Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Reisen’ Category

[Wer mich vermisst hat … – mein PC „hatte“ eine Woche kein Internet, kann passieren. Eine Menge hat sich inzwischen getan. Es ist über etliche Bach-Restaurierungen im Schleswig-Holsteinischen zu berichten, es herrscht Bilderstau. Zunächst vervollständige ich aber die Erlebnisse in Korbach, Waldecker Land, und Umfeld.]

Nahe Korbach befinden sich die drei Talsperren der Eder, der Diemel und der Twiste, allesamt Tourismus-Schwerpunkte, weshalb „Eingeborene“ spezielle Jahres-, Wochen- und Tageszeiten für ihre Besuche wählen. Aufgrund der Größe, der Lage und Erreichbarkeit per Rad bin ich eindeutig Eder-geprägt.

Wenn es irgend geht, ist für mich im Herbst eine Tour an den Edersee und in dessen oberen, freigefallenen Teil an die Eder ein Muss.

2020 hat es wieder geklappt, im Anschluss an den Besuch im Schneewittchendorf Bergfreiheit, s. voriger Beitrag.

Buchenwald im Herbst – ich befinde mich im Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Jungwuchs. – Wer versteht, was zu sehen ist, bemerkt, dass sich die Natur am Besten selbst hilft.

Runter zur Eder.

Blick auf den leeren Edersee querab Hohe Fahrt, gen Asel-Süd.

Atlantis im oberen Edersee, die Aseler Brücke.

Im und um den äusserst wenig Wasser führenden Fluss sind Enten, Gänse, Grau- und Silberreiher auszumachen.

Silberreiher bei Ortswechsel.

Noch ein Graureiher fliegt an.

Ein Grau-, zwei Silberreiher.

So extrem niedrig habe ich die Eder in Jahrzehnten nicht gesehen. Bei mittleren Abflüssen fliessen beide Arme stark, die Fläche vorn ist ingesamt wasserbedeckt.

Nur ein winzig kleiner turbulenter Teil der Fläche zeigt, wie wenig Wasser hier im Fluss „übrig ist“.

Eder ohne Wasser – ich gehe flussauf.

Da blüht noch ein Blutweiderich – auf den Rest.

Reichlich Nährstoffe, reichlich Licht – die Schotterbank hat allerhand driftende Grünalgenwatten gesammelt.

Basteleien, Restturbulenzen.

Herbstfarben am Fluss.

Farbspiel Uferkante – Fluss.

Farbenspiel Aufläche.

Aufläche und Berge – diese An- und Aussichten sind es nicht zuletzt, die mich hierher führen.

Und da, auf der anderen Seite – das sieht ja fast aus wie ein Pendant zur „Bergfreiheiter Welle“.

Die Bergfreiheiter Welle ist im vorigen Beitrag beschrieben.

Noch einmal, etwas größer.

Selbstverständlich hatte ich angesichts Zweitagesangelscheins eine Angel dabei …

Zum Abschied grüßt ein Silberreiher.

Wenn man den Vogel so sieht und annimmt, er flöge von rechts nach links, könnte man ihn fast für einen (Sing-?)Schwan halten.

Der Abend klingt aus in der Altstadt Korbachs, bekannt für reichhaltiges Fachwerk.

Es folgt demnächst eine Wanderung im Edersee, rund um die Hopfenberge, tief unter Schloss Waldeck.

Read Full Post »

Nachdem ich die Ederseerandstraße entlang des Nord- und Ostufers des Sees befahren habe, geht es weiter Richtung Schneewittchendorf Bergfreiheit. Das wollte ich mir doch mal ansehen, nachdem ich früher nur einmal durchgefahren bin.

Bei Kleinern – in riesigen Stapeln liegen die Zeugnisse unseres Waldzustandes. Zum Erhalt bis zur Verwendung wird intensiv bewässert.

Der Halt am Straßenrand bringt zweifelhafte zweite Nutzung – Zeugnis heutiger Agrar“kultur“, ruff mit `m Gift! Gelborange leuchtet der Acker rechts von mir – Glyphosat lässt grüßen!

Beim Queren der Höhenrücken, Durchfahren der Täler erschrecke ich doch – je nach Ausrichtung wirken Buchenwaldberge braun. Das sieht aber nicht nach Herbst, sondern nach Trockenzustand (Sterben?) aus. Oha !

