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Archive for September 2020

Bei der Anfahrt zeigte sich einmal mehr das Dilemma, in dem wir stecken. Großflächige Beregnung – wie steht dies zu Wettersituation und Klimawandel?

Die Entnahme von Wasser aus den oberflächennahen Grundwasserleitern – die aus anderen sicherlich genau so – gehört dringend vor dem Hintergrund der lange sichtbaren Entwicklung unserer Gewässersysteme auf den Prüfstand. Dabei sind geologische Überlegungen und Einschätzungen zum „Wasserdargebot“ (wir werden noch immer als „Wasserüberschussland“ bezeichnet!) zu überprüfen. Bislang spielt der notwendige Schutz für Abflüsse aus Quellen, in Bachoberläufen offenbar für die Praxis so gut wie überhaupt keine Rolle ! ? ! ?

Das – wieder einmal seit Frühjahr „fliessende“ – Niedrigwasser unserer Bäche und Flüsse zeigt die Strukturlosigkeit, Übertiefe und Überbreite der heutigen, lebensfeindlichen Situation.

Im Fach-Jargon heisst sowas „hmwb – heavily modified waterbody“, also „erheblich modifiziert“. Das hört sich fast nett an. – Ich nenne es üblicherweise deutlicher: „hingerichtete Gewässer“.

Wir fangen am Erosionsabriss bachab der Brücke an. Schon liegt die erste Schaufel Kies linksufrig im Bachbett.

Aufgrund der beengten Situation im Umfeld lagert der Baggerführer den gesamten Kies auf diesen Punkt um.

So „sind wir von der Straße weg“. Die Arbeit kann vom Ufergrundstück aus Stück für Stück bachab erfolgen.

Das Arbeits-Depot wächst.

Währenddessen gucke ich mir das Bachbett näher an. Allüberall auf den Sandbänken sind gut erhaltene, frische Otterspuren erkennbar. Toll!

Diese, technisch durch alte Bongossiwand verunstaltete Kurve ist Hauptziel unseres Einsatzes.

Vorhandene Bäume werden wir ebenfalls durch Kiesschüttung schützen, so längerfristig erhalten.

Spuren von Wasserstern lassen ein gutes Potential erkennen, bei Verbessern der Sohle standorttypische Unterwasservegetation zu entwickeln.

Das gilt auch für den Aufrechten Merk / die Berle (je nach Sprachgebrauch).

Rost und Waschmaschinenwasser (Eisen in diversen Umwandlungsformen) – auch die gestörte Boden-Wasser-Situation wird durch Turbulenz und große, aktive Oberflächen verbessert werden.

Der punktuell abgeladene Lkw Kies ist inzwischen fast vollständig ins Arbeits-Depot überführt.

Restmengen Kies legen wir in die Erosionsstellen unmittelbar bachauf der Brücke, am linken Ufer …

… und auch am rechten. – Gut, wenn geeignetes Gerät vor Ort ist (den Künstler an der Lenkung und Steuerung des Ganzen nicht zu vergessen!).

So kann es also ans Gestalten der Strecke gehen.

Der erste Baum erhält seine Schutzschüttung. Diese wird den Erosionsangriff am Ufer mindern.

Noch sieht die Bachsohle fast durchgängig so aus. Alles, was Leben zulassen würde, ist von bewegtem Erosionssand über schichtet.

Der erste, als Rausche gestaltete Lenker wird angelegt.

So sieht er bald in rauer Ausführung aus.

Den Ausgang der mit alter Bongossiwand bestückten Kurve werden wir zunächst einmal weiter beobachten.

Ein zweiter Lenker, ebenfalls als Rausche ist bachab fertig.

Diese erste Kiesladung ist gut untergebracht. Wir warten ab, welche Entwickung Herbst und Winter mit den doch hoffentlich zu erwartenden Hochwasserabflüssen bringen wird.

