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Archive for the ‘Elbe-Einzugsgebiet’ Category

Da sich die beiden Strecken an der Krückau deutlich unterscheiden, beschreibe ich sie in zwei Beiträgen.

Strecke 1 liegt auf einem Grundstück des Wasserverbands Krückau.

Überblick über das Gewässergrundstück.

Der Bach zieht, im Gegensatz zu den meisten heutigen Gewässerstrecken, nur flach in die Landschaft eingeschnitten mehrere Hundert Meter sigmoid entlang der nördlichen Geländegrenze. Am nördlichen Ufer steht teils eine höhere Moränenkante mit gelegentlich lückigem, standorttypischem Baumbewuchs. Durch das Fehlen des Wurzelschutzes am Südufer in dieser recht naturnahen Strecke hat sich der Bach verbreitert, wodurch Fischunterstände und harter Gewässergrund mit Erosionssand belastet sind. Durch Strömungslenkung kann dies rückgängig gemacht, können Gewässergrund, Verstecke und Laichplätze reaktiviert sowie fehlender Laichkies ergänzt werden.

Auf der Anfahrt von der Ekholter Au passiere ich den auf festem Grund liegenden Kies. Der Bagger ist gut beschäftigt, die Kippfahrzeuge zu beladen.

Vor Ort angekommen, leerer Ladewagen verlässt das Gelände.

Kleinklima! – Im Schatten sind auch jetzt am Vormittag noch betaute Kunstwerke zu bestaunen.

Einer der zum Querschnitteinengen gekennzeichneten Schüttpunkte.

Ein Muldenkipper wird eingewiesen.

Wir profitieren für die Arbeit von günstigen Bedingungen (die für Bach und Umfeld eigentlich gar nicht günstig sind). Die Feuchtwiese ist angesichts der anhaltenden Trockenheit gut zu befahren. Das hätte ganz anders (bis garnicht) laufen können. Zur Sicherheit und zum Bodenschutz werden die Wagen im weicheren Geländeteil aber statt für 2 (6 t Kies) nur für einen Schüttpunkt (3 t Kies) beladen.

Ruhige, aber zügige Betriebsamkeit.

Schütten nach Einweisen.

Schüttwinkel bis an die Uferkante erstellt.

Die Zahl beschickter Punkte wächst, die Zeigerstöcke sammeln sich.

Nicht nur gutes Arbeits-, sondern auch gutes Segelwetter.

Erlenjungwuchs kommt streckenweise gut auf – bislang aufgrund Flächennutzung nur in der Uferkante.

Die Schüttstellen sind so platziert, dass der Erlenjungwuchs für weiteres (Her-)Anwachsen geschützt wird.

Das sieht dann so aus.

Und so.

Erlenjungwuchs, geschützt.

Schneller als gedacht, geht die Arbeit voran.

Und schon ist der Lagerplatz geräumt, der Kies vollständig in die Krückau eingebracht. – Für weitere, gekennzeichnete Punkte wird sich eine andere günstige Gelegenheit ergeben.

Wir wechseln zur zweiten Krückaustrecke, Bericht folgt.

Wie anderswo werden wir die Entwicklung der Kiesdepots über mehrere Hochwässer beobachten, ggf. per Hand nacharbeiten, ergänzend Unterwasserlenker und / oder Laichplätze anlegen.

Wichtig für die Langzeitentwicklung mindestens ist der Nutzungsstopp im Gewässerrandstreifen, so dass sich auch hier ein natürlicher Lebensraum ausprägen, Totholz liegen bleiben kann.

Da das Grundstück des Wasserverbands quasi in Öffentlicher Hand ist und mit öffentlichen Mitteln gekauft wurde, wäre Auwald für die Gesamtfläche eine standorttypische Entwicklung, die im Sinn von Wasserrahmen- und Flora-Fauna-Habitatrichtlinie stünde. Dem waldärmsten Bundesland, Schleswig-Holstein, stünde es gut an, auf öffentlichem Grund beispielhaft auch für private Flächen, Wald in Richtung Wildnisentwicklung zuzulassen.

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Die Ekholter Au, Krückau-Einzugsgebiet, wird stellenweise von standorttypischem Grün begleitet.

