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Archive for the ‘Klima’ Category

Den Nikolaus kann man in Wedel sehen – oder ist das ein verfrühter Weihnachtsmann?

Und dazu ein paar Eindrücke von der Elbe, 5. Dezember 2020.

Erstes „Tanken“ des feuerroten Spielmobils in freier Wildbahn, am Strandbaddamm – nun nach 5 Jahren Wedel mit regionalem Kfz.-Kennzeichen.

Mal sehen, wie viele Kilo Watt hier, nahe dem Süßwasserwatt, während einer Stunde Spaziergang freigegeben werden.

Auf dem Deich – die Hotelbaustelle engt den Blick auf den Schulauer Hafen ungewohnt ein.

Auf der Ostmole des Schulauer Hafens – mit Möwe(n).

Willkommhöft – Hopperbagger HAM 316 baggert entlang der Fahrwassernordkante.

Wie bei marinetraffic.com später zu sehen ist, baggert der hier am Elbhang und verklappt seine Fracht derzeit bei Brokdorf.

Blick über Wedels alten Schweden (der wurde „Fährmannsstein“ benannt) Richtung Kohlekraftwerk, schnellere Stilllegung wünschenswert. Das Kondenswasser mit Rauchfahne zeigt steifen Südostwind an.

Der alte Schwede mit HAM 316.

Weiter geht`s, ostwärts. Ein Wegweiser hilft.

Nicht nur irdische Ziele …

HAM 316 dreht.

Und kommt Hamburg-wärts zurück. Der Laderaum will wohlgefüllt sein.

Enten ruhen im Windschatten (Staudruck) des Elbhangs.

Für Majestic, 189 x 30 m, 10 m Tiefgang, bräuchte es Großbagger wie HAM nicht.

Offenbar ist der Laderaum nun gefüllt. HAM 316 dreht, seewärts.

Das Saugrohr ist hochgehievt – volle Fahrt voraus.

… man gerade bis Brokdorf.

Eine Heerschar Bagger ist auf ganzer Strecke aktiv. Wie üblich muss sich das Geschehen nicht zwangsläufig erschliessen. Baggern im Hamburger Hafen – Verklappen an der Landesgrenze HH-SH oder: bei Helgoland. Wie kommen die Schadstoffe in die Nordsee, wenn sie nicht von der Elbe selbst transportiert werden. Baggern diesseits der Landesgrenze, Verklappen – je nach Wasserführung der Elbe – in Mündungsnähe. Baggern in Mündungsnähe (diverse Stellen), Verklappen vor Neuwerk oder dichter an Cuxhaven. Wer sich das Ganze näher bringen will, hat auf marinetraffic.com ganz schön zu tun – und dann der jahreszeitliche Wechsel … – Keine Bange, falls daraus ein persönlicher Schluss folgt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der zutrifft.

Zurück Richtung Willkommhöft – der „Fährmannsstein“ erinnert mich von dieser Seite ein wenig an eine Schnäpel-Konferenz in Tönder (Ecco, Schuh vor der Fabrik).

Da zeigt sich über Willkommhöft sogar die Morgensonne im Dezember-Grau.

Mit Spiegelung!

Deich nördlich Schulauer Hafen in Sicht – das Hotel nimmt Formen an.

Blick zurück über den Hafen (ob da wohl mal „Leben“ einzieht?).

Wir entstöppseln den kleinen Stromer. 8 kWh während einer Stunde Elbe-Wandern sind geladen. Wir fahren ab.

Dann man noch „Viel Spaß am Nikolaustag“!

 

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Dass es mit konsequenter Luftreinhaltung in Deutschland nicht allzu gut bestellt ist, ist hinlänglich bekannt. Verkehr, Landwirtschaft, die Massen an kleinen und mittleren Feuerungsanlagen – mehr (an Verbesserung, kürzere Anpassung an längst gängige Regel der Technik) ginge immer.

