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Archive for the ‘Reisen’ Category

Die Bode, im östlichen Harzvorland, also. Interessiert gucken wir hier von der L 101-Brücke, aufwärts Oschersleben.

Von der Brücke der Großalslebener Straße aus, vgl. Beitrag vom 20. Februar 2022, konnten bereits Beispiele guter Turbulenz – entsprechende Lebensraumqualität zu erwarten – besichtigt werden.

Im vorigen Foto das rechte Flussufer (die Zuordnung ergibt sich beim flussab-gucken), hier das linke.

Solche Stellen bieten sich an für Zugaben fehlenden Strukturmaterials, z.B. Laichkies – per Hydraulik-, ggf. Teleskop-Bagger, direkt vom Lkw. Hier ein Beispiel ohne Brücke, hier ein anderes, mit. Der Kies wird dann vom Gewässer selbst (das weiss es besser als wir!) schnell abwärts an passende Stellen transportiert. Flora und Fauna danken es reich.

Flussauf der im ersten Foto gezeigten L 101 ist im oberen Bereich des Fotos im Vergleich zum ansonsten eintönigen Bild verbesserte Struktur zu erkennen.

Rangezoomt – Totholz hat diese Struktur geschaffen. – Meist fehlt aus Angst vor unkontrollierbaren „Verklausungen“ die Akzeptanz für Totholz. Es wird entnommen.

Dabei bietet es große Chancen für vervielfältigte Struktur – einmal abgesehen davon, dass das Holz selbst für ganz spezielle Organismen wesentliche Lebensgrundlage ist.

Detail, Beispiel 1, rechtes Ufer (wie erwähnt: benannt, von „oben“ betrachtet)

Detail, Beispiel 2, linkes Ufer.

Die Fotos sprechen für sich. Wir queren die Brücke, Blick flussab.

Flussab der L 101 fliesst die Bode recht eintönig, wenngleich turbulent. Hier sind Einbauten von Totholz vorgesehen.

Unabhängig davon, bzw. ergänzend dazu, gebe ich Hinweise für Kieseinbau – immer sinnvoll angesichts laufender, im Rahmen der Gewässerunterhaltung stattfindender Entnahmen.

Schutz der Uferbäume – die Pappeln sollten durch Erlen und andere, standorttypischer Flussbegleiter ersetzt werden – kann jeweils zwischen 2 Bäumen, bei günstiger Anfahrt unmittelbar vom Lkw, Kies geschüttet werden. Das dann alle 20-50 m fortsetzen.

Skizze Hand- oder ergänzende Baggerarbeit: auf- und abwärts wird gegen ansonsten eventuell provozierte Drehströmung Kies ins Ufer profiliert.

Beispiele für ähnliche Arbeiten finden sich mit zahlreichen Fotos und Texterläuterung, teils mit Gestaltung zu Lenkbuhnen, für Hamburger und niedersächsische Gewässer sowie für Bäche und kleine Flüsse Schleswig-Holsteins.

Das waren spannende Stunden, alle haben viel gelernt! – Es wird Zeit . . .

Per Auto geht es wieder Richtung Braunschweig …

… entlang nur selten von anderer Struktur unterbrochener, großflächiger Agrarnutzung. – Dazu könnte Verantwortlichen gern Neues einfallen.

Nach guter Fahrt mit interessanter Fachsimpelei erreichen wir rechtzeitig den Hauptbahnhof Braunschweig. Am Himmel rasen inzwischen dunkle Wolken im Sturm heran.

Abfahrt, wieder im Westfahlen-Express (der fährt nach Bielefeld, ich verstehe den Namen). Regen prasselt an die Scheiben – wie gut, drin zu sitzen.

In Hannover klappt das Umsteigen in den ICE, nordwärts. Allerdings stellt sich heraus (Durchsage vom Chef), dass Wagen 2 und 14 unerklärlich rütteln. Wir können die Schnellfahrstrecke leider zwar nutzen, müssen aber max. 140 km / Stunde einhalten.

