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Musste mal wieder sein – eine Fahrt in die 5-Bäche-Stadt Bad Bramstedt (Ohlau, Schmalfelder Au, Hudau, Osterau, Bramau).

Wer es genau nimmt, kommt wohl eher auf 3 Bäche: Ohlau plus Schmalfelder Au heissen ab Zusammentreffen Hudau, dazu kommt die Osterau und die Hudau wechselt fix ihren Namen in Bramau … – also 3 „Originale“ und ein, den Namen wechselndes Weiterfliessen. Bis dann die Stör erreicht ist, die in die Elbe mündet.

An der Ohlau erlebte ich das Folgende.

Dieser Blick ist aus diversen Blog-Beiträgen bekannt. Längst ist die „Baustellensituation“ mit großen Mengen zugegebenem Kies überwachsen, kaum wiederzuentdecken. An beiden benachbarten Flächen wurde jüngst gemäht.

Wie das bei intensiver Landwirtschaft so üblich ist, wurde nahezu 100 % des Aufwuchses genutzt. Einen Gewässerrandstreifen gibt es nicht.

Die ebenfalls gemähten Wiesen bachauf der Straßenbrücke zogen mich in ihren Bann.

Da lief, nicht fern, ein Storch. Steil ragte eine Feder aus dem Rücken – Klopperei mit anderen, Federwechsel?

Und auf „meiner“ Uferseite – 3 Störche.

Etwas östlich, auf derselben Mähwiese – noch 2 Störche.

„Drüben“ ist immer noch einer – derselbe, wie vorher, jetzt ohne sichtbar hochstehende Feder?

Donnerwetter, 6 Störche auf einmal – wann, ausser zur Zugzeit, habe ich solche Zahl gesehen?

Eigentlich bin ich ja zum Strukturgucken und wegen ein Bisschen Angelei hier …

Die Ohlau hat gut gearbeitet. Aller Kies ist bei höheren Abflüssen vom Depot bachauf der Brücke abgeräumt und bachab verteilt.

Mit Kies restaurierte Struktur (das Uferdepot ist weg, der Rest so gut wie nicht mehr erkennbar) und Pflanze (hier Aufrechter Merk / Berle und Wasserstern) bilden ein abwechslungsreiches Geschehen, diverse Strömungsverhältnisse.

Wenn Biologen angeln …
In dem Röhrchen steckt tatsächlich die Köcherfliegenlarve drin.

Als wäre das Ganze vom Architekten geplant: Häuschen aus Sand, drangepappt zwei Pflanzenstängel – Stabilisatoren, Lenker in der Strömung.

Nicht schlecht, was die Ohlau so zeigt. – Zurück Richtung Straße …

Die Störche haben sich auf der östlichen Mähwiese gesammelt, hinter Baumreihe, dicht an der Straße. Hier ziehen 3 ruhig, aber zügig ab.

Da sind noch mehr!

Die Federn richten! Die andere Gruppe sieht so aus, als zeigten die Eltern dem Nachwuchs, wie man welches Essen am Besten erkennt, auswählt.

Ok, soviel zum Themenstichwort Storch. Ohlau ist auch behandelt. Was aber hat es mit dem „Salat“ auf sich – da ist doch gar keiner, alles bis auf die Grasnarbe runtergemäht?!

Die Störche wissen das, sind keine Vegetarier. Wo sich wie hier, es sind inzwischen 10 Störche auf dieser Wiese, solche Mengen zusammenfinden, gibt es einen Grund. Als diese Art des Mähens aufkam, nannte man das „Kreiselmähermassaker“ (neuerer Link aus der Schweiz für internationales Thema; mal sehen, wie lange der verfügbar ist).

Die Störche untersuchen den Salat – „Fleischsalat“. Wir können uns vorstellen, dass ihr, offensichtlich ergiebiger und schmackhafter Salat nicht aus Wurst und Mayonaise besteht. Es dürfte eine bunte Mischung aus Insekten, Amphibien, Reptilien und Kleinsäugern sein. – „That`s life.“ oder „Wo viel Leben ist, ist auch viel Tod.“.

