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Wer hätte das gedacht – früher Schnee und Frost. Dann plötzlich Warmlufteinbruch mit Regen. Im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht ist der Schnee weg. Jede Menge Wasser will Richtung Meer.

Die neuen Lenkbuhnen sind gut überströmt.

Bordvoll fliesst die Este schadlos ab. Was mag sich unter der Wasseroberfläche befinden?

Am Vortag, Freitag, beleuchtete morgens noch die Sonne die Szenerie. Schnee bedeckte Intensivwiese und Erlenbruch.

Großgerät warf seinen Schatten, pardon Baggerkorb, voraus …

Suchbild – wer sieht die Baggerschaufel? Gekonnt platziert der Künstler am Großgerät Geröll am und im Gewässer.

Die erste Lenkbuhne ist fertig. Sie fördert Turbulenz Richtung Strommitte, damit die Ufer der genutzten Nachbarflächen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

An anderer Stelle werden Strömungslenker am Ufer angelegt, die zudem Großbäume vor vorzeitigem Umstürzen bewahren.

Sternförmig werden die Einsatzorte vom Steinlager her angefahren.

Gänse über der Este-Aue – jetzt suchen sie schneefreiere Gefilde.

Jetzt salzen sie wieder …

Der Erst-Schnee hat uns wieder mal unvorbereitet und untrainiert erwischt. Oder?

Wenige Millimeter Schnee – Panik bricht aus?

Auch in Feld, Wald und Flur liegt gerade mal ein erster Hauch Schnee, schön zu Wandern.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, werte Verantwortliche in zertifizierten und „grauen“ Hausmeisterfirmen,

mit gutem Grund ist rechtlich festgelegt, dass Schnee zu räumen und nicht wegzusalzen ist.

Wie immer die Rechtsnorm heissen mag – ob in der Großstadt „Wegegesetz“ , § 28 (3)

oder auf dem Land Straßenreinigungsverordnung(§ 4, (7)):

Salzen ist verboten und wird mit Bußgeld geahndet. – Schnee-Fegen ist übrigens auch für den Anwender viel gesünder.

P.S. (5.12.10): Interessant – oder vielleicht auch gerade nicht verwunderlich – ist, dass die Beratungsresistenten unter den Schnee-Wegsalzern in anderen Jahreszeiten auch unten denen zu finden sind, die verbotener Weise Pestizide in ihrem Wohnumfeld anwenden. Die niedersächsischen Ansprechadresse für Derlei finden Sie hier verlinkt (vielleicht schon Mal speichern, um 2011 mehr Gesundheit zu ermöglichen).

Schlehenbüsche – Was im Frühjahr Bienen und Hummeln begeisterte, begeistert jetzt die Vögel (und mich).

Mit dem Frost sind inzwischen auch die Schlehen genießbar. Wenn die Vögel nicht alle wegfressen sollen, ist jetzt schnelles Ernten angesagt.

Schnell die Gefriertüte gefüllt …

Dieses Jahr reichen uns 2 200g-Portionen, das Vorjahr brachte reiche Ernte.

Das Produkt: Schlehen-Likör – ein Genuss für den „Organoleptiker“, Sehen, Riechen, Schmecken. Und mit ein bisschen Einbildung hilft er sogar bei Erkältung.

Herbst im norddeutschen Tiefland – da kann man gern mal
in den Bach gucken …
Gerade mal Mitte November – und schon
haben erste Bachforellen ihren Laichplatz genutzt.

Auch hier geht's los.

Und es geht weiter. – Ganz ungestört, mit „Dach über dem Kopf“
wird munter der Kies geputzt, werden die Eier verbuddelt. (Mal aufs Foto drücken, dann wird es groß – ich helle es absichtlich nicht auf.)
Was fehlt, sind Immissionsschutzstreifen im Gewässerumfeld!
Fürs Agrar-Subventionssteuergeld wird man ja wohl Mindestschutzleistungen erwarten dürfen. – Im Übrigen fragt man sich angesichts dieses schwachen Bodens ohnehin, was hier eine Ackerbau-Subvention überhaupt verloren hat!
Wald oder Wiese wäre als Nutzung wohl standortgemäß.
Acker-Erosionssand füllt, beginnend an den obersten Höhen der Einzugsgebiete, die Quellbäche bis Oberkante Unterlippe.
Hallo, Politik und Verwaltung: die Wasserrahmenrichtlinie ruft.

... bis ich all diese Kiefernnadeln so schön senkrecht in den Boden gesteckt hatte.

🙂

Die grünen Winterwollsocken der Bäume habe ich aber nicht gestrickt.

Na gut, sie frisst sie – oder doch nicht?

Aber da gibt es mehr … Vielleicht arbeiten die Zuckmücken sogar für die Große Maifliege?

Heute frisch Wildsau-gepflügt - hier im Erlenbruchwald, im überbreiten Sandkanal der Este, haben wir mit Hölzchen und Stöckchen Strömungsvielfalt geschaffen.

