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So ein Wald ist ja immer etwas besonderes, wenn meist zwischen Geest und Marsch geradelt wird. Streckenweise entsteht dort, in Nähe zur Elbe – leider allzu berechtigt – der Eindruck, als ob Bäume etwas Schädliches seien, das beseitigt werden muss. Dabei wäre doch Auwald, auch Tide-Auwald ganz etwas natürliches.

Also immer mal wieder in den (anderen, vorhandenen) Wald …

Der Weg entsteht beim Radeln – oh Wunder, es gibt immer noch unbekannte Strecken, neue Eindrücke bieten sich. Der Umgang mit Wald ist wechselhaft in der Zeit und in der Fläche. Nur langsam verbreitet sich die Bereitschaft (verbreitet sie sich?), dass Waldzeit bis zum Vergehen darstell- und wahrnehmbar sein sollte. Nachzulesen ist das z.B. in Lübeck / Berlin, in Leipzig (2 willkürlich gewählte, gleichwohl sehr informative Links) und vielerorts anderswo.

Wirklich alte Bäume sind ultraselten, bei über Jahrzehnte denkenden Förstergenerationen sind allerdings alte immerhin anzutreffen. So ging es mir kürzlich, (für mich) „neue“, alte Bäume im Forst Klövensteen.

Eine dicke Altbuche unmittelbar am frisch ausgebauten Holzabfuhrweg (- ausgezeichnete Radelverhältnisse).

Beeindruckende Gesamtansicht desselben Baums.

Ich nähere mich einer Alteiche, dahinter eine Altbuche.

Die tanzen! Offenbar schon sehr lange, ausdauernd!

Wie schön, wenn – auch für Bäume – nicht immer „Abstand“ gilt.

Wir sind – möge es anhalten – auf einem guten Weg.

Hinterm Elbdeich höre ich schräg über mir Gekläffe „Jäpp, jäpp, jäpp!“, wiederholt, fortwährend.

Langsam kommt die Erinnerung, das Kläffen kenne ich – sooo lange ist das gar nicht her.

Und siehe da, querab von der NABU-Vogelstation sitzen sie, seitwärts von ein paar Graugänsen.

Schwarz-weiss auf Marschwiesengrün – ca. 50 Nonnengänse.

Etwas versetzt sitzen weitere zwei Gruppen, ebenfalls um die 50 Tiere.

Und, ein Bisschen unruhig, als wüssten sie nicht, ob sie landen, vielleicht sich dazugesellen sollen, einige wenige weitere Kleinschwärme am Himmel.

Zunächst nahm ich an, diese Gäste seien verfrüht. Ein Blick hier in den Blog zeigt allerdings, dass sie z.B. am 25. September 2019 seit ein paar Tagen angekommen waren – kein Grund zum Wundern also. Es sei denn, es bezöge sich auf das Wunder des Vogelzugs.

Das Wiederbeleben von Bächen und kleinen Flüssen profitiert von unterschiedlichen Aktivitäten. Das sind zum einen offizielle Maßnahmen Zuständiger, die bei Zugriff auf entsprechende Flächen und in Begleitung mit anderen günstigen Umständen den Anschluss des Gewässers an die Aue durch Wiederhochlegen der Sohle und Initiieren der Überschwemmungsdynamik im Umfeld realisieren. Zum anderen gehört das Wiederherstellen der Durchwanderbarkeit, bachauf wie bachab, bis hin zum Schleifen, mindestens Entschärfen großer, „harter“ Hindernisbauwerke dazu. Beides sind kostenträchtige Aufgaben, die – nicht zuletzt wegen begrenzter Finanzmittel – nur auf einem Bruchteil der Fliessstrecken umgesetzt werden können.

Es sollen aber – fachlich nötig und rechtlich gefordert – alle Gewässer wieder besser, in Richtung „gut“, werden. So bleibt für ca. 80 (- 90) % unserer Fliessgewässerstrecken nur, den durch Gewässerausbau gegebenen und durch Gewässerunterhaltung sowie Erosion über die Zeit entstandenen meist übertiefen, überbreiten, schlappen Profilen durch instream-Restaurieren mehr Leben einzuhauchen. Ideen sind keine Grenzen gesetzt, gute Beispiele gibt es zuhauf.

