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Archive for 9. August 2020

Wir sind mit der Liinsand schnell und gut – fast bei Tideniedrigwasser (heutzutage hier ca. 3 m Tidenhub) – am Anleger Stadersand angekommen.

Die Tidewechselzone stellt sich – nicht zuletzt wegen allerhand Ziegelsteinbruch – bunt dar. Das steile Ufer zeigt die Nähe zur Fahrrinne. Wellenschlag, Schwell und Sunk vorbeifahrender Schiffe tragen Feineres ab.

5 km bis Stade – gut zu Fuß zu erwandern, mit dem Rad ein Klacks. Wer beides nicht wählt, nimmt den Bus. Wir radeln.

Nach 20 Minuten ist die alte Hansestadt erreicht.

Alte Hansestädte besuche ich immer gern.

Goldbraun leuchtet der dicht von Kieselalgen besiedelte Feinschlick vom Grund des leergelaufenen Marschgrabens.

Der alte Hafen Stades, hier an der Schwinge, wird seit alters her geschützt.

Seitenhafenbecken am Schwingelauf, sowas wie „Docklands“ auf altem Werftgelände.

Ein Bisschen Klarwasser, Niedrigwasserabfluss der Schwinge, mischt sich turbulent in Schlickgewühl.

Schwinge, Tnw, mit Möwe.

Die Möwe ist gelandet.

Wir wenden uns landeinwärts, der Altstadt zu.

Vorbei am Schwedenspeicher, alter Fischmarkt voraus …

… erreichen wir den alten Hafen mit Hafenkran und Schiff.

Die Frage ist: wie kam man früher von kleineren Schiffen aus bei Tideniedrigwasser von Bord – die Treppen enden so weit oben …

Auch hier wirkt sich das mit fortgesetzter Elbvertiefung stattfindende Absinken des Tideniedrigwassers aus, vgl. gelber Pfeil (ja, mehr Baggern bringt nicht in gleichem Maß mehr Wasser unterm Kiel! Ein Gutteil „des Gewinns“ auf hohe Kosten geht durch Absinken des Tideniedrigwassers verloren). Das hat nicht nur Folgen für die Elbelandschaft, sondern nicht zuletzt auch Folgen für Bauwerke – dazu später ein Foto.

Das Wappen Stades auf einem Gully-Deckel.

Wir erreichen das Rathaus – nebendran die Cosmae-Kirche mit Hus-Schnitgerorgel. Gerade orgelt es, Interessierte gehen ein und aus.

Im Ratskeller wollten wir wieder essen und trinken, z.B. Trude, rot (mal online suchen). – Aaaaber, die Homepage gibt nicht an, dass die Öffnungszeiten mittags gestrichen sind – jedenfalls für uns nicht sichtbar gewesen.

Na, es gibt in Stade auch andere Restaurants – zurück zum alten Hafen.

Angenehm kühl an diesem bisher heissesten Tag des Jahres bieten sich Biergärten im Hinterhof an – hier haben wir unser Plätzchen gefunden.

Und statt Trude, rot, Flens, dunkel, zu trinken, ist auch eine gute Alternative.

Blick nach oben – der Himmel über Stade.

Vegetarier, bitte wegsehen – im Steakhouse gibt es halt eher Fleisch, das aber um so empfehlenswerter.

Ja, das war ein Genuss!

Wir gehen zurück zu den Rädern – die alte Fachwerkstadt begeistert uns immer wieder.

Es steht über all zu lesen, wird in Radio und Fernsehen berichtet – ja, die Zahl von Fahrrädern in Stadtbildern hat in Corona-Zeiten zweifellos zugelegt.

Beeindruckend der Schwedenspeicher, was für ein Bauwerk – nicht nur von aussen …

auch von innen.

Blick vom Wasserspiegel der Schwinge auf den Schwedenspeicher – das hält … noch.

Aus dem Bildteil links oben kann geschlossen werden, dass – wie in Hamburg – durch das Absinken des Tideniedrigwassers (mit Minima etliche Dezimeter tiefer) die alten Holzpfahlstützen betroffener Gebäude (in der Regel dicke Eichenstämme) heutzutage mit Luftsauerstoff in Kontakt kommen. Darauf reagiert Natur, die bekanntlich macht, was sie will: der Kompostierungsprozess setzt ein, die Holzkonstruktionen zerfallen nach und nach – ein Riesenproblem für Städte an fortwährend vertieften Gewässern in aller Welt. [Die Diskussion über diese Realität wird nach wie vor verdrängt, verschwiegen – die Folgen in Kosten und mehr dürfen kommende Generationen „überrascht“ zur Kenntnis nehmen.]

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines Blogs „Allzeit Gut` Wind in den Segeln“.

Wir radeln Elbe-aufwärts durch die niedersächsische Marschlandschaft, Obstanbaugebiet Altes Land, nehmen für die Rückfahrt nach Wedel die Lühe-Schulau-Fähre.

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