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Archive for März 2020

Die Pinnau hatte, beginnend in Pinneberg, Oktober 2019, und dann nördlich im ländlichen Raum, November 2019, ersten Kies erhalten – Berichte hier im Blog.

Nun sollte auch der Gewässerlebensraum in der oberen Pinnau  verbessert werden. Ein Test-Lkw hatte Kies in Ufernähe abgeladen.

Das Wetter bot sich zum Arbeiten an. In windgeschützten Partien von Knicks blühen Scharbockskraut und Buschwindröschen.

Impression kurz vor Ende der Anfahrt – Mais-Planum in schleswig-holsteinischer Knicklandschaft – Höhenlagen mit Pinnau-Aue dahinter.

Kraftort Pinnau-Aue im Gegenlicht – vor dem Bach rechtsufrig der Start-Kies, dahinter die Start-Begüllung des linksufrig begleitenden Maisackers („unsere“ Seite steht dafür später auch noch an).

Zum Glück ist dieses Gespann immerhin („schon“ für Deutschland – international als erbarmungswürdiges rotes Schlusslicht am Zug) mit Schleppschläuchen ausgestattet, der erforderliche Abstand zur Pinnau wird eingehalten.

Gerade ist in unserem Agrar-Lobby-Land fast so etwas wie ein kleines Wunder geschehen. Da hat doch der Bundesrat, unser föderales Ländergremium, nach langer Gegenwehr der an die EG-Nitratrichtlinie angepassten Düngeverordnung zugestimmt! Immerhin (!) hatte die Bundesregierung, die – egal, in welcher Zusammensetzung – sich mit anderen EU-Staaten für übergreifende Rechtsvorschläge (EG-Richtlinien) stark gemacht hat, sie aber gleichwohl anschliessend nicht eingehalten hat, angesichts drohender, hoher Strafzahlungen endlich die Realitäten akzeptiert.

Wir machen uns nun an die Arbeit.

Als besonders günstig stellte sich die Nutzungsmöglichkeit eines Teleskop-Radladers heraus.

Frei gewaschener Naturkies der Moränenlandschaft wird hier noch teilweise sichtbar – in solchen Strecken arbeiten wir nicht.

Wir verbessern die leider noch überwiegenden langen Strecken mit bewegtem Erosionssand durch Zugabe standorttypischen Strukturmaterials und Strömungslenkung.

Der Vorteil des Teleskop-Radladers: beide Uferseiten sind schnell und zielgerichtet mit Kiesschüttung ausstattbar.

Bachab der Kiesrausche mündet – in sicherer Entfernung – ein grabenartig ausgebauter kleiner Bach.

Per Hand wird zur Mitte geharkt, eine Rausche entsteht.

Blick bachab im Baustellenzustand – das rauscht ganz ordentlich! Wir werden das mildern.

Ergänzend zum Bau der Kiesrausche entschärfen wir einige Stellen Extrem-Erosion entlang des Fahrwegs.

Vorsichtig wird der Kies geschüttet – nicht zu wenig und nicht zu viel soll es sein.

Das sieht gut aus, wird je nach Entwicklung ggf. verbessert.

Ganz nebenbei war uns ein in den Abflussquerschnitt gestürzter Baumstumpf ins Auge gefallen.

Wir starten einen Rettungsversuch „Totholz-im-Bach-belassen“. Mal sehen, was so ein Teleskop-Radlader alles kann.

Mit zwei Ansätzen aus unterschiedlicher Richtung gelangt der Baumstumpf Richtung Ufer.

Der Versuch ist gelungen, das Totholz konnte im Ufer platziert werden. Wir sichern es bachauf und bachab mit etwas Kies.

Wir hoffen, das liegt stabil und gefällt dem Wasserverband.

Zum Abschluss ist Feinarbeit an der Kiesrausche angesagt. Mal sehen, wie die Strömung gearbeitet hat – und was es zu tun gilt.

Der Strömungsdruck hat eine Menge Kies zungenartig in Bachmitte bachab transportiert.

So belassen würde Hochwasser beidseitig erheblichen Erosion im Ufer bewirken. Das kann vermieden werden.

Wir verlängern die Kiesseiten im Schüttwinkel beidseitig und komplettieren so die Rausche.

Fertig.

