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Archive for the ‘Klima’ Category

Selbstverständlich gibt es an der Rönne im Alster-Einzugsgebiet mehr zu erleben als Landwirtschaft, Störche oder Bach-Restaurierer. Die ganze Zeit über war allerhand Leben ringsum aktiv, sichtbar vor allem die Organismen mit Flügeln.

Aus der im vorletzten Beitrag gezeigten langen Storchenreihe drehten sich plötzlich ganz links welche um – was ist da los?

Ganz offenbar ist da – rechts im Foto – mehr als die anderen Störche, ein Flügelpaar.

Dann schwingen diese Flügel einen Turmfalken – mit Maus – in die Lüfte.

Am Bach war unter anderem die Gebänderte Prachtlibelle, hier ein Männchen, aktiv.

Hoch oben kreiste einiges fortwährend.

Sieht aus wie …

… ein Milan. Etliche Rotmilane, unser Vogelfachmann sagte, auch ein Schwarzmilan, waren gut beschäftigt.

Die liessen sich nicht stören.

So verraten denn auch einige Fotos, dass da am Knick und am Waldrand etliches Kleines flog – offenbar interessante Nahrung.

Ein Festessen für Milane, geradezu ein Milan-Spektakel, hatten wir vor einem Jahr bei unserem Ludwigslust-Kurzurlaub erleben dürfen, vgl. Beitrag vom 27. Juni 2020 (das Hotel im dort gezeigten ehemaligen Jagdschloss Friedrichsmoor ist übrigens gerade umgebaut und neu eröffnet, wie die Medien berichten).

Die großen der kleinen Flieger waren offensichtlich Käfer.

Sieh an! Ein Junikäfer – auf T-Shirt – wollte sich doch mal zu erkennen geben.

Mindestens braun- und schwarzflüglige Weichkäfer waren noch zu erkennen. Die anderen Insekten waren einfach zu aktiv – oder zu weit weg.

Zusammen mit standorttypischer Vegetation, wie hier dem Aufrechten Merk, wird unser Kies künftig allerhand Arten mehr zu individuenreichem Vorkommen verhelfen.

Soweit sie – im Erwachsenenzustand – geflügelt sind, werden sie auch Vögeln und Fledermäusen als Nahrung willkommen sein.

Wir hoffen, die Rönne fällt nicht in extremere Niedrigwasserzustände, trocknet gar aus. Politik und Verwaltung, Bauherren und Landnutzung ringsum haben eine große Verantwortung in Gegenwart und Zukunft. Bei Anwenden von bekannten Entlastungen bleibt die Rönne erhalten. Schritte zum Erfüllen der Anforderungen Richtung Entschärfen des Klimawandels sowie notwendige Anpassungen überzogener Verhaltensweisen können schnell erste Verbesserungen bewirken.

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Wir waren zum ersten instream-Restaurieren an der Rönne im Alster-Einzugsgebiet verabredet. Mit Zustimmung des Grundeigentümers, des Wasserverbandes sowie der zuständigen Behörde kam dieser Einsatz zustande. Die Finanzierung des Kieses übernahm die Edmund Siemers-Stiftung, die Arbeiten der Gewässerpflegeverband Alster-Rönne – besten Dank allen Beteiligten!

Innerhalb je einer halben Stunde erlebten wir (vgl. die beiden vorigen Beiträge)

  • Schlagkräftige Landwirtschaft und
  • Störche im Restaurant.

Es wurde nun der Radlader erwartet, der den Kies platzieren sollte.

Da, Geräusche und Staub am Horizont.

Super Sache, das! Das ist ja nicht nur ein Radlader, sondern ein Telelader.

Telelader Merlo – so einer wurde bereits erfolgreich an Pinnau und Mühlenau im ländlichen Raum eingesetzt.

Schon kommt die erste Testschaufel an.

Wie üblich müssen wir uns auf Gelände und Gewässersituation einstellen.

Händisch wird zu zweit oder zu dritt Feinarbeit geleistet.

Da kann man schon mal etwas beobachten.

Was driftet da vorbei, unscharf wegen starken Zoomens? Eine Gelbbrandkäferlarve, Atemröhre an der Wasseroberfläche, die sich später an ruhiger Stelle an den Kies anlehnt.

