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Archive for the ‘Reisen’ Category

Auf einer Radrundtour Wedel – Hamburg, Klövensteen, Naturschutzgebiet Schnaakenmoor – Wedel entdeckte ich, frisch freigelegt, „Art by Nature“ – diverse Ansichten eines Bodenprofils. Nicht zuletzt wegen dieser euphorischen Antwort auf das Vermailen einzelner Fotos „… da strahlt das Bodenkundlerherz. Soll noch jemand sagen, Böden seien nicht ästhetisch!“ stelle ich die Aufnahmen gern ins Netz.

Herbst-Aspekt beim Radeln West-Ost parallel zur S-Bahn.

Nach Norden biege ich ab in den Klövensteenweg und dann links rum, nördlich des Schnaakenmoors weiter.

Pfeifengras prägt zur Zeit das allzu trockene Schnaakenmoor. Eine über die Jahre zunehmende Zahl toter Kiefern und Birken zeigt aber, dass Vernässungsmaßnahmen (Abflussstopp) die beabsichtigte Moorentwicklung bereits fördern.

Ob wir hier freies Wasser wohl noch in 2020 wiedersehen werden?

Huch, ein Zaun und ein Graben – muss das sein?!

Ja, es muss! Leider geht es nicht anders.

Irgendwo seitwärts, oben trompetet es anhaltend und laut. – Nix zu sehen.

Dafür gibt es unten Neues zu sehen, aus alter Zeit.

Bodenprofile können so beeindruckend sein.

Bp 2 – ohne Worte.

Bp 3 – ohne Worte.

Bp 4 – ohne Worte.

Hier wird weiter gearbeitet, wie ein Schild erläutert.

Wir dürfen gespannt sein. – Zwar würde ich die hiesige Entrohrung und das Hinterlassen eines Grabens nicht als „Renaturierung“ bezeichnen! Dem Wort gerecht würde eher das Hinterlassen einer geschlossenen Bodendecke.

Aber dann würden Hunde und Menschen sicherlich nicht aus der zu schützenden Fläche ferngehalten – und die Bodenprofile sähen wir auch nicht (mehr).

Zu Boden hat Hamburg einiges zu sagen und zu bieten.

Das himmlische Trompeten wird lauter, kommt näher.

Da sind sie – immerhin drei Kraniche.

Weiter geht meine Fahrt, zurück nach Wedel.

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… und das schon seit einiger Zeit.

Ende September, Anfang Oktober, als noch Hunderte Graugänse die Marsch bevölkerten, stutzen wir. – DA … haben sich doch einzelne Nonnengänse bereits eingeschlichen.

Ausschnitt aus demselben Foto.

Normalerweise hört man die Nonnen- / Weißwangengänse oft, bevor man sie sieht. Wie eine Horde kleiner Hunde bellen sie aufgeregt – aber wohl nur in größerer Zahl. So sind uns diese ersten Ankömmlinge entgangen.

Als dann die ersten kälteren Nächte kamen, waren nachts die erwarteten Laute zu hören. Ganze Schwärme zogen offenbar über Wedel hinweg.

Und so können wir sie seitdem in größerer Zahl beobachten.

Größere Schwärme Nonnengänse werden bis zum Frühjahr wieder das Bild der Marsch bestimmen.

Größerer Schwarm in etwas hektisch wirkender Umformatierung.

Und da sitzend sie dann, ruhend …

… äsend, hier querab NABU-Vogelstation.

Immer sind aufmerksame Beobachter des Rundrum mindestens an den Rändern erkennbar.

In jüngerer Zeit sind nicht so große Zahlen vor Ort zu beobachten – sei es, dass diese ersten Schwärme weitergezogen sind, sei es, dass sie zur Radelzeit zum Fressen irgendwo zwischen Elbe, Marsch und Geest unterwegs sind.

Wir sind gespannt, welche Gesamtzahl wir über diesen Winter erreichen. Die Nonnengans – neben anderen – ist angesichts ihres erfolgreichen Schutzes über Jahrzehnte mindestens in Dänemark bereits Anlass zu intensivem Schiessen …

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Die Strecke 2 an der Krückau ist weniger naturnah als die im vorigen Beitrag Beschriebene. Zwar verläuft auch sie an einer baumbestandenen Moränenkante zur Aue, aber die unnatürliche Verbreiterung des Bachbetts ist angesichts Nicht-Akzeptanz der die Ufer schützenden Bäume auf genutztem Privatbesitz stärker ausgeprägt. Dem entsprechend ist abgelagerter und zeitweise in Bewegung kommender Erosionssand als „Leichentuch“ für den Forellenbach ein Riesenproblem.

