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HuSt, und das in diesen, unseren Zeiten? – Keine Angst, gemeint sind die bei Leserinnen und Lesern dieses Blogs hinlänglich bekannten „Hölzchen und Stöckchen“ zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in Bächen und kleinen Flüssen (vgl. Auswahlstichwort rechts im Blog unter „Kategorien“).

Im Grenzbereich zwischen Elmshorn und Kölln-Reisiek macht die Krückau, überbreit, eine scharfe Rechtskurve. Dort hat sie extrem erodiert und Massen von Boden ins Gewässer eingetragen. Das finden der Grundstückseigentümer, der Flächennutzer und der Wasserverband nicht gut. Aus Sicht des Gewässerschutzes ist der Boden in der Krückau ebenfalls nicht willkommen.

So steht jetzt die Idee, mit einem auf 4 Punkte (Lenkbuhnen) aufgeteilten Lkw (25 t Kies) die Kurve zu entschärfen. Das wird bei günstiger Gelegenheit später in diesem Jahr erfolgen.

Um auch die kanalartig folgende, überbreite Strecke zu verbessern, wollen wir einen Test mit Treibselsammler („HuSt“) durchführen. Tidebereich: das ist neu für uns – wird das funktionieren?

Das Umfeld wechselt seinen Anblick, es gehört zum Überschwemmungsgebiet der Krückau im Tidebereich.

Am 31. Januar 2020 sah das Gelände hier noch so aus. Die Krückau fliesst mittig am Horizont zu und von dort direkt nach links ab. Frühjahrshochwasser 2020.

Das Hochwasser verschwand nach Ende von drei bemerkenswerten Niederschlagsperioden Mitte März (man wundert sich heute angesichts herrschender Trockenheit …).

Sowohl hier als auch an den Pinnauwiesen konnte einmal mehr zur Kenntnis genommen werden, wie wichtig solche Freiflächen sind – Städte wie Elmshorn und Pinneberg würden sonst schlicht „absaufen“. Für statistisch anstehende noch höhere Niederschlagsereignisse wäre es sinnvoll, überall im bebauten Raum – von der Quelle bis zur Mündung – Versickerung und Rückhalt zu verbessern (Stichworte z. B. Entsiegelung, Freihalten von Freiflächen, Muldenversickerung, Sohlaufhöhung übertiefer Entwässerungsgräben und vieles andere mehr – das Wissen ist vorhanden).

So stellt sich die Wiese gestern dar. Sie ist vom Flächennutzer vorbereitet für die Wachstumssaison, wir können die Krückau trockenen Fußes erreichen.

Wir gehen im Corona-Trott (1+1, Abstand!).

Blick in die Krückau – oha! Wie bei solcherlei im Profil zerstörten Bächen bewegt sich „Erosionssand satt“ auf der Gewässersohle – das Leichentuch des Forellenbachs.

Abhilfe ist nötig und möglich!

Dies ist, bachab, die zweite Hälfte der Erosionskurve (wartet auf die 4 Lenkbuhnen aus Kies), dahinter die Gerade für unseren HuSt-Test.

Wir testen die Arbeitssituation – „rein“ vom steilen Uferabbruch, der Grund ist sandig-schlammig, standfest.

Eine Woche vorher waren wir bei Tidehochwasser hier. Das Foto lässt erahnen, wie die Arbeitsbedingungen wohl bei plus 1,2 m gewesen wären. Nach einmal auf die Krückau gucken hatten wir das Gelände verlassen. – Jetzt, bei Tideniedrigwasser, haben wir beste Arbeitsvoraussetzungen.

Die Haselstecken, zwischen 1,20 und 1,60 lang, werden per Hand in den weichen Boden gedrückt und dann mit einem 5 kg-Vorschlaghammer auf Endhöhe gerammt.

Die Wasserseite ist fertig.

Blick bachauf – alles fertig, zum Ufer hin lassen wir die Hölzer bis in Uferhöhe stehen. Je nach Situation der Örtlichkeit kann so neben Uferschutz auch neues Ufer entstehen.

Innerhalb einer halben Stunde sind 33 Haselstecken zu einem Treibselsammler geworden.