Schon kommt die nächste Ladung Kies.

Gute Befahrbarkeit ist wesentliche Grundlage für einen Einsatz.

Bei diesem ersten Arbeiten geht es uns primär um den Schutz vorhandener Kopfweiden. Wegen fehlenden Uferschutzes durch bis unter die Wasserlinie wurzelnden Schwarzerlen sind die Weidenstandorte vom Bach erreicht, die Bäume beginnen, sich zu neigen. Dies ist ebenfalls ein Zeichen, dass die Kopfbaumpflege konsequent durchgeführt werden muss, sollen die Bäume dauerhaft erhalten werden. Kopfüberlastung würde sie frühzeitig ins Gewässer kippen lassen.

Ein Bisschen Handarbeit, ansonsten steht jetzt „nur“ Beobachten an.

Platzwechsel.

Am anderen Ufer („Telelader“ ist das Zauberwort) wird die Dränung erodiert. Uferschutz und Strukturverbesserung Sohle sind angesagt.

Erstmal erledigt, auch das diesseitige Ufer hat leichten Schutz erhalten. Die weitere Entwicklung ist zu beobachten, ggf. nachzuarbeiten.

Die nächste Kopfweide, frei erodiert …

Geschützt – wir legen den Kies nicht vor / in die Wurzeln, sondern lenken die Strömung von bachauf leicht vom Ufer weg. So stabilisiert sich die Situation von allein.

Wo es erforderlich erscheint, wird leichter Schutz, händisch, auch ans andere Ufer gelegt.

Schon erreichen wir die letzte Kopfweide. Die Rönne ist völlig von Sumpfpflanzen zugewachsen.

Lichtüberschuss wegen fehlenden standorttypischen Baumsaums / Auwalds ist – verschärft durch den Klimawandel – das Aus für quellgespeiste Bäche und ihre spezifischen Lebensgemeinschaften (Betrifft: NATUR, Heft 2/2021, S. 7-9).

Hier Abhilfe zu schaffen, steht in Deutschland noch immer nicht im Fokus. Im englischsprachigen Raum sind Programme wie „Keep your river cool“ und ähnlich längst von Überlegungen zu Taten umgesetzt.

Hier also …

Die letzte Schaufel Kies – für heute.

Tschüß, Merlo! Besten Dank an die Aktiven des Gewässerpflegeverbands Alster-Rönne!

Das sieht ja fast so aus, als hätten wir ein Herz (zwei Herzen?) aus Fahrspuren oberflächig auf dem Gelände hinterlassen …

Letzter Blick von der Straßenbrücke – extremes Niedrigwasser. Klimaschutz ist in aller Munde (leider meist nur technisch unter dem Stichwort Kohlendioxid verstanden), Anpassung an den Klimawandel tut Not (die Landschaft muss entlastet, wieder zu ihrer Leistungsfähigkeit ertüchtigt werden)!

 

Wer dazu Näheres lesen möchte:
– Die reale Situation, dass übermäßige Erosion die Gewässersohlen so vertieft hat, dass das Mittelwasser vielerorts UNTERhalb der genehmigten AusbauSOHLE fliesst, ist gut nachvollziehbar hier dargestellt.
– Was entsprechend der Analyse unserer übernutzten und überheizten Landschaften verändert werden müsste, ist für Norddeutschland am Beispiel Nordniedersachsens hier verdeutlicht.
Die Erkenntnisse beider Arbeiten können auf vergleichbare Moränenlandschaften anderswo nutzbringend übertragen werden.

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Baumscheibe Schwarzerle, ca. 40 Jahre Baumalter (Foto: Winter 2018 (?)).

Wir hatten beim Hausverkauf Tostedt darum gebeten, eine Baumscheibe unserer Schwarzerle vor dem Haus zu bekommen, geschnitten aus ca. 1 m Höhe. – Die steht nun seit 4 Jahren auf unserem Balkon in Wedel, repräsentiert mit ihren Jahresringen unsere „niedersächsische Zeit“ von 34 Jahren.