Blick von der Rausche bachab – eine milde turbulente Strömung ist nun entstanden, die sich mittig hält. Bachab der Turbulenz ist linksufrig der unbeeinflusste Zulauf des grabenartig ausgebauten kleinen Bachs zu erahnen.

So soll das sein. Bachauf dieser ersten Teststrecke wird demnächst weiterer Kies folgen – ebenso ein Bericht darüber hier im Blog.

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Das Angeljahr 2020 steht bevor. So ab Mai mit frischem Frühjahrsgrün in den unterschiedlichsten Farbtönen werden wandernde Besuche z.B. längs unserer restaurierten Bachstrecken besonders erlebnisreich. Vorher sehen wir aber zu, das Tiefkühlfach von Fisch des Vorjahrs zu befreien und den Fisch zu geniessen. – Es waren noch Barsche da …

Wir hatten uns Räuchern als Zubereitung ausgedacht.

Die Wettervoraussetzungen sind gut.

Scharf blies der Ostwind gestern Vormittag entlang unserer sonnenzugewandten Hausfront. Insekten – so überhaupt vorhanden – wurden wohl an den Blüten vorbeigepustet. Aber es gibt meist auch ein „Lee“, dort sollte es klappen.

Flussbarsche aus restauriertem Forellenbach, gut genährt durch vervielfachte Nahrungsgrundlage – aufgetaut und gewaschen.

Abgetupft und mit offener Bauchhöhle aufgestellt. Gutes Trocknen vor dem Räuchern halten wir für wichtig.

Hoher Rücken, Fisch dick und rund – im Jahresverlauf war deutlich, wie verrückt die Barsche auf die im neuen Kies lebenden Insektenlarven waren.

Ganz wild waren sie dann zur Schlupf- und Schwarmzeit der Insekten.

Beim Ausnehmen zeigte sich, dass auch die – hier im Blog mehrfach gezeigten – Wollhandkrabben den Flussbarschen nicht entgehen. Schon erstaunlich zu sehen, wie große Exemplare (und oft genug gleich mehrere davon) sich so ein Barsch „reinpackt“. Mit Bachflohkrebs-, Insekten- und Wollhandkrabbenfleisch genährt (der ein oder andere Fisch wird selbstverständlich auch verputzt) kommen die Barsche in Topform über das Jahr.

Verstaut und verschlossen, Draufsicht auf den kleinen Räucherofen.

Wir bevorzugen Räuchermehl aus Erle mit ein paar Wacholderbeeren. So schmeckt uns selbstgeräucherter Fisch erfahrungsgemäß am Besten.

Das Ganze in Seitenansicht – drunter brennt Spiritus und bringt das Räuchermehl in der Box zum Glimmen. Eine Stunde bleiben die Fische in der Box.

Flussbarsch 2-lagig, fertig.

Zum Abpellen und Entgräten aufgestellt.

Tja, und dann habe ich nachträglich bemerkt, dass ich mit Fotografieren aufgehört hatte (hatte ja auch anderes zu tun).

So „im Fell“ zubereitet kann Flussbarschfleisch leicht durch Abklappen des Schuppenkleides freigelegt werden. Auf dem Teller werden die so gut wie grätenfreien Rücken- und Schwanzpartien auf einen Haufen, die Rippen-/Bauchraumpartien auf einen zweiten gelegt. Das Fleisch aus letzterem wird dann von den Rippen befreit. Mit ein Bisschen Geschick (und Glück) kann alles ohne Pieksbeschwerden gegessen werden.

Wenn wir Fisch wie Flussbarsch räuchern, würzen wir nicht – den Originalgeschmack finden wir am Besten. Wir essen dazu Salat aus Geschnittenem: Blattsalat, Paprika, kleine Tomaten, Gurke. Zum Fisch (gern als Dressing zum Salat) schmeckt ausgezeichnet Sahne-Meerrettich mit Preiselbeeren. – Ein leckeres, leichtes Essen mit simpler Zubereitung.

Ganz nebenbei, weil ich oft auf Vorurteile zu Hecht stoße: Gräten vom Hecht müssen nicht stören – man darf sie halt durch Zerstückeln nicht vervielfältigen (und dann beim Essen von „Stacheldraht“ reden), also den Hecht nicht querschneiden, sondern wie Lachs- oder Dorschverwandte ingesamt längs filettieren, dann in große Partien schneiden und beliebig vorbereiten, z.B. braten. Hier ist unser Tipp auf meiner Homepage Salmonidenfreund (nicht verzagen, einfach die Seite runterrollen).

