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Archive for the ‘Hölzchen und Stöckchen, Totholz’ Category

Über die Herkunft unsere Baumscheibe, Schwarz-Erle, auf dem Balkon habe ich vor gut einem Jahr berichtet, Beitrag vom 15. Juni 2021 – und dass da ganz neue Besiedlung stattfand.

Wie sieht das denn jetzt aus?!

Oha, es rieselt …

Irgendwer ist da schwer aktiv.

Sägespäne, fast wie eine künstlerische Plastik.

Das sind wohl wieder die recht kleinen Holzbienen vom Vorjahr. So richtig haben wir sie dieses Jahr noch nicht zu Gesicht bekommen.

Jüngst stürmt es in Wedel, Stadt mit frischem Wind – das „Kunstwerk“ ist verblasen, abgerutscht.

Wir fragen uns, wie`s im Innern aussieht, wie lange die äussere Form als Hülle so erhalten bleibt …

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In den Berichten vom 16. Oktober und 27. November 2021 hatte ich von Strukturverbesserungsideen an zwei Teilstrecken der Osterau berichtet. Im Wildpark Eekholt waren danach am Osterauwanderweg Kiespartien ergänzt worden, denen in den Vorjahren während Wassercamps der Unterelbeschulen Feinstruktur gegeben wurde. Östlich Bad Bramstedt waren nach o.g. Berichten bereits große Laichbetten neu angelegt worden, die sofort von Meerforellen belaicht wurden.

Angesichts der abfliessenden Hochwässer der Sturmtiefs Januar, Februar 2022 wollten wir einen Blick auf die Ergänzungsschüttungen im Wildpark Eekholt werfen. Eventuell wäre ein wenig Handarbeit erforderlich. Das Wassercamp der Unterelbeschulen, das hoffentlich im Herbst 2022 wieder stattfinden kann, liegt noch etwas entfernt.

Kurzstopp während der Anfahrt – sooo gut war das Wetter nun nicht angesagt.

Uns soll es recht sein!

Angekommen – schwaches Eis auf einer Feuchtwiesenkuhle zeigt, dass wie in Wedel nur geringer Nachtfrost herrschte.

Östlicher Startpunkt des Osterauwanderwegs im Wildpark – wir erkennen Zweierlei: Ein neuer Schüttort muss in der Aussenkurve noch angelegt werden.

Zum Zweiten: Der helle Kiespunkt, links im vorigen Foto, muss aktuell seine Unterwasserlenknase erhalten, um eine bachab stehende Alt-Erle besser vor Umlauf und Umstürzen zu schützen.

Blick bachauf – so kann das bis zum Wassercamp wohl bleiben (die „Leerstelle“ oben soll aber ergänzend Kies erhalten).

Hoher Wasserstand, kannten wir in den vergangenen Jahren nicht. Das dauert noch eine Weile, bis mittlere Verhältnisse erreicht sind.

Die Treibselsammler zeigen hinsichtlich Sammeln, Turbulenzerzeugen und Strukturbilden (wie die Kiese der vergangenen Jahre) gute Funktion.

Wie so oft: Die „Rosen“ des abgeworfenen Hirschgeweihs lassen uns vor der Abfahrt nicht ohne Foto (für Zuhause) vorbeigehen.

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Wie bekannt, arbeitet instream-Restaurieren, über das ich hier im Blog berichte (Ausnahmen bestätigen die Regel), im aktuell vorhandenen Gewässerlauf. Ufer- und Sohlstruktur werden verbessert, Mittel- und Niedrigwasserabfluss erhalten ein lebendiges Profil zurück.

Andere, größere Projekte, in denen über das Umfeld entschieden werden kann, versuchen gern, die Aue mit einzubeziehen. Das ist optimal, falls die Gewässersohle wieder so hoch gelegt werden kann (und wird!), dass ein naturnäheres Regime entsteht, z.B. die Aue im Mittel einmal jährlich überschwemmt wird. – In Nutzland, das sich in anderem Eigentum befindet, verbietet sich das (auch hier bestätigen – ausgesprochen selten – Ausnahmen die Regel). Windungen, Mäander werden angelegt, im günstigsten Fall nach noch wahrnehmbaren Spuren in der Natur. Ich erspare mir Einzelheiten.