Vorweg wird aber mit Harke noch feinprofiliert – hier die Mühlenau bei NNW an der unteren Rausche, Blick bachab.

Auch dieser geringe Abfluss ist durch den Kieseinbau in der Lage, bei Durchtritt und Überfliessen spannende Sedimententmischungen zu produzieren. – Die Eigendynamik des Bachs ist geweckt.

Blick aus Richtung Brücke bachab, links vorn der Schutz des ersten Baums.

Die Regenwasserzuläufe haben wir selbstverständlich …

… frei abfliessend hinterlassen.

Die Baustelle wird ordnungsgemäß verlassen, der Zaun an der Durchfahrt wieder hergestellt, die Kiesschüttstelle des Lkw plan gezogen.

So kann der noch junge Herbsttag weiter seinen Gang nehmen.

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Im Frühjahr hatten wir eine heftige Erosionsstelle im ländlichen Raum mit erstem Kies versehen (vgl. Bericht vom 30. April). Inzwischen hat diese Stelle eine Menge Aufmerksamkeit erfahren. Und so kam es, dass der Wasserverbandsvorsitzende Ende des Sommers einen Anruf erhielt „Da oben habt ihr so schön gearbeitet. So möchte ich das für mein extrem erosionsgefährdetes Ufergrundstück auch haben.“.

Das soll dann so sein. Lebensraumverbesserung in Kombination mit Verringern übermäßiger Erosion ist immer unser Ding. Schnell war geklärt, wer die Kosten für Kieskauf übernimmt und wer für die Arbeit.

Vorgestern bekam ich einen Anruf, der Kies sei vor Ort. So verabredeten wir uns spontan für heute Morgen, 9 Uhr.

Der Künstler mit geeignetem Gerät und ich kamen fast gleichzeitig an. Der Kieshaufen erschien uns für einen 4-Achser Lkw (18 t Kies) fast klein.

Manchmal merkt man aber erst am Ende, wie viel man – schnell ! – geschafft hat.

Wie das Ganze weiter ging, berichte ich wohl erst nächste Woche.

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Das sonnige Herbstwetter begeistert nicht nur Menschen von jung bis alt. So sahen wir, kurze Fußwanderung während einer Rad-Tour über allzu wurzelreiche und steinige Holperstrecke, eine junge Blindschleiche, sich sonnend mitten auf dem Wander- / Radweg. Sowas führt schnell mal zum Tod, wie kürzlich an einer plattgefahrenen jungen Ringelnatter beim Vorbeifahren anderswo gesehen.

Das Tierchen fand die aufgewärmte freie Sand- / Steinfläche ganz ausgezeichnet. Wären wir hier nicht gerade zu Fuß unterwegs gewesen, hätten wir sie sicher nicht gesehen, sie vielleicht gar überrollt.

Damit sowas nicht so bald vorkommt – die Blindschleiche wird selbstverständlich solch begehrten Sonnenplatz wieder aufsuchen -, stuppsen wir sie am Hinterende an.

So, sie verschwindet im Grün des Wegrands.

Erstmal gerettet. Von vorn nahen Radler, auch wir steigen wieder auf und setzen unseren Weg fort.

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Kürzlich fragte eine Nachbarin, sie sähe keine Störche mehr auf dem Nest einer nicht weit entfernten Stadt – wo die denn wohl geblieben wären?

Na, die werden wohl auf der Reise ins Winterquartier sein?! So hatte ich 2017 im August bereits Ansammlungen von fluginteressierten Störchen nahe Holm gesehen. – Kurz nach dem Nachbargespräch meldete sich der seit Frühjahr stille Newsletter „Störche auf Reisen“, offenbar ein Bisschen verspätet. Die Weißstörche sind schon weit geflogen, einige der Senderstörche bereits am Ziel angekommen!

Nun sind Senderstörche sicherlich nicht alles, was die Storchenpopulation zu bieten hat …

Gestern in der Holmer / Hetlinger Marsch – im Foto 2 von 4 Weißstörchen.