„33 ? – seh ich nicht auf den Fotos!“ – Das liegt daran, dass 10-15 dicht an dicht in den Uferbereich geklopft wurden, um ein Umströmen auszuschliessen.

Blick bachab.

Blick bachab aus Entfernung – der Treibselsammler ist kaum wahrnehmbar, optimal.

Da die Arbeit so gut von der Hand ging, gucken wir uns noch einen Teil des Krückauparks (keine Fotos, ein schöner naturnaher Park mit reichlich Möglichkeiten, den Gewässerlebensraum zu verbessern) und das Umfeld der früheren Wassermühle Piening an.

Wassermühle Piening – ein Beispiel des steten Wandels in der Zeit.

Flach fliesst die Krückau angesichts geringer Wasserführung bei Tideniedrigwasser durch die drei Durchlässe der ehemaligen Wassermühle. Die Durchwanderbarkeit für Gewässerorganismen ist fast über den ganzen Tag gegeben.

Überbreit und strukturlos fliesst die Krückau weiter Richtung Hafen Elmshorn, danach durch die Marsch Richtung Elbe.

Bachauf sieht es nicht anders aus – alles verbesserungsfähig. Nicht unerwähnt bleiben soll eine beeindruckend blühende alte Eiche gleich neben der Brücke – möge dieser Baum mit möglichst vielen ähnlich ortsprägenden noch Jahrzehnte erhalten bleiben!

Die blühende alte Eiche an der Krückau.

Wir werden unseren neuen Treibselsammler in seiner Wirkung beobachten, gelegentlich den Kies als Strömungslenkung und Lebensraumverbesserung in der scharfen Kurve, s.o., einbringen.

Wir leben gerade offenbar in einer ganz besonderen Zeit. – Ist nicht eigentlich immer eine ganz besondere Zeit?

Zu den derzeitigen Aufs und Abs der Corona-Diskussion will ich hier nichts beitragen. Da muss sich jeder selbst ein Bild machen.

Aber angesichts der ganz offensichtlich immer mal wieder aufflackernden Panik (Panik? Panik-Mache ist zu unterlassen!) ist es sicherlich ganz gut, sich reale Zahlen neben den derzeit diskutierten vor Augen zu führen.

Bei Abendblatt interaktiv lese ich, dass Deutschland seit Anfang März, also seit etwa 1,5 Monaten, etwas über 5.000 Corona-Tote zu beklagen hat.

Wie steht das zu Gesamtzahlen – man hört ja Äusserungen, die Corona-Toten würden in der Statistik (bei späterer, rückwärtiger Betrachtung) gar nicht „auffallen“ ?

Eins ist man klar: Wo viel Leben ist, ist auch viel Tod.

In unserer hauptsächlich christlich geprägten Historie ist dieses Thema leider ein Tabu – was die Nicht-Gesetzeskonformität unseres derzeitigen Bundesgesundheitsministers in Sachen Sterbehilfe nicht besser macht. Er sollte sich auf den Boden des Grundgesetzes zurückbegeben – ggf. sollten Kanzlerin (?) oder geeignete Politiker dafür sorgen. (Wird ein Minister, der das Grundgesetz nicht achtet, nicht belangt?)

Nach Deutschland in Zahlen starben 2019 hierzulande 954.874 Menschen, geboren wurden 787.523. – Über die Differenz von derzeit gut 150.000 kann man sich auch den einen oder anderen Gedanken gönnen (Stichworte, wer zahlt die Renten – oder Einwanderungsland usw.).

Wer das Thema „Alterspyramide“ googelt, bekommt unter anderem ein Bild aus dem Diercke Weltatlas mit den Geburtsjahren 1910, 1950, 2000, 2050 – der Tannenbaum aus 1910 ist nicht wiederzuerkennen. Die Weltkriege, die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er, der „Pillenknick“ und vieles mehr haben unsere „Pyramide“ ganz schön verformt.

