel/jsp/pegel.jsp?wsize=free&mstnr=114197
und wir sehen: Wir waren bei MW plus 50 cm unterwegs. Das ist vom mittleren Hochwasser immer noch 1 m entfernt, „nichts Besonderes“ also. – Der Text dieses Beitrags ist entsprechend geändert. – Kein Wunder, dass ich mit kurzen Stiefeln fast nicht an Tierchen heran kam. 🙂 ]

Im Foto ist der Vergleich aktueller Mittelwasserabfluss zu Hochwasser zu erkennen: Die B-Planauflagen enthalten hier im Überschwemmungsgebiet das Schaffen von Hochwasserrückhalt. Bis zum „Anspringen“ dieser Flächen muss die Mühlenau weitere mindestens 50 cm ansteigen.

Nachdem auch 2021 bereits wie in den Vorjahren lange Niedrigwasserführung den Lebensraumbereich bis zum jetzigen Mittelwasserzustand trocken liegen liess, war beabsichtigtes Tierchenfangen und -angucken angesichts Ausrüstung des Fängers lediglich mit kurzen Gummistiefeln zweifelhaft. So kam es. Mit Mühe konnte ich – hier und anderswo – erste Besiedler, Pioniere wie eine Eintagsfliegenart als Larven sowie ein paar Wasserasseln erwischen. Letztere kommen aus den durch das Restaurieren neben den turbulent erzeugten Fliessstrecken neu entstandenen Ruheräumen.

Blick bachauf – Turbulenzen durch Kiesrestaurierung und biogene Wellen …

Uferneugewinn und Ruheräume – standorttypische Stauden sowie Neophyt Drüsiges Springkraut (gern ausreissen!).

Der dreckigbraune Eindruck der Mühlenau trügt. Mit dem Haushaltssieb am Besenstiel konnte gezeigt werden, dass die Sichttiefe ca. 40 cm betrug, aufklarend nach Regenschubabfluss.

Wir blicken bachab von der Mühlenstraße Richtung Mühlenaumündung in die Pinnau, noch ein ganzes Stück weiter jenseits der Kurve.

Wo bei Niedrigwasser eine unpassierbar erscheinende steile Rampe rauscht, ist bei Mittelwasser (und höher) das Passieren von Flussfischen problemlos möglich.

Die Pinnau, Brücke Elmshorner Straße – der braune Saum auf der Ufervegetation zeigt: wir befinden uns im oberen Tidegebiet, hier normal etwa 50 cm Tidehub.

Die als Otterpausenstätte vor Brückenunterquerung angebotenen Kiesdepots sind, unter anderem, mit Blutweiderich, Großem Weidenröschen und Dost von allein besiedelt.

Beispiel Kiesdepot an der Friedrich Ebert-Straße, inzwischen von der Flut bereits 50 cm überstaut.

Hier, unter der Wasseroberfläche haben Flussneunaugen den Kies als geeignete Laichstelle befunden.

Pinnaubrücke Hindenburgdamm – der hier als tiefliegende Fläche gestaltete Kies ist durch die Überströmungswellen im „Dreieck“ links, obere Hälfte, erahnbar.

Auch der bietet Jahr für Jahr seit 2019 Flussneunaugen während der Laichzeit im April ein gutes Betätigungsfeld (aktueller Link aus 2021).

Wir fahren Richtung Cap Polonio, weiter an der Regioklinik vorbei, wieder an die Mühlenau, nach Rellingen. Dort werden beim Beproben zahlreiche Pionier-Eintagsfliegenlarven, wieder Wasserassel, aber auch der typische Bachbewohner, der Bachflohkrebs, gefunden.

Beim Wechsel über eine Holzbrücke haben wir die Grenze passiert, kommen wir wieder – wie der Paddler an heftiger Erosionsstelle (Hilfe ist möglich, wie bekannt) – auf Pinneberger Gebiet.