Juni 2021, inzwischen steht ein kleines Insektenhotel darauf, von dem bisher lediglich ein Brutrohr im Sommer 2020 genutzt wurde.

Frühstück vor Kurzem „Übrigens, gestern habe ich unter dem Insektenhotel kleine Bienen oder sowas gesehen.“

Mal nachsehen …

Sieh an, da hat wer gebohrt / bohrt wer.

Die Scheibe Schwarzerle scheint interessanter als das Insektenhotel.

Es gibt auch Stellen, die ich ursprünglich für Bohrversuche / -start hielt. Inzwischen sehen die mir eher wie bereits verschlossene Brutröhren aus.

Na super! Der Balkon belebt sich, ersetzt anderswo fehlende Möglichkeiten. Was wollen wir mehr?

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Der Regen des Mai hatte hiesige Bäche und Flüsse im Bereich des mittleren Abflusses gehalten. Mit Regenende wurde schnell dauerhafte Niedrigwasserführung erreicht, das Zeichen für eine Situation, die uns insbesondere aus dem Waldbereich vermittelt wird. Der obere Grundwasserleiter ist übernutzt und im vorigen Jahreswechsel nicht durch ausreichende Niederschläge entlastet worden, Bodenschichten im tieferen Wurzelhorizont der Bäume sind trocken. Woher sollen da stabilere Quellschüttungen unsere Bäche und kleinen Flüsse „füttern“?

Das Auto parkt im Schatten. Beim Angang durchquere ich ein kleines Wäldchen. Gesund sehen die Bäume – es ist fast Mitte Juni – in ihrem schütteren Laubkleid nicht aus.

Der Waldrand hat sich verändert. Ein quer zum Weg verlaufender Bach hat seinen Baumsaum durch vollständiges heruntersägen verloren. Pralle Sonne empfängt mich.

Ich quere den kleinen Bach – übersonnt, überhitzt.

In der Mühlenau Menschliches – Einweggrillmaterial bildet Sohlstruktur … Die Chinesische Wollhandkrabbe, Häutungsrest Panzer von unten, ist ein per Schifffahrt importierter Neozoe, der inzwischen von seiner Geburtszone Brackwasser auch die obersten Bachstrecken als Aufwuchsort regelhaft erreicht.

Wasserpest profitiert von strukturlosem Grund, übersonnter Überbreite.

Standorttypischer Wasserstern dagegen hat es schwer.

An vielen Strecken, wie z.B. hier aus dem Blog bekannt, hat sich bereits einiges getan, die lebensraumtypischen Pflanzen und Tiere kehren zurück. Unabhängig davon müssen Verbesserungen und weiter bestehende Probleme in ihrer Entwicklung beobachtet werden, ggf. ist nachzusteuern.

Spiegelung – Totbaum durch Erlenkrankheit.

Von spontanem Sterben bis langjährigem gegen die Krankheit ankämpfen sind alle Übergänge möglich. Wir hoffen auf resitente(re) Erlen.

Bunter Fisch zeigt Leben im Bach – rote Bauch-, After- und Schwanzflosse, Bänderung des Körpers.

Wie der des vorigen Beitrags guckt auch dieser Flussbarsch weiter munter im Bach herum.

Ich bin zur städtischen Strecke gewechselt. Ein Stockentenmann sonnt sich auf wiedergewonnenem Ufer.

Auch unter Wasser tut sich was, hier das Beispiel einer der gut von Forellen und Neunaugen belaichten Lenkbuhnen.

Ein gemischter Schwarm wohl zweijähriger Weissfische frisst, aufmerksam vor- und seitwärts schiessend, aus offensichtlich gerade stattfindendem Insektenschlupf.

Das muntere Treiben hält mich länger am Platz, als ich vorher annahm.

Insgesamt sind die Reaktionen der Bachlebensgemeinschaft auf Restaurieren äusserst erfreulich.

Weiterhin bleibt viel zu tun!

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Gestern bei einem Besuch an der ländlichen und der städtischen Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, Schleswig-Holstein, erlebten interessierte Besucher, wie Lebensraumvielfalt verbessert, teils erst wieder geschaffen werden kann.