Dieser Eindruck gilt leider nicht für weite Strecken des Bachverlaufs. Die Ekholter Au beginnt im Bereich des ehemaligen Liether Moors, seit Langem genutzt, dann intensiv entwässert zum Steigern der Agrarproduktion – mit den resultierenden Eisenfreisetzungen durch Stören des Bodenwasserhaushalts und, daraus resultierend, der Bodenchemie. Zu dieser bundesweit grassierenden Thematik haben Wasserwirtschaft und Bodenschutz bis heute kein Konzept – bzw. werden von Lobby-getriebener Politik daran gehindert, Wissen in Handeln umzusetzen.

Der Bachlauf wurde extrem ausgebaut und unterhalten, vor Jahren vorgenommene Durchgängigkeitsverbesserungen durch Beseitigen von Wehren und Abstürzen reichen zur Wiederbelebung nicht aus.

Im bebauten Raum findet sich auf diese Negativsituation aufsattelnd Vieles von dem, was man sich so vorstellen kann. Von dicken Rasenschnittablagerungen im Ufer- und Böschungsbereich über ungenehmigte Wasserentnahmen, Beseitigen naturnaher Gehölze, statt dessen Anlegen und „Pflegen“ parkartiger Kunstbepflanzung, Bebauung bis auf die Böschungskante (mein Spruch in Vorträgen „Zeig mir dein Bachufer und ich sage, welchen Beruf du hast bzw. deine Verwandtschaft und Nachbarschaft“) – und Weiteres mehr.

Daher hier also ein erster, größerer Versuch Richtung positive Veränderung. Wie im Beitrag vom 2. Oktober für die Mühlenau geschildert, wurden auch hier per Flatterbandzipfel Schüttorte gekennzeichnet.

Die anzufahrenden Punkte sind gut erkennbar.

Das Profil der Ekholter Au ist extrem tief und überbreit – Hochwasserbreite erstreckt sich bis in die Sohle. Ein völlig untypisches Kastenprofil ist das Resultat.

Im während der langen, andauernden Niedrigwasserphase eingewachsenen Gras kann erkannt werden, welche Niedrigwasserbreite der Bach tatsächlich benötigt. Diese Extremsituationen berücksichtigt Gewässer-Restaurieren in Deutschland an den meisten Orten bis heute nicht.

Positiv im überbreiten, übertiefen Profil stellt sich stellenweise der Baumsaum dar.

Hier zeigen Nicht-Erlen (Erlen senden ihre Wurzeln unter Wasserhorizonte) die tief liegende Mittelwasserlinie an. Auch die extreme Ockerbelastung der Ekholter Au ist erkennbar.

Bei kleineren Tests bachab wurde auf die Eisenocker-Situation bereits eingegangen. Bachname in „Suche“ eingeben, so können diese Beiträge aufgerufen werden.

Hoffnungsvoll stimmt trotz alledem, dass standorttypische Unterwasservegetation, hier Wasserstern, in Spuren erhalten geblieben ist.

Bei strukturellen Verbesserungen ist also auch biologische Aufwärtsentwicklung zu erwarten. Auch für die ausgewählte, mehrere hundert Meter lange Strecke der Ekholter Au hat das Land Schleswig-Holstein die beantragten 150 t Kies bewilligt – besten Dank allen Beteiligten!

Vor nun einer Woche war der Aktionstag gekommen – Morgennebel in der Anfahrt weicht der Sonne.

Ich treffe, ca. 1 Std. nach Arbeitsbeginn, auf geschäftiges Treiben. Intensiv genutzte Mähwiese mit gut befahrbarem Untergrund bis an den Bach erleichtert den Einsatz.

Wo solches Gerät mit kundigen Fahrern eingesetzt werden kann, geht die Arbeit schnell von der Hand.

Punktuell werden die markierten Stellen angefahren.

Neben zwei Muldenkippern ist auch ein „normaler“ Ladewagen im Einsatz.

Punkt eingewiesen, rückwärts anfahren …

… und kippen. Ein Schüttwinkel ergibt sich als Wasser-Land-Übergang im übertiefen, überbreiten Bachprofil.

Der Einweisende (pro Ladung sind zwei Punkte zu beschicken) muss sich sputen, beim Wechsel der Fahrzeuge mitzuhalten.

Kurven-Aspekt – DAS sieht aber nach VIEL aus!

