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Archive for the ‘Klima’ Category

Bei der Anfahrt zeigte sich einmal mehr das Dilemma, in dem wir stecken. Großflächige Beregnung – wie steht dies zu Wettersituation und Klimawandel?

Die Entnahme von Wasser aus den oberflächennahen Grundwasserleitern – die aus anderen sicherlich genau so – gehört dringend vor dem Hintergrund der lange sichtbaren Entwicklung unserer Gewässersysteme auf den Prüfstand. Dabei sind geologische Überlegungen und Einschätzungen zum „Wasserdargebot“ (wir werden noch immer als „Wasserüberschussland“ bezeichnet!) zu überprüfen. Bislang spielt der notwendige Schutz für Abflüsse aus Quellen, in Bachoberläufen offenbar für die Praxis so gut wie überhaupt keine Rolle ! ? ! ?

Das – wieder einmal seit Frühjahr „fliessende“ – Niedrigwasser unserer Bäche und Flüsse zeigt die Strukturlosigkeit, Übertiefe und Überbreite der heutigen, lebensfeindlichen Situation.

Im Fach-Jargon heisst sowas „hmwb – heavily modified waterbody“, also „erheblich modifiziert“. Das hört sich fast nett an. – Ich nenne es üblicherweise deutlicher: „hingerichtete Gewässer“.

Wir fangen am Erosionsabriss bachab der Brücke an. Schon liegt die erste Schaufel Kies linksufrig im Bachbett.

Aufgrund der beengten Situation im Umfeld lagert der Baggerführer den gesamten Kies auf diesen Punkt um.

So „sind wir von der Straße weg“. Die Arbeit kann vom Ufergrundstück aus Stück für Stück bachab erfolgen.

Das Arbeits-Depot wächst.

Währenddessen gucke ich mir das Bachbett näher an. Allüberall auf den Sandbänken sind gut erhaltene, frische Otterspuren erkennbar. Toll!

Diese, technisch durch alte Bongossiwand verunstaltete Kurve ist Hauptziel unseres Einsatzes.

Vorhandene Bäume werden wir ebenfalls durch Kiesschüttung schützen, so längerfristig erhalten.

Spuren von Wasserstern lassen ein gutes Potential erkennen, bei Verbessern der Sohle standorttypische Unterwasservegetation zu entwickeln.

Das gilt auch für den Aufrechten Merk / die Berle (je nach Sprachgebrauch).

Rost und Waschmaschinenwasser (Eisen in diversen Umwandlungsformen) – auch die gestörte Boden-Wasser-Situation wird durch Turbulenz und große, aktive Oberflächen verbessert werden.

Der punktuell abgeladene Lkw Kies ist inzwischen fast vollständig ins Arbeits-Depot überführt.

Restmengen Kies legen wir in die Erosionsstellen unmittelbar bachauf der Brücke, am linken Ufer …

… und auch am rechten. – Gut, wenn geeignetes Gerät vor Ort ist (den Künstler an der Lenkung und Steuerung des Ganzen nicht zu vergessen!).

So kann es also ans Gestalten der Strecke gehen.

Der erste Baum erhält seine Schutzschüttung. Diese wird den Erosionsangriff am Ufer mindern.

Noch sieht die Bachsohle fast durchgängig so aus. Alles, was Leben zulassen würde, ist von bewegtem Erosionssand über schichtet.

Der erste, als Rausche gestaltete Lenker wird angelegt.

So sieht er bald in rauer Ausführung aus.

Den Ausgang der mit alter Bongossiwand bestückten Kurve werden wir zunächst einmal weiter beobachten.

Ein zweiter Lenker, ebenfalls als Rausche ist bachab fertig.

Diese erste Kiesladung ist gut untergebracht. Wir warten ab, welche Entwickung Herbst und Winter mit den doch hoffentlich zu erwartenden Hochwasserabflüssen bringen wird.

Vorweg wird aber mit Harke noch feinprofiliert – hier die Mühlenau bei NNW an der unteren Rausche, Blick bachab.

Auch dieser geringe Abfluss ist durch den Kieseinbau in der Lage, bei Durchtritt und Überfliessen spannende Sedimententmischungen zu produzieren. – Die Eigendynamik des Bachs ist geweckt.

Blick aus Richtung Brücke bachab, links vorn der Schutz des ersten Baums.

Die Regenwasserzuläufe haben wir selbstverständlich …

… frei abfliessend hinterlassen.