Es sind also noch etliche Tiere im Bereich der Brutgebiete, nehmen sich noch Zeit.

Weiter in die Marsch über den Lanner geblickt – jenseits des Rindes halten sich ein Schwan sowie etliche große Gänse auf, dahinter 2 Silberreiher auf.

Nebendran auf der Wiese streiten sich zwei Graureiher, ein kleiner Luftkampf folgt.

Was auch immer der Anlass war, Futter, Standplatz? – nach einer Weile ziehen die beiden Streithähne ab.

Am Alten Heuhafen Hetlingen, aufgrund der Trockenheit um 1 m runtergeschrumpft und völlig Entenflott-bedeckt, steht ein Graureiher auf einem Baumstamm.

Der interessiert sich überhaupt nicht für mich, dafür offenbar um so mehr, ob sich das Entenflott (bzw. etwas darunter) bewegt.

Nix erwischt – mal ein Bisschen vortasten.

Neuer Standplatz, neue Aufmerksamkeit.

Ich radele weiter.

Hinter dem Elbe-Hauptdeich treffe ich wieder Graugänse, ganz cool …

Seit geraumer Zeit halten sich hier zwischen Wedel und Hetlingen wohl an die 1.500 Graugänse in Gruppen von je 50-200 Tieren auf. Radler stören sie wenig – auch wenn sie zahlreich auftreten. Zwei Tage vorher, „andersrum“, die Sonne im Rücken, sah die Begegnung wie in den nun folgenden Fotos aus.

Fährmannssand Richtung NABU-Vogelstation – Hetlingen, Graugänse auf der Deichverteidigungsstraße und nebendran.

Wir kommen näher.

Nur die nahen Tiere weichen etwas aus.

Und näher … – die werden doch …

Ok, ihr Radler, wenn`s denn sein muss …

Zurück zur Ausgangsfahrt – jede Menge Stare, etliche Kiebitze und viele Arten mehr sind jetzt reisend und rastend hier in der Marsch unterwegs.

Kurz vor Schluss meiner Tour, in der Marsch vor der Wedeler Geestkante, gleich querab vom Theaterschiff Batavia, steht ein einzelner Weißstorch, ruhend, sich sonnend.

Vor weiteren Aktivitäten wird das Gefieder geordnet.

Weißstörche werden wir 2020 hier wohl bald nicht mehr zu sehen bekommen. Wir sind gespannt, wie sich die bald zu erwartenden Massen von Nonnengänsen mit den dieses Jahr so zahlreichen Graugänsen arrangieren werden.

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Zwei Pfauenaugen – und noch ganz viele – gucken uns an bzw. sind zu sehen.

So gucken Pfauen(augen) bzw. so sehen sie alle in ihrer Ähnlichkeit und Verschiedenarigkeit aus.

Aber – das Foto stammt doch aus dem Vogelpark Niendorf, aufgenommen vor einem Vierteljahr während des Haffkrug-Kurzurlaubs!?!

Gestern nun waren wir in Buxtehude – das gute Wetter und die Lühe-Schulau-Fähre hatten uns mit Rädern gen Süden gerufen.

Boahhh, unverkennbar – es herbstet! Nebel noch um 11 Uhr am Willkommhöft. Die Lühe-Schulau-Fähre liegt bereit.

Nach guter Überfahrt und 1,5 Stunden Radeln – mal auf anderer Strecke, vielleicht dazu demnächst mehr – erreichen wir Buxtehude, sonnig.

Der Hase guckt, wo denn der Igel jetzt wohl schon wieder vor ihm angekommen ist …

Nach guter Mittagspause mit Speis und Trank gehen wir anschliessend in lokalem Garten gleich zu Kaffee und Kuchen über – wir wollen die Fähre um 17.10 Uhr am Anleger Lühe erreichen.

Und da gibt es allerhand zu sehen, unter anderem eben: Pfauenaugen!

