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Archive for Mai 2021

Der Ur-Beitrag vom 2. Mai beschäftigt sich mit gesägten Bäumen, dem Wert von Bäumen sowie der (verbesserungsfähigen) Wahrnehmung von Bäumen, insbesondere im bebauten Raum.

Selbst in turbulent fortschreitenden Zeiten des Klimawandels nehmen wir den Baum, die Allee, den Wald, nicht hinreichend wahr. Dabei gehört er zum über Jahrmillionen entwickelten, bewährten Kühlsystem der Natur, Hitzeinseln verhindernd – bei Einsicht: bestehende Hitzeinseln mindernd, bei Planungen vorsorglich vermeidend.

Es gab viele Weiterleitungen und etliche Diskussionen, nicht zuletzt über die Beispiel-Kalkulation im Beitrag über „einen Baum“ und sein Äquivalent, im Beitrag vom 2.Mai vereinfacht an einer Kugel-Betrachtung / -Berechnung dargestellt.

Immer klarer wird, dass wir in Sachen Rechnen, Mathematik einen Kulturwandel hinter uns haben. Im Netz danach gesucht – und gefunden!

Man soll Äpfel ja nicht mit Pferdeäpfeln gleichsetzen. Aber – Beispiel Baum – vielleicht den Apfel (als Teilwert eines Baums) mit einem „Erdapfel“, der Kartoffel.

Die alte, zu meiner Begeisterung fortgeschriebene Betrachtung über Veränderungen des Lernens, des Rechnens, des Umgangs mit der Mathematik am Beispiel der Kartoffel, verlinke ich hier.

Ich nehme an, die dort dargestellte Entwicklung ist nachvollziehbar. Wir sind auf einem anderen Stand als in den 1950ern. – Gleichwohl, viel Spaß !

Busch und Pappelreihe nahe Elbdeich – nachmittags, so um Sonnenuntergang.

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Ein Requiem ?

Kürzlich auf einer Rad-Tour an Mühlenau und Pinnau, Pinneberg – irgendwie sieht der südliche Bahnhofsvorplatz anders aus.

„… schönes Viertel …“ wirbt es vom B-Plangebiet „Mühlenauquartier“. Linker Hand … fehlen vertraute Bäume.

Anwohnerinnen und Anwohner haben sich dazu geäussert.

Sie sind wütend und traurig.

Und fragen sich, warum das so sein muss.

Die Stadt Pinneberg beschreibt das Geschehen hier.

Vor Ort geht es weiter.

Diese noch nicht alt gewordenen Bäume blühen nicht mehr.

Sie filtern keinen Staub mehr, produzieren keinen Sauerstoff.

Ganz davon zu schweigen, dass in der Klimadiskussion, gar beim Klimahandeln die Bedeutung von Bäumen, ihr Altern lassen von Politik und Verwaltung nicht hinreichend erkannt, wertgeschätzt wird.

Nehmen wir einen frei wachsenden Baum in der Nähe als Beispiel.

Eine ältere Rotbuche in der Nähe.

Sie hat einen Astradius von ca. 10 m.

Hier kann man sich konkret veranschaulichen, was rund um „den Baum“ so an Themen, Zahlen ansteht.

Planungen werben gern damit, dass gefällte Bäume ersetzt werden.

Wie – 1 : 1 ? Noch mehr Werbung für das Handeln wird dann mit Hinweisen wie „Für jeden gefällten Baum werden 2 nachgepflanzt.“ vermeintlich erzeugt.

In der oben verlinkten Pressemitteilung der Stadt Pinneberg liest sich das so „deutlich mehr und standortgerechtere Bäume neu gepflanzt als im Bestand vorhanden waren.
Die Fällung der Bäume und die Neupflanzung von Bäumen entsprechen dem gültigen Bebauungsplan und dem von den städtischen Gremien beschlossenen Projekt „Neugestaltung des südlichen Bahnhofsumfeldes“.“

Na, wenn das beschlossen ist, ist ja alles klar. – Alles klar?