Wo noch wassergefüllte, früher durchflossene Mäander vorhanden sind, hufeisenförmige Stillgewässer, „Altarme“, die z.B. von höher gelegenen Flächen über Sickerquellen gespeist werden, liegt deren Wasserspiegel in der Regel höher. – Mir sind bei mittlerem Abfluss 1-1,5 m höher als der Bach  liegende Beispiele bekannt. Wenn die Tiefe des Bacheinschnitts durch Umfeldnutzungen definiert ist, verbietet sich ein „Wiederanbinden“ des Altarms: Das Wasser würde auslaufen, die Aue entwässert. Hierdurch provozierte chemische, meist mikrobiologische Umsetzungen würden massiv Nährstoffe und Säurebildner freisetzen – ein Teufelskreis wurde angestoßen! Wie so oft gibt es auch hier leider allzu viele Beispiele unter der Nachbetrachtung „Gut gemeint – schlecht gemacht“.

Langer Vorlauf Richtung Thema …

Nun gibt es – selten – ganz besondere Fälle. Über so einen stolperte ich im oberen Alster-Einzugsgebiet, nach mehrfachen Hinweisen vorher, im 2. Halbjahr 2021.

Der Grundeigentümer, Landesforsten, fragte, ob an einem Nebenbach der Rönne Wasser zurückgehalten, Wald feuchter gestaltet werden könnte. Es bestand ein Traum-Wunsch, noch vorhandene, meist trocken liegende Mäander wieder vom Bach entlang eines aktuell über 300 m Länge tief eingeschnittenen Kanalabschnitts im Wald mit Wasser zu beschicken.

Mit dem Wasserverband, Wasserbehörde informiert, sahen wir die Strecke an. Wir vereinbarten ein Experiment in zwei Teilen.

  • Bachab einer Überfahrt würde unmittelbar neben einem sichtbar vorhandenem, hoch und trocken liegenden Mäander die Sohle des überbreiten Kanalbetts mit Kies so angehoben, dass mindestens bei höheren Abflüssen Wasser in den Mäander fliessen könnte. Das Ganze als „Gabe“ gedacht, die ggf. vom Bach abgeräumt werden könnte – dynamischer Kies, wie es ihn früher in Kiesbächen gab.
  • So verabredeten wir auch unsere, hier bisher nicht erwähnte Kennenlernfragestellung, ob wir zur Wasserdruck- und Sandentlastung der Rönne im Übergang des Waldes zum Nutzland Kies schütten dürften. Ja!

Für beide Stellen wurde je ein Sattelzug, ca. 25 t Kies vereinbart. Im weiteren Verlauf sollten Bach- und Kiesverhalten, Mäanderbeschickung und Besiedlung der neuen Kiese geprüft werden – bei Gefallen Fortsetzung nicht ausgeschlossen, vielleicht sehr erwünscht. Die Arbeiten wurden im August 2021 vom Wasserverband bzw. dessen Unternehmer in fachlicher Begleitung durchgeführt.

Jüngst war es also soweit: Gucken, was sich nach wiederholten 2020er Januar- und Februarhochwasserdurchgängen zeigt.

Allerhand Sturz und Bruch im Wald, hier: „Buche, längs“.

„Die Forst“ hat überall zu tun, das dauert seine Zeit – am Horizont Reihensturz Nadelbäume quer auf einem Hauptweg.

Bachauf der Überfahrt verlaufen die Bach-Mäander ungestört, weite Schwingung erahnbar.

Bachab – der ca. 300 m lange vor Zeiten kanalisierte Bachabschnitt.

Zu erkennen sind die durch Wasserkraft veränderten beiden Kieszugaben, unmittelbar an der Brücke sowie querab eines ehemaligen Mäanders.

In vorigem und diesem Foto ist anhand weggespülter Laubauflage gut zu erkennen, dass Wasseranheben, Durchfluss durch höhere Ebene und Wasserrückhalt wie beabsichtigt gefördert wurden.

Blick aufwärts auf die Überfahrt.

Wasserstandsmarken.

Schmaler Durchbruch, erwünschte Eigendynamik – Erkenntnisgewinn für alle Beteiligten.

Kleiner Quellaustritt aus einer Hanglage an Baumwurzel, erkennbar an Eisenauffälligkeit.

Vorübergehendes Ausufern im weiteren Verlauf durch Querschnittsveränderung.

Hier in der Strecke erledigt sowas die Natur.

Sturzholz ist das Stichwort. (Nein, hier ist der Biber noch nicht.)

Ein kleiner Zufluss durch ein V-Tälchen hält Holz und Laub, wäscht Kies aus Moränengrund frei.

Die hiesige lehmige Moräne enthält erhebliche Mengen eiszeitlichen, skandinavischen Steintransports.

Der zweite Sattel Kies, schmaler Durchfluss – auch nach den Hochwässern (mehrfach und über längere Zeit bordvoll). – Dies ist ein kleiner Bach, und das zeigt er uns.

Nasser Altmäanderbogen vor steilem Prallhang. – Große Freude! Auch die im vorigen Foto gezeigte Kiesgabe im Übergang zur Agrarlandschaft wirkt durch Sohlanhöhen und Einengen der Überbreite.