Treibselsammler – die Funktion „Hölzchen und Stöckchen“ wird den verbliebenen Teilnehmern erläutert – es geht auf den Rest.

Kies vor der Fahltbrücke querab Bahn – wir sind uns einig, es muss weitergehen.

Nachwort

Vom brodelnden Wetter war ja vorn und in etlichen der vorigen Beiträge zu lesen. So entschloss ich mich, nicht wie vorgesehen in Pinneberg zu Mittag zu essen, sondern angesichts von 45 bis 60 Minuten anstehender Rückfahrt eine geeignete Stätte in Wedel anzuradeln. – Das stellte sich als segensreich heraus.

Schön im Trockenen konnte ich mir beim Essen ansehen, was mich nach Essen in Pinneberg auf offener Strecke erfasst hätte – ordentlich Schlagregen (Die dunkle Optik trügt. Das Etablissement ist, draussen wie drinnen, freundlich.).

Und nach dem prima Essen und Trinken – Schlussfoto Exkursion vor pestartig mit Teichrosen zugewachsenem Mühlenteich, im Sonnenschein.

Hier zeigt sich einerseits der Alterungsprozess von Stillgewässern, „geometrische Reihe“ hilft beim Verstehen des zeitlichen Geschehens – wo ein Jahr vorher noch die halbe Seefläche frei war, ist ein Jahr später alles dicht … – Ausserdem zeigt sich das Unvermögen deutscher Verwaltung vor dem Hintergrund des Artenschutzes: Die Teichrose ist geschützt (und das ist im Grundsatz auch gut so). In jüngerer Zeit kommt (aus Formalismus oder / mangels Fachkompetenz ? ) Gutachteritis zu Lasten des Steuerzahlers auf, was denn wohl mit diesen Teichrosen gemacht werden darf. Es ist nicht zu fassen, aber Realität. Letztlich – auch ohne Gutachten – läuft es darauf hinaus, bis zu 90 % dieser, von Naturprozessen nicht schadlos beseitbarer Biomasse maschinell zu entfernen, ggf. gekoppelt mit Entschlammen des Teichs. Das war und bleibt tägliche Praxis im Umgang mit flachen Stillgewässern – es sei denn, man will aus gutem Grund hier Landentwicklung mit allen davor liegenden (oft genug stinkenden) Stadien zulassen.

Der Sommer 2021 geht weiter – mit brodelndem Himmel.

Read Full Post »

Sommerhimmel 2021 über Wedel und Umrum – der Wetterbericht sagt regelhaft „es brodelt“. Manchmal löst sich das zum Nachmittag auf, manchmal „löst es“ sich und gewittert ordentlich. Wo nicht, da nicht.

Die Störche sammeln sich. Bald geht`s ab ins südliche Winterquartier. Gestern Abend wurde im Regionalfernsehen von frühem Abflug gesprochen, Mitte August flögen sie gewöhnlich weg. – Na, Mitte August haben wir ja bald, und noch sind sie da – vielleicht jeweils immer andere …

Unsere Möchsgrasmücken jedenfalls, die nicht nur ums Haus jährlich erfolgreich brüten, sondern das mit üppigen Gesangsstrophen begleiten, sind seit 1-2 Wochen nicht mehr zu hören. So geht die Zeit …

Aber nach den vorigen Storchsichtungen soll es hier um andere gehen.

Erläuterung zur Örtlichkeit: Wir radeln am Nordufer der Elbe, westlich Hamburg. Dort endet(e) der Ochsenweg, im Dänischen auch Heerweg genannt.

Von der Spitze Jütlands südwärts wurden jährlich bis zu 40.000 Stück Rindvieh bis Wedel zum Markt getrieben. Ein Gutteil wurde bei Fährmannssand über die Elbe gefahren, weiter gings bis in die Niederlande und anderswo. (Über die heutige Art und Weise – oft genug sehr viel weniger als schön – ist hinreichend in Film, Funk und Fernsehen, Internet berichtet.)

