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Archive for 30. September 2020

Bei der Anfahrt zeigte sich einmal mehr das Dilemma, in dem wir stecken. Großflächige Beregnung – wie steht dies zu Wettersituation und Klimawandel?

Die Entnahme von Wasser aus den oberflächennahen Grundwasserleitern – die aus anderen sicherlich genau so – gehört dringend vor dem Hintergrund der lange sichtbaren Entwicklung unserer Gewässersysteme auf den Prüfstand. Dabei sind geologische Überlegungen und Einschätzungen zum „Wasserdargebot“ (wir werden noch immer als „Wasserüberschussland“ bezeichnet!) zu überprüfen. Bislang spielt der notwendige Schutz für Abflüsse aus Quellen, in Bachoberläufen offenbar für die Praxis so gut wie überhaupt keine Rolle ! ? ! ?

Das – wieder einmal seit Frühjahr „fliessende“ – Niedrigwasser unserer Bäche und Flüsse zeigt die Strukturlosigkeit, Übertiefe und Überbreite der heutigen, lebensfeindlichen Situation.

Im Fach-Jargon heisst sowas „hmwb – heavily modified waterbody“, also „erheblich modifiziert“. Das hört sich fast nett an. – Ich nenne es üblicherweise deutlicher: „hingerichtete Gewässer“.

Wir fangen am Erosionsabriss bachab der Brücke an. Schon liegt die erste Schaufel Kies linksufrig im Bachbett.

Aufgrund der beengten Situation im Umfeld lagert der Baggerführer den gesamten Kies auf diesen Punkt um.

So „sind wir von der Straße weg“. Die Arbeit kann vom Ufergrundstück aus Stück für Stück bachab erfolgen.

Das Arbeits-Depot wächst.

Währenddessen gucke ich mir das Bachbett näher an. Allüberall auf den Sandbänken sind gut erhaltene, frische Otterspuren erkennbar. Toll!

Diese, technisch durch alte Bongossiwand verunstaltete Kurve ist Hauptziel unseres Einsatzes.

Vorhandene Bäume werden wir ebenfalls durch Kiesschüttung schützen, so längerfristig erhalten.

Spuren von Wasserstern lassen ein gutes Potential erkennen, bei Verbessern der Sohle standorttypische Unterwasservegetation zu entwickeln.

Das gilt auch für den Aufrechten Merk / die Berle (je nach Sprachgebrauch).

Rost und Waschmaschinenwasser (Eisen in diversen Umwandlungsformen) – auch die gestörte Boden-Wasser-Situation wird durch Turbulenz und große, aktive Oberflächen verbessert werden.

Der punktuell abgeladene Lkw Kies ist inzwischen fast vollständig ins Arbeits-Depot überführt.

Restmengen Kies legen wir in die Erosionsstellen unmittelbar bachauf der Brücke, am linken Ufer …

… und auch am rechten. – Gut, wenn geeignetes Gerät vor Ort ist (den Künstler an der Lenkung und Steuerung des Ganzen nicht zu vergessen!).

So kann es also ans Gestalten der Strecke gehen.

Der erste Baum erhält seine Schutzschüttung. Diese wird den Erosionsangriff am Ufer mindern.

Noch sieht die Bachsohle fast durchgängig so aus. Alles, was Leben zulassen würde, ist von bewegtem Erosionssand über schichtet.

Der erste, als Rausche gestaltete Lenker wird angelegt.

So sieht er bald in rauer Ausführung aus.

Den Ausgang der mit alter Bongossiwand bestückten Kurve werden wir zunächst einmal weiter beobachten.

Ein zweiter Lenker, ebenfalls als Rausche ist bachab fertig.

Diese erste Kiesladung ist gut untergebracht. Wir warten ab, welche Entwickung Herbst und Winter mit den doch hoffentlich zu erwartenden Hochwasserabflüssen bringen wird.

Vorweg wird aber mit Harke noch feinprofiliert – hier die Mühlenau bei NNW an der unteren Rausche, Blick bachab.

Auch dieser geringe Abfluss ist durch den Kieseinbau in der Lage, bei Durchtritt und Überfliessen spannende Sedimententmischungen zu produzieren. – Die Eigendynamik des Bachs ist geweckt.

Blick aus Richtung Brücke bachab, links vorn der Schutz des ersten Baums.

Die Regenwasserzuläufe haben wir selbstverständlich …

… frei abfliessend hinterlassen.

Die Baustelle wird ordnungsgemäß verlassen, der Zaun an der Durchfahrt wieder hergestellt, die Kiesschüttstelle des Lkw plan gezogen.

So kann der noch junge Herbsttag weiter seinen Gang nehmen.

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