Die Entwicklung kann man – Jahre 1950 bis 2060 (na gut, wer kennt schon die Zukunft ab 2019 …) – sehr schön auf dieser Statistikseite durchfahren. Statisch sieht man das analog im Demografieportal des Bundes und der Länder . In beiden Quellen ist unter anderem auch das Ansteigen unserer Lebenserwartung über die vergangenen Jahrzehnte nachvollziehbar – „plötzlich“ tauchen regelhaft und immer zahlreicher über 80- und 90-Jährige ff. auf.

Was ich damit sagen will? – Ein Bisschen Besinnung auf den Rahmen, in dem wir leben, täte allen gut.

Und wenn das mit „Corona“ so ernst genommen wird, warum wird dann seit Jahren nichts gegen Antibiotika-Missbrauch getan – in den Krankenhäusern sterben in Deutschland wegen Antibiotika-Resistenzen (die Daten im Link beziehen sich auf die EU) Menschen in gleicher Größenordnung wie an „Corona“ ? ! ?

Der Klimawandel bleibt … Tun wir etwas dagegen! Übermorgen ist Demo.

Ich bin dabei.

Ich wünsche allen eine gute Gesundheit, den Politikern Weisheit – und das Befolgen unserer Rechtsnormen!

Noch sieht die Marsch – bei pauschalem Drübergucken – nicht sehr farbenfroh aus.

Weiden haben geblüht, frisches Grün spriesst.

Aber speziell hier in der Hetlinger Marsch ist mehr …

Das war also das Ziel meines Radelns – gucken, wie weit die Schachbrett- oder Schachblumen sind.

Da sieht man dann, dass die in den vorigen Beiträgen genannten Hinweisschilder nicht für die Nonnengänse gelten, sondern Besucher lenken sollen, die Pracht zu geniessen, ohne Schaden anzurichten.

Nun blühen die so pünktlich …

In Rot-Violett …

… und Weiss.

Hahnenfuss- und anderes -Gelb bereitet sich schon darauf vor, die Schachblumenpracht abzulösen.

Weiter zum Elbdeich – gucken, was jenseits Farbe gibt.

Vor dem Elbdeich – Gelb, Sumpfdotterblumen blühen im späteren Röhrichtsaum des Süßwasserwatts.

Blick über die Elbe – Röhrichte und Auwaldstart im Bereich des Süßwasserwatts.

Zweifellos, die Natur legt nun los.

Wir alle brauchen Bewegung – nicht nur in diesen, unseren Corona-Zeiten. Mit „gut Abstand“ ist Radeln erlaubt, und da sieht man so allerlei, nicht nur die Verbesserungen nach Restaurieren mit Kies und Holz (vgl. auch Beiträge hier im Blog). Neben diversem Buntem, viel frühlingshaft loslegendem Grün beherrscht mancherorts Gelb das Blickfeld. Nicht immer ist das in Ordnung.

Schöner Kontrast Grün vs. Gelb 1, Gnäterkuhlenweg, Wedel. – Dürfen die das ?

Schöner Kontrast Grün vs. Gelb 2, westlich Pinneberger Straße, Wedel. – Dürfen die das ?

Grün vs. Gelb 3, westlich Pinneberger Straße, Wedel. – Dürfen die das ?

Ja, die dürfen das. Das Anwenden von Giften, hier: Totalherbizid, vermutlich auf Glyphosat-Basis, wird im Pflanzenschutzgesetz geregelt. Dieses „Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen“ ist just zu diesem Zweck entstanden. Es hat eine interessante Geschichte hinter sich. Die erste, vor Jahrzehnten verabschiedete Fassung war in Teilen gründlich misslungen. Sie wurde in der Praxis verstanden als ob da stünde „Grünt da noch was, bewegt sich da was?!? – Mach`s (spritz es!) weg!“

Etwas erschrocken reagierte die Politik angesichts der „Ergebnisse“ im Freien schnell und führte einen Rahmen gebenden Paragraphen für Profis und Laien (ja, leider ist Gift in Laienhand auch heute noch erlaubt!) ein. – Der entsprechende Paragraph hatte, für „alte Kenner“, zunächst den Standort § 6 (2) – das ist vorbei. Inzwischen steht der begrenzende Text in § 12 (2).