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Ganz klar: Am Weltwassertag muss ich „Wasser gucken!“.

Wir sind angesichts Corona angehalten, keine Ansammlungen zu bilden und Abstand zu halten. Weitere Entscheidungen richten sich nach der Entwicklung der Lage und unserem Verhalten.

Bewegung an frischer Luft ist für die Gesundheit unverzichtbar, mögen die kommenden Beschlüsse von Bund und Ländern nicht zuletzt hierauf Bezug nehmen.

Das Wetter ist gut, der diesjährige Weltwassertag steht unter dem Motto „Wasser und Klimawandel“. Dazu wird mir beim Radeln sicherlich etwas einfallen, zumal ich im „Baumschulland“ unterwegs bin. Für die Grüne Zunft, die den Boden bearbeitet und zwingend auf hinreichend Wasser (aber nicht mehr) angewiesen ist, hat die WHO auf maßvollen Umgang, die dringend erforderliche Anpassung an den Klimawandel hingewiesen (diverse Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen haben sich in breitem, praxisbezogenem Themenspektrum auch damit befasst, Download Zusammenfassung).

Kleiner Rückblick auf den gestrigen Frühlingsanfang: angesichts geringer angesagter Windstärken als bisher haben wir die „Marini-Saison“ eingeleitet. Familie und Vorübergehende freuen sich.

Auf nach Pinneberg – es ist noch früh, ein ssssteifer Ostwind brrrist.

Und schon geht`s los – die WHO hat Recht. Im Umgang mit Boden und Wasser müssen die „grünen Berufe“ endlich durchweg Grundlagen akzeptieren und sich anpassen. Der bisherige Umgang mit Wasser und Boden ist allzu häufig inakzeptabel.

Es ist ein Kreuz! – Wo Landschaft ausgeräumt und zu Gegend gemacht wird (die Bundeslandwirtschaftsministerin hat die Begriffe verwechselt!), wird für „Agrar“ kein Platz mehr sein. Die Akzeptanz der Steuerzahler, pauschal zu subventionieren, schwindet.

Das ist Pinneberg, sonntags Richtung high noon – nicht normal?

Ja, wer die Ecke kennt, meint, sich zu vergucken! Der Blick geht von der Friedrich-Ebert-Straße Richtung Hans-Hermann-Kath-Brücke, nach rechts zweigt die Elmshorner Straße ab.

Für Nichteingeweihte und Fremde: das ist eine wesentliche Kreuzung in dieser verkehrsreichen Stadt. Normal sieht man hier nur „Blech“. – Offenbar halten sich alle sehr gut an die Corona-Hinweise. Wir sind gespannt, ob Bund und Länder das zu würdigen wissen.

Das vorherige Foto habe ich vorgezogen wegen des grundlegenden Eindrucks. – Real kreuze ich zunächst die belebte Mühlenau, Nebenflüsschen der Pinnau, über die Christiansenwegbrücke. Wo es vorher schlapp vor sich hin floss, beherrscht jetzt Turbulenz das Bild.

Blick bachauf nach Unterqueren der Bahntrasse – die belebte Mühlenau in der bekannten, gefällereichen Kurve.

Durch den Stadtwald Fahlt bin ich weiter geradelt, erreiche die Pinnau an der Brücke Hindenburgdamm. Der Kies ist noch da! Gut sieht er aus.

Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Einer der Kies-Aktiven sprach mich in den vergangenen Wochen an, er sei bei Tideniedrigwasser hier auf der Brücke gewesen – der Kies sei nicht mehr da! Die Lösung des Rätsels: Seit Februar hatten die wiederholt starken Niederschläge den Abfluss der Gewässer bis vor Kurzem stark erhöht. Dreimal wurde mittleres Hochwasser erreicht, erhalten gebliebene Hochwasserstauräume pufferten, so dass in Städten bachab keine Schäden entstanden. Dazwischen wurden mittlere Verhältnisse nicht erreicht, reale Tideniedrigwasserstände lagen über mittlerem Tidehochwasser, so dass auf online-Abbildungen die Tnw-Marke gar nicht sichtbar war. Dementsprechend war auch der Kies „weg“. [Falls jemand den Link nutzt: aktuell, 22. März, ist angesichts des Ostwinds und der niedriger als normal ausfallenden Flut- und Ebbe-Stände der Elbe hier in der Pinnau fast gar keine „Flut“ erkennbar.]