Ich habe das nicht erfunden, bin nur der Chronist.

[P.S.: Da fällt mir ein, ein ähnliches Geschehen sahen wir im trockenen Sommer 2018, von Wittenberge aus radelnd, aktuell ausgelöst, vgl. Bericht vom 21. August 2018.]

Und nachmittags ein Eis mit Sahne auf dem EG-Balkon (nein, keine Terrasse).

Auch unser Rotdorn beginnt zu blühen.

Als wir vor 5 Jahren herzogen, stand da ein zweistengliger, völlig verschnittener, verdorrt aussehender … ja, was ???. Man gerade, dass er nicht der Säge zum Opfer fiel. Erkannt als potentieller frühsommerbunter Farbtupfensetzer, Boden gemulcht und gehofft, es wird was, ist das Ergebnis seit 2 Jahren zunehmend vorzeigefähig. – Ringsum fliegt es, soweit man beim Insektenschwund (und häufigem Starkwind = „Wedel, Stadt mit frischem Wind“) sowie dem diesjährigen Maiwetter so etwas erwarten kann.

Manch ein Insekt lässt sich auch nieder und verweilt.

So ein blattarmer Stängel in größerer Höhe ist doch ein prima Ansitz!

Die Libelle wechselt immer ein wenig die Position. Gelegentlich kommt ein weiteres Insekt mit aufs Foto.

Nicht nur eine gelegentliche Libelle, meist aus der Richtung Aeshna, sondern auch Hornissen finden unseren Buschsaum attraktiv zur Beuteforschung. Auf diesem Foto sieht es aber nicht zwingend so aus, als wäre das dicke, unscharfe Ding ein solcher Besuch.

Den Rücken nach Süden gewandt.

Noch ein Bisschen ausgerichtet.

Flugbetrieb, 2 unterschiedlich große Insekten auf dem Foto. Fast könnte man als Libelle …

… auf die Idee kommen, mal das Blattwerk abzupatrouillieren. Und so geschah`s.

Was ist nun mit dem weiteren Titelbegriff „Rosenkäfer“? War ich vor Kurzem noch versucht, einen Blog-Beitrag aus der Göhrde (meine Güte, gibt es dort im Vergleich zu hier im „Baumschulkreis“ Insekten nach Arten- und Individuenzahl!) zu kommentieren „Sowas gibt es hier garnicht.“, änderte sich das jüngst.

Während ich so vor dem Buschsaum stehe, brrrrrmmm, fliegt mich etwas an und ploppt auf den Weg – wer war das?

Da lag ein Käfer, unbeweglich, geschockt?

Den Schock überwunden, ins Laub gesetzt – es gibt sie also doch, auch hier!

Wir bilden uns ein, dass unser stückweises Hinentwickeln der Gärtnerwirkung Richtung Bodenschutz / -bedeckung, blüh- und fruchtfördernden Pflanzenschnitt solche Anblicke häufiger werden lässt.

Wir machen weiter.

Letzter Mai-Tag, sammelt ein paar Punkte.

Die wenigen – kaum 10 – Maikäfer, die wir dieses Jahr sahen, wirkten alle sehr niedergeschlagen (hier sehr zur Freude einiger Nacktschnecken).

Auf geht`s an die Elbe, Uferbank checken.

Rollläden hoch, indirekt erhellt die Morgensonne unsere Wohnung.

Bei direktem Blick zeigt sich, wieviel Pollen unterwegs sind bzw. sich niedergelassen haben.

Beim Anradeln – der Regenwasserkanal ist wieder unzulässig „beschickt“ worden.

Entweder hat jemanden in der Nachbarschaft der Reinlichkeitswahn gepackt – was oft genug dazu führt, dass anderes mit dem „Produkt“ verunreinigt wird. Oder jemand Neues kann Information gebrauchen, z.B. wie diese. Die Stadtentwässerung Wedel wird Wurfsendungen veranlassen.

Beim Vorbeiradeln an der Badebucht – ein Stockentenerpel vergnügt sich am Rand eines temporären Stillgewässers. Richtig ausgedrückt: Da sind Riesenschlaglöcher auf dem Parkplatz, die aufgrund dieses Monats Mai fortdauernd Wasser halten.