So sieht ein Großteil der Strecke 2 aus. Der „grüne Eindruck“ täuscht.

Bewegter Sand bedeckt Lebensräume, lagert am Ufer Verstecke zu – „das Leichentuch des Forellenbachs“.

Diese Situation kommt immer noch allzu häufig vor. Sie ist beschrieben in meiner Startbroschüre in den 1980ern (damals noch mit starkem Abwasser-Bezug neben den ökologischen Belangen), die in den 1990ern mit primärem Fokus auf Lebensraumstruktur neu aufgelegt wurde. Letztere ist auf meiner Homepage „Salmonidenfreund“ unter „Downloads“ hier zu finden (Problem = Abb. 10, Verbesserung = Abb. 19).

Schlimm, dass solche Strecken nach über 40 Jahren Gewässer-Restaurieren in Deutschland weiterhin so flächenhaft zu finden sind.

Aber Abhilfe ist leicht möglich – also ran an den Bach.

Kieslagerplatz und Bagger. Die Aktion läuft.

Erste Schüttungen an der Wiesenkante.

Die Kiesdepots, ggf. nach Veränderung / Ergänzung aus internem Bestand zu Unterwasserlenkern, werden die Eigendynamik der Krückau wecken.

Das unterstützt auch die Lebensverhältnisse des Wasserstern, der in kleinen Restbeständen vorhanden ist.

Auch Brunnenkresse …

… und Vergissmeinnicht sowie zahlreiche andere standorttypische Pflanzen werden profitieren.

Es geht gut voran. Die Arbeiten sind zügig abgeschlossen.

Zum Schluss zeigt ein beeindruckender Himmel, dass es auch anders hätte laufen können.

Wir sind zufrieden. Auch an dieser Stelle geht zum Abschluss noch einmal Dank an alle, die mit Antragstellung, Prüfen und Zustimmen, nicht zuletzt auch Abrechnen und Bezahlen befasst waren!

Wenn es klappt, dass alle in dieser unserer Zeit gut über die Runden kommen, wollen wir das gern 2021 zusammen fortsetzen.

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Da sich die beiden Strecken an der Krückau deutlich unterscheiden, beschreibe ich sie in zwei Beiträgen.

Strecke 1 liegt auf einem Grundstück des Wasserverbands Krückau.

Überblick über das Gewässergrundstück.

Der Bach zieht, im Gegensatz zu den meisten heutigen Gewässerstrecken, nur flach in die Landschaft eingeschnitten mehrere Hundert Meter sigmoid entlang der nördlichen Geländegrenze. Am nördlichen Ufer steht teils eine höhere Moränenkante mit gelegentlich lückigem, standorttypischem Baumbewuchs. Durch das Fehlen des Wurzelschutzes am Südufer in dieser recht naturnahen Strecke hat sich der Bach verbreitert, wodurch Fischunterstände und harter Gewässergrund mit Erosionssand belastet sind. Durch Strömungslenkung kann dies rückgängig gemacht, können Gewässergrund, Verstecke und Laichplätze reaktiviert sowie fehlender Laichkies ergänzt werden.

Auf der Anfahrt von der Ekholter Au passiere ich den auf festem Grund liegenden Kies. Der Bagger ist gut beschäftigt, die Kippfahrzeuge zu beladen.

Vor Ort angekommen, leerer Ladewagen verlässt das Gelände.

Kleinklima! – Im Schatten sind auch jetzt am Vormittag noch betaute Kunstwerke zu bestaunen.

Einer der zum Querschnitteinengen gekennzeichneten Schüttpunkte.

Ein Muldenkipper wird eingewiesen.

Wir profitieren für die Arbeit von günstigen Bedingungen (die für Bach und Umfeld eigentlich gar nicht günstig sind). Die Feuchtwiese ist angesichts der anhaltenden Trockenheit gut zu befahren. Das hätte ganz anders (bis garnicht) laufen können. Zur Sicherheit und zum Bodenschutz werden die Wagen im weicheren Geländeteil aber statt für 2 (6 t Kies) nur für einen Schüttpunkt (3 t Kies) beladen.

Ruhige, aber zügige Betriebsamkeit.

Schütten nach Einweisen.

Schüttwinkel bis an die Uferkante erstellt.

Die Zahl beschickter Punkte wächst, die Zeigerstöcke sammeln sich.

Nicht nur gutes Arbeits-, sondern auch gutes Segelwetter.

