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Archive for the ‘Reisen’ Category

… die Rösslein anspannt.        ? ? ?

Rösslein? „Die“ ? Eins oder zwei – die Zeiten sind lange vorbei.

Heute beträgt die Rossstärke der steuer- und anders subventionierten, zu wahren Kolossen, Geschossen (auf Wegen und Straßen) gewordenen Fahrzeuge ein Vielfaches. Nimmt man einen nicht ganz kleinen Reiterhof so bei 100 eingestellten Pferden, ist ein Fahrzeug wohl mit 1 bis 2,5 Reiterhöfen „Rösslein“ unterwegs.

Bodenart und Nässegrad spielen zunehmend bei Einsatzentscheidung der schweren Geräte offenbar immer weniger eine Rolle.

Ich beende das mal, komme gelegentlich auf den Umgang mit Boden und Wasser wieder zurück.

Gestern fiel mir auf einer Runde, die den Forst Klövensteen querte, eine Wiese / Weide auf.

Die sah unterschiedlich getönt aus, vorn dunkler.

Mir schwante, was die Nase vorher wahrgenommen hatte.

Ja, es bleibt noch Fläche, auf die Gülle ausgebracht werden wird.

So gaaaanz langsam führen die über 3 (4 ?) Jahrzehnte verschleppter notwendiger Inhaltsänderungen in Novellierungen der Gülleverordnung in eine Richtung, wie sie von Boden- und Wasserfachleuten entsprechend lange vorgetragen wurden.

Man stelle sich vor ! ab 2025 ! ! muss sogar auf Gründland emissionsverringert auf- bzw. eingebracht werden.

Fast wundert man sich. Lobby-gesteuerte Politik hat Umfeld, Mensch, Pflanze – insbesondere Wald und nährstoffarme Schutzgebiete -, Tier einer fast nicht fassbaren Kulturschande ausgesetzt. Wo zwischenzeitig auf Acker immerhin unverzügliches In-den-Boden-Bringen (i.d.R. Pflügen) vorgegeben wurde, stanken die Grünländereien weiter, dass Gott erbarm`. – Da bekam der wackere Landmann bei der Düngerberechnung pro Flächeneinheit eine „Verlustprämie“ für das, was (Richtung Nase, Wald, Meer) per Nah- und Ferntransport über den Luftweg seinen schädlichen Weg antrat.

Verlustprämie, was heisst das? Na, diese Menge (je nach Wind und Wetter so gegen 30 % !) ging ja dem Boden „verloren“, durfte der Fläche also zusätzlich zugeführt werden.

Symbolisch für den Wasserpfad setze ich hier ein Beispielfoto mit Maisacker sowie einem optisch (!) unauffälligen und einem auffälligen ein.

Wir dürfen gespannt sein, wie das Ganze weitergeht – auch in diesem speziellen Raum, wo eventuell ein stattgefundener Eigentümerwechsel Änderung bringen wird.

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Wedel, Theaterschiff Batavia – ein eisiger Wind weht aus Ost, stürmisch.

Was sich hier bei sonnigem Wetter als, angesagt noch über viele Tage, saisonale Wettersituation darstellt, spielt sich weiter östlich auf anderer Ebene äusserst brutal ab.

Besteht Hoffnung auf Frühling ?

Wir wünschen das!

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Vorgestern berichtete ich vom Silberreiher, der seine Fluchtdistanz nicht zu kennen schien.

Gestern trafen wir fast an gleicher Stelle einen Graureiher.

An der Elbe, binnendeichs: Unmittelbar neben der Deichverteidigungsstraße befindet sich ein tief ausgebaggerter Marschgraben, Tideniedrigwasser. – Da guckt doch wer.

Anders als der Silberreiher startet dieser Graureiher schnell von uns weg – gehört offenbar nicht zu den Mensch-gewohnten, denen man fast die Hand geben kann.

Er braucht sichtlich Distanz.

Kurz vor Hetlingen zeigen die Marschgräben das Fortschreiten der Jahreszeit. Verdunstung und Versickerung lassen die Wasserstände sinken.

Der fast unter Wasser verschwundene Betonring ist aufgetaucht.

Bald werden die Algenwatten im Graben der nährstoffreichen Weide trocken liegen.

