Wie immer ein Muss bei Juelsminde-Ferien: die Angeltour zur Vejle Å.

So richtig verrät der Morgenhimmel noch nicht, wie der Tag werden soll. Also: doppelte Garnitur - für feucht und heiss/trocken - einpacken.

Idyllische Partie mit überhängenden Bäumen - leider noch allzu selten. "Anglers would hate the natural" sagt ein wissender englischer Freund ...
Angesichts jahrzehntelanger Restaurierung – gesteuert von den inzwischen abgeschafften dänischen Ämtern (hier: Vejle Amt) – und jetzt in gut aufgestellten Städten kommunal fortgesetzter Verbesserung ist es kein Wunder, dass eine Vielzahl Flüsse in DK entstanden ist, in denen kein Fischbesatz mehr erfolgt. Es hat sich gezeigt, dass die Natur viel besser nachhaltig – d.h. über den Lebenszyklus und über Generationen von Organismen – produziert, als Menschenhand das vermag. Bei ein Bisschen Nachdenken ist das kein Wunder, trainiert die Natur doch seit Jahrmillionen, während der „homo sapiens“ (was für eine Selbstüberschätzung!) erst Neubürger auf der Erde ist.
Die Fangstatistiken sprechen für sich – hier als Beispiel die Vejle- und die Skjern Å. Erstere hat in den vergangenen Jahren den Meerforellenertrag von gut 100 auf über 1.000, letztere den Lachsertrag in gleicher Größenordnung gesteigert, allerdings ist man hier Richtung Besatzeinstellung noch auf dem Weg.
Vorweg habe ich den Sitz des Dänischen Anglerverbands in Vingsted besucht. Hier wird demnächst in Kofinanzierung mehrerer Partner eine Mäandrierung des Flüsschens erfolgen und ein Neubau für den Verband entstehen, der auch als Fortbildungs- und Naturcenter dienen soll. Der Dänische Anglerverband sieht sich als Sachwalter lebendiger Gewässer und ihrer Entwicklung dahin. Eine hohe Fachlichkeit, angelehnt an geltendes Recht liefert ein ausgezeichnetes Fundament für Stellungnahmen in allen gewässerbezogenen Angelegenheiten. Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wird intensiv verfolgt, Kooperationsprojekte zur Gewässerrenaturierung bieten regionale Beispiele zum Nachmachen, Zuständige werden hartnäckig an ihre Aufgaben erinnert. – Deutsche Anglerverbände können sich da ein Scheibchen abschneiden …
Wie man vor dem Hintergrund der dänischen Erfahrungen Bäche und kleine Flüsse mit leichter Hand verbessern kann, ist hier erläutert.

So wird die Vejle Å hier demnächst aussehen. Neue Windungen und jede Menge Kies und Geröll in den Rauschen-Positionen. Auf das neue Zentrum (Kreise rechts unten) darf man gespannt sein.
Beeindruckend an den dänischen Bächen Ostjütlands ist ihr eiszeitgeprägtes Umfeld – eine interessante Tallage, eingerahmt in Moränenhügelketten.

Blick von halber Höhe des Moränenhangs auf Haraldskær, jetzt Sinatur Konferenzhotel.

Blick zurück vom Tal schräg hoch Richtung Fotostandort des vorigen Bildes.

Was für ein Tal! - Hier lässt es sich lernen, wandern, radeln, angeln ...

Wasser-Aspekt am Haraldskær-Brunnenablauf.

Bunte Kuhherden ergänzen das Bild.

Seitwärts im Feuchten stehen ein paar schwarze Ochsen.
Da habe ich auch alte Bekannte aus dem Vorjahr – oder waren es nur Verwandte (?) wiedergesehen.

Dieses Mal hatte eine ausgewachsene, ca. 1,50 m lange Ringelnatter imposant zusammengerollt an Land auf mich gewartet. Leider hatte sie kein Interesse, abzuwarten bis meine stümperhaften Bemühungen mit dem Fotoapparat eine vollständige Nahaufnahme ermöglichten. - So ist denn der Kopf des flüchtigen Tieres inzwischen im Gras verschwunden ...
Bei der 2. Angeltour zeigte sich – wie 2010 schwimmend – ein ca. 70 cm langes Jungtier. Schon schön zu sehen, wie sich die Natur erholt, wenn man sie denn lässt …

Tanzplätze und Grastunnel mit Wasserrutsche des Fischotters sind schon fast alltäglich geworden - man muss sie "nur" erkennen.