Nebendran badeten eine Ringeltaube und eine Bachstelze, die von einem Spatz abgelöst wurde. Leider war ich so begeistert, dass ich das Foto dazu völlig vermasselt habe.

Vor gelber Hahnenfußwiese biegen wir in die Deichstraße ein.

Es hat geklappt, die Bänke waren noch frei. Die Lühe-Schulau-Fähre wird uns demnächst rüber nach Niedersachsen bringen.

Dazu müssen dort allerdings die Restaurants noch komfortabler öffnen. Die Liinsand, elblinien, startet ihren ganzwöchigen Fahrplan erst wieder am 21. Juni.

Von Hamburg kommend tutet ein Containerfrachter einen Segler aus der Seeschifffahrtsrinne.

Segler, nun landseitig der Fahrrinnenmarkierung.

Wer`s kann, paddelt hier auch.

(Wer`s nicht kann, unterlässt es hoffentlich! DLRG, DRK und Feuerwehr danken!)

Containerfrachter, Paddler und Segler vor niedersächsischer Marsch, Richtung Lühemündung.

Wir radeln übers Sperrwerk Wedeler Au zurück. Die Deichschafe sind ausgesperrt, suchen, können den Gebäudeschatten aber nicht nutzen.

Einige hatten Glück, behelfen sich mit dem, was da ist – dicht geknüllt.

Durch weiss-gelbe Marschlandschaft geht es Richtung Langer Damm, Pappeln Fährmannssand, nach Hause.

 

Der Wonnemonat Mai hat uns, ganz anders als in den trockenen Vorjahren, etliche Regenfronten beschert.

Dass dazwischen immer noch „Platz“ war für angepasstes Radeln, belegen diverse Beiträge hier im Blog.

Anders als frühere Generationen, die das Wechselspiel Wasser und Boden beherrschten bzw. sich danach richteten, kümmern sich Grüne Berufe heute offenbar nicht darum.

Der Wetterbericht sagte, diese letzte Maifront müssten wir noch abreiten.

Immerhin hat dieser Mai hier, nordöstlich der Tideelbe, zwar keine Hochwässer gebracht, aber doch fast durchgängig für mittleren Abfluss gesorgt (gegenüber durchgängigem Niedrigwasserabfluss in den Vorjahren , schon seit April!).

Bezogen auf den nach wie vor trockenen Unterboden, tieferer Wurzelhorizont der Wälder, beschreiben die Meteorologen, dass wir noch mindestens 2 1/2 solcher Monate mit Regen bräuchten.

Gut, dass es erstmal gut ist damit – ich gehe mal wieder an einen Bach.

Ein Jahreszeitenschild.

Neue Schilder! – Hier?! – Meine Güte!

Nein, ich bin noch nicht am Thema angekommen. Dies hat nichts mit „Wolfgangs Ruh“ zu tun – möge das noch lange so bleiben.

Wer ist überhaupt dieser Wolfgang? Er ist einer der sachkundigesten Lokalkenner der hiesigen Bäche und kleinen Flüsse, voller bereits in der Vergangenheit erprobter Verbesserungerfahrungen und weiter mittenmang dabei.

Weiter geht`s, auch mal die Angel geschwungen.

Ich fange einen Stein, na also. Selbst beim Angeln steht die Gewässerbeweung an erster Stelle – wohl ein Rollegel.

Im Weiteren platscht gelegentlich irgendein Vierbeiner ins Wasser, sucht tauchend das Weite. Wandertunnel im Gras, Sitzplätze am Wasser – Bisam, Otter? Oder was?

Schon auffällig, was hier so an Spuren zu finden ist.

Dieses Rätsel blieb ungelöst. Hier war ich schon an „Wolfgangs Ruh“, so mein spontaner Gedanke, vorbei.

Kommt mal alle her! scheint dieses Rind zu rufen.

Ach, der BachVerrückte mal wieder!

Mit dieser schönen Rausche, Baumspiegelung im Anstrom, beende ich meine Tour, kehre um.