„Kokeln“ gibt es offiziell nicht – auch nicht in Schleswig-Holstein, wo z.B. Verbrennen in Gärten immer noch erlaubt ist, obwohl es bessere Möglichkeiten für Grün“abfall“ gibt. Und wenn es stört, könnte es ja gemeldet – vielleicht sogar geahndet (?) – werden.

So bleibt denn Jahr für Jahr dasselbe Bild – spätestens, wenn Herbst und Winter nahen (Fotos vom 28. November 2020).

Mehr Grau ins Novembergrau, „Kolonie Heldenhain“ – ihr seid mir vielleicht Helden!

Der ziehende Ostwind trägt die Rauchschwaden flach und weit in die Nachbarschaft. Wer (noch) einen Geruchssinn hat, erkennt nicht nur per Auge: nasses Laub, frischgrünen Astschnitt – und, immer wieder und heutzutage unverständlicher Weise immer noch ganz und gar Verbotenes, sowas wie „Omas Sofa“, Kunststoffe und vieles mehr.

Anderswo in Wedel, gleich neben dichter Wohnbebauung. Oha!

Aha, „Kolonie Corsland“ – rechter Hand Wohnbebauung, linker Hand Wald.

Wald?!

Ah ja, Wald!

Und wenn sie nicht gestorben sind, kokeln sie spätestens nächstes Jahr wieder.

Im benachbarten Hamburg aber hat man sich vor geraumer Zeit ein Herz gefasst (sich mindestens in diesem Bereich für saubere Luft entschieden, inkl. Beratung).

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Von der Wedeler Au, Rissen (vgl. gestrigen Beitrag), gehen wir westwärts, queren den Waldweg Rüdigerau.

Wir befinden uns im Klövensteen, Hamburg. Erholungswald, wie das Schild vermittelt.

Wohl seit den 1980ern will die Politik mit diesen Schildern auf das Primat des Waldes als Erholungsort des Städters hinweisen. Der in anderen Bundesländern noch weitgehend „gepflegte“ Brauch des Wirtschaftswaldes, der Geld in die Kasse zu bringen hat, soll hintan stehen. – Na ja, manchmal stimmt das sogar. So krass wie z.B. in Sachsen, wo „die Forst“ für die Nationalparke zuständig ist und wundersame Eingriffe von vorgestern vornimmt, ist es in Hamburg jedenfalls nicht. Es ist ein mühsames Geschäft Richtung Zukunft (die längst hätte beginnen müssen), das Förster aus dem Umfeld Lübecks und anderswo her pflegen.

Links liegt der „Große Fischteich“, vor uns die Querung der „Rüdigerau“, vom „Kleinen Fischteich“ kommend.

In der Rüdigerau ist offenbar sehr lange kein Wasser mehr geflossen.

Seit Sommer, mehrmals hier im Blog beschrieben, hat sich die Situation nicht geändert – es fehlen ca. 1,5 m Wasser.

Die Stockenten interessiert das nicht so sehr.

Wir haben den „Großen Fischteich“ fast umrundet. Wo kein Zulauf, da kein Ablauf.

Wann hier wohl wieder Wasser abfliesst?

Glatte Buche, raue Kiefer, Nurdachhütte aus Waldfunden – unabhängig von der Wasserproblematik ist der Klövensteen in seinem Abwechslungsreichtum immer einen Besuch wert.

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Und am Mittwoch den M ii … – el !

Im Beitrag vom 6. Oktober hatte ich beschrieben, dass  nach 5 Jahren Umzug Nds. —> SH ein Wechsel des Kfz-Nummerschilds durch Neukauf ansteht.

Gestern war es so weit. Coronabedingt ca. 4 Monate verspätet wurde uns nach den erforderlichen Schönheitsarbeiten am Winz-Import und Erledigen der Bürokratie der kleine Flitzer übergeben.

Da steht das Küken, flügge.

