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In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts im vorigen Jahrtausend stand Deutschland – insbesondere im Technischen Umweltschutz – weltweit als beispielhaft und Vorreiter für die notwendige Verbesserung in Richtung Gesundheitsverbesserung und Qualitätsverbesserung für Wasser, Boden und Luft.

Heute von vielerlei selbsternannten Schlaubergern kritisierte EU-Regelungen, z.B. die Wasserrahmenrichtlinie, auch Luftgrenzwerte für die Verbesserung der Lebensbedingungen in Städten, wurden maßgeblich von Deutschland und gleichartig orientierten Staaten ins EU-Recht eingeführt. Wir erinnern uns: In den 1990ern vertrat uns in Brüssel als Umweltministerin Angela Merkel, davor Klaus Töpfer.

Leider scheint es bei vielen Politikern so (wie bei auch bei manch Schnell-Aufsteiger in der Verwaltung), als würde alles neu Gelernte beim Job-Wechsel wie ein Chip aus dem Speicher entfernt. Das wirkt sich für die Praxis meist tragisch aus.

So wundert es den Beobachter nicht, dass die EU konsequenter Weise Deutschland mit Verfahren überzieht – kümmern wir uns doch um erforderliches Handeln gemäß Fachlichkeit und Recht nicht so, wie wir es als Gesetzesrahmen selbst definiert und gemeinsam beschlossen haben. Peinlich ist das, Beispiel und Maßstab für die Entwicklung rechtsfreier Räume in der Gesellschaft auch anderswo.

Konkret zum Thema Luftverschmutzung in Städten. Nicht jeder passt in das scheinbar vorurteilsbelastete vorgenannte Schema: Dazu ein Inverview mit Prof. Dr. Klaus Töpfer, der zu Fachlichkeit und Recht steht.

Herzlichen Dank dafür ! Möge Besinnung – und Handeln ! – endlich einkehren (das gilt im Übrigen auch für das Thema Boden, zu dem Deutschland bis heute kein handlungsorientiertes Schutzgesetz hat – Lobby-Arbeit der Industrie-Agrarier lässt grüssen).

Wir sind natürlich weiterhin begeistert, solch aufmerksame, eigensinnige und konsequente Tiere zu sehen – wie hier am Strand von SPO.

Vorweg – in Erinnerung an unsere Kampfdackelzeit. Die Eigenschaften der Terrier (ob Tier, ob Mensch) sind wichtige Bestandteile auch im lebendigen Geschehen unserer Gesellschaft. Manchmal wünschte man sich mehr davon.

Nun aber zum eigentlichen Bericht. – Für Kleine bis Große ist in St. Peter-Ording und Umfeld interessant, tierische Angebote wahrzunehmen. Für zwei Einrichtungen, den Westküstenpark in SPO und das Multimar Wattforum in Tönning, werden im Folgenden ein paar subjektive Eindrücke gegeben.

2 Flieger – Den Westküstenpark in SPO nimmt man bereits bei Spazier- oder Einkaufsgängen wahr.

Häufig sichtbare, frei fliegende Störche und Reiher sind dem Angebot des Westküstenparks, Robbarium, geschuldet. Sowohl eigene Tiere als auch Gäste von ringsum segeln über SPO Dorf.

Weissstorch und Graureiher im Westküstenpark.

Wir sind immer wieder erstaunt, wie solch im Flugbild riesig wirkender Storch neben einer Silbermöwe ziemlich klein wirkt.

Das Gleiche gilt für Graureiher – hier im Vergleich zu „dicken“ Nilgänsen.

Immer wieder gern gesehen: der Schwarzstorch.

Der Schwarzstorch ist Symbol eines umfassenden Gewässerschutzes, vom nassen Medium bis ins Umfeld, Auen und Auwald.

Rauchschwalbe – ein leider selten werdender Besucher.

Bei den Vierbeinern beeindrucken uns immer wieder die unterschiedlichen Hornformen der Ziegen.

Alter Bock.

Mutter führt die Jüngsten aus.

Aquarien vermitteln Süß- und Salzwasser – Flussbarsch und Wollhandkrabbe.

Der Schnäpel, besonderer Wanderer zwischen den Welten – Symbol für bislang nicht ausreichende Gewässerrestaurierungen.

