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Archive for 20. Oktober 2020

Die Ekholter Au, Krückau-Einzugsgebiet, wird stellenweise von standorttypischem Grün begleitet.

Dieser Eindruck gilt leider nicht für weite Strecken des Bachverlaufs. Die Ekholter Au beginnt im Bereich des ehemaligen Liether Moors, seit Langem genutzt, dann intensiv entwässert zum Steigern der Agrarproduktion – mit den resultierenden Eisenfreisetzungen durch Stören des Bodenwasserhaushalts und, daraus resultierend, der Bodenchemie. Zu dieser bundesweit grassierenden Thematik haben Wasserwirtschaft und Bodenschutz bis heute kein Konzept – bzw. werden von Lobby-getriebener Politik daran gehindert, Wissen in Handeln umzusetzen.

Der Bachlauf wurde extrem ausgebaut und unterhalten, vor Jahren vorgenommene Durchgängigkeitsverbesserungen durch Beseitigen von Wehren und Abstürzen reichen zur Wiederbelebung nicht aus.

Im bebauten Raum findet sich auf diese Negativsituation aufsattelnd Vieles von dem, was man sich so vorstellen kann. Von dicken Rasenschnittablagerungen im Ufer- und Böschungsbereich über ungenehmigte Wasserentnahmen, Beseitigen naturnaher Gehölze, statt dessen Anlegen und „Pflegen“ parkartiger Kunstbepflanzung, Bebauung bis auf die Böschungskante (mein Spruch in Vorträgen „Zeig mir dein Bachufer und ich sage, welchen Beruf du hast bzw. deine Verwandtschaft und Nachbarschaft“) – und Weiteres mehr.

Daher hier also ein erster, größerer Versuch Richtung positive Veränderung. Wie im Beitrag vom 2. Oktober für die Mühlenau geschildert, wurden auch hier per Flatterbandzipfel Schüttorte gekennzeichnet.

Die anzufahrenden Punkte sind gut erkennbar.

Das Profil der Ekholter Au ist extrem tief und überbreit – Hochwasserbreite erstreckt sich bis in die Sohle. Ein völlig untypisches Kastenprofil ist das Resultat.

Im während der langen, andauernden Niedrigwasserphase eingewachsenen Gras kann erkannt werden, welche Niedrigwasserbreite der Bach tatsächlich benötigt. Diese Extremsituationen berücksichtigt Gewässer-Restaurieren in Deutschland an den meisten Orten bis heute nicht.

Positiv im überbreiten, übertiefen Profil stellt sich stellenweise der Baumsaum dar.

Hier zeigen Nicht-Erlen (Erlen senden ihre Wurzeln unter Wasserhorizonte) die tief liegende Mittelwasserlinie an. Auch die extreme Ockerbelastung der Ekholter Au ist erkennbar.

Bei kleineren Tests bachab wurde auf die Eisenocker-Situation bereits eingegangen. Bachname in „Suche“ eingeben, so können diese Beiträge aufgerufen werden.

Hoffnungsvoll stimmt trotz alledem, dass standorttypische Unterwasservegetation, hier Wasserstern, in Spuren erhalten geblieben ist.

Bei strukturellen Verbesserungen ist also auch biologische Aufwärtsentwicklung zu erwarten. Auch für die ausgewählte, mehrere hundert Meter lange Strecke der Ekholter Au hat das Land Schleswig-Holstein die beantragten 150 t Kies bewilligt – besten Dank allen Beteiligten!

Vor nun einer Woche war der Aktionstag gekommen – Morgennebel in der Anfahrt weicht der Sonne.

Ich treffe, ca. 1 Std. nach Arbeitsbeginn, auf geschäftiges Treiben. Intensiv genutzte Mähwiese mit gut befahrbarem Untergrund bis an den Bach erleichtert den Einsatz.

Wo solches Gerät mit kundigen Fahrern eingesetzt werden kann, geht die Arbeit schnell von der Hand.

Punktuell werden die markierten Stellen angefahren.

Neben zwei Muldenkippern ist auch ein „normaler“ Ladewagen im Einsatz.

Punkt eingewiesen, rückwärts anfahren …

… und kippen. Ein Schüttwinkel ergibt sich als Wasser-Land-Übergang im übertiefen, überbreiten Bachprofil.

Der Einweisende (pro Ladung sind zwei Punkte zu beschicken) muss sich sputen, beim Wechsel der Fahrzeuge mitzuhalten.

Kurven-Aspekt – DAS sieht aber nach VIEL aus!

Wohl dem, der genug Intuition und Erfahrung hat, Perspektive von Realität zu unterscheiden und sich Baustellensituation Richtung Entwicklung vorstellen zu können. – Allzu viele zeitfressende Diskussionen erwachsen aus mangelnder Erfahrung (was könnte in diesen „verlorenen“ Zeiten alles realisiert werden !?! – Bitte nicht missverstehen: dies richtet sich nicht gegen – auch intensive bis harte – Fachdiskussion).

Diesseitige Totholzgroßstrukturen werden vor übermäßigem Strömungsangriff geschützt, so weitere Jahrzehnte erhalten.

Auch zwischen diesseitigem Busch- und Baumbestand werden Anfahrpunkte genutzt.

Potentielle, früher vorhandene Fischunterstände werden nun wieder angeströmt.

Wir gehen davon aus, auch die unerträgliche Eisen- / Waschwasserähnliche Situation positiv beeinflussen zu können.

Dazu werden gelegentlich Turbulenz-erzeugende Sohlstrukturen aus den Schüttwinkel-Depots geharkt bzw. geschaufelt. Turbulenz und daraus resultierener erhöhter Sauerstoffeintrag kann helfen, das Eisen schneller in eine weniger schädliche Form überzuführen.

Der Vormittag schreitet voran, die Jacke hängt schon länger …

Nach 3 Stunden ist der Kies untergebracht. Gleichzeitig mit mir nach Abgehen der Gesamtstrecke starten Holzwerber auf den Heimweg (es galt einen auf der Wiese liegenden Sturzbaum zu nutzen).

Letzte Flatterbandstöckchen werden eingepackt.

Blick über die größere Teilstrecke. Das hat ja prima geklappt!

Die Krückau ruft – mit 2 Einsatzstellen. Dazu demnächst mehr.

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