Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 28. Juni 2026

Der Besuch einer demnächst zu verbessernden Bachstrecke in städtischer Mühlenau gibt mir etwas Zeit vorweg. Die nutze ich und sehe ein mit Kies und Großsteinen verbessertes Stück des Bek, Pinnau-Einzugsgebiet, an.

Au weia, fast kein Abfluss! Die seit Einbringen von Forellen und Flussneunaugen belaichten Kiese liegen fast trocken.

Ein wenig Bewegung ist lediglich ganz links zu erkennen.

Die frisch gemähte Wiese nebendran bietet einem Storch günstige Gelegenheit zum Mäusefang.

Volle Sonne liegt auf einem Großteil der Strecke – Gefahr unnötigen Wasserverlusts, Hitzeschaden für die Lebensgemeinschaft.

Nicht nur das – Turbulenzverlust und Lichtüberschuss (bei überall reichlich verfügbaren Nährstoffen) lassen Wasserpest das Wasservolumen einnehmen.

Anderswo lösen sich Algenpolster vom Grund und schwimmen auf – Sauerstoffzehrung beim Abbau ist die Folge.

– Waschmaschinenwasser-artig stellt sich die Eisenbelastung des Bachs dar. – Da sitzt was!

Ich ersparen den Lesenden Fachliches zu mit solch Kaputtbau und – zu vermeidender -überhitzter und übersonnter Sommersituation verbundene Spezialitäten wie CO 2-Entzug, für den Standort untypische pH-Entwicklung, folgende mögliche Ammoniakbildung und Organismenvergiftung …

Ein Graureiher rumpelt aus dem Bachröhricht hoch, fliegt erschrocken ab. Der sammelt(e) wohl die Geschwächten bis Sterbenden ein …

Immerhin kann ich im seltenen Halbschatten einzelner Erlen 2 unserer Rauschen mit WinzTurbulenz bei Geringstabfluss erkennen – Zeit zum Durchatmen.

Eben schon einmal gesehen – das Männchen einer Blauflügelprachtlibelle, Calopteryx virgo.

Immerhin, EIN gutes Zeichen.

Mein Sieben bringt Calpteryx-Junglarven, Eintagsfliegenlarven, ansonsten etliche Schnecken und Wasserasseln in die Betrachtungsschale – letztere Anzeichen für dauerhaft ruhige Bereiche, auch bei höheren Abflüssen.

So sorgen unsere Einbauten nicht nur für Turbulenz, sondern gleichzeitig fürs Sortieren der Sedimente – Turbulentes existiert neben Ruhigem. Es entsteht aufgrund Lebensraumvermehrung Artenvielfalt.

Immerhin, die streckentypischen Bachflohkrebse sind (noch ?) nicht ganz verschwunden.

Nochmal zum Durchatmen – Halbschatten und Bewegung im Restwasser.

Es ist Libellenzeit – Kampfzeit um Revier und Weibchen für die Männchen. Dieses, Calopteryx splendens, Gebänderte Prachtlibelle – hier nicht gut erkennbar, sieht fast wie C. virgo aus, aber im Flug sind die 4 Punkte deutlich -, hat bereits lädierte Flügel.

Mit gemischten Gefühlen verlasse ich diese erste Strecke.

Da bis zum Treff weiter Zeit ist, sehe ich mir auch die jüngst bekieste Strecke nahe der Mündung in die Mühlenau an.

Bericht folgt.

Read Full Post »