Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 10. März 2020

Am 24. Januar berichtete ich über interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer auf meinem Vortrag im Humburg-Haus, Barmstedt. Auch dem Wasserverband liegt sehr an Lebensraumverbesserungen im Krückau-Einzugsgebiet. – Am 25. Februar „Krückau, voll …“ sah es angesichts der drei aufeinander folgenden mittleren Hochwässer und quitschnasser Böden noch nicht so aus, als wäre ein Restaurierungsstart absehbar. Derweil jagt die Natur in ihrer Vorfrühlingsentwicklung angesichts Temperaturen durchweg gut über Null so voraus, dass mancherorts Aktionen schon fast in die Rubrik „später“ verschoben werden müssen.

Aber überall gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel in Bereichen, die von befahrbaren Wegen begleitet sind – so entlang des Rantzauer Sees. An dieser Stelle danke ich der Wasserwirtschaft und dem Naturschutz des Landkreises Pinneberg, dass erstes Bekiesen unbürokratisch ermöglicht wurde. Dank gilt nicht zuletzt der Stadt Barmstedt und ihrem Bauhof, der den Kieseinbau übernimmt. So können wir im Lauf des Jahres Erfahrungen sammeln und, bei Gefallen, ein größeres Projekt vorbereiten.

Ein Sattelzug Kies (25 t) sollte querab vom Wellenbad Barmstedt an 5 Stellen bachauf einer die Krückau querenden Brücke des Wanderwegs eingebaut werden. Ein kleiner Anteil war für die Krückau an der Südostecke des Rantzauer Sees vorgesehen. Hier sollte eine alte, mit Holzstack gefasste Steinbuhne im Anstrom mit Kies ergänzt werden.

Der Rantzauer See und sein Umfeld mit Mühle, Fischpass, Museum und mehr ist beliebtes Ausflugsziel für Alt und Jung.

Vom Wehr gehe ich die Krückau bachauf – die Kurve mit der alten Steinbuhne. – Ich seh` nix.

Da sehe ich doch … – eine Fahrspur. Mal über die Kante gucken.

Ja, da ist was. Kies in Spuren sichtbar. Über diese Stelle denken wir weiter nach.

Die Brücke, wo oberhalb 5 Punkte Kies verabredet sind. Baustellenschild und Radlader in Bewegung machen mich neugierig.

Vorab war diese Kurve frei geschnitten worden, damit wir die Vegetation nicht durch die Arbeiten (zer)stören. Stauden und Büsche werden, so wie sie derzeit durchstarten, nach Kieseinbau alles gut überwachsen.

Von der Brücke her sehe ich gute Vorarbeit an den 5 Punkten.

Der Radlader wird jeweils mit Anweisung in Position gebracht, der Kies platziert.

Per Hand (Rechen und / oder Schaufel) werden die Unterwasserlenker geformt.

Schnell geht mit qualifiziertem Personal und Gerät die Arbeit von der Hand. Die letzte Kiesladung wird geschüttet.

Der meiste „Überwasser-Kies“ an allen 5 Punkten wird zu Unterwasserlenker geformt.

In der vom Mühlenwehr eingestauten Krückau herrscht der Wind – Wellen gegen den Strom. – Aaaber, s. gelb markierten Bereich, die Lenker erzeugen ein eigenes Strömungs“klima“ bachab, selbst im Einstau ist Mikroturbulenz erkennbar.

Fertig – der Weg ist geglättet, der Bauhof rückt ab. – Ganz herzlichen Dank für gute Arbeit!

Noch ein Blick von der Brücke in die Kurve … – Da wird mehr Turbulenz sichtbar.

Angesichts bevorstehenden Regens am Folgetag, aber auch aus Neugier, wie Änderungen wirken, hat der „Meister des Wehrs“ den Wasserstand etwas zu senken begonnen. (Was jetzt geschieht, kann man sich auch als Situation stärkeren Abflusses vorstellen, mit dem gleich sichtbaren Luftraum dann mit höherem Wasserabfluss gefüllt – im Hochwasserfall bis zur Uferkante [hoffentlich nicht mehr].)

Die Unterwasserlenker fallen frei, es lenkt nun der gesamte Buhnenkörper – turbulente, flotte Strömung. Die Krückau ist halt ein Fliessgewässer und kann es bei richtigen Voraussetzungen auch zeigen.

Deutlich sichtbar ist die erzeugte Lenkwirkung, die Aussenkurve ist von ExtremErosionsDruck entlastet. – Bei soviel Dynamik ertappt man sich leicht, die Zeit zu vergessen …

Ich geh` mal lieber.

Die Kurve mit der alten Steinbuhne ist in Sicht.

Die Stackfassung ist sichtbar geworden. – So sehe ich weder „alte Steine“ noch neuen Kies.

Das kann verbessert werden.

Weiter Richtung Wehr befindet sich eine extreme HundeErosion in der Uferkante – auch hier Verbesserungsbedarf.

Den am Kies-Experiment Beteiligten schlage ich 3 Einbringpunkte für weiteren Kies vor, zeitnah zu erledigen (aufwärts: HundeErosion, Zwischenbereich, alte Steinbuhne).

Wasserbehörde und Naturschutz des Kreises Pinneberg sehen die Angelegenheit ebenso und geben unbürokratisch Grünes Licht. Die Krückau und ihre Bewohner danken! – Der nächste Bericht wird folgen.

Read Full Post »