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Während per Bagger der Schüttplatz der oberen Strecke steinfrei geputzt wird – es soll ja kein Mähwerk Schaden nehmen, streben wir Fußvolk der mündungsnahen zweiten Strecke zu. Bis der Bagger kommt, nutzen wir die Gelegenheit, die Besiedlung unterscheidbarer Teilbereiche und des vor zwei Monaten erstbekiesten Stücks zu untersuchen.

Die übliche Rausche mit angepasstem Profilieren, Uferschutz und verbesserter Sohlstruktur.

Unglaubliche Bachflohkrebsmengen unterschiedlichen Alters halten sich in der dreidimensionalen Struktur auf.

Standorte mit Aufrechtem Merk zeigen auch Köcherfliegenlarven.

Und – Überraschung – eine Eintagsfliegenart, die in umliegenden Einzugsgebieten frühsommerlich reichlich vorkommt, hier ringsum bisher fehlte, ist auch vertreten.

Wir sind auf spätere Nachschauen gespannt. Diese Gruppe ist bekannt als Pionierbesiedler und kann „freie“ Strecken ultraschnell und -dicht besetzen.

Nahe der Mündung liess die geringe Wasserführung in der sandbewegten Strukturarmut Sohlteilstabilisierung erkennen – flächen- und massenhaft gebastelte Röhrchenteppiche.

Unterschiedliche Gruppen können solche Röhrchen bauen. Meist sind es wohl Larven von Zuckmückenarten. Diese scheinen bereits alle geschlüpft zu sein, die Röhrchen sind leer.

Der auch Kleineres Untersuchende weiss, dass ein „Röhrchen-Angebot“, leer, gern von Sekundärbesiedlern angenommen wird – oft von kleinen Wurmarten. Da mit bloßem Auge keinerlei Bewegung festzustellen ist, nehmen wir mal an, dass die Zuckmücken vor nicht allzu langer Zeit in ihr Luftstadium gewechselt sind.

Der Bagger naht, wir gehen ein paar Dutzend Meter bachauf.

Dort erwartet uns die Lkw-Ladung Kies, zweigeteilt, an Erlen-bestandener Teilstrecke.

Die Erlen schlagen aus.

Wer die Schwarz- / Rot-Erle nicht an Stamm, Wuchsform, Blatt erkennt, nimmt vielleicht die vorjährigen Samenstände zuhilfe.

Wir bekiesen offene, bevorzugen gefährdende Stellen mit übermäßiger Erosion, lassen Baumwurzeln und Pflanzenbestand ungestört.

So kann das dann aussehen.

Auch hier wartet eine Rohrüberfahrt auf Entschärfen.

Wie üblich zunächst mit Maschine, …

… dann händisch wird die Thematik erledigt.

Blick bachauf, Lichtblick – so sieht diese Teilstrecke nun aus, angesichts Erlen, -wurzeln, Merk plus Rauschenabfolge eine bunte Kleinlebensraummischung.

Der Bach, wenn er meint, es müsse sein, wird sich des Kieses bei steigender, wechselnder Wasserführung bewegend annehmen.

Sowas Feines ist angesichts unserer nahezu flächendeckenden Bach-Wüsteneien leider meist nicht im ersten Angang zu erreichen. Das Grundniveau ist „gruftig“, um es mal freundlich auszudrücken.

So beenden wir diesen Arbeitseinsatz an Erlen- und Kopfweidenstrecke zufrieden – gespannt, was uns die weitere Besiedlungsentwicklung zeigen wird.

Anfang März 2023 waren testweise je ein Lkw Kies an einem nur 3 km langen Nebenbach der Bilsbek zur Strukturverbesserung eingebracht worden – einer mündungsnah, der andere ca. 1 km bachauf. Gearbeitet wurde, wie üblich, auf Moräne – oben durchgängig vorhanden, unten (aktueller Bericht dazu folgt) in der Bilsbek-Aue als Ausläufer eines Sporns, der mit Buchenmischwald bestanden ist.

Das Experiment hatte allen Beteiligten gefallen, so dass die beiden restaurierten Strecken nun mit je derselben Kiesmenge etwa verdoppelt wurden.

Frühlingshafte, morgendliche Anfahrt.

Der Kies „oben“ wird bereits genutzt.

