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Wir sind mit der Liinsand schnell und gut – fast bei Tideniedrigwasser (heutzutage hier ca. 3 m Tidenhub) – am Anleger Stadersand angekommen.

Die Tidewechselzone stellt sich – nicht zuletzt wegen allerhand Ziegelsteinbruch – bunt dar. Das steile Ufer zeigt die Nähe zur Fahrrinne. Wellenschlag, Schwell und Sunk vorbeifahrender Schiffe tragen Feineres ab.

5 km bis Stade – gut zu Fuß zu erwandern, mit dem Rad ein Klacks. Wer beides nicht wählt, nimmt den Bus. Wir radeln.

Nach 20 Minuten ist die alte Hansestadt erreicht.

Alte Hansestädte besuche ich immer gern.

Goldbraun leuchtet der dicht von Kieselalgen besiedelte Feinschlick vom Grund des leergelaufenen Marschgrabens.

Der alte Hafen Stades, hier an der Schwinge, wird seit alters her geschützt.

Seitenhafenbecken am Schwingelauf, sowas wie „Docklands“ auf altem Werftgelände.

Ein Bisschen Klarwasser, Niedrigwasserabfluss der Schwinge, mischt sich turbulent in Schlickgewühl.

Schwinge, Tnw, mit Möwe.

Die Möwe ist gelandet.

Wir wenden uns landeinwärts, der Altstadt zu.

Vorbei am Schwedenspeicher, alter Fischmarkt voraus …

… erreichen wir den alten Hafen mit Hafenkran und Schiff.

Die Frage ist: wie kam man früher von kleineren Schiffen aus bei Tideniedrigwasser von Bord – die Treppen enden so weit oben …

Auch hier wirkt sich das mit fortgesetzter Elbvertiefung stattfindende Absinken des Tideniedrigwassers aus, vgl. gelber Pfeil (ja, mehr Baggern bringt nicht in gleichem Maß mehr Wasser unterm Kiel! Ein Gutteil „des Gewinns“ auf hohe Kosten geht durch Absinken des Tideniedrigwassers verloren). Das hat nicht nur Folgen für die Elbelandschaft, sondern nicht zuletzt auch Folgen für Bauwerke – dazu später ein Foto.

Das Wappen Stades auf einem Gully-Deckel.

Wir erreichen das Rathaus – nebendran die Cosmae-Kirche mit Hus-Schnitgerorgel. Gerade orgelt es, Interessierte gehen ein und aus.

Im Ratskeller wollten wir wieder essen und trinken, z.B. Trude, rot (mal online suchen). – Aaaaber, die Homepage gibt nicht an, dass die Öffnungszeiten mittags gestrichen sind – jedenfalls für uns nicht sichtbar gewesen.

Na, es gibt in Stade auch andere Restaurants – zurück zum alten Hafen.

Angenehm kühl an diesem bisher heissesten Tag des Jahres bieten sich Biergärten im Hinterhof an – hier haben wir unser Plätzchen gefunden.

Und statt Trude, rot, Flens, dunkel, zu trinken, ist auch eine gute Alternative.

Blick nach oben – der Himmel über Stade.

Vegetarier, bitte wegsehen – im Steakhouse gibt es halt eher Fleisch, das aber um so empfehlenswerter.

Ja, das war ein Genuss!

Wir gehen zurück zu den Rädern – die alte Fachwerkstadt begeistert uns immer wieder.

Es steht über all zu lesen, wird in Radio und Fernsehen berichtet – ja, die Zahl von Fahrrädern in Stadtbildern hat in Corona-Zeiten zweifellos zugelegt.

Beeindruckend der Schwedenspeicher, was für ein Bauwerk – nicht nur von aussen …

… auch von innen.

Blick vom Wasserspiegel der Schwinge auf den Schwedenspeicher – das hält … noch.

Aus dem Bildteil links oben kann geschlossen werden, dass – wie in Hamburg – durch das Absinken des Tideniedrigwassers (mit Minima etliche Dezimeter tiefer) die alten Holzpfahlstützen betroffener Gebäude (in der Regel dicke Eichenstämme) heutzutage mit Luftsauerstoff in Kontakt kommen. Darauf reagiert Natur, die bekanntlich macht, was sie will: der Kompostierungsprozess setzt ein, die Holzkonstruktionen zerfallen nach und nach – ein Riesenproblem für Städte an fortwährend vertieften Gewässern in aller Welt. [Die Diskussion über diese Realität wird nach wie vor verdrängt, verschwiegen – die Folgen in Kosten und mehr dürfen kommende Generationen „überrascht“ zur Kenntnis nehmen.]

