Auf Nachfragewunsch aus Hamburg, die Enkelin möchte etwas mit den Großeltern unternehmen, studiere ich die Museumslandschaft im Kreis Pinneberg. Nachdem wir das Stadtmuseum Wedel immer Mal „nebenher“ besuchen, soll es nun woanders hingehen.
Ein zeitlich passendes Angebot findet sich beim Industriemuseum Elmshorn. , dienstags 14-17 Uhr.

Mittagessen vorweg – ich wähle diese Zusammenstellung eines Extras und zweier Beilagen.
Im Glas House Elmshorn frage ich mir das Extra 250 g Spare Ribs sowie die Beilagen Ofenkartoffel mit Sour Cream und Broccoli mit Sauce Hollandaise zusammen. Da umgehe ich die Riesenportion Fleisch – und sage: Ausgezeichnet, gut gewählt. – Die Damen finden ebenfalls geeignet Köstliches, ohne lange Fisimatenten.

Als wir das Lokal verlassen, ahnen wir das für den Abend angekündigte Tief.

Parkplatz am Bahnhof Elmshorn gefunden – über uns streiten Saatkrähen beim Errichten ihrer Kolonie.

Gleich schräg gegenüber befindet sich das Industriemuseum.

Und schon geht`s los! Wir lassen uns in der Arbeitswelt erfassen – und stempeln beim Gehen auch wieder aus.

Die Lederindustrie war einst ein bedeutender Industriezweig, der …

… in Mangelzeiten durchaus auszuweichen wusste – Produkte aus Fischleder.
Was in Film, Funk und Fernsehen als arktische Besonderheit vor Jahren „neu entdeckt“ wurde, war hier zwanghafte Beschäftigung angesichts wirtschaftlicher Veränderungen. Wir lesen, „Seelachs und Hai“ waren die hauptsächlich verarbeiteten Häute.

Fast mag man das aushängende, berührbare Exponat nicht anfassen. – Fischleder ist eine unglaublich glatte, angenehme Erfindung!
Wir klettern ins 1. Obergeschoss.

Für eine Stadt mit Segler im Stadtwappen ist selbstverständlich mal der Schiffszimmermann ein wichtiger Beruf gewesen.

Modellschiff.

Die Lebensmittelindustrie war ein weiteres, wichtiges Standbein des Wohlstands ringsum.

Unverzichtbare Gerätschaften waren Waagen – ja, diese Ausführung erkennen wir Alten wieder, wiegen die Enkelin (auch auf einer moderneren Waage, die gleich Größe und Gewicht insgesamt bewertet).

Für „Mobil ohne Motor“ steht Fahrradentwicklung beispielhaft, …

… mit dieser Spezialentwicklung: Eisenfedern statt fehlender Gummibereifung (!).

Im 2. Obergeschoss steht der Kolonialwarenladen beispielhaft in den Sammlungen für Wohnen, Leben und Versorgung.

Der Blick nach draussen zeigt Stadtvögel – 2 verwilderte Stadttauben sowie die bekannten, eifrig nestbauen- und verteidigenden Saatkrähen.

Das 3. Obergeschoss bietet mit Schule, Kindheit zur Nazizeit sowie Alltag in Trümmern ein weiteres Spektrum – mit eigenem Testen …

… z.B. altdeutsch Schreiben (verewigen des Namens an der Pinwand) sowie Zeichnen. – Wo die Bank zu eng, weil das Kind zu hochgeschossen, wird halt gekniet statt gesessen.

Als Zugabe füge ich noch die Werbung für den Sicherheitsgurt hinzu.
Das ist selbstverständlich nur ein winziger Ausschnitt des sehr attraktiven Angebots. Zu erwähnen ist weiterhin die gerade laufende Sonderausstellung zu Elmshorner Geschäften sowie die speziellen Aussagen zu Schifffahrt und Stadtentwicklung.

Abfahrt. – Kleiner Stopp am Hafen, Tideniedrigwasser – ja, die Krückau ist halt nur das, was da bei Tideniedrigwasser fliesst!
Wie groß auch immer das Ganze bei eingestautem Tidehochwasser kurzfristig aussieht.

Schon liegt die Klostersande wieder hoch auf Schlick.
Voriges Jahr war es gelungen, 50.000 € für das einmalige Freispülen des Schiffs als Spenden einzunehmen. Man darf gespannt sein, ob dieser Schweinkram für den Lebensraum Krückau weiter gelingt.

Erinnerung an die Museumsausstellung – die Altvorderen wussten schon, womit sie zu tun hatten.
Und mit florierender Industrie – und noch nicht durch fortwährende Elbvertiefungen zunehmend verschlickten Nebenflüssen und -häfen – konnte die Angelegenheit auch bewältigt werden.
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