Das Ganze fand statt in einer – im wahrsten Wortsinn – spannenden Atmosphäre, Sonnenschein vor Gewitterfront.

Blütenmeer ungedüngter Gewässerrandstreifen. Auf der Silomahdwiese nebendran fand gerade der erste Schnitt statt.

Durch Einengen, Profilieren des Niedrig- und Mittelwasserprofils haben wir, der Bach in Hochwässern und Großlaicher in bereits mehreren Laichperioden ein neues, lebendiges Bachbett geschaffen: Aus breit, unstrukturiert und still wurde ein munteres Bächlein.

Die Gewitterfront „ritten“ wir beim Wechsel zwischen ländlichem und städtischem Raum ab – Regen trommelte und lief wie Wasserfallmassen auf uns Autodach-geschützte herunter.

Mühlenau, Pinneberg, zwischen Bad und Rosengarten – vorn frisch bekiester, hinten älterer, (noch) nicht nachbekiester Belebungspunkt. Was hält sich drüben im Wasserwechselbereich auf?

Ah, ein Rotkehlchen – hat, wie so viele andere Vögel die Lenkbuhnen als Tränke und Badestelle entdeckt.

Und schon geht begeistertes Plantschen los. Als Beobachter ist zeitweise nicht zu erkennen, wo vorn und hinten, oben und unten ist – Hauptsache, der Vogel weiss das.

Vorn ist ordentlich Vogel-erzeugter Wellenschlag, Turbulenz zu erkennen. Im weiteren Verlauf ist das allerdings der Lenkbuhnenwirkung, wie beabsichtigt, zuzuschreiben.

Die Uferentlastung durch Kiesdepots, Lenkbuhnen, andernorts Treibselsammlern, führt zu einer neuen Übergangszone Wasser-Land. Schnell entdecken Pflanzen den Standort, erhöhen Arten- und Individuenzahl, bilden selbst neuen Lebensraum.

Die „richtige“, hierzulande fast in Vergessenheit geratene Bach-Biodiversität ergibt sich erst beim Vorhandensein der zugehörigen Uferbäume – Baum, Baumsaum, Auwald. [Die beiden folgenden Fotos sind langjährigen Leserinnen und Lesern dieses Blog bekannt. Ihr Eindruck spiegelt gleichwohl fortgesetzt das, was an unseren Bächen und Flüssen neben der inneren Struktur wohl am meisten fehlt.]

Pionierphase Erlensukzession, ca. 5 Jahre alt.

Lichter Erlensaum nach ca. 40 Jahren Entwicklung, vorn Aufrechter Merk (Berle, Berula erecta), im Foto nicht sichtbar Wasserstern, als standorttypische Begleiter.

Wer Biodiversität der Gewässer als Aufkleber, vielleicht zum Herumfahren, nutzen möchte, erhält dieses Exemplar beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz: „Artenvielfalt ist Lebensqualität„.

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Die Moorbek ist ein wichtiger Quellbach für die Mühlenau im Pinnau-Einzugsgebiet. Die Mühlenau selbst fällt in ihrer oberen Strecke oft sommertrocken aufgrund von Störungen ihres Einzugsgebiets durch Entwässern des Holmmoors, Verbreitern der Autobahn und durch den BAB-Rastplatz Holmmoor.

Im Stadtgebiet Norderstedt hat der NABU in Bachaktionstagen Verbesserungen an der Moorbek vorgenommen. 2020 hat der Wasserverband Mühlenau, gefördert durch den Kreis Segeberg, eine weitere Strecke im ländlichen Raum restauriert. Auch im Bachverlauf der Mühlenau nach Zusammenfluss mit der Moorbek wurden 2020 etliche Strecken verbessert, vgl. Berichte hier im Blog.

Es war an der Zeit, einmal nachzusehen, welche Auswirkungen die Umgestaltung der ehemals kanalartigen, überbreiten Strecken mit Erosionssand auf der Sohle, insbesondere im Hinblick auf biologische Besiedlung gebracht hat.

Zwar ist es schon etwas spät im Jahr, viele Insekten haben ihren Larvenlebensraum Wasser inzwischen geflügelt zum Hochzeitsflug verlassen. Aber gleichartige Beprobung sollte mindestens einen Vergleich unterschiedlicher Strecken zulassen.