Die Seehunde – begeistert, dass die Fütterung (mit interessanten Informationen) begonnen hat.

Konzentration.

Seehund zum Anfassen, neu – die Kleinen erfreuen sich am geradezu flauschigen Fell des neuen Exponats. Das vorweg langjährig genutzte hatte teilflächig anstelle von Fell nur noch Lederhaut zu bieten.

Zum Abschied grüßen die Kormorane.

Mal sehen, wann wir das nächste Mal in SPO sind.

Nun kann es ja nicht immer NUR die Sonne am Strand sein …

Ein Bisschen Abwechslung zwischendrin schadet nicht.

Entlang halbschattiger Fuß-/Radwege radelten wir an – oder anderswo hin.

Über den Binnendeich, rein ins Beruhigte, fanden wir unsere Ferienwohnung.

„Robbe“ gefiel uns ausgezeichnet.

Die Eiszeit-Historie, gut ums Haus dokumentiert.

Ein kleiner Gebrauchstest in Sachen Begehbarkeit täglich – musste sein.

Unerwartet, ein kurzes Aufblitzen – fast übersehen: volle Bärlauchblüte in einem speziellen Hausgarten.

Frühsommer-Grün, wir haben es genossen!

Demnächst folgen noch „die Tiere“.

Wir sind gen Norden gefahren und haben die Küste erreicht.

Kurz-Stopp in Dithmarschen – und weiter ging`s.

Horizonte – per Rad zum Strand (2 weitere Partien wählten den Pkw).

Horizonte – nix zu sehen?

Doch: Leuchtturm Westerhever. Wie man liest, eins der meistverwendeten Werbe-Motive des Nordens.

Spätestens jetzt wird dem halbwegs Kundigen klar, wo wir gelandet sind. Es ist doch keine Insel, immerhin aber die Halbinsel Eiderstedt geworden – SPO, wie Insider kürzeln. „Sankt Peter“ spricht manch älterer Tourist, um sofort vom Jungvolk ergänzt zu werden „- Ooooording!“.

Konzentriertes Forschen.

Fernblick.

Wegen des Meeresspiegelanstiegs ist begonnen worden, im Rahmen ohnehin notwendiger Restaurierungen erste Pfahlbauten gut Hundert Meter „Richtung Land“ zurückzunehmen.

Gut Wind!

Grenzen erkennen – und überwinden.

Auf dem Weg (der Weg ensteht beim Gehen).

Mäander-Forschung möglich – offenbar Grundwasser (gefühlt: saukalt – pardon, „sommerkühl“).

Die Nordsee – friedlich.

Die Nordsee bei Ostwind, noch friedlicher. Braun – ist hier Rungholt angespült (der verklappte Hamburger Hafenschlick doch wohl nicht, per Nordwanderung)?

In Erwartung der Wellen.

Rippelmarken, natur.

Rippelmarken, technisch.

Massen Organik: Pollen ohne Ende, alles gelb.

Was für ein Urlaubswetter – besser mit Hut, der tut gut.

Demnächst folgen weitere Eindrücke.

Was für ein Wetter für den 829. Hamburger Hafengeburtstag.

Die letzten Besuchs-Schiffe verlassen den Hafen Richtung Nordsee, zufällig das größte seiner Art sehen wir auf einer der ersten Radtouren – nach unserem Inselurlaub (dazu demnächst mehr).

Nein, den historisch rauchenden Eisbrecher Stettin haben wir gestern schon gesehen.

Ein historischer Segler fing unseren Blick ein – nicht dieser, das war schon vorgestern.

Marinetraffic verriet uns: da kommt die Sedov am Yachthafen vorbei.

Nochmal, weil`s so selten geschieht, diesmal zwischen Fahrwassertonne und Elbinsel.

Es lohnt, über die Sedov nachzulesen.

Im nächsten Beitrag wird also das Geheimnis zu „Reif für die Insel“ gelüftet.

 

Jetzt zum Frühling, eigentlich immer, soll alles „schön sauber“ sein.