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines Blogs „Allzeit Gut` Wind in den Segeln“.

Wir radeln Elbe-aufwärts durch die niedersächsische Marschlandschaft, Obstanbaugebiet Altes Land, nehmen für die Rückfahrt nach Wedel die Lühe-Schulau-Fähre.

Vor Kurzem hatten wir die beiden Elblinien-Katamarane Liinsand und Japsand vor Wedel auf der Tideelbe gesehen, gute Anregung! Der Wetterbericht stimmt auch für eine kombinierte Fähr- und Radeltour. So ging es also gestern los.

Die Elbe vor Willkommhöft, noch1 m bis Tideniedrigwasser.

Mit der Ebbe ist die Liinsand früh aus Hamburg auf dem Weg nach Stadersand eingetroffen.

Wir steigen mit den Rädern an Bord – Corona-Bedingungen werden eingehalten, Maske, Abstand.

Pünktlich und gut legt die Fähre ab – volle Kraft voraus!

Blick Nordwest, seewärts.

Schnell entfernen wir uns vom Willkommhöft, Wedel.

Unser Heckwasser wird genutzt – ein Motorbootfahrer ist herangeprescht und reitet auf den von der Liinsand produzierten Wellen.

Die Aussendeichrinder Fährmannssand halten sich bei sengender Sonneneinstrahlung gern auf feuchtem Süßwasserwatt auf, folgen ablaufendem Wasser Richtung Schifffahrtskanal.

Tanzende Boje …

… im Kielwasser.

Blick zurück, Schiffe am Horizont.

Zu Schiffsbegegnungen folgt ein eigener Beitrag.

Bei uns fährt ein kleiner, selbstgemachter Regenbogen seitwärts mit.

Lachmöwen – eigentlich wollen sie ja nicht, aber letztendlich fliegen sie doch bei unserem Herannahen auf.

In Wedel war der Hopperbagger Tiger seewärts vorbeigefahren – wir sind dabei, ihn einzuholen.

Querab ex-Leuchtfeuer Julsand.

Und wieder Möwen …

Sie versetzen etwas und landen wieder auf der Wasseroberfläche. Wir passieren „Fährhaus Twielenfleth“.

Wir kommen voran.

Wie gut, dass das AKW Stade längst stillliegt!

Wir passieren den beliebten Sandstrand Bassenfleth.

Und queren das Elbefahrwasser Richtung Anleger Stadersand.

Die Liinsand hat ihre maximale Zahl Fahrräder wohl an Bord. – Möge sie weiter erfolgreich fahren!

Anleger Stadersand voraus, alles klar zum Anlegen.

Schnell ist die Fährzeit von 35 Minuten verflogen. Wir legen an.

Demnächst folgt die Radtour nach Stade – man gerade 5 km, im Restaurant sind Plätze für 12.30 Uhr bestellt.

Fährmannssand, am Elbe-Hauptdeich – „another stairway to heaven“.

Bei etwas über Tnw läuft der 168 m-Chemietanker Admiral gen Nordsee, davor Süßwasserwatt Fährmannssand mit Buhne.

Richtung Hamburg fährt der 236 m-RoRoContainerfrachter Grande Luanda.

Ich stehe jetzt Höhe Hetlingen auf dem Deich – 148 m-Hopper Pedro Alvares Cabral, Richtung Hamburg unterwegs. Sein Baggern betrifft eher nicht „so kleine“ Schiffe wie die davor gezeigten.

Wie ich bei marinetraffic.com nachlesen kann, hat der Hopper-Bagger seine bei Neßsand in der Fahrrinne gebaggerten Sedimente vor der Ostemündung verklappt, noch innerhalb des Elbe-Aestuars. Ob das angesichts „keines Abflusses“ der Elbe ausreicht, die Sedimente an der Rückkehr „bergauf“ zu hindern, darf in Frage gestellt werden.

Mal sehen, was es von heute – wohl auch Elbe – demnächst zu berichten gibt.