Zufrieden komme ich mit 30 Minuten Verspätung in Hamburg-Altona an. S-Bahn nach Wedel erreicht, abgeholt in strömendem Regen – Danke!

Was bedeutet das schon? Schliesslich reiste ich unmittelbar vor Zeynep. Glück gehabt!

Das wünsche ich auch der Bode für ihre Zukunft! Sie ist es wert – bin gespannt auf das Ergebnis kommender Verhandlungen und Verbesserungsaktivitäten!

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Die Anreise an die Bode, nach Oschersleben im östlichen Harzvorland, habe ich am 17. Februar beschrieben.

Örtlich Aktive hatten mich gefragt, ob ich zum Abriss des Wehrs Oschersleben und den damit verbundenen Arbeiten inkl. Biotopveränderungen Tipps zur Lebensraumverbesserung geben würde.

Angekommen an der Bode in Oschersleben – Sonnenschein! Blick Großalslebener Straße aufwärts, im Hintergrund die Großbaustelle.

Nun ist ein ersatzloser Abriss eines Wehrs immer eine gute Tat! Noch dazu, wenn wie hier vorher beabsichtigt war, das Wehr zu ertüchtigen und eine Wasserkraftanlage einzubauen. Zum Verzicht kann nur gratuliert werden.

Der Widerstand der örtlich Aktiven hat sich gelohnt. Andere können sich daran orientieren, dass erforderlicher Einsatz zwar kraft- und nervenzehrend sein mag. Der Lebewelt unserer Gewässer wegen lohnt er sich aber auch.

[Das muss jetzt sein: Es ist zum Verzweifeln! Leider muss immer wieder darauf hingewiesen werden, dass Wasserkraft an Bächen und kleinen Flüssen ausser Schaden gar! nichts bringt. Angesichts womöglich vorhandener, noch krasser: politisch immer wieder, mal aus dieser, mal aus jener Ecke, neu angedachter Subventionierung tragen Steuer- und Stromzahler Investition, im Schlimmsten Fall noch Betrieb – und den ökologischen Schaden an Natur und Umwelt – „privat“ kassiert.

Also, zurück zur Ausgangsaussage: Prima Sache hier in Oschersleben, vom Grundsatz.]

Beim für die Bode Zuständigen, dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, konnte ich mich schlau machen, besten Dank dafür! Es existiert für die Bode, hier speziell: die Untere Bode, ein Gewässerentwicklungskonzept.

Hut ab! Das ist eine der qualifiziertesten Arbeiten, die ich in der Angelegenheit seit Langem gelesen habe. Schön (in der Sache angebracht!) wäre es, wenn die Inhalte entspechend umgesetzt würden.

Kleines Schmankerl nebendran, ganz persönlich: Die Bode, Nebenfluss der Saale, ist für die Elbe sowas wie ein Fluss meiner Geburtsgegend, die Eder, für die Weser.

Beide boten vor Zeiten, bevor mensch mit frühen Industriegiften ff., Haushalts- und Gewerbeabwässern, Ausbau und harter Unterhaltung ihre Ökologie in Vielfalt und Produktionsstärke zerstörte, mit Struktur bildendem Totholz, flutenden Erlen- und anderen Wurzeln, Steinen, Grobgeröll und Kies geradezu riesige Laichflächen für den Lachs.

Für mich neu gelernt und besonders interessant: mit je um 150 km Länge und einem Einzugsgebiet von größenordnungsmäßig 3.300 km² weisen beide Flüsse eine ähnliche Größenordnung auf.

Was für ein Fluss! – Blick flussab Großalslebener Straße.

Was bei solch Informationen jedes Mal als Frage aufploppt: Warum sind wir in Deutschland eigentlich nicht in der Lage, solche herausragenden Potentiale wieder ins Leben zurückzubringen? Skjern Au, Varde Au und viele andere dänische Flüsse bieten in den vergangenen Jahrzehnten für Länder wie Deutschland geradezu peinliche Beispiele. – Die Links kommen Ihnen allzu Spanisch, pardon Dänisch, vor? Auf Deutsch können die Grundlagen des erfolgreichen Handelns hier nachgelesen werden.