Es sollen die Kulturpflanzen geschützt, nicht (andere) Flächen abgetötet werden. Wo die zuständigen Verwaltungen konsequent handeln, hat sich etliches verbessert – unabhängig davon, wie man generell zu Gifteinsatz steht.

Da stellen sich bereits bei den Prüfungen vor Zulassung genügend Fragen, die Anlass zum Zweifeln berechtigen. Die Vielfalt der Erscheinungsformen in unserer Natur, die unendlichen, komplexen Prozesse, die uns Menschen großenteils weiter verschlossen bleiben, lässt sich mit simplen Definitionen nicht erfassen. Dementsprechend wundern neue Veröffentlichungen auch nicht, die für Gewässerorganismen belegen, dass ihr Verhalten chronisch gestört wird von Konzentrationen, die 5.000fach unter vom Indikator Honigbiene ertragenen Konzentrationen liegen. – So (und aus anderen Gründen wie Fehlverhalten) verschwinden halt „grundlos“ Arten aus der Natur …

Neben dem, was „die dürfen“, s. Fotos oben, sehen Aufmerksame aber auch anderes.

Da wird – ausserhalb des Nutzgeländes auch in Gewässernähe „behandelt“.

Bei weiterem Blick entsteht der Eindruck, als ob da überhaupt ziemlich rumgesudelt wird.

Und so setzen sich die Beispiele beliebig fort – Grabenrand 1.

Grabenrand 2.

Wegrand 1.

Wegrand 2.

Fahrweg im Gelände und Zaun binnen und buten 1.

Fahrweg im Gelände und Zaun binnen und buten 2.

Zaunbehandlung.

Fast entsteht der Eindruck, es bestünde „Vorfahrt für Pestizide“. [Den Firmennamen auf dem Schild habe ich ersetzt.]

In meiner langjährigen Praxis in Hamburg und in privater Erfahrung in Niedersachsen bestand weitgehend Einigkeit zwischen den Zuständigen, dass Wege und Zäune keine Nutzpflanzen sind. Dementsprechend wurden die Anwender informiert, ggf. mit Bußgeld belegt.

Auch in Schleswig-Holstein habe ich in den vergangenen Jahren gesehen, dass von mir gemeldete Flächen im Folgejahr nicht wieder GELB wurden, sondern Grün blieben oder mechanisch von (warum eigentlich unerwünschtem?) Bewuchs befreit wurden – andere Flächen aber auch nicht.

Es scheint im „Baumschulland“ im Vergleich zu HH und Nds. Nachholbedarf „in Sachen Leben“ zu bestehen. Angesichts zuständiger Grüner Umwelt- und Agrarminister verstehe ich das überhaupt nicht!

Soll man Schwarz sehen?

Vielleicht mindestens GRAU ? – Das ist KEIN Osterfeuer.

Anscheinend doch SCHWARZ. – Es knallt und pufft immermal, wohl Chemie-Spezialitäten „in Vernichtung“ und nicht nur Grün drin. [Ich habe dieses mindestens unsachgemäße Feuer der örtlichen Polizeidienststelle gemeldet. Möge das Folgen haben.]

Tja, das war zum Schluss eine weitere Besonderheit Schleswig-Holsteins angesichts bundesdeutscher Abfallgesetzgebung, die Verbrennen im Grundsatz verbietet. Grün könnte man Schreddern – in Zeiten des Klimawandels allemal! Die „Grünen Berufe“ auf dem Land und in der Stadt täten gut daran, wenn sie schon so viel schneiden und fällen, „die Organik“ den ausgepowerten Böden als Mulch zu überlassen (wenn denn schon Totholz immer noch nicht akzeptiert wird).

Es bleibt viel zu tun – auch und gerade von (und bei !) den Zuständigen in Politik und Verwaltung.

Es ist wieder so eine Zeit, an den seit 2017 in die hiesigen Moränenbäche eingebrachten Kiesen Verbesserungen der ökologischen Kreisläufe zu erkennen. Über die Meerforellenlaichbetten im Übergang 2019 / 2020 habe ich berichtet.

Nun boomt es wieder, fast überall.