Schnell ist das untere Ende unserer Bearbeitungsstrecke fertiggestellt – 2 Rauschen mit angepasstem Niedrig- / Mittelwasserprofil.

Blick vom unteren Ende, bachauf.

Gleich oberhalb befindet sich eine Rohrüberfahrt, im An- und Abstrom stark von Hochwasseran- und -abstrom seitlich erodiert.

Diese 4 Schwachpunkte werden mit Kies wie üblich dynamisch entlastet.

Zunächst platziert der Bagger den Kies, …

… dann wird die Schüttung fachkundig geformt.

Weitere Rauschen legen wir bevorzugt in angeschnittene, „ausblutende“ Bodenpartien.

So entsteht eine Schutzschicht, die nicht nur als Lebensraum, sondern auch biologisch-chemisch als Reinigungsschicht wirkt.

Wir arbeiten uns bachauf vor.

Zügig ist die vorgesehene Rauschenabfolge fertiggestellt.

Vor der Weiterfahrt zur mündungsnahen Strecke sehen wir uns im vor 2 Monaten bekiesten Bereich an, wer diesen Lebensraum aktuell besiedelt.

Schon erstaunlich, wie Vermehrung, Abdrift und Aufwandern neuen Lebensraum bevölkern. Kleine und große Bachflohkrebse, Steinfliegen-, 2 sich im Hausbau unterscheidende Köcherfliegen-, Zuckmücken- und Kriebelmückenlarven sowie kleine Käfer und Tubifiziden sind zu finden.

Oben links ergänzt ein Strudelwurm (das platte, schwarze Tier) die Artenliste. Weiter im Bild sind kleine Bachflohkrebse und ein Tubifex zu erkennen.

Kleine Bachflohkrebse, eine erwachsene Wasserassel und 2 unterschiedlich große Steinfliegenlarven, rechts „am Stock“.

Immer wieder erstaunlich, welche Bedeutung für das gesamte Fliesssystem, aber auch für die Gesamtlebensgemeinschaft ringsum solch unscheinbare Bäche haben – nicht nur im eigentlichen Wasserbereich. Auch die Luftikusse wie Vögel und nicht zuletzt Fledermäuse profitieren von der geradezu üppigen Insektenproduktion.

Bevor es mit dem Bekiesen weitergeht, sehe ich mir die Strecke an – wie gewohnt, überbreit, übertief, strukturarm bis -los. Die Besiedlung ist dementsprechend gering.

Diesen kanalartigen Bachverlauf wollen wir also etwas dynamischer fliessen lassen. Ausserdem werden wir unterspülende Aussenkurven an der Wegseite entlasten.

Auch dieser Streckenteil läuft auf steinreicher Moräne. Teilweise tritt punktuell erheblich Eisen ein, das sich zu Ocker umwandelt / zu Ocker umgewandelt wird.

Los geht`s mit dem Minimieren der Erosion an den 4 Brückenecken.

Je nach Charakteristik des Punkts wird Kies zugegeben.

So werden wir die Situation weiter beobachten, ggf. nacharbeiten.

Diese einsame Erle werden wir (so wie in der vorigen Strecke) bachauf und bachab schützen, dass sie lange erhalten werden kann.

Niedrig- und Mittelwassereinengung.

Gleichzeitig Schutz des Weges in der Aussenkurve der Bilsbek.

In den Überbreiten herrscht bewegter Sand vor – der Kies wird Sortieren von Körnungen ermöglichen.

Der Weg ist entlastet, die Erle geschützt. Schon ist erste Dynamik in ihrer Wirkung zu beobachten.

Der Sand wird auf der anderen Seite weggestrudelt, örtlicher Feinkies wird freigespült.

Schnell schwindet auch dieser Kieshaufen.

Spiegelung mit Bewegung an der Wasseroberfläche.

Wir arbeiten vom Weg aus, punktuell auf der Gewässersohle. Das spriessende Frühlingsgrün ringsum bleibt unbeeinträchtigt.

Dynamisch zeigt sich der „neue“ Bach – hier mit Aufrechtem Merk (Berle).

Ein Nachbar kommt vorbei, möchte für seine Überfahrt und Bachstrecke ebenfalls solchen Einsatz.

