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Nun folgen aus gegebenem Anlass doch noch ein paar herbstliche Eindrücke in Farben.

Die bis vor Kurzem noch vorherrschenden Mais-Horizonte sind – für Monate – barem Ackerboden gewichen. Der Boden ist Wind und Wasser ungeschützt ausgesetzt.

Birkenwald-Partien zeigen sich herbstlich gelichtet.

Noch leuchten Spitzahorne rötlich-orange, viele auch gelb.

Am Ufer der Elbe zeigt sich eine Vielfalt des Grün an Deichschutz“rasen“, Reet, Binsen und Auwaldbaumarten, teils jahreszeitlich bedingt wechselnd Richtung Grau- und Brauntöne.

Über Geest und Marsch fetzt himmlisches Geschehen – hier ist noch Blau gut vertreten.

Auch dieses spannende Geschehen kann den Radler – mal abgesehen von der Bedeutung der Tour-Auswahl hinsichtlich stürmischer Winde – nicht schrecken.

Gelegentlich taucht neben bekanntem Federvieh, das zur Zeit zahlreich unser Umfeld quert oder / und Rasttage einlegt, ein Fremdling auf.

Da rätselte ich um die Mandarinente herum …

Fachlich unterstützt weiss ich nun: Es handelt sich um eine Brautente. Wie die Mandarinente ist / war sie hierzulande eine in Volieren gern gehaltene „Zier-Art“. Nun ist sie also inzwischen offenbar entkommen – oder wurde womöglich ausgesetzt. „Neozooe“ nennt man das wohl. Und nun? (Eine Nummer größer und einige Jahrzehnte weiter kennen wir die Entwicklung ja bereits von Kanada- und Nilgänsen …)

Zurück zu den Bäumen. Das Gelb der Linden wurde von Sturmwind und Regen bereits heftig zerzaust.

Vom frühen Rot der Kirschen, auch vom Rot wilden Weins ist an windexponierten Stellen nicht mehr viel geblieben.

Toleriertes KletterGrün an Eichen, …

. . . Efeu, entwickelt massenhaft interessante Winternahrung – für Vögel und anderes Getier ringsum.

Was ist das nun alles – Wetter? Bei Erinnern der jüngeren Jahre, vielleicht bis 15, ja 20 Jahre zurück, scheint da auch einiges „Klima(wandel) zu sein“.

Es entstand zunehmend der Eindruck, dass wir nicht mehr in die „Indian Summer“-Staaten über den Atlantik reisen müssen. Indian Summer haben wir nun selbst – auch ohne die vielen künstlich wirkenden Rots, die durch Baumschulen „eingepflegt“ werden.

Was aber hat das mit der Queen zu tun?!

Nun, vor einigen Tagen war zu  lesen, die Queen sei „irritiert“ in Sachen Klima(wandel). – Komisch, dachte ich beim Lesen der Überschriften, kommt eine ältere Dame da bei irgendwas nicht mit? Wie so oft, liest sich der Inhalt dann ganz anders. Die Queen erinnert sich. Und sie ist sauer! Sauer auf die Politik, die „immer nur redet, aber nichts tut.“

Die Queen ist also auf der Höhe der Zeit! Herzlichen Dank für die Einmischung, möge sie helfen!

Auch ich wunderte mich in meiner beruflichen Restlaufzeit über den aus – oft genug politisch besetzten – Fachkreisen in den ersten 1,5 Jahrzehnten des neuen Jahrtausends kommenden Spruch „Und Sie wissen das schon alles?!“ (eigentlich nicht), als es galt, Handeln in Gang zu setzen. Mehr wunderte es mich, dass die Sprücheklopfer es nicht wussten . . .

Warum?

Weil seit spätestens 1992 jeglich halbwegs Interessierte, auch Laien-Öffentlichkeit Bescheid wissen konnte(n). Von der Fachwelt einmal ganz zu schweigen. (Dieser Auszug stammt aus einer Zeitreihe, die die Entwicklung des Wildpark Eekholt darstellt. Dank dafür!)

So hoffen wir denn für die Bundesrepublik Deutschland, Europa, ja die gesamte Erdkugel, dass Handeln richtig und zielgerichtet endlich greift.

Von der Osterau im Wildpark Eekholt ist hier im Blog regelmäßig anlässlich der Wassercamps der „Unterelbeschulen“ berichtet worden. Da Corona die vorigen Camps ausfallen liess bzw. nur in kleinem Rahmen ermöglichte, fanden dort keine neuen Restaurierungen statt – bleiben im Sinn für 2022.