Das kann weiter unterstützt werden.

Bachab der Kiesgabe schliesst der Mäander an den ausgebauten Abschnitt an.

Da ist das Wasser also wieder über seinen ehemaligen Verlauf angekommen. – Wohlweislich hatten wir diesen beabsichtigten „Prallhang“ mit Kiesgabe an der Wiesenseite geschützt.

So viel zur „Optik“ des Experiments nach erstem Naturwirken. So schick hatten wir das (fast) nicht erwartet.

Zur Verabredung hatte ich Sieb am Besenstiel und weisse Schalen mitgebracht.

Wir wollten nicht nur hydraulische Wirkung, sondern auch erfolgte Besiedlung ansehen. Angesichts zweier möglicher Forellenlaichbetten geschah die Untersuchung noch umsichtiger als ansonsten ohnehin. – Darüber mehr demnächst.

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Die Bode, im östlichen Harzvorland, also. Interessiert gucken wir hier von der L 101-Brücke, aufwärts Oschersleben.

Von der Brücke der Großalslebener Straße aus, vgl. Beitrag vom 20. Februar 2022, konnten bereits Beispiele guter Turbulenz – entsprechende Lebensraumqualität zu erwarten – besichtigt werden.

Im vorigen Foto das rechte Flussufer (die Zuordnung ergibt sich beim flussab-gucken), hier das linke.

Solche Stellen bieten sich an für Zugaben fehlenden Strukturmaterials, z.B. Laichkies – per Hydraulik-, ggf. Teleskop-Bagger, direkt vom Lkw. Hier ein Beispiel ohne Brücke, hier ein anderes, mit. Der Kies wird dann vom Gewässer selbst (das weiss es besser als wir!) schnell abwärts an passende Stellen transportiert. Flora und Fauna danken es reich.

Flussauf der im ersten Foto gezeigten L 101 ist im oberen Bereich des Fotos im Vergleich zum ansonsten eintönigen Bild verbesserte Struktur zu erkennen.

Rangezoomt – Totholz hat diese Struktur geschaffen. – Meist fehlt aus Angst vor unkontrollierbaren „Verklausungen“ die Akzeptanz für Totholz. Es wird entnommen.

Dabei bietet es große Chancen für vervielfältigte Struktur – einmal abgesehen davon, dass das Holz selbst für ganz spezielle Organismen wesentliche Lebensgrundlage ist.

Detail, Beispiel 1, rechtes Ufer (wie erwähnt: benannt, von „oben“ betrachtet)

Detail, Beispiel 2, linkes Ufer.

Die Fotos sprechen für sich. Wir queren die Brücke, Blick flussab.

Flussab der L 101 fliesst die Bode recht eintönig, wenngleich turbulent. Hier sind Einbauten von Totholz vorgesehen.

Unabhängig davon, bzw. ergänzend dazu, gebe ich Hinweise für Kieseinbau – immer sinnvoll angesichts laufender, im Rahmen der Gewässerunterhaltung stattfindender Entnahmen.

Schutz der Uferbäume – die Pappeln sollten durch Erlen und andere, standorttypischer Flussbegleiter ersetzt werden – kann jeweils zwischen 2 Bäumen, bei günstiger Anfahrt unmittelbar vom Lkw, Kies geschüttet werden. Das dann alle 20-50 m fortsetzen.

Skizze Hand- oder ergänzende Baggerarbeit: auf- und abwärts wird gegen ansonsten eventuell provozierte Drehströmung Kies ins Ufer profiliert.

Beispiele für ähnliche Arbeiten finden sich mit zahlreichen Fotos und Texterläuterung, teils mit Gestaltung zu Lenkbuhnen, für Hamburger und niedersächsische Gewässer sowie für Bäche und kleine Flüsse Schleswig-Holsteins.

Das waren spannende Stunden, alle haben viel gelernt! – Es wird Zeit . . .

Per Auto geht es wieder Richtung Braunschweig …

… entlang nur selten von anderer Struktur unterbrochener, großflächiger Agrarnutzung. – Dazu könnte Verantwortlichen gern Neues einfallen.

Nach guter Fahrt mit interessanter Fachsimpelei erreichen wir rechtzeitig den Hauptbahnhof Braunschweig. Am Himmel rasen inzwischen dunkle Wolken im Sturm heran.

Abfahrt, wieder im Westfahlen-Express (der fährt nach Bielefeld, ich verstehe den Namen). Regen prasselt an die Scheiben – wie gut, drin zu sitzen.

In Hannover klappt das Umsteigen in den ICE, nordwärts. Allerdings stellt sich heraus (Durchsage vom Chef), dass Wagen 2 und 14 unerklärlich rütteln. Wir können die Schnellfahrstrecke leider zwar nutzen, müssen aber max. 140 km / Stunde einhalten.