Wohl dem, der genug Intuition und Erfahrung hat, Perspektive von Realität zu unterscheiden und sich Baustellensituation Richtung Entwicklung vorstellen zu können. – Allzu viele zeitfressende Diskussionen erwachsen aus mangelnder Erfahrung (was könnte in diesen „verlorenen“ Zeiten alles realisiert werden !?! – Bitte nicht missverstehen: dies richtet sich nicht gegen – auch intensive bis harte – Fachdiskussion).

Diesseitige Totholzgroßstrukturen werden vor übermäßigem Strömungsangriff geschützt, so weitere Jahrzehnte erhalten.

Auch zwischen diesseitigem Busch- und Baumbestand werden Anfahrpunkte genutzt.

Potentielle, früher vorhandene Fischunterstände werden nun wieder angeströmt.

Wir gehen davon aus, auch die unerträgliche Eisen- / Waschwasserähnliche Situation positiv beeinflussen zu können.

Dazu werden gelegentlich Turbulenz-erzeugende Sohlstrukturen aus den Schüttwinkel-Depots geharkt bzw. geschaufelt. Turbulenz und daraus resultierener erhöhter Sauerstoffeintrag kann helfen, das Eisen schneller in eine weniger schädliche Form überzuführen.

Der Vormittag schreitet voran, die Jacke hängt schon länger …

Nach 3 Stunden ist der Kies untergebracht. Gleichzeitig mit mir nach Abgehen der Gesamtstrecke starten Holzwerber auf den Heimweg (es galt einen auf der Wiese liegenden Sturzbaum zu nutzen).

Letzte Flatterbandstöckchen werden eingepackt.

Blick über die größere Teilstrecke. Das hat ja prima geklappt!

Die Krückau ruft – mit 2 Einsatzstellen. Dazu demnächst mehr.

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Es hatte gut geregnet, nachdem wir nachmittags „unseren“ Kies bewegt hatten (voriger Beitrag) – fast kennen wir solch Regen gar nicht mehr. Der online-Pegel zeigte, dass immerhin der mittlere Abfluss über etliche Stunden gehalten wurde (unten im Pegelbild auf der gemittelten Langzeitkurve spiegelt sich das in dem Maß leider nicht so sichtbar).

Ein guter Grund mehr also, einmal zu gucken, was die Kollegen vormittags in der anderen Mühlenaustrecke gebastelt hatten. Dort wurden von festem Untergrund mit Bagger 150 t Kies nach und nach in Muldenkippern punktuell in die mehrere hundert Meter lange Strecke platziert. Anschliessend legte der Bagger mit Anweisung des Verbandsvorsitzenden und eines engagierten Anglers des Fischereipachtvereins [Link im vorigen Bericht] Teile aus solchen Depots um – teils als Strömungslenker, teils als Rauschen.

Erfreulicher Anblick: die Mühlenau mal bei mittlerem Abfluss!

Versetzt zueinander platziert (aus dem Depot links vorn entnommen), sind hier Strömungslenker eingebaut. Diese werden von Gewässer und Bewohnern über die Zeit verändert.

Hier legte der Bagger Kies aus dem Depot vorn links ans andere Ufer direkt gegenüber. Durch die beiden Schüttwinkel, ggf. mit etwas Zugabe auf die Sohle bildet sich eine Rausche.

Solche, im natürlichen Kiesbach regelhaft in kurzer Strecke wiederkehrenden Rauschen stellen optimale Lebens- und Laichstätten dar. Sie werden vom Gewässer zwischen Niedrig- und Hochwasser und von Großlaichern wie Forellen beim Laichen bewegt, neu strukturiert.

Aus der ehemaligen Großsteinrampe hat sich inzwischen eine murmelnde Rausche entwickelt.

Auch hier wird das Bachgeschehen (die „Eigendynamik“, wie das fachlich genannt wird) das Schicksal des Kieses bestimmen.

Wir befinden uns auf gutem Weg vom ehemaligen Sandkanal zum naturnahen, rauschenden Moränenbach.

Standorttypische Vegetation, im Vordergrund eine Erle, wird gefördert.

Und dann wurde ich festgehalten – was bewegt sich da, genau über der Rausche?

Ein Libellenpärchen, in Tandemformation, eifrig beschäftigt!