Gleichwohl ist der Besuch im Wildpark Eekholt immer eine Reise wert.

Es bleibt nicht aus, dass der eine oder die andere am höhenverstellbaren Hirschgeweih familiär porträtiert wird. (Die Handschuhe zeigen: Die Jahreszeit schreitet fort.)

Selbstverständlich galt unser Blick nicht nur den Tieren und der herrlichen bewanderbaren Umgebung im Wildpark. Der Blick ging auch nach unten, auf und unter die Gewässerkante.

Klar erkennbar ist, dass am Osterauwanderweg, der in den vergangenen Jahren allerhand Kies und Treibselsammler erhalten hat, noch überbreite, von Treibsand beherrschte Strecken bestehen.

Die sind fürs nächste Wassercamp vorgemerkt.

Vor Zutritt geschützte Kiesstandorte befinden sich in gutem Zustand.

Anders sieht das an ungeschützten Kiesen aus.

Generell ist erkennbar, dass neuer Kies sowohl zur Böschungs- als auch zur Sohlgestaltung ergänzt werden kann.

Da wir nicht bis nächsten Herbst warten wollen, ist mit der Leitung des Wildparks verabredet, dass das örtliche, fachkundige Personal von der Edmund Siemers-Stiftung finanzierten Kies zum Ergänzen aller bisherigen Schüttorte zur Verfügung gestellt bekommt und auf bewährte Weise schüttet. Anschliessend wird die Situation gemeinsam angesehen, ggf. etwas angepasst.

So können die unmittelbar bevorstehende Laichzeit der Forellen sowie die der Bach- und Flussneunaugen im nächsten Frühjahr profitieren.  – –

Von der Osterau kam ein weiterer Ruf, aus westlicher Strecke, Raum Bad Bramstedt.

Hier bietet die Osterau, überbreit, ohne Turbulenz, spiegelnd wie ein Stillgewässer, der Phantasie des Restaurierers standorttypischer Fliessgewässer jeglichen Spielraum.

Immerhin begleitet hier ein standortgemäßer Baumsaum das Flüsschen.

Nebendran auf Moräne erfreute uns herbstlicher Wald mit Buchen, Hainbuchen und je nach Standortcharakteristik vielen anderen Bäumen und Büschen.

Schnell einigten wir uns auf Startpunkte für neue Erfahrungen. – Beispielhafte, gut anfahrbare Schüttstelle für Kies.

Auch kompliziertere Standorte wurden ausgewählt.

Zurück ging es durch den herbstlichen Wald, zu den Autos.

Alle erforderlichen Abstimmung sind gelaufen, die Kiese bestellt. Demnächst geht`s vor Ort los. Ich werde berichten.

Hier im Blog war eine kleine Pause entstanden. Das heisst nun nicht, dass das „Un-“ vor dem Ruhestand verschwunden wäre. Es handelt sich lediglich um eine kleine Berichtspause. Herbstliches wie bunte Blätter und rote Früchte sind dadurch ausgefallen, finden sich aber, wie bekannt, in Beiträgen der Vorjahre.

Nun also, mal wieder, zu Wässrigem.

Am 12. September berichtete ich von aktiven Anliegern der Mühlenau, denen die Edmund Siemers-Stiftung einen Lkw Kies finanziert hatte, um ihn – selbstverständlich nach den erforderlichen Abstimmungen und mit fachlicher Anleitung – als Lebensraumverbesserung in die Mühlenau zu schütten.

Schon länger hatten wir Organisatoren vor, nachzusehen, ob die gute Tat tatsächlich wie vorgesehen einzuschätzen ist. (Un-)Regelmäßige Schauer liessen unser Ziel, bei niedrigem Wasserstand nachzusehen, scheitern. So gingen wir gestern Nachmittag los, die Watstiefel reichten bei Mittelwasser angesichts der gewünschten und erzielten Tiefenvarianz gerade aus, die Strecke „von innen“ anzugucken.

Wie gut, wie wir heute wissen! Der Regen heute Nacht bis heute Morgen hat weitere 2 Dezimeter auf die Abflusshöhe draufgepackt – gestern war also gut gewählt!

Wir waren in Begleitung, ausgestattet mit Wathose. Springkraut am Wegesrand verlängerte unser Anwandern ein wenig. 🙂

Blick vom Ende der bekiesten Strecke bachab. Mittelwasserabfluss bei Überbreite, am linken Ufer ist dankenswerterweise das Beseitigen von dort hoch abgelagerten Grünabfällen veranlasst und erledigt worden. Der Eisenockerzufluss, menschengemacht durch Eingriff in den Bodenwasserhaushalt, ist ein in Deutschland bisher nicht bereinigtes Negativ-Phänomen.