Zufrieden komme ich mit 30 Minuten Verspätung in Hamburg-Altona an. S-Bahn nach Wedel erreicht, abgeholt in strömendem Regen – Danke!

Was bedeutet das schon? Schliesslich reiste ich unmittelbar vor Zeynep. Glück gehabt!

Das wünsche ich auch der Bode für ihre Zukunft! Sie ist es wert – bin gespannt auf das Ergebnis kommender Verhandlungen und Verbesserungsaktivitäten!

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Es sollte losgehen – nach langer, gefühlt ultralanger Corona-Unterbrechung. Der NABU Pinneberg rief zusammen mit der Edmund Siemers-Stiftung zu einer Radtour entlang der städtischen Mühlenau und Pinnau auf. Da konnten Verbesserungserfordernis an unseren Bächen und kleinen Flüssen sowie bereits Geleistetes in der Praxis erlebt werden.

Die Teilnehmerzahl war aus Corona-, gekoppelt mit Platzgründen entlang der Route, auf 15 begrenzt. Viele Interessenten wurden auf andere, spätere Gelegenheiten vertröstet. Letztlich wurden gut 20 Radlerinnen und Radler begrüßt – wegschicken wollten wir dann doch niemanden. (Noch mehr wären allerdings ein Problem gewesen.)

Wie das im Sommer 2021 inzwischen so ist – der Himmel war stark wasserhaltig, musste anfangs ein wenig Niesel ablassen.

So sah es zum Beispiel vor dem Treff am S-Bahnhof mit Blick bachauf an der Fahltbrücke nördlich der Bahn aus.

Das war`s dann aber auch, die Tour selbst fand ohne Regen bei guter Stimmung und großem Interesse statt.

Bei mittlerem Abfluss – plus 50 cm – begrüßten uns Futter-Interessierte an der Mühlenaubrücke Christiansenweg.

Von uns bekamen die aber nichts.

Los ging`s querab zum B-Plan Mühlenauquartier, wo erstes Restaurieren 2017 begann.

[P.S.: Aufgrund eines „Hängers“ der online-Pegeldaten hatte ich während der Exkursion von „Mittelwasserabfluss“ (MW) gesprochen. Heute, 9. August, läuft die online-Anzeige wieder
https://www.umweltdaten.landsh.de/pegel/jsp/pegel.jsp?wsize=free&mstnr=114197
und wir sehen: Wir waren bei MW plus 50 cm unterwegs. Das ist vom mittleren Hochwasser immer noch 1 m entfernt, „nichts Besonderes“ also. – Der Text dieses Beitrags ist entsprechend geändert. – Kein Wunder, dass ich mit kurzen Stiefeln fast nicht an Tierchen heran kam. 🙂 ]

Im Foto ist der Vergleich aktueller Mittelwasserabfluss zu Hochwasser zu erkennen: Die B-Planauflagen enthalten hier im Überschwemmungsgebiet das Schaffen von Hochwasserrückhalt. Bis zum „Anspringen“ dieser Flächen muss die Mühlenau weitere mindestens 50 cm ansteigen.

Nachdem auch 2021 bereits wie in den Vorjahren lange Niedrigwasserführung den Lebensraumbereich bis zum jetzigen Mittelwasserzustand trocken liegen liess, war beabsichtigtes Tierchenfangen und -angucken angesichts Ausrüstung des Fängers lediglich mit kurzen Gummistiefeln zweifelhaft. So kam es. Mit Mühe konnte ich – hier und anderswo – erste Besiedler, Pioniere wie eine Eintagsfliegenart als Larven sowie ein paar Wasserasseln erwischen. Letztere kommen aus den durch das Restaurieren neben den turbulent erzeugten Fliessstrecken neu entstandenen Ruheräumen.

Blick bachauf – Turbulenzen durch Kiesrestaurierung und biogene Wellen …

Uferneugewinn und Ruheräume – standorttypische Stauden sowie Neophyt Drüsiges Springkraut (gern ausreissen!).

Der dreckigbraune Eindruck der Mühlenau trügt. Mit dem Haushaltssieb am Besenstiel konnte gezeigt werden, dass die Sichttiefe ca. 40 cm betrug, aufklarend nach Regenschubabfluss.

Wir blicken bachab von der Mühlenstraße Richtung Mühlenaumündung in die Pinnau, noch ein ganzes Stück weiter jenseits der Kurve.

Wo bei Niedrigwasser eine unpassierbar erscheinende steile Rampe rauscht, ist bei Mittelwasser (und höher) das Passieren von Flussfischen problemlos möglich.

