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Archive for the ‘Klima’ Category

Gestern bei einem Besuch an der ländlichen und der städtischen Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, Schleswig-Holstein, erlebten interessierte Besucher, wie Lebensraumvielfalt verbessert, teils erst wieder geschaffen werden kann.

Das Ganze fand statt in einer – im wahrsten Wortsinn – spannenden Atmosphäre, Sonnenschein vor Gewitterfront.

Blütenmeer ungedüngter Gewässerrandstreifen. Auf der Silomahdwiese nebendran fand gerade der erste Schnitt statt.

Durch Einengen, Profilieren des Niedrig- und Mittelwasserprofils haben wir, der Bach in Hochwässern und Großlaicher in bereits mehreren Laichperioden ein neues, lebendiges Bachbett geschaffen: Aus breit, unstrukturiert und still wurde ein munteres Bächlein.

Die Gewitterfront „ritten“ wir beim Wechsel zwischen ländlichem und städtischem Raum ab – Regen trommelte und lief wie Wasserfallmassen auf uns Autodach-geschützte herunter.

Mühlenau, Pinneberg, zwischen Bad und Rosengarten – vorn frisch bekiester, hinten älterer, (noch) nicht nachbekiester Belebungspunkt. Was hält sich drüben im Wasserwechselbereich auf?

Ah, ein Rotkehlchen – hat, wie so viele andere Vögel die Lenkbuhnen als Tränke und Badestelle entdeckt.

Und schon geht begeistertes Plantschen los. Als Beobachter ist zeitweise nicht zu erkennen, wo vorn und hinten, oben und unten ist – Hauptsache, der Vogel weiss das.

Vorn ist ordentlich Vogel-erzeugter Wellenschlag, Turbulenz zu erkennen. Im weiteren Verlauf ist das allerdings der Lenkbuhnenwirkung, wie beabsichtigt, zuzuschreiben.

Die Uferentlastung durch Kiesdepots, Lenkbuhnen, andernorts Treibselsammlern, führt zu einer neuen Übergangszone Wasser-Land. Schnell entdecken Pflanzen den Standort, erhöhen Arten- und Individuenzahl, bilden selbst neuen Lebensraum.

Die „richtige“, hierzulande fast in Vergessenheit geratene Bach-Biodiversität ergibt sich erst beim Vorhandensein der zugehörigen Uferbäume – Baum, Baumsaum, Auwald. [Die beiden folgenden Fotos sind langjährigen Leserinnen und Lesern dieses Blog bekannt. Ihr Eindruck spiegelt gleichwohl fortgesetzt das, was an unseren Bächen und Flüssen neben der inneren Struktur wohl am meisten fehlt.]

Pionierphase Erlensukzession, ca. 5 Jahre alt.

Lichter Erlensaum nach ca. 40 Jahren Entwicklung, vorn Aufrechter Merk (Berle, Berula erecta), im Foto nicht sichtbar Wasserstern, als standorttypische Begleiter.

Wer Biodiversität der Gewässer als Aufkleber, vielleicht zum Herumfahren, nutzen möchte, erhält dieses Exemplar beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz: „Artenvielfalt ist Lebensqualität„.

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Die Moorbek ist ein wichtiger Quellbach für die Mühlenau im Pinnau-Einzugsgebiet. Die Mühlenau selbst fällt in ihrer oberen Strecke oft sommertrocken aufgrund von Störungen ihres Einzugsgebiets durch Entwässern des Holmmoors, Verbreitern der Autobahn und durch den BAB-Rastplatz Holmmoor.

Im Stadtgebiet Norderstedt hat der NABU in Bachaktionstagen Verbesserungen an der Moorbek vorgenommen. 2020 hat der Wasserverband Mühlenau, gefördert durch den Kreis Segeberg, eine weitere Strecke im ländlichen Raum restauriert. Auch im Bachverlauf der Mühlenau nach Zusammenfluss mit der Moorbek wurden 2020 etliche Strecken verbessert, vgl. Berichte hier im Blog.

Es war an der Zeit, einmal nachzusehen, welche Auswirkungen die Umgestaltung der ehemals kanalartigen, überbreiten Strecken mit Erosionssand auf der Sohle, insbesondere im Hinblick auf biologische Besiedlung gebracht hat.

