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Egal, wer nun Schuld ist –

der Petrus, weil er seit April keinen guten Regen kommen ließ, dafür reichlich Hitze,

die Trinkwasserversorger, die aus Quellregionen übermäßig Wasser abpumpen (mit dem Segen Diverser …),

die subventionierte Industrielandwirtschaft, die keine an den Standort angepasste, nachhaltige Bodenbewirtschaftung betreibt und allzu verschwenderisch mit dem Allgemeingut Wasser umgeht (auch mit dem Segen Diverser …).

Eins verdeutlicht die gerade monatelang herrschende Niedrigstwasserführung unserer Bäche und kleinen Flüsse allemal:

Nur naturnah restaurierte Fließstrecken (s. folgende Bilder) bieten den Gewässerorganismen einen angemessenen Lebensraum insbesondere in Krisenzeiten.

Auch und gerade der naturnutzende Angler profitiert letztlich nur hieraus – Lebensraumverbesserung statt Besatz in Gewässerwüsten hat sich längst als einzige Zukunftslösung bewiesen.

Wir sehen hier im Übrigen ein Beispiel für Situationen, die sich mit dem Klimawandel häufen werden.

Also, frisch ans Werk!

Auch bei Niedrigstwasserabfluss bewohnbar: Kies-restaurierter Bach.

... und der Sturzbaum stört auch nicht, wie jahrelange Beobachtung belegt.

Wer in solch nachhaltig produzierenden Strecken angeln möchte, kann sich gern bei mir melden: ludwig.tent[ät]gmx.net

Die Wurzeln alter Erlen - bester Lebensraum im Tiefland-Forellenbach.

Neben den im vorigen Bericht geschilderten Urlaubsfreuden in Dänemark gehe ich natürlich auch zum Angeln an Forellenbäche.

Dieses Jahr war wieder einmal die Vejle Å mein Ziel, einer der vielen Forellenbäche Dänemarks, an dem engagierte Anglervereine durch Gewässerrestaurieren lernen konnten, dass die Naturproduktion viel besser ans Gewässer angepasste Fische produziert, als durch Besatzmaßnahmen erzielt werden können. Über 1.000 Meerforellen werden in vielen dieser überschaubaren Bäche und kleinen Flüsse inzwischen pro Jahr gefangen, während es vor dem Restaurieren trotz hohen Zeit- und Geldeinsatzes für Besatz lediglich um 200 Stück waren.

Fast alle jütländischen Gewässer haben in den letzten Jahren diese neue Qualität erreicht und sind einen Besuch wert. Angelkarten gibt es in örtlichen Angelgeschäften sowie den Turistbureaus, meist aber auch online. Flächigen Zugang erhält man über dagkort, einige Vereine haben allerdings aus unterschiedlichen Gründen ihren eigenen online-Verkauf gestartet, so hier für die Vejle Å.

Wer sich dann die richtige Strecke aussucht, hat Naturerlebnisse vom Feinsten. Einige Fotos dazu folgen hier.

Während ich einen Fischotterruheplatz ansehe, saust mir eine Ringelnatter unter den Füßen weg und überquert die Vejle Å.

Weichkäfer bevölkern die Uferpflanzen zahlreich.

Bei uns eher selten gewordene Bockkäfer lassen sich auch beobachten.

Schmetterlinge erfreuen den sommerlichen Besucher.

Calopteryx virgo, eine Libelle des sommerkühlen Bachs, belegt die Restaurierungs-Erfolge.

Noch blüht der Bittersüße Nachtschatten – wo er ins Wasser hängt, ein hervorragender Standort für Fische.

Die sich einfärbenden Früchte des Bittersüßen Nachtschattens zeigen aber schon Spätsommer-/Herbstliches.

Dass man als Angler an einem „fremden“ Gewässer nicht zwanghaft einen großen Fisch mit nach Hause nimmt, wie sie oben im Link zur Fangstatistik zu sehen sind, macht ja nichts. Schließlich nennen wir Angler uns doch Naturfreunde, oder?! Ausserdem haben wir ja die uns gut bekannten eigenen Vereinsgewässer, aus denen vielleicht schon dieses Jahr ein guter Fang resultierte.

Björn hält den neuen Familienrekord für Meerforelle – mit 83 cm und mehr als 7 kg vielleicht „der“ Traumfisch des Lebens.