Erlenjungwuchs kommt streckenweise gut auf – bislang aufgrund Flächennutzung nur in der Uferkante.

Die Schüttstellen sind so platziert, dass der Erlenjungwuchs für weiteres (Her-)Anwachsen geschützt wird.

Das sieht dann so aus.

Und so.

Erlenjungwuchs, geschützt.

Schneller als gedacht, geht die Arbeit voran.

Und schon ist der Lagerplatz geräumt, der Kies vollständig in die Krückau eingebracht. – Für weitere, gekennzeichnete Punkte wird sich eine andere günstige Gelegenheit ergeben.

Wir wechseln zur zweiten Krückaustrecke, Bericht folgt.

Wie anderswo werden wir die Entwicklung der Kiesdepots über mehrere Hochwässer beobachten, ggf. per Hand nacharbeiten, ergänzend Unterwasserlenker und / oder Laichplätze anlegen.

Wichtig für die Langzeitentwicklung mindestens ist der Nutzungsstopp im Gewässerrandstreifen, so dass sich auch hier ein natürlicher Lebensraum ausprägen, Totholz liegen bleiben kann.

Da das Grundstück des Wasserverbands quasi in Öffentlicher Hand ist und mit öffentlichen Mitteln gekauft wurde, wäre Auwald für die Gesamtfläche eine standorttypische Entwicklung, die im Sinn von Wasserrahmen- und Flora-Fauna-Habitatrichtlinie stünde. Dem waldärmsten Bundesland, Schleswig-Holstein, stünde es gut an, auf öffentlichem Grund beispielhaft auch für private Flächen, Wald in Richtung Wildnisentwicklung zuzulassen.

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Die Ekholter Au, Krückau-Einzugsgebiet, wird stellenweise von standorttypischem Grün begleitet.

Dieser Eindruck gilt leider nicht für weite Strecken des Bachverlaufs. Die Ekholter Au beginnt im Bereich des ehemaligen Liether Moors, seit Langem genutzt, dann intensiv entwässert zum Steigern der Agrarproduktion – mit den resultierenden Eisenfreisetzungen durch Stören des Bodenwasserhaushalts und, daraus resultierend, der Bodenchemie. Zu dieser bundesweit grassierenden Thematik haben Wasserwirtschaft und Bodenschutz bis heute kein Konzept – bzw. werden von Lobby-getriebener Politik daran gehindert, Wissen in Handeln umzusetzen.

Der Bachlauf wurde extrem ausgebaut und unterhalten, vor Jahren vorgenommene Durchgängigkeitsverbesserungen durch Beseitigen von Wehren und Abstürzen reichen zur Wiederbelebung nicht aus.

Im bebauten Raum findet sich auf diese Negativsituation aufsattelnd Vieles von dem, was man sich so vorstellen kann. Von dicken Rasenschnittablagerungen im Ufer- und Böschungsbereich über ungenehmigte Wasserentnahmen, Beseitigen naturnaher Gehölze, statt dessen Anlegen und „Pflegen“ parkartiger Kunstbepflanzung, Bebauung bis auf die Böschungskante (mein Spruch in Vorträgen „Zeig mir dein Bachufer und ich sage, welchen Beruf du hast bzw. deine Verwandtschaft und Nachbarschaft“) – und Weiteres mehr.

Daher hier also ein erster, größerer Versuch Richtung positive Veränderung. Wie im Beitrag vom 2. Oktober für die Mühlenau geschildert, wurden auch hier per Flatterbandzipfel Schüttorte gekennzeichnet.

Die anzufahrenden Punkte sind gut erkennbar.

Das Profil der Ekholter Au ist extrem tief und überbreit – Hochwasserbreite erstreckt sich bis in die Sohle. Ein völlig untypisches Kastenprofil ist das Resultat.

Im während der langen, andauernden Niedrigwasserphase eingewachsenen Gras kann erkannt werden, welche Niedrigwasserbreite der Bach tatsächlich benötigt. Diese Extremsituationen berücksichtigt Gewässer-Restaurieren in Deutschland an den meisten Orten bis heute nicht.

Positiv im überbreiten, übertiefen Profil stellt sich stellenweise der Baumsaum dar.

Hier zeigen Nicht-Erlen (Erlen senden ihre Wurzeln unter Wasserhorizonte) die tief liegende Mittelwasserlinie an. Auch die extreme Ockerbelastung der Ekholter Au ist erkennbar.

Bei kleineren Tests bachab wurde auf die Eisenocker-Situation bereits eingegangen. Bachname in „Suche“ eingeben, so können diese Beiträge aufgerufen werden.