Die HH-Junioren fragten, ob ich mitfahren wolle, es gehe in den Steinzeitpark Dithmarschen. Gute Frage, das ist doch „Albersdorf“, an dem man in Richtung Nordseeküste / westliches Dänemark „immer“ vorbeifährt – nicht ohne den Gedanken oder im Chor gesprochen: Da können wir auch noch Mal hin.

Die Frage passt insofern auch, als ich mich kürzlich in Wedels Stadtmuseum gebildet bzw. altes Wissen aufgefrischt habe (die Ausstellung läuft noch).

… bis 22. November 2020.

Ein Bisschen Tierweltreste.

Modellvorstellungen.

Leichte Werkzeuge.

Auch gröberes Handwerkszeug.

So vorgebildet freute ich mich, am Wegesrand aufgelesen zu werden. Auf nach Albersdorf!

Dort findet man nicht etwa nur Museales. Eine ganze Landschaft wird entwickelt.

Die Landschaft kann durchwandert werden, hier: auch von oben angesehen werden. Ohne (sichtbare) Tiere.

und mit Tieren, Weidevieh.

Ich stehe auf einem hohen Grabhügel, einem Aussichtspunkt, umrahmt von hohen Bäumen. Da ist noch mehr zu sehen.

Oha, ein Mammut-Skelett! Wer möchte, umrundet den Grabhügel und steht unmittelbar vor dem beeindruckenden Objekt.

Diverse Bauwerke und Kultstätten erwarten die Besucher. Kleine Hinweise auf Aktivitäten – der Steinzeitleute? – finden sich vielerorts.

Es gibt auch vielerlei Möglichkeiten zu spielen und zu lernen – für Kinder ein Spielplatz, für alle z.B. ein Barfusspfad. Und dann kann, wer will, auch mitmachen.

Zum Beispiel Feuer anzünden – der „Steinzeitjäger (und Museumspädagoge)“ Werner Pfeifer führt`s vor.

Erstaunlich – mit geeigneten Materialien ausgestattet, manches noch aktuell verbessert, bekommt der Fachmann sehr schnell Glut, Rauch und …

Ja, Feuer.

Super gekonnt! – Von den Umstehenden traute sich dann keiner …

Aber der Hinweis, auch der nahe Einbaum könne gern genutzt werden … – die Sippe übte derartigen Druck auf mich früheren Kanuten und Ruderer aus …

Ok, das musste nun sein! – Wenn schon kein Feuer …

Aus der Entfernung betrachtet – Möglichkeiten zur Schmuckherstellung. Wie gut, dass wir früh da waren.

Wir hatten bereits „unser“ Schwirrholz hergestellt und eine Schmuckkette auf Lederband mit (vorher durchbohrten) Muscheln und Schnecke gebastelt.

So konnten wir uns in Ruhe Möglichkeiten des Tiere-Erbeutens ansehen. (Fiese Sache eigentlich, aber was tut man nicht alles, um an sein Essen zu kommen.)

Von der Kunst des Hausbaus und der Kunst wurden wir anschaulich überzeugt.

Verblüffung beim Umgang mit Findlingen! Im wahrsten Sinn des Wortes Kinder-leicht – wenn die Baumstammrollen „auf Schienen“ geführt werden.

Und beim Rausgehen, nach Passieren diverser Findlinge traf ich dann noch anderes Bekanntes: Raseneisenerz.

Auch zum Umgang mit Metallen werden gelegentlich anschaulich Versuche gezeigt.

Mich erinnerte das erläuterte Raseneisenerz an „Lust auf Ludwigslust„, wo wir den Begriff „Klump“ neu lernten.

Raseneisenerz hatte also über viele Jahrhunderte ein besondere Bedeutung.

(nahe Wedel / Pinneberg: der Breedenmoorbach, fließt in die Düpenau) Und wo solch Eisen-/Ockerbach existiert, ist es kein Wunder, von „Rennöfen“ der Eisenzeit im benachbarten Gelände zu lesen.

Das war toll! – Es gilt oben Geschriebenes „Albersdorf … Da können wir auch nochmal hin.“ Nicht nur Details im Steinzeitpark warten, auch das Freigelände will noch durchwandert werden.

In Gärten seit geraumer Zeit zu sehen, jetzt auch in freier Wildbahn, an Bächen Schleswig-Holsteins: Der Dost zaubert Schmetterlinge herbei.

Zwar sind das nicht die aus früheren Zeiten bekannten Mengen … – Neben Pfauenauge und Admiral flog im Wesentlichen Kohlweissling.