Um welche Art es sich handelt, blieb mir schleierhaft. Ähnlich rote Männchen kenne ich von solcherart Bächen als Blutrote Heidelibelle. Hier – unscharf, ungenau erkennbar – scheint mir das Weibchen aber bläulich auszusehen, nicht wie für die Heidelibelle beschrieben. Für Hinweise auf eine andere Art bin ich dankbar. – P.S.: Ich danke „Puzzleblume“ herzlich, s. unten in Kommentare.

Klar erkennbar nicht zufällig, sondern von etwa 1/3 Strömungsfläche bis an die jeweils flacher werdenden Uferseiten der Rausche werden offenbar besonders interessante Punkte aufgesucht.

Und dort findet ein ums andere Mal die Eiablage ins Wasser statt.

Faszinierend! Wohl 10 Minuten habe ich dem beschäftigten Treiben zugesehen.

Suchbild. Tipp: ganz oben … – Ein weiteres Männchen guckte sich das Ganze immer mal an, schien manchmal zu attackieren. Ansonsten sonnte es sich wieder auf dem Kies.

Nachdem ich die Gesamtstrecke entlang gewandert war, trat ich äusserst zufrieden den Rückweg an.

Ausgezeichnete Arbeit, ihr Einweiser, Schütter, Gestalter – besten Dank!

Rot leuchten mich Pfaffenhut, andern Orts Weißdornfrüchte und Hagebutten an.

Gut eingestimmt auf Ekholter Au und die beiden anstehenden Krückaustrecken verlasse ich das Gelände.

Ekholter Au und Krückau erhalten demnächst eigene Beiträge.

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Im Beitrag vom 2. Oktober habe ich berichtet, dass Förderungsanträge an das Land Schleswig-Holstein zur Lebensraumverbesserung von Bächen und kleinen Flüssen erfolgreich waren. Nach Jahren erfreulicher Kooperation in stiftungsgeförderten Aktivitäten, die auch 2021 fortgesetzt werden, haben sich die Wasserverbandsvorsteher von Mühlenau und Krückau den Formalitäten gestellt (Vorläufer und Vorbild war der Verbandsvorsteher des Gewässerpflegeverbands Ohlau, Kreis Segeberg).

So waren die Zeit des Vorlaufs und die vergangenen Oktoberwochen (noch) arbeitsam(er als gewöhnlich schon). Es galt, an zwei mehr als 500 m langen Strecken der ländlichen Mühlenau (Pinnau-Einzugsgebiet) 100 bzw. 150 t Kies fachmännisch einzubringen. An der Ekholter Au (Krückau-Einzugsgebiet) und an der Krückau handelte es sich bei vergleichbaren Streckenlängen um 150 bzw. 150 und 180 t Kies.

Erwähnt werden muss der Gewässer- und Landschaftsverband des Kreises Pinneberg, der die Abwicklung des Geschehens ausgezeichnet bewerkstelligt. An dieser Stelle: Mein Dank, der Dank der Bäche und ihrer Bewohner gilt allen Beteiligten dieser Projekte!

Im Folgenden wird über eine der beiden Mühlenau-Strecken informiert. Die zweite sowie die Ekholter Au und die Krückau erhalten jeweils eigene Berichte.

Pünktlich komme ich am verabredeten Treffpunkt an – keiner da?

Wie getarnt steht der Bagger hinter dem Busch, dahinter bachab eine Kette von Kiesbergen.

Für Unbeteiligte, die so etwas noch nie erlebt haben, sieht es „schlimmer“ aus, als es ist.

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus.

Angesichts der nah an Nachbargrundstücke herangearbeiteten Aussenkurven ist hier Sicherung prioritär.

Gleichzeitig sehen wir diese Erosionspunkte als geeigneten Ort des Weitertransports von Kies an. Die Bach-Dynamik wird uns zeigen, wo das Material hingehört.

Interne Umlagerung. Bereits vom Lkw direkt in den Bach geschütteter Kies kann vom Bagger sauber entnommen und umgelagert werden.

So sind Rauschen sehr leicht mit unverschmutztem Kies anzulegen.

Der jeweilige Lager- / Arbeitsplatz wird sauber hinterlassen.

Sonne und Wolken – während die Arbeit gut voran geht, rasen Wetter über uns hin.

Eine in jeder Hinsicht spannende Situation.

Ich habe kurze, normale Stiefel an – wird die Hose nass, oder nicht?!

