Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for April 2023

Ab kommendes Wochenende soll der Regen erstmal vorbei sein. Bis dahin orientieren wir unsere Radeltouren am Wetterradar – wie bekannt, „immer zwischen den Fronten“.

Hohe Tidewasserstände plus Regen begünstigen vernässte Flächen in der Marsch, hier auch: angelegte Muldenvertiefungen – der Geesthang rechts oben.

Die jüngste Elbvertiefung und -verbreiterung mit ihrem Anschneiden „neuer“ Gewässersohle und -böschungen begünstigt im Zusammentreffen mit offenen Deichverschlüssen das rasante Verschlicken von Marschgräben – hier bis kurz vor den Geesthang. Das Wasser ist klar, „schön“ abgesetzt hat sich die trübe Soße.

Nonnengansschwarm, dahinter Weiden auf einer Sandlinse (vielleicht flache Reste einer früheren Binnendüne, wie mir ein Eingeborener sagte).

Etwas weiter – noch ein Nonnengansschwarm, dahinter die Elbquerung einer Stromtrasse.

Blick zum niedersächsischen Ufer vom Elbdeich Fährmannssand, Ebbe etwa zur Halbtide.

Nicht nur – wie berichtet – die Lühe-Schulau-Fähre, auch die Liinsand hat ihren Sommerfahrplan gestartet.

Vom Anleger Lühe her hat sie die Lühemündung passiert, verlässt das Foto gleich nach links, Richtung Hamburg Fischmarkt, über Wedel, Willkommhöft.

Zwei Tage später, strammer Südostwind – wir erwarten eine dicke, langanhaltende Regenfront.

Also vorweg los.

Der „neue“ Sandstrand, Wedel. Wind und Wellen drücken. Der Spülsaum zeigt Übergriffigkeit zu vergangener Tidehochwasserphase.

„That`s life!“ – Es nagt der Zahn der Zeit, kaum dass die Sandaufspülbaustelle (schönes, langes Wort?) abgeräumt ist.

Blick zur Südwestecke des Schulauer Hafens – von links drückt der Südost das Wasser turbulent ums Eck.

Blick vom Hafensüdende gegen den strammen Wind (und das Morgenlicht) – am Horizont Portalkräne der Containerhäfen und -kais im Hamburger Hafen.

Blick vom Sperrwerk Wedeler Au auf die – noch ziemlich volle – Tide-Binnenelbe, lockere Nonnengansformation vor frühlingsgelben Trauerweiden.

Kurzer Stopp auf der Rückrunde über der Binnenelbe – über mich ziehen Aberhunderte bei Fährmannssand aufgescheuchte Nonnengänse.

Während wir den Eindruck haben, dass sich die hiesige Sommervogelpopulation ziemlich eingefunden hat, erwarten wir zum Monatsende das Verschwinden der Nonnengänse gen Nordost, ins Brutgebiet.

Schwalben, „alte“ Mauersegler werden bald erscheinen – sowie die „Jungen Wilden“, etwa einen Monat später.

Mal genauer hinhören, morgens und tagsüber im Grün rings um unser Wohnen: Uns scheint, die Mönchsgrasmücke (eine erste …?) ist inzwischen auch angekommen.

Read Full Post »

Im Beitrag vom 2. April 2023 berichtete ich von punktuellem Bekiesen der Bilsbek an zwei Überfahrten. Das Wetter hatte die Befahrbarkeit für den Kieslaster so erschwert, dass wir spontan zwei weiter bachab liegende Überfahrten bekiesten, als für den Start vorgesehen war – Beispiel vorher.

Da die Niederschlagsabfolgen auch die Wasserführung erhöht hatten, fand der Kieseinbau ein wenig „nach Gefühl und Wellenschlag“ statt – Beispiel nachher. Unser normal übliches Nachsehen mit so gut wie keinerlei erforderlichem Nacharbeiten könnte im Hinblick auf das Ziel Strukturieren des Niedrig- und Mittelwasserprofils hier ein anderes Ergebnis bringen.

Das Zwischenergebnis, Nachschau:

Was bei höherem Abfluss ein turbulentes, mittiges Fliessen ergab, zeigt sich bei Mittelwasser als stark linksgerichtet, in die Böschung.