Mal abwarten – was nicht ist, kann ja noch werden …

Ein letzter Blick auf`s Großgrün – Erlenkulisse …

… und Eichen am abknickenden Weg, teils leicht ergrünend.

Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt, werden die beiden Teilstrecken beobachten.

Und weiter gilt, dem waldärmsten Bundesland Schleswig-Holstein und gar dem Baumschulkreis Pinneberg, der noch deutlich weniger Wald-Prozente aufweist als das Land, stünde es gut an, entlang der Gewässer die so nötigen, standorttypisch bebaumten Gewässerrandstreifen endlich anzulegen. Der Klimawandel wird noch immer in seinen Auswirkungen nicht halbwegs ernst genommen – geschweige denn, dass bekannte Verbesserungen durchgeführt würden.

Wie`s – bis zum Auwald – geht, hat das Ludwig-Meyn-Gymnasium, Uetersen, seit Jahrzehnten vorgeführt.

Verabredet war, die Sohle der oberen Bilsbek mit punktuellen Kiesgaben zu strukturieren. Ich würde etwas später dazukommen, Fachkundige vor Ort würden früh starten.

Durch wechselnde Frühlingslandschaft fahre ich an. Hainbuchen legen ordentlich los, Eichen verharren noch.

Traubenkirsche startet ihre Blütenpracht.

Der Zufluss zur Bilsbek aus dem Himmelmoor – dunkel, fast schwarz, organisch geprägt, wie sich das aus einem Moor gehört. Und weiter geht`s, der oberen Bilsbek entgegen.

Zwischen Auenlandschaft und ehemaligem Hochmoor, Erlen und Eichen dominieren die Bilsbek-Aue, rechts, am Rand des Himmelmoor wächst Birkenwald.

Die Straße knickt ab, quert die Bilsbek. Ein halber Lkw Kies wartet darauf, verarbeitet zu werden.

Etwas bachauf – die andere Hälfte Kies ist bereits fast weg.

Da gucke ich zuerst mal an, was die kundigen Kollegen schon geschafft haben – wichtige Frage, ob der Abfluss ungehindert möglich ist. Ausserdem untersuche ich bachauf, in unbehandelter Strecke, welche Tiere dort vorhanden sind.

Bachab dieses kleinen Zulaufs wurde punktuell bekiest. Bilsbek und Zulauf fliessen ungehindert. Der Zulaufbach zeigt, wie steinig die Moräne hier ist, im Fliessgeschehen gut freipräpariert.

Schon interessant, wenn man solch beeindruckene Moräne – hier von der Bilsbek – präsentiert bekommt.

Blick bachab – die Bilsbek als wegbegleitender Kanal.

Unsere Rauschen nutzen die Gefällesituation, bieten neben Uferschutz punktuellen Wasserrückhalt im Niedrig- / Mittelwasser-Niveau, geben Sohlstruktur, aktivieren Dynamik und Turbulenz.

Die leider selten tolerierten, standorttypisch bachbegleitenden Bäume schützen wir für langfristigen Erhalt durch bachauf und bachab angelegte kleine Strömungslenker.

Und schon sind wir am Knick der Straße angekommen, die zweite Hälfte Kies erwartet uns.

Es gilt, die vier Erosionsecken der Überfahrt zu entschärfen, die Überbreite zu strukturieren sowie der folgenden Bachstrecke Dynamik wiederzugeben.

Dazu folgt demnächst mehr.

Ankunft Strecke 1, idyllisch – scheint besser, als sie ist. Genaueres Hinsehen zeigt Raue Rampe ohne Kies, Stack-Reste.

Der Hase hat die Ruhe weg – bis zum Abschied, als er mich bemerkt.

Vögel finden in diesem Beitrag nur in Gedanken statt. Schon bei der Anfahrt hatte ich einen Graureiher auf einer rauen Rampe stehen, dann abfliegen sehen. Der hatte für die Wahl seines Standorts sicher einen guten Grund.

Auf der „Hasenwiese“ tauchen dann zwei Hälse auf, Graugänse, die argwöhnisch wachen. Anschliessend, nach Warnlauten, ist die ganze Wiese flächig „behalst“. Ich vermute, dass hier gebrütet wird, will nicht stören und ändere meinen Zugang.

Tiefbau, Wasserbau, oben rechts – diese Kuhle wird nicht die einzige bleiben.