Hoffnungsvoll stimmt trotz alledem, dass standorttypische Unterwasservegetation, hier Wasserstern, in Spuren erhalten geblieben ist.

Bei strukturellen Verbesserungen ist also auch biologische Aufwärtsentwicklung zu erwarten. Auch für die ausgewählte, mehrere hundert Meter lange Strecke der Ekholter Au hat das Land Schleswig-Holstein die beantragten 150 t Kies bewilligt – besten Dank allen Beteiligten!

Vor nun einer Woche war der Aktionstag gekommen – Morgennebel in der Anfahrt weicht der Sonne.

Ich treffe, ca. 1 Std. nach Arbeitsbeginn, auf geschäftiges Treiben. Intensiv genutzte Mähwiese mit gut befahrbarem Untergrund bis an den Bach erleichtert den Einsatz.

Wo solches Gerät mit kundigen Fahrern eingesetzt werden kann, geht die Arbeit schnell von der Hand.

Punktuell werden die markierten Stellen angefahren.

Neben zwei Muldenkippern ist auch ein „normaler“ Ladewagen im Einsatz.

Punkt eingewiesen, rückwärts anfahren …

… und kippen. Ein Schüttwinkel ergibt sich als Wasser-Land-Übergang im übertiefen, überbreiten Bachprofil.

Der Einweisende (pro Ladung sind zwei Punkte zu beschicken) muss sich sputen, beim Wechsel der Fahrzeuge mitzuhalten.

Kurven-Aspekt – DAS sieht aber nach VIEL aus!

Wohl dem, der genug Intuition und Erfahrung hat, Perspektive von Realität zu unterscheiden und sich Baustellensituation Richtung Entwicklung vorstellen zu können. – Allzu viele zeitfressende Diskussionen erwachsen aus mangelnder Erfahrung (was könnte in diesen „verlorenen“ Zeiten alles realisiert werden !?! – Bitte nicht missverstehen: dies richtet sich nicht gegen – auch intensive bis harte – Fachdiskussion).

Diesseitige Totholzgroßstrukturen werden vor übermäßigem Strömungsangriff geschützt, so weitere Jahrzehnte erhalten.

Auch zwischen diesseitigem Busch- und Baumbestand werden Anfahrpunkte genutzt.

Potentielle, früher vorhandene Fischunterstände werden nun wieder angeströmt.

Wir gehen davon aus, auch die unerträgliche Eisen- / Waschwasserähnliche Situation positiv beeinflussen zu können.

Dazu werden gelegentlich Turbulenz-erzeugende Sohlstrukturen aus den Schüttwinkel-Depots geharkt bzw. geschaufelt. Turbulenz und daraus resultierener erhöhter Sauerstoffeintrag kann helfen, das Eisen schneller in eine weniger schädliche Form überzuführen.

Der Vormittag schreitet voran, die Jacke hängt schon länger …

Nach 3 Stunden ist der Kies untergebracht. Gleichzeitig mit mir nach Abgehen der Gesamtstrecke starten Holzwerber auf den Heimweg (es galt einen auf der Wiese liegenden Sturzbaum zu nutzen).

Letzte Flatterbandstöckchen werden eingepackt.

Blick über die größere Teilstrecke. Das hat ja prima geklappt!

Die Krückau ruft – mit 2 Einsatzstellen. Dazu demnächst mehr.

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Es hatte gut geregnet, nachdem wir nachmittags „unseren“ Kies bewegt hatten (voriger Beitrag) – fast kennen wir solch Regen gar nicht mehr. Der online-Pegel zeigte, dass immerhin der mittlere Abfluss über etliche Stunden gehalten wurde (unten im Pegelbild auf der gemittelten Langzeitkurve spiegelt sich das in dem Maß leider nicht so sichtbar).

Ein guter Grund mehr also, einmal zu gucken, was die Kollegen vormittags in der anderen Mühlenaustrecke gebastelt hatten. Dort wurden von festem Untergrund mit Bagger 150 t Kies nach und nach in Muldenkippern punktuell in die mehrere hundert Meter lange Strecke platziert. Anschliessend legte der Bagger mit Anweisung des Verbandsvorsitzenden und eines engagierten Anglers des Fischereipachtvereins [Link im vorigen Bericht] Teile aus solchen Depots um – teils als Strömungslenker, teils als Rauschen.

Erfreulicher Anblick: die Mühlenau mal bei mittlerem Abfluss!