Die Baustelle wird ordnungsgemäß verlassen, der Zaun an der Durchfahrt wieder hergestellt, die Kiesschüttstelle des Lkw plan gezogen.

So kann der noch junge Herbsttag weiter seinen Gang nehmen.

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Anfang Juli, vgl. Beitrag 5. Juli 2020, waren hier am linken Ufer 3 Lkw Kies in die Pinnau eingebracht worden. Beim Begehen der neuen Situation und Betrachten von der gegenüberliegenden, rechten Uferseite mit Wasserverband und Wasserbehörde kamen wir zu der Übereinkunft, den großen Drehkolk am Ufer weiter zu entlasten und eine weitere Teilmenge als Laichkies linksufrig auf die Raue Rampe bachab zu legen. Jetzt, 2 Monate später, passt es.

Ich komme an, werde begrüßt – an die 100 Gänse fliegen an.

Kanadagänse.

Sie überfliegen auch erste angekommene Helfer.

… und landen auf Grünland nahebei.

Der Kies liegt diesmal unmittelbar an der Haupteinbringstelle – geschützt.

Geschützt vor wem? Das Geheimnis lüftet sich im Beitrag, der diesem folgen wird.

Es handelt sich um 2 3-Achser Lkw, wohl an die 30 t Kies.

Der Telelader Merlo nimmt den Kies auf, …

transportiert ihn zuerst Richtung Raue Rampe …

und bringt ihn, vom Ufer her schüttend, ein – Schaufel für Schaufel, eingewiesen, Schritt für Schritt.

Die Totale, bachauf.

Da wird noch Feinarbeit geleistet, händisch.

Feinarbeit, händisch.

Der lokale Kenner ist von anderem Einsatzort eingetroffen, begutachtet die Situation.

Gut sieht das Ergebnis aus!

Die Pinnau wird uns mit den nächsten Hochwässern zeigen, wo sie den Kies für angebracht hält.

[Meine Güte, wann haben wir das letzte gesehen?! – Das letzte kleine, kaum die Hälfte des mittleren HW erreichend, floss Mitte März ab! Über die gesamte Herbst-/Winter-/Frühjahrsaison 2019 / 2020 ist das mittleren Hochwasser nicht einmal erreicht, geschweigen denn überschritten worden.]

Auf geht`s an die Haupteinbringstelle, den Drehkolk – demnächst mehr dazu hier im Blog.

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Wir warten. Und starten eine Nachmittagsradtour.

Am Vormittag hatte ich die inzwischen fast trockene Restaurierungs-Strecke des vorigen Beitrags gesehen. Meine Güte!

Nachmittags hat sich der Himmel hier nordwestlich der Tideelbe zugezogen.

Sollte der dringend erwartete Regen fallen? Wir radeln los.

Das Land ist knochentrocken, ächzt. Tümpel sind seit Langem ausgetrocknet, zwischendrin mal ein paar Tage etwas angefeuchtet – und weg.

Bachoberläufe, hier der Sauerbek, sind streckiger als auch für Alte erinnerbar trocken. Das Bisschen Regen vor Tagen hat in ihnen keine Spur hinterlassen.

Trocken zurück. – Die schmale dunkle Front zieht weg. Es wird heller.

Je nach Wettervorhersage kann, so scheint es, frei gewählt werden, wieviel Prozent Niederschlag uns wann heute Abend erreichen. Wenn ich auf „mein“ Wetterradar gucke, scheint alles – parallel zum Elbeverlauf – aus Südost nach Nordwest südlich an uns vorbei zu ziehen.

Morgen sind wir schlauer.

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Während die Katamaran-Fähre Liinsand am Anleger Willkommhöft anlegt, blicken wir die Elbe auf- und abwärts – Schiffe?

Vom Hafen Hamburg her nähern sich ein Hopperbagger und ein Polizeiboot.

Über Finkenwerder schwebt ein(e?) Beluga auf dem Airbus-Flugplatz ein.

Von See her ist etwas kleines Weisses Richtung Hamburg unterwegs.

Kurz vor dem Ablegen der Liinsand fährt der Hopper Tiger seewärts, das kleine weisse Schiff entpuppt sich als Schwester-Katamaran Japsand.

Die Japsand.

In der Ferne kommen von See mittlere Containerfrachter näher. Das Polizeiboot hat Stellung bezogen.

Ist das ein Zeichen christlicher Seefahrt – schwarz?

Was für ein Schweinkram!