Wenn wir denn, wie beim Spezialfall Ohrtbrooksgraben ein Mäandrieren-Provozieren verabredet hätten, wäre das ein schöner Start.

Spezialfall Ohrtbrooksgraben, Pinnau-Einzugsgebiet: Alle Beteiligten (Initiatoren, Grundstückseigentümer, Wasserverband, Wasserbehörde) verabredeten, Instream-Restaurieren Richtung Ufer-angreifende Turbulenz einzusetzen.

Das ist bei intensivem Nutzungsdruck, sei es im Städtischen oder Ländlichen, in der Regel nicht der Fall. – Daher: Nacharbeit, wahlweise mit Schaufel oder Rechen / Harke an der Bilsbek.

Eine kleine Skizze hilft als Korrekturvorschlag.

Und so sieht das Ergebnis aus – mittiger, turbulenter Abfluss im Niedrig- und Mittelwasserabfluss bei gleichzeitigem Uferschutz.

Dank gilt WW, dem kunstvollem Reparateur und Fotografen!

Weshalb der Spezialfall Ohrtbrooksgraben gleichwohl unter dem Stichwort Bilsbek passt: Aus Verabredungen zeichnet sich ab, dass anderswo im Einzugsgebiet Uferausbrücke erwünscht sind.

Wir dürfen gespannt sein.

Read Full Post »

Nun lebt man schonmal an der Elbe, Nordufer Schleswig-Holstein, gegenüber Niedersachsen. Und dann das – die Lühe-Schulau-Fähre verschwand in der Werft, zeitlicher Ausgang zunächst unklar!

Na ja, Elbe, Schulauer Hafen und Sandstrand bleiben ja (Letzterer, frisch für „gut Geld“ aufgespült und flach oberhalb mittlerem Tidehochwasser profiliert).

Überraschung, gestern am Schulauer Hafen …

3 Schiffe in Sicht! Etwas Gelbes hebt sich am Anleger Willkommhöft hervor.

Ja, sie hat es geschafft – bzw. die Werft, besten Dank! Die Lühe-Schulau-Fähre ist in die Sommersaison gestartet.

Der gen See fahrende Containerfrachter ist die CMA CGM Barrakuda 294 x 32 m, also einer der heutzutage Kleinen, immerhin mit Tiefgang 11 m.

Sooo klein sieht das Schiff nun doch nicht aus, als es jenseits Weiden und Pappeln vor dem Sandstrand die Elbe seewärts zieht.

Und da ist sie, die Lühe-Schulau-Fähre, jenseits des aufgeschichteten Osterfeuerholzhaufens auf ihrer Tour gen Anleger Lühe.

Das Osterfeuer ist inzwischen abgebrannt, kokelt noch vor sich hin. Betroffene Wohngebiete leiden angesichts derzeitiger Windstille mit mümpfelnden Wohnungen vor sich hin … – Alle Jahre wieder!

Vor dem Elbdeich Fährmannssand passiert die LSF den SpezialSpülBagger Jetsed. Der erledigt, wie mir scheint, besondere punktuelle Aufgaben im Tideelbeverlauf.

Die Osterlämmer sind inzwischen auch am Deich, schon etwas größer angesichts nicht ganz früher Ostertage.

Brand- und Stockenten – sie sind vom gestern gezeigten Flachwassersee auf diesen Staurest gewechselt.

Noch wird gebalzt, demnächst gebrütet.

Von den Störchen sehe ich nur ein Exemplar, eifrig suchend – habe beim Passieren der Idenburg nicht drauf geachtet, ob sich eine(r) auf dem Nest befindet.

Wer sucht, der findet – wiederholt erfolgreich.

Na denn – Frohe Ostern!

Read Full Post »

Mal wieder von der Holmer Geest in die Marsch geradelt. Hier, südlich des Weges „Am Hang“, waren in den vergangenen Jahren einige Wiesen regelhaft über Wochen flachseeartig überstaut. Schon dachte ich, Eigentumsveränderungen hätten das bewirkt.

Das ist offenbar nicht so, wie die Begegnung mit Grau- und Silberreiher zeigt.

Die in den Vorjahren langzeitig überstauten Marschwiesen hier sind trocken. Ein Silberreiher bekommt Besuch von frisch angeflogenem Graureiher.