Wo das aus berufstechnischen Gründen erforderlich ist, z. B. in Schlachtereien, ist der Kärcher Hochdruckreiniger ein Gerät der Wahl. (Vorsicht, Schleichwerbung)

Heutzutage ist aber auch Herr Jedermann oft genug mit solch für ihn überdimensioniertem und für die Sache, um die es geht, völlig ungeeignetem, Gerät ausgestattet. Und so, Pardon, Fa. Kärcher, Verb hat sich so eingebürgert, „kärchert“ manch Laie munter drauflos.

Das übliche Bild: von Privat wird der Dreck ins Öffentliche gespült – und dort hinterlassen.

Anderes Beispiel.

Einmal abgesehen vom Dreck, der dem Nachbarn, uns allen, überlassen wird: Manch Pflasterstein rauht auf, lässt Moose und Flechten jetzt erst recht wachsen – so`n Schiet aber auch! Die Pflasterfugen werden freigespült, das Pflaster wackelig, Samen siedeln „unten“ fast besser, als vorher oben – auch so kann man Grün fördern.

Häufig genug ist der nächste Gully zum Regenwasserkanal nicht fern. Der oft genug kleine Bach, der diesen organisch reichen Dreck empfängt, knickt in seinem Sauerstoffgehalt ein.

Wer stellt sich vor, dass bei vorgefundenem Einbruch an Besiedlung mit Lebewesen „der Hochdruckreiniger“ Schuld ist?!

Ganz blöd wird`s, wenn nicht die Summe an Laien, sondern die Summe an „Professionellen“ den Dreck produziert.

„Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ – Ich frage mich, was sagt die LAWA im förderalen Deutschland zu dieser Art Gewässerverschmutzung (meine Suche brachte kein Ergebnis, Behördenversagen?). Unerlaubte Gewässerverschmutzung nach Strafgesetzbuch? – Vielleicht ist es aber eine nicht genehmigte Indirekteinleitung und der Bürgermeister haftet – was sagt der Städte- und Gemeindebund (auch dort wurde ich nicht fündig)?

Dann man ran. Nicht zuletzt Fortbildung tut Not. Damit es nicht einmal mehr heisst „Der Mörder ist immer der Gärtner„.

Über uns dreht der Regenschwanz eines stürmischen Tiefs. Die unter 10 Grad C fühlen sich wie 5 an.

Blick aus dem Küchenfenster – ja, hat es denn geschneit?! Dieser Apfelbaum, weiss in voller Blüte.

Die Deichschafe üben noch durch Rubbeln an der Bank, das Apfelbaumweiss zu erreichen.

Nachher, auf dem Marktplatz, wird es bunter, wenn der Maibaum aufgestellt wird.

Morgen wird die Welt wieder ganz anders aussehen, die Temperatur auf das Doppelte ansteigen.

Dann leuchten wieder die Sumpfdotterblumen im Elbe-Deichvorland in der Sonne.

Die Auwaldbäume werden sich anstrengen, das Grünen der Ränder einzuholen.

Ein Brief in der Post, eher seltenes Ereignis heutzutage. Wer schreibt? Verwaltungsgericht Lüneburg. – Oha, was habe ich angestellt?!

Durchatmen nach Lesen, in Sachen IndustrieAgrarier gegen Landwirtschaftskammer (Widerspruch gegen Bußgeldbescheid) bin ich als Zeuge geladen. Der Fall stammt noch aus unserer Niedersachsen-Zeit.

Blick Richtung Lüneburger Altstadt von Osten. Wenn ich hier schon hinmuss, werde ich anschliessend „runter“ gehen.

Mit den Daten der Ladung erinnere ich mich an einen schönen Radel-Nachmittag im August 2015 im früheren Wohnbereich.

Entspannt radelten wir auf ein Wege-T zu und bogen links ab. – Sieh da, langstreckig der Orange Blitz.

Umgedreht, fotografiert – bei Google Earth nachgemessen: ca. 640 m, ganz schön.

Wir meinten, das müsse die zuständige Verwaltung prüfen auf

  • Handeln gegen Glyphosat-Anwendungsverbot,
  • Gift spritzen auf öffentlichem Grund.

Beim Weiterradeln hüllte uns bald eine Staubwolke ein – „Mutterboden“, feinst, mit allem was an Nähr- und Giftstoffen dranhängt, wird vom Wind über Nachbarflächen verteilt.