Solche Beispiele sind hier im Blog zahlreich vorgestellt worden. Durch Erläutern lokal angepasster Möglichkeiten können Interessierte nahezu überall gewonnen werden, bei Verbesserungen mitzumachen. Geeignetes Sohlmaterial wird finanziert und die Interessierten übernehmen unter fachkundiger Anleitung das Einarbeiten.

Es gibt dann als Folge von Aktivitäten oft neue Kontakte. „Kann ich an meiner Uferstrecke auch so schicken Erosionsschutz haben, wie bachauf hergestellt wurde?“ – Das lässt sich machen, gleichzeitig wird die Lebensraumvielfalt erhöht. – „Können wir aus der Nachbarschaft unserem Bach vor der Haustür helfen?“ – Gemeinsam ansehen, fachliche Möglichkeiten erörtern, Organisatorisches abklären – ja, meist klappt auch dies.

Solch Situation hatte sich einmal mehr an der ländlichen Mühlenau ergeben. So ging es  – nach unnötiger bürokratischer Behinderung, Anwenden von „Schreibtischtabellen“, Nichtbeachten örtlicher und zeitlicher Besonderheiten, Ausserachtlassen verwaltungsmäßig geforderten Abwägungsgebots – gestern also endlich los.

Die Ladung eines 3-Achser Lkw liegt vor Ort bereit, ca. 15 t Kies.

Die sollen nun, nach Schaufeln und Transport mit Schubkarren punktuell von der Böschungskante in die übertief ins Gelände eingeschnittene Mühlenau geschüttet werden – Erosionsschutz des Umfelds sowie Beleben der Gewässersohle, neues Zuhause für eine Vielzahl Organismen, sind die Ziele.

Wir prüfen die Einbringstellen, statten sie, so nötig, mit Schütthilfen aus.

Schliesslich sollen weder die Schubkarren noch die Aktiven unten im Bach landen.

Gut 20 Anlieger sind inzwischen mit Schubkarren, Schaufeln, Harken angekommen, eine angemessene Zahl helfender Hände. Auch Mitglieder des Wasserverbands, des pachtenden Anglervereins sowie aus lokaler Politik halfen tatkräftig mit.

Eine Probeschüttung vorweg …

Rechts vorn wird geschüttet, hinten wird neuer Kies besorgt.

Wieder eine Ladung unterwegs.

Wohl 10 Schubkarren werden – wer möchte, schiebt – parallel beladen, geschoben, geschüttet, wieder und wieder.

Wo nötig, sind an hoher Uferkante „Schubkarrenstopper“ montiert, ggf. liegt eine Bohle über zu feuchtem, unebenem Grund.

Und bevor eine Karre dann doch noch, voll beladen, abgeht, stehen helfende Hände bereit, das zu verhindern.

Auch, „it`s a long way“, an Feuchtstellen auf der Strecke liegt Befahrbares – für besseren Transport und nicht zuletzt zum Bodenschutz.

Bei solch beherztem Einsatz ist die Hälfte bald geschafft.

Es wird zur Pause gerufen.

Halbzeitpause.

Auf dem Pausentisch ist für Speis und Trank gesorgt, lecker! Herzlichen Dank, liebe Organisatoren!

Pausen-Stillleben.

Und weiter geht`s.

Wo erforderlich, wird aus dem geschütteten Depot eine kleine Ufersicherung gegenüber angelegt, ein Unterwasserströmungslenker (schräg GEGEN die Strömung, zum beidseitigen Uferschutz) geformt.

Fachliche und persönliche Nachfragen, die lokalen Medien wollen umfassend informieren.

Suchbild, zwei volle Schubkarren auf dem Weg …

So nach und nach kündigen die Schiebenden an, man werde sich hier, an diesem Schüttort, wohl nicht wiedersehen.

Und dann ist es soweit – wir haben fertig, landseitig.

Auch im wässrigen Element sind die erforderlichen Begleitarbeiten für heute erledigt.

Angesichts des durch Schlagregen erhöhten Abflusses wird bei Niedrigwasserabfluss demnächst kontrolliert, ggf. feinprofiliert, die Strömungslenkung neu ausgerichtet.

Schweres und leichtes Gerät ziehen ab. Alle haben sich das Mittagessen wohlverdient.

Wie bei anderen Einsätzen können auch hier, bei allgemeinem Gefallen des Erreichten, jederzeit neue Aktionen stattfinden.