Was immer wer da vorhat – beim Annähern des Graureihers entsteht ein heftiges, gegenseitiges Flügelschlagen.

Als die nötige Distanz wohl halbwegs hergestellt ist, bemerken mich die beiden.

Gaaanz langsam schreiten sie südwärts …

Dann reicht es dem Silberreiher doch – er fliegt ab (um in geringer Entfernung halbwegs sichtgeschützt hinter einem Reestreifen zu landen).

Dass die Wiesen hier trocken sind, hat eine Ursache.

Einige Tage zuvor waren mir Erdaufwürfe am Marschgrabenrand aufgefallen (vor dem Einzelbaum am Horizont).

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Gewässer- und Wiesenunterhaltung wieder auf „Entwässern“ eingestellt ist. Marschgrabenaushub am Ufer und „Schwarz“ in Nord-Südrichtung auf der Wiese zeigen es.

Beim Weiterradeln treffe ich gleich wieder einen Graureiher. Aus dessen Verhalten schliesse ich, dass hier einige Zeit niemand vorbeigekommen ist.

Entlang Brunnenschutzgebiet mit Wäldchen und eingestautem Randgraben – parallel, wegbegleitend ein tidebeeinflusster Marschgraben.
Graureiher voraus …

Der schläft wohl?

Doch nicht – oder er ist wach geworden.

Nix wie weg!

Nachdem er Distanz gewonnen hat, fliegt er ruhig parallel zu mir über dem Schutzgebietsgraben voraus, findet seinen neuen Ruheplatz.

Ich radele weiter, gen Idenburg. Nasse Wiesen mit anderem Geflügel erwarten mich.

Read Full Post »

Am Ende der Schulauer Hafen-, Sandstrandbeiträge hatte ich Tierisches versprochen. Im vorigen Beitrag starteten Nonnengänse.

Nun sehen wir uns an der Idenburg um.

Jüngst versammelten sich große Ansammlungen der in der Marsch wechselnden Nonnengänse auch hier, querab der Reitanlage.

Ich durchradele die beeindruckende Idenburg-Eichenallee Richtung Geest – freier Blick.

Blick zurück, hoch hinauf – das Storchenpaar ist wieder zusammen, steht auf dem Nest.

Daaa, am Ende der Eichenallee … ist doch etwas.

Das Etwas erkundet intensiv sein Umfeld.

Wenn das man nicht …

… der Osterhase ist!

Tags drauf, Elbdeich-Tour andersrum.

Nicht weit von der Idenburg, auf nasser Wiese, stolziert ein Storch.

Nummer 2 – das Brutpaar? Irritiert vom verärgerten Ruf eines passierenden Reihers guckt dieses Exemplar hinterher.

Die Wiese ist interessanter … – Am Horizont: aufgebrachte Nonnengänse.

Da, am Marschgraben, scheint es besonders ergiebig. Storch 1 stochert und schluckt wiederholt.

Na denn, auf eine gute Brut-Saison! – Hier geht`s demnächst weiter mit mehr Gefiederten.

Read Full Post »

Genauer gesagt lag das gestrige Morgen-Tideniedrigwasser („Ebbe“ für Binnenländer) 0,5 m unter dem mittleren – nichts Ungewöhnliches, aber erwähnens- und sehenswert.

Angekommen an der Elbe, Hafenkopf Schulauer Hafen, Wedel.

Tideniedrigwasser minus 0,5 m gibt tiefen Einblick.

  • Vorn ist „Süßwasserwatt“, ausserplanmäßig,
  • dessen Kante ist abgebrochen, offenbar wurde der Hafen 2023 bereits entschlammt, vermutlich von einem Spezialschiff wie der „Akke„,
  • auf der gegenüber liegenden Hafenseite ragt die Einrichtung zum Zuwasserlassen und Herausholen von Booten am unteren Ende deutlich sichtbar aus dem Wasser heraus.

Die Hafenein- / -ausfahrt, Schlickabrisskante, wie zuvor beschrieben.

Blick Elbe-aufwärts, am Horizont der Hafen Hamburg, vorn der Ponton „Willkommhöft„.