Auf der Mähwiese nebendran begleitet mich ein Fasanenpaar.

Weissdornblüte, gelbe Flechte.

Da kommt dieser ominöse Platz wieder in Sicht.

Der Wasserspiegel am Horizont, herangezoomt – da bewegt sich doch etwas!

Eine Stockente mit 6-8 Küken, es wuselt ordentlich.

Und auf dem hohen Ufer, vor Weissdornblüte …

DAS war doch wohl nicht der Wolfgang!? ging es mir beim Vorbeigehen vorher durch den Kopf. Warum nicht? So ein abendlicher Altersruhesitz, vielleicht?

Die Aussicht gegen Sonnenuntergang jedenfalls ist nicht schlecht! (Jetzt, am Morgen, fehlt halt noch die Sonne, der Untergang sowieso).

Weiter geht`s.

Da dachte ich, ich hätte die Enten umrundet. Ein schnelles PionierKüken war aber schon weiter als alle anderen. Das flüchtet nun mit vollem Einsatz vor dem überraschenden – und überraschten – Uferrandgucker.

Zum Schluss, per Mail kam die Info, konnte ja auch gar nicht sein: der Wolfgang war`s nicht. Erstmal hält der sich im verdienten Urlaub im Dänischen auf.

Wie sehen den letzten Maitagen – mit Sonnenschein! – sowie den für Juni angesagten Sommertagen interessiert entgegen. Was sie wohl am Boden, zu Wasser und in der Luft bringen werden.

Ziel unserer Fahrt war Impfzentrum Pinneberg 1, Prisdorf, Peiner Hag.

Heute wurde Prio 3 unseres Haushalts erstgeimpft. Ich, Prio 2, kenne das Etablissemant bereits, komme nächsten Sonnabend mit der zweiten Impfung dran.

Die – kurze – Wartezeit wollte ich zu einer Stippvisite der (oder „des“, wie man will – wir befinden uns in einer Sprachgrenzregion) Bilsbek nutzen.

Prisdorf – Denkstein, Bäume, Büsche. Das feuerrote Spielmobil – blitzblank vom Regen neulich, kennt das Fahrzeug sonst nicht –  ist geparkt.

Bilsbekbrücke – Bäume, Büsche, Blau-Weiss und Grün bestimmen die Ansicht.

Tideniedrigwasser – darum bin ich hier.

Die Bilsbek, geschunden – sowas sieht man nicht mehr alle Tage, wenngleich noch allzu oft.

Gewässerausbau und fortwährende, harte Gewässerunterhaltung bestimmen  das Schicksal dieses Bachs.

Bachab wie zuvor bachauf im Blick gehabt – au weia!

Da verwundert der Blick auf Gewässersohle und Ufer nicht: Wasserbausteine, Einleitung mit Chemieschaum (Flur oder / und Auto sauber?!). Bewegter Sand verhindert flächenhaft Bachleben.

Zurück zum Impfzentrum.

Wie ich bereits Ende April, stand die Probandin zunächst geordnet – kurz – in der Wartereihe.

Als ich dran war, sinnierte ich noch, ob etwa der benachbarte Bäcker (mit seiner viel längeren Warteschlange) zu Impfende fehl-anziehen könnte.

Aber das Ziel ist eindeutig, nix wie rein!

Alles ist prima geregelt. Alle Unterlagen sind vorhanden. Impfen klappt, kurzer Schnack, 10 Minuten abwarten.

Alles klar, auf geht`s – raus.

Nicht ohne Grund spricht die Überschrift von 2 Bächen …

Das Tideniedrigwasser wollte ich mir nicht entgehen lassen, einen Blick über die Brücke Hindenburgdamm in die Pinnau zu werfen.

DAS sieht doch anders aus als das Elend zuvor! Kies-induzierte Turbulenz.

Und nochmal seitlich, Strömung kommt von rechts. In der ersten hohen Turbulenzfläche laichen seit 2 Jahren regelmäßig die Flussneunaugen, hier, im Tidebereich.

Sowas wusste vorher keiner zu berichten. Wir sind weiter begeistert über solch Neues lernen.