Versetzt zueinander platziert (aus dem Depot links vorn entnommen), sind hier Strömungslenker eingebaut. Diese werden von Gewässer und Bewohnern über die Zeit verändert.

Hier legte der Bagger Kies aus dem Depot vorn links ans andere Ufer direkt gegenüber. Durch die beiden Schüttwinkel, ggf. mit etwas Zugabe auf die Sohle bildet sich eine Rausche.

Solche, im natürlichen Kiesbach regelhaft in kurzer Strecke wiederkehrenden Rauschen stellen optimale Lebens- und Laichstätten dar. Sie werden vom Gewässer zwischen Niedrig- und Hochwasser und von Großlaichern wie Forellen beim Laichen bewegt, neu strukturiert.

Aus der ehemaligen Großsteinrampe hat sich inzwischen eine murmelnde Rausche entwickelt.

Auch hier wird das Bachgeschehen (die „Eigendynamik“, wie das fachlich genannt wird) das Schicksal des Kieses bestimmen.

Wir befinden uns auf gutem Weg vom ehemaligen Sandkanal zum naturnahen, rauschenden Moränenbach.

Standorttypische Vegetation, im Vordergrund eine Erle, wird gefördert.

Und dann wurde ich festgehalten – was bewegt sich da, genau über der Rausche?

Ein Libellenpärchen, in Tandemformation, eifrig beschäftigt!

Um welche Art es sich handelt, blieb mir schleierhaft. Ähnlich rote Männchen kenne ich von solcherart Bächen als Blutrote Heidelibelle. Hier – unscharf, ungenau erkennbar – scheint mir das Weibchen aber bläulich auszusehen, nicht wie für die Heidelibelle beschrieben. Für Hinweise auf eine andere Art bin ich dankbar. – P.S.: Ich danke „Puzzleblume“ herzlich, s. unten in Kommentare.

Klar erkennbar nicht zufällig, sondern von etwa 1/3 Strömungsfläche bis an die jeweils flacher werdenden Uferseiten der Rausche werden offenbar besonders interessante Punkte aufgesucht.

Und dort findet ein ums andere Mal die Eiablage ins Wasser statt.

Faszinierend! Wohl 10 Minuten habe ich dem beschäftigten Treiben zugesehen.

Suchbild. Tipp: ganz oben … – Ein weiteres Männchen guckte sich das Ganze immer mal an, schien manchmal zu attackieren. Ansonsten sonnte es sich wieder auf dem Kies.

Nachdem ich die Gesamtstrecke entlang gewandert war, trat ich äusserst zufrieden den Rückweg an.

Ausgezeichnete Arbeit, ihr Einweiser, Schütter, Gestalter – besten Dank!

Rot leuchten mich Pfaffenhut, andern Orts Weißdornfrüchte und Hagebutten an.

Gut eingestimmt auf Ekholter Au und die beiden anstehenden Krückaustrecken verlasse ich das Gelände.

Ekholter Au und Krückau erhalten demnächst eigene Beiträge.

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Im Beitrag vom 2. Oktober habe ich berichtet, dass Förderungsanträge an das Land Schleswig-Holstein zur Lebensraumverbesserung von Bächen und kleinen Flüssen erfolgreich waren. Nach Jahren erfreulicher Kooperation in stiftungsgeförderten Aktivitäten, die auch 2021 fortgesetzt werden, haben sich die Wasserverbandsvorsteher von Mühlenau und Krückau den Formalitäten gestellt (Vorläufer und Vorbild war der Verbandsvorsteher des Gewässerpflegeverbands Ohlau, Kreis Segeberg).

So waren die Zeit des Vorlaufs und die vergangenen Oktoberwochen (noch) arbeitsam(er als gewöhnlich schon). Es galt, an zwei mehr als 500 m langen Strecken der ländlichen Mühlenau (Pinnau-Einzugsgebiet) 100 bzw. 150 t Kies fachmännisch einzubringen. An der Ekholter Au (Krückau-Einzugsgebiet) und an der Krückau handelte es sich bei vergleichbaren Streckenlängen um 150 bzw. 150 und 180 t Kies.

Erwähnt werden muss der Gewässer- und Landschaftsverband des Kreises Pinneberg, der die Abwicklung des Geschehens ausgezeichnet bewerkstelligt. An dieser Stelle: Mein Dank, der Dank der Bäche und ihrer Bewohner gilt allen Beteiligten dieser Projekte!

Im Folgenden wird über eine der beiden Mühlenau-Strecken informiert. Die zweite sowie die Ekholter Au und die Krückau erhalten jeweils eigene Berichte.