Da radele ich herbstlich, nach Morgentau in Bratsonne …

Halt, abgesprungen vom Rad. War da nicht …

… ja, ein großer Grüner …

Wer da meint, solch Tier heisse nicht Heuhüpfer, sondern Heupferd, bitte sehr „… ein großes Grünes …“. – Das ist nun einfach mal Deutsch, hat mit der nicht von oben zu verordnenden Genderitis überhaupt nix zu tun.

So große Heuhüpfer erinnere ich zahlreich nur aus meiner fernen Kindheit. Danach …

Gefährdet wie er da sitzt, … Ich stupse ihn an – und er hüpft / fliegt halb ins …

… benachbarte Grün, noch taunass.

Frohen Muts radele ich weiter, den Spruch im Sinn „Jeden Tag eine gute Tat …“.

Dann sagt der Biologe und Insekten- / Kaltblüterkenner in mir: „Wenn das man nicht ein Schuss in den Ofen war! Der Heuhüpfer wollte sich auf sonnenbebratzter Fahrbahn ordentlich aufwärmen!“ – So wie die Geschichte von der alten Dame, die, auf die andere Straßenseite gebracht, aufgebracht sagt: „Ich wollte doch gar nicht rüber!“.

Egal. Es war nun so, wie per Foto dokumentiert.

Über die gute Tat von heute wird berichtet werden – morgen oder übermorgen, wässrig.

Jetzt zieht also mal wieder für zwei Tage ein Regentief durch.

Nicht lachen (oder weinen) – wir brauchen das Wasser! Die Bäche und kleinen Flüsse laufen schon längst wieder auf Niedrigwasser. Wald- und Forst-Experten, Quellenbeobachter wissen, „von unten“ kommt nix, da ist noch nichts wieder angekommen, was den überanspruchten Speicher auffüllen würde.

Die jüngst vergangene Trockenphase war von der Landwirtschaft sehnlichst erwartet, standen doch ein weiterer Grasschnitt plus Trocknen und Ernte sowie die Getreideernte an. Dem entsprechend waren Mann und Maus 24 Stunden am Tag, notfalls auch – bescheinwerfert – in der Nacht aktiv.

Und, wenn ich so hier im Umfeld gucke, das hat gut geklappt! (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.)

Wo man auch hinkam, gemähtes Grün …

Gleich nebendran in der Hetlinger Marsch wurde der Schnitt nach Wenden und Trocknen bereits zu Ballen gepresst.

In der Holmer Marsch, Ballen-Pressen, weit fortgeschritten.

Und nebendran die frühe sowie die in Folie verpackte Situation. (Dies sind die „Storchen-Wiesen“, von denen ich intensiven Nahrungserwerb durchziehender Gruppen berichtete.)

Die Störche, West- und Ostzieher, sind inzwischen meist anderswo zu verorten.

Auch das Getreide, hier Hetlinger-Holmer Marsch hinter dem Alten Elbdeich, ist gut reingekommen.

Anderswo, vor allem, wo das Korn zeitlich anders erntereif war und von den vergangenen regelhaften Regenklackern immer wieder zumindest angefeuchtet wurde, mag sich die Lage nicht so positiv dargestellt haben.

Derweil geht das Leben weiter.

Beispiel Wedeler Marsch – ein Graureiher putzt sein Gefieder, ein Turmfalke zerlegt seine Beute, wohl eine Maus.

In großer Entfernung lässt sich nach getaner Arbeit gut dösen, während dichter dran die Arbeit offenbar durch fotografierenden Gaffer (leicht) gestört ist.

Seit 2017 wird die Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum insbesondere durch Kieszugaben in ihrer Sohl- und Uferstruktur verbessert. Stichprobenartige Untersuchungen der Wirbellosen wie auch eine solche Untersuchung im Auftrag der schleswig-holsteinischen Fachverwaltung haben die positiven Wirkungen wie Uferschutz, Erhöhen der Strömungsvielfalt und Tiefendynamik sowie des besseren Lebensraums belegt.

Durch einen Auftrag der Edmund Siemers-Stiftung an ein Fachbüro wurde Ende August / Anfang September auch die Fischfauna per Elektrofischerei untersucht. Die an den bisherigen Arbeiten beteiligten Verbände, Behördendienststellen und andere werden nach Abschluss der Auswertungen den zugehörigen Bericht erhalten.

Hier wird ein erster Überblick der gefundenen Fischarten gegeben.