Es bleibt spannend.

Und dann erwischt es uns voll – der Blick hinten zum Horizont aber steht für Hoffnung.

Noch 2 Kieshaufen … – die Hose, angesichts Regen in 45 Gradwinkel, klitschnass.

Rückweg, Restarbeit, Sonne – die Hose trocknet.

Wir passieren unsere Taten – in dem ehemaligen Sandkanal sind die Grundlagen für den auf Moräne standorttypischen Kiesbach gelegt.

„Den Rest“ muss und wird der Bach – zusammen mit seinen Bewohnern („Bioturbation“, in dem Fall primär von großen Kieslaichern) – selbst bewerkstelligen.

Schnell sind Restkiesmengen einiger so verlassener Schüttstellen untergebracht, …

Alle Schüttplätze sind gesäubert hinterlassen.

Wir warten auf Regen.

Mein Einweisen des Baggerfahrers erfolgte nachmittags. Der nächste Beitrag gilt Mühlenau-Projektstrecke 2, an dem vormittags der Wasserverbandsvorsitzende und ein engagierter Angler des Fischereipachtvereins die Arbeiten dirigiert hatten. – Bei meinem Besuch tags drauf gab es dort Besonderes zu sehen.

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Am Wasser ist es ja immer interessant, man weiss nie, was einem so begegnet.

So freute ich mich kürzlich über einen altgewordenen Baum. Ehrlich gesagt, habe ich nicht in die Krone geguckt (ob es womöglich eine Pappel war), sondern anhand herumliegender Blätter auf Esche mit wirklich vielfältiger Rinde getippt.

Vielfaltigkeit ist schön, finde ich – biologische Vielfalt sowieso.

In Wahrheit aber ist das Foto ein Suchbild.

Anderes Foto, dichter dran – immer noch Suchbild.

Und da sitzt er ja, als gucke er aus seiner Haustür – ein kleiner Frosch.

„Wie hast Du denn den winzigen Frosch dort entdeckt ! ? !“ wurde ich nach Vermailen der Fotos gefragt.

Na ja, nicht durch Absuchen der Baumrinde mit der Lupe(nbrille). Das Rätsel löst sich leicht. Vor meinen Füßen sprang etwas Kleines weg. Aufmerksam geworden, sah ich den Winzling, wie er sich in einer Rindenspalte positionierte.

So wurden die beiden Fotos möglich. Bei noch näherem Herangehen, um nicht „leer“ zu Zoomen, besann er sich eines Besseren, sprang aus dem besonnten Baumfuß wieder ins feuchte Gras – und war verschwunden.

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Im Frühjahr 2017 startete erstes Bekiesen, z.B. an der ländlichen, später auch städtischen Mühlenau, gefördert durch die Edmund Siemers-Stiftung, Hamburg und unterstützt durch den Wasserverband Mühlenau und die Stadt Pinneberg. Nicht zuletzt ausgelöst hierdurch konnte in den Jahren 2018 und 2019 unter anderem von geförderten Projekten durch die Metropolregion Hamburg, dabei auch Pinnau und Mühlenau, hier im Blog berichtet werden. 2020 setzte sich – bei Beachten der jeweiligen Corona-Bedingungen – die Strukturverbesserung etlicher Bäche fort.

Inzwischen sind neben der Kreisverwaltung, Team Wasser und Team Naturschutz, auch das LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume), Dezernat Fließgewässerökologie, sowie der LKN (Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz), Abteilung Wasserwirtschaft …, beteiligt.

So bot sich die Möglichkeit, auch bestehende Förderprogramme des Landes zur Lebensraumverbesserung unserer Bäche und kleinen Flüsse zu nutzen. Die jeweiligen Anträge der Wasserverbände sind bewilligt (herzlichen Dank allen Beteiligten von der Vorplanung über die Begutachtung bis zur Genehmigung!) – es geht an die Umsetzung.