Wie gut, dass die Pinnauwiesen bachauf der Stadt – sie laufen nun langsam leer – vor Bebauung geschützt wurden. Die Hochwasserlage, wie in fast allen Städten mit Gier als Lenker der Bebauungsplanung, ist auch schon vor erkanntem Klimawandel weitgehend prekär gewesen.

Möge inzwischen allen ein Licht aufgegangen sein.

Bachab Hindenburgdamm: Hilfsweiser Hochwasserschutz an fehlgeleiteten Planungen der Vergangenheit – das ist wohl nochmal gutgegangen.

Von der Friedrich-Ebert-Straße blicke ich Pinnau-aufwärts. Möge auch hier für engste Innenstadtbebauung angesichts neuer Bauaktivitäten hilfsweise neue Rückhaltung von Niederschlägen und Abflüssen entstehen!

Auf dem Rückweg komme ich noch einmal an der Mühlenau vorbei. Wie in diversen Blog-Berichten zu lesen, hat hier am B-Plan Mühlenauquartier nicht nur die Planung mit Gewässerrandstreifen und Hochwasserrückhalt, sondern auch die Kooperation für eine lebendigere Mühlenau beispielhaft funktioniert. Besten Dank nochmals!

Auf der Piste Richtung Wedel begegne ich noch einem ganz wesentlichen Symbol.

Scharfen Auges wollen wir die Entwicklung unseres Umfelds, unserer Umwelt konstruktiv-kritisch weiter begleiten.

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Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs, das Leben geht weiter. Es erfreut mich, dass der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie die Bundesärzteschaft die Politik vor pauschalen, nicht begründet lokal nachvollziehbaren Ausgangssperren warnen.

Warum soll die sich vernünftig verhaltende Gesamtbevölkerung wegen ein paar Ignoranten eingesperrt werden ? ! ? Die genannten Verbände warnen vor unnötigem Erzeugen einer gespenstischen Atmosphäre, Kommentatoren weisen sachlich darauf hin, dass in „familiärer“ Enge Frauen eher durch Gewalt gefährdet sind. – Das ist wohl leider so.

Geniessen wir also – mit gutem Abstand zueinander – frische Luft. Rings um uns „tobt“ die Natur, der Jahreszeit entsprechend.

Bevor ich also gelegentlich auf angekündigte Baggeransichten im Elbe-Geschehen komme, folgt hier Tierisches.

Radeln hinterm Deich, Wedel – Hetlingen – Wedel. Der Blick vom Sperrwerk Wedeler Au zeigt, dass demnächst die erneuerte Brücke über die Binnenelbe frei gegeben wird. Wir freuen uns drauf.

Querab Fährmannssand begegne ich dem ersten Schwarm Nonnengänse, ein paar Silbermöwen davor.

Weil`s der erste ist, nochmal ein Detail mit Möwen, hochkant.

In dichter Packung äst ein weiterer Schwarm querab NABU-Vogelstation. Nicht weit davon entfernt ein dritter.

Irgendwie ist bei mir schnelles Schätzen automatisch vorprogrammiert, seit wir seit 2016 diese Marscherlebnisse geniessen können. Wenn`s „zu dicke“ kommt, zähle ich nochmal eine Teilmenge, um meine Schätzung zu verifizieren (ggf. anzupassen). So bei 3. bis 5.000 Exemplare pro Schwarm sind es – bei bisher 3 Schwärmen also 9. bis 15.000 Nonnengänse.

Und dann geht`s los. Der hintere Schwarm wurde hochgebracht – warum auch immer, überzieht den vor mir, ihn auch aufstörend.

Die Luft wird voller – voller Vögel.

Nach und nach orientieren sich die Gänse.

Aber wohin?

Wie das meist üblich ist, kehren die Flieger an vorherige Plätze zurück. In diesem Fall packen sich beide Schwärme dicht zusammen.

Damit mir das nicht zu einseitig, langweilig wird, rufen – nicht zum ersten Mal – 15 Kraniche über mir (Ausschnitt).