Gestern bei einem Besuch an der ländlichen und der städtischen Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, Schleswig-Holstein, erlebten interessierte Besucher, wie Lebensraumvielfalt verbessert, teils erst wieder geschaffen werden kann.

Das Ganze fand statt in einer – im wahrsten Wortsinn – spannenden Atmosphäre, Sonnenschein vor Gewitterfront.

Blütenmeer ungedüngter Gewässerrandstreifen. Auf der Silomahdwiese nebendran fand gerade der erste Schnitt statt.

Durch Einengen, Profilieren des Niedrig- und Mittelwasserprofils haben wir, der Bach in Hochwässern und Großlaicher in bereits mehreren Laichperioden ein neues, lebendiges Bachbett geschaffen: Aus breit, unstrukturiert und still wurde ein munteres Bächlein.

Die Gewitterfront „ritten“ wir beim Wechsel zwischen ländlichem und städtischem Raum ab – Regen trommelte und lief wie Wasserfallmassen auf uns Autodach-geschützte herunter.

Mühlenau, Pinneberg, zwischen Bad und Rosengarten – vorn frisch bekiester, hinten älterer, (noch) nicht nachbekiester Belebungspunkt. Was hält sich drüben im Wasserwechselbereich auf?

Ah, ein Rotkehlchen – hat, wie so viele andere Vögel die Lenkbuhnen als Tränke und Badestelle entdeckt.

Und schon geht begeistertes Plantschen los. Als Beobachter ist zeitweise nicht zu erkennen, wo vorn und hinten, oben und unten ist – Hauptsache, der Vogel weiss das.

Vorn ist ordentlich Vogel-erzeugter Wellenschlag, Turbulenz zu erkennen. Im weiteren Verlauf ist das allerdings der Lenkbuhnenwirkung, wie beabsichtigt, zuzuschreiben.

Die Uferentlastung durch Kiesdepots, Lenkbuhnen, andernorts Treibselsammlern, führt zu einer neuen Übergangszone Wasser-Land. Schnell entdecken Pflanzen den Standort, erhöhen Arten- und Individuenzahl, bilden selbst neuen Lebensraum.

Die „richtige“, hierzulande fast in Vergessenheit geratene Bach-Biodiversität ergibt sich erst beim Vorhandensein der zugehörigen Uferbäume – Baum, Baumsaum, Auwald. [Die beiden folgenden Fotos sind langjährigen Leserinnen und Lesern dieses Blog bekannt. Ihr Eindruck spiegelt gleichwohl fortgesetzt das, was an unseren Bächen und Flüssen neben der inneren Struktur wohl am meisten fehlt.]

Pionierphase Erlensukzession, ca. 5 Jahre alt.

Lichter Erlensaum nach ca. 40 Jahren Entwicklung, vorn Aufrechter Merk (Berle, Berula erecta), im Foto nicht sichtbar Wasserstern, als standorttypische Begleiter.

Wer Biodiversität der Gewässer als Aufkleber, vielleicht zum Herumfahren, nutzen möchte, erhält dieses Exemplar beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz: „Artenvielfalt ist Lebensqualität„.

Da höre ich in der Wedeler Marsch hinter mir „Was steht der Mann da am Wegrand?!“. Irgendwie beschäftige ich das Paar Stick-Walker …

Ich stehe da einfach so – und gucke konzentriert hoch.

Ja, das sind doch …

Zwei Seeadler, hier Sonnen-beschienen von der Oberseite sichtbar. Da segelt auch irgendein Kleiner oben drüber.

Das – Ansicht der Rücken, hoch oben –  erinnere ich nicht, so deutlich bislang gesehen zu haben. Dabei sind das, nicht nur hier, nicht meine ersten Seeadler.

Der Vollständigkeit halber nochmal die Silhouetten, hier die meist sichtbaren, von der Unterseite her.

Im Umfeld wird gerätselt, wieso eine langjährig etablierte Kormorankolonie vor einigen Wochen schlagartig verlassen wurde. Das könnten diese beeindruckenden Greife verursacht haben (oder der Uhu, oder der Waschbär, alles nichts Verwunderliches). So ist sie nunmal, die Natur.