Zwei Strecken an der Mühlenau standen gestern an, um die Anlieferung von 150 bzw. 100 t Kies punktuell zu lenken. Als gut geeignet erweisen sich dafür immer Elektrozaunpfähle, die mit einem Zipfel Flatterband erkennbar gemacht werden – pro Strecke waren 20 Stück vorbereitet. Die Örtlichkeit der einen Strecke ermöglicht, so das Wetter mitspielt, direkt mit 3-Achser Lkw anzufahren und je 2 Punkte zu beschicken. Von dort aus kann weiteres Aufteilen etwa auf 3 Stellen in Punktnähe durch Bagger erfolgen (zur Präzision solcher Baggerarbeit vgl. den vorigen Beitrag). An der anderen Strecke wird die Gesamtanlieferung auf festen Untergrund erfolgen. Von dort aus werden vom Bagger gefüllte Mulden die einzelnen Punkte anfahren, teilschütten. Auch hier wird die feinere Verteilung mit Bagger erfolgen. Ein Beispiel hierfür ist im Blog-Beitrag vom 7. Juli 2020 zu finden (Moorbek, Norderstedt).

Die Entwicklung eines standorttypischen Gehölzsaums ist immer auch Ziel solcher Verbesserungen.

So sollten die Punkte jeweils sicht- und ansteuerbar sein.

Vor jüngerer Zeit eingebrachte Kiesstruktur zeigt überall die nun günstigere Situation – insbesondere in der andauernden Zeit extremer Niedrigwasserführung.

Freie Strecken werden nach Möglichkeit eine längere Rausche erhalten.

Einer der 20 Stecken an Strecke 1. – Wir bleiben nicht unbemerkt.

Ja, wir erregen regelrecht Aufmerksamkeit!

Frei bleiben punktuell vorhandene Startbesiedlungen standorttypischer Pflanzen wie Kammförmiges Laichkraut, Brunnenkresse, Wasserstern.

Abstand gehalten wird ebenfalls zu Drän- und Rohrzuläufen, hier durch Metallpfahl gekennzeichnet.

Eine alte, punktuelle Sohlpflasterung zeigt ebenfalls eine Zuleitung an – hier wird entsprechend Abstand gewahrt.

Strecke 1 ist bestückt, Rückkehr zum Ausgangspunkt.

Ab November wird der rote Punkt in solcherlei Fotos ein anderes Rot aufweisen, der Motor elektrisiert sein.

Mehrere Flatterbandpfähle in Strecke 2 – zügig gehen wir das Ufer ab.

Fertig, auf dem Weg zurück zu den Autos.

Zum Abschluss noch ein Foto aus Strecke 1 mit älterer Kiesrausche, die bereits mehrere Winter von Forellen und im Frühjahr von Flussneunaugen belaicht war.

So in etwa stellen wir uns die Entwicklung vor. Möge das Wetter unserem Unterfangen bei Kiesanlieferung und -einbringen hold sein!

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Bei der Anfahrt zeigte sich einmal mehr das Dilemma, in dem wir stecken. Großflächige Beregnung – wie steht dies zu Wettersituation und Klimawandel?

Die Entnahme von Wasser aus den oberflächennahen Grundwasserleitern – die aus anderen sicherlich genau so – gehört dringend vor dem Hintergrund der lange sichtbaren Entwicklung unserer Gewässersysteme auf den Prüfstand. Dabei sind geologische Überlegungen und Einschätzungen zum „Wasserdargebot“ (wir werden noch immer als „Wasserüberschussland“ bezeichnet!) zu überprüfen. Bislang spielt der notwendige Schutz für Abflüsse aus Quellen, in Bachoberläufen offenbar für die Praxis so gut wie überhaupt keine Rolle ! ? ! ?

Das – wieder einmal seit Frühjahr „fliessende“ – Niedrigwasser unserer Bäche und Flüsse zeigt die Strukturlosigkeit, Übertiefe und Überbreite der heutigen, lebensfeindlichen Situation.

Im Fach-Jargon heisst sowas „hmwb – heavily modified waterbody“, also „erheblich modifiziert“. Das hört sich fast nett an. – Ich nenne es üblicherweise deutlicher: „hingerichtete Gewässer“.

Wir fangen am Erosionsabriss bachab der Brücke an. Schon liegt die erste Schaufel Kies linksufrig im Bachbett.

Aufgrund der beengten Situation im Umfeld lagert der Baggerführer den gesamten Kies auf diesen Punkt um.

So „sind wir von der Straße weg“. Die Arbeit kann vom Ufergrundstück aus Stück für Stück bachab erfolgen.

Das Arbeits-Depot wächst.