Es wird so viel über „Wetterscheiden“ gerätselt – ja oder nein?!? Beim Wechsel vom Eder- ins Schwalmeinzugsgebiet jedenfalls erscheint mir das wie ein solcher Wechsel – von hell, blau auf dunkler, grau.

Im Gegenlicht sieht das noch wilder aus.

Ziel erreicht. Ich stehe vor der Edelsteinschleiferei, Bergfreiheit. – Das ist wohl Rosenquarz.

Da liegt vor dem Haus noch ein großer, weisskristalliner Brocken – wird gerade an- oder weggeliefert.

Wer sich für Steine interessiert … – hier könnte man stundenlang gucken. Da ist noch viel mehr. (Der Anstand zu Corona-Zeiten gebietet aber, nachfolgenden Kunden auch eine Chance zu geben.) Auch die Schleiferei ist zu besichtigen.

Ich bin so früh, kann mir Zeit lassen. Für die Nachfahren finde ich geeignet Erscheinendes – kann jetzt sagen: ja, Begeisterung, gute Wahl.   🙂

Mitten im Dorf sind sie anzusehen – Schneewittchen und die 7 Zwerge.

Gleich nebendran zeigt ein bunter Brocken, wie vielfältig die hiesige Steinhistorie ist.

Historisches wurde wieder hergestellt – hier der Dorfteich. Ohne Wasser, Einstau und dann über Kraftanlagen ablaufen lassen, wäre historischer Bergbau kaum vorstellbar.

Die Erläuterungstafel dazu.

Der wieder freigelegte Bach, bei Niedrig(st)wasser.

Historisches Fachwerk, Bergfreiheit.

Irgendwo müssen die Zwerge mit den Zipfelmützen ja auch ihr Bergwerk haben. Etwas darüber befindet sich der Eingang zu einem Besucherbergwerk.

Bergbauzeit und daraus entwickelte Märchen werden beschrieben.

Nicht weit entfernt findet sich noch etwas Besonderes. Ich gehe den Waldweg bergan.

Tief unten am Talrand fliesst die Urff.

Und da liegt sich auch schon vor mir, die „Bergfreiheiter Welle“ – Stein gewordene Erdgeschichte.

Besonders im rechten, bunteren Teil finden sich jüngere Grabespuren.

Und ein Werkplatz davor. Hier suchen Fachleute und interessierte Laien offenbar Fossilien und anderes Interessantes.

Im Schutt und im Hang lassen sich unterschiedliche Dinge finden, erläutert auf Tafeln: Beispiel Mangan und Diabas.

Beispiel Eisenkiesel.

Ich blicke zurück auf das Schneewittchendorf, starte Richtung Gellershausen, Frankenau ins Tal der Eder.

Kahle Hänge und kranker Wald – das muss hier früher ein karges Leben (auch ohne unsere industriellen Auswüchse) gewesen sein.

Entlang des schönen Wesebachtals geht die Fahrt. Die Buchenhöhen …

Durch abwechslungsreiche Landschaft – wie bei der Hinfahrt von Osten her – fahre ich west-nordwestlich über Frankenau nach Schmittlotheim, weiter, rechts rum, Richtung Asel-Süd.

Mal sehen, was der frei gefallene Ederfluss bietet.

Read Full Post »

Am Morgen nach dem Anreisetag – es hat nachts geregnet.

Das macht ja nichts, ist angesichts Wassermangels gut!

Für den Tag ist trockenes Wetter angesagt.

Aber was soll der zweischichtige, dunkle Horizont – von dort „kommt“ das Wetter?

Na, erstmal zur Familie, Frühstücken in der historischen Neustadt. – St. Kilian, Tylenturm, Baustelle Rathaus (das Türmchen erhalten nebendran) vom Hang her erkennbar.

In der historischen Neustadt, rechts rum – vorbei am Nachtwächter mit seinen beiden Hunden – in die Prof. Bier-Straße.

Als ich am frühen Nachmittag des Vortags, vorbei an Hannover, Bielefeld, Paderborn von der BAB Dortmund – Kassel bei Diemeltal ins Waldecker Mittelgebirge abbog, war ich – wie immer – begeistert. Das wird sich auf der heutigen Tour sicherlich fortsetzen.

Frühstück vorbei, kleiner Mittags-Snack eingepackt. Das WL-Auto steht bereit.