Die neue Optik dieser Moorbekstrecke hält viele Besucher des Umfelds auf. Staunend betrachten sie den veränderten, belebten Bachlauf.

Informationstafeln stärken das Verständnis.

Emsige Ameisen vor Löwenzahn – gleich am Brückendurchfluss findet ein erstes, orientierendes Beproben statt.

Ein Bachflohkrebspärchen und ein Egel.

Ähnlich einer Spannerraupe saust der Egel im Rund der Schale. Die Flohkrebse schwimmen diversere Bahnen.

Zwei Köcherfliegenlarven und eine ertrunkene Rollassel kommen aus einem ruhigeren Bereich.

Und aus einer Ansammlung von Blättern und Ästchen werden ein junger Bachflohkrebs sowie eine Libellenlarve der Gattung Calopteryx freigespült.

Das Einbringen des Kieses bringt einen Anstoß zu differenzierten Strömungsbedingungen in Längs- und Querrichtung. Daraus erfolgt Strukturieren der vorher eintönigen Sohle hin zu unterschiedlichen Lebensbedingungen. Dementsprechend reagiert die Lebewelt mit ihrem nun in Arten- und Individuenzahl zunehmenden Vorkommen. – Ein vorbeikommender Spaziergänger ist begeistert, wir auch.

Die Moorbek schlängelt sich jetzt in ihrem früher gleichförmigen Bett mit Niedrig- und Mittelwasserprofil.

Auch „Altlasten“ sind weiter vorhanden, hier „fett“ Algenschmier auf Wasserpest, vorwiegend gesteuert durch Lichtüberschuss, wo standorttypischer Baumsaum am Ufer fehlt.

Das Umstrukturieren stärkt aber die charakteristischen Wasserpflanzen, hier den Wasserstern.

Beim Aussieben des hier in Teilen des Profils stabil liegenden Sandes bringt in Grobsand und Feinkies Larven der Großen Maifliege Ephemera (oben links eine einjährige, mit Glück wird sie Mai / Juni 2022 zum erwachsenen Insekt) und jede Menge Kleinmuscheln der Gattungen Sphaerium und Pisidium zutage.

Auch hier der Bachflohkrebs und die Bauchansicht einer Libellenlarve Calopteryx.

Im seitlich liegenden Laub finden sich Zweiflüglerlarven.

Unbehandelte Teilstrecken zwischen den Kiesen zeigen sehr gut die sich jetzt windende, längs- und querdifferenzierte Ausformung des Bachs.

Standorttypische Schwarzerlen – über das Jahr wird die Entwicklung von Uferbäumen verfolgt.

Je nach Eigenentwicklung angesichts vielfältiger Mutterbäume im Umfeld kann sich ein charakteristischer, den Bach von Überheizen entlastender Halbschatten ausbilden. Falls Artenbreite und zeitliches Vorankommen nicht hinreichend erscheinen, wird über punktuelle Anpflanzungen nachzudenken sein.

Neben den gut verbreiteten Bachflohkrebsen, als Blatt-Schredderer wesentlicher Start der Bach-Nahrungskette, sind einzelne Eintagsfliegen vor Ort. Ihre dunkle Farbe zeigt, dass sie kurz vor Wechsel ins Erwachsenenstadium stehen, das Wasser bald verlassen.

Die kleinen „Würmchen“ in der Schale sind mitgefangene, beim Siebausspülen nicht verloren gegangene Larven von Zuckmücken, Chironomiden. Diese sind eine weltweit in fliessenden und stillen Gewässern je nach Lebensraum arten- und individuenreich angepasste Insektengruppe – beim Arbeiten mit dem Haushaltssieb meist „übersehen“ (sie gehören nicht zum Spektrum der mit dieser Methode gesuchten Gruppen).

Weisse Schale, Totale – die ganze Zeit, verdrängt von Konzentration auf Leben im Wasser, kribbelt und krabbelt es irgendwo, es kitzelt auf der Haut: vorn eine Schlammfliege.