Fischerin und Fischer machen sich bereit, zertifiziert mit Elektrofischereischein und ausgestattet mit den erforderlichen Genehmigungen.

Kaum gestartet – Überraschung! – ist die E-Fischerin begeistert. Platt!

Plattfisch Flunder, als Jungtier in den Aufwuchsraum Mühlenau aus der Tide-Elbe eingewandert.

Die wird nicht die einzige im Fang dieses Tages bleiben.

Die Weissfischfamilie, Karpfenartige, beginne ich hier im Blog mit dem Rapfen, ebenfalls Jungfische, deren erwachsene Vertreter zumeist in der Elbe leben.

Ein Jung-Zander überrascht uns.

Ein Kaulbarsch, mit der Flunder Vertreter der Kaulbarsch-Flunder-Region – nicht hier in der Mühlenau, aber nahe der Brackwasserzone des Elbe-Stroms.

Die beiden zu diesem Zeitpunkt bereits kurzzeitig gefangenen und wieder freigelassenen Arten Rotauge („Weissfisch, Karpfenartige“ wie der Rapfen) und Flussbarsch habe ich wegen ihrer Allgegenwart nicht fotografiert, ebenso die 3- und 9-stachligen Stichlinge.

Unerwartet haben wir für die Barschartigen bereits alle heimischen Arten aufschreiben können.

Und noch ein Aufsteiger aus der Elbe – von weit her, aus der Sargassosee – geht ins Netz: Jung-Aale.

Dieser Fund ist angesichts des dramatischen Rückgangs des Aals über die vergangenen Jahrzehnte sehr erfreulich. Allerdings ist bekannt, dass die derzeit an europäischen Küsten ankommende Menge solcher Aaljungtiere im einstelligen Prozentbereich früher üblicher Zahlen liegt.

Stillleben mit E-Fischgeräten – wir haben die erste Strecke verlassen, starten an der zweiten.

E-Fischen in Neophyten-gesäumtem Umfeld.

Das Verschwinden und Wiederauftauchen von Teilen der Wathosen (das Schrumpfen und Wachsen der Aktiven im Bach) zeigt die durch das Restaurieren entstandene Tiefenvielfalt in Breite und Längserstreckung der Mühlenau.

In dieser Strecke kommt der Hecht als Fischart dazu.

Gelegentlich wird gefachsimpelt.

Die nächste Strecke – nicht leicht, die Vielzahl der Weissfischarten auseinanderzuhalten – bringt den strömungsliebenden, also bachtypischen Hasel zum Vorschein.

Und noch eine „neue“ Art – die Quappe / „Aalquappe“ (oben, man muss schon sehr genau hinschauen) neben 3 Flundern.

Weiter geht es – in den vorigen Strecken waren noch Schleie, Güster und Brassen, alle aus der Karpfenfamilie, in die Fangtabelle aufgenommen worden.

Nun tauchen Forellen auf – rote Punkte mit weissem Kreis: Bachforelle.

Bereits nicht mehr im silbernen Aufsteigerkleid, also bereits einige Zeit in der Mühlenau: Meerforelle, die zum Laichen in Bäche aufsteigt, dort als Jungfisch 1-2 Jahre heranwächst und als Erwachsene im Meer lebt (bis zur nächsten Laichzeit).

Wir wundern uns nicht, dass wir auch Querder fangen, die Jugendform der Neunaugen, hier des Flussneunauges.

Schliesslich haben Flussneunaugen zahlreich auf den neuen Kiesen der Mühlenau gelaicht (vgl. entsprechende Beiträge hier im Blog).

Ein erwachsener Gründling – stellvertretend für etliche mehr, auch Jungtiere.

Jungfisch Forelle.

Forelle, ein Jahr älter, im zweiten Sommer.

Fischen, hindurch durch standorttypischen, die Forellenregion kühl haltenden Baumbestand.

Suchbild – im tief durch menschliche Aktivitäten eingeschnittenen Bach, umgeben von Staudenmeer, sieht der Mensch klein aus – „im Keller“.

Und noch eine Forelle.

Zwischendurch gibt es in den Fangergebnissen „einen Hänger“. Ein Nebenbach bringt offenbar, chronisch oder akut, abzustellende Belastungen in die Mühlenau. Da gibt es angesichts der grenzüberschreitenden Situation Arbeit für Fachleute und Behörden Hamburgs und Schleswig-Holsteins.