Pünktlich komme ich am verabredeten Treffpunkt an – keiner da?

Wie getarnt steht der Bagger hinter dem Busch, dahinter bachab eine Kette von Kiesbergen.

Für Unbeteiligte, die so etwas noch nie erlebt haben, sieht es „schlimmer“ aus, als es ist.

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus.

Angesichts der nah an Nachbargrundstücke herangearbeiteten Aussenkurven ist hier Sicherung prioritär.

Gleichzeitig sehen wir diese Erosionspunkte als geeigneten Ort des Weitertransports von Kies an. Die Bach-Dynamik wird uns zeigen, wo das Material hingehört.

Interne Umlagerung. Bereits vom Lkw direkt in den Bach geschütteter Kies kann vom Bagger sauber entnommen und umgelagert werden.

So sind Rauschen sehr leicht mit unverschmutztem Kies anzulegen.

Der jeweilige Lager- / Arbeitsplatz wird sauber hinterlassen.

Sonne und Wolken – während die Arbeit gut voran geht, rasen Wetter über uns hin.

Eine in jeder Hinsicht spannende Situation.

Ich habe kurze, normale Stiefel an – wird die Hose nass, oder nicht?!

Es bleibt spannend.

Und dann erwischt es uns voll – der Blick hinten zum Horizont aber steht für Hoffnung.

Noch 2 Kieshaufen … – die Hose, angesichts Regen in 45 Gradwinkel, klitschnass.

Rückweg, Restarbeit, Sonne – die Hose trocknet.

Wir passieren unsere Taten – in dem ehemaligen Sandkanal sind die Grundlagen für den auf Moräne standorttypischen Kiesbach gelegt.

„Den Rest“ muss und wird der Bach – zusammen mit seinen Bewohnern („Bioturbation“, in dem Fall primär von großen Kieslaichern) – selbst bewerkstelligen.

Schnell sind Restkiesmengen einiger so verlassener Schüttstellen untergebracht, …

Alle Schüttplätze sind gesäubert hinterlassen.

Wir warten auf Regen.

Mein Einweisen des Baggerfahrers erfolgte nachmittags. Der nächste Beitrag gilt Mühlenau-Projektstrecke 2, an dem vormittags der Wasserverbandsvorsitzende und ein engagierter Angler des Fischereipachtvereins die Arbeiten dirigiert hatten. – Bei meinem Besuch tags drauf gab es dort Besonderes zu sehen.

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Am Wasser ist es ja immer interessant, man weiss nie, was einem so begegnet.

So freute ich mich kürzlich über einen altgewordenen Baum. Ehrlich gesagt, habe ich nicht in die Krone geguckt (ob es womöglich eine Pappel war), sondern anhand herumliegender Blätter auf Esche mit wirklich vielfältiger Rinde getippt.

Vielfaltigkeit ist schön, finde ich – biologische Vielfalt sowieso.

In Wahrheit aber ist das Foto ein Suchbild.

Anderes Foto, dichter dran – immer noch Suchbild.

Und da sitzt er ja, als gucke er aus seiner Haustür – ein kleiner Frosch.

„Wie hast Du denn den winzigen Frosch dort entdeckt ! ? !“ wurde ich nach Vermailen der Fotos gefragt.

Na ja, nicht durch Absuchen der Baumrinde mit der Lupe(nbrille). Das Rätsel löst sich leicht. Vor meinen Füßen sprang etwas Kleines weg. Aufmerksam geworden, sah ich den Winzling, wie er sich in einer Rindenspalte positionierte.

So wurden die beiden Fotos möglich. Bei noch näherem Herangehen, um nicht „leer“ zu Zoomen, besann er sich eines Besseren, sprang aus dem besonnten Baumfuß wieder ins feuchte Gras – und war verschwunden.

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Kopfweiden entstanden in der Vergangenheit aus handwerklicher Nutzung von Weidenästen. Die Bandbreite war groß, vom Korb- über Sitzflächenflechten bis zu Flechtzaunbau und Möbelherstellung. Hier in der Nachbarschaft Wedels existierte eine weitere, spezielle Nutzung der Weide, die Fassreifenherstellung durch Bandreissen, z.B. in Hetlingen.

Alte Kopfweide – vielfältige Strukturen bis zu Hohlräumen bieten Insekten, Vögeln, Fledermäusen Unterschlupf.