Dem will ich heute und morgen letztmalig das Waldecker Land zeigen (wie anderswo erwähnt, werden wir, vom „WL = Wilder Landwirt“ [ermöglicht heutzutage durch die Mitnahmemöglichkeit des Kfz-Kennzeichens bei Umzug [[Februar 2016]]] Anfang November mit Erhalt eines feuerroten E-Mobils zu „PI = Provinz-Idioten“, so die Mundart im Hamburger Umfeld).

Über Sachsenhausen geht die Fahrt nach Nieder-Werbe (ogottogott, beim Bindestrichnachschlagen werden mir vom Netz bei Youtube Motorrad-, Auto- und Segelflugzeugunfall ungefragt angezeigt … – Leute, nehmt euch mal zusammen!), ich fahre das Werbetal entlang Richtung Edersee-Sperrmauer.

Edersee, leer – Mänder des Nebenbachs Werbe.

Früh wurde das Wasser des Edersees 2020 wieder einmal abgelassen. Die hohe Vegetation der Werbe-Aue zeugt davon.

Ob die im Nadel- / Mischwald drüben erkennbaren nackten Bäume Fichtenleichen oder abgenadelte Lärchen sind, kann ich so nicht entscheiden.

Blick über die Werbe-Aue gen Süden, Richtung Eder.

Ein einsamer Besucher fragt mich, ob hier nicht üblicherweise Wasser sei. „Nicht zu dieser Zeit. Wenn Sie aber nach einem vielleicht mal wieder schneereichen Winter Anfang Mai kommen, können Sie an der Talsperre eventuell das Schauspiel „Überlaufen“ erleben“. – Oben sehe ich am Autokennzeichen, der Hochdeutsch sprechende Besucher kommt aus Altötting, BY, dem (für kirchliche Laien vielleicht) von Ringsgwandl bekannten Wallfahrtsort.

Die geringe Vegetationsdecke weiter Richtung Eder zeigt, dass dieser Bereich noch nicht so lange trocken liegt.

Der Nadelforst im Buchdrucker-Stress, Waldumbau und Klimawandel ist überall …

Das mit den fortwährenden Fichtenjammereien in Film, Funk und Fernsehen geht mir allerdings wirklich auf den Geist! Seit JahrZEHNTen wissen wir durch Buchdrucker-(Borkenkäfer-) und Sturmschäden, dass Forsten mit Fichte schnellstens Richtung naturnäheren Wald umgebaut gehören! Irgendwie ist uns konsequentes Handeln abhanden gekommen. Lasst das Jammern, wandelt den Wald um (und zwar am Besten so, wie die Natur was draus macht, lernt von anderen)!

Atlantis“ naht. – Da ich das gerade freiliegende Modell der Edertalsperre im 2018-Bericht mit Umfeld beschrieben habe und an Bordsteinkanten zur Parkmöglichkeit meine Reifen nicht ruinieren möchte, fahre ich bis zum wieder aufgetauchten Berich. „Berich“ gibt`s auch neu, anderswo.

Berich, einer der zahlreichen (um diese Uhrzeit noch nicht) Edersee-Atlantis-Anziehungspunkte.

Zur Erinnerung.

Totes und lebendes Grün oberhalb von Berich.

Etliche Kurven weiter, das Auto geparkt – Schloss Waldeck grüßt vom Berg.

Drunten, übers Tal – der Edersee hat man gerade noch 10 % seines Fassungsvermögens -, blicke ich über die Weisse Flotte und die ex-Durchfahrt der Schleppbahn zur Sperrmauer.

Da über die ex-Durchfahrt, zwischen Hammerberg und den freigefallenen Hopfenbergen will ich morgen wandern (auch meiner Angel den Edersee mal wieder zeigen).

Die „Edersee“ startet zur Rundfahrt.

Aufgrund des geringen Füllungsgrads des Sees fällt die Runde zwangsläufig kürzer als bei Vollstau aus.

Ein letzter Stopp vor Passieren der Sperrmauer, Blick auf die freigefallenen Hopfenberge – ok, entlang von Parkmöglichkeiten dürfte gern mal eine Sichtschneise frei gehalten werden.

Über mir knattert`s – ein Hubschraubergeschwader, wohl eine Flugunterricht-Kohorte?

Und siehe da, es gibt einen Gesamtblick auf die Hopfenberge. Die werde ich morgen zu Fuß umrunden.