Die Pinnau, Brücke Elmshorner Straße – der braune Saum auf der Ufervegetation zeigt: wir befinden uns im oberen Tidegebiet, hier normal etwa 50 cm Tidehub.

Die als Otterpausenstätte vor Brückenunterquerung angebotenen Kiesdepots sind, unter anderem, mit Blutweiderich, Großem Weidenröschen und Dost von allein besiedelt.

Beispiel Kiesdepot an der Friedrich Ebert-Straße, inzwischen von der Flut bereits 50 cm überstaut.

Hier, unter der Wasseroberfläche haben Flussneunaugen den Kies als geeignete Laichstelle befunden.

Pinnaubrücke Hindenburgdamm – der hier als tiefliegende Fläche gestaltete Kies ist durch die Überströmungswellen im „Dreieck“ links, obere Hälfte, erahnbar.

Auch der bietet Jahr für Jahr seit 2019 Flussneunaugen während der Laichzeit im April ein gutes Betätigungsfeld (aktueller Link aus 2021).

Wir fahren Richtung Cap Polonio, weiter an der Regioklinik vorbei, wieder an die Mühlenau, nach Rellingen. Dort werden beim Beproben zahlreiche Pionier-Eintagsfliegenlarven, wieder Wasserassel, aber auch der typische Bachbewohner, der Bachflohkrebs, gefunden.

Beim Wechsel über eine Holzbrücke haben wir die Grenze passiert, kommen wir wieder – wie der Paddler an heftiger Erosionsstelle (Hilfe ist möglich, wie bekannt) – auf Pinneberger Gebiet.

Treibselsammler – die Funktion „Hölzchen und Stöckchen“ wird den verbliebenen Teilnehmern erläutert – es geht auf den Rest.

Kies vor der Fahltbrücke querab Bahn – wir sind uns einig, es muss weitergehen.

Nachwort

Vom brodelnden Wetter war ja vorn und in etlichen der vorigen Beiträge zu lesen. So entschloss ich mich, nicht wie vorgesehen in Pinneberg zu Mittag zu essen, sondern angesichts von 45 bis 60 Minuten anstehender Rückfahrt eine geeignete Stätte in Wedel anzuradeln. – Das stellte sich als segensreich heraus.

Schön im Trockenen konnte ich mir beim Essen ansehen, was mich nach Essen in Pinneberg auf offener Strecke erfasst hätte – ordentlich Schlagregen (Die dunkle Optik trügt. Das Etablissement ist, draussen wie drinnen, freundlich.).

Und nach dem prima Essen und Trinken – Schlussfoto Exkursion vor pestartig mit Teichrosen zugewachsenem Mühlenteich, im Sonnenschein.

Hier zeigt sich einerseits der Alterungsprozess von Stillgewässern, „geometrische Reihe“ hilft beim Verstehen des zeitlichen Geschehens – wo ein Jahr vorher noch die halbe Seefläche frei war, ist ein Jahr später alles dicht … – Ausserdem zeigt sich das Unvermögen deutscher Verwaltung vor dem Hintergrund des Artenschutzes: Die Teichrose ist geschützt (und das ist im Grundsatz auch gut so). In jüngerer Zeit kommt (aus Formalismus oder / mangels Fachkompetenz ? ) Gutachteritis zu Lasten des Steuerzahlers auf, was denn wohl mit diesen Teichrosen gemacht werden darf. Es ist nicht zu fassen, aber Realität. Letztlich – auch ohne Gutachten – läuft es darauf hinaus, bis zu 90 % dieser, von Naturprozessen nicht schadlos beseitbarer Biomasse maschinell zu entfernen, ggf. gekoppelt mit Entschlammen des Teichs. Das war und bleibt tägliche Praxis im Umgang mit flachen Stillgewässern – es sei denn, man will aus gutem Grund hier Landentwicklung mit allen davor liegenden (oft genug stinkenden) Stadien zulassen.

Der Sommer 2021 geht weiter – mit brodelndem Himmel.

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Wer von der Spielgerätezeile am Anne-Frank-Weg auf unser Gebäude guckt, sieht zur Zeit etwas weiss blühen – hoch hinauf.

Von unserer Seite sieht das so aus.

Rechts von dem „Grün bis oben“ (im ersten Foto) = Feldahorn, einer von etlichen, war vor Jahren eine Kastanie gestorben. Deren Stamm konnte in Verabredung mit dem Bauhof erhalten bleiben und bietet seitdem holzabbauenden und von sowie in Totholz lebenden Organismen einen vergehenden Platz. Links vom Feldahorn meldete ich damals eine weitere Kastanie, die so stark von Holzpilz befallen war, dass man sich über weiteres Vorgehen verständigen sollte. Das ist diese. Über die Jahre hat eine Rose das schwindende Kastaniengrün von unten her erobert und ist fast in der – nun toten – Baumspitze angekommen.