Schöne Fischotterspur (hier: ein Foto vom Ufer eines norddeutschen Bachs).
Ein Bisschen Kraxelei bietet etwas mehr, als der „Gemeine Angler“ so erlebt.

Kleinster Quellbach im Laubwald - wie schön, dass die Moränensteine nicht geklaut sind, sondern noch zeigen können, wie so etwas naturnah aussieht.

Gefälle im Moränenhang - Eiszeitschmelzwasser hat dem Quellbach ein interessantes Tal verpasst.

Jede Menge Totholz gehört natürlich auch dazu.

In lichteren Partien solcher Laubwaldgebiete kann man schicke Weinbergschnecken an Großer Klette entdecken.
Bei all dem Gejubel über dänische Gewässer soll die „Groß-Realität“ aber nicht aus dem Auge geraten: Dänemark konkurriert im EU-Agrar-Subventions-Wahnsinn mit Niedersachsen um den 1. Platz, wer die höchste und überdüngteste Industrieagrar-Produktion erzielt. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für Boden, Binnengewässer und Meere (= Link zu Ostsee-Foto vom Wien-Kongress HydroEco 2011).

Fließgewässer im EU-Industrieagrarland - Mais bis in die äusserste Uferkante, strukturloses Ufer und öde Gewäassersohle bei Überbreite und übertief eingeschnittenem Querschnitt - auch in Dänemark gibt es noch viel zu tun. Hier aber weiss man, was und wie - und arbeitet eins nach dem anderen ab.

Weite Flächen des Einzugsgebietes sehen nicht viel besser aus als der Uferrand: Subventionierte Verarmung der Landschaft - Mais, so weit das Auge reicht.
Noch ein paar Fotos in Hinblick auf zu Verbesserndes folgen hier.

Standorttypischer Baumbewuchs - optisch sehr schön, auch der vielgeschmähte Kormoran kann hier mangels "Landebahn" höchstens schwimmend von baumfreien Nachbarstrecken rein. Aber die Überbreite und das übertief eingeschnittene Profil fordern noch erhebliche Restaurierungsaktivitäten.

Wie im vorangegangenen Foto - Erlen, Eschen, Weiden, Ulmen. Der Fluss wartet auf weitere Verbesserung seiner internen Struktur.

Nanu, Massen an Eisenocker - dieser Sturzbach war früher immer glasklar, sein Grund normal! Mal sehen, ob jemand weiss, welcher Eingriff in den Bodenwasserhaushalt des Einzugsgebiets diese schädlichen Folgen hat.
So, die Sonne steigt immer höher und brutzelt ganz ordentlich. Wohl dem, der auch immer mal Schatten findet …

Scheinwerfer am blauen Himmel - wohl dem, der in Watstiefeln herumstiefelt, wenn er Baum- oder Wolkenschatten geniessen kann ...

Ein plastisches Beispiel für die von Prof. Dr. Wilhelm Ripl vorgestellten Überlegungen zu Boden- und Gewässerschutz sowie notwendiger Anpassung an den Klimawandel: auf dem Höhenrücken links die Landschaft kühlender Wald, rechts in sonniger Gluthitze liegende Intensiv-Agrarfläche.

Es gibt natürlich Anblicke, die gerade bei diesem Sonnenschein besonders herausstechen. - Neugierig habe ich nachgeschlagen, hier also die Lösung für Interessierte: es handelt sich um die Blutbär-Raupe, die das giftige Alkaloid des Jacobs-Kreuzkrauts vertragen kann.

Gut geschützt vor Regen: Blattlaus-Armeen an der Unterseite von Uferpflanzen.

Dem in Watstiefeln Stiefelnden kommt allerdings angesichts dieses schönen Radweges nur in den Sinn "It`s a long way to Tipperary ...".

Arme Sau - ´tschuldigung, armes Rind - haben sie dir auch noch die Schatten spendenden Äste geklaut und nebendran liegen lassen ? !

Ahhh, endlich ! ! ! In weiser Voraussicht war das Auto im Schatten geparkt worden. Jetzt ist Gelegenheit bei ordentlich kühlem Wasser, Obst und Aufgeschmiertem ein Bisschen Pause zu machen.
Ein Angelttreff an einer netten Privatstrecke hat mich dann allerdings noch das im Sommer 2011 an der Ostseeküste andernorts so charakteristische „Nass in Massen“ erleben lassen.