Das WL-Auto wartet derweil, dass es weitergeht.

Letzter Blick – ohne Sichtschneise – auf die „Edersee“.

Die Fahrt führt mich aus den Ederbergen hinaus zum Schneewittchendorf Bergfreiheit („hinter den sieben Bergen“) [Link zum Bergrecht], in das Einzugsgebiet der Schwalm. Letztlich gehört aber auch die Schwalm zum Edereinzugsgebiet, mündet in sie vor deren Erreichen der Fulda.

Mehr dazu demnächst.

Read Full Post »

Das Abendessen will verdient sein. Wir starten zu einer Wanderung rund um den Schanzenberg. Dort bewegen wir uns auf einer „Zechsteinkuppe mit Halbmagerrasen„, die als Naturschutz- und FFH-Gebiet ausgewiesen ist.

Solche Ausweisungen als Schutzgebiet sind allzu erforderlich, wurden doch früher solche aus Geologie und Nutzung entstandenen speziellen Lebensräume trotz Bemühungen um deren Erhalt häufig genug durch Fichtenanpflanzung „aufgewertet“.

Auch heute sind die aus fehlgeleiteter Agrarsubventionierung resultierenden Ergebnisse, hier Mais, bis an Schützenswertes vorzufinden.

Halbtrockenrasen mit Wacholder.

Blick talwärts.

Das ist wohl eine der im Link oben erwähnten Golddisteln.

Markante Birke, läd ein zum Klettern, Schaukeln, Balancieren.

Mischwald und Beerenhecke an Feldweg.

Blick von der Kuppe Richtung Stadt – ausgeräumte Agrarlandschaft. Besserer Umgang mit Steuergeld Richtung Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Biodiversität verlangen Änderungen.

Wir blicken rüber auf das Stadtwäldchen Waldecker Berg.

Etwas weiter erreichen wir in die Landschaft gewachsene B-Pläne. Im begrünten Rand findet sich eine relativ neue Version des Roland – aus Baumstamm hergestellte Bienenbeute.

Was das mit dem Roland und den Bienen auf sich hat, wird in zwei Schautafeln erläutert.

Hier die eine Schautafel als Beispiel.

Wir gehen entlang einer Beerenhecke zurück zum Auto.

Wilder Wein überwächst Weissdorn.

Mit Blick zurück von der „Kulturseite“ verlassen wir den Schanzenberg und fahren rüber zum Dalwigker Holz.

Dabei passieren wir auf einem Zwischenhügel den Gedenkstein an das untergegangene Dorf Dalwigk.

Das Dorf Dalwigk gibt es kriegsbedingt nicht mehr.

Von einer freien Aussicht im Dalwigker Holz sehen wir hinter ausgeräumter Hochebene die Berge des Uplands.

Auch aus dem Wald heraus ist Weitsicht möglich – von der Warte.

Weit geht der Blick über die ausgeräumte Agrarhochfläche Meineringhausens ins Land.

Und runter geht`s.

Am Waldrand pausieren wir für einen Klönschnack – Idefix fixiert den Fotografen (nein, der Hund heisst nicht so).

Abends fahren wir zum Essen in die Stadt. Der Himmel verändert sich.

Ob es am Folgetag, Ziel Edersee, leer, wohl wieder sonnig ist?

Read Full Post »

Nachdem es 2019 so gar nicht geklappt hatte, musste dieses Jahr ein Besuch in meiner Geburtsstadt Korbach, der alten Hansestadt, einfach sein. Das Herbstwetter Ende September war gut, also los!!

Mit dem Pkw, nach wie vor Kennzeichen WL, ging es zu offenbar günstig gewählten Zeiten zu einem verlängerten Wochenende gen Süden und zurück.

Oft werde ich gefragt in anderen Gegenden, woher ich denn käme – „WL ?“. Das beantworte ich im Norden zunächst mit „WedeL“.  – – – … ??? … – – – „Wedel hat überhaupt kein Autokennzeichen!“ – „Ok, ertappt! WL steht für „Waldecker Land„. Da komme ich her, bin ich vor Zeiten geboren“.

Dann herrscht meist Zufriedenheit. Manchen fällt dann „das Rothaargebirge“, „Schloss Waldeck“, „der Edersee“ ein. Zu all diesen Örtlichkeiten / Spezialitäten finden sich hier im Blog Berichte. Schliesslich habe ich dort fast 1/3 meines Lebens zugebracht und fahre – allzu selten – gern wieder dorthin.