Elbdeich Fährmannssand – gut sieht er aus der Himmel.

Ich habe mich auf dem Elbdeich Fährmannssand umgedreht. Da hinten (wenige km), auf der Geest, liegt Wedel.

Zugegeben, am Tag des vorigen Fotos kam ich vom Sehtest aus der Stadt, hatte hier meinen Wendepunkt und landete trocken im häuslichen Fahrradhäuschen.

Hier geht`s aber weiter nach Hetlingen und Holm.

Die – dieses Jahr offenbar zahlreichen – Rauchschwalben sammeln sich.

Wo Leitungen fehlen, sind auch Zäune und Tore geeignete Treffs. Unten am Boden, im Foto nicht gut sichtbar, befinden sich Bachstelzen.

Bach- und Schafstelzen scheinen auch ein gutes Jahr gehabt zu haben. Sie begleiten den (bzw. begegnen dem) Radler zahlreich auf der Deichtour.

Mich erstaunt eine einzelne Nonnengans – ein Späher, der für die Tausenden, ab Herbst hier zu erwartenden, die Lage peilt? (oder eine Flügel- / Fußkranke?)

Neulich, noch Heuballen querab Giesensand …

… bevölkerten hunderte Graugänse die Wiesen und Weiden.

Wenn das Süßwasserwatt während der Ebbe frei fällt, halten sich viele von ihnen dort, aussendeichs, auf.

Unterschiedliche Rinderherden mit viel Jungvieh bevölkern die Marsch.

In dieser Umgebung fühlen sich Graureiher so geborgen, dass sie ihre „eigentliche“ Fluchtdistanz vergessen.

Oder handelt es sich bei diesem Reiher um einen Hamburger oder Pinneberger Tourismus-Reiher? Solche Stadtreiher kann man im Einzelfall fast per Handschlag begrüßen (bitte immer die Vogelgrippe- und Corona-Regeln beachten!).

Neulich waren an der NABU-Vogelstation von fern auch 6 (hier 4 davon) Silberreiher zu sehen. Die werden Richtung Jahresende noch mehr.

Die Starenschwärme vergrößern sich – am Deich gibt`s immer was zu fressen, die Kirschen ringsum sind abgeerntet.

Auch hier, nicht so blumenreich wie kürzlich aus Niedersachsen berichtet, werden Deichpartien rau gehalten. Die Vogelwelt im Allgemeinen, als ein Zeiger, reagiert positiv.

Als Schlussbild dieser Tourenfolge steht diese Postkartenansicht, seewärts.

So richtig aufhören will ich aber nicht, ohne noch etwas von gestern, Rückweg querab Holm, anzuhängen.

Und wieder überflogen mich 2 Störche, diesmal von West nach Ost, futterten in aller Ruhe vor dem alten Elbdeich Holm – Hetlingen.

Wer sucht der findet, mit auf- und abtauchenden Köpfen zähle ich nach und nach mehr – hier 5 sichtbar, 2 weitere hinten rechts ahnbar.

Zusammen mit diesem fernen Einzelgänger vor dem Brunnenschutzgebiet kam ich hier „Am Hang“ diesmal auf 11.

Nach allem Erzählen gehe ich davon aus, dass örtliche Alttiere verweilen und früher durchziehende Jungvögel dieses Bild bestimmen.

Der oben im Start des Beitrags gegebene Link wird zu den besenderten Ziehenden Route und Schicksal mitteilen.

Read Full Post »

Als ich gestern auf der Elbdeichrundfahrt, Rückweg kurz vor der Holmer Geest, von zwei Weissstörchen überflogen wurde, fiel mir ein, dass noch Fotos vom 28. Juli mit Störchen auf Datei liegen.