Blick zurück. Der schlagkräftige Landmann in voller Fahrt lässt eine in 45 Grad wegziehende Staubschleppe hinter sich.

Man muss halt wissen, wo`s längs geht. Der Mais ist heiss.

Bevor wir zur Lüneburg-Besichtigung kommen, hier noch ein paar Erläuterungen.

Dienstlich in Hamburg unter anderem mit Pestizid-Umweltverstößen und Umweltberatung befasst, setzten wir laien-verständliche Tipps ins Netz, die noch heute hilfreich sind. Hier das zu Glyphosat und Verwandtem.

Konsequente Anwendung durch Erstansprache und Kontrolle, ggf. Ahndung, führte uns zu sehr starker Abnahme des Fehlverhaltens von Anwendern.

Beim Radeln und Autofahren, privat in Niedersachsen, wurden solch Befunde der zuständigen Behörde mitgeteilt, die gleichartig konsequent vorgeht.

„Der Orange Blitz“,  so nennen wir einen Zeitraum etwa 2 Wochen nach Glyphosat-Anwendung, wo das darauf achtende Auge geradezu schlagartig eine Fläche / Strecke erfasst. Später ändert sich die Farbe, geht in mit Trockenschäden verwechselbare Färbung über.

In diesem dienstlich / privaten Zusammenhang verlief meine Zeugenaussage, nur gestört vom nicht angenehm wirkenden (um es vornehm auszudrücken) Anwalt der AgrarKlägerseite, sachlich.

Also rein in die Altstadt von Lüneburg.

Vorbei am alten Hafenkran.

Das Rathaus.

Der Studentenstadt geschuldet, oder wie auch immer: warm gehaltene Regenfallrohre.

Auf dem Rückweg glitzernd entdeckt, weitere Vergangenheit.

In Zeiten, in denen die Durchgängigkeit von Fliessgewässern in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Ländern – überhaupt noch nicht „in“ war, hatte ich den Denil-Fischpass über kanadische Literatur und dänische Realität entdeckt. Veröffentlichung in Deutsch schreiben, Diplom-Arbeit ausschreiben erbrachte unter anderem diesen, in Lüneburg noch funktionsfähigen Pass. Die Bauform entspricht heute, Jahrzehnte später, nicht mehr den Anforderungen.

Es wurde aber auch in Deutschland nicht das dänische Prinzip verstanden: „Wo immer wir können, bauen wir auf Verschleiss diese „billige“ Variante und erreichen bei richtiger Bauweise eine Teildurchgängigkeit für viele Fischarten und -größen. – Nach Abschreibung des aus heimischem, unbehandeltem Holz gebauten Bauwerks, ca. 15 Jahre, erwartete DK neue, bessere Konstruktionen und eine bessere Akzeptanz“.

So geschah es in DK, wie vielerorts in diesem Blog und im Internet nachlesbar ist. Dort sind heute fast alle Fliessgewässer durchgängig, bis hin zum Aufkaufen von Mühlen- und Fischteich-Rechten und anschliessender Herstellung eines naturnahen Bachverlaufs.

Oh, Deutschland, Du Land der Schläfer und Technik-Freaks! (Hier bauen wir weiter Prothesen.)

Stinte vor dem Denil-Pass. Leider in jüngeren Jahren kaum noch feststellbar.

Das liegt offensichtlich am Zustand der Unterelbe, der sich nach sehr positiver Entwicklung in den 1990ern zeitlich mit der Jahrtausendwende wieder verschlechterte.

Ilmenau-Wehr und Denil-Fischpass.

Abschied vom Hafen.

Wir gehen Richtung Auto. Ein fetter Stau vor dem Elbtunnel erwartet uns.

Wie wird es wohl im Prozess weiter gehen?

Die Erfahrung lehrt Folgende Möglichkeiten

  • Die Richter sehen die Beweislage als nicht ausreichend an. Dem Widerspruch gegen das Bußgeld wird stattgegeben. Der Steuerzahler trägt alle Kosten, das dürften mindestens 5.000 € sein.
  • Die Beweislage wird als überzeugend angesehen, die Agrarier-Klage wird abgewiesen. Daraufhin – Achtung, Strategie! – zieht der Kläger seinen Widerspruch zurück (vor Abweisen, noch in der Findungsphase), zahlt sein Bußgeld. Für den Steuerzahler äusserst frustrierend, die o.g. 5.000 € bleiben bei ihm hängen.

