„Vom Gletscherfluss zum Mühlenbach“, so hiess eine vom Elbmarschenhaus angekündigte Veranstaltung. Da musste ich hin!
Und in der Tat, wie in der Ankündigung beschrieben, erlebte ich eine „Kurzweilige Winterwanderung durch die Kultur- und Landschaftsgeschichte
des Wedeler Autals mit dem zertifzierten Natur- und Landschaftsführer
Norbert Jaedicke.“ .

Treffpunkt zur Gletscherfluss-Wanderung bei bestem Wetter war der Wedeler Roland.

In der Wedeler Altstadt ist eiszeitliches Steinmaterial in Einzelstücken und als buntes Pflaster zu sehen.
Manch einer wundert sich, wie solch Steine ins Norddeutsche Tiefland gelangen konnten.

Vorsicht, Baum hört mit! Ein Ohrloch in der Uralt-Kastanie vor dem Freihof.

Der Heringsgang, Erinnerung an frühere Hafenzeiten an der Mündung der Wedeler Au in die Elbe.
Und nicht nur Fisch, sondern auch größeres Viehzeug wurde hier verschifft, z.B. Rindviecher zu Tausenden.

Und immer wieder für den aufmerksamen Beobachter: buntes Pflaster aus skandinavischen Gesteinen – von der Eiszeit / den Gletschern weit nach Südwesten transportiert.
Wer mehr über Art und Weg der Steine lesen möchte, findet Interessantes z.B. hier.
Der Wedeler Hafen lag abwärts der Wassermühle. Aufwärts liegt üblicher Weise ein Mühlenteich, so auch hier.

Blick über den Wedeler Mühlenteich vom Wehr aus – Wandersperre für Wanderfische und Neunaugen der Elbe.

Graugänse bevölkern die Feuchtwiesen des Wedeler Autals. Maulwürfe wirken in den trockeneren Partien.

Eichen und Erlen lassen den Übergang von der Geest ins Autal erkennen.

Aktives Maulwurfleben – was für Bauleute!

Galloways und Reiher – extensive Viehhaltung bietet artenreichen und speziellen Wiesenblumen Lebensraum, z.B. auch Orchideen.

Die Wedeler Au, in den meisten Strecken noch restaurierungsbedürftig.

Und weiter zieht die wissbegierige Schar.

Der Wasser-Erlebnisbereich – so könnte der gesamte Bachlauf aussehen.
Wie Restaurieren im Norddeutschen Tiefland geht, steht beispielsweise hier. Der NABU in Hamburg und Umgebung ist wohl aktivster Verband für derlei Verbesserungen.

Das Beispiel in grob – pardon, groß. Ein Findling halbiert die Überbreite des Bachprofils – schon zeigt sich turbulente Strömung, die die Bachorganismen benötigen.

Restaurieren mit Kies, Steinen und Totholz – die Mischung macht`s.

Noch`n Graureiher: „Wer läuft denn hier in meinem Revier?!“

Schottisches Hochlandvieh, Longhorns – Schlamm der zertrampelten Wiese und Zufutter in mildem Winter zeigen: Dies ist Hobby-Haltung, keine extensive Flächennutzung. Für Boden- und Gewässerschutz wäre eine Abstockung auf halbe Viehzahl pro Hektar wünschenswert.

Regenwasserzuläufe, fast als Kunstwerk – hoffentlich wird das Wasser der Wedeler Au gebremst und vorgereinigt zugeführt.

Vielfältige Altbäume – wertvoller Lebensraum für viele Arten.

Erste Mistel-Vorkommen – mal sehen, wie es weitergeht.

Eine dunkle Wolke mit wieder auftauchender Sonne schafft zum Abschluss einen spannenden Horizont.
Als „Sahnehäubchen“ wurde ein vorbeizischender Eisvogel von der tief stehenden Sonne beleuchtet. Netter Weise setzte er sich nahe unserer Gruppe einen Moment auf einen Ast, so dass fast alle das leuchtende Rot des Bauchs und das blau-grün-türkise Metallschillern von Rücken und Flügeln erkennen konnten.
Wer an solcher Wanderung ebenfalls teilnehmen möchte, hat am Sonntag, 29. Mai, 14-16.30 Uhr, Gelegenheit dazu.
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