Spontane Eingebung liess mich da statt aus der Marsch Richtung Wedel auf den „Holmer Berg“ zu asten, auf halbem Hang wieder in die Marsch abtauchen – vor dem Geesthang „Am Hang“ längs Richtung Sauerbeeksweg („Aufstieg“ dann dort um so steiler). – Da radele ich also nochmal längs.

Und, siehe da, noch 2 Störche – diesmal also 4.

Die stören sich gar nicht an mir, haben offensichtlich ordentlich zu tun, picken, schmeissen hoch und schlucken – fortwährend!

Das ist an Zahl, 2 hier vor der Geest, die beiden ersten Überflieger, gelandet jenseits des alten Elbdeichs Holm-Hetlingen, aber gar nichts gegen neulich.

Da umrundete ich, just auf dieser Wiese eine größere Anzahl Störche wahrnehmend, die Situation – und scheuchte, trotz Schilfsichtschutzes 2, vorher nicht bemerkte, weitere Störche südlich des Sauerbeekswegs auf.

Die ruhig fressende größere Gruppe, nördlich des Sauerbeekswegs, kann nicht irren …

Dieser Gruppe schlossen sich die beiden an.

So hatte ich Gelegenheit, die voll sichtbaren und die immer wieder aus Gräben und Geländesenken auf- und in sie abtauchenden zu zählen – 19 Weissstörche hatten sich hier versammelt.

Wie die Gefiedertenfachwelt schon bei meiner ersten (Segel-)Beobachtung im unmittelbaren Umfeld 2017 klarstellte, ist dies das gewöhnliche Verhalten um diese Zeit. Es beginnt die Zeit des Sammelns und Herumziehens, das Jungvolk macht sich so langsam reisebereit – auf lange Südtour in die Winterquartiere.

Mehr zu anderem Geflügel auf den beiden Elbdeichrundfahrten folgt demnächst.

Read Full Post »

Mit Regenzeuganziehstopp kurz vor Erreichen des Anlegers Lühe waren wir von Buxtehude zurückgeradelt und hatten kurz darauf die Fähre bestiegen. Beim Blick über die Elbe aufwärts Richtung Ziel, Wedel, war alles regenverhangen, nur links und rechts „gab es festen Horizont“.

Die Fähre legt ab – Sonne auf dem niedersächsischen Ufer! Was für Gegensätze in Zeit und Raum.

Blick Elbe-abwärts – der Wind bleibt, ebenso das stark wechselnde Wolkenbild.

Die nördliche Elbeseite weiter regenverhangen, ein Binnenschiff und ein Fischkutter befinden sich im näheren Umfeld.

Zehner Sekunden später, besonnt, der Fischkutter HF 231.

Über den empfiehlt es sich, Geschichte und mehr nachzulesen.

Kurze Zeit später passiert der Schlepper Bugsier 18 die Fähre.

Fast verpasst – Blick südwärts – ein Seeadler hat etwas von der Wasseroberfläche gegriffen. Eine Möwe ist ausser sich, verfolgt den Adler eine Weile – hat der einen Jungvogel „geklaut“?

So etwas hatten wir vor einigen Wochen vom Deich am Wedeler Au-Sperrwerk länger verfolgen können. Da war eine Sturmmöve einem nahe an uns vorbei fliegenden Seeadler gefolgt – vergeblich. Der hatte ein Küken in den Klauen, flog zu sicherem Ansitz anderswo ab. Das war derart beeindruckend, dass der Griff zur Digicam schlicht unmöglich war. – Ich hatte mich über mich selbst gewundert.

Blick auf die Elbinsel Hanskalbsand.

Die gehört seit 2018 zu einem Naturschutzgebiet. Ob das von Wedel aus zu beobachtende regelmäßige Besuchen, auch Campen, im Sinne des Schutzzwecks ist, darf bezweifelt werden.

Wir legen an. Wie schön, die Reserveschraube wurde nicht benötigt. 🙂

Read Full Post »

Older Posts »