Gegenüber spiegeln sich noch alter Deich und Häuser Hetlingens im Wiesen“see“. Zum Schlittschuhlaufen hat dessen Eisdicke diesen Winter nicht gereicht.

Kurz vor Holm – da sind doch …

Während ich auf der Karte besenderter Störche in den vergangenen Tagen verfolgte, dass Westzieher ihre Nester erreicht, Ostzieher noch nicht mit der Nordreise begonnen haben, sind – vielleicht das Paar der Idenburg – „unsere“ Störche zurückgekommen. Nicht zum erstenmal sehe ich „die Idenburger“ so frühzeitig im Jahr.

Eifrig begehen sie einen inzwischen trockenen Acker. Der eine ist fündiger als der andere, wirft regelmäßig etwas hoch und verschluckt es.

Hoffen wir mal, dass da eine gute Wahl getroffen wird, die Funde geniessbar und giftfrei sind.

 

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In den Berichten vom 16. Oktober und 27. November 2021 hatte ich von Strukturverbesserungsideen an zwei Teilstrecken der Osterau berichtet. Im Wildpark Eekholt waren danach am Osterauwanderweg Kiespartien ergänzt worden, denen in den Vorjahren während Wassercamps der Unterelbeschulen Feinstruktur gegeben wurde. Östlich Bad Bramstedt waren nach o.g. Berichten bereits große Laichbetten neu angelegt worden, die sofort von Meerforellen belaicht wurden.

Angesichts der abfliessenden Hochwässer der Sturmtiefs Januar, Februar 2022 wollten wir einen Blick auf die Ergänzungsschüttungen im Wildpark Eekholt werfen. Eventuell wäre ein wenig Handarbeit erforderlich. Das Wassercamp der Unterelbeschulen, das hoffentlich im Herbst 2022 wieder stattfinden kann, liegt noch etwas entfernt.

Kurzstopp während der Anfahrt – sooo gut war das Wetter nun nicht angesagt.

Uns soll es recht sein!

Angekommen – schwaches Eis auf einer Feuchtwiesenkuhle zeigt, dass wie in Wedel nur geringer Nachtfrost herrschte.

Östlicher Startpunkt des Osterauwanderwegs im Wildpark – wir erkennen Zweierlei: Ein neuer Schüttort muss in der Aussenkurve noch angelegt werden.

Zum Zweiten: Der helle Kiespunkt, links im vorigen Foto, muss aktuell seine Unterwasserlenknase erhalten, um eine bachab stehende Alt-Erle besser vor Umlauf und Umstürzen zu schützen.

Blick bachauf – so kann das bis zum Wassercamp wohl bleiben (die „Leerstelle“ oben soll aber ergänzend Kies erhalten).

Hoher Wasserstand, kannten wir in den vergangenen Jahren nicht. Das dauert noch eine Weile, bis mittlere Verhältnisse erreicht sind.

Die Treibselsammler zeigen hinsichtlich Sammeln, Turbulenzerzeugen und Strukturbilden (wie die Kiese der vergangenen Jahre) gute Funktion.

Wie so oft: Die „Rosen“ des abgeworfenen Hirschgeweihs lassen uns vor der Abfahrt nicht ohne Foto (für Zuhause) vorbeigehen.

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Wind-chill-Ostwind, nach geringem Nachtfrost radelnd bei mindestens gefühltem Frost, geht es im Uhrzeigersinn auf die Runde Hetlingen – Holm – Wedel.

Immerhin! Sonne über Helgoland – pardon, über der Helgolandstraße, Wedel.

Über den Marschgraben Langer Damm sehe ich hinterm Elbdeich wandelnde Hochhäuser.

Binnenelbe, Tideniedrigwasser minus 0,5 m – fast leergelaufen.

Wenn man sich überlegt: Durch den „Verlust“ an Wassertiefe durch die Baggerungen der Seeschifffahrtsrinne, fortwährende Vergewaltigung der Elbe, ist das Tideniedrigwasser seit den 1970ern um ca. 1,60 m gesunken (pro Meter weitere Elbvertiefung „verlor“ man Teile der teuren Tat – die Elbe fliesst bei härterem Strömungs-Regime stärker Richtung Nordsee ab. Entsprechend hat sich die Flutströmung verschärft). Plus die gerade gesehenen 0,5 m heisst das also: Entwässerung des Umfelds um 2,10 m.