Die Flussneunaugen sind auf ihrer Laichwanderung bis in Quellbäche auf den Kiesen angekommen.

Die Pinnaubrücke Hindenburgdamm, Pinneberg – bekannter Ort aus diversen Blogberichten. – Da ist doch was!

Noch nicht ganz Tideniedrigwasser, die Pinnau trüb. – Wie üblich: In der Anströmkante des Kieses sind Veränderungen sichtbar. Flussneunaugen haben hier inzwischen zwei Laichgruben angelegt.

Wer bei noch tieferem Tideniedrigwasser von der Brücke runterguckt, kann bis zu 20 Tiere in der Laichgrube mit jetzt über 50 cm Durchmesser „bei der Arbeit“ beobachten. – Und die arbeiten (sich ab und gehen nach dem Laichen zugrunde. Auch die Leichen finden begeisterte Nutzer.).

Anderer Bach, andere Örtlichkeit – auch hier ist etwas zu sehen.

Mit ein Bisschen Vorstellungskraft sind bis zu 5 Kuhlen erkennbar. Bislang sind die noch nicht weiter „ausgearbeitet“.

Ja, und dann …

Herzlichen Dank an Hans Rutar, http://www.erutario.de , der diesen erfolgreichen Oster-Reiher mailte.

Alle Mühlenau-Interessierten können diesen (oder Kolleginnen / Kollegen) Reiher mit Glück in Ruhe beobachten. Auf dem Foto steht er gerade querab vom B-Plan Mühlenauquartier, von dem ebenfalls hier im Blog ausführlich im Zusammenhang mit umfangreichem Bekiesen berichtet wurde.

Mehr natürlicher Gewässergrund, wiederbelebte Strömung, mehr Wirbellose („Fischfutter“), mehr Fisch, mehr Fischesser – seien sie Gefiederte (auch dieser) oder Bepelzte. So sehen lebendigere Bäche und Flüsse aus.

Na denn, Frohe Ostern!

Wir besuchten noch zwei andere Strecken der Ohlau weiter bachauf.

Auch hier wurde schon einiges verbessert.

Solch ein Angebot nutzen Meerforellen zum Ablaichen.

Wo Kies, zugegeben oder durch Strömungsverbesserung freigelegt, ein standorttypisches Bachbett schafft, siedeln sich standorttypische Wasserpflanzen wie der Aufrechte Merk (die Berle, links oben im Foto) und der Wasserstern erfolgreich wieder an.

Das Küchensieb am Besenstiel kommt zum Einsatz.

Bewegungsstudie am Egel – noch liegt er auf dem Rücken, oben rechts ist der hintere Saugnapf gut erkennbar.

Schnell dreht sich der Egel, ein Rollegel, um. Leider ist auf den Fotos die feine streifige Rückenfärbung nicht zu erkennen.

Ganz schön lang kann sich so ein Rollegel machen.

… klebt sich mit dem vorderen Saugnapf an und zieht sich zusammen – und so geht das weiter.

Die Bachflohkrebse in diversen Größen sind wieder zahlreich vertreten. Hier als Besonderheit fand sich auch eine mir bisher nicht untergekommene Libellenlarve. Aus der Fachwelt wird auf Federlibelle oder eine Schlanklibelle getippt. Schön, sie zu sehen.

Zahlreiches Vorkommen von Larven der Prachtlibellen Calopteryx lassen einen bunten Juni- / Juli-Tanz erwarten. Metallisch Blaugrün bis Grün und Braun-Grünlich wird es munter in der Sonne schillern.

Neben der Larve im Foto waren etliche jüngere Exemplare zu finden. Sie werden voraussichtlich noch nicht am diesjährigen Hochzeitsflug teilnehmen, benötigen noch ein weiteres Entwicklungsjahr – möge der Bach immer eine gute Qualität aufweisen!

In den ruhigeren Uferpartien, z.B. in überhängenden Pflanzen, leben Tellerschnecken. Am bekanntesten ist sicherlich die große Posthornschnecke, die in Aquarien häufig gehalten wird – im Foto eine andere, kleinere Art.

