Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for April 2020

Wir besuchten noch zwei andere Strecken der Ohlau weiter bachauf.

Auch hier wurde schon einiges verbessert.

Solch ein Angebot nutzen Meerforellen zum Ablaichen.

Wo Kies, zugegeben oder durch Strömungsverbesserung freigelegt, ein standorttypisches Bachbett schafft, siedeln sich standorttypische Wasserpflanzen wie der Aufrechte Merk (die Berle, links oben im Foto) und der Wasserstern erfolgreich wieder an.

Das Küchensieb am Besenstiel kommt zum Einsatz.

Bewegungsstudie am Egel – noch liegt er auf dem Rücken, oben rechts ist der hintere Saugnapf gut erkennbar.

Schnell dreht sich der Egel, ein Rollegel, um. Leider ist auf den Fotos die feine streifige Rückenfärbung nicht zu erkennen.

Ganz schön lang kann sich so ein Rollegel machen.

… klebt sich mit dem vorderen Saugnapf an und zieht sich zusammen – und so geht das weiter.

Die Bachflohkrebse in diversen Größen sind wieder zahlreich vertreten. Hier als Besonderheit fand sich auch eine mir bisher nicht untergekommene Libellenlarve. Aus der Fachwelt wird auf Federlibelle oder eine Schlanklibelle getippt. Schön, sie zu sehen.

Zahlreiches Vorkommen von Larven der Prachtlibellen Calopteryx lassen einen bunten Juni- / Juli-Tanz erwarten. Metallisch Blaugrün bis Grün und Braun-Grünlich wird es munter in der Sonne schillern.

Neben der Larve im Foto waren etliche jüngere Exemplare zu finden. Sie werden voraussichtlich noch nicht am diesjährigen Hochzeitsflug teilnehmen, benötigen noch ein weiteres Entwicklungsjahr – möge der Bach immer eine gute Qualität aufweisen!

In den ruhigeren Uferpartien, z.B. in überhängenden Pflanzen, leben Tellerschnecken. Am bekanntesten ist sicherlich die große Posthornschnecke, die in Aquarien häufig gehalten wird – im Foto eine andere, kleinere Art.

In den ufernahen Pflanzen leben auch Köcherfliegenlarven. Diese Art, vielleicht Anabolia, baut ein spezielles Haus mit Stängeln an den Seiten.

Und dann ist da noch eine junge Köcherfliegenlarve einer weiteren Art.

Bei Beprobung des Feinkieses am Bachgrund tauchen dann noch etliche Exemplare der Großen Maifliege Ephemera auf. Auch die lassen Ende Mai bis in den Juni interessante Hochzeitsflüge erwarten.

Gut für Bach, Insekten und alle anderen Organismen im Umfeld wäre ein beidseitiger Gehölzsaum, der nicht nur den Bach sommerkühl hält, sondern den Lebewesen einen geschützten Bereich bietet. Anlocken, Paarfindung und Hochzeitsflug werden erst mit diesem Schutzraum das Luftleben der Gewässerinsekten ermöglichen.

Zum Schluss Bekanntes auf dem Ufersand: Der Fischotter profitiert ebenfalls von den Gewässerverbesserungen mehr Struktur, mehr „Fischfutter“, mehr Fische – da freut sich der Otter.

Bis zum nächsten Mal!

Read Full Post »

Sonniges Frühlingswetter – wir werden nicht nur diesem einen, sich sonnenden Pfauenauge begegnen.

Inzwischen sind die bekannten 3 Hochwässer auch über die Ohlau abgezogen, die Wasserführung nähert sich Niedrigwasserwerten.

Wie im Foto zu sehen, habe ich mein Küchensieb am Besenstiel mitgenommen – Tierchen gucken ist angesagt.

Die Kieszugaben haben gute Turbulenz erzielt.

Hier erwarten wir gelegentlich laichende Flussneunaugen.

Mal abwarten, ob die dann zufällig zu beobachten sein werden, wie das mit Glück 2018 in der Osterau im Wildpark Eekholt der Fall war.

Die Ohlaustruktur profitiert erheblich vom fast noch neuen Kies. Strömungs- bringt Tiefenvarianz und das Sortieren von Sohlenmaterial.

Mit „Sohlenmaterial“ meine ich ausnahmsweise nicht Solches, wie ich 2012 am Seevekanal fotografierte.