Weiter geht`s Richtung Hetlingen. Nahe Giesensand äst ein weiterer Schwarm Nonnengänse, darüber etliche Teilschwärme in unterschiedlicher Höhe bis an den Horizont.

Insgesamt sehe ich 7 große Schwärme auf dieser Tour (die Platzwechsler nicht gezählt). Das sind ganz offensichtlich angesichts der großen Gesamtzahl bei um die 30.000 Tiere Nonnengänse, die von Westen über uns mit Zwischenrast zu ihren Brutplätzen unterwegs sind.

Ein großer Schwarm Lachmöwen sitzt auf einer Wiese vor der Baustelle Klärwerk Hetlingen. – Klärwerke sind angesichts Veränderungen im Stand der Technik eigentlich immer Dauerbaustellen, zum Wohl unserer Gewässer und unserer Gesundheit.

Ganz offensichtlich wir hier aber nicht nur gerastet. An mehreren Stellen fielen mir schon Starenschwärme in 100-150er-Individuenstärke auf. Zwischen anderen Vögeln ist anscheinend irgendetwas Interessantes zu finden.

Vor dem Deich scheint es auch interessant – da verschwindet gerade jemand im Ganzkörperkondom im Röhricht. – Darf der das, ein Ornitho-Mane oder ein autorisierter Forscher?

Das Röhricht des Vorjahrs / Reet geht inzwischen weitgehend in Auflösung über – Platz schaffen für neuen Wuchs.

Silbern glitzert das Wasser der Elbe bei Tidehochwasser über dem Süßwasserwatt.

Zum Abschluss Vierbeiniges – die Osterlämmer sind schon da! Zahlreich bevölkern sie die Wiesen sowie den Deich rund um Hetlinger Schanze.

In dem Sinn: Ich wünsche allen gute Erlebnisse im Freien!

Und immer schön Abstand halten.

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Der Beitrag vom 14. März gab bereits einen kleinen Teileindruck.

Mitte März, die Regensturmtiefs liegen hinter uns – auf geht es ans Ufer der Elbe, Überqueren der Landesgrenze dort ist angesagt.

Beim sich zunehmend neigenden Erl-(in Wahrheit Kopfweiden-)König in der Marsch herrscht frühlingshaftes Weiss.

Quer durch Wedel / Schulau ging`s Richtung Kohlekraftwerk – dort die lange Treppe mit Fahrradschräge runter, ein Albtraum der Elberadwegradler mit teils schwerem Gepäck.

Treibsel als Sturmflutreste in verschiedenen Horizonten begleitet bzw. bedeckt den Wander- / Radweg unterm Elbhang noch.

Von See läuft der Containerfrachter APL Mexico City ein, mit 328 m Länge 2014 gebaut recht klein und fast schon alt.

Und wieder ist einer der letzten Großbäume auf Hamburger Gebiet abgesägt …

Es scheint wie eine Persiflage auf den Hamburger Spruch der 1970er „Tragt die Alpen ab, wir wollen das Mittelmeer sehen!“.

Traurige Konsequenz menschlichen Größenwahns – alle Bäume am Hang absägen, Höhenweg an Eiszeithang anlegen. Konsequenz: der bewegliche Hang zeigt Grenzen auf.

Der Weg ist seit Langem gesperrt, Reparatur scheint völliger Unfug – aber dem menschlichen Geist sind ja keine Grenzen gesetzt. Ein frei stehender Weg hoch vor dem Elbhang ist als Alternative kalkuliert worden. Warten wir ab, was in Zeiten sich verschiebender Finanzierungsprioritäten hier das Ergebnis sein wird.

Die Mexico City zieht vorbei – fast leer!

Am Anleger Wittenbergen, Blick auf den sonnenbeschienenen Leuchtturm – hinter der roten Tonne fährt, entleert, der Saug-/Klappbagger „Amazone“ Richtung Hafen Hamburg.

Über mehr Baggerbegegnungen wird demnächst hier im Blog zu lesen sein.

An Blankenese vorbei zieht die Mexico City.

Während hier in Wittenbergen Parkplatz, Wanderweg und Strand für einen Sonnabend um 11.30 Uhr fast leer sind, läuft der Elbstrand von Blankenese her zunehmend voll.