„Juelsminde ! Wieso fahrt ihr immer an die Ostsee ?“ hörten wir lange Zeit. Nun, nach 25 Jahren mit Unterbrechungen, verstummen diese Stimmen …

🙂

Na, die Eiszeitlandschaft an der dänischen Ostseeküste mit ihrer Vielfalt ist halt etwas Besonderes. Noch immer – und immer wieder – gibt es Neues zu entdecken. Bei gutem Wetter braucht`s nur den nahen Strand. Angesichts der Lage nahe der Spitze Bjørnsknude können wir entscheiden, ob wir Wellen haben möchten oder nicht: bei südlichem Wind ist dann der Vejle Fjord-Strand gefragt, bei östlichem die Kattegatt-Seite.  Viele Jahre haben wir das nähere Umfeld fast nicht verlassen während 3er Ferienwochen – dazu folgt unten ein Bild.

Ist das Wetter mal nicht so gut, laden in der Nähe (25/35 km) die Städte Horsens und Vejle zum Besuch, bei etwas längerer Fahrt (60/70 km) erreicht man die Angebote von Århus bzw.  Silkeborg.

Bergab auf waldgesäumter Straße erreichen wir Juelsminde. Schön, wieder an der dänischen Ostsee zu sein.

Bei diesem Blick aus unserem Sommerhaus ist zu ahnen, was ich mit "dem Wolkenloch" über Juelsminde meine. Sehr oft bei wechselnden Wetterlagen werden hier an der Küstenspitze die Wolken abgedrängt. Während hier die Sonne scheint, kann es in Horsens und Vejle schütten (umgekehrt haben wir es äußerst selten erlebt).

Abendlicher Blick vom Hochufer am Vejlefjord auf die Bjørnsknude-Spitze.

Es gibt viel zu sehen. Im Kleinen zum Beispiel, dass das, was man sieht, nicht unbedingt das ist, was drin ist.

Schönes Modell, z.B. für Gewässerrestaurierer im Norddeutschen Tiefland, in Sachen "Sehen lernen". Während die flache Oberfläche schön mit weissem Sand belegt ist, zeigt das Profil, dass massenhaft von der Eiszeit antransportierte und vom Wasser sortierte Steine das Bodenvolumen bestimmen.

Wer Dänisch kann, hat die Möglichkeit, an einer der vielen Naturtouren teilzunehmen. Dieses Jahr lockte eine Wanderung um den Bygholm Sø bei Horsens. Neben viel Natur sind hier jede Menge unterschiedliche Zeugen der Vergangenheit, Grabhügel in diverser Bauweise, zu betrachten und auch zu begehen.

Naturtouren sind beliebt. Hier genossen über 60 Teilnehmer den wunderschönen Herbstabend.

Ein Grabhügel mit offen liegender Kammer. Erstaunlich zu sehen, wie auch "Zwillingssteine" - zwei Teile eines gespaltenen Steins, verarbeitet sind.

Beeindruckend im östlichen Jütland ist im wechselnden Gelände zwischen Bachtälern und Höhen der zugehörige Wechsel der Vegetation - hier Buchenwald neben Erlen- und Eschen-Auwald (Tønballegård bei Snaptun).

Am und um das Ferienhaus herum gibt es immer Etliches zu sehen – auch Kampfdackel Socke ist begeistert.

So eine Raupe interessiert Socke natürlich gar nicht - nur die des Weidenbohrers, nach Ziege stinkend, lockt einen Dackel.

Auch diese Libelle wartete an unserem Ferienhaus darauf, fotografiert zu werden.

Sonnenbaden ist ein Genuss, aber zwischendrin muss Abkühlung im Schatten einfach sein.

Der Pool des Nachbarn - auch abgedeckt - war ein beliebter Treffpunkt für Möven.

Ooooh, diese Hasen - hinterlassen überall ihre Spuren.

Und zutraulich sind die - erobern sich jedes von Eigentümern oder Touristen verlassene Grundstück sofort zurück.

Größeres Wild wird der Nase des blinden Rauhaardackels ebenfalls geboten.

Mehrere Rehe in div. Jahrgängen treten auf - Vorsicht, liebe Autofahrer!

Bei so viel Wild fühlt sich der Forscher gefordert.

Besuch im sonnigen Århus - dankbare Nutzung des Stein-Wasser-Garten-Ensembles.

Und schnell wieder in den Schatten . . .

Nun will ich aber die Variation des Wetters nicht unterschlagen. Selbstverständlich gibt es auch andere Zeiten, z.B. mit Regen und Sturm.

Hinter der Morgensonne-beschienenen Kirche deutet es sich bereits an - heute braut sich was zusammen.