Währenddessen gucke ich mir das Bachbett näher an. Allüberall auf den Sandbänken sind gut erhaltene, frische Otterspuren erkennbar. Toll!

Diese, technisch durch alte Bongossiwand verunstaltete Kurve ist Hauptziel unseres Einsatzes.

Vorhandene Bäume werden wir ebenfalls durch Kiesschüttung schützen, so längerfristig erhalten.

Spuren von Wasserstern lassen ein gutes Potential erkennen, bei Verbessern der Sohle standorttypische Unterwasservegetation zu entwickeln.

Das gilt auch für den Aufrechten Merk / die Berle (je nach Sprachgebrauch).

Rost und Waschmaschinenwasser (Eisen in diversen Umwandlungsformen) – auch die gestörte Boden-Wasser-Situation wird durch Turbulenz und große, aktive Oberflächen verbessert werden.

Der punktuell abgeladene Lkw Kies ist inzwischen fast vollständig ins Arbeits-Depot überführt.

Restmengen Kies legen wir in die Erosionsstellen unmittelbar bachauf der Brücke, am linken Ufer …

… und auch am rechten. – Gut, wenn geeignetes Gerät vor Ort ist (den Künstler an der Lenkung und Steuerung des Ganzen nicht zu vergessen!).

So kann es also ans Gestalten der Strecke gehen.

Der erste Baum erhält seine Schutzschüttung. Diese wird den Erosionsangriff am Ufer mindern.

Noch sieht die Bachsohle fast durchgängig so aus. Alles, was Leben zulassen würde, ist von bewegtem Erosionssand über schichtet.

Der erste, als Rausche gestaltete Lenker wird angelegt.

So sieht er bald in rauer Ausführung aus.

Den Ausgang der mit alter Bongossiwand bestückten Kurve werden wir zunächst einmal weiter beobachten.

Ein zweiter Lenker, ebenfalls als Rausche ist bachab fertig.

Diese erste Kiesladung ist gut untergebracht. Wir warten ab, welche Entwickung Herbst und Winter mit den doch hoffentlich zu erwartenden Hochwasserabflüssen bringen wird.

Vorweg wird aber mit Harke noch feinprofiliert – hier die Mühlenau bei NNW an der unteren Rausche, Blick bachab.

Auch dieser geringe Abfluss ist durch den Kieseinbau in der Lage, bei Durchtritt und Überfliessen spannende Sedimententmischungen zu produzieren. – Die Eigendynamik des Bachs ist geweckt.

Blick aus Richtung Brücke bachab, links vorn der Schutz des ersten Baums.

Die Regenwasserzuläufe haben wir selbstverständlich …

… frei abfliessend hinterlassen.

Die Baustelle wird ordnungsgemäß verlassen, der Zaun an der Durchfahrt wieder hergestellt, die Kiesschüttstelle des Lkw plan gezogen.

So kann der noch junge Herbsttag weiter seinen Gang nehmen.

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Im Frühjahr hatten wir eine heftige Erosionsstelle im ländlichen Raum mit erstem Kies versehen (vgl. Bericht vom 30. April). Inzwischen hat diese Stelle eine Menge Aufmerksamkeit erfahren. Und so kam es, dass der Wasserverbandsvorsitzende Ende des Sommers einen Anruf erhielt „Da oben habt ihr so schön gearbeitet. So möchte ich das für mein extrem erosionsgefährdetes Ufergrundstück auch haben.“.

Das soll dann so sein. Lebensraumverbesserung in Kombination mit Verringern übermäßiger Erosion ist immer unser Ding. Schnell war geklärt, wer die Kosten für Kieskauf übernimmt und wer für die Arbeit.

Vorgestern bekam ich einen Anruf, der Kies sei vor Ort. So verabredeten wir uns spontan für heute Morgen, 9 Uhr.

Der Künstler mit geeignetem Gerät und ich kamen fast gleichzeitig an. Der Kieshaufen erschien uns für einen 4-Achser Lkw (18 t Kies) fast klein.

Manchmal merkt man aber erst am Ende, wie viel man – schnell ! – geschafft hat.

Wie das Ganze weiter ging, berichte ich wohl erst nächste Woche.