Pfauenauge in Buxtehude.

Angesichts der Schmetterlingsarmut im Sommer 2020 und speziell des späten und seltenen Auftauchens von Pfauenaugen im Umfeld Wedels stelle ich jetzt einen Gutteil der Fotos ins Netz. „Nebenbei“ labten sich ein paar Kohlweisslinge und ein (?) Admiral an herbstlicher Blütenpracht.

Diese Buddleia wird nach der Erstblüte beschnitten und blüht dann gern in kleineren Blütenständen im Herbst nochmal.

Mal was anderes: Pfauenauge von unten, an Sonnenhut.

Pfauenauge Buxtehude.

Pfauenauge Buxtehude.

Pfauenauge Buxtehude.

Und Tschüss!

Wir hatten was vor uns … gut Gegenwind …

… und der war heftig! Und die Klappbrücke war auch oben, jetzt schon wieder. – Das Foto von Bord aus zeigt: Wir sind trotz allem (gerade noch) rechtzeitig am Anleger angekommen.

Und so klingt ein schöner Tag (Konditions-gestärkt!) – nicht nur für uns – aus.

Mal sehen, ob`s das mit unserer diesjährigen Fähren-Saison war.

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Vor einem Vierteljahr, 14. Juni, beschrieb ich ein paar Eindrücke des gerade zu Ende gegangenen Urlaubs in Haffkrug. Danach ging die Zeit drüber hin …

Ich hatte angenommen, aus der Vielzahl Fotos in mehreren, dicht aufeinander folgenden Beiträgen komprimiert unterschiedliche Aspekte der in kurzer Zeit gewonnenen vielen Eindrücke ins Netz zu bringen. – Anderes, unter anderem mehr Bach- und Kies-Aktivitäten als erwartet stoppten das. – Nun denn …

Wolkenfront, Sonne auf leerem Sandstrand – „damals“ war die Zeit, als Tagestourismus noch verboten war.

Wir übten an der ungewohnten Situation in der Gastronomie und anderswo. – Im Nachhinein müssen wir sagen, wie für die meisten Mitmenschen und Deutschland generell: Offenbar wurde da etliches richtig gemacht.

Mit dem Rad sind lokale Besonderheiten, hier der Wald-bewachsene Moränensteilhang im Süden (Scharbeutz ff.) schnell erreicht.

Das gilt genauso für die Moränenhochfläche mit Steilküste im Norden, Sierksdorf. An das hier im Foto Mitte Juni neben Mohn blühende Kleine Löwenmäulchen erinnerte ich mich, als ich den vorigen Beitrag „Vorherbstfarben am Bach …“ schrieb.

Und angesichts nicht zu starken Menschengewimmels sowie der Jahreszeit („damals“) gab es allerhand Vögel und bunte Vegetation zu sehen.

Junge Silbermöwe am Strand, …

… recht zutraulich.

Die erwachsenen Silbermöwen guckten sich die Gegend oft aus luftiger Höhe …

… oder vom Wasser aus an – im Zweifel immer Futter oder – Leute, lasst das – Gefüttertwerden im Sinn.

Seltener kam die Mantelmöwe ins Blickfeld.

… während sich trocknende Kormorane an den „richtigen“ Stellen zwangsweise regelmäßig zu betrachten waren (sie müssen halt zusehen, dass sie wieder trocken werden).

Nicht deutlich auszumachen: vor dem Kormoran sitzt ein Austernfischer auf einem Findling.

Kleinvögel wie Meisen, Spatzen und Bachstelzen führten regelmäßig vor, dass sie AbschreckungsPlastikraben auf Häusern eher interessant finden.

Auch lädierte Flügelträger kommen dem Radler gelegentlich in den Weg – hier ein größerer Käfer, wohl der Schröter.

Im Übergang zum Blumigen zeige ich noch Hundefreuden am Strand vor dem Sierksdorfer Moränensteilhang.