Als Symbol für gewässergeborene Insekten sind wohl Libellen im Juli am Auffälligsten – hier in übersonnter Bachstrecke 3 Weibchen der Prachtlibelle Calopterys splendens.

Etliche Pferdeheuwiesen sind noch immer nicht gemäht. Da springt es zahlreich, kleine graubraune Heuschrecken.

Aber da ist doch …

Ja, mindestens eine Art aus der Gruppe großer Heupferde.

Weggesprungen … – ganz rechts am Rand ein kleiner graubrauner Heuhüpfer.

Da ist er wieder, der große Springer. Der ist aber auch elegant, so einen mit teils rotem Oberschenkel kenne ich nicht.

Wer kennt das Tier, nennt den Namen?

10 Tage vor dem Sonnenspaziergang vorgestern sah es ganz anders aus. Für uns Tieflandbewohner, fast völlig Regen-entwöhnt, fiel da wirklich Nennenswertes vom Himmel. Letztlich brachten 2 Tage Regen die Bäche, deren Einzugsgebiet getroffen wurde, aus der Niedrigwassersituation heraus – leider nur für eineinhalb Tage.

Auch und gerade bei Regen lohnt sich ein Spaziergang im Forst Klövensteen, Hamburger Westen.

Die oberflächennahen Grundwasserspeicher sind so leer und der Waldboden so aufnahmefähig, dass in Gräben und Bächen bislang kein Wasser ankommt.

Die Stillgewässer liegen mehr als einen Meter unter Vollstau.

Es regnet munter vor sich hin. Verfestigter Waldboden im Wegebereich lässt große Pfützen entstehen.

Den Waldrand, im Übergang zur „Zivilisation“, beherrschen andere Gegenwartsbilder.

Naturliebhaber, die es „Raus in die Natur“ zog, müssen nicht unbedingt für Wald und Baum, Wasser und Boden Verständnis mitbringen – Baum ab (alle Bäume ab), ja bitte!

Meine Güte!

Die Wedeler Au als erheblich Eisen-belastetes Fliessgewässer (Störung des Bodenwasserhaushalts durch Dränagen und andere Entwässerung) zeigt sich in Waschwassergrau.

Erste Ansätze zu Verbesserungen bieten flache in der Aue angelegte Mulden, in denen das seitlich zufliessende Eisen-reiche Wasser flächig mit Boden und Luftsauerstoff kontakten kann. Klare(re)s Wasser fliesst ab.

Nachmittags in einer Regenpause geht`s auf die Räder, für eine kleine Wedel-nähere Runde reicht es.

Immerhin, der Pferdetümpel ist nicht mehr völlig trocken.

An systematischen Schwachstellen der Tour ist erkennbar, dass der Landregen ein Bisschen gebracht hat.

… Das ist, wie gesagt, inzwischen 10 Tage her. Nun warten wir wieder auf Regen.  🙂  (Entschuldigung, liebe Sommerurlauber!)

Was tun an einem warmen Sommertag, am Sonntag!? „Die Küste“ – ob Nord- oder Ostsee, oder hier lokal an der Elbe – ist voll, Randbereiche gut bevölkert, andere Ausflugsziele ebenfalls.

Da haben wir noch … den Klövensteen. Waldwege quer zu Hauptwanderrouten bewähren sich.

Bei solch Wetter am Besten anradeln, ggf. Freunde und / oder Verwandte treffen.

Den abwechslungsreichen Wald im Westen Hamburgs habe ich bereits mehrfach beschrieben.

Trotz der Regenfälle nach der ersten Juliwoche liegt der Entengrützeteich mehr als einen Meter tief vom Ablauf-Niveau entfernt.

Auch wenn`s ruhig scheint, Vorsicht! Reitwege queren – hier ein Herrenreiter mit eingebauter Vorfahrt und forschem Tempo.

„Was hat das Kind auf dem Reitweg zu suchen ! ! ! ??? !!!“ dürfen wir uns anherrschen lassen. – Hallo!, das Kind bewegt sich am Rand des Wanderwegs – und nach üblichen Gepflogenheiten hat der Stärkere auf den Schwächeren zu achten. – Dass kein falscher Eindruck entsteht: Hier herrscht normalerweise ein friedliches Miteinander, Reiterinnen und Reiter verhalten sich vorbildlich an Querungen.