Da trete ich die Rückfahrt an, Treffen beim Griechen ist angesagt.

Wenn ich zur Stint-Saison (aus traurigem Anlass: Ökosystem Tide-Elbe kaputt) schon keinen Stint bekomme, tröste ich mich mit Sardinen (Wirtschaftsname, laut Speisekarte üblich – real: Sardellen). Sehr lecker!

Für Hamburg und Umgebung, generell für unsere Bundesrepublik wünsche ich mir mehr Akzeptanz der MINT-Erkenntnisse. Wozu sonst macht es irgendwelchen Sinn, auf unsere Defizite und notwendiges Lernen in diesen Fachlichkeiten an Schulen, Universitäten und anderen Bildungsstätten zu werben?

Die Natur (z.Z. „Corona“) stellt uns unregelmäßig auf eine harte Probe. Wir sind Teil des Geschehens, sollten „Natur“ endlich im Tagesablauf als unseren Rahmen begreifen.

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Wie am 13. März erwähnt, ging ich nach dem Bekiesen der wehrnahen Kurve („Kies 2“) bachauf, um evt. bei stärkerem Wehrabfluss freifallende Lenker an den 5 Positionen des StartKieses („Kies 1“) tiefer zu legen. Nach Möglichkeit soll die Unterwasserlenkfunktion dauerhaft wirken.

Blick bachauf von der Wanderwegbrücke. Das Wasser zieht fallend ab.

Dasselbe vom Standort des obersten Lenkers, Blick bachab.

Der Unterwasserkies wird sichtbar …

… und fällt frei.

Alle 5 Unterwasserkiese werden ca. 10 cm tiefer geharkt.

Fertig. – Bachab sieht das so aus.

Blick bachauf zurück, von der Brücke aus – sieht fast aus wie das Startfoto dieses Beitrags. Allerdings ist der Wasserstand gefallen, die Kiese liegen gut darunter.

Die Strömung, turbulent, verläuft zur Bachmitte gelenkt. So soll es hier sein.

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Am Ende des Berichts vom 10. März „Restaurierungsstart 2020“ wird erkennbar, dass durch eine unbürokratische Entscheidung über sinnvolle Verbesserungen „hier und jetzt“ eine weitere Kurve der Krückau mit Lenkbuhnen versehen werden kann. Gestern war es so weit.

Der Wetterbericht versprach Abwechslung während eines Sturmtiefs mit starken Böen, Regen, Graupel, aber auch Sonne – so erlebten wir das auch, mit Sonne im Herzen und ein Bisschen Glück ist das alles nicht so wild.

Bevor ich allerdings meine Watstiefel anziehe, warte ich im Auto das Ende des meinen Anreiseschluss bestimmenden Sturmregenschauers ab. – So, es kann losgehen.

Der Wehrkolk bachab vom Rantzauer See zeigt ordentlich Bewegung.

Das Umfeld der Brücke bachab ist einer der nächsten potentiellen Aktionsorte für lebensraumverbessernde Maßnahmen an der Krückau.

Was für ein schöner, sonniger Anblick! Der Kies ist da, die Bauhofmitarbeiter sind startklar.

Guter Kies, gutes Personal, gutes Gerät – was wollen wir mehr?!?

Blick bachauf Richtung der kürzlich jenseits der Brücke bekiesten Strecke.

Blick bachab über die vorgesehenen Kiespositionen.

Punkt 1, vorher.

Erste Schaufel, so geht es weiter und weiter …

Blick von Punkt 4 Richtung Punkt 1 – ein Regenschauer startet.

Angesichts der Entfernung zwischen Punkt 1 und dem Endpunkt haben wir angesichts des Kurvenverlaufs spontan entschieden, nicht die 3 vereinbarten Stellen, sondern 4 zu bekiesen.

Schnell schwindet der Kiesberg – es regnet.

Die letzte Schaufel wird gefüllt.

Per Hand werden die 4 Punkte im Unterwasserbereich gestaltet.

Das Wehr wird geöffnet, um zu sehen, wie der Unterwasserkies liegt, ob er „auftaucht“. Ich gehe bachauf, um die 5 ersten Stellen querab Wellenbad Barmstedt darauf anzusehen und die Unterwasserkiese etwa 10 cm tiefer zu schieben (vgl. Ende Beitrag vom 10. März). Darüber gebe ich demnächst einen kleinen Eindruck.