Mehrfach sind wir dann auf dem Plateau seeseits des noch geschlossenen Hansaparks gewesen. Der Wanderweg musste nicht mit allzu vielen Spaziergängern und Radlern geteilt werden.

Das war eine gute Jahreszeit. Zwar sah das Auge des Betrachters nicht allzu viele Insekten trotz ausreichender Temperatur, zahlreiche die Fläche überfliegende Uferschwalben zeigten aber an, dass hier allerhand zu holen war.

Wir haben nicht die blühenden Arten gezählt …

… allein die Optik der Fotos zeigt: hier war richtig was los.

Nichts los in diesem Sommer 2020 war am Liguster – verglichen mit dem massenhaften Distelfalterbesuch in 2019.

Wie es an den Küsten weiterging, ist hinreichend bekannt. Zum Ende unseres Urlaubs, im Wegfahren, wurden Tagesbesuche freigegeben. Straßensperren und andere geeignete Maßnahmen wurden gesucht und gefunden, um zu dichtes Strandgedränge zu verhindern. – Wenn ich mir die Corona-Landkarte in ihrer zeitlichen und flächigen Veränderung so ansehe und rückerinnere, finde ich auch hier: Gut gemacht! Möge es weiter klappen!

Auf gute Gesundheit!

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Gelbgrün leuchtet Hopfen vor Dunkelgrün der Haselnuss.

Der Dost ist verblüht, zwischen Staudenbestand wächst junge Erle auf.

Links wächst eine rot blühende Pflanze ins Licht, dazu später mehr.

Die Restaurierungsarbeiten mit Kies haben sich aus vielerlei Gründen bewährt. Unter anderem stabilisieren sie den Abfluss in trockeneren Zeiten.

Auf der Rausche sind Erlenblätter aufgrund der neu geschaffenen Rauigkeit zurückgehalten, grün. Die Schwarzerle kann es sich leisten, nicht wie andere Bäume möglichst viel Inhaltsstoffe aus den Blättern vor deren Fall zurückzugewinnen – sorgen doch die Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln für reichlich Nährstoffgewinn.

Solch raue Stellen mit zeitweisem Blattrückhalt zeigen, dass Blattfall von Sommer an stattfindet – nicht so massenhaft wie im Spätherbst. So haben die Bachflohkrebse als „Schredder“, Transporteure fester Biomasse in kleinere, auch von anderen nutzbare Größen, regelhaft Nahrungsnachschub.

Rot als Farbe prägt derzeit vielerorts das Grün.

Letzte Weidenröschen vor verblühtem Dost.

Pfaffenhut vor Erle.

Weißdorn vor Erle.

Brombeere vor Erle.

Mal sehen, ob die Früchte in dieser Saison noch schwarz und reif werden.

Das Rot noch vereinzelt blühenden Blutweiderichs habe ich verpasst zu fotografieren (vielleicht habe ich mich bei IMG_8606 verguckt? – dann hätte ich die letzten Weidenröschen verpasst).

Lange vermisstes Gelb ist nun auch erschienen.

Da ist es ja, das Gemeine Leinkraut! Seit Wochen guckten wie vergebens danach, vgl. Beitrag vom 31. Juli 2019.

Vielleicht ist es aufgrund der Trockenheit erst jetzt, nach mehrfachen – wenn auch wenig ergiebigen – Schauern wach geworden.

So eine Riesenhummel wie im Vorjahresbeitrag ist auch wieder zu sehen. Die hat offenbar momentan aber anderes zu tun, als sich um die Blüten zu kümmern.

Zum Glück hier nur gelegentlich wachsendes Drüsiges Springkraut (das Rot im Foto weiter vorn) reissen wir aus.

Als „invasiver Neophyt“ kann es heimische Pflanzenbestände und zugehörige Tierwelt erheblich beeinträchtigen. Abhilfe ist leicht möglich.