Neben familiären Aktivitäten ergeben sich gelegentlich Einladungen zu Veranstaltungen. Manche davon nehme ich gern wahr, so die Frage diesmal, ob ich zu einer „Orgelführung“ mitkäme. Nun gibt es selbstverständlich in Corona-Zeiten keine Führung IN eine Orgel. Aber eine Einführung in bauliche, musiktechnische, -spielerische Aspekte ist verlockend genug.

LandArt?! – Blick Richtung Korbach auf einer Wanderung um den Schanzenberg – besteht zwischen den Kirchen St. Nikolai und St. Kilian nun eine freitragende Verbindung, Laufbahn?

Ach nee, da steht ein Kran, Beleg für auch hier heftige Bauaktivitäten.

Rein in die Kirche, St. Kilian. Die „Lions Korbach – Waldecker Land“ waren einer von vielen Spendern für den Neubau einer Kirchenorgel, die nun im 10. Jahr spielt. Eine überschaubare Teilnehmerzahl kam quasi als Dank in den Genuss.

St. Kilian ist eine helle, freundliche Kirche.

Neben Kirchlichem, hier 2 der hl. 3 Könige, haben sich weltliche Herrscher gern verewigt.

Kuhn-Orgel und Kanzel.

Die Orgel.

Der Arbeitsplatz.

Der Kantor erläuterte Entstehung, Aufbau und Wirkungsweise der Orgel, nicht ohne Hinweis auf die Besonderheiten speziell solcher aus dem schweizer Orgelbauerhaus Kuhn. Sie ist nach seiner Aussage leicht spielbar, spricht schnell an und ermöglicht unter anderem dadurch eine breite Variation spielbarer Stücke. Das wurde uns (meist) Laien am Beispiel von weltlicher Musik beeindruckend verdeutlicht.

Und da es etwas wie eine kleine Feier war, gab es – bei den geltenden Bedingungen – anschliessend einen kleinen Imbiss mit Flüssigem.

Der Beweis: In solch Kirche haben die Gesangbücher keine Henkel.

Alle waren begeistert, Teilnehmerkreis und Kantor, einander dankend. Auch ich danke für die Einladung, der Besuch hat sich wahrlich gelohnt.

Den Leserinnen und Lesern dieses Blogs ist bekannt, dass ich in der Regel in Kirchen gehe, in denen die Gesangbücher Henkel haben (hier im Foto nicht sichtbar).

Mehr aus Korbach und dem Waldecker Land, Herbst 2020, folgt demnächst.

Read Full Post »

Im Frühjahr 2017 startete erstes Bekiesen, z.B. an der ländlichen, später auch städtischen Mühlenau, gefördert durch die Edmund Siemers-Stiftung, Hamburg und unterstützt durch den Wasserverband Mühlenau und die Stadt Pinneberg. Nicht zuletzt ausgelöst hierdurch konnte in den Jahren 2018 und 2019 unter anderem von geförderten Projekten durch die Metropolregion Hamburg, dabei auch Pinnau und Mühlenau, hier im Blog berichtet werden. 2020 setzte sich – bei Beachten der jeweiligen Corona-Bedingungen – die Strukturverbesserung etlicher Bäche fort.

Inzwischen sind neben der Kreisverwaltung, Team Wasser und Team Naturschutz, auch das LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume), Dezernat Fließgewässerökologie, sowie der LKN (Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz), Abteilung Wasserwirtschaft …, beteiligt.

So bot sich die Möglichkeit, auch bestehende Förderprogramme des Landes zur Lebensraumverbesserung unserer Bäche und kleinen Flüsse zu nutzen. Die jeweiligen Anträge der Wasserverbände sind bewilligt (herzlichen Dank allen Beteiligten von der Vorplanung über die Begutachtung bis zur Genehmigung!) – es geht an die Umsetzung.