Auf dem Weg und zurück passiere ich die Zulaufstelle zum Rantzauer See. Vorn liegt im Lee der Büsche die Krückau, auf dem See überschlagen sich teils die Sturmwellen.

Fertig, auf dem Weg zum Auto. Die „neue Kurve“, vgl. vor-Start-Foto IMG_1293, sieht hervorragend aus.

Die Tour endet, wie sie begann.

Vor dem Anlassen: Feingraupel und Regen decken das Auto ein. Der Wechsel von Watstiefel auf Schuhe fand noch bei Sonnenschein statt.   🙂

 

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Am 24. Januar berichtete ich über interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer auf meinem Vortrag im Humburg-Haus, Barmstedt. Auch dem Wasserverband liegt sehr an Lebensraumverbesserungen im Krückau-Einzugsgebiet. – Am 25. Februar „Krückau, voll …“ sah es angesichts der drei aufeinander folgenden mittleren Hochwässer und quitschnasser Böden noch nicht so aus, als wäre ein Restaurierungsstart absehbar. Derweil jagt die Natur in ihrer Vorfrühlingsentwicklung angesichts Temperaturen durchweg gut über Null so voraus, dass mancherorts Aktionen schon fast in die Rubrik „später“ verschoben werden müssen.

Aber überall gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel in Bereichen, die von befahrbaren Wegen begleitet sind – so entlang des Rantzauer Sees. An dieser Stelle danke ich der Wasserwirtschaft und dem Naturschutz des Landkreises Pinneberg, dass erstes Bekiesen unbürokratisch ermöglicht wurde. Dank gilt nicht zuletzt der Stadt Barmstedt und ihrem Bauhof, der den Kieseinbau übernimmt. So können wir im Lauf des Jahres Erfahrungen sammeln und, bei Gefallen, ein größeres Projekt vorbereiten.

Ein Sattelzug Kies (25 t) sollte querab vom Wellenbad Barmstedt an 5 Stellen bachauf einer die Krückau querenden Brücke des Wanderwegs eingebaut werden. Ein kleiner Anteil war für die Krückau an der Südostecke des Rantzauer Sees vorgesehen. Hier sollte eine alte, mit Holzstack gefasste Steinbuhne im Anstrom mit Kies ergänzt werden.

Der Rantzauer See und sein Umfeld mit Mühle, Fischpass, Museum und mehr ist beliebtes Ausflugsziel für Alt und Jung.

Vom Wehr gehe ich die Krückau bachauf – die Kurve mit der alten Steinbuhne. – Ich seh` nix.

Da sehe ich doch … – eine Fahrspur. Mal über die Kante gucken.

Ja, da ist was. Kies in Spuren sichtbar. Über diese Stelle denken wir weiter nach.

Die Brücke, wo oberhalb 5 Punkte Kies verabredet sind. Baustellenschild und Radlader in Bewegung machen mich neugierig.

Vorab war diese Kurve frei geschnitten worden, damit wir die Vegetation nicht durch die Arbeiten (zer)stören. Stauden und Büsche werden, so wie sie derzeit durchstarten, nach Kieseinbau alles gut überwachsen.

Von der Brücke her sehe ich gute Vorarbeit an den 5 Punkten.

Der Radlader wird jeweils mit Anweisung in Position gebracht, der Kies platziert.

Per Hand (Rechen und / oder Schaufel) werden die Unterwasserlenker geformt.

Schnell geht mit qualifiziertem Personal und Gerät die Arbeit von der Hand. Die letzte Kiesladung wird geschüttet.

Der meiste „Überwasser-Kies“ an allen 5 Punkten wird zu Unterwasserlenker geformt.

In der vom Mühlenwehr eingestauten Krückau herrscht der Wind – Wellen gegen den Strom. – Aaaber, s. gelb markierten Bereich, die Lenker erzeugen ein eigenes Strömungs“klima“ bachab, selbst im Einstau ist Mikroturbulenz erkennbar.

Fertig – der Weg ist geglättet, der Bauhof rückt ab. – Ganz herzlichen Dank für gute Arbeit!

Noch ein Blick von der Brücke in die Kurve … – Da wird mehr Turbulenz sichtbar.

