
In der Nacht auf den 2. Oktober hat es „gut geregnet“. Im letzten Foto des vorigen Beitrags noch (wieder) trocken, hat sich der Teich Idenburg deutlich gefüllt.
Ein Pavillon-artiges Gebäude neben dem Reitplatz liefert die Hauptmenge an Zufluss.
Wie sieht`s mit den Fliessgewässern aus, die monatelang durchweg nur Niedrig(st)wasser führen? Eine Info-Tour mit einem Masterstudenten der TH Lübeck brachte die ersten Eindrücke.

Am Treffpunkt, Bahnhof Pinneberg – das passt gut, gerade ist der Regen abgezogen. – Wir bekommen Super-Exkursionswetter.

Mittlerer Abfluss, leicht plus – lange nicht gesehen! – Mit Schuss quert die Mühlenau die Bahnstrecke, leicht angetrübt.
Auf dem Weg zur Schwammstadt kann noch allerhand Niederschlag in der Fläche zurückgehalten werden – im Gegensatz zu den „das Wasser muss weg“-Planungen der Vergangenheit.

Bachauf der Bahnquerung zeigt sich angesichts der aktuellen Wasserführung die charakteristische, turbulente Ablenkung der Strömung an einer Lenkbuhne aus Kies – Richtung Gewässermitte. Weiteres Stichwort für lebendige Gewässer: „Der Spiegel“ (von oben links anfliessend) ist gebrochen.

Bachab der nächsten Brücke erleben wir die weitere Bedeutung unserer Uferübergänge – die Vogelwelt profitiert angesichts ansonsten meist steiler Uferpartien.
Auch wer ins Wasser gesprungen oder gefallen ist (mit Glück mal eine Ringelnatter erspähen!), kann hier besser als zuvor an Land kommen.

Fernblick – vorn rechts und ganz hinten links jeweils Anstrom / mittiges Abströmen, verursacht von Lenkbuhnen.

Die rechte im Detail – im Anstrom sauber gewaschener Kies (hier laichen Neunaugen und Forellen), bachab dahinter Ablegen von Feinmaterial.
Die Sortierung des Sohl- und Transportmaterials ist erkennbar. Je nach örtlicher Situation kann sich ufernah bis Mittelwasser „Land“ = ein Stück Sekundäraue aufbauen. Entsprechend hohe Variabilität weist anschliessend der nun vielfältige Querschnitt an Strömung, Turbulenz und zugehöriger Lebensentwicklung auf.
Wir wechseln zur Pinnau.

Hier bestaunen wir, Seitenansicht, angesichts lange nicht gesehener Wasserführung durchgäng Angelegtes – Rausche(n).

Dieselbe – Blick gegen Fliessrichtung. Eine kleine Zusatzgabe am gegenüberliegenden Ufer stabilisiert den von Nutria (?) durchlöcherten, teils abgestürzten Steilhang.
Über den abwärts folgenden Hang – beide Seiten – und die erkennbaren Wühlschäden (vor Absturz) sind Gespräche verabredet.
Was tun? – Oder nix tun – und weiter unten fortwährend überhöhte Erosionssandmengen ausbaggern?
Klare Sache, mit naturtypischem Erlensaum wären solche Ufer wesentlich stabiler – dynamisch geschützt. Auch wären dann die Temperaturansprüche der Bachoberlauf-Lebensgemeinschaft – selbst im Klimawandel erstmal – gewahrt.





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