E. R. Kobe, ein 277 m langer Containerfrachter, gut beladen.

Mit 275 m fast gleich lang nähert sich nun die MOL Glide, rechts daneben der Hopper Tiger, der in Wedel bevor wir starteten, an uns vorbei fuhr.

Die MOL Glide weist in der Beladung große Lücken auf, fährt ziemlich leer.

Das waren die Schiffsbegegnungen auf unserer Tour Wedel – Stadersand.

Dass wir kurz vor Queren der Fahrrinne zum Anleger noch den Hopper Tiger einholten, habe ich im ersten der bisher 3 Artikel beschrieben.

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Die HH-Junioren fragten, ob ich mitfahren wolle, es gehe in den Steinzeitpark Dithmarschen. Gute Frage, das ist doch „Albersdorf“, an dem man in Richtung Nordseeküste / westliches Dänemark „immer“ vorbeifährt – nicht ohne den Gedanken oder im Chor gesprochen: Da können wir auch noch Mal hin.

Die Frage passt insofern auch, als ich mich kürzlich in Wedels Stadtmuseum gebildet bzw. altes Wissen aufgefrischt habe (die Ausstellung läuft noch).

… bis 22. November 2020.

Ein Bisschen Tierweltreste.

Modellvorstellungen.

Leichte Werkzeuge.

Auch gröberes Handwerkszeug.

So vorgebildet freute ich mich, am Wegesrand aufgelesen zu werden. Auf nach Albersdorf!

Dort findet man nicht etwa nur Museales. Eine ganze Landschaft wird entwickelt.

Die Landschaft kann durchwandert werden, hier: auch von oben angesehen werden. Ohne (sichtbare) Tiere.

und mit Tieren, Weidevieh.

Ich stehe auf einem hohen Grabhügel, einem Aussichtspunkt, umrahmt von hohen Bäumen. Da ist noch mehr zu sehen.

Oha, ein Mammut-Skelett! Wer möchte, umrundet den Grabhügel und steht unmittelbar vor dem beeindruckenden Objekt.

Diverse Bauwerke und Kultstätten erwarten die Besucher. Kleine Hinweise auf Aktivitäten – der Steinzeitleute? – finden sich vielerorts.

Es gibt auch vielerlei Möglichkeiten zu spielen und zu lernen – für Kinder ein Spielplatz, für alle z.B. ein Barfusspfad. Und dann kann, wer will, auch mitmachen.

Zum Beispiel Feuer anzünden – der „Steinzeitjäger (und Museumspädagoge)“ Werner Pfeifer führt`s vor.

Erstaunlich – mit geeigneten Materialien ausgestattet, manches noch aktuell verbessert, bekommt der Fachmann sehr schnell Glut, Rauch und …

Ja, Feuer.

Super gekonnt! – Von den Umstehenden traute sich dann keiner …

Aber der Hinweis, auch der nahe Einbaum könne gern genutzt werden … – die Sippe übte derartigen Druck auf mich früheren Kanuten und Ruderer aus …

Ok, das musste nun sein! – Wenn schon kein Feuer …

Aus der Entfernung betrachtet – Möglichkeiten zur Schmuckherstellung. Wie gut, dass wir früh da waren.

Wir hatten bereits „unser“ Schwirrholz hergestellt und eine Schmuckkette auf Lederband mit (vorher durchbohrten) Muscheln und Schnecke gebastelt.

So konnten wir uns in Ruhe Möglichkeiten des Tiere-Erbeutens ansehen. (Fiese Sache eigentlich, aber was tut man nicht alles, um an sein Essen zu kommen.)

Von der Kunst des Hausbaus und der Kunst wurden wir anschaulich überzeugt.

Verblüffung beim Umgang mit Findlingen! Im wahrsten Sinn des Wortes Kinder-leicht – wenn die Baumstammrollen „auf Schienen“ geführt werden.

Und beim Rausgehen, nach Passieren diverser Findlinge traf ich dann noch anderes Bekanntes: Raseneisenerz.

Auch zum Umgang mit Metallen werden gelegentlich anschaulich Versuche gezeigt.

Mich erinnerte das erläuterte Raseneisenerz an „Lust auf Ludwigslust„, wo wir den Begriff „Klump“ neu lernten.

Raseneisenerz hatte also über viele Jahrhunderte ein besondere Bedeutung.

(nahe Wedel / Pinneberg: der Breedenmoorbach, fließt in die Düpenau) Und wo solch Eisen-/Ockerbach existiert, ist es kein Wunder, von „Rennöfen“ der Eisenzeit im benachbarten Gelände zu lesen.