Zwei Strecken an der Mühlenau standen gestern an, um die Anlieferung von 150 bzw. 100 t Kies punktuell zu lenken. Als gut geeignet erweisen sich dafür immer Elektrozaunpfähle, die mit einem Zipfel Flatterband erkennbar gemacht werden – pro Strecke waren 20 Stück vorbereitet. Die Örtlichkeit der einen Strecke ermöglicht, so das Wetter mitspielt, direkt mit 3-Achser Lkw anzufahren und je 2 Punkte zu beschicken. Von dort aus kann weiteres Aufteilen etwa auf 3 Stellen in Punktnähe durch Bagger erfolgen (zur Präzision solcher Baggerarbeit vgl. den vorigen Beitrag). An der anderen Strecke wird die Gesamtanlieferung auf festen Untergrund erfolgen. Von dort aus werden vom Bagger gefüllte Mulden die einzelnen Punkte anfahren, teilschütten. Auch hier wird die feinere Verteilung mit Bagger erfolgen. Ein Beispiel hierfür ist im Blog-Beitrag vom 7. Juli 2020 zu finden (Moorbek, Norderstedt).

Die Entwicklung eines standorttypischen Gehölzsaums ist immer auch Ziel solcher Verbesserungen.

So sollten die Punkte jeweils sicht- und ansteuerbar sein.

Vor jüngerer Zeit eingebrachte Kiesstruktur zeigt überall die nun günstigere Situation – insbesondere in der andauernden Zeit extremer Niedrigwasserführung.

Freie Strecken werden nach Möglichkeit eine längere Rausche erhalten.

Einer der 20 Stecken an Strecke 1. – Wir bleiben nicht unbemerkt.

Ja, wir erregen regelrecht Aufmerksamkeit!

Frei bleiben punktuell vorhandene Startbesiedlungen standorttypischer Pflanzen wie Kammförmiges Laichkraut, Brunnenkresse, Wasserstern.

Abstand gehalten wird ebenfalls zu Drän- und Rohrzuläufen, hier durch Metallpfahl gekennzeichnet.

Eine alte, punktuelle Sohlpflasterung zeigt ebenfalls eine Zuleitung an – hier wird entsprechend Abstand gewahrt.

Strecke 1 ist bestückt, Rückkehr zum Ausgangspunkt.

Ab November wird der rote Punkt in solcherlei Fotos ein anderes Rot aufweisen, der Motor elektrisiert sein.

Mehrere Flatterbandpfähle in Strecke 2 – zügig gehen wir das Ufer ab.

Fertig, auf dem Weg zurück zu den Autos.

Zum Abschluss noch ein Foto aus Strecke 1 mit älterer Kiesrausche, die bereits mehrere Winter von Forellen und im Frühjahr von Flussneunaugen belaicht war.

So in etwa stellen wir uns die Entwicklung vor. Möge das Wetter unserem Unterfangen bei Kiesanlieferung und -einbringen hold sein!

Read Full Post »

Bei der Anfahrt zeigte sich einmal mehr das Dilemma, in dem wir stecken. Großflächige Beregnung – wie steht dies zu Wettersituation und Klimawandel?

Die Entnahme von Wasser aus den oberflächennahen Grundwasserleitern – die aus anderen sicherlich genau so – gehört dringend vor dem Hintergrund der lange sichtbaren Entwicklung unserer Gewässersysteme auf den Prüfstand. Dabei sind geologische Überlegungen und Einschätzungen zum „Wasserdargebot“ (wir werden noch immer als „Wasserüberschussland“ bezeichnet!) zu überprüfen. Bislang spielt der notwendige Schutz für Abflüsse aus Quellen, in Bachoberläufen offenbar für die Praxis so gut wie überhaupt keine Rolle ! ? ! ?

Das – wieder einmal seit Frühjahr „fliessende“ – Niedrigwasser unserer Bäche und Flüsse zeigt die Strukturlosigkeit, Übertiefe und Überbreite der heutigen, lebensfeindlichen Situation.

Im Fach-Jargon heisst sowas „hmwb – heavily modified waterbody“, also „erheblich modifiziert“. Das hört sich fast nett an. – Ich nenne es üblicherweise deutlicher: „hingerichtete Gewässer“.

Wir fangen am Erosionsabriss bachab der Brücke an. Schon liegt die erste Schaufel Kies linksufrig im Bachbett.

Aufgrund der beengten Situation im Umfeld lagert der Baggerführer den gesamten Kies auf diesen Punkt um.

So „sind wir von der Straße weg“. Die Arbeit kann vom Ufergrundstück aus Stück für Stück bachab erfolgen.

Das Arbeits-Depot wächst.