Sicher auch eine Überlegung wert in Zeiten des Klimawandels . . .

Elbdeich Fährmannssand: Ein Scheinriese? – Als „wandelnde Hochhäuser“ sah das von fern doch beeindruckender aus.

Rangezoomt – so richtig voll sieht der Containerfrachter ja nicht aus. – Igitt, was für eine Farbe – was man nicht alles für ein Alleinstellungsmerkmal tut. ONE Hannover heisst das Teil, mit 336 x 45,8 m keiner der ganz großen, mit 12,5 m Tiefgang aber durchaus fordernd.

Dem fortwährenden Größenwahn entsprechend arbeitet nebendran unermüdlich der Saug-Klapp-Bagger Ulenspiegel (Schiffsinhalt geht Richtung Elbmündung, Nordsee).

Cuxhaven freut sich nicht drauf.

Und während ich so an der NABU Vogelstation Wedeler Marsch vorbeiradele …

… steht da doch ein Silberreiher herum, dem niemand seine Fluchtdistanz mitgeteilt hat. (Oben links zu ahnen: ein Gänseschwarm.)

Während ich immer näher komme, wandert der Silberreiher dann dochmal los.

Schritt für Schritt …

… bis er dann doch ein Einsehen hat. Er muss …

… ein Stück weiter weg.

Vor Hetlingen zeigen sich entwickelnde „Segel / Fähnchen“, an Binsenstängeln gehaltene Algenmatten, den sinkenden Wasserspiegel der Feuchtwiesengräben.

Richtung Ende März ist derzeit durchweg „trocken“ angesagt. Ab der zweiten Märzhälfte sollen die Temperaturen Richtung und über 14 Grad steigen. – Frühling …

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Ja, ist denn schon Ostern, fragte ich mich kürzlich beim Queren der Binnenelbe.

Viel Wasser zu Tidehochwasser in die Binnenelbe gelangt …
Deichschafe, nichts Ungewöhnliches.

Aber da … – klitzeklein.

… reckt ein junges Lamm seine Nase in die Sonne.

Und da ist noch ein zweites.

Sagt man nun „Osterlamm“ dazu – bei diesjährig spät liegendem Termin?

Irgendwie kommt mir „Ostern“ immer mal wieder in den Sinn – z.B. auch gestern.

Suchbild – ich bin offenbar „unsichtbar“. Da sitzt doch was.

Auch hinter einem Strommast scheine ich versteckt genug ???

Der Osterhase übt schonmal (sich) Verstecken.

Mal sehen, was er bis Ostern so drauf hat.

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Zu den beiden voranstehenden Beiträgen trage ich hier ein paar Fotos aus den Entstehungstagen des Kies-Experiments nach, August 2021.

Es galt, einen Sattel Kies als „Spielmaterial“ für den Bach einzubauen.

Das wurde optimal mit Telelader erledigt.

Der Versuch, einen alten, noch vorhandenen Mäander zu aktivieren. – Ansatz gelungen, erstes Wasser fliesst in ehemaliges Bett.

Einen tief eingeschnittenen, stark erodierenden Graben wollten wir entschärfen.

Das lassen wir so – sieht erstmal gut aus.

Zum Verbessern und Stützen des Wasserhaushalts im Wald sowie als vom Bach zu transportierendes Strukturmaterial lag auch im Übergang des Waldes in die Agrarlandschaft ein Sattel Kies (25 t) bereit, geschüttet per Mulde.

Hier wurde gekonnt mit Bagger gearbeitet.

So konnte der Kies beidseitig und in der Sohle sowie bachab, wo ein zu aktivierender Mäander dem Bach wieder zulaufen würde, optimal abgelegt werden.

Zum Schluss ist Aufräumen angesagt, hier wird ein zuvor entnommener Zaunpfahl wieder eingesetzt.

Ablauf in die kanalisierte Strecke der Agrarlandschaft.

Wie die beiden Beiträge vom 26. und 27. Februar 2022 nach Durchgang dreier Regensturmtiefs zeigen, war das Experiment gut angelegt. Das meinen auch die Indigenen – und die müssen es wissen.