Wir nachbarlichen Eigentümer sind einig, dass der Totbaum als Gerüst für die Rose (und Heimstatt für o.g. geschilderte Organismengruppen) stehen bleiben soll. Bei Gefährdung irgendwelcher Art sollten wir in der Lage sein, schnell zu handeln (bis – im Extremfall – zur Beseitigung). Möge das noch lange dauern.

Und so gucken wir und gucken wir aufs Weiss im Grün.

Der Blick wandert zwischen den Baumkronen und da – in einem anderen als dem im ersten Foto gezeigten Feldahorn …

… sehen wir Rot.

Wie schön – dass wir so gucken. Ohne das, hier die Totale, wüsste man`s gar nicht.

Die Zeit bleibt nicht stehen.

Die weisse Baumrose hoch oben über blühendem Feuerdorn.

Zunehmend geht das Rosen-Weiss in den Zustand im Einfluss der Erdanziehungskraft über, findet sich unten.

Derweil entwickelt sich das Dornröschenschloss westlich des Gebäudes (vgl. z.B. Beitrag vom 14. Juni 2019), reichlich Knospen – trotz im gestrigen Sturm etlicher geknickter, gar abgerissener (!) Sprosse. Das wird demnächst wieder was.

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Der Ur-Beitrag vom 2. Mai beschäftigt sich mit gesägten Bäumen, dem Wert von Bäumen sowie der (verbesserungsfähigen) Wahrnehmung von Bäumen, insbesondere im bebauten Raum.

Selbst in turbulent fortschreitenden Zeiten des Klimawandels nehmen wir den Baum, die Allee, den Wald, nicht hinreichend wahr. Dabei gehört er zum über Jahrmillionen entwickelten, bewährten Kühlsystem der Natur, Hitzeinseln verhindernd – bei Einsicht: bestehende Hitzeinseln mindernd, bei Planungen vorsorglich vermeidend.

Es gab viele Weiterleitungen und etliche Diskussionen, nicht zuletzt über die Beispiel-Kalkulation im Beitrag über „einen Baum“ und sein Äquivalent, im Beitrag vom 2.Mai vereinfacht an einer Kugel-Betrachtung / -Berechnung dargestellt.

Immer klarer wird, dass wir in Sachen Rechnen, Mathematik einen Kulturwandel hinter uns haben. Im Netz danach gesucht – und gefunden!

Man soll Äpfel ja nicht mit Pferdeäpfeln gleichsetzen. Aber – Beispiel Baum – vielleicht den Apfel (als Teilwert eines Baums) mit einem „Erdapfel“, der Kartoffel.

Die alte, zu meiner Begeisterung fortgeschriebene Betrachtung über Veränderungen des Lernens, des Rechnens, des Umgangs mit der Mathematik am Beispiel der Kartoffel, verlinke ich hier.

Ich nehme an, die dort dargestellte Entwicklung ist nachvollziehbar. Wir sind auf einem anderen Stand als in den 1950ern. – Gleichwohl, viel Spaß !

Busch und Pappelreihe nahe Elbdeich – nachmittags, so um Sonnenuntergang.

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Ziel der Fahrt mit dem elektrisierten, feuerroten Spielmobil (vg. voriger Beitrag „… unterm Bundesadler“) war die ländliche Krückau. Wir wollten nachsehen, was sich inzwischen an Struktur und Besiedlung entwickelt hat.

Angang von der Hauptstraße aus.

Was für ein Berg (im zusammengesetzten Foto fast nicht erahnbar)! Bislang entnimmt der Wasserverband große Mengen Erosionssand.

Diese wahren Unmassen Erosionssand ergeben sich einerseits aus Flächenerosion im bebauten und unbebauten Einzugsgebiet. Zum anderen liefert die Krückau selbst, bzw. das Verhalten ihrer Anlieger mit Nichttolerieren des erosionsschützenden Baumsaums ganz erhebliche Anteile, wenn inzwischen (so die Erfahrungen aus Niedersachsen) nicht sogar die Hauptmenge. Es resultieren überbreite Bachprofile, die strukturbildende Kraft des Bachs schwindet entsprechend. Noch vorhandene Fischunterstände an Wurzeln der Bäume bzw. Baumsäume werden / sind zugesandet.

Sowas kann mit instream-Anstößen Richtung Naturnähe verbessert werden – keine neue Erkenntnis (Link zu Text aus 1998).

Das klappt selbstverständlich auch an der Krückau – Lenken der Erosionssanddecke.

Hier mit ergänzendem Unterwasserlenker: Freispülen von Baumwurzeln.