In den ufernahen Pflanzen leben auch Köcherfliegenlarven. Diese Art, vielleicht Anabolia, baut ein spezielles Haus mit Stängeln an den Seiten.

Und dann ist da noch eine junge Köcherfliegenlarve einer weiteren Art.

Bei Beprobung des Feinkieses am Bachgrund tauchen dann noch etliche Exemplare der Großen Maifliege Ephemera auf. Auch die lassen Ende Mai bis in den Juni interessante Hochzeitsflüge erwarten.

Gut für Bach, Insekten und alle anderen Organismen im Umfeld wäre ein beidseitiger Gehölzsaum, der nicht nur den Bach sommerkühl hält, sondern den Lebewesen einen geschützten Bereich bietet. Anlocken, Paarfindung und Hochzeitsflug werden erst mit diesem Schutzraum das Luftleben der Gewässerinsekten ermöglichen.

Zum Schluss Bekanntes auf dem Ufersand: Der Fischotter profitiert ebenfalls von den Gewässerverbesserungen mehr Struktur, mehr „Fischfutter“, mehr Fische – da freut sich der Otter.

Bis zum nächsten Mal!

Sonniges Frühlingswetter – wir werden nicht nur diesem einen, sich sonnenden Pfauenauge begegnen.

Inzwischen sind die bekannten 3 Hochwässer auch über die Ohlau abgezogen, die Wasserführung nähert sich Niedrigwasserwerten.

Wie im Foto zu sehen, habe ich mein Küchensieb am Besenstiel mitgenommen – Tierchen gucken ist angesagt.

Die Kieszugaben haben gute Turbulenz erzielt.

Hier erwarten wir gelegentlich laichende Flussneunaugen.

Mal abwarten, ob die dann zufällig zu beobachten sein werden, wie das mit Glück 2018 in der Osterau im Wildpark Eekholt der Fall war.

Die Ohlaustruktur profitiert erheblich vom fast noch neuen Kies. Strömungs- bringt Tiefenvarianz und das Sortieren von Sohlenmaterial.

Mit „Sohlenmaterial“ meine ich ausnahmsweise nicht Solches, wie ich 2012 am Seevekanal fotografierte.

Die Kiesdepots hatten wir bewusst liegen gelassen, um an ihrer Entwicklung zu lernen.

Nun erkennen wir nach den Hochwässern die Partien, die problemlos verwendet werden können, um Unterwasserstrukturen herzustellen.

Dazu werden gelegentlich Aktive anrücken und mit Schaufel und Harke die bekannten Unterwasserlenker und -kiesbänke anzulegen.

Der angespülte Sand hat auch sein Gutes, man sieht Dinge, die sonst nicht erkennbar wären – hier ein Otter-Scharrhaufen.

Und – mit Glück – gab es auch eine gut ausgeprägte Fischotterspur zu sehen.

Die Schnellbeprobung der Kiese erbrachte zwei Erkenntnisse.

Sehr positiv fielen Gammarus-Massen (Bachflohkrebs) – und das in jeglicher Altersstufe – auf. Mit der neuen dritten Dimension finden sie offensichtlich gut besiedelbaren, für Ernährung und Vermehrung nutzbaren Raum. Schwach dagegen, im Foto durch 2 Individuen repräsentiert, fiel das Ergebnis für Insektenlarven aus.

Wir werden weiter bachauf nachsehen, wie die Lebewelt dort beschaffen ist. – Demnächst mehr dazu hier im Blog.

Es war an der Zeit, wieder einen Blick auf und in die Ohlau zu werfen. Das Wetter ist gut, die Wasserführung allerdings nach den 3 Hochwasserschüben in Februar / März unter Mittelwasserführung, fast auf Niedrigwasser gefallen.

Die Ohlau im Agrarland teilt mit so gut wie allen unseren Moränen- und anderen Bächen das Schicksal, ihre Auenwiesen an Ackerbau verloren zu haben. Nicht nur dadurch ist ihre Sohle von Erosionssand bedeckt („das Leichentuch des Forellenbachs“), statt die natürliche Kiessohle aufzuweisen.