Haben Sie es in Lüneburg gesehen: ein Einhorn!!!
Wunder gibt es immer wieder!

Egal, wie das Verfahren ausgehen wird, entscheidend ist, dass in Deutschland Wirtschaften nicht auf Gift-Basis betrieben werden darf! Insofern bleibt zu hoffen, dass die Politik nun endlich einen Schlussstrich unter derartige Praktiken zieht.

Mögen Bilder wie dies …

… und dies der Vergangenheit angehören.

In diesem Blog enthaltene Spritzungen bis an neu entstandene B-Plan-Bebauung mit jungen Familien mit Kleinkindern erspare ich mir und Ihnen.

Also, Glückauf in eine pestizidfreiere Zukunft!

Nachdem nun über die biologische Besiedlung von Kiesen und Treibselsammlern an  der Osterau im Wildpark Eekholt, über die TUHH-Exkursion an die Este (35 Jahre Restaurieren als Praxisbeispiel) sowie über die Besiedlung der 2017 in die Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, eingebrachten Kiese berichtet wurde, folgt heute die Ohlau, Bad Bramstedt.

Hier sieht es bislang genau so (schlecht) aus wie an nahezu allen Moränenbächen des Norddeutschen Tieflands, da der eigentliche Lebensraum über die vergangenen beiden Jahrzehnte so gut wie nicht verbessert wurde. Dementsprechend – mit Blick auf alle Gewässer Deutschlands (gilt auch noch übergreifender in Europa) – fallen Zahlen und Verweise auf Ursachen aus.

Es muss also jeweils vor Ort ((viel) mehr) gehandelt werden. Gesessen und gesprochen wird genug, Gutachten jeglicher Art haben genügend Steuergelder beansprucht.

Wir haben etwas getan, 2017 zunächst, um die Ohlau in ihrem Verhalten kennen zu lernen. Mehr kann folgen.

Auf meiner Tierchen-Untersuchungsreise gen Norden bin ich in Bad Bramstedt angekommen.

Gleich südlich der Bebauung an der Ohlau ist unsere Teststrecke. Ein Golfplatz scheint seine Aktivitätsgrenze bis unmittelbar an die Wasserlinie zu beanspruchen (gern kann der Verein beim Restaurieren mitmachen).

Weite Strecken sind durch Baumfreiheit und daraus resultierende übermäßige Erosion gekennzeichnet. Das überbreite Gewässerbett schadet Flora und Fauna.

Im bewegten Sand halten sich weder Pflanzenwurzeln noch sind auf z.B. 100 m² ein paar Tiere auffindbar.

Noch vor wenigen Jahren laichten hier, an der Abflussmessstelle, im baumbestandenen Prallhang auf Kies und Geröll Meerneunaugen. Inzwischen ist jegliche standorttypische Struktur von bewegtem Sand begraben.

Im Beitrag vom Nikolaustag vergangenen Jahres (6.12.2017, Suche über Kalenderfunktion) habe ich beschrieben, wie „Hölzchen & Stöckchen“ hier eingebaut wurden. Getestet werden sollte, ob so zum Einen das Ufer von übermäßiger Erosion entlastet werden kann, zum Weiteren, ob über Ufer-/Landaufbau eine so strömungslenkende Wirkung entsteht, dass die Prallhangsituation wieder optimiert ist.

Da steht der unterste Treibselsammler. Offenbar hat er etwas gesammelt.

Die beiden oberen Treibselsammler.

Landseitig Uferschutz und Landgewinnung, Turbulenz zur Bachmitte zeichnen sich ab.

Uferschutz, Landgewinnung, Turbulenz – der Bachquerschnitt ist diversifiziert.

Allerlei treibendes feines Astwerk bildet dreidimensionale Struktur, auch treibende Pflanzen sind festgehalten worden.

Genauer betrachtet sind hier von Wasser- zu Landpflanzen mindestens 3 Arten aufgehalten.

Wir dürfen gespannt sein, wie die dreidimensionale Entwicklung und die Besiedlung mit Pflanzen weiter geht.

Nun erstmal zu den Tieren.