Ich habe angesichts des (schmalen) Sturzregenbandes extra noch angerufen. Die Antwort "Bei mir scheint die Sonne - fahr mal los!".

Linker Hand eine schwarze Wand: Fünen meldet vermutlich "Land unter".

Jetzt hat uns die von rechts (Norden) reingezogene Regenwand erwischt - Tempo 50, dann 40 ist angebracht.

Am Treffpunkt - Sonnenhimmel im Westen. Wo, bitte, ist denn hier das Tal? - Aber dann: wie abgeknipst hört der Wolkenbruch auf, seine Grenze ist gequert.

Der Blick von der Höhe Richtung Bachmündung zeigt die abziehende Regenfront.

Auch hier auf welligen Moränenhöhen - Agrarsteppe.

Bunte Neozoen - Fasanen - zeigen vor mir keine Scheu (das Auto auf dem Feldweg nehmen sie nicht als Feind wahr).

Und so haben wir denn einen Angelabend mit spannender Kulisse im Westen genossen.

Nun soll es aber genug sein, bevor wir im Dunkeln ins Wasser fallen. Wir räumen den Platz für die wahren Angler, die nachts die dicken Fische fangen - oder auch nicht.
Na, wenn denn trotz spannender Erlebnisse am Bach kein Fisch für die Pfanne rauskommt, gibt es ja einen großen Trost.

Ein Fischgeschäft mit guter Auswahl an frischem Seefisch kann sich immer sehen lassen.

Vor dem Kauf von Tun und Zuchtlachs sollte man sich allerdings ein paar Gedanken machen - Überfischung, unnötiger Tod zahlreicher Beifänge bzw. übelste Meeresverschmutzung an Küstenbereichen und in Fjorden sowie Naturpopulationen vernichtende Parasitenschwemmen sind nur einige der extrem negativen Begleiterscheinungen dieser Angebotsform. Zum Glück gibt es Alternativen.

Anderswo angeln ist ja immer ein Erlebnis, aber die heimischen Gewässer ... kennt man halt besser ... 🙂 (MF, 63 cm).
Wenn die Sonne mal morgens nicht gleich scheint, lohnt sich ein Ausflug zum Palsgaard. Das ist heute nicht nur eine spezielle Firma, sondern nebendran nach wie vor ein Herrensitz mit Park – offen für Spaziergänge.
Die folgenden Fotos geben eine etwas eingeschränkte Sicht des Gewässerbiologen, der für seinen Vorlesungsteil „Stehende Gewässer“ noch Aktuelles suchte. Sehen Sie mir das bitte nach 🙂 .

Wie auch andernorts haben seinerzeit vom König Beschenkte und zum Großgrundbesitzer Gewordene eine Vielzahl von Büschen und Bäumen aus aller Herren Länder als Landschaftserlebnis angepflanzt. Schön ist, dass einerseits das Leben und Sterben dieser alten Riesen sichtbar erhalten bleibt, darüber hinaus inzwischen aber auch Nachpflanzungen stattfinden. So bleibt der Charakter des „Gesamtkunstwerks“ erhalten.

Auch der Blumengarten lohnt einen Besuch, wie diese Hummel zeigt.

Der kleine See mit altem Haus bietet eine schöne Pflanzenabfolge Land-Ufer-Wasser. – Wer ist älter, das Haus oder die alte Eiche – Lebend- und Totholz im Übergang Richtung Erde ?

Uralt-Eiche von der Nähe.

Einige Teiche sehen mit ihren Wasserlinsen-Massen fast wie Golfrasen aus.

Ah ja, man nennt diese Schwimmpflanzen auch „Entenflott“.

Letztlich sind alle Gewässer hier im Gelände künstlich angelegt – hier aber mal ein wirklich „künstliches“.

Wenn irgend etwas in Unordnung ist, sei es das Licht, bezogen auf die Jahreszeit, die Nährstoffsituation – was auch immer – treten Fadenalgen in Massen auf.

Auf jeden Fall sind hier schicke Goldfische drin.

Und die Seerose sieht auch prima aus.

Kleiner 1,80 m-Größenvergleich – wie groß mag der Findling gewesen sein, als er heil war? Die Eiszeiten haben schon Beachtliches geleistet, als sie solche Brocken hierher und noch viel weiter schleppten!
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Juelsminde liegt an der Südostspitze der „Grünen Lagune“, einer großen Halbinsel zwischen Horsens und Vejle. Je nach Wind und Wetter sowie der jeweiligen Laune kann gewählt werden, ob Ost- oder Südstrand, Wellen oder Windstille gerade dran sind.