Es gibt inzwischen diverse Abhilfe bzw. Minderung. Möge solch Umsetzung auch hierzulande rechtlich eingefordert werden.

Nun aber: Konzentration auf den Kies.

Das Einbinden der Kiese in die Uferböschung und der vorgesehene Baumschutz funktionieren hervorragend.

Das gilt auch für am anderen Ufer angelegte kleinere Schutzmaßnahmen.

Ein beim Kieseinbau noch illuster über den Bach geneigter Weidenzwiesel ist inzwischen, vermorscht, abgebrochen, liegt im Bach.

Der Wasserverband ist informiert, ggf. eintretende Aufstaue zu verhindern.

Blick vom oberen Bekiesungsende bachab auf den abgebrochenen Weidenzwiesel.

Blick über das obere Bekiesungsende bachauf.

Baum- und Wurzelraumverluste über vergangene Jahre schreien an verletztem Ufer nach weiterer Verbesserung.

Es bleibt also, auch hier, weiter allerhand zu tun.

Die meisten Schüttpunkte sind nicht nur seitlich ins Ufer eingebunden, sondern haben auf der Sohle auch eine – leicht – gegen die Strömung gerichtete Unterwasserlenkbuhne erhalten. Die hilft angesichts des steilen Ufers beim Ein- und Ausstieg.

Im Frühjahr werden wir, dann bei niedrigerem Abfluss, die Besiedlung der noch neuen Kiese überprüfen.

Sobald es passt (und die Nachbarschaft weiter Lust hat), wird ein weiterer Kies-Lkw hier spendiert.

Für das letzte Septemberwochenende waren an der NABU Vogelstation Wedeler Marsch „Zugvogeltage“ angesagt. Eine Vielzahl Führungen in dieses vielfältige Geschehen war angekündigt, das Wetter spielte mit.

Diese gute Gelegenheit nutzte ich, ganz nebenbei auf einer Radtour Erkundigungen einzuholen über 10 Mauerseglerbrutkästen, die an unserer „Felsenburg“ angebracht werden sollen (dazu zu gegebener Zeit mehr, die nächste Brutsaison startet erst mit Rückkehr dieser faszinierenden Dauerflieger im nächsten Frühjahr). „Meine Zugvogeltage“ habe ich bereits in den Beiträgen vom 23. und 24. September beschrieben.

Auf der Krone des Elbdeichs querab der NABU Vogelstation – weithin sichtbar, ein Zeichen der Zugvogeltage.

Da ich früh bin und mein Gesprächspartner noch nicht am Infostand anwesend ist, klettere ich auf den Deich. Warten in der Morgensonne mit Blick auf die Elbe ist ja nicht das Schlechteste, lohnt meist immer mit Aktuellem.

Blick gen Südost über das bei Ebbe freifallende Süßwasserwatt Fährmannssand – da hinten am Horizont ist was los, vorn quert ein früher Radler.

Allerlei Segelboote, teils bunt, füllen den Horizont.

Das wird wohl so etwas wie „Absegeln“, eine letzte Regatta 2021 sein. Aktuell wurde berichtet, dass die „Kran-Saison“, das Herausnehmen der Boote aus den Yachthäfen und das Einlagern für den Winter, begonnen hat.

Noch sind seeseitige Strecken der Elbe bootsfrei.

Das temporeiche Treiben kommt zügig voran.

Schnell ist die Lühemündung passiert.

Kurze Zeit später geht es auf die Wendemarke zu.

Die ersten haben gewendet und sausen zurück.

Hoch oben am Himmel trompetet es laut, klitzeklein ist ein Kranichschwarm erkennbar.

Ich klettere vom Deich, erhalte meine Information über die Mauerseglerkästen. Zufrieden vollende ich meine sonntägliche Rundtour.

Deutscher Horizont 2021 – verstellt!
Mais, sterbende nicht standortangepasste Bäume.

Immer noch! – Deutscher Bodenhorizont, ungeschützt.

Vielen Dank, Frau Klöckner! Vielen Dank für GAR NICHTS!

Was bleibt? – Hoch wollen wir hinaus, hier mit Starenschwarm.

Horizont in Wetter und Klimawandel – standfest im Sturmgebruus.