Wir gucken uns die Baustelle an.

Das Wehr ist abgerissen, Teile der mit Bruchstein befestigten Uferlinie am Prallhang sind bereits fertig hergestellt. Es wird überlegt, die Ufermauer an der gegenüberliegenden Flussseite herunterzusetzen.

Blick flussab, mittig eine Insel – wir diskutieren als Ausgleich für entstandene Schäden in Ufer und Sohle und um die grobe Versteinerung ökologischer zu gestalten, Kiese und Gerölle zuzugeben. Die kann sich die Bode per Eigendynamik an geeignete Stelle transportieren. Beispiele für derartiges Geschehen finden sich zahlreich hier im Blog.

Der Vorschlag wird in den nächsten Wochen von offiziellen Stellen besprochen. Hoffen wir für die Gewässerlebewelt, dass er möglichst quantitativ angenommen wird.

Zum Thema Gewässerstruktur Bode gebe ich im nächsten Beitrag noch ein paar Eindrücke, wie es hier einmal in Fläche und Strecke ausgesehen haben mag und was für die – im Gewässerentwicklungskonzept beschriebene – erforderliche Verbesserung der Bode möglich wäre.

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Starkregen und Sturm angesagt, muss da eine Reise sein?!

Muss sein!

Mit der S-Bahn in Altona angekommen, sinnierender Blick aufs Nachbargleis …

Hmmmhhh, Westerland, könnte nach Jahren auch mal wieder sein – Kurztrip in die Nachbarschaft schon gebucht.

Meine Fahrt, südwärts, startet erstmal im ICE – das geht ja gut los.

Umsteigen in Hannover – Westfahlen-Express? Gen Osten …

Richtung Braunschweig – der Regen scheint erstmal vorbei. Wichtiger noch: der helle Schein am Südhorizont.

Guckt da einer?

Scheint fast so …

Umsteigen in Braunschweig ins Auto, wieder gen Süden – Vorfahrt für den Bodelachs.

Immer dem Licht entgegen.

Kleine Pause – ja, sowas gibt es hier in intensiv agrarisch genutzter Landschaft auch, selten.

Laubmischwald, Hauptart Buche, Eichen und mehr ergänzen das Bild.

Illustre Wolkenformationen begleiten unseren Weg – wir sind nah vorm Ziel, Oschersleben, an der Bode.

Der Begriff fiel bereits – Harzfluss Bode und Lachs, in Kombination. Ein Grund für mich, einen langen Tag unterwegs zu sein.

Demnächst mehr dazu. Wer schonmal etwas nachsehen möchte: Bitteschön !

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Über das Januarwetter in Schleswig-Holstein berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD), dass es wieder wärmer als früher war – fünftwärmster Januar – und die Niederschläge ein Viertel unter normal lagen. Die Sonne, man glaubt es kaum, schien laut DWD statt im Mittel 39 dieses Jahr 45 Stunden (wohl daher meine sonnigen Radelberichte?).

Auch zum Februar gibt es am 10. etwas zu berichten, nämlich dass die gesamte Februar-Regenmenge bereits gefallen ist, bei meist stürmischem Wind.

Inzwischen sinken die Pegel der Gewässer wieder (teils ein Bisschen, teils mehr), ringsum sieht es aber im Vergleich zu den Vorjahren ungewohnt aus.

Sturmwetter, rasche Wolkenwechsel – der Radler nutzt seine Chance.

Abzweigung Sauerbeckweg von der B 431: Nasse Wiese.

Auf dem Holmer Berg – Zeugen jüngerer Vergangenheit.

Spiegelnd …

Nasse Schafwiese hinter dem alten Deich, Holm.

Hoch eingestaut, Marschgraben Lanner – frisch unterhalten, Schlamm und sicherlich etliches an „Biomasse“ liegt am Wiesenrand.

Nasse Wiese, Hetlinger Hinterdeich.