Es will raus.

Kurze Zeit später ist das feuerrote Spielmobil sicher in der Tiefgarage gelandet.

Da ist noch Freiraum im toten Winkel.

Donnerstag. – Vorsicht, die Spiegelung zeigt: Ab sofort ist das nun mit Aufkleber versehene Gefährt in freier Wildbahn unterwegs.

Damit mich jeder am Bach erkennt bzw. das Fahrzeug zuordnen kann.

Den Aufkleber gibt es kostenlos in Niedersachsen, beim NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz).

Und – was soll ich sagen – das Teil fährt. Wie der Blitz! Wir kommen uns vor wie in der Zeit, als wir uns Richtung kleine Diesel verirrt hatten (lang ist`s her!): Da sah man im Auge des Hintermanns / der Hinterfrau groß ein D spiegeln – also Spurwechsel an der Ampel. – Und dann … sprintet der kleine Diesel los … – Der Elektro kann das noch besser.

Das Schärfste daran ist, dass mit frei einstellbarer „Rekuperation“ (= Motorbremse) und vorausschauendem, die Bremse vermeidenden Fahren die beim starken Beschleunigen „verlorenen“ Energie-km wiedergewonnen werden.

Wer einen roten M ii electric sieht, der hinten auf dem Nummernschild ein E hat, kann fast damit rechnen, dass jemand von uns am Steuer sitzt. Das Interesse an dem Fahrzeug, vor allem wohl die Verschnarchtheit der Konzernmutter (!!! Herr Weil, Sie sollten als Aufsichtrat nicht immer auf Subventionen drängen, sondern lieber im Konzern auf rasante Zukunftsfahrt!) war so groß, dass die Produktion nicht nachkommt. Schade für alle, die nach uns bestellten. Beim Trabbi wusste man immerhin, dass der in (?) 14 Monaten geliefert wird. Bei unseren intransparenten Firmen ruht still der See, es besteht offenbar keine – jedenfalls keine weitervermittelte – Information.

Derweil fahren wir munter drauflos – wie meist mit dem Rad und gelegentlich mit dem Elektromobil.

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Bent Lauge Madsen, der bekannte dänische Gewässerforscher und Mentor unzähliger Gewässerökologen sowie -techniker und -Ingenieure, Berater jeglicher Interessierter an Verbesserungen an und in Gewässern, spricht gern von der Stimme des lebendigen Bachs und verdeutlicht das.

Gestern war mal wieder so ein Tag, an dem ich in Begleitung eines Fischereipächters diese Eigenschaft lebendiger Gewässer in freier Natur gut erkennen konnte. Das Vermitteln des Erlebnisses geht hier im Blog auch ohne Ton, über das Sehen.

Stimmen am Himmel, ziehende Gänse.

Wir Menschen hantieren an unserer Umwelt seit jeher herum – meist, um sie vermeintlich nutzbarer zu machen.

So sieht daher bis heute die Masse der Fliessgewässer – (so)gar über Google Earth sichtbar – aus. Kanalartige, Erosionssand-gefüllte „heavily modified waterbodies, hmwb“ – hingerichtete Gewässer.

Diese Gewässer haben ihre Stimme verloren.

Der Ebach mündet in die obere Pinnau – dasselbe Bild, kein Ton, kein Leben.

Bei diesen beiden, so erbärmlich aussehenden unscheinbaren Gewässern auf Moräne im Norddeutschen Tiefland handelt es sich gewässerökologisch um die Forellenregion, Laich- und Aufwuchs-Habitat („die Kinderstube“, auch im Englischen so gebräuchlich).

Dänemark zeigt seit Langem, dass die Zerstörung reversibel ist. Dort kennzeichnen am Ende des ersten Lebenssommers 5-10 Jungforellen den Quadratmeter des wieder genesenen Forellenbachs.