Köcherfliegenlarven mit Pflanzen- und / oder Totholzhaus besiedeln die festgehaltenen Ästchen.

Runde Eintagsfliegenlarven mit fadenförmigen Kiemen ebenso.

An den turbulenten Strömungskanten des neu aufgebauten Lands sind Feinkiese frei gespült worden.

Im Feinkies finden sich die grabenden Eintagsfliegenlarven Ephemera, unterschiedlich alt.

Über Kleinmuscheln und zahlreiche Bachflohkrebse muss ich nach den vorangegangenen Berichten von anderswo sicherlich nicht berichten.

Die Ohlau, unbehandelt, bleibt gekennzeichnet von bewegtem, einkörnigen Sand – lebensfeindliche Wüstenei.

Blick aufwärts von der Messstation – hier sollen noch Kies-Strömungslenker folgen. Die Treibselsammler können durch zusätzliche Stöckchen Richtung Bachmitte in ihrer Strömungslenkwirkung intensiviert werden.

Es passen wohl auch noch ein paar zusätzliche Treibselsammler zwischen Teststrecke und Messstation.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der erste Test mehr als gelohnt hat. Da satteln wir drauf.

Durch ein kleines Stück Frühlings-blühenden, halbschattigen Auwald gehe ich zum Auto zurück.

Möge die Bedeutung unserer Bäche und kleinen Flüsse stärker erkannt, ihnen mehr Wertschätzung entgegen gebracht werden. Dann ginge es – wie in DK seit Jahrzehnten vorgemacht – auch mit unseren Salmonidengewässern aufwärts.

Frühling, Aurorafalter flattert über Scharbockskraut, Löwenzahn und Wiesenschaumkraut.

Zeit für den Ochsenmarkt. – Über Jahrhunderte wurden Tausende Stück Vieh aus Jütland gen Süden nach Wedel getrieben. (Muss das eine Plackerei, aber auch eine Ferkelei gewesen sein.)

Der Ochsen- oder Heerweg ist heute beliebte Wander- und Rad-Route.

Hier wurden sie verkauft und verschifft, ggf. anschliessend weiter getrieben zu ihren Bestimmungsorten.

„Der Handschlag“ – wer davor steht, wundert sich, wie klein das Teil ist. Hier stehen Eigentümer, Händler und das Ziel der Begierde beieinander, gleich neben Wedels Marktplatz.

Mit diesem historischen Anlass begeht die Stadt Wedel jährlich einen Jahrmarkt, den Ochsenmarkt.

Nun wurden aufgrund seuchenhygienischer Auflagen in jüngerer Vergangenheit keine wirklichen Viehmärkte mehr abgehalten.

Diese Ochsen, die sich in der Marsch dick futtern sollen, brauchen also vor diesem Ochsenmarkt keine Angst zu haben.

Auch diese Mutterkühe und ihre Kälber brauchen die fette Weide nicht zu verlassen.

Um die Festivität zu retten, wurde sie um ein Mittelalterspektakel ergänzt.

Vieh wird gleichwohl, quasi symbolisch, präsentiert.

Eine Robustkuh und diverse Kälber stehen symbolisch auf dem Ochsenmarkt.

Robustkuh und Kalb.

Bleibt also der Mittelalter-Teil des Markts.

Noch ruhen die Recken.

Kleidung und Zubehör stehen bereit.

Später wird man Schmiedearbeiten bewundern dürfen.

Oha, das sieht nach Kampf aus. Da verziehe ich mich lieber radelnd der Elbe entlang in die Marsch.

Auf dem Markt sind Gelegenheiten zum Essen und Trinken, Karussel-Fahren und mehr selbstverständlich mit von der Partie.

Die Wedeler Au mündet, vorbei an tiefem Süßwasserwatt bei aktuell Tideniedrigwasser minus 0,5 m in die Elbe.

Gestern sah das noch so aus – ganz schön schmal, obwohl alles Wasser der Elbe im Schiffahrtskanal ist. – Für Gewässer- und Fischökologie bleibt kein Platz.

Derweil laufen vielerorts die Marschengräben bis ins hinterste Ende leer. – Dazu muss man sich mal etwas einfallen lassen angesichts der „verlorenen“ Dezimeter während der Ebbe-Phase über die Jahrzehnte.