Eine Strecke mit Zeugen der Vergangenheit – raue Rampen ohne Kies, ansonsten unstrukturierte Überbreite. Nebendran liegt, höher, ein Altarm. Alles können wir gelegentlich mit einem Arbeitsdienst verbessern – Sohlanhebung und Strukturbildung durch Kiesgabe, per Schubkarre rollernd …

Zeichen unserer Zeit – Nährstoff- und Lichtüberschuss lassen schmierige Fadenalgen enorme Biomasse bilden. Damit kommt kein Bach zurecht.

Strecke 2 – mehrere, für den Bach riesige Meerforellenlaichbetten, die gesamte Kiesfläche bewegt – und darauf, saisonbedingt, frische Flussneunaugenlaichbetten.

Da muss dieses Jahr eine enorme Jahrgangsstärke Flussneunaugen aufgewandert sein. Jede Kiesbank, auch diese schmale Stelle, ist belaicht.

Wie die Beobachtungen zur Hochzeit mitten in Pinneberg, von den Straßenbrücken Hindenburgdamm und Friedrich-Ebert-Straße zeigten, sind bis über 20 Tiere pro Platz sichtbar – in wildem Gewusel.

Das erklärt den zuvor erwähnten Reiher. Auch in dieser Strecke fliegen im unteren Drittel der ca. 600 m zwei Graureiher ab.

Auffällig, merkwürdig – zwei Unterwassersandhaufen an einem Ufer. Wenn da nicht jemand, Bisam, Nutria, Fischotter, einen neuen Zugang zu einer Wohnhöhle im Hang angelegt hat. ?

Die letzte Rausche dieser Strecke bachab, ebenfalls ein doppelt genutzter Laichplatz.

Quer über die gesamte Breite des Anstroms haben die Flussneunaugen gewirkt – kein Wunder, dass sich da Reiher einfinden.

Nebendran, dicht über der Wasserlinie befindet sich weiterer Tiefbau. Kann gut vom Otter sein. Der mag Flussneunaugen und mehr ebenfalls.

Wie ich auf den Otter komme? Dessen Spuren sehen wir regelhaft auf freiem Sand unter dieser Brücke. – Die ehemalige Überbreite der Mühlenau hier ist durch Rauigkeit gut entschärft.

Ich wandere zurück bachauf – die Heimfahrt steht an.

Der vorige Beitrag endete mit „Mal sehen, ob ich mich heute traue, dieselbe Runde zu radeln.“.

Ja, ich bin – entgegen früherer Gewohnheit – am Festtag angeradelt.

Vor dem alten Elbdeich Hetlingen, vorbei an einer Beispielplantage Weiden.

Die Weiden wurden von den „Bandreissern“ als Ausgangsmaterial für ihren speziellen Berufszweig genutzt.

Der Spielplatz vor dem alten Elbdeich ist mit allerlei Ständen gefüllt – hier: Fachinformation rund um Landschaft und Schachblume.

Regionales Pflanzgut wird von der Blütenmeer-GmbH angeboten.

Wo so massenhaft geblüht wird, sind Bienen und andere Bestäuber wichtig. Ein Imker informiert.

Aus dem Elbmarschenhaus sind NABU und Kreisjägerschaft vertreten.

Eine Rohrdommel, charakteristische Vogelart der Gegend. Auf Wiesen sind Lerchen und Kiebitze beispielhaft – bzw. waren es und sollen es wieder werden.

Ín der – ausgestopften – Artenvielfalt der Jägerschaft beeindruckt ein ausgewachsenes Nutria – was für ein Riese!

Die ARGE Umweltschutz und weitere regional Aktive sind vertreten. Für Speis und Trank aus der Region ist in vielfältiger Weise gesorgt. Während ich mit alten und neuen Bekannten spreche, läuft es an – zahlreiche Besucher, oft in Gruppen, teils wie mit Bussen angefahren, sind auf dem Weg zu den Schachblumenwiesen (vgl. voriger Beitrag).

Parkplätze gesucht! – Gut, dass ich zu Beginn angeradelt bin, mache mich auf den Weg Richtung Elbdeich.

Heute findet es wieder statt, das Schachblumenfest am alten Elbdeich, Hetlingen. Ich habe mir diese blühenden Wiesen gestern angesehen.