Was bleibt, ist Hoffnung.

Mögen die verhandelnden Politik-Aktiven heute, in den nächsten Tagen und Wochen, glückliche Wendung herbeiführen! (Dabei dürften der nordische und der südliche Selbstdarsteller, grün wie schwarz, gern mal zurückstehen, vielleicht einfach mal Film, Funk und Fernsehen meiden, die Klappe halten.)

Vom Berliner Hauptbahnhof zum Leihwagen, mit dem – gefahren worden – zur Unterkunft, da kann man was sehen, ggf. fotografieren.

Vom Hauptbahnhof nach Süden raus, gen Spree – wir blicken über die Moltkebrücke / Willy-Brandt-Straße zum Reichstag.

Entlang der übel ausgebauten Spree, Blick aufs Kanzleramt, geht`s Richtung Mittagessen und Leihwagen.

Wann wohl der neue Hausherr (?) bekannt wird. Erstmal wird heute gewählt, dann gezählt – und dann …

Über mein von vielen sicherlich als einseitig empfundenes Mittagessen habe ich im vorigen Beitrag berichtet. Wir fahren …

Auf, Richtung „Himmelhoch“ – wieder vorbei am Reichstag.

Der Vortext zum Kanzleramt gilt hier gleichermaßen. Wie viele überhängige Abgeordnete werden wir Steuerzahler wohl diesmal durchfüttern müssen? Möge Politik endlich die Obergrenzen des Parlaments rechtssicher definiert einhalten!

Voraus: der Friedrichstadtpalast.

Synagoge vor Fernsehturm.

Rot und Gelb auf Schwarz – was will uns das sagen? Die Horrorversion heutigen Auszählens?

Der Dom kommt in Sicht, verstellt.

Da isser ja!

Turm in Turm – Stadt-Silhouetten.

Vorbei am Roten Rathaus (auch dessen künftige Insassen werden heute gewählt – verrückte Berliner, mosern über die 3er-Koalition – und werden sie doch wieder wählen ???).

Die beiden Türme von vorher – St. Marien und Fernsehturm.

Kulturbrauerei und Baustelle „Dit is` Balin!“ – möge das so weitergehen.

Wer diesen Blog bereits länger verfolgt, weiss, wir sind angekommen.

Sehr praktisch: Leihwagen abstellen, abmelden – und weg ist die Verantwortung. (Für die Rückfahrt ist wie üblich die Straßenbahn vorgesehen.)

Angekommen, ganz oben.

Später, am Abend, grüßt eine Ringeltaube über die Dächer.

Beim vorvorigen Besuch in Berlin, abgeholt per Car-Sharing, trafen wir uns am Südausgang des Hauptbahnhofs. Angesichts Straßenbahnnutzung im Normalfall, raus nach Norden, ist uns dies eher ungeläufig. Zwar war ich in der Vergangenheit gelegentlich nach Süden raus, aber, meist eilend wegen Einhalten von Terminen gen Südost, nicht von irgendetwas dauerhaft beeindruckt, was mich hätte forschen lassen.

Nun also anders, nach Süden raus, gen Südwest ein Stück an der ultraverbauten Spree entlang [was hätten all die Bauaktivitäten nach 1989 alles ändern können …] Richtung Parkplatz des fahrbaren Untersatzes.

Treffen am kahlen Washingtonplatz, unzeitgemäßer Würfelkotz 3XN Cube Berlin. Es ruft nach Veränderung im Klimawandel – „Schwammstadt“ ist angesichts Größen- und Architektenwahn weiterhin nicht erkennbar.

Ob die morgigen Wahlen Veränderung bringen, darf aufgrund der Vorhersagen noch so vieler möglicher Koalitionen bezweifelt werden. Jegliche Farbenkombination hatte in den vergangenen Jahr(zehnt)en jegliche Möglichkeit – vertan. – Und das, wo Fachwissen, z.B. das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung doch nah ist – auch Berlins Universitäten sind nicht die dümmsten. Aber weder Berliner Bürgermeister noch die „Klima-„Kanzlerin liessen sich je zu begründeten, ja, beschworenen Handlungen hinreissen.

Zurück zum jüngsten Berlinbesuch.

Auf besonderen Wunsch eines älteren Herrn, eher zum Verdruss der drei weiblichen Generationen, machten wir vor nachmittäglichen Aktivitäten Mittagspause in einem Restaurant, das mir im Vorbeigehen beim vorvorigen Mal aufgefallen war.