Sie und ihre Artgenossen werden, so sie nicht vorher von Vögeln, Fischen, Fledermäusen gefressen werden, ihre Eipakete auf Blättern von Uferrandpflanzen als Pakete ablegen. Von dort plumpsen die schlüpfenden Larven ins Gewässer und werden sich, s. Artname, in weichen Ufer- und Sohlepartien entwickeln.

Eine nicht bearbeitete Teilstrecke – Wasserpest, sie macht ihrem Namen in übersonnten, untypisch still fliessenden Bach-Ruinen alle Ehre, setzt auf Übernahme der gesamten Bachbreite. Der Ruf nach Ausmähen wird folgen.

Ein Hund geniesst die Möglichkeit, den sommerkühlen Bach auf einer Rausche zu nutzen.

Wie der Wanderer am Start ist auch der Hundeführer beeindruckt von der ihm bislang unbekannten, wiederherstellbaren Lebensvielfalt im Bach. Was wir ihm auch hier zeigen können, entspricht dem bisher Dargestellten.

Übertiefer, überbreiter Canyon – auf Restaurieren wartende Strecke.

Durch Frühlingsbuchenwald, klimagerecht feucht gehalten, gehen wir zurück.

Die Besiedlung der ländlichen Mühlenau nach Zusammentreffen mit der Moorbek wird in Teil 2 beschrieben.

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Der Ur-Beitrag vom 2. Mai beschäftigt sich mit gesägten Bäumen, dem Wert von Bäumen sowie der (verbesserungsfähigen) Wahrnehmung von Bäumen, insbesondere im bebauten Raum.

Selbst in turbulent fortschreitenden Zeiten des Klimawandels nehmen wir den Baum, die Allee, den Wald, nicht hinreichend wahr. Dabei gehört er zum über Jahrmillionen entwickelten, bewährten Kühlsystem der Natur, Hitzeinseln verhindernd – bei Einsicht: bestehende Hitzeinseln mindernd, bei Planungen vorsorglich vermeidend.

Es gab viele Weiterleitungen und etliche Diskussionen, nicht zuletzt über die Beispiel-Kalkulation im Beitrag über „einen Baum“ und sein Äquivalent, im Beitrag vom 2.Mai vereinfacht an einer Kugel-Betrachtung / -Berechnung dargestellt.

Immer klarer wird, dass wir in Sachen Rechnen, Mathematik einen Kulturwandel hinter uns haben. Im Netz danach gesucht – und gefunden!

Man soll Äpfel ja nicht mit Pferdeäpfeln gleichsetzen. Aber – Beispiel Baum – vielleicht den Apfel (als Teilwert eines Baums) mit einem „Erdapfel“, der Kartoffel.

Die alte, zu meiner Begeisterung fortgeschriebene Betrachtung über Veränderungen des Lernens, des Rechnens, des Umgangs mit der Mathematik am Beispiel der Kartoffel, verlinke ich hier.

Ich nehme an, die dort dargestellte Entwicklung ist nachvollziehbar. Wir sind auf einem anderen Stand als in den 1950ern. – Gleichwohl, viel Spaß !

Busch und Pappelreihe nahe Elbdeich – nachmittags, so um Sonnenuntergang.

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Ein Requiem ?

Kürzlich auf einer Rad-Tour an Mühlenau und Pinnau, Pinneberg – irgendwie sieht der südliche Bahnhofsvorplatz anders aus.

„… schönes Viertel …“ wirbt es vom B-Plangebiet „Mühlenauquartier“. Linker Hand … fehlen vertraute Bäume.

Anwohnerinnen und Anwohner haben sich dazu geäussert.

Sie sind wütend und traurig.

Und fragen sich, warum das so sein muss.

Die Stadt Pinneberg beschreibt das Geschehen hier.

Vor Ort geht es weiter.

Diese noch nicht alt gewordenen Bäume blühen nicht mehr.

Sie filtern keinen Staub mehr, produzieren keinen Sauerstoff.

Ganz davon zu schweigen, dass in der Klimadiskussion, gar beim Klimahandeln die Bedeutung von Bäumen, ihr Altern lassen von Politik und Verwaltung nicht hinreichend erkannt, wertgeschätzt wird.

Nehmen wir einen frei wachsenden Baum in der Nähe als Beispiel.