(Nicht nur) diese Gänse mögen das.

Vor dem alten Deich, Hetlingen – Sturm auf nasser Wiese.

Blick Giesensand.

Elbe-Hauptdeich – Sturm, Treibsel, bereits zusammengeschoben.

Sturmwetter im Gegenlicht – wer da unten, am dunklen Ende …

Raue Elbe – die Ebbe steht gegen den Nordwestwind.

Zum Dunklen im vorletzten Foto – hier auf der anderen Elbseite scheint die Sonne. Einzelne Deichwanderer geniessen es.

Die andere Seite, nochmal – hier Sonnenspiegelung, dort Regen in Niedersachsen.

Querab NABU-Vogelstation – hinterm Deich Sturm auf Marschwiesenmäander und Hinterdeichgraben.

Reflektionswellen stellen sich auf – etwas weiter rechts endet der Hinterdeichgraben.

Äsende Gruppe Nonnengänse – die Vogelgrippe hat dieses Jahr heftig gewütet. Seeadler, Marder und andere hatten viel aufzuräumen (einsammelnde Menschen auch).

Deichvorland Fährmanssand – Sturmwetter, Treibsel und neuer -Flutsaum.

Raue Elbe – Blick zur Lühemündung.

Trocken komme ich zu Hause an. (Nur zum Trost: Das ist nicht immer so. Wetter-Radar, eigene Einschätzung und die Realität stimmen nicht immer überein, schlagen doch immer wieder einmal nass zu.)

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Wir befinden uns im Norddeutschen Tiefland.

Da kommen auch nach Jahrzehnten von Information über Fliessgewässerlebensräume und beeindruckenden Lebenszeichen nach selbst kleinstem Restaurieren von Bächen und kleinen Flüssen Fragen auf – grundlegende, immer wieder (teils als eher anklagende Aussagen, das könne nun ja gar nicht sein!).

Manches beantwortet noch halbwegs vorhandene Natur selbst, oft genug nur an kleinen Punkten und zu besonderen Zeiten erkennbar – beim Ansehen, z.B. über das Wirken von Hydraulik und Hydrodynamik. Ein Beispiel dafür und ein wenig Fachinformation zu Zeigerorganismen folgt hier.

Kleiner Waldbach im Norddeutschen Tiefland, Kreis SE, mäandrierend.

Aufgrund erforderlichen Entwässerns aufwärts gelegener Flächen schneidet er unnatürlich tief ins Gelände ein. Regelhaftes Entfernen von Strömungshindernissen wie Totholz und Laub haben die Sohle einförmig werden lassen, halten sie so.

Wie so ein Bach auf Moräne seine Sohlstruktur ausprägte, haben Altmüller und Dettmer 1996 eindrücklich dokumentiert. Auch bis heute vorhandene Probleme aufgrund menschlichen Umgangs werden von den Autoren aufgezeigt, Möglichkeiten zur Verbesserung werden dargestellt. Der Link weist zum Download der Arbeit.

Der auf Moräne entstehende, beschriebene Kiesgrund, der heutzutage durch den Menschen nahezu überall entfernt wurde, ist bei Restaurierungen / Renaturierungen dem Gewässer also zurückzugeben.

Mäander entwickeln sich einerseits je nach Umfeld variabel, im Grundsatz aber, was Breite, Länge, Ausprägung der Sohle betrifft, gleichartig. – Vorn erkennt man die durch frühere, harte Unterhaltung entstandene Überbreite, die die Sohlstruktur weiter verschlechterte.

„Der spricht immer von der Forelle! Die Forelle lebt im Gebirge – als aus dem Mittelgebirge Stammender will der einen „Heimat-Zoo“ hier aufmachen!“

Die Antwort hierauf geben Überlegungen zur breit bekannten „Längszonierung von Fliessgewässern“ – von der kleinsten Quelle bis zur Mündung großer Flüsse ins Meer bieten unterschiedliche Umfeldbedingungen unterschiedlichen Lebensgemeinschaften ihre jeweilige Existenzgrundlage. „Oben“ geht es mit einer fischfreien Zone los – es folgt die Forellenregion.