Auf die Frage von der Startseite Juelsminde 2011 - Wo ist der Hauptstrand geblieben - haben wir keine so rechte Antwort. Ist der weg? Egal, dort haben wir uns sowieso nie rumgetrieben. Jedenfalls ist das schon bisher attraktive Angebot an Seglerliegeplätzen jüngst um mehrere Hundert erhöht worden - noch arbeiten Bagger am letzten Schliff und dem nötigen Küstenschutz.

Der Ausgang des Vejle Fjords zum Samsoe Baelt / Storebaelt / Kattegatt wirkte manchmal wie der Stille Ozean ...

Dass der "Stille Ozean" so stille aber oft nicht war, zeigt Strandgut, das sauber sortiert zu betrachten ist - hier Ohrenquallen. - Nun sind sie raus, das Badewasser befreit.

Hier der Beweis - bis abends freuen sich Badegäste am sauberen Wasser an Juelsmindes Küsten (oben links: die Bjoernsknude-Spitze).

Da ist er wieder! Regelmäßig zu beobachten - ein See-Hund (oder sagt man Meer- ?) schwimmt parallel zum Ufer sein Marathontraining.

Ruhige Abendstimmung am Steilufer - ein Segelboot und Kanuten ziehen ihre Bahn.

Tja, Herrchen, schlechte Karten mit Hund ohne Leine - der möchte lieber mit uns weiter, hat nämlich die Leckerlis in Heikes Tasche gerochen ...

Polare Kaltluft am Abendhimmel - da radeln wir lieber weiter.

Radtouren bieten das Erlebnis der vielfältigen Landschaft - hier das Eintauchen in einen grünen Tunnel nach Passieren des großen, in bewegtem Gelände entwickelten Golfplatzes.

Blick von der Bjoernsknudespitze Richtung Vejle - bald geht die Sonne unter.
Gern nehme ich an Führungen im Gelände teil. Diesmal ist es eine abendliche Wanderung entlang des Horsens Fjord-Nordufers, organisiert vom Horsens Museum.

50-60 Interessierte haben sich zusammengefunden, um Neues entlang Küste, Strand und Wald zu hören oder Bekanntes aufzufrischen. Es ist schon beim Start - wetterbedingt - ziemlich dunkel.

Uferrutschungen und Erosion lassen regelmäßig Bäume ins Meer stürzen. Manche, wie diese alte Eiche, halten noch Jahrzehnte lebendig durch, erkennbar an den zu "Bäumen" gewordenen Seitenästen.

Die Eiszeitgeschichte, Landformung und Meeresspiegelveränderungen im 10er Meter-Bereich (denken wir mal an die Klimadiskussion derzeit ...), Ansiedlung der ersten Menschen, Steinzeit- und folgende Zeitalter mit ihren Besiedlungsspuren: äusserst interessante Erfahrung. Und besonders Glückliche finden in den paar Minuten hier vielleicht sogar eine Steinzeitklinge oder einen versteinerten Seeigel.

Im Vorbeigehen sehen Aufmerksame interessante Wellen: Salinomuster an einer kleinen Landzunge.

Im Wald ist es schon ziemlich dunkel. Etwas unruhig hören einige inzwischen den Erläuterungen zu den Resten eines früheren Burgwalls zu. Im Hintergrund schimmernd zu ahnen: der Elbæk, Namengeber des Waldes.

Jetzt aber fix zum Startpunkt zurück. Durch illustre Uferbäume blicken wir Richtung Horsens. Erstaunlich, wie hell es "draussen" noch ist ...

Da steht ein Fachmann im flachen Fjordwasser - Meerforellenangler in der Abenddämmerung.

Der Parkplatz ist nicht mehr fern - wird auch Zeit. Die beiden am Horizont ahnbaren Rehe wundern sich über die im Dunkeln Wandernden. - Das war ein schickes Erlebnis!
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Nein, ich meine nicht die Sommerurlauber – die meisten Norddeutschen sind ja schon weg.

Manch einer hat ganz schön lange an meinem Desktop-Foto gerätselt. Dabei ist die Alster (bzw. ihr "Mühlenteich", die Außenalster im Hintergrund) doch leicht zu raten ...
Während heute den ganzen Tag über im Radio, NDR 2, so getan wurde, als würde ganz Niedersachsen in Sturm und Fluten untergehen, konnten Mutige „draussen in der Natur“ Schickes erleben.