Auch wir „hängen“ – Abriss des Kathodenkabels. Gut ausgerüstet, ein Bisschen Warten, das Abrisskabel wird ins Auto gebracht, das Ersatzkabel montiert.

Danach klappte es wieder, auch der Bach spielte mit. Die Forellenregion, quellgespeister, sommerkühler Bach, zeigte sich von ihrer besten Seite.

Wie in diesem letzten Foto zu sehen, war ich da so aufgeregt (oder waren die Fische so zappelig, war es vielleicht unter den Bäumen ohne Blitz zu dunkel ?), dass nur noch unscharfe Fotos bzw. Fische entstanden.

Vom Gesamtergebnis waren wir beeindruckt. Dass – bis auf wenige Arten – nur Jungfische auftauchten, mag unter anderem eine Folge der vergangenen Trockenjahre sein, Zeugen des rapide stattfindenden Klimawandels, aber auch der Übernutzung unserer oberen Grundwasserhorizonte. Für 2022 nehmen wir uns vor, solche Ergebnisuntersuchungen entlang restaurierter Strecken anderswo fortzusetzen.

Wir waren also in Friedrichstadt angekommen, das Auto war versorgt, an die Ladesäule auf dem Marktplatz angeschlossen. Wir hatten unsere Unterkunft gesehen und schlenderten ein wenig in der Altstadt herum, so auch in der Prinzenstraße.

Nachdem wir neben anderen Geschäften an der einen und anderen Verköstigungsstätte vorbei gekommen waren, meinten wir, am frühen Mittag durchaus ein Essen verdient zu haben. Uuuups, Corona-Zeiten, nicht angemeldet …

Also mal wo rein und fragen. Siehe da, ein Tisch war noch frei, wir durften rein. – Hingesetzt und umgeguckt.

Essen, in dieser, unserer Zeit – alles hatte seine Ordnung und Richtigkeit. Das Haus führt den Namen der Straße im eigenen Namen.

Wenn das man nicht nobel ist …

Ja, gut dass wir drin sind.

Was leuchtet da auf güldener Tischplatte?

Was schon – der Leuchter.

Die Getränkekarte …

… wie auch die Speisekarte, hier: Backfisch und Steak mit Zutaten, lässt nichts zu wünschen übrig.

Lange! – Jahrzehnte? – habe ich keinen Backfisch gegessen. Das musste nun sein! Und dann so einen ausgezeichneten! Auch das Steak schmeckte hervorragend.

Hoch zufrieden verliessen wir diese besondere Stätte – keine Angst, die Preise sind zivil. Kuchen, zur Mittagszeit gewünscht, wird draussen serviert. (Die sahen durchweg prima aus. Wir brauchten aus verständlichen Gründen keinen.)

Noch früh am Mittag, also etwas die Beine vertreten.

Gleich ums Eck steht die Remonstrantenkirche, repräsentiert eine der vielen Religionen der Vergangenheit und Gegenwart. Mal sehen, ob die offen ist.

Nein, nicht Demonstrantenkirche!

Da kommt wer raus, schliesst die Tür – wir öffnen, gehen rein, machen hinter uns wieder zu.

Für die Nachwelt bieten wir hier einen Leuchter …

… und die sehenswerte Orgel.

Draussen …

Prinzenstraße …

Dass der Stadtgründer in der Herzog-Friedrich-Straße verewigt ist, fanden wir selbstverständlich. Eine Prinzeßstraße fanden wir auch in der Nachbarschaft.

Prinzen- und Prinzeß-, das beschäftigte uns, so dass wir beim Museumsbesuch nachfragten, wer das denn (gewesen) sei. Wir lernten, das es sich wohl um eine reine Namengebung handelt, Prinz und Prinzessin habe es nie in Friedrichstadt gegeben. – Man lernt nie aus.

Nachdem wir den Regenteil des Tages mit Kurzbesuch in Tönning und Husum überbrückt hatten (voriger Beitrag hier im Blog), lockte uns Sonne an blauem Himmel Richtung Wildes Moor. Per Rad wäre das angesichts der begrenzten Urlaubstage in Friedrichstadt nicht mehr möglich gewesen.

Die Anfahrt von Husum aus ging im letzten Teil durch spannendes Gelände. Kurz vor dem Ziel konnte ein einsamer Wanderer noch die Bestätigung geben, dass wir auf gutem Wege seien.

Das also soll der Startpunkt sein?