Die Kiesdepots hatten wir bewusst liegen gelassen, um an ihrer Entwicklung zu lernen.

Nun erkennen wir nach den Hochwässern die Partien, die problemlos verwendet werden können, um Unterwasserstrukturen herzustellen.

Dazu werden gelegentlich Aktive anrücken und mit Schaufel und Harke die bekannten Unterwasserlenker und -kiesbänke anzulegen.

Der angespülte Sand hat auch sein Gutes, man sieht Dinge, die sonst nicht erkennbar wären – hier ein Otter-Scharrhaufen.

Und – mit Glück – gab es auch eine gut ausgeprägte Fischotterspur zu sehen.

Die Schnellbeprobung der Kiese erbrachte zwei Erkenntnisse.

Sehr positiv fielen Gammarus-Massen (Bachflohkrebs) – und das in jeglicher Altersstufe – auf. Mit der neuen dritten Dimension finden sie offensichtlich gut besiedelbaren, für Ernährung und Vermehrung nutzbaren Raum. Schwach dagegen, im Foto durch 2 Individuen repräsentiert, fiel das Ergebnis für Insektenlarven aus.

Wir werden weiter bachauf nachsehen, wie die Lebewelt dort beschaffen ist. – Demnächst mehr dazu hier im Blog.

Read Full Post »

Es war an der Zeit, wieder einen Blick auf und in die Ohlau zu werfen. Das Wetter ist gut, die Wasserführung allerdings nach den 3 Hochwasserschüben in Februar / März unter Mittelwasserführung, fast auf Niedrigwasser gefallen.

Die Ohlau im Agrarland teilt mit so gut wie allen unseren Moränen- und anderen Bächen das Schicksal, ihre Auenwiesen an Ackerbau verloren zu haben. Nicht nur dadurch ist ihre Sohle von Erosionssand bedeckt („das Leichentuch des Forellenbachs“), statt die natürliche Kiessohle aufzuweisen.

Allerdings – auch wenn am Gesamtrahmen „Dank“ verfehlter Agrarsubvention noch immer nicht verbessert wird – kann das Gewässer selbst mit mehr Struktur und damit mehr standorttypischem Leben versehen werden.

Darüber steht hier im Blog und auf meiner Homepage so mancher Beitrag. Auch an der Ohlau ist in den vergangenen Jahren allerhand punktuell und linienhaft geschehen.

Die nächsten Beiträge werden ein paar Eindrücke über die Entwicklung der Strukturen und des Lebens bieten.

Read Full Post »

Nach dem erfolgreichen Test, mit erstem Kies für die obere Pinnau Laichbetten zu schaffen und zu verbessern, die Strömungssituation stellenweise zu verbessern sowie zu lenken (s. Bericht vom 29. März), konnten die beiden weiteren hier bachauf vorgesehenen Lkw kommen.

Aber was ist das?!? – Die beiden Partien liegen weit vom Bach entfernt, mitten auf dem Acker.

Das passiert auch schonmal. Die zwischenzeitigen Niederschläge hatten den Oberboden durchweicht, das anschliessende Abtrocknen offenbar nicht ausgereicht. Nach Notschüttungen gab das Gelände den Lkw mit Hänger wieder frei.

Da naht auch schon der Teleskop-Radlader, diesmal zur Erleichterung des Fahrens und Kies auf das jenseitige Ufer Platzierens mit kleiner Schaufel.

An den wenigen Stellen mit busch- und baumartigem Uferbewuchs wollen wir diesen sowie Fischunterstände darunter vor zu stark erodierendem Anstrom schützen und längeren Erhalt sichern.

Solch Aufgabenstellung ist für den Teleskop-Radlader kein Problem.

Schlehenbewuchs und Erlen erhalten mit bachauf gelegtem Lenker im Ufer längere Existenzchancen. Das bachab liegende Ende wird noch per Hand ins Ufer getrimmt.

Eine Art „vortex weir“ aus großen Steinen können wir am Ufer mit Kies ergänzen – einerseits zur Stabilisierung, andererseits als Möglichkeit für die Pinnau, ihn für dann bachab liegendes Kiesbett bei Hochwasser zu transportieren.