Erstes Stück, Anradeln entlang der B 431 – die Ulmenblüte, in ihrem typischen, etwas ergraut wirkenden Gelbgrün.

In der Marsch – Mündung des Sauerbeck in den nächstgrößeren Tide-Marschgraben.

Auch jetzt, bei Hochflut, zusätzlich beeinflusst durch starken Nordwest entlang der Elbe, drückt das Wasser aufgrund der verschärften Tideeinwirkung durch die vorigen Elbvertiefungen und die Verbreiterung heftig ins Land.

Gleiches Bild am Bullenfluss, nahe Idenburg – die Schafweiden können fast „landunter“ melden.

Achtung! – Ein (DER ?) Hase quert in der Eichenallee Idenburg.

Dann wirkt es, als sei er optisch in der Eichenallee gefangen – gibt Fersengeld Richtung Hofgebäude …

Zu guter Letzt biegt er linksrum Richtung Marschwiesen ab. – Glück gehabt, die Hofhunde liegen (noch nicht) in der Sonne.

Blick Richtung Schachblumenwiesen – wie kürzlich berichtet, halten sich Tausende Nonnengänse hier in der Gegend auf.

Lange kann das nicht mehr dauern, die Brutgebiete rufen.

Überrascht sehe ich, dass viele der fetten Marschwiesen bereits eine hochaufgeschossene Löwenzahnblüte aufweisen. Ich bin gespannt, wie die Schachblumenwiesen aussehen.

Erste Informationen für die Besucher des Fests sind aufgestellt, die Rundwege auf den Wiesen sind markiert.

Ganz klar: in den Flächen brütende Lerchen und andere sowie noch in jüngerem, mit Gras verwechselbarem Entwicklungsstadium befindliche Schachblumen verlangen Disziplin. Das Angebot, hier auf Privateigentum herumlaufen zu dürfen, ist ein Privileg.

Und da sind wir … – mehr als Löwenzahn?

Ah ja, normalfarben und weiss – die Schachblumen heben sich deutlich von anderen Wiesenpflanzen ab.

Der Anblick stellt sich etwas anders dar als in den Vorjahren. Nicht nur Löwenzahn, auch Wiesenschaumkraut und Hahnenfuß sind schon weit gediehen.

Lärm von hinten – irgendwer, irgendwas hat die Idenburger Nonnengänse aufgebracht.

Die Zuwegung ist aufgrund der vergangenen Regenperiode(n) in den Tiefpunkten noch schlammig bis pfützig – etliche Frühbesucher kehrten wieder um. Die lokale Werbezeitung, so lese ich nach Rückkehr, weist darauf hin, lieber festes Schuhwerk anzuziehen.

Vor dem Elbdeich Hetlingen quert ein Ölkäfer meinen Weg – schnell abgesprungen und fotografiert. Wie üblich sind Passanten interessiert an meinem Tun, der Ölkäfer ist trotz seiner Auffälligkeit doch weitgehend unbekannt.

Hetlinger Elbdeich, Blick zur Elbe – die Segelsaison startet offensichtlich. Auch die Sumpfdotterblume legt sichtbar los (auf die Ferne gesehen, speziell andernorts kann zunehmendes Gelb allerdings leicht mit Hahnenfuß- und Löwenzahn-Inseln verwechselt werden).

Sonnenanbeter auf der Deichkrone Fährmannssand.

Binnendeichs: „Mama, warum ist das Gras auf der anderen Seite des Zauns immer grüner?!“

Weisst Du`s, Fremder ?

Ich weiss es doch auch nicht. – Mal sehen, ob ich mich heute traue, dieselbe Runde zu radeln.

Es stand wieder Bekiesen an. Da ist ein Blick auf die Bachbesiedlung vorher zweckmäßig.

Ein typischer kleiner Bachlauf in heutiger Zeit – übertief ins Gelände eingeschnitten, bezogen auf Niedrig- und Mittelwasser unstrukturiert, überbreit.

Wer Augen hat zu sehen … – wo sich der Bach ein wenig bewegt, gräbt er hier Mittel- bis Grobkies aus der Moräne.

Diese „gestohlene Steinfraktion“ werden wir als Struktur zurückgeben, Turbulenzen und damit Materialsortieren anstoßen.