Der übliche Mais bestimmt den Horizont. Immerhin, weisse Wölkchen, blauer Himmel, Sonnenschein – Wind und frische Sommersituation 2021 – was wollen wir mehr?

Wir gehen drauflos. Nach Mais Sonnenblumenstreifen, ein extrem tief liegendes Entwässerungs-Etwas – dahinter Weidengebüsch.

Wie heisst es „It`s a long way“. Immerhin tauchen inzwischen mehr Feuchtigkeitszeiger auf (obwohl es anscheinend „bergauf“ geht).

Dost mit Admiral. Der vergangene Regen, der Wind und die die Sommer2021Kühle halten andere Insekten offenbar noch vom Fliegen ab.

Etwas Besonderes zweigt vom Weg ab. Wir entscheiden, uns auf den Holzweg zu begeben.

Vorbei an Handtorfstich-Beispiel geht der weite Blick, übers (abgebaute) Moor Richtung Schwabstedter Höhen.

Ja, das ist ein Erlebnis! Dieser Weg lohnt sich.

Moor und Heide, Moorlilien, anschauliche Erläuterungen.

Und! Es wächst! Lebendiges Torfmoos!

Auf dem Holz wird es heiss – die Eidechse wärmt(e) sich. Unsere Begegnung meidet sie, flitzt durch Karnickeldraht und Holzritzen ins Unsichtbare.

Hunderte Hektar Moorlandschaft …

Das turmartige Gebäude, vielerlei Informationsmöglichkeiten mehr heben wir uns für einen späteren Besuch auf.

Rückweg, die Schwabstedter Höhen scheinen zu wachsen.

Was ist das für ein Kerl da hinten am Horizont?!

Wir wundern uns, bei hellem Sonnenschein … Es fällt uns ein „O schaurig ist`s übers Moor zu gehen„.

Beim Näherkommen schmunzeln wir – „der Kerl“ war die Silhoutte diverser Schilder und Hinweise übereinander …

Wie gut, dass es nicht dunkel und neblig ist!

Auf der Fahrt nach Friedrichstadt passieren wir den Lehmsieker Wald. Auch den haben wir im geistigen Notizbuch für ein ander Mal gespeichert.

Zurück in Friedrichstadt können wir das feuerrote Spielmobil günstig für die Rückfahrt am Tag darauf parken – Blick aus dem Hotelfenster.

Friedrichstadt? – da kommen wir gelegentlich wieder drauf zurück.

Ein kleines Bisschen „von diesmal“ folgt allerdings noch im nächsten Beitrag.

Am angesagten Regentag blieben die Leihräder erstmal stehen. Wir fuhren auf Hafen-Tour nach Tönning und Husum.

Tönning, geparkt am Markplatz.

Blick über die Marktseite.

Einst hatte Tönning ein Schloss – hier das Modell auf einem Parkteich.

Dieses klare Wasser der Fontäne – im Vergleich mit dem Algen-fetten Teichwasser …

Da wird offenbar Trinkwasser in die Luft geschleudert. Wir erinnern uns an unmittelbar fontänisiertes Wasser aus hochnährstoffreichem Teich anderswo – das Grün erschien im versprühten Strahl Pi-Gelb, oha.

Hafen Tönning, Niesel.

Ein Einhorn! – Etliche Besucher nutzten die Tour, ebenfalls den Hafen Tönning anzusehen.

Dicke Seehunde in solcher Form haben wir zuletzt in Büsum gesehen.

Alte Werft, Tönning.

Wir fahren weiter, nach Husum. Und sehen da …

… gleich noch ein Einhorn, das der so benamten Apotheke.

Am Hafen Husum, mit Stockenten und Lachmöwen, …

… kann man bei Ebbe die zufliessende Husumer Mühlenau erkennen.

Mit der Mühlenau scheint Interessantes zu kommen – oder die Möwen wurden gerade von der Kaimauer dort gefüttert.

Auch in Husum findet Werftbetrieb statt.

Wir konzentrieren uns jetzt auf die Restaurantseite des Hafens.

Dort scheint es auch für Silbermöwen interessant zu sein, für Jung …

… und Alt.

Wir haben eine Bleibe gefunden.

Ein Krabbengericht – und für mich Pannfisch. So gut, und überhaupt, habe ich den lange nicht gegessen.

Danach geht`s durch die Altstadt Richtung Schloss, vorbei am Symbol des früher hier bedeutenden Viehmarkts.