Einmal, juchheissa bei Regen und Wind, wurden sogar die Scheiben flächig nass.

Die Ostsee an "unserem" Strandzugang - aufgewühlt und trübe.

Blick von der Bjørnsknude-Spitze in den aufgewühlten Norduferbereich des Vejle-Fjords.

Aber sobald der Sturm nachgelassen hat, klärt sich das Wasser sofort. See-Hunde lieben es so.

Freundliche Begegnung am Sonnenstrand: Cairn-Terrier und Rauhaardackel.

Nicht nur Strandspaziergänge, auch Besuche z.B. im abwechslungsreichen Gelände des Palsgårds begeistern uns immer wieder.

Die Schwalben sammeln sich und trainieren für den Flug nach Süden - untrügliche Zeichen des nahenden Herbstes.

Der Abschieds-Sonnenuntergang "strahlt Regen".

Allerdings konnten wir aus diesem dramatischen Himmel nicht lesen, dass wir am Folgetag mit unserem Auto gleich südlich der dänisch-deutschen Grenze U-Boot fahren würden ...

Wenn alles klappt, fahren wir nächstes Jahr wieder nach Juelsminde – immer eine Reise wert.

Frühling und Sommer 2010 - seit April misst der Regenmesser: fast nichts.

Nicht nur der Rasen ist verbrannt in den vergangenen Wochen, in denen nahezu kein Regen fiel. Die Landwirtschaft hat deutliche Einbußen zu verkraften, Gewässer mit chronischer Belastung sind am Lebensminimum ihrer Bewohner angelangt, Teiche und Bachoberläufe fallen trocken.

Mais auf leichtestem Boden - die Gülle (hier weitgehend im Grundwasser und in der Luft weiter transportiert) und die Beregnung haben nicht diese traurige Situation verhindern können.

Wie sagt das Bundesagrarministerium (für Leser mit mehr Zeit: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) dazu so treffend:

„Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft ist auch nötig, damit die Ernährungs-, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sich an verändernde Umweltbedingungen wie dem Klimawandel oder neue Ansprüche von Verbrauchern an landwirtschaftliche Produkte anpassen können.“

Wenn Boden schon lange nicht mehr als das Kapital des Landwirts, sondern als pures Stützvolumen für beliebiges Grün angesehen wird, wenn offenbar nicht einmal die Beratung des Fachministeriums ausreicht – wann tritt endlich der Bund der Steuerzahler auf dem Plan, damit derlei Verschwendung von Steuergeld in fehlgeleitete Subvention ein Ende hat?

Juli – je nach Verbesserungszustand unserer Fließgewässer und Lage zu Quellzutritten finden sich neben anderen Anzeigern wie Eintags-, Stein- und Köcherfliegen auch charakteristische Libellen wieder ein.

Fehlen die standorttypischen Bäume am Ufer und im Umfeld, ist der Bach durch Besonnung überwärmt. Dann fliegt Calopteryx splendens, die Gebänderte Prachtlibelle, die eher für Flüsse typisch ist, die bereits in einer Breite fließen, die den Kronenschluss der Bäume ausschließt (Fluß breiter 10 m statt Bach).

Quellnäher bzw. bei fortgeschrittener Restaurierung vorher übersonnter, überwärmter Bäche findet sich die Blauflügel-Prachtlibelle wieder in ansteigender Individuenzahl ein.

Wie der Name sagt – sie bieten ein prachtvolles Bild, sei es beim Revier-Abgrenzen, beim Balzflug oder auf der Jagd.

Eisvogelartig schillernd umfliegt das Calopteryx splendens-Männchen das auf dem Erlenblatt sitzende Weibchen.

Beeindruckend, dieser kleine Hubschrauber.

Wanderfische wollen wandern – da müssen wir Menschen aber noch einiges an Zerstörungen durch früheren Gewässerausbau und harte Gewässerunterhaltung bereinigen. Dazu gehört, den Wanderfischen die Hindernisse aus dem Weg zu nehmen. Und es sind weit mehr als Lachs und Meerforelle, Fluss- und Meerneunauge. Die wahren Herausforderungen stellen die schwächeren Schwimmer, wollen wir nur annähernd früheren Arten- und Individuenreichtum zurück gewinnen.

Das dänische Schnäpel-Projekt macht es vor. Nachdem vorab intensiv untersucht worden war, was die Ursachen für das Verschwinden dieser früher häufigen Fischart sind, wird genau so intensiv über ein vorbildliches EU-Projekt daran gearbeitet, dieser extrem gefährdeten Art wieder bessere Lebensbedingungen zu bieten.