Eine ältere Rotbuche in der Nähe.

Sie hat einen Astradius von ca. 10 m.

Hier kann man sich konkret veranschaulichen, was rund um „den Baum“ so an Themen, Zahlen ansteht.

Planungen werben gern damit, dass gefällte Bäume ersetzt werden.

Wie – 1 : 1 ? Noch mehr Werbung für das Handeln wird dann mit Hinweisen wie „Für jeden gefällten Baum werden 2 nachgepflanzt.“ vermeintlich erzeugt.

In der oben verlinkten Pressemitteilung der Stadt Pinneberg liest sich das so „deutlich mehr und standortgerechtere Bäume neu gepflanzt als im Bestand vorhanden waren.
Die Fällung der Bäume und die Neupflanzung von Bäumen entsprechen dem gültigen Bebauungsplan und dem von den städtischen Gremien beschlossenen Projekt „Neugestaltung des südlichen Bahnhofsumfeldes“.“

Na, wenn das beschlossen ist, ist ja alles klar. – Alles klar?

Die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

Bäume können auch Mathematik sein. Ich weiss, manch eine(n) schmerzt die Erinnerung an dieses Fach in der Schulzeit. (Spätestens im Beruf wird allerdings klar, dass das Leben voller Zahlen und Berechnungen ist. Gleichwohl, wenn ich unserer Populisten und Narzissten bei den derzeitigen Personenküren so sehe und höre, scheint mir, dass statt „Berechnungen“ das Leben einiger eher von „Berechnung“ geprägt wird. – Cave canem! Für Nicht-Lateiner „Hüte dich vor dem Hunde!“)

Oft wird ein Baum ja als „Stock“, Stamm, linear, mit einer grünen Kugel drauf betrachtet.

Ok, es berechnen sich beim Radius (Astlänge, s. voriges Foto) r = 10 m

  • der Umfang u = 62,832 m = 20·π
  • die Kreisfläche A = 314,159 m² = 100·π
  • die Oberfläche O = 1256,637 m² = 400·π
  • das Volumen V = 4188,79 m³ = 1333,333·π
  • und vieles mehr … (und, sehr auffällig, immer ist – nein, nicht „der fiese Fis“, das fiese  π [Pi], „die Kreiszahl π“, mit dabei …)

Was soll der Quatsch?

Obige Zahlen sind leicht auf örtliche Realität zu übertragen. Ein Jungbaum mit vielleicht 1 m³ Kronenvolumen wäre also „im Doppel“ ultraweit davon entfernt, einen Altbaum zu „ersetzen“. Im Fall der Rotbuche, rein volumenbezogen betrachtet, wären um die 4.200 Bäume ein Ersatz. Bei Kosten pro Baum von ca. 200 € (Material, ohne Pflanzkosten) wären das also 840.000 €.

Für diesen, einen Baum.

Vielleicht hilft diese fiskalische Betrachtung dabei, den Wert eines stehen gelassenen, alten Baums in seiner geradezu unendlichen ökologischen Bedeutung zu erfassen.

Gern lasse ich mich in der Höhe kritisieren, korrigieren. Ein Vergleichsbeispiel  aus unverdächtiger Quelle zeigt, dass die Größenordnung stimmt.

Haben Sie mal, z.B. über die bekannten Internet-Quellen, Satellitenfotos im Hinblick auf die Parkplätze der von Ihnen besuchten Einkaufszentren angesehen? Stehen da Bäume – pro 4 Parkplätze vielleicht 1 Baum?

Wird in etwa solche Größenordnung in neuen B-Plänen schriftlich fixiert, für Altbestand Bau nachgefordert?

Wer gern „in English“ liest, findet greifende Stadtbeispiele in dieser kostenlos herunterladbaren Klima-, Wasser-Veröffentlichung „Water for the Recovery of the Climate„. – Wie so oft, „nix Neu`s“, wo aber, bitte sehr, angewendet in täglichem Umgang mit unserer bebauten Umwelt?

Noch ein Link zu „Der ökologische Wert von Stadtbäumen für die Diversität„.

Hilfe aus Hamburg, aus Dresden.