Das war toll! – Es gilt oben Geschriebenes „Albersdorf … Da können wir auch nochmal hin.“ Nicht nur Details im Steinzeitpark warten, auch das Freigelände will noch durchwandert werden.

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Der NABU Norderstedt hat sich in Bachaktionstagen mit weiteren Interessierten aktiv für die städtische Moorbek, Stichwort „Stadtpark“, eingesetzt und setzt dies fort. Darüber hinaus engagiert sich die Gruppe auch im gesamten Einzugsgebiet. So kam in Kooperation mit einem Eigentümer das Restaurieren einer 200 m langen Strecke in Gang, das ich in einem Beitrag am 24. November 2019 in Aussicht stellte (vgl. auch Beitrag vom 23. November 2019 – alle zu Beteiligenden aus Politik und Verwaltung sind „mit im Boot“).

Inzwischen waren alle erforderlichen Formalitäten erfüllt, der Kreis Segeberg stellte dem federführenden Wasserverband Mühlenau finanzielle Förderung bereit. Die Bedingungen – gute Befahrbarkeit der Wiese nach Heuernte, gute Einsatzmöglichkeit großen Geräts – konnten besser nicht sein.

Der Wetterbericht machte es spannend: Mit breitem Sonnenschein im Wechsel sollten bei Stark- bis Sturmwind schwarze, sich schlagartig entleerende Wolken über`s Land ziehen.

Nun denn …

Mein Start in Wedel, boaahh, dieses Blau! – im Norden zieht etwas schnell längs. Da will ich hin (?).

Norderstedt …

Blick vom Streckenstart – ich komme verabredungsgemäß eine Stunde nach den ersten Aktiven. Es ist noch viel zu tun.

Mit Muldenkipper wird der Kies, eingewiesen, direkt in den Bach und bis auf die Böschung geschüttet. Ich übernehme das weitere Einweisen.

Die Schüttpunkte waren markiert – so, dass die in der oberen Hälfte der Strecke vorhandenen Bäume für die weitere Entwicklung erhalten bleiben.

Es ist dringend erforderlich, den standorttypischen Baumsaum zu entwickeln – nicht nur wegen des Klimawandels. – Wer übergreifend über die thermischen Ansprüche von Fischen lesen möchte, unter anderem auch über die in Bachoberläufen lebenden, z.T. weit anwandernden Salmoniden, findet hier mehr dazu.

Nicht nur wir schütten …

Damit überhaupt gearbeitet werden konnte, mussten vorab Wasserpestmassen mit dem Mähkorb aus dem Profil entfernt werden.

Die Problematik Wasserpest in Bachoberläufen habe ich im o.g. Beitrag generell dargestellt.

Es geht doch nichts über praxisnahes Gerät – hier: Schnellwechsler, Mähkorb.

Wechselseitig wird der Kies als Lebensraum und Strömungslenker untergebracht.

Strömungslenken im Detail.

Wenn Arbeiten doch immer so unproblematisch wäre …

(Das heisst ja nicht, dass all die Vorbereitungen im Vorfeld ohne belastende Begleiterscheinungen verlaufen wären. Aber das gehört dazu.)

Nacharbeit erfolgt händisch, wo nötig.

Nach und nach entwickelt sich der gewünschte, gewundene Stromstrich.

Noch prägt die eher wärmeliebende Calopteryx splendens das Bild. Mit naturnäheren Verhältnissen des sommerkühlen Bachs wird sich ein höherer Prozentsatz der Art Calopteryx virgo einstellen.

Etwa in Streckenmitte harke ich so etwas wie eine Rausche – die Gesamtstrecke soll nicht tiefer entwässert werden.

Kleine Heuhüpfer erobern die Wasserpest auf dem Ufer.

Diesmal liegt der Wetterbericht, jedenfalls für Norderstedt, absolut richtig. So ein abwechslungsreicher Tag im Freiland ist ein Erlebnis!

Am Ende der Strecke wurde eine längere Rausche angelegt. Sie definiert die Sohlhöhe, ist neuer Großlebensraum.

Und sie rauscht ordentlich …
(Foto nach Abschluss der Feinarbeit, WW.)

Streckenstart – Beidseitig der Rohrüberfahrt wurde Kies, primär als Erosionsschutz, geschüttet. Mal sehen, was draus wird.

Blick Richtung Streckenstart nach Feinarbeit – auch die letzten Aktiven verlassen den Tatort.

Abfahrt. – Erwähnte ich bereits, dass der Wetterbericht …
Ach ja!