Arbeitsspuren am Ausgang dieses Teils „Erholungswald“ beim Übergang Richtung Wedeler Au.

Auf der Suche – da hat sich auf dem Schotterweg doch etwas bewegt!?

Sieh an, so aufgeklappt flatternd wird er sichtbar, der Bläuling.

Nebendran zeigt eine aufgelichtete Fläche, dass Förster und Forstmeister Sturm am Zukunftswald arbeiten.

Nach und nach verschwindet das Nadelholz älterer Forstgeneration.

An der Wedeler Au – Umweltbildung live.

Ein Jack Russel zu Kurzbesuch zeigt uns seine Lieblingsquietschente.

Die Optik eines Eisenbachs (offenbar viel mehr Unterstützung zur Abhilfe erforderlich): flach zeigt klares Wasser, tief den Zustand Waschmaschinenwasser.

Igitt – „tief“ im Detail. Bei solch schwacher Wasserführung bewirken selbst die Totholzlenker keinerlei belüftende und klärende Verbesserung.

Dazu folgt im nächsten Beitrag ein Foto mit Verbesserungsansatz.

Zurück geht es durch den lichten, (noch) angenehm kühlen Sommerwald.

Vorbei am Seerosenteich – jede Menge Libellen schwirren durch die Luft.

Ruhebank hinter Grafitto-Schild, von anderer Familie genutzt.

Ein Wasserhund, Cockerspaniel, spielt Verstecken.

Ja, hier gibt es Sturz- und Kletterbäume – Nutzung auf eigene Gefahr.

Innere Struktur kann auch studiert werden.

Im Baumstumpf arbeitet es – Sägemehl am Waldboden und in verschiedenen (Spinnennetz-)Ebenen.

Da sind die Profis, souverän!

Auf dem Rückweg – Mensch und Natur.

Das war eine schicke Wanderung – gern wieder bei solch Sonnenschein!

Dass es auch anders geht, hatten wir 10 Tage vorher getestet. Demnächst mehr davon.

Nachdem wir die Wollhandkrabben ausgiebig betrachtet haben, vgl. gestriger Beitrag, ging es mit dem Bekiesen los. In den Vorjahren bekieste Punkte wurde locker mit Kies „im Schüttwinkel“ ergänzt. Einige überbreite Stellen Richtung Grundstücksende bachab erhielten neue Kies-Depots.

Kleiner Hinweis zu frei liegendem, dunkel oder grün überwachsen erscheinendem Kies: Wir befinden uns hier im Tidebereich des Pinnau-Einzugsgebiets, Tideniedrigwasser. Gegen Ende der Flut staut sich an dieser Strecke des Ohrtbrooksgrabens je nach Wind und Wetter sowie natürlich „von oben“ kommender Wasserführung bis zu 1 m Wasser hier ein. Mit der Ebbe erscheint wieder der Eindruck des seewärts abfliessenden Bachs.

Neuer Schüttwinkel auf Altkies.

Mit geeignetem Gerät und versiertem Fahrer geht die Arbeit schnell voran.

Hier wird an überbreiter Stelle ein Punkt ergänzt.

Kies im Schüttwinkel.

Wir arbeiten auf der Uetersener Seite, gegenüber blüht eine Ökofläche Torneschs.

Intermezzo.

Hoch-ge-beamte Kiesel ! ?

Nein, Jungsspaß zwischendrin – Platsch!

Wir haben das Ende des Grundstücks erreicht – Lindenschatten.

Der Radlader fährt zurück.

Auf Mähflächen liegender Kies wird in den Bach geschaufelt oder geworfen, damit kein Mähwerk beschädigt wird.

Aus gleichem Grund ist die Lagerfläche mit dem Radlader glatt gezogen worden.

So verlassen wir zufrieden den weiter strukturierten Bachlebensraum.

Schulen des Umfelds werden, wie üblich, ihre Untersuchungen fortsetzen.

Ob nächstes Jahr eine Erweiterung der Strecke erfolgen wird?

Motto des Tages (wusste ich erst aus der Situation heraus): „Wer in einem harten Panzer steckt, hat vielleicht irgendwann ein Problem.“

Das jährliche Lkw-Äquivalent Kies (15 t) lag am Ohrtbrooksgraben nach Mähen der Wiese bereit. Wie üblich sollte vom Grundeigentümer mit Zustimmung von Wasserverband und -behörde Lebensraumverbesserung stattfinden.