Am davor liegenden Schlick mit seiner natürlichen „semi-aquatischen“ Neigung ist das Problem des Pontons zu erkennen. Er soll nicht in die Schifffahrtstraße Elbe hineinragen. Daraus resultiert allerdings eine Lage, die sich, Schutzbuhne hin oder her, im Bereich der sich anstrebenden Schlickneigung ufernah ergibt. Unterhaltungsbaggerungen pro Zeiteinheit (Kosten) können an den Fingern abgezählt werden …

Westlich des Schulauer Hafens liegt ebenfalls eine Kante / Fläche Saüßwasserwatt frei.

Infotafel Aufspülen Sandstrand – darüber berichtet der gestrige Beitrag hier im Blog.

Die wasserseitige Maßnahme erscheint abgeschlossen, das dafür nötige Zubehör wird entfernt.

Über die gesamte Breite gesehen scheint es zur Zeit so, als habe die Nordwestecke wenig bis nichts vom neuen Sand abbekommen.

Die Nordwestecke, noch Materiallager – vielleicht ändert sich die Sandsituation hier ja noch durch „Landarbeit“.

Ich radele weiter meine morgendliche Sonnenrundfahrt – mehr dazu demnächst, tierisch.

Read Full Post »

So manch einer hatte die Meldung der Stadt Wedel als Aprilscherz angesehen.

Aus der Elbe bei Waltershof, zwischen Övelgönne und dem „Alten Schweden“ werde der Saug-, Klapp- und Spülbagger Amazone 15.000 m³ Sand baggern und am Sandstrand Wedel aufspülen. Landseitig werde dann der Sand zu Strand geformt. [Dort besteht seit Jahren ein zunehmendes Sand-Defizit, verschärft bedingt durch die jüngsten Elbvertiefungen.] An den Kosten von 440.000 € könnten sich Interessierte gern beteiligen.

Ein morgendlicher Check zeigte bei den Webcams Wedel, dass tatsächlich wasser- und landseitig Aktivitäten am Sandstrand, Elbe, stattfinden.

Mal gucken – wir liessen unsere Radtour diesmal Geest – Marsch – Sperrwerk Wedeler Au – Schulauer Hafen rollen.

Kalt ist der morgendliche Start derzeit – bei gut Sonne und starkem Wind (östlich).

Sperrwerk Wedeler Au – ssssteife Brise! -, kaum dass im 1. Gang die Deichkrone von Westen her erklommen werden konnte …

Am Sandstrand angekommen – tatsächlich, „action“! Gerade hat die Amazone abgekoppelt, fährt Richtung Waltershof, um neuen Sand zu holen. „Diablo“ an der Spülleitung ist wohl ein unterstützendes Hilfsschiff.

Spülleitung, aufgespülter Sand, Landmannschaft.

Materiallager in der Nordwestecke des Sandstrands.

„Diablo“ an der Schwimmleitung, Besucher.

Weit draussen baggert ein Großer.

Die Utrecht, im Bereich des Schlickfangs, querab Yachthafen.

Wo gearbeitet wird … – klebrig-weisser Schwimmschaum treibt mit der Flut gegen den Wind vorbei.

Hier fehlt noch allerhand Sand [zur Zeit des Schreibens, tags drauf, vorhanden, wie die Webcams zeigen]. Ein paar Tage Arbeit landseitig müssen wohl von Raupe und Bagger aufgewendet werden zum Verteilen.

Beim Aufspülen hat sich das Baggergut entmischt – eine Menge Organik hat sich eingefunden. Alte Moor- / vor / nach Eiszeit-Eichen / gar ein angebaggerter Schiffsfriedhof? – Die Schatzsucher, jedenfalls, gucken sich jeden Zentimeter an.

Wir erblicken auch einen – neuen – Schatz, vorher unbekannt gewesen: Die 70 m-Sonnenuntergangsbetrachterbank.

Uns scheint, Wedels Sommersaison kann starten.

Read Full Post »

Die Bilsbek (Pinnau-Einzugsgebiet), inzwischen in etlichen Berichten hier im Blog mit ihrer Charakteristik im Hinblick auf Moor und Moräne mit Nebenbächen beschrieben, verdient generell Verbesserung. Schritt für Schritt geht es voran.

Es war mal wieder so weit – Anfahrt, sieht gut aus!