Wenn es erst ganze Grundstücke besetzt, hilft nur Konsequenz – mindestens das Mähen vor beginnender Blüte.

Da die Blüten nacheinander aufgehen und entsprechend die Samenbildung nach und nach fortschreitet, ist „wohlmeinendes“ Blühenlassen und „Mähen dann“ kontraproduktiv.

Zweifellos sind die Blüten nicht nur für Insekten attraktiv – und die prallen Samenstände für Experimentierende.

Huh! Pling, plong fliegen den zu passender Zeit Anfassenden die zahlreichen Samen beim Zerplatzen der Aussenhülle um die Ohren – Springkraut halt.

Auf meiner Homepage (div. Beiträge und Downloads) sowie in vielen Blogberichten hier schreibe ich über die Bedeutung standorttypischer Randvegetation von Bächen und kleinen Flüssen. Nicht zuletzt der Halbschatten ist hinsichtlich Sommerkühle und Mindern übermäßiger Pflanzenproduktion IM Bachoberlauf von großer Bedeutung.

So ist auch dieses, an sich standorttypische Gelbgrün des Wasserstern schlicht zuviel. Mit dieser Art und Menge Biomasse kommt das System nicht klar.

Pflanzensukzession im Randstreifen, ggf. nachhelfend auch Pflanzen von Jungerlen, wird einausgewogeneres Verhältnis höherer Pflanzen zu den eigentlich charakteristischen Schwachlichtalgen in solcher Bachstrecke herstellen helfen.

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Gestern war also der Tag, an dem die Peking, eine 1911 nach Bau in Hamburg als Viermast-Frachtsegler gestartete „Stahlbark“, nach Hamburg zurückkehren sollte. Zuvor war sie, verrottet als Museumsschiff in New York, von Aktiven aufgekauft worden. Sie wird als Teil des maritimen Erbes angesehen, wurde mit Bundesmitteln überführt und „aufgearbeitet“ – Ziel der (letzten ?) Reise war nun das Hafenmuseum Hamburg, Hansahafen.

Da wollten wir einen Blick über den Deich riskieren.

Morgens passierte der russische Dreimaster Shtandart Fährmannssand gen Nordsee.

Wie marinetraffic später zeigte, war das keine Fahrt, um mit der Peking abends im Hamburger Hafen einzulaufen. Statt dessen wurde Helgoland angesteuert.

Das gestrige Geschehen um die Peking wurde vom NDR dokumentiert inkl. Zeitplan, der uns Küsten-Touristen lenkte. Für interessierte, daheim Bleibende eignete sich ein Livestream. Ab 15.30 Uhr startete die Peking, von Schleppern gezogen, mit auflaufendem Wasser nach Pause in Twielenfleth. Frühmorgens hatte sie die Werft am Unterlauf der Stör verlassen.

Wir radelten also nach Hetlingen.

Auf dem Elbe-Hauptdeich, Hetlingen – da muss ja was los sein!?

Die Rinder hinter dem Deich lässt das Geschehen kalt.

Etwas seitlich lichten sich die Reihen – Platz für uns. Die Blicke gehen Hamburg-wärts – kommen wir zu spät?

Da ist sie ja, die Peking!

Bereits hier sind zahlreiche Begleitschiffe mit von der Partie.

Auch Passagierschiffe sind dabei.

Neben privaten Segel- und Motorschiffen fahren etliche Museumsschiffe mit, hier der Ausstellungsfrachter Bleichen, 85 m.

Aus Hamburg zieht dem Convoy der Containerfrachter Cap San Nicolas, 333 m, entgegen – seewärts. Bei auflaufend Wasser liegt das Fährmannssander Süßwasserwatt noch weitgehend frei.

Man begegnet sich.

Auch zwei Graugänse wollen sehen, was elbseitig des Deichs los ist.

Wir radeln Richtung Fährmannssand.

Graugänse dicht an der Deichverteidigungsstraße weichen uns etwas aus.