Angesichts bevorstehenden Regens am Folgetag, aber auch aus Neugier, wie Änderungen wirken, hat der „Meister des Wehrs“ den Wasserstand etwas zu senken begonnen. (Was jetzt geschieht, kann man sich auch als Situation stärkeren Abflusses vorstellen, mit dem gleich sichtbaren Luftraum dann mit höherem Wasserabfluss gefüllt – im Hochwasserfall bis zur Uferkante [hoffentlich nicht mehr].)

Die Unterwasserlenker fallen frei, es lenkt nun der gesamte Buhnenkörper – turbulente, flotte Strömung. Die Krückau ist halt ein Fliessgewässer und kann es bei richtigen Voraussetzungen auch zeigen.

Deutlich sichtbar ist die erzeugte Lenkwirkung, die Aussenkurve ist von ExtremErosionsDruck entlastet. – Bei soviel Dynamik ertappt man sich leicht, die Zeit zu vergessen …

Ich geh` mal lieber.

Die Kurve mit der alten Steinbuhne ist in Sicht.

Die Stackfassung ist sichtbar geworden. – So sehe ich weder „alte Steine“ noch neuen Kies.

Das kann verbessert werden.

Weiter Richtung Wehr befindet sich eine extreme HundeErosion in der Uferkante – auch hier Verbesserungsbedarf.

Den am Kies-Experiment Beteiligten schlage ich 3 Einbringpunkte für weiteren Kies vor, zeitnah zu erledigen (aufwärts: HundeErosion, Zwischenbereich, alte Steinbuhne).

Wasserbehörde und Naturschutz des Kreises Pinneberg sehen die Angelegenheit ebenso und geben unbürokratisch Grünes Licht. Die Krückau und ihre Bewohner danken! – Der nächste Bericht wird folgen.

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Eichhörnchen sind gelegentlich hier im Blog zu sehen. Soweit es sich um Beiträge hausnah handelt, kein Wunder – ein Nachbar füttert mit Hasel- und Walnüssen (die Schösslinge vergrabener, nicht verspeister Nüsse reissen wir dann möglichst fix aus – Haselnussbüsche sind inzwischen zahlreich genug, einen Walnussbaum können wir aufgrund mangelnder Fläche nicht akzeptieren).

Jetzt kommt wieder die Zeit, in der Eichhörnchen auch auf dem Rasen hoppelnd, suchend, knuspernd zu sehen sind – nicht unbedingt mit Nüssen.

Da ist wieder eins. Es sucht flächig den Rasen ab. Da die Gärtner zum Glück seit Längerem nicht mit ihrem Bläser arbeiteten, findet es jede Menge „Nasen“, Samen des Feldahorns. Nach und nach arbeitet es sich über den Rasen.

Zwischendrin bin ich manchmal nicht sicher, ob es nach Nüssen sucht, oder Feldahornnasen vergräbt / „einpflanzt“.

Ein zweites Tier beschäftigt sich derweil an einer anderen Hausseite im Buschgelände, profitiert offenbar von Etlichem, das es in der inzwischen glücklicherweise akzeptierten Mulchschicht findet.

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Im vorigen Beitrag ist von WindErosionSchutz in der Beschreibung eines Fotos berichtet. Der hält inzwischen den oberen Sandstrand ganz gut davon ab, sich windgetrieben über die Westmole ins Hafenbecken zu bewegen. Je nach Situation kann dabei gelegentlich so etwas wie zwischenzeitige Dünenbildung (in klein) beobachtet werden (die räumt dann der Bauhof ab).

In Sturmflutzeiten sind andere Erscheinungen zu beobachten, LandArt.

Ist das nun LandArt oder die Anregung zu einem neuen Tapetenmuster / Fliesenmuster?

Etwas mehr in die Totale.

Himmelblau beim Blick nach oben, Richtung Hamburg.

Gut Wind bestimmt die Charakteristik der Wasser- und Feinstaubschwaden aus dem Kohlekraftwerk Wedel. Die kriegt in dieser Situation nicht Wedel, sondern der Hamburger Elbhang ab.

Da gucke ich lieber nach unten – ein Bisschen schräg.

Im Abradeln ist am Deich noch die SturmflutSpielfeldmarkierung des Sportplatzes zu bewundern – geeignet für Wasserball zu gegebener Zeit.

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