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Wir hatten in einem Experiment getestet, ob instream-Restaurieren, so vor Ort gewollt, frühere Bach-Mäander, etliches höher liegend als das heutige, kanalartig ausgebaute Bachbett, wieder aktivieren könnte, vgl. voriger Beitrag. Auch das Anheben der Sohle, um Wasser länger in umgebendem Wald zu halten, gehörte zu diesem Lernversuch.

Dazu wurden vom Wasserverband an zwei Stellen je ein Sattel Kies (à 25 t) in den Abflussquerschnitt eingebracht. Beides, Mäander aktivieren und Wald länger feucht halten, hat funktioniert. Weitere Entwicklungsanstöße sollen demnächst angedacht werden.

Nach den Sturm-Regen-Tiefs des Januar und Februar 2022 wurde neben der Funktionalität auch die Besiedlung der neuen Kiespartien untersucht.

Angesichts möglicher Forellenlaichbetten – an zwei Stellen dieses sommertrockenen Bachs gab es Hinweise darauf – wurde die Probenahme der orientierenden Untersuchung eng begrenzt.

Kleine bis mittelgroße Bachflohkrebse zeigten gute Vermehrung an.

Kleines Spektrum, mittlere und große Bachflohkrebse sowie 2 Arten Eintagsfliegenlarven.

Viele große Bachflohkrebse waren paarweise anzutreffen.

Die „Rennwagen“-Eintagsfliege Ecdyonurus ist mit ihrer flachen Form sehr gut an strömungsstarke Lebensräume angepasst.

Kleinste, junge Eintagsfliegen gehören vermutlich der Gruppe Baetiden an(?).

Auch die dritte Eintagsfliegenart, Habroleptoides, mit 2fach gegabelten Kiemenanhängen am Hinterleib, kennzeichnet lebendige Gewässer mit gutem Kieslückenraum.

Zwei Steinfliegenlarven fanden sich, hier wohl Nemoura.

Für mich besonders, in bisher restaurierten Bächen kaum gefunden, sieht diese Steinfliegenlarve aus – eine junge Perlodes, nehme ich an.

Hier nochmal, in Draufsicht.

Zwei Formen Köcherfliegenlarven fanden wir, teils mit Haus aus Hölzchen, hier eine mit Sandkornköcher – deneben ein Exemplar der vorgestellten jungen Eintagsfliegenlarven.

Vorbeikommende Spaziergänger interessieren sich, sind von den Erläuterungen beeindruckt und begeistern sich an den Bachlebewesen.

In ruhigen Bereichen kennzeichneten (wenige) Wasserasseln, hier ein eingerolltes Exemplar, und (Kleine Schnecken-)-Egel das Besiedlungsbild. Dort waren auch einzelne Würmchen, Tubificiden, zu finden.

Im Übergang zum Agrarraum fanden sich auffällig viele Kriebelmückenlarven („Strudler“) auf im Wasser flutenden Sumpfpflanzenresten. Hinweis auf reichlich bakterielles Nahrungsangebot, evt. auch aus Teichen eingespülte Algen.

Insgesamt beeindruckte uns dieses, wenn auch aufgrund der begrenzten Beprobungsintensität nicht sehr breite Besiedlungsspektrum. Die neuen Porenlückenräume bieten eine erhebliche Struktur- und Lebensraumvielfalt, die derzeit insbesondere im abwärts folgenden Agrarraum erheblich verringert bis beseitigt ist.

Hier wollen wir – neben der Mäanderverbesserung im Wald – nächste Schwerpunkte setzen.

Verbesserungen in unseren Bächen und kleinen Flüssen sind nahezu überall dringend erforderlich – und möglich!

Wir werden weiter bewährte Kiesfraktionen einsetzen. Bis in solche, in der Moräne ebenfalls zu findende Größen (vielleicht gucken 10 % raus) fänden keine Akzeptanz.

 

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Wie bekannt, arbeitet instream-Restaurieren, über das ich hier im Blog berichte (Ausnahmen bestätigen die Regel), im aktuell vorhandenen Gewässerlauf. Ufer- und Sohlstruktur werden verbessert, Mittel- und Niedrigwasserabfluss erhalten ein lebendiges Profil zurück.