Ziel fast erreicht – Zeichen der Nacht: Oha, ein hängiger, quitschnasser Maisacker …

Bedeutet das etwas für unsere Arbeitsbedingungen?

Der avisierte Kies ist noch nicht geschüttet. Der Lkw-Fahrer versucht sich im Rückwärtsgang. – Irgendwann ist Schluss. Die letzten 500 m scheitern an einer nahezu rechtwinkligen Kurve mit weichen Aussenseiten.

Alternative Schüttstelle ist geprüft, der Fahrer fädelt fachmännisch ein.

Gut geschüttet.

Eine Überfahrt in die Wiesenaue, links ein kleiner Nebenbach. – Diese Stelle hätten wir in einem zweiten Angang bearbeiten wollen.

Bachauf sieht es so aus.

Blick zum Himmel – Oha, das sieht ja fast aus, als bewegten wir uns heute auf einer Wetterscheide. ? Auf der falschen Seite ?

Blick auf den Bachzulauf – der Bagger naht mit der ersten vollen Schaufel. Es geht los.

Schnell ist der Abriss des Bachlaufs ausgeglichen. Per Hand erfolgt Feinarbeit.

So ist auch der Rohrdurchlass erstmal durchgängig.

Die Bachmündung wird fertiggestellt.

Erstaunlich, wie wenig dazu gehört, eine Bachwüstenei zu dynamisieren.

Turbulenz, Vortices im Detail.

Petrus findet das offenbar gut – wir freuen uns über den (zeitweisen, wie sich herausstellt) Wetterwechsel.

Wie üblich werden alle 4 Ecken der Überfahrt auf unfallgefährdende Erosionsstellen geprüft, diese bereinigt. Das bringt nicht zuletzt weiteren Spielkies für den Bach.

Fertig hier – der Bagger hat jetzt zur nächsten Überfahrt längere Transportwege zurückzulegen.

Üblicherweise schütten wir Teilmengen an jeden vorgesehenen Arbeitsort. Das ging, s. vorn, diesmal halt nicht. – Unsere ursprünglich vorgesehenen Aktionsorte bleiben im Sinn – für demnächst, bei Anfahrbarkeit mit Kiestransporter.

Abschiedsblick – ja, das sieht nach einem Fliessgewässer aus.

Zweiter Teil …

Überfahrt 2.

Reichlich gefährdende Erosionsstellen zu beschicken.

Blick auf den waldseitigen Wegrand – Eschen wie die Orgelpfeifen, aus Sicherheitsgründen geköpft (alle erkrankt, Wurzelverlust nah), Erhalt des Stamms als Lebensraum.

Blick bachab – heftige Überbreite, eine zu rettende Buche rechts voraus.

Abgesehen von der verlängerten Anfahrt vom Kiesschüttort geht die Arbeit souverän „von der Hand“.

Überbreite bereinigt, Umfeld Buche beruhigt, Scharbockskraut vorn unberührt gelassen.

Blick bachauf – letzte Erosionsstelle entlastet.

Blick bachab, auch das Umfeld Überfahrt 2 ist fertig, turbulent.

Als Abschlussarbeit wird die (fast-)Versinkstelle des Kies-Lkw mit Kiesresten gesichert.

Was für ein Schluss – Blick vom Wald in die Wiesenaue.

 

Read Full Post »

Im Beitrag vom 12. März berichtete ich aus demselben Einzugsgebiet, heute mit Umtausch der ersten beiden Substantive in der Überschrift. – Das hat seinen Grund.

Ein Kollege im Bächeverbessern meinte, wir sollten doch den Verlauf der Bilsbek (alternativ: des Bilsbek) im oberen Bereich des Einzugsgebiets einmal ansehen, querab vom Himmelmoor.

Mir fällt stets Wiederkehrendes ein, das sich bei der Diskussion von Vorträgen ergibt. Kurz gefasst, beschreibe ich es mit dem Volksmund „Wer Augen hat, zu sehen, der sehe.“ (Wer online nachschlägt, findet diverse Herkunft – weiss nicht, ob Evangelisten das copyright besitzen.)