Währenddessen gucke ich mir das Bachbett näher an. Allüberall auf den Sandbänken sind gut erhaltene, frische Otterspuren erkennbar. Toll!

Diese, technisch durch alte Bongossiwand verunstaltete Kurve ist Hauptziel unseres Einsatzes.

Vorhandene Bäume werden wir ebenfalls durch Kiesschüttung schützen, so längerfristig erhalten.

Spuren von Wasserstern lassen ein gutes Potential erkennen, bei Verbessern der Sohle standorttypische Unterwasservegetation zu entwickeln.

Das gilt auch für den Aufrechten Merk / die Berle (je nach Sprachgebrauch).

Rost und Waschmaschinenwasser (Eisen in diversen Umwandlungsformen) – auch die gestörte Boden-Wasser-Situation wird durch Turbulenz und große, aktive Oberflächen verbessert werden.

Der punktuell abgeladene Lkw Kies ist inzwischen fast vollständig ins Arbeits-Depot überführt.

Restmengen Kies legen wir in die Erosionsstellen unmittelbar bachauf der Brücke, am linken Ufer …

… und auch am rechten. – Gut, wenn geeignetes Gerät vor Ort ist (den Künstler an der Lenkung und Steuerung des Ganzen nicht zu vergessen!).

So kann es also ans Gestalten der Strecke gehen.

Der erste Baum erhält seine Schutzschüttung. Diese wird den Erosionsangriff am Ufer mindern.

Noch sieht die Bachsohle fast durchgängig so aus. Alles, was Leben zulassen würde, ist von bewegtem Erosionssand über schichtet.

Der erste, als Rausche gestaltete Lenker wird angelegt.

So sieht er bald in rauer Ausführung aus.

Den Ausgang der mit alter Bongossiwand bestückten Kurve werden wir zunächst einmal weiter beobachten.

Ein zweiter Lenker, ebenfalls als Rausche ist bachab fertig.

Diese erste Kiesladung ist gut untergebracht. Wir warten ab, welche Entwickung Herbst und Winter mit den doch hoffentlich zu erwartenden Hochwasserabflüssen bringen wird.

Vorweg wird aber mit Harke noch feinprofiliert – hier die Mühlenau bei NNW an der unteren Rausche, Blick bachab.

Auch dieser geringe Abfluss ist durch den Kieseinbau in der Lage, bei Durchtritt und Überfliessen spannende Sedimententmischungen zu produzieren. – Die Eigendynamik des Bachs ist geweckt.

Blick aus Richtung Brücke bachab, links vorn der Schutz des ersten Baums.

Die Regenwasserzuläufe haben wir selbstverständlich …

… frei abfliessend hinterlassen.

Die Baustelle wird ordnungsgemäß verlassen, der Zaun an der Durchfahrt wieder hergestellt, die Kiesschüttstelle des Lkw plan gezogen.

So kann der noch junge Herbsttag weiter seinen Gang nehmen.

Read Full Post »

Im Frühjahr hatten wir eine heftige Erosionsstelle im ländlichen Raum mit erstem Kies versehen (vgl. Bericht vom 30. April). Inzwischen hat diese Stelle eine Menge Aufmerksamkeit erfahren. Und so kam es, dass der Wasserverbandsvorsitzende Ende des Sommers einen Anruf erhielt „Da oben habt ihr so schön gearbeitet. So möchte ich das für mein extrem erosionsgefährdetes Ufergrundstück auch haben.“.

Das soll dann so sein. Lebensraumverbesserung in Kombination mit Verringern übermäßiger Erosion ist immer unser Ding. Schnell war geklärt, wer die Kosten für Kieskauf übernimmt und wer für die Arbeit.

Vorgestern bekam ich einen Anruf, der Kies sei vor Ort. So verabredeten wir uns spontan für heute Morgen, 9 Uhr.

Der Künstler mit geeignetem Gerät und ich kamen fast gleichzeitig an. Der Kieshaufen erschien uns für einen 4-Achser Lkw (18 t Kies) fast klein.

Manchmal merkt man aber erst am Ende, wie viel man – schnell ! – geschafft hat.

Wie das Ganze weiter ging, berichte ich wohl erst nächste Woche.