Zwar ist es schon etwas spät im Jahr, viele Insekten haben ihren Larvenlebensraum Wasser inzwischen geflügelt zum Hochzeitsflug verlassen. Aber gleichartige Beprobung sollte mindestens einen Vergleich unterschiedlicher Strecken zulassen.

Die neue Optik dieser Moorbekstrecke hält viele Besucher des Umfelds auf. Staunend betrachten sie den veränderten, belebten Bachlauf.

Informationstafeln stärken das Verständnis.

Emsige Ameisen vor Löwenzahn – gleich am Brückendurchfluss findet ein erstes, orientierendes Beproben statt.

Ein Bachflohkrebspärchen und ein Egel.

Ähnlich einer Spannerraupe saust der Egel im Rund der Schale. Die Flohkrebse schwimmen diversere Bahnen.

Zwei Köcherfliegenlarven und eine ertrunkene Rollassel kommen aus einem ruhigeren Bereich.

Und aus einer Ansammlung von Blättern und Ästchen werden ein junger Bachflohkrebs sowie eine Libellenlarve der Gattung Calopteryx freigespült.

Das Einbringen des Kieses bringt einen Anstoß zu differenzierten Strömungsbedingungen in Längs- und Querrichtung. Daraus erfolgt Strukturieren der vorher eintönigen Sohle hin zu unterschiedlichen Lebensbedingungen. Dementsprechend reagiert die Lebewelt mit ihrem nun in Arten- und Individuenzahl zunehmenden Vorkommen. – Ein vorbeikommender Spaziergänger ist begeistert, wir auch.

Die Moorbek schlängelt sich jetzt in ihrem früher gleichförmigen Bett mit Niedrig- und Mittelwasserprofil.

Auch „Altlasten“ sind weiter vorhanden, hier „fett“ Algenschmier auf Wasserpest, vorwiegend gesteuert durch Lichtüberschuss, wo standorttypischer Baumsaum am Ufer fehlt.

Das Umstrukturieren stärkt aber die charakteristischen Wasserpflanzen, hier den Wasserstern.

Beim Aussieben des hier in Teilen des Profils stabil liegenden Sandes bringt in Grobsand und Feinkies Larven der Großen Maifliege Ephemera (oben links eine einjährige, mit Glück wird sie Mai / Juni 2022 zum erwachsenen Insekt) und jede Menge Kleinmuscheln der Gattungen Sphaerium und Pisidium zutage.

Auch hier der Bachflohkrebs und die Bauchansicht einer Libellenlarve Calopteryx.

Im seitlich liegenden Laub finden sich Zweiflüglerlarven.

Unbehandelte Teilstrecken zwischen den Kiesen zeigen sehr gut die sich jetzt windende, längs- und querdifferenzierte Ausformung des Bachs.

Standorttypische Schwarzerlen – über das Jahr wird die Entwicklung von Uferbäumen verfolgt.

Je nach Eigenentwicklung angesichts vielfältiger Mutterbäume im Umfeld kann sich ein charakteristischer, den Bach von Überheizen entlastender Halbschatten ausbilden. Falls Artenbreite und zeitliches Vorankommen nicht hinreichend erscheinen, wird über punktuelle Anpflanzungen nachzudenken sein.

Neben den gut verbreiteten Bachflohkrebsen, als Blatt-Schredderer wesentlicher Start der Bach-Nahrungskette, sind einzelne Eintagsfliegen vor Ort. Ihre dunkle Farbe zeigt, dass sie kurz vor Wechsel ins Erwachsenenstadium stehen, das Wasser bald verlassen.

Die kleinen „Würmchen“ in der Schale sind mitgefangene, beim Siebausspülen nicht verloren gegangene Larven von Zuckmücken, Chironomiden. Diese sind eine weltweit in fliessenden und stillen Gewässern je nach Lebensraum arten- und individuenreich angepasste Insektengruppe – beim Arbeiten mit dem Haushaltssieb meist „übersehen“ (sie gehören nicht zum Spektrum der mit dieser Methode gesuchten Gruppen).

Weisse Schale, Totale – die ganze Zeit, verdrängt von Konzentration auf Leben im Wasser, kribbelt und krabbelt es irgendwo, es kitzelt auf der Haut: vorn eine Schlammfliege.

Sie und ihre Artgenossen werden, so sie nicht vorher von Vögeln, Fischen, Fledermäusen gefressen werden, ihre Eipakete auf Blättern von Uferrandpflanzen als Pakete ablegen. Von dort plumpsen die schlüpfenden Larven ins Gewässer und werden sich, s. Artname, in weichen Ufer- und Sohlepartien entwickeln.