Bleibt die Hoffnung auf den Wonnemonat „Komm, lieber Mai und mache …“.

Und der Mai macht – mögen alle Planer und Abwäger, alle Zögerer und Zauderer auch zu Machern werden! Der Klimawandel wartet nicht.

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Ostermontag – Berliner Besuch an Mobilitätspunkt HH, Ring 3, verfrachtet.

Die Reise verlief glücklich – stürmische SchneeRegenGraupelschauer konnten überwunden werden.

Wir gingen bei ebendem Wetter in den Forst Klövensteen.

Da der Wald „oben“ zwar mächtig lärmte, die Schauer aber unterbrochen stattfanden, umrundeten wir nach Wedeler Au-Strecke noch den „Großen Fischteich“.

Offenbar haben die geringen Regenfälle der vergangenen Wochen immerhin gereicht, die Flachwasserzone etwas zu benetzen. Links Grün: das Ufer ist noch weit entfernt vom Wasser – oder umgekehrt.

Immer wieder interessant – die Holzstruktur des runtergebrochenen EichenZwiesels.

Der Zulauf – im Herbstlaub staut sich Niederschlag / Zulauf von aufwärts gelegenem Teich ein. Schwach rieselt es in den Großen Fischteich.

Nachmittags geht`s zu – getesteten – KaffeeundKuchen-Einladern.

Auf dem Hinweg – hinter dem Schauer …

… ist vor dem nächsten Schauer.

Angepasst an die Umstände haben wir ein schönes Osterfest feiern können.

Keine Überraschung am Wochenstart, Dienstag – Ostblick. Wege frei, Flächen und Grün beschneit.

Das „Wäldchen“, NordOst.

Im Westen große weisse Flächen, …

Die Terrasse – angesichts Starkwinds trotz Überstandschutz klitschnass bis vor die Aussenwand.

In der Elbe stand die Flut 1,5 m über Normaltidehochwasser. Das Pinnausperrwerk war, nach einer kürzeren Phase davor, bei der Nachtflut 5,5 Stunden geschlossen.

Der Wind hatte die Vogeltränke fast trocken geblasen. Das Restwasser war überfroren – hier ausgeräumt und neu gefüllt.

Rad-Touren werden nach Wetterradar gestaltet. Wir sind gespannt, wie uns die Statistik der Schauer erwischen wird.

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Der März ist gekommen …

… Friseure machen auf!

Roland, nachmittags auf dem Marktplatz.

Ich stehe vor dem Friseur-Salon. Aufgrund meines Verzichts auf einen Termin vor dem LockDown zugunsten Bedürftigerer habe ich bevorzugt sofort nach Öffnen einen am 1. März bekommen.   🙂  Danke dafür!

Allerdings sind meine Haare, wie aus dem Umfeld definiert, zum „Beethoven-Look“ gewachsen, an die 15 cm länger als das Schnittziel. Ich nenne das „Corona-Look“, da (das Foto bleibt geheim) mit leichter Lockenentwicklung ein Ringsum-Kranz meinen Anblick prägt(e).

Fertig! – Die Sonne sinkt.
Künstlerin und Gestalteter sind zufrieden.

Nun sind wir weiter, Nachtfrost am 5. März. Die Vögel waren in den hellen Vortagen wie verrückt. Angesichts fehlender Niederschläge jüngst sind Amsel, Kohl- und Blaumeise, Rotkehlchen, Spatz und … ja, nicht verguckt, Mönchsgrasmücke (mindestens ein Männchen ist jetzt steter Gast) Gäste an unserer Vogeltränke, auch gern als Bad genutzt.

So gehe ich denn raus, klopfe das Eis kaputt, lege es seitwärts ab.

Immer wieder interessant, stets andere Strukturen.

Nochmal quer drüber – feinziseliert am Rand.

Und kaum bin ich wieder drin …

… schon ist eine Kohlmeise als erster Gast da.

Trinkt, guckt, trinkt, guckt – was bewegt sich da innen?!

Egal, die Begeisterung über das offene Wasser lässt die Meise weiter ruhig ihren Durst löschen.

Ab morgen soll es ja wieder ein Bisschen „von oben“ geben.

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