Es ging los.

Die Enkel des Grundeigentümers, tolle Sache in den Ferien, waren mit dabei – ggf. Kies von der Mähwiese weg in den Bach bringen, damit Mähwerke künftig keinen Schaden nehmen.

„DA, daaaaa! Tote Krebse!“

Mal nachsehen. – Tatsächlich, da liegen etliche Krebse, Wollhandkrabben, rücklings auf dem Gewässerboden.

Ich drehe ein Exemplar mit meinem „dritten Bein“, einem Haselstock, um.

Oh Schreck – der Krebs ist weck!

Der Rückenpanzer ist aufgeklappt, der ehemalige Inhaber sitzt irgendwo versteckt, als „Butterkrebs“. Wenn er nicht von Interessenten wie Fischen, Vögeln, Otter jetzt gefressen wird, legt er sich wieder einen – größeren – Panzer zu. Und so geht das weiter, bis irgendwann die Laichzeit die erwachene Wollhandkrabbe Richtung Brackwasser auf Wanderschaft zieht.

So, den Rückenpanzer wieder runtergeklappt, sieht das Ganze fast lebendig aus. Vielleicht ist das Tier ein Bisschen blass …

Das war ja ein interessanter Start – die Natur hat „das Problem“ harter Panzer also seit Langem gelöst. – Demnächst folgt hier der Beitrag über das diesjährige Bekiesen.

Riesenbärenklau am Bach, blühend – höchste Zeit, die Pflanze zu beseitigen.

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) produziert schwimmende Samen, jede einzelne Pflanze unendlich viele. So können bereits Einzelpflanzen lange Ufersäume, große Flächen mit diesem „invasiven Neophyten“ erobern.

„Unendlich viele“ gibt es nicht? Ok, Inaugenscheinnahme vor Ort oder Fotos bieten die Möglichkeit, reale Zahlen zu ermitteln. – Und ein besonderer Trick für Erfolg: die Samen liegen, quasi als Samenbank im Boden, bereit bis zu 8 (acht), gar 15 (fünfzehn!) Jahre zu keimen. Es ist also angebracht, konsequent den Anfängen zu wehren.

„Blüten zu Samen …“ – einfach mal zählen.

Vorsicht bei Hautberührung im Sonnenschein! Schwer heilende, flächige Wunden sind die Folge.

Die Beseitigung der Pflanze erfolgt am Besten durch Zerstören der Wurzel, künftige Probleme sind durch Entfernen des Blüten- / Samenstands (am Besten im Restmüll) zu verhindern.

Bloßes Abhacken der Blüte bringt in tieferen Blattachseln neue Blüten. Sequentiell fortgesetzt – und nachgesehen! – kann man staunend feststellen, dass bei solcher Behandlung bis auf Rasenhöhe nach und nach Blüten gebildet werden. Auch die letzte, kleinste hat mehr als 50 Teilblüten, also eine entsprechende Zahl an Nachkommen zur Folge.

Konsequentes Eingreifen erinnere ich gut aus meiner Wandsbeker Zeit. Da haben wir auch einen Umwelttipp gebastelt, der sich bis heute bewährt.

Also: nachmittags nochmal hin, geschützt und bewaffnet (lange Ärmel, (Sonnen-)Brille, Spaten).

Vorsicht vor Verwechslungen! Heimische Wiesenbewohner wie Wiesenbärenklau (Heracleum spondylium) oder Engelwurz (Angelica archangelica) sollen nicht entfernt werden! – Für mich sind die spitzig-zackigen Blätter des Riesenbärenklau das besten Anzeichen, dass ich „richtig liege“.

Ja, ich habe den Spaten begründet mitgebracht.

Schnell noch ein paar nebenbei entdeckte Exemplare Drüsiges Springkraut ausgerissen – ebenso ein heimische Arten extrem verdrängender Neophyt.

[Kleine Handreichung zum Drüsigen Springkraut: Umwelttipp des Bezirksamtes Wandsbek, Hamburg.]

Und dann – nochmals: Vorsicht vor dem beim Zerhacken des Riesenbärenklau freiwerdenden, reichlich vorhandenen Pflanzensaft! – Stengel kappen, Blüte in den Müllsack, Wurzel zerhacken.

Glück gehabt, dass es sich hier bisher nur um eine Einzelpflanze handelte!

Fertig.