Wesentlicher Faktor – und das wird erstaunlicher Weise allgemein übersehen bzw. vergessen – ist die Wassertemperatur. Wichtig für die Forellenregion ist nicht eine Geländehöhe, sondern Sommerkühle. Die ist nah zu Quellen, wo das Wasser bei relativ gleichbleibender Temperatur ganzjährig aus dem Boden tritt, gegeben – also auch überall im norddeutschen Tiefland. Wo Grundwasser auch im weiteren Verlauf ins Gewässer eintritt, verlängert sich die sommerkühle Situation entsprechend.

Der Fischartenatlas online zeigt bei Eingabe von „Forelle“ die in Deutschland vorkommenden 3 Formen, von der Bachforelle zu den Wanderformen See- und Meerforelle. Für Laien überraschend, aber mit obiger Temperaturinformation verknüpft: Die flächenbezogen (dargestellt bezogen auf topografische Karten) häufigste Fischart in Deutschland ist … – die (Bach-)Forelle.

Wie kann das sein?

Denken wir an die allüberall vorhandenen (vielleicht verrohrt, unsichtbar?) kleinen Quellbäche, die letztlich die großen Flüsse speisen. Hat nicht jede menschliche Siedlung ihren Bach, oft genug mehrere Bäche? Wo sie ihre Sommerkühle durch natürlicherweise vorhandenen Halbschatten durch Baumbestand bewahren durften, weisen sie die Forellenregion auf [es sei denn, andere Störfaktoren verhinderten dies]. So mündet mancher Bach und kleiner Fluss – von oben bis unten Forellenregion – z.B. in die Brassen- oder gar Brackwasserregion der Elbe . Das können im Einzelfall – auch im Norddeutschen Tiefland Bäche bzw. kleine Flüsse von mehreren 10er km Länge sein.

Zurück zum oben gezeigten Waldbach: Ein kleiner, mündungsnaher Zulauf  verdeutlicht die von Altmüller & Dettmer (1996) beschriebene Entwicklung real.

Kiesgrund, aus Moräne vom fliessenden Wasser freipräpariert.

Wald und Bach sowie der bereits trocken gefallene Nebenbach können angesichts des mündungsnah tief eingeschnittenen Profils durch Anheben der Sohle mit Kiesrauschen gestützt werden.

Das würde die mit belassenem Totholz in der mittleren Waldpartie bereits in Gang gesetzte Wiederentwicklung eines naturnäheren Bodenwasserhaushalts unterstützen.

Das Ziel ist klar. Auch 2022 wird bachab Begonnenes fortgesetzt.

Die im Herbst 2021 eingebrachten Rauschen sind „wie üblich“ sofort, in diesem Fall von Bachforellen, belaicht worden.

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Tags zuvor war es schon stürmisch genug. Spätnachmittageindruck im Wedeler Autal: ein Regentag wechselt auf Sonne in der Nacht (ach nee …, klaren Himmel), jedenfalls einen sonnigen Folgetag.

Für Sonnabend und Sonntag ist mit Orkanböen zu rechnen – also davor schnell noch eine Elbe-Runde drehen.

Holmer Berg, Blick gen Hetlingen – die Baumschnitt-Saison zeigt allüberall ihre Folgen.

Die Morgensonne wirft jenseits des alten Deichs Schatten (wenn man darüber nachdenkt – so ein kleiner Deich bis in die zweite Hälfte der 1970er …).

Runter vom Holmer Berg – der im vorigen Beitrag überfroren gezeigte Lanner wird vom Nordwest aufgemischt.

Vorjahresröhricht in steifer Brise.

Auch die überstaute Wiese vor Hetlingens altem Deich – windgeraut.

In quer zum Wind liegenden Seitengräben gefällt es einem Höckerschwanpaar.

Hunderte Sturmmöwen bevölkern, in sicherer Entfernung?, eine Nasswiese vor Giesensand.