Ein paar Tierchen sind zu finden, hier ein Bachflohkrebspaar, unten ein Blatt des Aufrechten Merk / der Berle – diese Wasser-, Uferpflanze besiedelt die gesamte Strecke. Das Eichenblatt ist bislang unangetastet (es gibt bessere Nahrung).

Eine Steinfliegenlarve.

Eine Köcherfliegenlarve mit Sandkörnchen als Hausbaumaterial.

Ein Stück bachab sind unterschiedliche Bachflohkrebsgrößen zu finden.

Die Bachflohkrebse sorgen durch „Erstangriff“ am Laub von Erle, Esche, Weide, durch Schreddern für die Grundnahrung nachfolgender Interessenten.

Ein großer Anteil jüngster Bachflohkrebsstadien fällt aufgrund der Siebmaschenweite wieder raus. Hier sind dennoch etliche in der Probe, dazu mittlere Größen.

Nahrung im Bach, fette Beute – kaum jemand kann sich eine Vorstellung davon machen, wie viele Regenwürmer bei feuchtem Wetter in Bächen landen – bei Starkregen und dem Versuch, dem Ertrinken im Boden zu entgehen, Kilo(!)weise pro ha in Gewässer abgeschwemmt werden.

Darüber freuen sich nicht nur Fische, Krebse und anderes Wassergetier. Auch etliche Vögel nehmen diese wetterbedingte Mahlzeit gern. – Dieser im Bach treibende Regenwurm wurde ins feuchte Gras zurückgesetzt und wird wohl (erstmal) überleben.

Wie üblich gestalteten wir den denaturierten Bach mit Rauschen. Wo es zweckmäßig war, kamen Strömungslenker mit Uferschutz an einem und Umlauf am anderen Ufer hinzu.

Bei der Rückfahrt stoppten wir an kürzlich bekiester Strecke, sahen dort die Neubesiedlung an – im neuen, dreidimensionalen Raum.

Kleiner Beitrag zur realen Situation: Der erste Eindruck trügt – der Bach erscheint dunkel und trüb. Das Sieb auf Grund zeigt, dass das Wasser hell und glasklar ist.

Allerhand los hier! Bachflohkrebs-Paare, …

… jede Menge kleine Bachflohkrebse, eine Steinfliegen- und eine Kriebelmückenlarve.

Die beprobte Rausche ist so jung, wird vom Frühlingsgrün gerade eingewachsen, wie sie aussieht.

Bachauf liegen einige Rauschen mehr.

Massenhaft kleinste bis größte Bachflohkrebse, Stein- und Köcherfliegenlarven.

Ausschnitt aus einer weiteren Probe – rechts unten befindet sich eine Zweiflüglerlarve.

Und wieder das Adernetz eines beliebten „Salats“.

Nebendran schliesst sich ein demnächst sommertrockener Bach dem kleinen Moränenbach an, voller Strukturen (bis sie mal wieder ausgeräumt werden).

Fein- und Mittelkies sowie organisches Geschwemmsel wie Laub, Ästchen bis Äste prägen ihn derzeit.

Auch hier findet sich die Köcherfliegenlarve, mit Blatt- und „Holzhaus“.

3 Größen an Steinfliegenlarven, …

… als Überraschung heute taucht noch etwas Großes auf: Eine Larve der im Sediment grabenden, alles fressend bis räuberisch lebenden Großen Maifliege, Ephemera.

Der Bericht, dass dieser kleine Bach sommertrocken ist, muss sich auf optische Bewertung beziehen. Die Große Maifliege wächst mehrere Jahre im Gewässersediment heran, bevor sie das Wasser – und ihre letzte Larvenhaut – verlässt und zum fertigen Insekt, gen Hochzeitsflug, wird.

Bevor ich alle Tierchen wieder in den Bach zurücksetze, nutze ich die Gelegenheit für ein paar weitere Fotos – Ephemera schwimmt „vertikal“, wie ein Delphin.

Ephemera, hier mit Bachflohkrebsen und Steinfliege.

Bei näherer Betrachtung (Klick aufs Bild) scheint mir die starke, verdunkelnde Färbung des ansonsten gelblichen Tiers sowie die Erkennbarkeit der Flügelscheiden (der kleine, noch in der Larvenhaut liegende dunkle „Rucksack“) die baldige Umwandlung ins Erwachsenenstadium anzuzeigen.