Die charakteristische Kopfform bildete jede Weide wegen des regelmäßigen Schneidens der Äste. Heute werden Kopfweiden als kulturhistorisches Zeugnis in der Landschaft „gepflegt“, da die Nutzung der Äste weitgehend entfallen ist. Unterbleibt die Pflege, werden die Kopfäste für den Stamm zu schwer, er reisst, bricht – und geht mit der Zeit verloren bzw. muss aus Sicherheitsgründen ganz abgesägt werden.

Mittelalte Kopfweiden mit schon recht langen, dicken Ästen.

Detail – Zeit für den Pflegeschnitt, damit durch Abrisse durch Sturm oder Übergewicht allein keine Rissschäden am Stamm entstehen.

Die Ergänzung lückig gewordener Kopfweidenreihen oder das Neuschaffen, z.B. entlang Radwegstrecken im Regionalpark Wedeler Au, sind zwar gewünscht und gewollt. Wie die Praxis über die Jahre zeigt, ist das offenbar im normalen Tagesgeschäft aber nicht ganz leicht – in Richtung Dauerhaftigkeit.

Bleibt also vor allem die „Pflege“. Es folgen Fotos zur jüngsten Praxis, quasi „Schnittmuster 2020“.

Hinterm Elbe-Hauptdeich, Fährmannssand – die Schnittsaison 2020 ist in vollem Gang.

Irgendwie sieht das aber nicht nach Abschneiden von Ästen aus ? ! ???

Da hat der Maschineneinsatz „ganze Arbeit“ geleistet. Stamm und Kopf sind heftig malträtiert.

Oha! Nach fachmännischem Arbeiten Richtung Kulturerhalt und Pflege in Richtung ökologische Vielfalt sieht das so gar nicht aus.

Schnittreste belegen das Unheil, das sich in jüngeren Jahren stetig zu verschärfen scheint.

2 Schnittreste „aussen“ – der vorige Schnitt erfolgte noch recht fachlich qualifiziert, zielgerichtet.

2 Schnittreste „innen“ – alles „blank“. Man weiss, welcher Anblick einen am Baum erwartet.

Die Fotos vor den Schnittresten belegen den Zustand der Weidenreihe, vgl. Fotos oben. Und dieses erschreckende Bild findet sich heutzutage fast flächendeckend.

Warum fällt mir dazu die Liedzeile ein „Der Mörder ist immer der Gärtner“?

Oder, arbeitsbezogen ausgedrückt: Ausbildung, Fort- und Weiterbildung sind in unserer Zeit mindestens so wichtig wie in der Vergangenheit. In den „Grünen Berufen“ scheint das nicht durchgängig zur Firmen-Ethik zu gehören. Oder hat in diesem speziellen Thema „nur“ der Auftraggeber wieder einmal den billigsten statt den günstigsten Bieter beauftragt?

In letzterem Fall gilt der Ausbildungs … -satz auch für den Auftraggeber.

„Weniger“ ist manchmal mehr! Verbesserungen sind dringend erforderlich!

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Tags drauf, schliesslich hatte ich meine 2-Tagesangelkarte erst einen Tag (eher virtuell) benutzt, ging es wieder an den Edersee. Diesmal an das Südufer, das Auto beim Baumwipfelpfad geparkt und dann Richtung Ost gestiefelt.

Der Morgen sah aus wie tags zuvor. Regen in der Nacht, sehr gut.

Horizonte, Achtung Mais! Warum sollte es um Korbach herum anders aussehen als überall, wo unsere Subventionsregeln gelten?

„Landschaft“ sagt Agrarministerin Klöckner ist dies, nur möglich mit unseren Bauern. Dann will ich mal in „Gegend“ fahren (so ihre Benennung zu anderem). Den Umgang mit unseren Steuergeldern halte ich für eine Kulturschande. Politiker, lamentiert nicht über fehlende Nachhaltigkeit, über Klimawandel und (schwindende) Biodiversität – passt endlich die Definition der Agrarsubventionen an: ohne Wege- und Gewässerrandstreifen, ohne Abschaffen der Überdüngungen, ohne Minimieren des Gifteinsatzes KEINEN CENT in einen Betrieb!

Wir brauchen auch ein Lobby-Register, um „unsere Pappenheimer“ in den Regierungszentren kennen zu lernen.

Das Auto ist geparkt, nach kurzem Angang, Hangweg runter, gucke ich ans Nordufer – Atlantis Berich.

Angesichts des noch jungen Tages tummeln sich noch keine Touristen dort drüben.

Plan führt mich der Weg Richtung Osten, zu den angesichts nur noch 11 % Füllungsgrad der Edertalsperre frei umwanderbaren Hopfenbergen.

Am Ufer rastet und trocknet gefiederte Fischerzunft.