Aufgeflogen – für Sturmmöwen wohl doch keine sichere Entfernung?

Es wird laut, die Sturmmöwen bekommen Gesellschaft. Abertausende Nonnengänse kommen, hinterm Horizont aufgeflogen, hinzu.

Wie Heuschrecken …

Der Riesenschwarm Nonnengänse kommt näher, nach und nach landen die Vögel dort, von wo die Sturmmöwen aufbrachen.

Auf dem Hetlinger Elbdeich, leicht erhöhtes Elbe-Thw steht am Deichfuß.

Aufgrund fehlenden nennenswerten Eisgangs bisher steht im Vorland noch ein reicher Treibsel-Pool.

Kleine Partien, kürzlich im Blog bereits gezeigt, weisen noch vollständige Stängel auf.

Fährmannssand, leichtes Thw mit Gänsepaar.

Der Wind raut die Elbe auf, Wellen überschlagen sich. Zu Hause am PC bestätigt sich die Vermutung: der Ebbstrom hat eingesetzt, Gischt aufgrund des „Kampfs“ zwischen gegeneinanderstehender Tide und Windrichtung.

Das Sperrwerk Wedeler Au hat die Fluttore geschlossen.

Hinterm Deich – die Binnenelbe liegt ruhig, als wäre nix los.

Elbdeich am Sandstrand Wedel, Blick zum Schulauer Hafen.

Die Westmole des Schulauer Hafens weist aufgrund des leicht erhöhten Flutgeschehens fast „Land unter“ aus – im Hintergrund der Anleger „Willkommhöft“.

Die durch die Westmole geschützte Ostmole bietet Neugierigen einen Schau-Platz.

Nicht auf den Fotos zu sehen: selbstverständlich versuchen sich in solcher Situation regelhaft auch Interessierte an der Westmole. Dort peitschte der Wind aber unregelmäßig bis zu 1,5 m hohe Wasserwände hoch. – Schnell waren die Interessierten verschwunden . . .    🙂

Ich dann auch.

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Nachts unter Null Grad. Am Vormittag malten pilotige Künstler den Himmel an.

Wäre da wohl Eis in der Marsch?

Holm. – Ja, der ruhige Marschgraben Lanner, von der Elbe seit langem abgeschleust, ist blank, mehr oder weniger glatt überzogen.

In der Hetlinger Marsch blitzt der Graben Richtung Giesensand im Sonnenschein,  flächig, schräg bis senkrecht.

Eis schräg? Ein Zeichen, dass wir uns im Tidegebiet der Elbe befinden und der Graben mehr oder weniger freien Kontakt zur Elbe hat – Ebbe, Richtung Tideniedrigwasser.

Auf dem Elbdeich – silbern scheint noch nicht von Hochfluten abgeräumtes Schilfröhricht im Gegenlicht.

Blick zur Lühemündung bei Tnw – wohl noch ein Vierteljahr, bis wir wieder per Fähre und Rad die niedersächsische Elbseite besuchen.

Elbdeich, Fährmannssand, Tnw – wie im vorherigen Foto ist der weisse Eisspülsaum zu erkennen, den eine leicht erhöhte Flut auf das Vorlandgrün transportierte.

Ich radele auf dem Langen Damm nach Wedel. Der Marschgraben ist gegenwärtig zur Binnenelbe geöffnet. Der Wasserstand sinkt, die Eisschicht ist gebrochen, mittige Schollen sind, knirschend, turbulent abgeflossen.

Schräges Eis, wie an anderer Stelle vorher, im Graben gegenüber.

Spezielle Ausprägung, bizarr.

Im abgeschleusten Grabengebiet vor Wedels Geest stellt sich ein Graben besonders vor.

Hier, wie anderswo, wird der Wasserstand nach Möglichkeit hoch gehalten, für Wiesenbrüter, Amphibien und vielerlei mehr.

Nur am Rand gefroren, weist auch dieser Graben ein besonderes Eis auf.

Im Detail, kleinräumig wechselnde Muster.