Prachtlibelle Calopteryx splendens - hier ein Weibchen, charakteristisch für wärmere Bachbereiche - also quellfernere Strecken, Flüsse, oder (noch) nicht standorttypisch restaurierte Forellen- und Äschenregionen des oberen Bachlaufs (dort ist C. virgo Zeigerart für gute Lebensraumverhältnisse).
(Ok, jeder kann sich die Realität im Vergleich zur mangelhaften Wettermeldung auch vorab durch Ansehen des Regenradars online verdeutlichen: es ziehen Streifen mit heftigem Regen durchs Land. Als ob das etwas Neues und Besonderes wäre …)

Calopteryx splendens-Männchen. Hier sieht man am Flügel die Bedeutung des Artnamens "Gebänderte Prachtlibelle". Bei C. virgo vom sommerkühlen Bach sind die Flügel der Männchen insgesamt dunkelblau und sie hat daher sinniger Weise den Namen "Blauflügel-Prachtlibelle".
Die Gewässer sind entsprechend dem in diesem Jahr vorherrschenden Wetter und der dementsprechend hohen Wasserentnahme für diverse Nutzungen eher leer bis extrem leer.

Blick aus Otter-Perspektive Bach-aufwärts: Sonst flutende Wurzeln sind seit Monaten trockengefallen - verdammt wenig Wasser!

Der Fischotter blickt von derselben Stelle Bach-abwärts - dadurch ist auch nicht mehr Wasser im Bach (zu sehen).

Ein Bisschen Geld aus dem "Kies-Topf" würde die Niedrigwasserlebensraumsituation des Bachs erheblich verbessern.
Und der Elbe geht es weiter schlecht, wie im hierunter folgenden Blog-Eintrag vom 7. Juli zu lesen ist.
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Vorab
Allen Beteiligten ist klar: Keine „Lebendige Alster“ ohne „Lebendige Elbe“ (schließlich leben unsere Gewässersysteme nicht zuletzt von freier Durchwanderbarkeit für die Gewässerorganismen) – und der Elbe geht es zur Zeit gar nicht gut. Wenn da nicht mal wieder „Männer baggern„.

Die im westlichen Hafenbereich liegende Messstation Seemannshöft zeigt trotz mäßiger Wassertemperatur bei knapp unter 20 Grad Celsius erschreckend niedrige Sauerstoffgehalte! Bei 1,5 bis 2,5 mg Sauerstoff pro Liter Elbewasser geht selbst robusten Fischen die Puste aus. Zehner Kilometer des Flusses sind betroffen. Die stark gezackte Kurve zeigt den Tidegang (Ebbe und Flut). Die braune Linie zeigt, dass im Sedimenthaushalt irgend etwas stattfindet.
Lebendige Alster – die Umweltverbände Aktion Fischotterschutz, BUND Hamburg und NABU Hamburg haben ein neues Kooperationsprojekt gestartet. Mit von der Partie sind das für die Alster zuständige Bezirksamt Wandsbek und die BSU, die die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hamburg steuert.
Der Arbeitstag beginnt vielversprechend.

Leichter Frühnebel beim Start in den Arbeitstag.

Da ist sie aber schon, die Sonne.

Junge, Junge, wenn das nicht in Sonnenbrand ausartet ...

Durch den Frühnebel sausen wir Richtung Hamburg.

Am Bahnhof Harburg hat die Sonne eindeutig die Oberhand gewonnen.

Wem es tagsüber zu heiss wird, dem sei die U-Bahn empfohlen.

Wandsbek-Markt - die nachgepflanzten Bäume müssen noch Jahre wachsen, um ihre Leistung zur Anpassung an den Klimawandel voll zu leisten.

Poppenbüttel - vorbei am Antje-Brunnen geht es durch schattige Alleen Richtung Alster - Treffpunkt für den "Symbolischen Stein-Schmiss".

Die Veranstalter sind gespannt - werden Film, Funk und Fernsehen diesen Treffpunkt finden?

Schon sind sie zahlreich angekommen, Bleistift gespitzt, Kamera geputzt.

Lebendige Alster - realisierbar unter anderem durch Verbesserung der Strömungsvielfalt und Gewässerstruktur.

Steine und Handschuhe für den "symbolischen Stein-Schmiss" liegen bereit.