Schweinerei! Aber das musste einfach sein. – Schwarzbier, Haxe mit Kloß, in Schwarzbiersoße – fachgereicht vom Biologen zerlegt, die Masse „lecker Fleisch“ von köstlicher Schwarte bedeckt.

Statt dem obligatorischen Sauerkraut sollte es lieber Krautsalat sein – köstlich! – Der Krautsalat sollte nun nicht zur Klima-Kompensation des amputierten Schweinebeins herhalten. Dafür esse ich demnächst, wie seit Langem üblich, wieder weniger Fleisch, gern eine vegetarische Gemüsepfanne mit Sauce Hollandaise …

Wenn schon bayerisch in Berlin, dann auch richtig. Karl Valentin darf nicht fehlen.

Und wo es sowas Leckeres gibt? Na hier.

Die Gemüsepfanne interessiert auch? Bittesehr!

Die gibt es, wieder in SH-Gefilden, zum Beispiel hier.

Womit ich gedanklich wieder am Ende des Ochsenweges, an der Tide-Elbe westlich HH, gelandet wäre. Es geht doch nichts über einen ordentlichen Kuhhandel. (Das Kunstwerk heisst „Der Handschlag“ – darüber denken wir angesichts der Corona-Erkenntnisse in Zukunft wohl mehr nach.)

Nach dem sonnigen Vortag, Elbdeich und Marsch voller Zugvögel und Menschen, sah es gestern – wie angekündigt vom Wetterbericht – völlig anders aus. Ein Tief zog stürmisch durch. Hohes Wasser aussendeichs, fast 1,50 m über Tidehochwasser, die Sperrwerke von Pinnau und Krückau daher beim Abendhochwasser ca. 4 bzw. 5 Stunden geschlossen, um ein Eindringen des erhöhten Wasserstands ins Binnenland zu verhindern.

Ich radelte die Vogelstation Wedeler Marsch über Fährmannssand an, mal nach den Limikolen und mehr (s. gestriger Beitrag) sehen. Windstärke 5 aus West, stellenweise wollten Böen Rad und Radler aus der Spur bringen. Die Strecke Richtung Elbdeich wurde in kleinem Gang gemeistert.

Die Vogelstation bietet aus mehreren geschützten Unterständen Aussicht in alle Richtungen über eine ehemalige Kleientnahme. Flachgewässer mit wechselnden Tiefen und Inseln ermöglichen vielfältiges Leben das ganze Jahr über.

Überblick über einen Aspekt der ehemaligen Kleinentnahme, Inseln – Jagd-Szene in der Ferne.

Diese klitzekleinen Schwimmer werden später näher zu sehen sein.

Silberreiher in Aktion zwischen Wiesenufer und einer Insel.

Eine gute Position bei einer Treibjagd ist alles, stets anpassen.

Konzentration.

Jagdpartner Kormoran.

Mehr Jagdgenossen tauchen auf.

Erneute Platzwechsel der Silberreiher, Kormorane. Eine Möwe lauert auf Beute(klau). Besonderheit: der 4. Reiher von links hat einen schwarzen Schnabel.

Fachkundige an vielfältigen, auch von Besuchern nutzbaren Spezial-Optiken in der Vogelstation wiesen mich auf den Schwarzschnabel hin. Damit und mit roten Beinen, mit ein wenig gutem Willen auf dem Foto erahnbar, hebt er sich von allen anderen, gelber Schnabel, schwarze Beine, ab.

Bloß keinen Fisch durch die Lappen gehen lassen.

Die Jagdgruppe besteht aus 22 Silberreihern. Der unter der Möwe hat gerade einen Fisch erwischt. Wasser perlt.

Auf einer kleinen Insel an anderer Stelle ruhen sich – vermutlich bereits satte – Kormorane. Eine Sturmmöwe leistet Gesellschaft.

Graugänse und ein Stockentenpaar halten sich im Lee des Ufers bzw. einer Insel auf.

Auch ein Graureiher und etliche Blässhühner scheinen Windschatten zu bevorzugen.

Diese Höckerschwäne und Enten stört der Wind offenbar weniger. Auch hier halten sich die Graugänse im Lee der Insel auf.

Und da sind auch die klitzekleinen vom Beginn wieder, dichter dran – nun als Zwergtaucher erkennbar.

Das war ja ein spannender Wechsel im Vergleich zum sonnigen Vortag!

Beim Heimradeln, Rückenwind-getrieben, sturmgeschüttelt, fällt mir ein, dass ich vor lauter Jagdgeschehen ganz vergessen habe, nach den Limikolen zu fragen.