Siehe da, da ist ja noch was! – Freispülen vorhandener Kiese.

Kooperation Kies und Aufrechter Merk / Berle – ein vielfältigeres Bachbett entsteht.

Einengen des überbreiten Profils durch Kiesrausche – Rausche-Kolk-Abfolge entsteht, der Erosionssand wird seitlich beruhigt abgelegt.

Was sagen die Tierchen, Wirbellose Bewohner des Moränenbachs?

Aus der bewegten Erosionssanddecke wasche ich Grobsand und Feinkies frei. Die Tierchen sagen … GAR NIX, gar keine drin.

Nicht umsonst wird bewegter Erosionssand, der besiedelbare Fläche auf der Sohle und im Uferbereich überdeckt, das „Leichentuch des einst lebendigen Bachs“ genannt.

In seitlich beruhigten, neu entstandenen Räumen liegen Laub- und Totholzstückchen. Flohkrebse sind „gut drin“.

Bei näherem Hinsehen … – da hat sich, links unten, doch eine Libellenlarve der Calopteryx-Gruppe in Sicht begeben.

Auf Lehm nebendran finde ich Zweiflüglerlarve und Kleinmuscheln der Gattungen Sphaerium und Pisidium.

Und im Kies tobt es nur so von Bachflohkrebspaaren. Der Nachwuchs ist gesichert.

Neben den gezeigten Organismen fanden sich etliche Eintags- und Köcherfliegenlarven. Da ich die weisse Schale nicht mitgenommen hatte, in deren Wasser sie gut erkennbar wären, sind die diesmal nicht darstellbar.

Selbstverständlich wir bei jedem Besuch das untere Ende der Bekiesungsstrecke kontrolliert. Das Einleitungsrohr eines Entwässerungsgrabens liegt frei – der Rückweg zum Auto kann beginnen.

Neben der „Bundesstander“-Wahrnehmung des vorigen Beitrags begeistert mich noch etwas.

Ich begrüße zwei freiheitsliebende Hühner auf Futter-Exkursion und verabschiede mich gleichzeitig von ihnen.

Das Bekiesungs-Experiment ist gelungen. Die Kiesdepots lassen wir in Erwartung von (hoffentlich bewegenden) Hochwässern erstmal so liegen.

Angesichts offenbar zur Laichzeit der Meerforellen und der Flussneunaugen nicht stattgefundener Passagen von Laichtieren der Saison 2020 / 2021 über die Fischtreppe Barmstedt (zur Erinnerung: die war kaum gefüllt angesichts ständiger Niedrigwasserführung und erst Ende Dezember einsetzenden leicht höheren Abflusses!) ist es um so dringlicher, bachab Barmstedt Laichkiese zur Verfügung zu stellen. WRRL- und FFH-Ziele sind ohne zielgerichtetes Handeln nicht erreichbar.

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Nach den gefiederten Fischfreunden des vorigen Beitrags folgen nun ein paar Eindrücke rund um die Kiesrestaurierungen wie Lenkbuhnen und Rauschen sowie um „Hölzchen und Stöckchen“ (Treibselsammler). Ein Bisschen biologisch beeinflusste Turbulenz ist auch dabei.

Mühlenau Pinneberg am Rosengarten – die früher eintönig breit und kanalartig ausgebaute Mühlenau hat optisch leichte Veränderungen erhalten.

Der Schnee zeigt die Kiesschüttungen sehr gut, vor denen durch Harken und Schaufeln hergestellte Unterwasserlenkbuhnen liegen.

Die Sicht muss geschult werden, dann sind die Mikroturbulenzen an der Wasseroberfläche zu erkennen. Die hydraulische Wirkung hinsichtlich Tiefenvarianz ist beachtlich. Gewässerorganismen werden nicht mehr bei höheren Abflüssen weggespült, sondern finden Ruhezonen.

Der Spiegel (die Spiegelung) des vorher an ein Stillgewässer erinnernden Bachs ist gebrochen.

Nicht zuletzt zum Schutz des Wanderwegs sind die Kiesdepots angelegt. Zusammen mit der Lenkbuhne bauen sie anstelle des steil erodierten Kanalufers wieder variable Uferböschungen auf.

Beginnender Uferaufbau deutet sich auch bei den Treibselsammlern an. Hier werden höhere Wasserführungen mehr bewirken.

Schräge Draufsicht.

Detail – die Wasserseite liegt auf Mittelwasser-Niveau, die höheren Hölzer am Ufer schützen vor Umflut, entlasten die Böschung.

Wer kann über`s Wasser gehen? Ein Stockentenerpel macht den Jesus – weiss, wo die Steine liegen.

Das können Frauen auch, zeigt die weibliche Stockente.