Vor Schloss und -garten – das Torhaus.

Das Schloss – gut für Kultur. Möge die Zeit die Veranstaltungen wieder wie früher stattfinden lassen.

Die Situation erscheint dunkler als sie ist – Storm-Denkmal, palisadenartig baumgesäumt.

Schaukel-Buche …

Den Schlosspark haben wir als klein, aber sehr fein empfunden – Spaziergang empfohlen!

Es klart auf. Kalt sieht es aus, hoch oben.

Auf dem Weg ins Parkhaus – ein Rest „des alten Wetters“ zieht ab.

Noch ´n Vogel – an der Schwan-Apotheke.

„Bin ´laden.“

Dieses Wetter! (Das „Himmel-Grafitto“, lange gegrübelt, ist die Spiegelung unsers Ladekabels via USB.)

Wir nutzen die Situation und fahren nach Schwabstedt, Richtung Wildes Moor.

Zu Lebzeiten in meiner Geburtsgegend, Waldecker Land, hatten Rinder nur zwei Farbbezeichnungen – bei 3 Farben.

Rotbunte – das waren „unsere“.

Sobald wir die Grenze z.B. nach NRW überschritten und durch das Emsland Richtung Emden, Borkum-Urlaub, fuhren, sahen wir auf den Weiden …

Schwarzbunte.

Fast konnte man sich vorstellen, dies wäre ein Ausdruck der Religionszugehörigkeit, halt katholisch anderswo, protestantisch bei uns. ! ? !

In den Folgejahrzehnten verschwanden die Kühe von den Weiden, Intensivaufstallung wurde die Regel, die daraus bis heute resultierende Gülleflut mit all ihren Folgen für Boden und Gewässer (Grundwasser, Flüsse und Stillgewässer, das Meer / die Meere) ist hinlänglich bekannt.

In unseren letzten Niedersachsen-Jahren tauchten wieder einige Tiere auf Weiden auf. Um so begeisterter sehen wir seit 2016 „unser neues“ Bundesland Schleswig-Holstein mit seinen vielen Fleischrindern.

So auch auf der Rad-Tour Friedrichstadt – Bergenhusen und zurück, von der alle Fotos dieses Beitrags stammen. Die Farbenfülle der Fleischrindherden ist beeindruckend. Festgemacht an meinem vorstehenden Religions-Kalauer könnte man ein Abbild der bei der Gründung Friedrichstadts gegebenen Religionsfreiheit darin sehen. (Obwohl, wenn ich`s richtig erinnere, von den maximal 14 Glaubensrichtungen heute nur noch 5 in Friedrichstadt geblieben sind.)

Wir sehen …

… gemischte Herde, Schwarz- und Rotbunt.

Rotgescheckte.

Helle und hellbraune.

Heller Bulle, etwas abseits der Herde.

Ein Teil der zugehörigen hellen, fast weissen Herde.

Ganz weisse, wie z.B. die zunehmend beliebter werdenden Charolais, sahen wir hier nicht. Wer im Netz sucht, findet viele informative Seiten, hier ein kleines Beispiel.

Die künftige Zahl und Art der Haltung unserer Kühe wird maßgeblichen Anteil an Deutschlands Erreichen – oder Verfehlen – der Klimaziele (und, vorweg der fachlich und rechtlich lange fixierten Boden- und Gewässerschutzziele) haben.

Zum Schluss unserer Tour kam noch eine Überraschung – auf der Hinfahrt übersehen?

Das sind doch …

Wen meint der?

Ach, uns! – Ja, wir sind Auerochsen.

Dazu habe ich örtlich bei Suche im Netz nichts gefunden. Jedenfalls scheint dies eine schon von der Größe auf gutem Weg befindliche Rückkreuzung zu sein.

Der Auerochse war ein beeindruckendes Tier, dessen ursprüngliche Größe in vielen Projekten versucht wird, annähernd wieder zu erreichen. Was einst mit eher kleinen „Heckrindern“ begann, geht weiter.

So drücken wir die Daumen, dass – nicht zuletzt zum Wohl der eigenen Gesundheit – „ein Ruck durchs Land gehen“ wird. Leider war das – wer auch immer appellierte – bisher nicht der Fall. Wir lernen: Appelle, Selbstverpflichtungen, wie auch immer man herumschwurbelt, das bringt`s nicht.

Nur nicht nachlassen! Handeln ist angesagt.