Ein Faltblatt in deutscher Sprache erläuterte die Grundlagen. [Da haben die dänischen Kollegen mit Schluss des Projekts im Frühjahr 2013 doch tatsächlich das Faltblatt in Deutsch aus dem Netz genommen …]

Wie viele andere Fließgewässerarten ist der Schnäpel ein „hydraulisch schwacher“ Fisch, das heißt, seine Larven und Jungfische, auch je nach Situation die erwachsenen Tiere, werden bei Hochwasserstößen aus dem Lebensraum heraus, abwärts, „geblasen“. Wenn das Jugendformen zu früh ins Brackwasser transportiert, sterben sie – ein ganzer Jahrgang ist ausgelöscht. Außerdem sind Hindernisse für die Aufwärtswanderung, also die Wiederbesiedlung von Strecken, oder für die Laichwanderung aus dem Brackwasser in Kiesbäche, limitierend. Bereits kleinste Abstürze kann oder will der Schnäpel nicht überwinden – fatal!

Das gilt genau so für vergleichbare Arten wie die Äsche und den Hasel.

Bachmanns Mühle in Tönder, Google Earth-Foto aus 2006: noch versperrt die Situation am Mühlenwehr hydraulisch schwachen Gewässerorganismen den Zugang zur Vidå.

Wenn diese Ursachen, also fehlende Gewässerstruktur durch Ausbau und harte Gewässerunterhaltung, nicht beseitigt werden, können noch so oft Hunderttausende Besatzfische ausgesetzt werden. Man könnte genau so gut sein Portemonnaie ins Wasser werfen – es bringt nix (außer, dass das Geld weggeworfen ist)! – Anders herum gesagt: alles, was für die hydraulisch schwachen Arten getan wird, kommt um so mehr den starken Schwimmern zu Gute sowie einer Vielfalt von Wirbellosen und standorttypischen Pflanzen.

Hier setzt das dänische Projekt an. Die westwärts ins Wattenmeer mündenden Bäche in Südjütland werden systematisch verbessert, vgl. o. gen. Internetseite. Die folgenden Fotos zeigen die inzwischen hergestellte Barrierefreiheit an Bachmanns Mühle in Tönder. Südjütland ist immer eine Reise wert, z. B. auch mit dem Rad auf der Grenzroute.

Blick von der Söndergade bachabwärts: über eine flache Rausche umfließt die Vidå den Mühlenteich.

Die selbe Strecke, Blick bachauf, mit Häusern der Söndergade.

In Fischwegen ist natürlich jegliche Fischerei verboten – eine Straftat, bei der hohe Strafen drohen.

Wir waren nach langer Trockenheit da: das Foto zeigt eindrücklich die Notwendigkeiten des Gewässerrestaurierens. Die monotone Überbreite unserer ausgebauten Fließgewässer muss wieder den wechselnden Abflussverhältnissen angepasst werden.

Viel Vielfalt auf kleinem Raum...

15 Hölzchen und Stöckchen von 2-5 cm Durchmesser reichen aus, um einen strukturlosen Bach zu beleben.

Als Treibselsammler eingebaut halten sie alles Mögliche auf – Ästchen, Äste, Wasserpflanzen und anderes Treibgut. So strukturiert sich der Bereich, Boden sammelt sich, vorher hier nicht lebensfähige Wasserpflanzen siedeln sich an (hier: Wasserstern). Der verschmälerte Strömungsbereich ist turbulenter, strudelt festen Grund frei.

Aus der bewegten Sandwüste ist ein strukturiertes Bachbett geworden.

Mehr dazu findet sich in der rechten Spalte oben unter „Kategorien: Hölzchen und Stöckchen“. Es erscheint eine Sammlung Beiträge, durch Anklicken einer Überschrift kommt der gesamte Beitrag mit Fotos zum Vorschein.

Die Elbe im Sommer 2010

Übrigens, falls Sie es nicht schon wussten oder ahnten, die Hamburger Elbe ist wieder zur Todeszone geworden. Der vorstehende Link erläutert die nun folgenden Bilder (Quelle: Wassergütemessnetz, Hamburg).

Blankenese, Nordufer am Westende des Hamburger Hafens: der Sauerstoffgehalt erreicht für Gewässerorganismen tödliche Werte.

Seemannshöft, Südufer am Westende des Hamburger Hafens, Ebbe und Flut lassen den Sauerstoffgehalt etwas pendeln. Inzwischen sind aber generell tödliche Werte für Gewässerorganismen erreicht.