"Hallooo, wann schmeissen wir denn endlich?!"

Ok, die Kameras sind bereit.

"Ich zähle! - Auf Drei ..."

Na, geht doch.

STOP! - Sicherheitspause, denn ...

Lebendige Alster - der Mensch zählt mit.

War so schön - nochmal von hier schmeissen! (Wann hat man als Erwachsener schon die Gelegenheit, das Kind wieder rauszulassen?!)

Toll - ist fast ein Strickmuster geworden.

3 Schattenmänner - die Alster brodelt.

Auf dem Rückweg - vorbei an der Großbaustelle Hafencity in den niedersächsischen Teil der Metropolregion Hamburg.
[Bei der Organisation der Veranstaltung wurde ich gefragt, ob ich mein copyright für den „Symbolischen Stein-Schmiss“ für diese Veranstaltung abtrete. – Klar doch, der Insider weiss ja, wo das Original steht. 🙂 ]
Nochmal die Anmerkung vom Start wiederholt (man kann es gar nicht oft genug sagen!): Allen Beteiligten ist klar: Keine „Lebendige Alster“ ohne „Lebendige Elbe“ (schließlich leben unsere Gewässersysteme nicht zuletzt von freier Durchwanderbarkeit für die Gewässerorganismen) – und der Elbe geht es zur Zeit gar nicht gut. Wenn da nicht mal wieder „Männer baggern„.

Die im westlichen Hafenbereich liegende Messstation Seemannshöft zeigt trotz mäßiger Wassertemperatur bei knapp unter 20 Grad Celsius erschreckend niedrige Sauerstoffgehalte! Bei 1,5 bis 2,5 mg Sauerstoff pro Liter Elbewasser geht selbst robusten Fischen die Puste aus. Zehner Kilometer des Flusses sind betroffen. Die stark gezackte Kurve zeigt den Tidegang (Ebbe und Flut). Die braune Linie zeigt, dass im Sedimenthaushalt irgend etwas stattfindet.
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Gülle – Niedersachsen stinkt zum Himmel – fast ganzjährig.
Aber nicht nur hier lassen sich die zugehörigen Errungenschaften erleben, wie der Auszug aus einem NRW-Gedicht zeigt:
„… Dann floss die braune Gülle –
beschissen war der Tag –
und Ammoniak in Fülle
in Frühlingslüften stak. …“

Vorm Haus blühen die Rosen ...

Mohn und Umgebung sehen prima aus ...

Eine Schwebfliege begeistert sich am Spitzwegerich.
Da können wir ja mal wieder „raus ins Grüne“.

Alte, bemooste Eiche - wie sagen die Reporter immer so schön - "unberührte Natur!". - Na ja!

Der heckenartige Wegsaum leistet schon seinen Teil bei der Anpassung an den Klimawandel - erfrischende Kühle! - Aber, was sehen wir am Horizont?

Ach richtig, wir sind in Niedersachsen. "Wo ich geh und steh, ich Güllewagen seh!" - Und was ein ordentlicher Güllewagen ist, der hat natürlich keine emissionsmindernden Schleppschläuche oder so, sondern den 08/15-Hochschleuderer. - Ist ja auch schlau, und gerade jetzt im Sommer bei Wärme. Da kann man die 33 % Stickstoff"verlust" in die Luft (in Wald und Meer!) abziehen und mehr auf die Fläche bringen ...

Güllestart auf gedränter, bachnaher Strecke. Gewitter sind angesagt.

Manchmal hat der Wetterfrosch ja auch Recht - so pladdert es denn, was es pladdern will. - Kann man bald wieder güllen, Etliches wird schließlich auf kurzem Weg durch den Drän wegtransportiert.
Wir reden seit mehr als 3 Jahrzehnten von Meeresschutz. Notwendiges wie Abwasserreinigung wurde erledigt, der Saure Regen wurde mit konsequentem Schwefeldioxid-Verringern entschärft. Aber die „Heilige Kuh“, die hochsubventionierte Landwirtschaft, ist bis heute nicht einmal hinreichend auf rechtskonformes Verhalten eingestimmt. Die Zahlen der Wissenschaft und der untersuchenden Fachverwaltungen belegen dieses Nichtstun. Ammoniak stinkt weiter zum Himmel.

Agrar-Ammoniak belastet - seit Jahrzehnten unverändert - das Umfeld. Stickstoffflüchter, Wälder und Meere leiden weiter.
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