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Das sonnige Herbstwetter begeistert nicht nur Menschen von jung bis alt. So sahen wir, kurze Fußwanderung während einer Rad-Tour über allzu wurzelreiche und steinige Holperstrecke, eine junge Blindschleiche, sich sonnend mitten auf dem Wander- / Radweg. Sowas führt schnell mal zum Tod, wie kürzlich an einer plattgefahrenen jungen Ringelnatter beim Vorbeifahren anderswo gesehen.

Das Tierchen fand die aufgewärmte freie Sand- / Steinfläche ganz ausgezeichnet. Wären wir hier nicht gerade zu Fuß unterwegs gewesen, hätten wir sie sicher nicht gesehen, sie vielleicht gar überrollt.

Damit sowas nicht so bald vorkommt – die Blindschleiche wird selbstverständlich solch begehrten Sonnenplatz wieder aufsuchen -, stuppsen wir sie am Hinterende an.

So, sie verschwindet im Grün des Wegrands.

Erstmal gerettet. Von vorn nahen Radler, auch wir steigen wieder auf und setzen unseren Weg fort.

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Kürzlich fragte eine Nachbarin, sie sähe keine Störche mehr auf dem Nest einer nicht weit entfernten Stadt – wo die denn wohl geblieben wären?

Na, die werden wohl auf der Reise ins Winterquartier sein?! So hatte ich 2017 im August bereits Ansammlungen von fluginteressierten Störchen nahe Holm gesehen. – Kurz nach dem Nachbargespräch meldete sich der seit Frühjahr stille Newsletter „Störche auf Reisen“, offenbar ein Bisschen verspätet. Die Weißstörche sind schon weit geflogen, einige der Senderstörche bereits am Ziel angekommen!

Nun sind Senderstörche sicherlich nicht alles, was die Storchenpopulation zu bieten hat …

Gestern in der Holmer / Hetlinger Marsch – im Foto 2 von 4 Weißstörchen.

Es sind also noch etliche Tiere im Bereich der Brutgebiete, nehmen sich noch Zeit.

Weiter in die Marsch über den Lanner geblickt – jenseits des Rindes halten sich ein Schwan sowie etliche große Gänse auf, dahinter 2 Silberreiher auf.

Nebendran auf der Wiese streiten sich zwei Graureiher, ein kleiner Luftkampf folgt.

Was auch immer der Anlass war, Futter, Standplatz? – nach einer Weile ziehen die beiden Streithähne ab.

Am Alten Heuhafen Hetlingen, aufgrund der Trockenheit um 1 m runtergeschrumpft und völlig Entenflott-bedeckt, steht ein Graureiher auf einem Baumstamm.

Der interessiert sich überhaupt nicht für mich, dafür offenbar um so mehr, ob sich das Entenflott (bzw. etwas darunter) bewegt.

Nix erwischt – mal ein Bisschen vortasten.

Neuer Standplatz, neue Aufmerksamkeit.

Ich radele weiter.

Hinter dem Elbe-Hauptdeich treffe ich wieder Graugänse, ganz cool …

Seit geraumer Zeit halten sich hier zwischen Wedel und Hetlingen wohl an die 1.500 Graugänse in Gruppen von je 50-200 Tieren auf. Radler stören sie wenig – auch wenn sie zahlreich auftreten. Zwei Tage vorher, „andersrum“, die Sonne im Rücken, sah die Begegnung wie in den nun folgenden Fotos aus.

Fährmannssand Richtung NABU-Vogelstation – Hetlingen, Graugänse auf der Deichverteidigungsstraße und nebendran.

Wir kommen näher.

Nur die nahen Tiere weichen etwas aus.

Und näher … – die werden doch …

Ok, ihr Radler, wenn`s denn sein muss …

Zurück zur Ausgangsfahrt – jede Menge Stare, etliche Kiebitze und viele Arten mehr sind jetzt reisend und rastend hier in der Marsch unterwegs.

Kurz vor Schluss meiner Tour, in der Marsch vor der Wedeler Geestkante, gleich querab vom Theaterschiff Batavia, steht ein einzelner Weißstorch, ruhend, sich sonnend.

Vor weiteren Aktivitäten wird das Gefieder geordnet.

Weißstörche werden wir 2020 hier wohl bald nicht mehr zu sehen bekommen. Wir sind gespannt, wie sich die bald zu erwartenden Massen von Nonnengänsen mit den dieses Jahr so zahlreichen Graugänsen arrangieren werden.

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