Erlenspiegelung in 2 Wildsau-Badewannen. Was bin ich froh, dass mich wieder kein Schwein angerufen hat, geschweige denn, dass mir eins über den Weg gelaufen ist.

Die Treibselsammler, oben ein einzelner, unten einer vor einer Buhne, haben hervorragend Laub gesammelt. So wird Bachflohkrebsen und folgenden Nutznießern das Nahrungsangebot lange vor Ort gehalten. Erhöhte Strömungsvielfalt bietet mehr Lebensraum.

Zwischen bewegtem Sand in der Strömung und beruhigten Seitenflächen haben sich offenbar massenhaft Tiere angesiedelt (Kreis). Die Probe mit dem Küchensieb wird zeigen, um wen es sich handelt.

Massenhaft röhrenförmige Gebilde im Feinsediment. Wer ist der Baumeister, sitzt da drin?

Zuckis! - Wo früher überall bewegter Sand jegliche Besiedlung unmöglich machte, siedeln jetzt zu Abertausenden die Larven von Zuckmücken. Sind sie "allein"?

Sieh an, eine Larve der Großen Maifliege krabbelt zwischen den Röhren herum. Wo dieses, mehrjährig sich unter Wasser entwickelnde Tier hausen kann, scheinen keine allzu schlechten Bedingungen zu herrschen.

Aha, die von den Zuckmücken gebauten Wohnröhren enthalten also offenbar nicht nur interessante Nahrung für Fleischfresser. Sie bilden auch eine Struktur im Weichboden, die Porenlückenräume vorhält – einen prima Aufenthalt für die grabenden Larven der Großen Maifliege.

Nochmal in groß - die Larve der Großen Maifliege Ephemera.

Jetzt aber schnell am schilfigen Altarm vorbei zum Auto - bevor doch noch eine Wildsau auftaucht ...

 

Dr. Ernst Paul Dörfler hat den EuroNatur-Preis 2010 erhalten. Seine Erfahrungen mit dem Fluss und den gesellschaftlichen Verhältnissen, inkl. der Veränderungen zwischen den Zeiten vor und nach 1989, hat er eindrucksvoll in einem Interview mit der ZEIT widergegeben.

Herzlichen Glückwunsch, Paul!

Der Kampf um einen lebendigen Fluss Elbe muss in Ost und West offenbar weiter gehen. Nach den erfreulichen Abwasserreinigungserfolgen seit Anfang der 1990er sind leider Verschlechterungen nach der Jahrtausendwende eingetreten, die selbstverständlich noch getoppt werden können

Die Akzeptanz von Totholz lässt fast überall zu wünschen übrig. Dabei zeigt sich bei unvoreingenommener Beobachtung, dass es angesichts unserer meist überbreiten, zu stark eingetieften Gewässerprofile keine Probleme bereitet.

Über dem Wasser, gar ausserhalb des Hochwasserprofils, stört Totholz überhaupt nicht. Hier zeigen mehrjährige Triebe am Sturzbaum, dass offenbar keinerlei Problem besteht.

Die durch Totholz hervorgerufene Belebung des Gewässergrundes sowie des Querschnitts erhöht unter anderem die Strömungs- und damit die Lebensraumvielfalt. Ein viel zu wenig zur Kenntnis genommener Aspekt ist das Sammeln, z.B. herbstlicher Blätter.

Das dynamische Aufhalten von Blättern begünstigt das Leben im Forellenbach. So haben die Bachflohkrebse die Möglichkeit, länger an dieser Grundnahrung zu arbeiten, sie selbst zu nutzen und für andere Gewässerorganismen als Nahrung vorzubereiten.

Für „Hölzchen-und-Stöckchen-Arbeiten“ (vgl. „Kategorien“ in der rechten Spalte) gibt die Natur hier das Vorbild.

Die Stein-Variante des so wichtigen Blattrückhalts, verbesserbar durch Restaurieren, zeigt der Eintrag vom 3. Oktober 2009 über die Exkursion des Wassernetzes Niedersachsen-Bremen an der Este.

Und wieder war es Zeit für den Herbstbesuch in der alten Hansestadt.

Der Kump vor dem Rathaus: magnetisches Wasser hat zwei Jungen angezogen.

Ah, es gibt etwas zu sehen - Ukelei über roten Goldfischen.

Eine kleine Rundtour führte uns auch auf den Ettelsberg mit weiten und tiefen Einblicken.

Weiter Blick von der Ettelsberg-Seilbahn über die Uplandberge Richtung Norden.

Aaah, deshalb dieser Alkoholgeruch in der Seilbahnkabine - "Zum Wilddieb", Willingens Ballermann.

Am Edersee überwog das Naturerlebnis im westlichen Teil. Glück gehabt mit dem Wetter!