Und das ist gut so.

Gestern, Sonnabend.

Eine Stunde zwischen den Fronten sicher – das reicht für die Elbe. Welch Hochhaussiedlung bewegt sich da jenseits des Deichs?

Deichblick – spiegelndes Watt vor Gewitterwolken über Niedersachsen, zwei Großschiffe im Schifffahrtkanal Elbe.

Keine Hochhaussiedlung, der Containerfrachter MSC Rosa, 366 x 51 m, immerhin 13,7 m Tiefgang, zieht seewärts.

Was für ein Watt! – Rot der Öl-Chemie-Tanker STI Camden, 184 x 27 m, 10,7 m Tiefgang, Richtung Hafen Hamburg.

Von dort kommt der Containerfrachter Hapag-Lloyd Nagoya Express, 335 x 43 m, 11,8 m Tiefgang.

Von Weitem, den Deich anradelnd, wirken die Schiffe größer. Na, immerhin …

Letzte Segler auf der Elbe, wir müssen die Zeit beachten (nicht, dass es schon Abend wäre …).

Umgedreht, binnendeichs Deichschafe auf Marschwiese, Nonnengänse auf dem Wasser der Kleientnahme, NABU-Vogelstation.

Das Gewitter bretterte schneller heran als erwartet. (Trocken) Zu Hause sehe ich auf marinetraffic.com, wie die letzten Segler in die Häfen verschwinden. Und, wie beim Rückradeln vermutet, dass wir zwischen zwei herannahenden Gewittern den Vorzug eines Fluchtwegs hatten. Bei uns regnet es dann schön. Aus Hamburg wird von etlichen Feuerwehreinsätzen berichtet – Garagen, Keller auspumpen und so.

Später – Blauer Abendsegler vor weiss blühendem Apfelbaum.

An der Nordseite bescheint die Abendsonne unser NordGrün.

Sonntag – „the same procedure …“

Radeln zwischen eindrucksvollen Eichen, austreibend, vergehend.

Totgesägte Birke(n) – niemand nutzt den Birkensaft?! Wohl doch, die Farbenverantwortlichen, der Saft „roh“ ist farblos. Links daneben treibt hoffnungsfroh eine Traubenkirsche Prunus padus. Möge ihr ein langes Leben beschieden sein.

Auf dem Rückweg – Wetteraussicht SüdWest.

Schwarze Wand nordöstlich der B 431 – wohl denen, die sich auf der richtigen Seite aufhalten.

Ich biege ab, muss die Front nicht fürchten, komme gut an.

Und das Beste am Ganzen: Die feuchte Witterung „dazwischen“ lässt alles wachsen, grünen und blühen – das stellte sich in den Vorjahren anders dar.

Ganz nebenbei, die Bäche und kleinen Flüsse führen sowas wie Mittelwasser (hurra!). In den Vorjahren waren sie bereits im April in einen Sommer gestartet, der das Niedrigwasser-Niveau nicht vor Spätherbst verliess.

Zwar hoffen wir auf etliche Grad mehr (sollen bis Ende Mai ausbleiben), aber ansonsten wollen wir nicht meckern.

Na, vielleicht doch: Der Bundes-Spahn sollte endlich mal jemanden engagieren, der ein Fluss-Diagramm malt mit Impfmittel-Lieferungen über die Zeit, Zugang / Abgang, nicht vorhergesehene Weniger-, vielleicht auch Mehrlieferungen – und ihrer Auswirkung auf unsere Gesamtbevölkerung. Stattdessen – ständig wirres Behaupten, morgen wieder anders. – Ich habe noch Glück, Zweitimpfung in 13 Tagen.

Wie wohl der Superwahltag im September für Bund und Länder ausgeht? Morgen wird der Wahl-O-Mat für Sachsen-Anhalt freigeschaltet, Wahl am 6. Juni. Wer will, kann schonmal seine Einschätzung, vielleicht Übereinstimmungen zu Parteiäusserungen prüfen (Wer`s nicht gemerkt hat, ich bin noch im Thema, hat auch mit Fronten zu tun.).       🙂

Nein, unser Garten-Bärlauch blüht noch nicht im kühlen Mai 2021, steht er doch an der Nordseite des Hauses. Das Foto stammt aus dem Vorjahr.