Das „Vortex Weir“ (s. z. B. Figure 4.2 hier) kann ein offenes Gebilde aus standorttypischem Grobmaterial sein, das bogenförmig angelegt die Strömung in der Gewässermitte konzentriert. So bleiben die Ufer, wichtig vor allem im intensiv genutzten Gelände, vor Erosion geschützt, ein mittiger Kolk entsteht .

Die erste Seite aus Kies entsteht.

Schnell sind wir damit fertig.

Um den Strömungsdruck bachab zu entschärfen und zu lenken, sehen wir in der sandigen, kanalartigen Strecke eine flache Kiesrausche mit Seitenwangen vor.

Auf jeder Seite 2 Radladerschaufeln hintereinander mit Schüttwinkel ins Ufer gelegt, eine Schaufel mittig im oberen Teil – und dann Feinarbeit per Hand.

Die Arbeit geht flott voran, die beiden Kieshaufen auf dem Acker schwinden zusehends.

Nochmals eine Doppelbeschickung – in der Folge entstehen weitere Kieslenker am Ufer, wechselseitig.

So entwickelt sich, vorab vom Fischereiberechtigten bereits mit kleinen Findlingen belegt, eine Bachstrecke mit hoher Strömungs- und Lebensraumvielfalt.

Ein paar drohende Hangabbrüche entlasten wir durch Kiesvorschüttung am Fuß. Auf der Böschung erkennbar: der Maisacker beginnt Grundstück-scharf.

Zum Schluss gehe ich die Strecke noch einmal ab. Alles liegt prima, hier die Auffangrausche bachab des „vortex weir“.

Blick bachab, die Rausche bettet sich gut in die Landschaft ein.

In der Pinnau vorhandene Pflanzenpolster erhalten wir, wie generell üblich.

Die neue Kiesschicht schützt ganzjährig deren Wurzeln und verhindert die bisherige weitgehende Zerstörung im mahlenden „Standstrahlgebläse“ bei Hochwasser. Die neuen Kiesflächen werden erfahrungsgemäß von standorttypischen Wasser- und Uferpflanzen gern besiedelt und schaffen mehr Variation im Bach.

Am Ende des heutigen Abschnitts – Blick bachab sehe ich die obersten, vorigen Aktivitäten (rechter Hand der am 29. März beschriebene, ins Ufer zurückgeholte, gesicherte Baumstumpf).

Die Kiesrausche vom ersten Tag liegt und arbeitet hervorragend. Sie hat einen mittigen Kolk bewirkt, auf anlehmiger Moräne Material ausgegraben. So ist im Ansatz eine weitere Kleinrausche aus Mischkies entstanden.

Wir sind gespannt, wie Mittel-, Niedrig- und Hochwasser diese Strecke über die Zeit entwickeln werden. Gelegentlich, wie das von anderen Bächen hier im Blog berichtet wurde, werden wir einen Blick auf die pflanzliche und tierische Besiedlung werfen.

Sonnenbeschienen, Temperatur-gefährdend für die standorttypische Lebensgemeinschaft sommerkühler Bachoberlauforganismen und eng von intensiver Agrarwirtschaft begleitet, wären ein wesentliches Element zum Schutz und zur Verbesserung der Pinnau beidseitige Randstreifen mit standorttypischem Baumbewuchs, z.B. aus Erle, Esche und Flatterulme (mit den sich einstellenden, zugehörigen Begleitpflanzen). Dies wäre auch ein grundlegender Beitrag in Zeiten des Klimawandels zu notwendiger Anpassung an die laufende Entwicklung, sollen nicht zwangsläufig die Bachoberlauforganismen „weggedacht“ und in der Folge „weggemacht“ werden. – (Nicht nur) An dieser Pinnaustrecke wird interessant sein, ob Verhandlungen über Randstreifen – linksufrig, auf Gelände des Kreises Segeberg aufgrund einer Kreis-Initiative auch speziell förderbar – erfolgreich verlaufen werden. Das rechtsufrige Gelände, im Kreis Pinneberg liegend, bleibt selbstverständlich nicht vergessen.

Read Full Post »

Wenn ich so seit Wochen Insekten in Blogberichten wie bei Puzzleblume oder im Blog der Natur-AG Bramsche sehe, erscheint mir mein Umfeld in der „Stadt mit frischem Wind“ in Sachen Insekten ziemlich leblos.

Nun aber kommt endlich Bewegung in die Sache.

Zuvor bei längeren Radtouren nur als seltene Einzelbegegnungen wahrgenommen, sitzt nun auch vor unserer Haustür eine (!) Hummelkönigin in einer Mahonie.