Auch dieses Wetter zieht ab. Die Heimfahrt erfolgt – wenige Tropfen gegen Schluss – bei strahlendem Sonnenschein.

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Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen um die Bedeutung standorttypischer Bäume bis hin zum Auwald entlang gesunder Bäche und Flüsse. Es ist nicht nur schwer, auf diesem Weg voran zu kommen. Auch wo beispielhafte, gleichwohl zu verbessernde Auwälder (noch) vorhanden sind, sind weitere Verbesserungen, aber auch der Kampf um den Erhalt des Vorhandenen nicht leicht. Ein Beispiel dafür ist der Leipziger Auwald.

Nun hat der Leipziger Auwald obergerichtliche Unterstützung erfahren. Und das Gericht hat weiteres Grundsätzliches in Sachen Recht- und Gesellschaftspolitik schriftlich fixiert (zitat aus dem vorstehenden Link): „… Die Leipziger “Behörde habe den Plan oder das Projekt ohne eine Abweichungsent­scheidung zugelassen oder durchgeführt und damit Mitwirkungsrechte unterlaufen… Diese Betrachtung verlagert das Beteiligungsrecht der Naturschutzverbände in ein … Rechtsschutzverfahren und entspricht nicht dem Erfordernis einer frühzeitigen Beteili­gung der Naturschutzverbände”. …“

Das freut nicht zuletzt auch den aus Film, Funk und Fernsehen bekannten Waldfachmann Peter Wohlleben.

Lichter Schatten prägt aufgrund altersgestaffelter Vegetation Baumsaum- und Auwald-begleitete Fliessgewässer.

Möge es nützen!

19. Juni 2020, Nachtrag auf der NuKLA-Homepage.

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Der Krückaupark, Elmshorn, liegt in der Aue der Krückau, die sich hier im Tidegebiet befindet. Dem „planen“ zweiten Teil der Ebbe, da fliesst das Wasser als Bach, setzt sich die Flut auf, die je nach Wind- und Elbe-Verhältnissen (im Extrem: Sperrung des Krückausperrwerks bei Sturmflut). Der Pegel „Hafen Elmshorn“ spiegelt die Verhältnisse der Krückau im Park.

„Normal“ wäre die Krückau hier von einem feuchten Tide-Auwald mit spezieller Vegetation und Tierwelt charakterisiert. Glücklicher Weise sind ihr Mäander belassen worden und in vielen Teilen auch standorttypische Bäume und andere Vegetation. Dass sich auch der Otter hier wohlfühlt, habe ich im Beitrag vom 26. April belegt. – Der Begriff „Park“, und das in einer Stadt, wird allerdings durch viele große, offene Flächen wie leider auch Uferpartien (mit Überwärmen des Gewässers) im Sinn der bekannten Forderungen nach freier Sicht und Sichtachsen ausgefüllt.

Ok, verglichen mit anderen Städten hat Elmshorn das ganz gut gemacht. Die in vielen Teilen naturnahe, mit zahlreichen Wander- und Radwegen erschlossene Fläche kann genossen werden. – Ich starte mal mit Verbesserungsfähigem.

Entbaumte Uferpartien sind übermäßig besonnt, die Ufer erheblichem Bodenabtrag (mit Baggernnotwendigkeit anderswo) ausgesetzt.

Buschweiden übernehmen gern solche Partien, wachsen den Abflussquerschnitt zu und beschatten aufgrund ihrer Wuchsform den Boden total, störend. Uferhalt geben sie aufgrund ihrer Flachwurzeln nicht.

Wo parkartig standortfremde Bäume auf Distanz zueinander gepflanzt wurden und Wege dicht am Ufer verlaufen, sind Probleme aufgrund der Gewässerdynamik vorprogrammiert.

Bei Überbreite und Übersonnung stellt sich die Krückau bei Tideniedrigwasser fast wie ein flaches, verschlammtes Stillgewässer dar. Die Kraft des Fliessgewässers und die sommerliche Kühle sind ihr genommen.

Öffentliches Grün mit standorttypischer Natur vs. Privatflächen – Stadt am Bach, charakterisiert z.B. durch Trauerweiden.

Mix aus offenen Parkflächen und Baumbestand – vielfältig in Zeitabfolge und Farbe ergrünen jetzt Weiden, Traubenkirschen, Pappeln, Erlen und vieles andere.

Die Vielfalt des Krückauparks beeindruckt, Problempunkte gilt es zu erkennen – Verbesserungen lassen sich aus den naturnahen Situationen ableiten.