Schloss Waldeck in Sicht, die Weisse Flotte startet bald.

Herbstbunt startet. Rot-Weiss ist neu – der Autowahn bzw. der Wahn einiger Autobesitzer ist offenbar nur so zu stoppen.

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist primär Buchenwald. Wohl als Teil der Entwicklung sind an der Seeseite des Weges Nadelhölzer gefällt worden.

Teils wurde hier am Wegrand offenbar auch aus Sicherheitsgründen gefällt.

Spontan haben sich im neuen Licht Distel und Tollkirsche angesiedelt.

Auch hier also – Nilgänse.

Und auch immer noch hier – Blaualgenblüte, herbstlich aufgeschwommen und per Wind ans Ufer gedriftet.

Man könnte meinen, ein Maler habe einen Farbtopf verschüttet.

Steile Kante! Voraus die frei liegenden Hopfenberge.

Gelegentlich zieht ein Graureiher über den Restsee.

Angekommen an den Hopfenbergen – schräg gestellte Erdgeschichte.

Unten ist die „Edersee“ gestartet – zwangsläufig zu einer nur kleinen Rundtour, zur Sperrmauer und zurück.

Da will ich runter – und dann rundrum.

Unten angekommen. Dieser Schaum, so sagten mir Angler später, sei über Nacht im Sperrmauer-zugewandten Restseeteil entstanden.

Jenseits von Anglerbooten ist die „Edersee“ schon vor der Sperrmauer angekommen.

Westlicher Steilhang vor der Sperrmauer – mir fällt auf, dass das Wetter 2020, sicherlich zeitlich zusammen mit den Ablassphasen, Pflanzensukzession hier weitgehend verhinderte.

Es gibt auch andere Jahre, in denen herbstlich bunte Pflanzenabfolge den Steilhang prägt.

Ja, ich habe auch die Angel bedient und einen Fisch …

… gefunden. – Na ja, fast so etwas wie einen Fisch.

Schloss Waldeck, hoch oben – mit der kahlen Hopfenbergeverbindung davor liegt es fast wie auf einer Waldinsel in der Steinwüste.

An der Südostkante der Hopfenberge scheint ein Krake dem Wasser zu entsteigen.

Reptilien, Drachen voraus. Dies ist die berüchtigte „Stukenkante“. An den alten Baumstubben wurde manch teures Angler-Utensil über die Zeit abgerissen. (An solchen Verstecken stehen natürlich bei Überstau auch große Fische!)

3 Kanadagänse und Nilgänse verlassen das Ufer. Letztere haben jetzt (noch / schon wieder) Jungtiere im Gefolge!

Der Zahn der Zeit nagt an den Baumstubben und am Ufer.

Ich wandere zurück – auf dem östlichen Hopfenberg sind allerhand Mineralien zu entdecken, bunte Steinvielfalt.

Ich fühle mich an Bergfreiheit und die Edelsteinschleiferei erinnert (vgl. vorletzter Beitrag hiervor).

Das Schotterfeld ist ergiebig. Zum Glück ist das Leervolumen meiner Taschen begrenzt.

Dieses Jahr ist auch die Hopfenbergehochebene nur spärlich bewachsen. Über lange Zeit fehlte halt jeglicher Regen. – Die „Edersee“ ist schon wieder vor der Sperrmauer angekommen.

Der Rückweg führt weiter über schräg gestellte Ebene.

An der Südseite des westlichen Hopfenbergs findet sich eher feines, gepresstes Steinmaterial.

Kraxel, kraxel – fast geschafft, nun noch über den Schleppbahndurchbruch.

Alt-Berich, ich bin schon nahe dem Startpunkt, ist inzwischen „besiedelt“.

Unten vor dem Steilhang, nahe dem Baumkronenpfad, haben sich zwei Angler einen Platz gesucht.

Auf den Hopfenbergen, mit Boot am Ufer und in einem Zelt sitzend, hatte mir ein Angler eine gute (weitere, zu den vielen existierenden) Erklärung geliefert, warum wir so gar nix fingen. „Das liegt am fallenden Luftdruck! Der ist nun schon unter 1.000!“ Die wenigen, ständig den Angelplatz wechselnden Bootsangler hatten mich schon grübeln lassen. – Ok, ich kann ja diese Ausrede mal zu Hause testen …

Am Wegrand stehen noch einige Nadelhölzer – Rest-Impression des vorherigen Gesamtzustands.

Das also war`s 2020 im Waldeckischen. Das nächste Jahr wird kommen.

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