Der Mai ist nah – viel Glück, Große Maifliege!

Mit zweimal kurz Unterstellen war ich angesichts der „Route der Schauer“ gut bedient. Die Route deckte sich zum Glück nicht mit meiner, kleines Streifen ausgenommen. – Anders wäre ich auch nicht bis auf den Elbdeich Hetlingen geradelt.

Elbdeich Hetlingen, Blick Ost – dieses Wolkenpaket ist „weg“, wird mir nicht gefährlich.

Blick Südost – hell glitzert raues Flutwasser auf dem Süßwasserwatt der Elbe.

Blick Nordwest, gegen den Wind – da jagt es heran, diesmal offenbar genau auf meiner Linie, dem Rückweg.

Also los, den Rückenwind nutzen! „Der Vorläufer“ hat sich entschieden, gerade Wedel ordentlich nasszumachen.

Blick zurück – im Raum Stade, andere Elbseite, Niedersachsen, schüttet es geradezu. – Fix weiter …

Elbdeich Fährmannssand – doch Mut zu kleinem Abstecher – die Möwen finden den Starkwind prima, führen bewegte Flugübungen dicht über dem Elbwasser aus.

Hinter mir, Nordost, Abertausende Nonnengänse, laut, über den gesamten Marschhorizont vor der Geest.

Nordwärts gen Wedel – von östlich Langer Damm geht der Überflug gen West weiter.

Blick nordwestwärts über die Deichverteidigungsstraße – ich muss mich sputen.

Am Geesthang, Blick zurück – nicht mehr weit …

Obenauf, auf der Geest – besonnt, jetzt gucke ich nicht mehr hinter mich.

Ankunft daheim, Blick zum Himmel – (wieder mal) geschafft. 🙂

Der ARD-Wetterbericht hatte für gestern Schauer landeinwärts beidseitig der Elbe versprochen. Auf NDR 1 hörte sich das am Morgen so an, als ob dieses Band West – Ost zwischen Itzehoe und Lübeck zöge. Das Wetterradar meldete, dass ab 10 Uhr nur noch Wolkenflöckchen rasend durchzögen.

Also los, die Radrunde Wedel – Holm – Hetlingen wartete einmal mehr auf mich.

Nochmal nach Nordwesten geguckt – ja sieht gut aus.

Auf der Ostseite, am Fahrradhäuschen – na, vorbei ist das offenbar noch nicht.

Losradeln – und …

… unterstellen, …

… nasser Graupelschauer mit heftigem, starkböigem Wind will abgewartet sein.

Das war also so ein „Flöckchen“ aus dem Wetterradar.

Blau, Weiss, GelbGrün – das lässt sich gut an.

Beim Abstieg aus der Geest in die Marsch, hoher Himmel, bietet sich ein besonderes Bild.

Der Nordblick gibt einen Eindruck von der Schauerstraße. Die läuft offenbar nördlich an mir vorbei – Radio „Itzehoe – Lübeck“.

Schön, dass es so ist. Der Strommast gibt einen Eindruck von der Dimension, rasendes Geschehen.

Fast sieht es aus, als flüchteten diese Graugänse …

Am Bullenfluss – DAS ist schon weg.

Idenburg, Blick Nordwest – oha, läuft das Geschehen immer noch so klar an meiner Tour vorbei?

Rasendes Tempo …

Kleinräumige Doppelschauer – wohl denen, die, unbedacht, sich nicht darunter aufhalten.

Nicht weit von hier ist ja ein Kinderspielplatz … – falls nötig …

Ja, nötig ! ! !
Offenbar meinte der äusserste Zipfel dieses Sturmgeschehens, mich begiessen zu müssen.

Ich habe ein Dach über dem Kopf, nur auf den letzten Metern etwas vom schräg peitschenden Schauer erwischt.

Vorbei … – auf zum Elbdeich Hetlingen.

Kurz vor dem Elbdeich, Blick „hinterher“ – die Route der Schauer scheint ein Ende zu nehmen …

Blick gegen den Wind – da …

Na, hier scheint erstmal die Sonne – die Schafe haben ihre Aschenbecher ordnungsgemäß abgegeben, rauf auf den Elbdeich.

Jetzt steht die zweite Hälfte der Tour, gut geschoben vom Rückenwind an – folgt hier demnächst.