In der Sache handelt es sich um die geringe Kenntnis über unsere Quellen und quellnahen Bereiche unserer Bäche und kleinen Flüsse. Das gilt ebenso über unsere Eiszeitlandschaft mit all ihren Gleichheiten bis hin zu kleinräumigen Verwerfungen. Hinzu kommt die Fixierung auf eine bestimmte Landschaft, hier „Stichwort Moor“. Da bleibt für „den Forellenbach“, die Lebensgemeinschaften quellgespeister Bäche sowie die Vielzahl von Kieslaichern, die teils aus weiter abwärts liegenden Fischregionen, gar aus dem Meer hierher aufwandern, kein Gedankenraum.

Macht ja nix, vom Grundsatz her. Wenn allerdings Lernunwille dazu kommt …

Wir hatten das Glück, einen ausgesprochen aufgeschlossenen Eigentümer größerer Flächen dabei zu haben – also los, Richtung Nord- bis Westseite des Himmelmoors.

Von weiter abwärts „oben“ angekommen – die Bilsbek, querab vom Himmelmoor.

Ooooch, ist die klein, Mann! – Und durchgängig kanalisiert, übertief und …

Zeichen in der Wiesenlandschaft – Kurviges, Muldiges. Die Nässe jüngst bringt es an den Tag. Flach ins Gelände eingeschnitten floss das Wasser einst, wurde in der Landschaft gehalten.

Und heute … – überbreit, übertief. Wasserzutritte, insbesondere wenn „harte“ „Zeugen der Vergangenheit“ sie festlegen, machen die Übertiefe erlebbar.

Da, guckt mal, die Sohle …

Glasklar fliesst die Bilsbek auf lehmig-steiniger Moräne! KIES!

Auf weite Strecken Überbreite, zu kraftlos, Erosionssand zu sortieren. Der wird lediglich bei wechselnden Wasserführungen in der Fläche geschleppt.

Wie bekannt: Erosionssand, flächig, ist das „Leichentuch des Forellenbachs“. Man kann auch sagen „das Leichentuch der Laichbetten jeglicher Kieslaicher“ – Menschgemachte De-Naturierung.

„Mein drittes Bein“, ein fast mannsgroßer Haselstecken, bewährt sich: Beim Durchstechen des Sands knirscht und kracht es ordentlich. – Wir hören, eigentlich herrscht hier Kiesgrund (wie vorn zu erkennen).

Wir gehen weiter bachauf. Beidseitig wechselnde Bachbegleitung durch regelhaft auf den Stock gesetzte Alterlen bestätigt, dass das vorn Sichtbare in seiner Unnatürlichkeit ÜBERbreite dokumentiert.

Wir kehren um – vor uns eine beeindruckende Hundehirtin, die – bei allem (nur teils befolgtem) Leinenzwang – ihre „Herde“ sehr gut am Wort und Bein hat.

Wir ersparen uns daher jegliche Worte – ausser einer freundlichen Begrüßung.

Ein übertiefer Zufluss, durch übermäßigen Eingriff in den Bodenwasserhaushalt und daraus folgende Umsetzungen heftigst störende Eisenockermengen einleitend, schmerzt unsere Augen.

Wir sind mit dem uns begleitenden großen Grundeigentümer einig: Diesem Bach kann und soll hinsichtlich lebendigerer Gewässersohle und Entlastung vom Eisenzutritt geholfen werden. (Guten Mutes, auch andere für einen Start erforderliche Zustimmende zu motivieren, gehen wir weiter.)

Ah, Balsam! – Wer hat je wo solch Baum-Exemplar gesehen?! Eine Alt-Erle, fast an eine Eiche erinnernd.

Ja, und was ist / was war nun mit dem Moor ? !! ?

Wir blicken vom (vom Eiseneintrag abgesehen) glasklaren Moränenbach Bilsbek zurück, auf den Südwestrand des Himmelmoors: Birkenwald leuchtet uns entgegen.

Weiter bachab queren wir den Wasseraustritt aus dem Himmelmoor, der Bilsbek zufliessend – wie sich das bei einem (in Restaurierung befindlichen) Hochmoor gehört: pottschwarz.

Die leichte Braunfärbung der bisher berichteten Bilsbekstrecken erklärt sich aus diesem Zulauf, zunehmend mit Klarwasser aus Moränenflächen und Wiesen verdünnt.

Viel gelernt! – Abwarten, was die Zukunft bringt …

 

Read Full Post »

« Newer Posts