Was ist nun mit der Stimme des Bachs? Symbolisch, aber auch an der wechselnden Wahrnehmung der uns umgebenden Realität verdeutlichte mir das Anfang der 2000er der Mühlenbaumeister Hans-Werner Melges an der Bifurkation Melle (Foto auf S. 32 in „Bessere Bäche„).

Die Stimme eines Bachs kann man zurückgewinnen, indem z.B. der standorttypische Gewässergrund und die turbulente Strömung wieder hergestellt wird. Das ist zur oberen Pinnau hier im Blog in den Berichten vom 29. März und 6. April 2020 beschrieben.

Und so haben wir das gestern gesehen – und gehört.

Turbulenz an einer Grobsteinschwelle – Plätscher, plätscher – murmel, murmel.

Fast Salino-Muster im Anstrom und oberen Bereich einer neu geschaffenen Rausche – es rauscht.

Zopf-Muster im Abstrom einer Rausche – das Bild ist hörbar.

Das wollen wir gern erweitern. Nach den ca. 550 m wiederbelebter Pinnau in 2020 wollen wir 2021 weitere Hunderter Meter angehen. – Herzlichen Dank an dieser Stelle allen unermüdlichen Unterstützern der zahlreichen Aktionen 2020!

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Wetter und Stimmung führten zu erneutem morgendlichen Besuch der Holmer Sandberge – diesmal anders herum. Da ich im Bericht vom 2. November das „Drum und Dran“ beschrieben habe, folgen hier weitgehend unkommentierte Fotos.

Wir starten wieder vom Parkplatz im Osten, gehen diesmal nicht südlich, sondern östlich am Naturschutzgebeit vorbei und biegen dann nach Westen ab.

Die nacheiszeitlichen Dünen sind durch entsprechend angepasste Bäume charakterisiert: Kiefer …

… und Birke.

Die Waldpartien geben einen guten Eindruck über das (Größen-)Verhältnis Mensch – Baum. Ist das – neben dem (vermeintlichen) Dunkel – der Grund, warum „Baum“ und „Wald“ bei einigen so ungeliebt bis gehasst sind? Umgekehrt gilt das wohl für den größeren Teil der Bevölkerung.

Die Regeln sind klar.

Da das Schriftliche mit Hinweis auf geltendes Recht offensichtlich nicht von allen verstanden wird, ist es inhaltlich in eindrucksvollem Blau-Weiss-Rot jüngst ergänzt worden.

Dieses Schild ist aus gegebenem Übersee-Anlass den Leserinnen und Lesern bereits bekannt. 🙂

Einige Teilflächen der Holmer Sandberge sind von Baumbestand befreit worden, damit die Dünenlandschaft erkennbar wird. Wir stehen am Morgensonne-beleuchteten Waldrand.

Eindruck von der östlichen Freifläche.

Das Freihalten ist eine ständige Aufgabe, da die Natur über wetter- und standortabhängige zeitliche Abfolge gezielt Richtung Wald arbeitet. – Erste Ansätze Moos und Birkenanflug neben Heide sind hier erkennbar.

Mitten auf dem Weg sitzt ein großes Heupferd und wärmt sich – noch ganz steif und kaum beweglich.

Das setzen wir nebendran auf besonntes Moos – ob`s hilft? Sein Jahr dürfte ohnehin bald vorbei sein.

Am das derzeitige Wasserschicksal anzeigenden, um ca. 1,5 m zu wenig gefüllten Feuerlöschteich steht vorndran ein grimmiges Holzungeheuer.

Von Südost füllt sich der Zugangsweg, wir weichen auf bekannte Umgehung aus.

Auf dem Holmer Grenzweg gehen wir zum Parkplatz zurück – vorbei an Eichen …

… und Birken, PappelGelb.

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Climate Change, Improvements in Corona Topics, Public Health – so much was waiting for you, much too long.

And, please, keep uneducated dogs on a leach.

Yes, you can! – We are so glad! Thank you!