Licht-Wellenspiel nahebei.

Gemäß dem Kinderlied: „… Köpfchen in das Wasser, …“.

Angesichts der Aktion schwer aufzunehmen, die Tiefenbewegung der orangen Paddel zeigen, dass das dunkel und trübe erscheinende Wasser glasklar ist.

Eisenocker – Gift für den Bach. Die Klarheit wird getrübt durch menschliche Eingriffe in den Bodenwasserhaushalt und direktes Einleiten der Schadwirkung.

Wer Augen hat, zu sehen, …

(Nicht nur) In Deutschland scheint die Fachwelt für diese Thematik weiter blind. Ob Bauen in schwierigem Gelände oder Dränieren – all dies läuft weiter, als wisse man nicht um die Probleme und deren Abhilfemöglichkeiten.

Christiansenweg bachab – Fernblick verdeutlicht Strukturverbesserung. Die kanalartig geraden Uferlinien sind (ebenso wie die Bachsohle) durch Kies vielfältig gestaltet. Hieraus resultieren ganz unterschiedliche Lebensräume.

Neue – und alte (Restpfähle der Stacks) – Strukturelemente im Detail.

Vogelwellen, -turbulenz auf dem Rückweg.

Starring: Der im vorigen Beitrag bereits gezeigte „zahme“ Kormoran.

Den kann man – zum Glück – nicht mit Brot und anderem gut Gemeinten, aber Ungeeigneten füttern. Dazu mehr im Entenbeitrag demnächst.

Wetterbericht und Wetter versprechen schöne Wintertage.

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Es friert seit geraumer Zeit ordentlich. Die Stillgewässer sind eisbedeckt und zur Futtersuche durch Vögel nicht mehr zugänglich. Da ziehen die Schlauen weg, Spezialisierte suchen naheliegende Chancen, wie z.B. die winterwarmen (sommerkühlen) Bachoberlaufstrecken. Die Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, gehört auf ganzer Länge bis zur Einmündung in die Pinnau dazu.

So richtig Winter-schlimm ist es noch nicht hier im Umfeld, die Tideelbe ist bislang nicht von Eisschollen bedeckt.

Ein alter Bekannter und ich freuten uns auf einen gemeinsamen Spaziergang entlang der in Pinneberg teilrestaurierten Strecke, Rosengarten bis Mühlenstraße.

Hier folgen ein paar Vogelaufnahmen. Betrachtungen zu Kies- und Holzrestaurierung inklusive Wellen- und Strömungseindrücke bekommen einen eigenen Beitrag.

Da war ein zunächst schwer ansprechbarer schwarzer, bewegter Schwimmkörper unmittelbar entlang des Wurzelbereichs dieses Baums aktiv.

Währenddessen suchte der zugehörige Kopf mit Hilfe des langen Halses alle Fischunterstände des Baums ab. Das Foto zeigt den zugehörigen Kormoran. Es gilt: Der Kormoran hat einen Beruf – und den übt er ordnungsgemäß aus.

Ich persönlich habe (auch als Angler) damit kein Problem, die Fischbestände schon. Es gilt weiter, die zerstörte Produktivität unserer Bäche und kleinen Flüsse wiederherzustellen – allen potentiell dort Lebenden sowie an ihnen Interessierten zum Wohl.

Bachauf einer anderen Brücke zieht eine beeindruckende Welle bachauf.

Ein Graureiher beobachtet sie interessiert.

Da taucht der Kormoran am Reiherufer auf (zu erahnen unter / hinter dem Reiherschnabel).

Nebendran hat eine alte Birke (?) Kormorane als Sitzbaum überzeugt.

Am B-Plan Mühlenauquartier, bachab Christiansenweg, sitzt ein Kormoran. Wenn ich den „dicken Hals“ richtig deute, will oder kann der nicht abfliegen, muss erstmal ein Bisschen verdauen.

Auf dem Rückweg zu den Autos, Bad-Parkplatz, schwimmt ein zahm wirkender Kormoran in aller Ruhe unter uns auf der Fahltbrücke durch. Er steuert die aus 25 t Kies geschaffene Strukturvielfalt an, weiss, wieso.

In aller Ruhe, zielorientiert, Richtung Turbulenz.

In der Ferne, Richtung Rosengarten, machen wir auf einer ruhigen Strecke ein Pärchen Gänsesäger aus.

Ich bitte darum, mir in Sachen Gänsesäger zu vertrauen.

Und dann waren da noch Massen von Stockenten, konditioniert, zielgerichtet auf Menschen zu.

Die bekommen ebenfalls angesichts winterlicher Thematik / Problematik einen eigenen Beitrag – fast mit Bezug auf unsere derzeitige menschliche Situation, „Beschlusslage Berlin“.

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