Gegen Mittag, es dunkelt, wie vorhergesagt. Schnell – woher!? – ist der Himmel fast ganzflächig zugezogen.

Das Bisschen angesagter Regen ist bis zum Spätnachmittag dann doch nicht gefallen. Dafür gab es aber nochmal Eis.

Eis draussen: Eismond mit Luftblasen an Vogeltränke / -bad.

Die Temperatur ist inzwischen auf 6 Grad gestiegen. Ergänzendes Wasser trug ebenfalls dazu bei, dass die Schwimmeisdecke senkrecht gestellt werden konnte. Die Vögel begeisterten sich …

Drinnen gab`s auch Eis, anderes. Da kennen wir und unsere Besucher nix, muss sein (mit dem entsprechenden Begleitzubehör)!

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Alle Leserinnen und Leser wissen es: Dies ist kein Essen-Blog.

[Allerdings werde ich bei gelegentlichen Essen-Fotos in ganz anderen Beiträgen gelobt und bestärkt, mehr davon zu zeigen.]

Was ausser uns in D (mangels entsprechendem Regionalsender) niemand weiss: Für uns in Schleswig-Holstein hat der NDR für heute „das schönste Wetter Deutschlands“ angesagt.

Mal wieder Strohwitwer, galt es, die Versorgung selbst zu gestalten, Hauptmahlzeit mittags. – Kein Problem. ? Ein nicht fernes Ziel war schnell ausgemacht, wie aber hinkommen? Wo uns doch das beste Wetter Deutschlands angesagt war.

Und so radelte ich entlang Wedels Nordrand Richtung Ostrand und von da Richtung südlich von der Elbe begrenztem Zentrum. Das „Ur-Ziel“ hatte ich mit 2 potentiell vorzuziehenden zu einer Rundtour verbunden.

Ich lernte: a) Auch wenn im Internet aktuelle Öffnungszeiten stehen, kann das purer Schein sein. Statt potentiellem Ziel 1 fand ich nach Stöbern einen große, zu vermietende, in Restaurierung begriffene, wohl künftige Ladenfläche vor. – b) Ähnlich, aber anders: Trotz anderer im Internet stehender Öffnungszeiten ist das Etablissement 2 in dieser, unserer Corona-Zeit mittags geschlossen.

Blieb also mein „Ur-Ziel“. Mal sehen …

Stillleben – hier ist geöffnet, der Gast willkommen. Erstmal alles, was mensch im Freien, teils auch im Innenraum so braucht, ablegen.

Trinken.

Essen und teils getrunken.

Gegessen und getrunken.

Auf die Frage „Hat`s geschmeckt?“: „Was sehen Sie? – Wie immer, es war ausgezeichnet!“

Begeisterung – angesichts leider allzu oft auftretender Nörgler (am Nebentisch saß so einer, der das Personal meinte, grundlos schon beim Kommen gängeln zu müssen). – Ich freue mich auch. Jeden Tag eine gute Tat!          🙂

Zu sagen wäre noch, was die in-door-Fotos zeigten: Seelachsfilet mit KürbisKartoffel Stampf, Kräutersauce & kleinen Salat.

Draussen, Blick vom Wehr und den Mühlenteich, weiterhin das beste Wetter Deutschlands!

Windwellen und Sturmmöwen auf dem Mühlenteich.

Es ist noch früh am Nachmittag. Ein geradelter kleiner Verdauungshalbkreis beschliesst diese Aktivität.

Was ich noch nicht erwähnte: Das beste Wetter wurde von einer schmalen, kalten Sturmfront gehalten, die schon nachts mit Windstärke 9 (an der Küste, bei uns nur in tosenden Böen) auf sich aufmerksam gemacht hatte.

So also …

Nicht verhehlen will ich die zweite Seite. Die sah durchaus anders aus. Mein Geradel lag wunderbar zwischen kurzen, stürmischen Schnee-Episoden.

Wohl denen, die am frühen Nachmittag wie ich wieder zu Hause im Warmen waren.