Alte Baumweiden mit Blattaustrieb.

Pappeln folgen später.

Erlen, Eschen, Baumweiden und Traubenkirschen, letztere gerade in Blüte – der Weg bedrängt die Bäume allzusehr.

Blühende Traubenkirsche, Prunus padus (die heimische) – was flattert da zahlreich um die Krone?

Umweltberater kennen die Antwort auf die Frühlingsfrage „Massenhaft Fliegen, schwarz mit langen Beinen – muss ich etwas dagegen tun?!?“ – „Das ist ein saisonales Phänomen, das Schwärmen der Markushaarmücke, Bibio marci. Die ist vollkommen ungefährlich und gehört hier hin.“

Leider nur als einreihiger Baumsaum erhalten, daher allzu linear: Eschen, Erlen, zum Freiraum ein blühender Ahorn. – Optimaler Uferschutz und Grundlage standorttypischer Lebensraumvielfalt am Fliessgewässer.

Halbschatten durch Erlenbewuchs am Uferrand.

Die Erle sichert das Ufer, da ihre Wurzeln – im Gegensatz zu anderen Bäumen – senkrecht auch in nasse Böden vordringen. Hier im Foto flottieren die wasserseitigen Wurzeln in der Strömung und bieten Fischen „ein Dach über dem Kopf“ und anderen Organismen dreidimensionale Lebensstätte.

Wo die Ufer halbwegs wasserseitig besiedelt werden können, stellt sich die Erle ein – möge sie im Wachstum ungestört bleiben.

In den bei Ebbe trockenfallenden Flächen sind im auwaldartigen Teil des Parks die Wurzeln anderer Bäume, hier Weiden, als Erosionsschützer in waagerechten Partien zu bewundern.

Schnell ist meine Zeit vergangen – ich kehre über den urbaneren Parkteil mit Stadion, Badeanstalt und Elsa-Brändström-Schule zum Auto zurück.

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Nach dem erfolgreichen Test, mit erstem Kies für die obere Pinnau Laichbetten zu schaffen und zu verbessern, die Strömungssituation stellenweise zu verbessern sowie zu lenken (s. Bericht vom 29. März), konnten die beiden weiteren hier bachauf vorgesehenen Lkw kommen.

Aber was ist das?!? – Die beiden Partien liegen weit vom Bach entfernt, mitten auf dem Acker.

Das passiert auch schonmal. Die zwischenzeitigen Niederschläge hatten den Oberboden durchweicht, das anschliessende Abtrocknen offenbar nicht ausgereicht. Nach Notschüttungen gab das Gelände den Lkw mit Hänger wieder frei.

Da naht auch schon der Teleskop-Radlader, diesmal zur Erleichterung des Fahrens und Kies auf das jenseitige Ufer Platzierens mit kleiner Schaufel.

An den wenigen Stellen mit busch- und baumartigem Uferbewuchs wollen wir diesen sowie Fischunterstände darunter vor zu stark erodierendem Anstrom schützen und längeren Erhalt sichern.

Solch Aufgabenstellung ist für den Teleskop-Radlader kein Problem.

Schlehenbewuchs und Erlen erhalten mit bachauf gelegtem Lenker im Ufer längere Existenzchancen. Das bachab liegende Ende wird noch per Hand ins Ufer getrimmt.

Eine Art „vortex weir“ aus großen Steinen können wir am Ufer mit Kies ergänzen – einerseits zur Stabilisierung, andererseits als Möglichkeit für die Pinnau, ihn für dann bachab liegendes Kiesbett bei Hochwasser zu transportieren.

Das „Vortex Weir“ (s. z. B. Figure 4.2 hier) kann ein offenes Gebilde aus standorttypischem Grobmaterial sein, das bogenförmig angelegt die Strömung in der Gewässermitte konzentriert. So bleiben die Ufer, wichtig vor allem im intensiv genutzten Gelände, vor Erosion geschützt, ein mittiger Kolk entsteht .

Die erste Seite aus Kies entsteht.

Schnell sind wir damit fertig.

Um den Strömungsdruck bachab zu entschärfen und zu lenken, sehen wir in der sandigen, kanalartigen Strecke eine flache Kiesrausche mit Seitenwangen vor.

Auf jeder Seite 2 Radladerschaufeln hintereinander mit Schüttwinkel ins Ufer gelegt, eine Schaufel mittig im oberen Teil – und dann Feinarbeit per Hand.

Die Arbeit geht flott voran, die beiden Kieshaufen auf dem Acker schwinden zusehends.