Read Full Post »

Das sonnige Herbstwetter begeistert nicht nur Menschen von jung bis alt. So sahen wir, kurze Fußwanderung während einer Rad-Tour über allzu wurzelreiche und steinige Holperstrecke, eine junge Blindschleiche, sich sonnend mitten auf dem Wander- / Radweg. Sowas führt schnell mal zum Tod, wie kürzlich an einer plattgefahrenen jungen Ringelnatter beim Vorbeifahren anderswo gesehen.

Das Tierchen fand die aufgewärmte freie Sand- / Steinfläche ganz ausgezeichnet. Wären wir hier nicht gerade zu Fuß unterwegs gewesen, hätten wir sie sicher nicht gesehen, sie vielleicht gar überrollt.

Damit sowas nicht so bald vorkommt – die Blindschleiche wird selbstverständlich solch begehrten Sonnenplatz wieder aufsuchen -, stuppsen wir sie am Hinterende an.

So, sie verschwindet im Grün des Wegrands.

Erstmal gerettet. Von vorn nahen Radler, auch wir steigen wieder auf und setzen unseren Weg fort.

Read Full Post »

Kürzlich fragte eine Nachbarin, sie sähe keine Störche mehr auf dem Nest einer nicht weit entfernten Stadt – wo die denn wohl geblieben wären?

Na, die werden wohl auf der Reise ins Winterquartier sein?! So hatte ich 2017 im August bereits Ansammlungen von fluginteressierten Störchen nahe Holm gesehen. – Kurz nach dem Nachbargespräch meldete sich der seit Frühjahr stille Newsletter „Störche auf Reisen“, offenbar ein Bisschen verspätet. Die Weißstörche sind schon weit geflogen, einige der Senderstörche bereits am Ziel angekommen!

Nun sind Senderstörche sicherlich nicht alles, was die Storchenpopulation zu bieten hat …

Gestern in der Holmer / Hetlinger Marsch – im Foto 2 von 4 Weißstörchen.

Es sind also noch etliche Tiere im Bereich der Brutgebiete, nehmen sich noch Zeit.

Weiter in die Marsch über den Lanner geblickt – jenseits des Rindes halten sich ein Schwan sowie etliche große Gänse auf, dahinter 2 Silberreiher auf.

Nebendran auf der Wiese streiten sich zwei Graureiher, ein kleiner Luftkampf folgt.

Was auch immer der Anlass war, Futter, Standplatz? – nach einer Weile ziehen die beiden Streithähne ab.

Am Alten Heuhafen Hetlingen, aufgrund der Trockenheit um 1 m runtergeschrumpft und völlig Entenflott-bedeckt, steht ein Graureiher auf einem Baumstamm.

Der interessiert sich überhaupt nicht für mich, dafür offenbar um so mehr, ob sich das Entenflott (bzw. etwas darunter) bewegt.

Nix erwischt – mal ein Bisschen vortasten.

Neuer Standplatz, neue Aufmerksamkeit.

Ich radele weiter.

Hinter dem Elbe-Hauptdeich treffe ich wieder Graugänse, ganz cool …

Seit geraumer Zeit halten sich hier zwischen Wedel und Hetlingen wohl an die 1.500 Graugänse in Gruppen von je 50-200 Tieren auf. Radler stören sie wenig – auch wenn sie zahlreich auftreten. Zwei Tage vorher, „andersrum“, die Sonne im Rücken, sah die Begegnung wie in den nun folgenden Fotos aus.

Fährmannssand Richtung NABU-Vogelstation – Hetlingen, Graugänse auf der Deichverteidigungsstraße und nebendran.

Wir kommen näher.

Nur die nahen Tiere weichen etwas aus.

Und näher … – die werden doch …

Ok, ihr Radler, wenn`s denn sein muss …

Zurück zur Ausgangsfahrt – jede Menge Stare, etliche Kiebitze und viele Arten mehr sind jetzt reisend und rastend hier in der Marsch unterwegs.

Kurz vor Schluss meiner Tour, in der Marsch vor der Wedeler Geestkante, gleich querab vom Theaterschiff Batavia, steht ein einzelner Weißstorch, ruhend, sich sonnend.

Vor weiteren Aktivitäten wird das Gefieder geordnet.

Weißstörche werden wir 2020 hier wohl bald nicht mehr zu sehen bekommen. Wir sind gespannt, wie sich die bald zu erwartenden Massen von Nonnengänsen mit den dieses Jahr so zahlreichen Graugänsen arrangieren werden.

Read Full Post »

« Newer Posts - Older Posts »