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Nein, es ist nicht der hier im Blog über die Jahre oft beschriebene „orange Blitz“, der im Vorbeifahren ins Auge sticht. Etwa 2 Wochen nach Glyphosat-Einsatz färbt sich alles behandelte Grün schlagartig orange, um dann Richtung ockerbraun zu verwelken. Sowas – möge es durch Handeln der Politik endlich ein historisches Ende nehmen! – tritt wohl in etwa 2 Monaten wieder auf.

Wer dazu mehr lesen möchte, findet eine aktuelle Zusammenstellung im „Pestizidatlas 2022“, z.B. hier.

Diesmal liegt es an jahreszeitlich veränderter Radtour, die Orange in Sicht bringt, vor fast genau 3 Jahren hier beschrieben.

Orange in Sicht.

Baumschulgelände mit Lärchen.

Gegenwärtig wird viel über „neue Arten“ im Forst gesprochen, werden Experimente aller Orten gestartet. – Wenn „neue Arten“ in den jüngeren Jahrzehnten auftauchten und sich spontan massenhaft vermehrten, führte das zu den Begriffen „Neozooen, Neophyten“, die es im Zweifelsfall zu bekämpfen gilt.

Wieso also Exoten für künftige „Klimawälder“ erfinden, wenn doch jede Menge Baumarten die Zeitenwechsel hier erprobt haben (der Link gibt ein zufälliges Ergebnis aus Innsbruck – ok, nicht gerade das Ndt. Tiefland. Es dürfte hier aber eine entsprechende Artenliste gelten)?

Ganz generell ist festzustellen, dass die Meinungsführerschaft in Deutschland im Fall großer Baumansammlungen / -vorkommen nach wie vor Richtung Forst, d.h. Nutzholz, besteht [der Link verweist auf ein Buch eines Autors, dem die heutigen Meinungsführer mit Sicherheit nicht zustimmen]. Biodiversität, Sukzession, Wald als solchen überhaupt akzeptieren, Wald Wald sein lassen, gar Wald-Wildnis, scheint – zumindest den meisten Entscheidern – fremd.

Die Herausforderungen des Klimawandels und der Artenverluste machen ein Umdenken, vor allem aber anderes Handeln erforderlich. Möge das gelingen.

Hier, im waldärmsten Bundesland Schleswig-Holstein ist Anfang Mai Landtagswahl. Ob sie uns zu den genannten Themen voran bringt?

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Als ich gestern Spätnachmittag auf den Elbdeich bei Fährmanssand kletterte, …

… und …

… gegen Tideniedrigwasser über das freigefallene Süßwasserwatt …

… die Ruhe ca. 30 Minuten vor Sonnenuntergang genoss, fielen mir bewegtere Zeiten eines Vormittags vor wenigen Tagen ein.

Da sind noch ein paar Eindrücke ins Netz zu stellen.

Von der gelungeneren Wasserhaltung in der Marsch hatte ich berichtet, hier: Blick vom alten Heuhafen Hetlingen über Idenburg Richtung Wedel. Die Attraktivität für die Vogelwelt zeigt sich in wechselnden Aspekten.

Dichtes Gewimmel auf nasser Marschwiese, in diesem Fall von Sturmmöwen. Abstand halten möchten sie aber doch – die vorderen verlassen den Platz, Gewimmel in der Luft.

Wenig später, Blick vom Deich über den Baukran am Klärwerk Hetlingen, Gewimmel am Himmel.

Wer möchte, kann gern nachzählen. Das Foto zeigt ein Drittel bis die Hälfte des inzwischen wohl quantitativ aufgeflogenen Möwenschwarms.

Wo sonst oft Rabenkrähen in Gruppen bis Schwärmen die Fläche absuchen, gelegentlich ein paar Kolkraben das Gelände erforschen, hat sich gerade ein Schwarm Saatkrähen eingefunden.

Kurz vor Wedel grast eine Herde (Deich-?)Schafe das Zwischengrün auf einem Acker ab.

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