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Ein Anruf zu spontanem Sonntagsspaziergang gem. kommenden Corona-Vorschriften (2 Familien, max. 10 Personen [Letzteres zu 50 % ausgefüllt]) führte uns in die Holmer Sandberge.

Die haben wir zu Wochenenden und bei Sonnenwetter meist gemieden – Ausgeh- und Hundeauslauf-Hot Spot (ja, auch dort gilt die Anleinpflicht SHs und speziell die Vorgaben für Wald und Schutzgebiete). [Es geht die Vermutung um, dass sich hier so viele Hunde ballen, da die Anleinpflicht in Hamburgs Wäldern kontrolliert wird, ggf. Verstöße geahndet werden. Hier, in Zuständigkeit der Gemeinde Holm sei das nicht der Fall. – Hallo, Herr Bürgermeister!]

Aber, wer früh genug kommt, kommt halbwegs ungestört davon. Schön ist es hier allemal.

Treffpunkt Parkplatz Eggernkamp. Tiefe, volle Pfützen fordern Konzentration beim Zugang.

Ja, es hat einmal etwas geregnet. Das reichte diesmal sogar zur Reaktion der Bäche, die immerhin über 2 Tage den flachen „Wasserberg“ zwischen Niedrigwasser- und (man gerade) Mittelwasserabfluss an den online-Pegeln erkennen ließen. Die Vegetation mit oberflächennahen Wurzeln allerdings hat sich gefreut!

Wir gehen nicht direkt in die Sandbergefläche, sondern das erste Stück über den Holmer Grenzweg daran vorbei.

Fröhlicher Sonntagmorgengruß an und von Reitern und Pferden (im Foto noch im Singular). Gelegentlich quert der Reitweg den Wanderweg in den Holmer Sandbergen. An solchen Stellen ist Aufmerksamkeit angebracht – wie bei Auto- und Radfahrern gibt es auch bei Reitern einen gewissen Prozentsatz, der möglichst immer, auch an Gefahrenstellen, sich bzw. die PS „am Gas“ bewegt.

Dies ist kein Moos, aber gleichwohl ein gutes Zeichen.

Ich habe gelernt, dass zunehmend Haustiere (jedenfalls „privat“) mit weniger, möglichst keinen Antibiotika versorgt werden – halt wirklich nur bei Notwendigkeit. Das kann man hier an weitgehend zersetzten Pferdeäpfeln (auch bei Kühen, entsprechend auf Weiden) erkennen. Bis vor Kurzem lebten wir alle in dem Bewusstsein, dass tierische Ausscheidungen lange bis ewig in der Fläche herumliegen. Ja, so weit kann es mit flächiger Vergiftung gehen. – Gut, dass sich das ändert!

Wir sind in den randlichen Kiefernwald abgebogen.

Das Foto relativiert anschaulich menschliches Maß (die beiden Großen sind 1,90 m bzw. darüber) im Vergleich zu älter gewordenen Bäumen. Der grüne Unterwuchs ist großenteils nicht „unsere“ Traubenkirsche Prunus padus, sondern Prunus serotina, Neophyt. Die buschartigen Stämmchen zeigen die verzweifelten Versuche, dieser Art Herr zu werden. – Andernorts hat man sich besonnen, ob deren Durchhaltekraft nicht genutzt werden sollte, Nutzwald zu entwickeln.

Zur Linken lichtet es sich – dort wurde recht kleinflächig alte Dünenlandschaft durch Entfernen der Kiefern freigelegt.

Es ist Pilzzeit. Einige späte Sammler sind gelegentlich zu sehen – selbstverständlich nicht Sammler von Fliegenpilzen.

Ein Prachtexemplar – später werden wir von Vandalen zerstörte Fliegen- und andere Pilze am Wegrand finden.

Wieder eine lichtere Fläche, die von jungem Birkenaufwuchs gelb gefärbt ist.