Das waren meine beiden Vogeltage. Die Besucher am Wochenende werden ihrerseits viel zu sehen bekommen – viel Spaß dabei!

P.S.: Die Formationsflieger, in der Tat Limikolen, sind Alpenstrandläufer.

Von Wedel kommend, Holmer Geest, kurz vor „Absturz“ in die Marsch.

Windbedingt radele ich wieder einmal gegen den Uhrzeigersinn – Wedel, Holm, Hetlingen, dann am Hauptdeich Elbe (Rückenwind auf freier Strecke) längs nach Wedel zurück.

Gerichteter Zug der Schafe auf dem Elbdeich, gen Südost – Foto lohnt.

Dasselbe Geschehen von der Deichkrone aus – am Horizont lassen sich riesige Vogelschwärme ahnen.

Hinterm Deich sitzen Hunderte Graugänse.

Grau- und Nonnengänse vor Weidevieh.

Da ist ein Kollege Fotograf zu dicht an den Zaun geraten. Die Graugänse sind aufgebracht.

Symbolisch für eine andere charakteristische Plage – ich erspare mir hier Erläuterungen der Gespräche mit solch Hundehaltern.

Der Leinenzwang hier ist begründet – auch z.B. in den Gräben aussen- wie binnendeichs lebt Diverses, wo ein Hund nichts verloren hat. Der Jagdtrieb soll hier eben nicht geweckt, gar forciert werden.

Silberreiher an der ehemaligen Kleientnahme querab NABU-Vogelstation, darüber Vogelgewimmel.

Es sind in die Tausende zählende Nonnengansschwärme in der Luft – hier eine kleine, einzeln fliegende Gruppe.

Formationsflug über der Kleientnahme – schwenkt auf Weiss.

Formationsflug in Weiss.

Zunächst hatte ich an Kiebitze gedacht. Als ich die – auch wohl hunderte – dann sah, war klar, dieser von Weiss auf „unsichtbar“, „Grau“ wechselnde Schwarm (Mehrzahl, mindestens 2 Schwärme) besteht aus kleineren Vögeln.

Das kann sich wohl um die wertvollen Kohlen (ohne h !) handeln, die Limikolen(?).

Da werde ich mich in den nächsten Tagen auf dem Gelände der NABU-Vogelstation schlau machen. Aus gutem Grund bieten die ein besonderes Programm. Für fachgerechte Information und starke optische Ausrüstung ist gesorgt.

Im Abradeln – noch `ne Flugformation, menschengesteuert. Hier, östlich Fährmannssand befinden sich die Piloten und ihre Drachen ausserhalb der Verbotszone. Gut gemacht!

 

So ein Wald ist ja immer etwas besonderes, wenn meist zwischen Geest und Marsch geradelt wird. Streckenweise entsteht dort, in Nähe zur Elbe – leider allzu berechtigt – der Eindruck, als ob Bäume etwas Schädliches seien, das beseitigt werden muss. Dabei wäre doch Auwald, auch Tide-Auwald ganz etwas natürliches.

Also immer mal wieder in den (anderen, vorhandenen) Wald …

Der Weg entsteht beim Radeln – oh Wunder, es gibt immer noch unbekannte Strecken, neue Eindrücke bieten sich. Der Umgang mit Wald ist wechselhaft in der Zeit und in der Fläche. Nur langsam verbreitet sich die Bereitschaft (verbreitet sie sich?), dass Waldzeit bis zum Vergehen darstell- und wahrnehmbar sein sollte. Nachzulesen ist das z.B. in Lübeck / Berlin, in Leipzig (2 willkürlich gewählte, gleichwohl sehr informative Links) und vielerorts anderswo.

Wirklich alte Bäume sind ultraselten, bei über Jahrzehnte denkenden Förstergenerationen sind allerdings alte immerhin anzutreffen. So ging es mir kürzlich, (für mich) „neue“, alte Bäume im Forst Klövensteen.

Eine dicke Altbuche unmittelbar am frisch ausgebauten Holzabfuhrweg (- ausgezeichnete Radelverhältnisse).

Beeindruckende Gesamtansicht desselben Baums.

Ich nähere mich einer Alteiche, dahinter eine Altbuche.

Die tanzen! Offenbar schon sehr lange, ausdauernd!

Wie schön, wenn – auch für Bäume – nicht immer „Abstand“ gilt.

Wir sind – möge es anhalten – auf einem guten Weg.