Allerdings – auch wenn am Gesamtrahmen „Dank“ verfehlter Agrarsubvention noch immer nicht verbessert wird – kann das Gewässer selbst mit mehr Struktur und damit mehr standorttypischem Leben versehen werden.

Darüber steht hier im Blog und auf meiner Homepage so mancher Beitrag. Auch an der Ohlau ist in den vergangenen Jahren allerhand punktuell und linienhaft geschehen.

Die nächsten Beiträge werden ein paar Eindrücke über die Entwicklung der Strukturen und des Lebens bieten.

Nach dem erfolgreichen Test, mit erstem Kies für die obere Pinnau Laichbetten zu schaffen und zu verbessern, die Strömungssituation stellenweise zu verbessern sowie zu lenken (s. Bericht vom 29. März), konnten die beiden weiteren hier bachauf vorgesehenen Lkw kommen.

Aber was ist das?!? – Die beiden Partien liegen weit vom Bach entfernt, mitten auf dem Acker.

Das passiert auch schonmal. Die zwischenzeitigen Niederschläge hatten den Oberboden durchweicht, das anschliessende Abtrocknen offenbar nicht ausgereicht. Nach Notschüttungen gab das Gelände den Lkw mit Hänger wieder frei.

Da naht auch schon der Teleskop-Radlader, diesmal zur Erleichterung des Fahrens und Kies auf das jenseitige Ufer Platzierens mit kleiner Schaufel.

An den wenigen Stellen mit busch- und baumartigem Uferbewuchs wollen wir diesen sowie Fischunterstände darunter vor zu stark erodierendem Anstrom schützen und längeren Erhalt sichern.

Solch Aufgabenstellung ist für den Teleskop-Radlader kein Problem.

Schlehenbewuchs und Erlen erhalten mit bachauf gelegtem Lenker im Ufer längere Existenzchancen. Das bachab liegende Ende wird noch per Hand ins Ufer getrimmt.

Eine Art „vortex weir“ aus großen Steinen können wir am Ufer mit Kies ergänzen – einerseits zur Stabilisierung, andererseits als Möglichkeit für die Pinnau, ihn für dann bachab liegendes Kiesbett bei Hochwasser zu transportieren.

Das „Vortex Weir“ (s. z. B. Figure 4.2 hier) kann ein offenes Gebilde aus standorttypischem Grobmaterial sein, das bogenförmig angelegt die Strömung in der Gewässermitte konzentriert. So bleiben die Ufer, wichtig vor allem im intensiv genutzten Gelände, vor Erosion geschützt, ein mittiger Kolk entsteht .

Die erste Seite aus Kies entsteht.

Schnell sind wir damit fertig.

Um den Strömungsdruck bachab zu entschärfen und zu lenken, sehen wir in der sandigen, kanalartigen Strecke eine flache Kiesrausche mit Seitenwangen vor.

Auf jeder Seite 2 Radladerschaufeln hintereinander mit Schüttwinkel ins Ufer gelegt, eine Schaufel mittig im oberen Teil – und dann Feinarbeit per Hand.

Die Arbeit geht flott voran, die beiden Kieshaufen auf dem Acker schwinden zusehends.

Nochmals eine Doppelbeschickung – in der Folge entstehen weitere Kieslenker am Ufer, wechselseitig.

So entwickelt sich, vorab vom Fischereiberechtigten bereits mit kleinen Findlingen belegt, eine Bachstrecke mit hoher Strömungs- und Lebensraumvielfalt.

Ein paar drohende Hangabbrüche entlasten wir durch Kiesvorschüttung am Fuß. Auf der Böschung erkennbar: der Maisacker beginnt Grundstück-scharf.

Zum Schluss gehe ich die Strecke noch einmal ab. Alles liegt prima, hier die Auffangrausche bachab des „vortex weir“.

Blick bachab, die Rausche bettet sich gut in die Landschaft ein.

In der Pinnau vorhandene Pflanzenpolster erhalten wir, wie generell üblich.