Die sich dichter am Deich aufhalten, lassen sich nicht stören.

Nicht nur auf dem Wasser und dem Boden, auch in der Luft ist was los.

Die Schafe – wie die Rinder – lassen sich davon nicht beeindrucken.

Sieh an, die Peking, kurz bevor sie, vorbei am Yachthafen Wedel (dem „Hamburger Yachthafen“), hinterm Horizont verschwindet.

Jenseits des Priels im Süßwasserwatt ist hinten das Feuerschiff Elbe 3, 41 m, zu erahnen.

Richtung seeseitigem Horizont verschwindet die Cap San Nicolas entlang des Schifffahrtskanals jenseits des Süßwasserwatts.

Ein Greifvogel patroulliert entlang der Wasser- / Landgrenze.

Nahrung gibt es hier …

Wir radeln durch die Marsch Richtung Wedel, auf der Geest.

Schaf mit eifrig pickendem Starenschwarm. Die Zeit der beeindruckenden Künstflüge der Stare hat begonnen.

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So lagen 2 Lkw Kies morgens unmittelbar am Ufer der Pinnau – geschützt. Vorn ist eine Viehtränke zu erkennen.

Wie im vorigen Artikel beschrieben, der das linksufrige Bekiesen einer Rauen Rampe darstellt, sollte noch ein großer Drehkolk auf Wunsch von Wasserverband und Wasserbehörde uferseitig entlastet werden. Im ersten Angang hatten wir, vgl. Bericht vom 5. Juli, es hier am linken Ufer mit Teilbekiesen der Seiten und Fixieren einer mittigen Reststruktur aus der Herstellungszeit (Durchgängigkeit vom Wehr zur Rauen Rampe, Anlegen des Sandfangs bachauf) bewenden lassen.

Hier, bachauf gesehen, der große Drehkolk. Er entwickelte sich über Jahre, hatte seit Längerem die mit Pfählen „gesicherte“ gerade Ausbaulinie durchbrochen.

Im Foto zu erkennen ist unsere Unterbrechung der Drehströmung landseits der verbliebenen Pfähle von Anfang Juli durch inzwischen teilbewachsene Kiesschüttung. Der weiter hinten sichtbare Kies ist eine der beiden Seitenentlastungen.

Ergänzend sollen nun die beiden kiesfrei gebliebenen Partien bekiest werden.

Den Saugschlauch der Viehtränke legten wir sicherheitshalber für die Arbeitsphase auf Land.

Der Telelader Merlo fährt seine beladene Schaufel über den Zaun …

… senkt ab und lässt den Kies ufernah in die Pinnau rutschen.

Nach Beschicken des Punkts bachauf ist nun der abwärts liegende Punkt dran.

Schon erstaunlich, was so ein Kolk bei seitlicher Zugabe schluckt. Der Kies rutscht und rutscht, bis sich der Schüttwinkel aufbaut.

So wirklich überraschend ist das nicht, schliesslich „baut“ man in einem Gewässer, schon gar in einem gestörten, so stark Erosionssand führenden, einen Kolk, ein Strudelloch, nicht! Der entsteht aus Hydraulik – aus dem „stillen Wasser“ (ist ein „stilles Wasser“ wirklich immer tief??) wird mit Abflusssteigerung Richtung Hochwasserführung eine Bestie.

Diese vereinfachte Darstellung des Verhaltens von Kolken und Rauschen bei Änderung der Wasserführung habe ich, basierend auf Versuchsdaten des amerikanischen Fachmanns Thomas Lisle (1979), skizziert.

Wer sich im Wasserbau nicht auf diese Grundlagen einlässt, wird die „Bestie“ nie dressieren können. Das ist in unserer hochgenutzten Kulturlandschaft an den meisten Stellen aber erforderlich. Beste Lösung wäre zweifellos, die Sohlhöhe der extrem eingeschnittenen Entwässerungskanäle Richtung Naturnähe wieder anzuheben, eine Grund-Sohlstruktur zu entwickeln und dem Gewässer dann zur Eigenentwicklung Raum zu geben.