Andere, größere Projekte, in denen über das Umfeld entschieden werden kann, versuchen gern, die Aue mit einzubeziehen. Das ist optimal, falls die Gewässersohle wieder so hoch gelegt werden kann (und wird!), dass ein naturnäheres Regime entsteht, z.B. die Aue im Mittel einmal jährlich überschwemmt wird. – In Nutzland, das sich in anderem Eigentum befindet, verbietet sich das (auch hier bestätigen – ausgesprochen selten – Ausnahmen die Regel). Windungen, Mäander werden angelegt, im günstigsten Fall nach noch wahrnehmbaren Spuren in der Natur. Ich erspare mir Einzelheiten.

Wo noch wassergefüllte, früher durchflossene Mäander vorhanden sind, hufeisenförmige Stillgewässer, „Altarme“, die z.B. von höher gelegenen Flächen über Sickerquellen gespeist werden, liegt deren Wasserspiegel in der Regel höher. – Mir sind bei mittlerem Abfluss 1-1,5 m höher als der Bach  liegende Beispiele bekannt. Wenn die Tiefe des Bacheinschnitts durch Umfeldnutzungen definiert ist, verbietet sich ein „Wiederanbinden“ des Altarms: Das Wasser würde auslaufen, die Aue entwässert. Hierdurch provozierte chemische, meist mikrobiologische Umsetzungen würden massiv Nährstoffe und Säurebildner freisetzen – ein Teufelskreis wurde angestoßen! Wie so oft gibt es auch hier leider allzu viele Beispiele unter der Nachbetrachtung „Gut gemeint – schlecht gemacht“.

Langer Vorlauf Richtung Thema …

Nun gibt es – selten – ganz besondere Fälle. Über so einen stolperte ich im oberen Alster-Einzugsgebiet, nach mehrfachen Hinweisen vorher, im 2. Halbjahr 2021.

Der Grundeigentümer, Landesforsten, fragte, ob an einem Nebenbach der Rönne Wasser zurückgehalten, Wald feuchter gestaltet werden könnte. Es bestand ein Traum-Wunsch, noch vorhandene, meist trocken liegende Mäander wieder vom Bach entlang eines aktuell über 300 m Länge tief eingeschnittenen Kanalabschnitts im Wald mit Wasser zu beschicken.

Mit dem Wasserverband, Wasserbehörde informiert, sahen wir die Strecke an. Wir vereinbarten ein Experiment in zwei Teilen.

  • Bachab einer Überfahrt würde unmittelbar neben einem sichtbar vorhandenem, hoch und trocken liegenden Mäander die Sohle des überbreiten Kanalbetts mit Kies so angehoben, dass mindestens bei höheren Abflüssen Wasser in den Mäander fliessen könnte. Das Ganze als „Gabe“ gedacht, die ggf. vom Bach abgeräumt werden könnte – dynamischer Kies, wie es ihn früher in Kiesbächen gab.
  • So verabredeten wir auch unsere, hier bisher nicht erwähnte Kennenlernfragestellung, ob wir zur Wasserdruck- und Sandentlastung der Rönne im Übergang des Waldes zum Nutzland Kies schütten dürften. Ja!

Für beide Stellen wurde je ein Sattelzug, ca. 25 t Kies vereinbart. Im weiteren Verlauf sollten Bach- und Kiesverhalten, Mäanderbeschickung und Besiedlung der neuen Kiese geprüft werden – bei Gefallen Fortsetzung nicht ausgeschlossen, vielleicht sehr erwünscht. Die Arbeiten wurden im August 2021 vom Wasserverband bzw. dessen Unternehmer in fachlicher Begleitung durchgeführt.

Jüngst war es also soweit: Gucken, was sich nach wiederholten 2020er Januar- und Februarhochwasserdurchgängen zeigt.

Allerhand Sturz und Bruch im Wald, hier: „Buche, längs“.

„Die Forst“ hat überall zu tun, das dauert seine Zeit – am Horizont Reihensturz Nadelbäume quer auf einem Hauptweg.

Bachauf der Überfahrt verlaufen die Bach-Mäander ungestört, weite Schwingung erahnbar.