Ob der Bärlauch im Hainich, oder in – Überraschung – St. Peter-Ording blüht, weiss ich nicht.

Aber frohe Kunde erreicht uns vom – ansonsten sehr geschundenen – absolut schutz- und entwicklungswürdigen Leipziger Auwald.

Wie schön!

Wir haben eine neue Stelle aufgesucht, etliches bachab des Zusammenflusses der Quellbäche von Moorbek und Mühlenau.

Das Sandbett der Mühlenau in unstrukturiertem Kanal enthält kein sichtbares Lebenszeichen – immerhin aber Grobsand und Feinkies.

Nebendran fliesst ein Bach zu. Vielleicht hat der mehr zu bieten.

Optisch prägen durch Lichtüberschuss geförderte Blaualgenwatten den Bachgrund.

Hmmmh, gar nix, nur der Schmier ?

Nach etwas Mühen finde ich doch noch eine nackte Köcherfliegenlarve, Hydropsyche.

Ist hier irgendwas passiert? Was zeigt die Mühlenau bachab?

Das erste Kiesdepot bachab ist untypisch, aussergewöhnlich schwach besiedelt, hier: Bachflohkrebs, Wasserassel und Steinfliegen-fast-alles-Abkönner Nemoura.

An Gräsern im Wasser finden sich Köcherfliegenlarven – und wieder eine Wasserassel.

Die Larven suchen Halt, kommen dazu aus ihren HalmHäuschen weit heraus.

Auf rauschenden Rauschen finde ich mindestens eine Flussneunaugenlaichkuhle, vgl. dazu gesonderte Berichte von anderer Stelle.

Wo es den Tieren gefällt, legen sie gern mehrere Laichkuhlen, hier mindestens 2, an.

Und noch ´ne Rausche mit mindestens 2 Laichkuhlen.

Aber auch hier, neben Bachflohkrebsen allerhand Wasserasseln im Kies, die aufgrund ihres größeren Vorkommens erhöhte Organik anzeigen.

Von Unfällen wissen wir nichts, zum Glück sind auch keine Fischsterben berichtet. Aber komisch ist das schon!

Noch begleitet die Mühlenau auch hier kein Halbschatten spendender Baumsaum. So ist bei Lichtüberschuss nicht verwunderlich, dass auch hier Schmieralgenwatten etliche Strecken besiedeln.

Von gewässerökologischen Studien ist bekannt, dass diese Wirkung von Lichtüberschuss erheblich schädliche Tonnagen von Algenbiomasse aufbaut. Wo viel Leben ist, ist auch viel Tod – und wo, wie hier zu viel (verkehrtes!) Leben ist …

Wie an der Moorbek begleiten uns Schlammfliegen, Zeit für die Eiablage – an Pflanzen im Uferrand.

Um Einzelbäume herum schwärmen zahlreich schwarze Fliegen mit langen, behaarten Beinen – kann man so suchen und finden im Netz: die Märzfliege (im Mai), Bibio marci.

Die Osterhasen haben Urlaub.

Wir beobachten interessiert das Entstehen und Vergehen schicker Vortex-Formationen.

SO wird, angestoßen durch Turbulenzentwicklung durch die Kiese, tief Sauerstoff in die Wassersäule eingetragen.

Zum Abgang schwimmt ein Stockentenerpel krakeelend hinter uns her, will wohl sagen „Gut, dass ihr endlich weggeht“.

Letzte Station, städtische Mühlenau in Pinneberg, ein neues Kiesbett. Hier sind, kurz nach Herstellen, etliche Eintagsfliegenlarven zu finden. Dunkel, kurz vorm Schlupf, mittelgroß und – schon da – ganz junge.

Angesichts der Irritation im Mittelteil der Mühlenau werden wir die Längsuntersuchung später im Lauf des Jahres wiederholen – muss sein!