Die neue Kiesschicht schützt ganzjährig deren Wurzeln und verhindert die bisherige weitgehende Zerstörung im mahlenden „Standstrahlgebläse“ bei Hochwasser. Die neuen Kiesflächen werden erfahrungsgemäß von standorttypischen Wasser- und Uferpflanzen gern besiedelt und schaffen mehr Variation im Bach.

Am Ende des heutigen Abschnitts – Blick bachab sehe ich die obersten, vorigen Aktivitäten (rechter Hand der am 29. März beschriebene, ins Ufer zurückgeholte, gesicherte Baumstumpf).

Die Kiesrausche vom ersten Tag liegt und arbeitet hervorragend. Sie hat einen mittigen Kolk bewirkt, auf anlehmiger Moräne Material ausgegraben. So ist im Ansatz eine weitere Kleinrausche aus Mischkies entstanden.

Wir sind gespannt, wie Mittel-, Niedrig- und Hochwasser diese Strecke über die Zeit entwickeln werden. Gelegentlich, wie das von anderen Bächen hier im Blog berichtet wurde, werden wir einen Blick auf die pflanzliche und tierische Besiedlung werfen.

Sonnenbeschienen, Temperatur-gefährdend für die standorttypische Lebensgemeinschaft sommerkühler Bachoberlauforganismen und eng von intensiver Agrarwirtschaft begleitet, wären ein wesentliches Element zum Schutz und zur Verbesserung der Pinnau beidseitige Randstreifen mit standorttypischem Baumbewuchs, z.B. aus Erle, Esche und Flatterulme (mit den sich einstellenden, zugehörigen Begleitpflanzen). Dies wäre auch ein grundlegender Beitrag in Zeiten des Klimawandels zu notwendiger Anpassung an die laufende Entwicklung, sollen nicht zwangsläufig die Bachoberlauforganismen „weggedacht“ und in der Folge „weggemacht“ werden. – (Nicht nur) An dieser Pinnaustrecke wird interessant sein, ob Verhandlungen über Randstreifen – linksufrig, auf Gelände des Kreises Segeberg aufgrund einer Kreis-Initiative auch speziell förderbar – erfolgreich verlaufen werden. Das rechtsufrige Gelände, im Kreis Pinneberg liegend, bleibt selbstverständlich nicht vergessen.

Wenn ich so seit Wochen Insekten in Blogberichten wie bei Puzzleblume oder im Blog der Natur-AG Bramsche sehe, erscheint mir mein Umfeld in der „Stadt mit frischem Wind“ in Sachen Insekten ziemlich leblos.

Nun aber kommt endlich Bewegung in die Sache.

Zuvor bei längeren Radtouren nur als seltene Einzelbegegnungen wahrgenommen, sitzt nun auch vor unserer Haustür eine (!) Hummelkönigin in einer Mahonie.

Allerhand Pollen hat sie in ihren Taschen verstaut.

Weil`s so schön ist, noch einmal.

Und dann – oh Wunder! – war da noch eine (!) Wildbiene.

Die sammelte auch eifrig Nektar und Pollen – in dieser Draufsicht fast für eine Fliege zu halten.

Von Kennern lasse ich mich gern genauer informieren. – Herzlichen Dank, Puzzleblume, für die Information (vgl. Kommentar unten)! Es ist eine Schwebfliege, fachlich Eristalis genannt.

Ob unsere Insektenarmut in Arten- und Individuenzahl das ganze Jahr über mit der intensiven Pestizidanwendung im „Baumschulkreis“ (und dem „frischen Wind“ = heftige Abdrift) zu tun hat?

Inzwischen belegen nationale und internationale Studien, dass auch die Gewässerinsekten – sei es als erwachsenes Insekt in Pestizid-Winddrift oder als Larve in Pestizid-Abdrift im Gewässer – durch akute bis chronische Wirkungen erheblichen Schaden nehmen. Ein Tausendstel der für das Testobjekt Honigbiene festgestellten Störkonzentrationen brechen z.B. das Partneranlocken / die Partnersuche bei untersuchten standorttypischen Arten. – Wir sind offenbar weit davon entfernt, in unserer Agrarpraxis wirkliche Schutzmechanismen für eine lebendige Umwelt anzuwenden.