Meerforellenfänge über Jahrzehnte zeigen in langjährigen Datenreihen, wie sich die Gesundheit der Elbe verändert hat:

http://www.salmonidenfreund.de/pages/beispielhaftes/die-elbe-bei-hamburg.php

Während der schlechten Wasserqualität der „Abwasserjahre“ bis Ende der 1980er konnten nur bei hohem Abfluss der Elbe Meerforellen den Hamburger Hafen passieren. Fänge im Heidebach Seeve, der oberhalb des Hafens in die Elbe mündet, belegen dies. Mit den erheblichen Verbesserungen in der Abwasserreinigung, gekoppelt mit den generellen Umweltverbesserungen ab Anfang der 1990er, zeigen die Meerforellenfänge den schnellen Eintritt des Gesundungsprozesses der Elbe.

Nach der vorigen Elbevertiefung jedoch Ende der 1990er und der Zerstörung der letzten großen Elbe-Lunge im westlichen Hamburger Elbe-Bereich („Mühlenberger Loch“) brechen die Fangzahlen dramatisch ein – fast vergleichbar den vorherigen „Abwasserjahren“. Man kann sagen: die beiden morphologischen Veränderungen haben die Elbe-Gesundheit wieder zurück geworfen, die milliardenschweren Ausgaben der Abwasserreinigung in weiten Bereichen zunichte gemacht.

Wer Vogelverhalten zu deuten weiss, bekommt übrigens von den Möven etwas geboten: Wenn die Flut das sauerstoffarme Wasser der Elbe Richtung Norderelbbrücken aufwärts schiebt, stauen sich große Mengen Fisch, insbesondere Jungstint, dort. Große Mövenschwärme sind vom Zug aus zu beobachten, wie sie bequem unter den an der Wasseroberfläche konzentrierten Fischen leichte Beute machen.

Querab vom Hamburger Großmarkt, nicht leicht vom fahrenden Zug in der Morgensonne aufzunehmen: Möven warten auf dem bei Ebbe frei gefallenen Süßwasserwatt auf die Flut - und die Fische.

Flut querab vom Hamburger Großmarkt: nach der Mahlzeit verdauen die Möven, auf dem Bahngeländer sitzend. Bitte beachten Sie: nach Wochen scheint die Sonne mittags mal nicht.

Das schon seit Monaten bestehende Niederschlagsdefizit, die Heidewasserentnahme sowie intensive Wasserentnahme aus dem oberen Grundwasserleiter für landwirtschaftliche Beregnung zeigen ihre Folgen:

In den Bächen fehlen Dezimeter Wasserstandshöhe! Die Fischunterstände fallen trocken.

Kein Idyll an der Seeve: trocken gefallene Erlenwurzeln, verloren gegangene Fischunterstände.

Es bleibt die Frage, wann die Wasserbehörden endlich Management-Pläne und Vorgaben für solche Situationen schaffen und anwenden – das Medium Wasser erscheint zur Zeit als reines Ge-/Verbrauchsgut.

Wir haben mal nach unseren neusten beiden Treibselsammlern gesehen. Angesichts der Tropenhitze und keinerlei Niederschlägen ist der eine nicht mal nass geworden, da er am extrem erodierten Ufer steht.

Noch nichts gesammelt, da trocken geblieben bei dem andauernden Niedrigstwasserabfluss.

Tierspuren im Ufersand des zweiten Treibselsammlers.

Als Überraschung sahen wir am zweiten Spuren, die uns von den Otter-Fachleuten als die des Fischotters bestätigt wurden.

Und dann – an vielfältiger Stelle: DIE Bach-Libelle, Cordulegaster boltoni. Es lohnt sich, Bäche zu restaurieren!

Vielfältiger Este-Abschnitt - sehen Sie, was an dem trockenen Stengel sitzt?!

Da ist sie ja - Cordulegaster boltoni, die Zweigestreifte Quelljungfer.

Es ist aber auch an der Zeit, die Bäche vor übermäßigem Abpumpen oberflächennahen Grundwassers zu schützen!

Achtung, hier wirkt das ErneuerbareEnergieGesetz - Dank Steuersubvention wird Ackerfrucht beregnet, wo standorttypisch Grünland hingehört.

High noon - es geschah mitten am hellen Tag (und es geschieht täglich wieder - überall...).

Grundwasserabsenkung und Bachvernichtung - wann wird diese ineffektive Verschwendung zu heißester Tageszeit endlich verboten?!