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Archive for 22. März 2020

Ganz klar: Am Weltwassertag muss ich „Wasser gucken!“.

Wir sind angesichts Corona angehalten, keine Ansammlungen zu bilden und Abstand zu halten. Weitere Entscheidungen richten sich nach der Entwicklung der Lage und unserem Verhalten.

Bewegung an frischer Luft ist für die Gesundheit unverzichtbar, mögen die kommenden Beschlüsse von Bund und Ländern nicht zuletzt hierauf Bezug nehmen.

Das Wetter ist gut, der diesjährige Weltwassertag steht unter dem Motto „Wasser und Klimawandel“. Dazu wird mir beim Radeln sicherlich etwas einfallen, zumal ich im „Baumschulland“ unterwegs bin. Für die Grüne Zunft, die den Boden bearbeitet und zwingend auf hinreichend Wasser (aber nicht mehr) angewiesen ist, hat die WHO auf maßvollen Umgang, die dringend erforderliche Anpassung an den Klimawandel hingewiesen (diverse Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen haben sich in breitem, praxisbezogenem Themenspektrum auch damit befasst, Download Zusammenfassung).

Kleiner Rückblick auf den gestrigen Frühlingsanfang: angesichts geringer angesagter Windstärken als bisher haben wir die „Marini-Saison“ eingeleitet. Familie und Vorübergehende freuen sich.

Auf nach Pinneberg – es ist noch früh, ein ssssteifer Ostwind brrrist.

Und schon geht`s los – die WHO hat Recht. Im Umgang mit Boden und Wasser müssen die „grünen Berufe“ endlich durchweg Grundlagen akzeptieren und sich anpassen. Der bisherige Umgang mit Wasser und Boden ist allzu häufig inakzeptabel.

Es ist ein Kreuz! – Wo Landschaft ausgeräumt und zu Gegend gemacht wird (die Bundeslandwirtschaftsministerin hat die Begriffe verwechselt!), wird für „Agrar“ kein Platz mehr sein. Die Akzeptanz der Steuerzahler, pauschal zu subventionieren, schwindet.

Das ist Pinneberg, sonntags Richtung high noon – nicht normal?

Ja, wer die Ecke kennt, meint, sich zu vergucken! Der Blick geht von der Friedrich-Ebert-Straße Richtung Hans-Hermann-Kath-Brücke, nach rechts zweigt die Elmshorner Straße ab.

Für Nichteingeweihte und Fremde: das ist eine wesentliche Kreuzung in dieser verkehrsreichen Stadt. Normal sieht man hier nur „Blech“. – Offenbar halten sich alle sehr gut an die Corona-Hinweise. Wir sind gespannt, ob Bund und Länder das zu würdigen wissen.

Das vorherige Foto habe ich vorgezogen wegen des grundlegenden Eindrucks. – Real kreuze ich zunächst die belebte Mühlenau, Nebenflüsschen der Pinnau, über die Christiansenwegbrücke. Wo es vorher schlapp vor sich hin floss, beherrscht jetzt Turbulenz das Bild.

Blick bachauf nach Unterqueren der Bahntrasse – die belebte Mühlenau in der bekannten, gefällereichen Kurve.

Durch den Stadtwald Fahlt bin ich weiter geradelt, erreiche die Pinnau an der Brücke Hindenburgdamm. Der Kies ist noch da! Gut sieht er aus.

Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Einer der Kies-Aktiven sprach mich in den vergangenen Wochen an, er sei bei Tideniedrigwasser hier auf der Brücke gewesen – der Kies sei nicht mehr da! Die Lösung des Rätsels: Seit Februar hatten die wiederholt starken Niederschläge den Abfluss der Gewässer bis vor Kurzem stark erhöht. Dreimal wurde mittleres Hochwasser erreicht, erhalten gebliebene Hochwasserstauräume pufferten, so dass in Städten bachab keine Schäden entstanden. Dazwischen wurden mittlere Verhältnisse nicht erreicht, reale Tideniedrigwasserstände lagen über mittlerem Tidehochwasser, so dass auf online-Abbildungen die Tnw-Marke gar nicht sichtbar war. Dementsprechend war auch der Kies „weg“. [Falls jemand den Link nutzt: aktuell, 22. März, ist angesichts des Ostwinds und der niedriger als normal ausfallenden Flut- und Ebbe-Stände der Elbe hier in der Pinnau fast gar keine „Flut“ erkennbar.]

Wie gut, dass die Pinnauwiesen bachauf der Stadt – sie laufen nun langsam leer – vor Bebauung geschützt wurden. Die Hochwasserlage, wie in fast allen Städten mit Gier als Lenker der Bebauungsplanung, ist auch schon vor erkanntem Klimawandel weitgehend prekär gewesen.

Möge inzwischen allen ein Licht aufgegangen sein.

Bachab Hindenburgdamm: Hilfsweiser Hochwasserschutz an fehlgeleiteten Planungen der Vergangenheit – das ist wohl nochmal gutgegangen.

Von der Friedrich-Ebert-Straße blicke ich Pinnau-aufwärts. Möge auch hier für engste Innenstadtbebauung angesichts neuer Bauaktivitäten hilfsweise neue Rückhaltung von Niederschlägen und Abflüssen entstehen!

Auf dem Rückweg komme ich noch einmal an der Mühlenau vorbei. Wie in diversen Blog-Berichten zu lesen, hat hier am B-Plan Mühlenauquartier nicht nur die Planung mit Gewässerrandstreifen und Hochwasserrückhalt, sondern auch die Kooperation für eine lebendigere Mühlenau beispielhaft funktioniert. Besten Dank nochmals!

Auf der Piste Richtung Wedel begegne ich noch einem ganz wesentlichen Symbol.

Scharfen Auges wollen wir die Entwicklung unseres Umfelds, unserer Umwelt konstruktiv-kritisch weiter begleiten.

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