Allerhand Pollen hat sie in ihren Taschen verstaut.

Weil`s so schön ist, noch einmal.

Und dann – oh Wunder! – war da noch eine (!) Wildbiene.

Die sammelte auch eifrig Nektar und Pollen – in dieser Draufsicht fast für eine Fliege zu halten.

Von Kennern lasse ich mich gern genauer informieren. – Herzlichen Dank, Puzzleblume, für die Information (vgl. Kommentar unten)! Es ist eine Schwebfliege, fachlich Eristalis genannt.

Ob unsere Insektenarmut in Arten- und Individuenzahl das ganze Jahr über mit der intensiven Pestizidanwendung im „Baumschulkreis“ (und dem „frischen Wind“ = heftige Abdrift) zu tun hat?

Inzwischen belegen nationale und internationale Studien, dass auch die Gewässerinsekten – sei es als erwachsenes Insekt in Pestizid-Winddrift oder als Larve in Pestizid-Abdrift im Gewässer – durch akute bis chronische Wirkungen erheblichen Schaden nehmen. Ein Tausendstel der für das Testobjekt Honigbiene festgestellten Störkonzentrationen brechen z.B. das Partneranlocken / die Partnersuche bei untersuchten standorttypischen Arten. – Wir sind offenbar weit davon entfernt, in unserer Agrarpraxis wirkliche Schutzmechanismen für eine lebendige Umwelt anzuwenden.

Read Full Post »

Auf den letzten Metern einer Radtour – der Boden weiss bedeckt!

Wo wir vor kurzem noch unter rosarotem Baldachin durchradelten, liegt nun eine dichte weisse Schicht auf dem Rasen nebendran. Frostausgeblichen kommt die Japanische Kirschblüte zu ihrem Abschluss.

Dieses Jahr mit der „1+1“-Regel, gesperrten Spielplätzen und dem Appell, zu Hause zu bleiben, fällt offenbar eine Begeisterungsäusserung aus. Gern greifen Kinder die Blütenblätter, werfen sie aus vollen Händen hoch über den Kopf. – Na gut, nächstes Jahr wieder!

Read Full Post »

Morgendliches Eis auf der Geest-Vogeltränke (mit Eiszeitstein). Wir warten, dass die Temperaturen steigen.

Wie üblich bei wechselhaftem Wetter gelang es uns, zwischen Regen-, Schnee- oder Graupelschauern zwischenzeitige Sonnenphasen zu nutzen. Es sollten letzte Fronten abgezogen sein, also wählten wir eine längere Rundtour.

Die Hälfte der Runde ist geschafft, Hetlingen passiert – Blick hinterm Elbe-Hauptdeich Richtung Wedel.

So ganz sicher sind wir nicht, ob das die Wolken sind die abgezogen sind. Der Himmel ringsum sieht anders aus als auf dem Wetterradar.

Nebendran, auf Hetlinger Marschwiese findet eine Dienstbesprechung statt. Die Osterhasen haben allerhand zu organisieren – mit gutem Corona-Abstand, wie sich das zur Zeit gehört.

Wir radeln flott Richtung Wedel, können die neu gebaute Brücke über die Binnenelbe, weiter über den Saatlanddamm, vorbei am Theaterschiff Batavia wieder nutzen.

Neues vom Obsthof (neulich schonmal von Ferne gezeigt): Frostschutzberegnung hilft, die Ernte durch Vorblütenschutz zu sichern.

Irgendwie wirkt das Ergebnis auf uns ziemlich brutal.

Dick, lang und schwer hängt das Eis an den Ästen. Uns scheint hier Lernen am Objekt anzustehen.

In unserer Tostedter Zeit haben wir die dortigen Optimierungen im Obstbau lange verfolgen können. Frostschutz sah dort eher filigran aus – das Eisgewicht soll schliesslich nicht womöglich die Bäume entasten.

Fast am Ende unserer Tour gucken wir nochmal zum Himmel – ziemlich illuster ostwärts!

Oha, auch nach Nordwest geguckt ziehen da wilde Wolken Kaltluft gen Süden.

Wie dem auch sei – der Wetterbericht behält Recht. Es blieb trocken, der Tag für weitere Freiluftbewegung nutzbar.

Read Full Post »

« Newer Posts