Wir sind am künstlich angelegten Feuerlöschteich angekommen. – Wo ist das Wasser?!

Wir erkennen hier, was uns Förster und Wald-Experten immer wieder spätestens seit Anfang 2020 sagen: Der obere Bodenbereich ist bis in 2-3 m Tiefe vollkommen trocken. (Daher auch das für uns heutige Menschen unbekannte Buchensterben in bestimmten Lagen, vgl. Beiträge über Schneewittchendorf und Drumrum.) Diese Situation spiegelt sich im Feuerlöschteich der Holmer Sandberge.

Das sieht im nördlichen Teil, dem Hauptbecken, nicht anders aus.

Wir haben die Flaniermeile gequert und sind in den westlichen freigelegten Dünenbereich gelangt – Heidekraut am besonnten Rand.

So weit die Fläche regelhaft frei gehalten wird, dominiert Sand das Bild, weiter Blick.

An den Kiefern im Foto ist aber bereits das Dilemma solcher Landschaften erkennbar. Aus bzw. in nacheiszeitlicher Tundren- / Steppenzeit durch Winderosion entstandene oder durch menschliche Übernutzung armer Böden hervorgerufene Erosionslandschaften überwachsen in einer zeitlichen Abfolge Richtung Wald.

Die Sandberge sind zwar als Dünen entstanden, ihnen fehlt aber heute die freie Wandermöglichkeit, kleinflächig und Hochwald-umgeben wie sie liegen.

Zum Dilemma gehört, dass die regelhafte „Pflege“ nicht in frühen Stadien „mit leichter Hand“ erfolgt. So werden heutzutage oft genug Maschinen zum Beräumen der aufgewachsenen Vegetation, zum Wiederfreilegen des Sandes verwendet. Das aber hat zur Folge, dass Höhen- und Breitendiversität der ehemaligen Dünen nach und nach eingeebnet, nivelliert werden. – Man darf fragen, wo und wann die Sinnhaftigkeit endet.

Neben Heide etabliert sich anderes Grün, starten Birken.

Hier ist eine Birkenwaldinsel stehen gelassen worden.

Sukzession ist voll in Gang.

Kleinklima spielt eine große Rolle – Moose und borstige Gräser starten.

Hier will offensichtlich nur Moos wachsen – und das prächtig!

Und hier, vorn, hat der „pflegende“ Mensch maschinell gewirkt – uns scheint: planierend …

Ich kann es nicht verhehlen, es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Leserinnen und Leser dieses Blogs haben aus meinen Bachbeiträgen zutreffend schliessen können, dass mir Anstöße zur Selbsthilfe in zerstörten Naturlandschaften – nicht zuletzt auch aus finanziellen / ökonomischen Gründen – naheliegen. Die Natur, nach Abstellen von Defiziten, weiss besser als wir Menschen, wohin sie Standorte entwickeln möchte. Und das tut sie dann, wenn nicht Gravierendes entgegensteht, schnell und effektiv.

Auf der anderen Seite haben Kulturlandschaften ihre Wertigkeiten und ihren Charme. Der Flächenverlust der bis ins 19. Jahrhundert riesigen Heidelandschaften und damit auch der Verlust ihrer spezifischen Tier- und Pflanzenwelt wird zurecht beklagt. Wir müssen uns allerdings bei Planungen mehr als bisher vor Augen führen, wie viel Fläche wir mit hohem (leistbarem?) Aufwand erhalten oder entwickeln wollen und können. Holmer Sandberge und Lüneburger Heide können als zwei charakteristische Beispiele dienen.

Herbstaspekt pflanzlicher Sukzession in östlicher, großer Freifläche.

Zweifellos ein schönes Bild, ein vielfältiges Naturerlebnis. Wir dürfen auf die Entwicklung in kommenden Jahren gespannt sein.

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Bäche und Flüsse im Herbst 2020 – die zeigen kein Wetter, das muss Klima sein.