Nochmals eine Doppelbeschickung – in der Folge entstehen weitere Kieslenker am Ufer, wechselseitig.

So entwickelt sich, vorab vom Fischereiberechtigten bereits mit kleinen Findlingen belegt, eine Bachstrecke mit hoher Strömungs- und Lebensraumvielfalt.

Ein paar drohende Hangabbrüche entlasten wir durch Kiesvorschüttung am Fuß. Auf der Böschung erkennbar: der Maisacker beginnt Grundstück-scharf.

Zum Schluss gehe ich die Strecke noch einmal ab. Alles liegt prima, hier die Auffangrausche bachab des „vortex weir“.

Blick bachab, die Rausche bettet sich gut in die Landschaft ein.

In der Pinnau vorhandene Pflanzenpolster erhalten wir, wie generell üblich.

Die neue Kiesschicht schützt ganzjährig deren Wurzeln und verhindert die bisherige weitgehende Zerstörung im mahlenden „Standstrahlgebläse“ bei Hochwasser. Die neuen Kiesflächen werden erfahrungsgemäß von standorttypischen Wasser- und Uferpflanzen gern besiedelt und schaffen mehr Variation im Bach.

Am Ende des heutigen Abschnitts – Blick bachab sehe ich die obersten, vorigen Aktivitäten (rechter Hand der am 29. März beschriebene, ins Ufer zurückgeholte, gesicherte Baumstumpf).

Die Kiesrausche vom ersten Tag liegt und arbeitet hervorragend. Sie hat einen mittigen Kolk bewirkt, auf anlehmiger Moräne Material ausgegraben. So ist im Ansatz eine weitere Kleinrausche aus Mischkies entstanden.

Wir sind gespannt, wie Mittel-, Niedrig- und Hochwasser diese Strecke über die Zeit entwickeln werden. Gelegentlich, wie das von anderen Bächen hier im Blog berichtet wurde, werden wir einen Blick auf die pflanzliche und tierische Besiedlung werfen.

Sonnenbeschienen, Temperatur-gefährdend für die standorttypische Lebensgemeinschaft sommerkühler Bachoberlauforganismen und eng von intensiver Agrarwirtschaft begleitet, wären ein wesentliches Element zum Schutz und zur Verbesserung der Pinnau beidseitige Randstreifen mit standorttypischem Baumbewuchs, z.B. aus Erle, Esche und Flatterulme (mit den sich einstellenden, zugehörigen Begleitpflanzen). Dies wäre auch ein grundlegender Beitrag in Zeiten des Klimawandels zu notwendiger Anpassung an die laufende Entwicklung, sollen nicht zwangsläufig die Bachoberlauforganismen „weggedacht“ und in der Folge „weggemacht“ werden. – (Nicht nur) An dieser Pinnaustrecke wird interessant sein, ob Verhandlungen über Randstreifen – linksufrig, auf Gelände des Kreises Segeberg aufgrund einer Kreis-Initiative auch speziell förderbar – erfolgreich verlaufen werden. Das rechtsufrige Gelände, im Kreis Pinneberg liegend, bleibt selbstverständlich nicht vergessen.

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Ganz klar: Am Weltwassertag muss ich „Wasser gucken!“.

Wir sind angesichts Corona angehalten, keine Ansammlungen zu bilden und Abstand zu halten. Weitere Entscheidungen richten sich nach der Entwicklung der Lage und unserem Verhalten.

Bewegung an frischer Luft ist für die Gesundheit unverzichtbar, mögen die kommenden Beschlüsse von Bund und Ländern nicht zuletzt hierauf Bezug nehmen.

Das Wetter ist gut, der diesjährige Weltwassertag steht unter dem Motto „Wasser und Klimawandel“. Dazu wird mir beim Radeln sicherlich etwas einfallen, zumal ich im „Baumschulland“ unterwegs bin. Für die Grüne Zunft, die den Boden bearbeitet und zwingend auf hinreichend Wasser (aber nicht mehr) angewiesen ist, hat die WHO auf maßvollen Umgang, die dringend erforderliche Anpassung an den Klimawandel hingewiesen (diverse Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen haben sich in breitem, praxisbezogenem Themenspektrum auch damit befasst, Download Zusammenfassung).

Kleiner Rückblick auf den gestrigen Frühlingsanfang: angesichts geringer angesagter Windstärken als bisher haben wir die „Marini-Saison“ eingeleitet. Familie und Vorübergehende freuen sich.