Der Hochnebel lässt den schönen Tag schön kalt beginnen ...

Wer sich die - leider kanalartig verbaute, nur äusserlich naturnah wirkende - Eder einmal genauer angeschaut hat mit ihren riesigen Geröll- und Schotterflächen ist schnell überzeugt, dass dies einmal DER Laichfluss des Weserlachses war. Nach dem Bau der Edertalsperre haben Lachs-Wiederansiedlungsversuche auch bei größtem Aufwand so gut wie keinen Erfolg gebracht.

Sehr schön, der Nebel lichtet sich. Die Stauwurzel des Sees liegt wie Öl.

Igitt - Blaualgensuppe! Da haben die Starkniederschläge neulich mit Erosionsabfluss aus unserer subventionierten Landwirtschaft extreme Phosphatzufuhr gebracht. Wann wird das endlich durch Immissionsschutz minimiert ? !

Da war doch noch bewegtes Wasser. Nur gut, dass der Vogel des Jahres den Weissfischüberschuss des überdüngten Sees verringert.

Rot über Korbach - ein schöner Abschiedsabend (ok, ich habe geschummelt, dies war der Vorabend. Der Abschiedsabend war total verregnet).

Zurück zu Hause angekommen, zeigte der Kampfdackel als Indikator, dass der Sommer offenbar vorbei ist.

Kampfdackel Socke, unser Frischluftfanatiker, trotzt herbstlichem Wind durch windschlüpfrige Lagerung vor der Terrassentür.

Da hoffen wir auf einen goldenen Herbst.

Herbstlich - reifende Früchte des Bittersüßen Nachtschattens.

Herbstsonne - bitte mehr davon!

Schöner Schein - manch einer schwelgt über diesen Erlenauwald und erkennt nicht, dass der Bach darin zur Sandwüste hingerichtet wurde. Restaurieren des Lebensraums ist nötig.

Der Bach im Norddeutschen Tiefland verlangt dem Betrachter einiges ab. Man muss die reale Situation erstmal erkennen. Ganz zu Recht schimpft der Angler den Gewässerökologen „Du erzählst immer, der Waldbach biete die höchsten Arten- und Individuenzahlen. – In unserer Waldstrecke ist nicht EIN Fisch.“

Klar. Das vorstehende Foto zeigt deutlich eine Sandwüste. Bewegter Erosionssand bedeckt in überbreiter Kanalstruktur den standorttypischen Grund aus Steinen und Holz. Lebensraum für Wirbellose gibt es nicht, Verstecke für Fische ebenso wenig.

Bewegte, dicke Sandpackung. Hier findet man auf dem Quadratmeter kaum ein Lebewesen - kein Bachflohkrebs, keine Insektenlarven.

Dagegen kann man etwas tun. Hölzchen und Stöckchen regen den Bach an, sich selbst zu helfen.

Hölzchen und Stöckchen in langer Reihe . . ., Strömungsturbulenz wird angeregt.

Hölzchen und Stöckchen als kurzer Quersammler am Ufer - warten wir mal ab.

Als wenig hilfreich dagegen haben sich Bauwerke wie Buhnen heraus gestellt. Sie erfordern viel höheren Arbeitseinsatz und verbessern den Bach – örtlich unterschiedlich – nur wenig.

Buhnen nutzen als Strömungslenker. Auch nach 4 Jahren hat sich hier allerdings nur geringe Verbesserung ergeben. Das Ganze ist nach wie vor öde.

Ergänzt um hydraulische Strukturierung können die Buhnenstandorte aber nachträglich in einen vielfältigen Gewässerbereich umgestaltet werden.

Hölzchen- und Stöckchensammler, senkrecht zur Buhne platziert, wirken auch hier Wunder. Kleinräumig entsteht ausserordentliche Strukturvielfalt mit entsprechend hoher Organismenbesiedlung. Ausserdem erhöht sich die Fernwirkung der Strömungslenkung erheblich ober- und unterhalb der Buhne.

Alles golden – mehr Gold, als das Herz begehrt.

Roundup ist offenbar viel zu billig – wie sonst ist die in den vergangenen Jahren eingerissene, fast quantitative Behandlung aller Ackerflächen zu erklären?
Mit Giften wird hantiert, als handele es sich um Wasser.
Die gesetzlichen Vorgaben zur Minimierung von Pflanzenschutzmitteln, vorab abgesprochen zwischen Agrarvertretern und Politik, werden jedenfalls nicht eingehalten.
Wenn Sie`s bisher nicht wussten – kein Problem!

Aber die steuersubventionierte Landwirtschaft tut so, als lebe sie im Tal der Ahnungslosen: seit 2004 gilt der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP). Ziel ist nicht, die Verdienste der Chemie-Industrie zu erhöhen, sondern, den Einsatz von Giften zu minimieren.
Vielleicht setzen sich die Zuständigen einmal für die Umsetzung dieser Regeln ein?