Das allerdings ist für ALLE Gewässer nichts als ein schöner Traum. Wir arbeiten also „instream“ weiter an den 80-90 % der Strecken, für die schlicht das Geld für flächenhafte Entwicklung fehlt.

Während der Arbeiten haben sich die Rinder, wegen denen der lagernde Kies eingezäunt war, interessiert zu uns herangefressen.

Nach und nach guckt immer mal eins näher vorbei.

Dank engagiertem und versiertem Einsatz des Spezialgeräts nimmt das Volumen des Kieses am Lagerort schnell ab. Der Rest wird zurechtgelegt …

… in einer schräg versetzten Linie, so dass er optimal beim Schieben die Schaufel füllt.

Letzte Reste, zum Reinigen des Lagerplatzes, werden händisch in die Schaufel gegeben.

Ich verlasse den Ort des Geschehens, vorbei an wiederkäuenden Rindern.

Nach Abfahrt des Merlo wird der letzte Aktive das Tor verschliessen.

Dank an alle Beteiligten!

Am Auto angekommen – auf der im vorigen Beitrag „Kanadaganswiese“ genannten Fläche haben sich inzwischen 2 Silberreiher eingefunden.

Der Kies war wieder einmal eine bunte Mischung skandinavischen Gesteins, das nach der vorigen, zunächst letzten Eiszeit in unsere Gegend geschwemmt wurde. Da konnte ich mir nicht verkneifen, für zu Hause wartenden kleinen Besuch eine Auswahl mitzunehmen.

So gab es denn – bei großer Begeisterung – mittags Moränensteinsuppe.

 

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Anfang Juli, vgl. Beitrag 5. Juli 2020, waren hier am linken Ufer 3 Lkw Kies in die Pinnau eingebracht worden. Beim Begehen der neuen Situation und Betrachten von der gegenüberliegenden, rechten Uferseite mit Wasserverband und Wasserbehörde kamen wir zu der Übereinkunft, den großen Drehkolk am Ufer weiter zu entlasten und eine weitere Teilmenge als Laichkies linksufrig auf die Raue Rampe bachab zu legen. Jetzt, 2 Monate später, passt es.

Ich komme an, werde begrüßt – an die 100 Gänse fliegen an.

Kanadagänse.

Sie überfliegen auch erste angekommene Helfer.

… und landen auf Grünland nahebei.

Der Kies liegt diesmal unmittelbar an der Haupteinbringstelle – geschützt.

Geschützt vor wem? Das Geheimnis lüftet sich im Beitrag, der diesem folgen wird.

Es handelt sich um 2 3-Achser Lkw, wohl an die 30 t Kies.

Der Telelader Merlo nimmt den Kies auf, …

transportiert ihn zuerst Richtung Raue Rampe …

und bringt ihn, vom Ufer her schüttend, ein – Schaufel für Schaufel, eingewiesen, Schritt für Schritt.

Die Totale, bachauf.

Da wird noch Feinarbeit geleistet, händisch.

Feinarbeit, händisch.

Der lokale Kenner ist von anderem Einsatzort eingetroffen, begutachtet die Situation.

Gut sieht das Ergebnis aus!

Die Pinnau wird uns mit den nächsten Hochwässern zeigen, wo sie den Kies für angebracht hält.

[Meine Güte, wann haben wir das letzte gesehen?! – Das letzte kleine, kaum die Hälfte des mittleren HW erreichend, floss Mitte März ab! Über die gesamte Herbst-/Winter-/Frühjahrsaison 2019 / 2020 ist das mittleren Hochwasser nicht einmal erreicht, geschweigen denn überschritten worden.]

Auf geht`s an die Haupteinbringstelle, den Drehkolk – demnächst mehr dazu hier im Blog.

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