Die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

Bäume können auch Mathematik sein. Ich weiss, manch eine(n) schmerzt die Erinnerung an dieses Fach in der Schulzeit. (Spätestens im Beruf wird allerdings klar, dass das Leben voller Zahlen und Berechnungen ist. Gleichwohl, wenn ich unserer Populisten und Narzissten bei den derzeitigen Personenküren so sehe und höre, scheint mir, dass statt „Berechnungen“ das Leben einiger eher von „Berechnung“ geprägt wird. – Cave canem! Für Nicht-Lateiner „Hüte dich vor dem Hunde!“)

Oft wird ein Baum ja als „Stock“, Stamm, linear, mit einer grünen Kugel drauf betrachtet.

Ok, es berechnen sich beim Radius (Astlänge, s. voriges Foto) r = 10 m

  • der Umfang u = 62,832 m = 20·π
  • die Kreisfläche A = 314,159 m² = 100·π
  • die Oberfläche O = 1256,637 m² = 400·π
  • das Volumen V = 4188,79 m³ = 1333,333·π
  • und vieles mehr … (und, sehr auffällig, immer ist – nein, nicht „der fiese Fis“, das fiese  π [Pi], „die Kreiszahl π“, mit dabei …)

Was soll der Quatsch?

Obige Zahlen sind leicht auf örtliche Realität zu übertragen. Ein Jungbaum mit vielleicht 1 m³ Kronenvolumen wäre also „im Doppel“ ultraweit davon entfernt, einen Altbaum zu „ersetzen“. Im Fall der Rotbuche, rein volumenbezogen betrachtet, wären um die 4.200 Bäume ein Ersatz. Bei Kosten pro Baum von ca. 200 € (Material, ohne Pflanzkosten) wären das also 840.000 €.

Für diesen, einen Baum.

Vielleicht hilft diese fiskalische Betrachtung dabei, den Wert eines stehen gelassenen, alten Baums in seiner geradezu unendlichen ökologischen Bedeutung zu erfassen.

Gern lasse ich mich in der Höhe kritisieren, korrigieren. Ein Vergleichsbeispiel  aus unverdächtiger Quelle zeigt, dass die Größenordnung stimmt.

Haben Sie mal, z.B. über die bekannten Internet-Quellen, Satellitenfotos im Hinblick auf die Parkplätze der von Ihnen besuchten Einkaufszentren angesehen? Stehen da Bäume – pro 4 Parkplätze vielleicht 1 Baum?

Wird in etwa solche Größenordnung in neuen B-Plänen schriftlich fixiert, für Altbestand Bau nachgefordert?

Wer gern „in English“ liest, findet greifende Stadtbeispiele in dieser kostenlos herunterladbaren Klima-, Wasser-Veröffentlichung „Water for the Recovery of the Climate„. – Wie so oft, „nix Neu`s“, wo aber, bitte sehr, angewendet in täglichem Umgang mit unserer bebauten Umwelt?

Noch ein Link zu „Der ökologische Wert von Stadtbäumen für die Diversität„.

Hilfe aus Hamburg, aus Dresden.

Bleibt die Hoffnung auf den Wonnemonat „Komm, lieber Mai und mache …“.

Und der Mai macht – mögen alle Planer und Abwäger, alle Zögerer und Zauderer auch zu Machern werden! Der Klimawandel wartet nicht.

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Ziel der Fahrt mit dem elektrisierten, feuerroten Spielmobil (vg. voriger Beitrag „… unterm Bundesadler“) war die ländliche Krückau. Wir wollten nachsehen, was sich inzwischen an Struktur und Besiedlung entwickelt hat.

Angang von der Hauptstraße aus.

Was für ein Berg (im zusammengesetzten Foto fast nicht erahnbar)! Bislang entnimmt der Wasserverband große Mengen Erosionssand.