Bachab – der ca. 300 m lange vor Zeiten kanalisierte Bachabschnitt.

Zu erkennen sind die durch Wasserkraft veränderten beiden Kieszugaben, unmittelbar an der Brücke sowie querab eines ehemaligen Mäanders.

In vorigem und diesem Foto ist anhand weggespülter Laubauflage gut zu erkennen, dass Wasseranheben, Durchfluss durch höhere Ebene und Wasserrückhalt wie beabsichtigt gefördert wurden.

Blick aufwärts auf die Überfahrt.

Wasserstandsmarken.

Schmaler Durchbruch, erwünschte Eigendynamik – Erkenntnisgewinn für alle Beteiligten.

Kleiner Quellaustritt aus einer Hanglage an Baumwurzel, erkennbar an Eisenauffälligkeit.

Vorübergehendes Ausufern im weiteren Verlauf durch Querschnittsveränderung.

Hier in der Strecke erledigt sowas die Natur.

Sturzholz ist das Stichwort. (Nein, hier ist der Biber noch nicht.)

Ein kleiner Zufluss durch ein V-Tälchen hält Holz und Laub, wäscht Kies aus Moränengrund frei.

Die hiesige lehmige Moräne enthält erhebliche Mengen eiszeitlichen, skandinavischen Steintransports.

Der zweite Sattel Kies, schmaler Durchfluss – auch nach den Hochwässern (mehrfach und über längere Zeit bordvoll). – Dies ist ein kleiner Bach, und das zeigt er uns.

Nasser Altmäanderbogen vor steilem Prallhang. – Große Freude! Auch die im vorigen Foto gezeigte Kiesgabe im Übergang zur Agrarlandschaft wirkt durch Sohlanhöhen und Einengen der Überbreite.

Das kann weiter unterstützt werden.

Bachab der Kiesgabe schliesst der Mäander an den ausgebauten Abschnitt an.

Da ist das Wasser also wieder über seinen ehemaligen Verlauf angekommen. – Wohlweislich hatten wir diesen beabsichtigten „Prallhang“ mit Kiesgabe an der Wiesenseite geschützt.

So viel zur „Optik“ des Experiments nach erstem Naturwirken. So schick hatten wir das (fast) nicht erwartet.

Zur Verabredung hatte ich Sieb am Besenstiel und weisse Schalen mitgebracht.

Wir wollten nicht nur hydraulische Wirkung, sondern auch erfolgte Besiedlung ansehen. Angesichts zweier möglicher Forellenlaichbetten geschah die Untersuchung noch umsichtiger als ansonsten ohnehin. – Darüber mehr demnächst.

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Morgens hatte ich einen schnellen Geburtstagsgruß gemailt mit dem Hinweis, extra wegen des Geburtstagskindes würde heute zwischen den gewesenen Regentiefs und morgen erwartetem Regen die Sonne scheinen.

Ich fuhr los. Oh, über fast eine Stunde Fahrt grübelte ich über meine Aussage, die auf die Zuverlässigkeit des Wetterdienstes gebaut hatte. Es war gut unter 10 Grad, wehte mit „wind chill“ und dunkel-, seltener hellgraue Wolken beherrschten den Himmel.

So erreichte ich die Oberalsterniederung.

Alsterquerung, Kreis Segeberg.

Wie der weiter abwärts gelegene Pegel Naherfurth morgens zeigte, lag der höchste Wasserstand bei fast 1,70 m, 20 cm über dem mittleren Hochwasser (Tendenz: deutlich sinkend). Da ist die Oberalsterniederung um das Flüsschen herum eine Seenplatte.

Immerhin! Zwischen den Wolken wagte die Sonne einen kurzen Blick.

Mittags zeigte sich dieselbe Stelle dann ganz anders. Meine Geburtstagsansage wurde durch Sonnenschein doch noch wahr.

Das sieht nicht nur so aus, es fühlte sich total nach Frühling an!

Lange ist es ja auch kalendarisch nicht mehr hin.

Und was sollte das Ganze? Da gab es selbstverständlich mehr Veranlassung als „Hochwasser gucken“.

Mehr dazu demnächst – aus nahegelegenen „Höhen“.

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