Auf nach Pinneberg – es ist noch früh, ein ssssteifer Ostwind brrrist.

Und schon geht`s los – die WHO hat Recht. Im Umgang mit Boden und Wasser müssen die „grünen Berufe“ endlich durchweg Grundlagen akzeptieren und sich anpassen. Der bisherige Umgang mit Wasser und Boden ist allzu häufig inakzeptabel.

Es ist ein Kreuz! – Wo Landschaft ausgeräumt und zu Gegend gemacht wird (die Bundeslandwirtschaftsministerin hat die Begriffe verwechselt!), wird für „Agrar“ kein Platz mehr sein. Die Akzeptanz der Steuerzahler, pauschal zu subventionieren, schwindet.

Das ist Pinneberg, sonntags Richtung high noon – nicht normal?

Ja, wer die Ecke kennt, meint, sich zu vergucken! Der Blick geht von der Friedrich-Ebert-Straße Richtung Hans-Hermann-Kath-Brücke, nach rechts zweigt die Elmshorner Straße ab.

Für Nichteingeweihte und Fremde: das ist eine wesentliche Kreuzung in dieser verkehrsreichen Stadt. Normal sieht man hier nur „Blech“. – Offenbar halten sich alle sehr gut an die Corona-Hinweise. Wir sind gespannt, ob Bund und Länder das zu würdigen wissen.

Das vorherige Foto habe ich vorgezogen wegen des grundlegenden Eindrucks. – Real kreuze ich zunächst die belebte Mühlenau, Nebenflüsschen der Pinnau, über die Christiansenwegbrücke. Wo es vorher schlapp vor sich hin floss, beherrscht jetzt Turbulenz das Bild.

Blick bachauf nach Unterqueren der Bahntrasse – die belebte Mühlenau in der bekannten, gefällereichen Kurve.

Durch den Stadtwald Fahlt bin ich weiter geradelt, erreiche die Pinnau an der Brücke Hindenburgdamm. Der Kies ist noch da! Gut sieht er aus.

Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Einer der Kies-Aktiven sprach mich in den vergangenen Wochen an, er sei bei Tideniedrigwasser hier auf der Brücke gewesen – der Kies sei nicht mehr da! Die Lösung des Rätsels: Seit Februar hatten die wiederholt starken Niederschläge den Abfluss der Gewässer bis vor Kurzem stark erhöht. Dreimal wurde mittleres Hochwasser erreicht, erhalten gebliebene Hochwasserstauräume pufferten, so dass in Städten bachab keine Schäden entstanden. Dazwischen wurden mittlere Verhältnisse nicht erreicht, reale Tideniedrigwasserstände lagen über mittlerem Tidehochwasser, so dass auf online-Abbildungen die Tnw-Marke gar nicht sichtbar war. Dementsprechend war auch der Kies „weg“. [Falls jemand den Link nutzt: aktuell, 22. März, ist angesichts des Ostwinds und der niedriger als normal ausfallenden Flut- und Ebbe-Stände der Elbe hier in der Pinnau fast gar keine „Flut“ erkennbar.]

Wie gut, dass die Pinnauwiesen bachauf der Stadt – sie laufen nun langsam leer – vor Bebauung geschützt wurden. Die Hochwasserlage, wie in fast allen Städten mit Gier als Lenker der Bebauungsplanung, ist auch schon vor erkanntem Klimawandel weitgehend prekär gewesen.

Möge inzwischen allen ein Licht aufgegangen sein.

Bachab Hindenburgdamm: Hilfsweiser Hochwasserschutz an fehlgeleiteten Planungen der Vergangenheit – das ist wohl nochmal gutgegangen.

Von der Friedrich-Ebert-Straße blicke ich Pinnau-aufwärts. Möge auch hier für engste Innenstadtbebauung angesichts neuer Bauaktivitäten hilfsweise neue Rückhaltung von Niederschlägen und Abflüssen entstehen!

Auf dem Rückweg komme ich noch einmal an der Mühlenau vorbei. Wie in diversen Blog-Berichten zu lesen, hat hier am B-Plan Mühlenauquartier nicht nur die Planung mit Gewässerrandstreifen und Hochwasserrückhalt, sondern auch die Kooperation für eine lebendigere Mühlenau beispielhaft funktioniert. Besten Dank nochmals!

Auf der Piste Richtung Wedel begegne ich noch einem ganz wesentlichen Symbol.

Scharfen Auges wollen wir die Entwicklung unseres Umfelds, unserer Umwelt konstruktiv-kritisch weiter begleiten.

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