Diese wahren Unmassen Erosionssand ergeben sich einerseits aus Flächenerosion im bebauten und unbebauten Einzugsgebiet. Zum anderen liefert die Krückau selbst, bzw. das Verhalten ihrer Anlieger mit Nichttolerieren des erosionsschützenden Baumsaums ganz erhebliche Anteile, wenn inzwischen (so die Erfahrungen aus Niedersachsen) nicht sogar die Hauptmenge. Es resultieren überbreite Bachprofile, die strukturbildende Kraft des Bachs schwindet entsprechend. Noch vorhandene Fischunterstände an Wurzeln der Bäume bzw. Baumsäume werden / sind zugesandet.

Sowas kann mit instream-Anstößen Richtung Naturnähe verbessert werden – keine neue Erkenntnis (Link zu Text aus 1998).

Das klappt selbstverständlich auch an der Krückau – Lenken der Erosionssanddecke.

Hier mit ergänzendem Unterwasserlenker: Freispülen von Baumwurzeln.

Siehe da, da ist ja noch was! – Freispülen vorhandener Kiese.

Kooperation Kies und Aufrechter Merk / Berle – ein vielfältigeres Bachbett entsteht.

Einengen des überbreiten Profils durch Kiesrausche – Rausche-Kolk-Abfolge entsteht, der Erosionssand wird seitlich beruhigt abgelegt.

Was sagen die Tierchen, Wirbellose Bewohner des Moränenbachs?

Aus der bewegten Erosionssanddecke wasche ich Grobsand und Feinkies frei. Die Tierchen sagen … GAR NIX, gar keine drin.

Nicht umsonst wird bewegter Erosionssand, der besiedelbare Fläche auf der Sohle und im Uferbereich überdeckt, das „Leichentuch des einst lebendigen Bachs“ genannt.

In seitlich beruhigten, neu entstandenen Räumen liegen Laub- und Totholzstückchen. Flohkrebse sind „gut drin“.

Bei näherem Hinsehen … – da hat sich, links unten, doch eine Libellenlarve der Calopteryx-Gruppe in Sicht begeben.

Auf Lehm nebendran finde ich Zweiflüglerlarve und Kleinmuscheln der Gattungen Sphaerium und Pisidium.

Und im Kies tobt es nur so von Bachflohkrebspaaren. Der Nachwuchs ist gesichert.

Neben den gezeigten Organismen fanden sich etliche Eintags- und Köcherfliegenlarven. Da ich die weisse Schale nicht mitgenommen hatte, in deren Wasser sie gut erkennbar wären, sind die diesmal nicht darstellbar.

Selbstverständlich wir bei jedem Besuch das untere Ende der Bekiesungsstrecke kontrolliert. Das Einleitungsrohr eines Entwässerungsgrabens liegt frei – der Rückweg zum Auto kann beginnen.

Neben der „Bundesstander“-Wahrnehmung des vorigen Beitrags begeistert mich noch etwas.

Ich begrüße zwei freiheitsliebende Hühner auf Futter-Exkursion und verabschiede mich gleichzeitig von ihnen.

Das Bekiesungs-Experiment ist gelungen. Die Kiesdepots lassen wir in Erwartung von (hoffentlich bewegenden) Hochwässern erstmal so liegen.

Angesichts offenbar zur Laichzeit der Meerforellen und der Flussneunaugen nicht stattgefundener Passagen von Laichtieren der Saison 2020 / 2021 über die Fischtreppe Barmstedt (zur Erinnerung: die war kaum gefüllt angesichts ständiger Niedrigwasserführung und erst Ende Dezember einsetzenden leicht höheren Abflusses!) ist es um so dringlicher, bachab Barmstedt Laichkiese zur Verfügung zu stellen. WRRL- und FFH-Ziele sind ohne zielgerichtetes Handeln nicht erreichbar.

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