Der Sauerbeck, kleiner Kiesbach zwischen Wedel und Holm – ohne Wasser im Oktober 2020!

An den ansonsten durchweg Niedrigwasser führenden Bächen und Flüssen ist erkennbar, dass Restaurieren der Lebensräume wichtiger ist denn je, dass gerade die Niedrig- bis Mittelwasserprofile besonderer Beachtung bedürfen.

Wir steuern zwei Ziele an der Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, an.

Der Kies in der ländlichen Mühlenau vor notgesicherter scharfer Linkskurve soll unter Wasser vorgelagert, zur Lenkbuhne werden.

Das ist, Blick bachauf, schnell per Schaufel und Harke erledigt – wenn man weiss, wie`s geht.

Draufsicht in Fliessrichtung, bachab – die Gebäude auf den benachbarten Gelände sind durch Strömungslenkung gesichert.

An der städtischen Mühlenau ist an attraktiver Stelle neuer Kies angekommen. Auch hier gehen wir ran.

Da ist er ja!

Vorher, im Schüttwinkel.

Einsatz von Rechen / Harke und Schaufel, schräg gegen die Strömung schaufeln.

Fertig.

Auch bei diesem Niedrigwasserabfluss ist die erzeugte Turbulenz beim Abfliessen über die Lenkbuhne erkennbar.

Wir hoffen weiter, dass der Herbst mindestens Mittelwasserabfluss bringt. Womöglich ist dann hier, mitten in Pinneberg, das Laichgeschäft von Wanderfischen erlebbar.

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Auf einer Radrundtour Wedel – Hamburg, Klövensteen, Naturschutzgebiet Schnaakenmoor – Wedel entdeckte ich, frisch freigelegt, „Art by Nature“ – diverse Ansichten eines Bodenprofils. Nicht zuletzt wegen dieser euphorischen Antwort auf das Vermailen einzelner Fotos „… da strahlt das Bodenkundlerherz. Soll noch jemand sagen, Böden seien nicht ästhetisch!“ stelle ich die Aufnahmen gern ins Netz.

Herbst-Aspekt beim Radeln West-Ost parallel zur S-Bahn.

Nach Norden biege ich ab in den Klövensteenweg und dann links rum, nördlich des Schnaakenmoors weiter.

Pfeifengras prägt zur Zeit das allzu trockene Schnaakenmoor. Eine über die Jahre zunehmende Zahl toter Kiefern und Birken zeigt aber, dass Vernässungsmaßnahmen (Abflussstopp) die beabsichtigte Moorentwicklung bereits fördern.

Ob wir hier freies Wasser wohl noch in 2020 wiedersehen werden?

Huch, ein Zaun und ein Graben – muss das sein?!

Ja, es muss! Leider geht es nicht anders.

Irgendwo seitwärts, oben trompetet es anhaltend und laut. – Nix zu sehen.

Dafür gibt es unten Neues zu sehen, aus alter Zeit.

Bodenprofile können so beeindruckend sein.

Bp 2 – ohne Worte.

Bp 3 – ohne Worte.

Bp 4 – ohne Worte.

Hier wird weiter gearbeitet, wie ein Schild erläutert.

Wir dürfen gespannt sein. – Zwar würde ich die hiesige Entrohrung und das Hinterlassen eines Grabens nicht als „Renaturierung“ bezeichnen! Dem Wort gerecht würde eher das Hinterlassen einer geschlossenen Bodendecke.

Aber dann würden Hunde und Menschen sicherlich nicht aus der zu schützenden Fläche ferngehalten – und die Bodenprofile sähen wir auch nicht (mehr).

Zu Boden hat Hamburg einiges zu sagen und zu bieten.

Das himmlische Trompeten wird lauter, kommt näher.

Da sind sie – immerhin drei Kraniche.

Weiter geht meine Fahrt, zurück nach Wedel.

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