Eine nicht bearbeitete Teilstrecke – Wasserpest, sie macht ihrem Namen in übersonnten, untypisch still fliessenden Bach-Ruinen alle Ehre, setzt auf Übernahme der gesamten Bachbreite. Der Ruf nach Ausmähen wird folgen.

Ein Hund geniesst die Möglichkeit, den sommerkühlen Bach auf einer Rausche zu nutzen.

Wie der Wanderer am Start ist auch der Hundeführer beeindruckt von der ihm bislang unbekannten, wiederherstellbaren Lebensvielfalt im Bach. Was wir ihm auch hier zeigen können, entspricht dem bisher Dargestellten.

Übertiefer, überbreiter Canyon – auf Restaurieren wartende Strecke.

Durch Frühlingsbuchenwald, klimagerecht feucht gehalten, gehen wir zurück.

Die Besiedlung der ländlichen Mühlenau nach Zusammentreffen mit der Moorbek wird in Teil 2 beschrieben.

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Der Ur-Beitrag vom 2. Mai beschäftigt sich mit gesägten Bäumen, dem Wert von Bäumen sowie der (verbesserungsfähigen) Wahrnehmung von Bäumen, insbesondere im bebauten Raum.

Selbst in turbulent fortschreitenden Zeiten des Klimawandels nehmen wir den Baum, die Allee, den Wald, nicht hinreichend wahr. Dabei gehört er zum über Jahrmillionen entwickelten, bewährten Kühlsystem der Natur, Hitzeinseln verhindernd – bei Einsicht: bestehende Hitzeinseln mindernd, bei Planungen vorsorglich vermeidend.

Es gab viele Weiterleitungen und etliche Diskussionen, nicht zuletzt über die Beispiel-Kalkulation im Beitrag über „einen Baum“ und sein Äquivalent, im Beitrag vom 2.Mai vereinfacht an einer Kugel-Betrachtung / -Berechnung dargestellt.

Immer klarer wird, dass wir in Sachen Rechnen, Mathematik einen Kulturwandel hinter uns haben. Im Netz danach gesucht – und gefunden!

Man soll Äpfel ja nicht mit Pferdeäpfeln gleichsetzen. Aber – Beispiel Baum – vielleicht den Apfel (als Teilwert eines Baums) mit einem „Erdapfel“, der Kartoffel.

Die alte, zu meiner Begeisterung fortgeschriebene Betrachtung über Veränderungen des Lernens, des Rechnens, des Umgangs mit der Mathematik am Beispiel der Kartoffel, verlinke ich hier.

Ich nehme an, die dort dargestellte Entwicklung ist nachvollziehbar. Wir sind auf einem anderen Stand als in den 1950ern. – Gleichwohl, viel Spaß !

Busch und Pappelreihe nahe Elbdeich – nachmittags, so um Sonnenuntergang.

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Ein Requiem ?

Kürzlich auf einer Rad-Tour an Mühlenau und Pinnau, Pinneberg – irgendwie sieht der südliche Bahnhofsvorplatz anders aus.

„… schönes Viertel …“ wirbt es vom B-Plangebiet „Mühlenauquartier“. Linker Hand … fehlen vertraute Bäume.

Anwohnerinnen und Anwohner haben sich dazu geäussert.

Sie sind wütend und traurig.

Und fragen sich, warum das so sein muss.

Die Stadt Pinneberg beschreibt das Geschehen hier.

Vor Ort geht es weiter.

Diese noch nicht alt gewordenen Bäume blühen nicht mehr.

Sie filtern keinen Staub mehr, produzieren keinen Sauerstoff.

Ganz davon zu schweigen, dass in der Klimadiskussion, gar beim Klimahandeln die Bedeutung von Bäumen, ihr Altern lassen von Politik und Verwaltung nicht hinreichend erkannt, wertgeschätzt wird.

Nehmen wir einen frei wachsenden Baum in der Nähe als Beispiel.

Eine ältere Rotbuche in der Nähe.

Sie hat einen Astradius von ca. 10 m.

Hier kann man sich konkret veranschaulichen, was rund um „den Baum“ so an Themen, Zahlen ansteht.

Planungen werben gern damit, dass gefällte Bäume ersetzt werden.

Wie – 1 : 1 ? Noch mehr Werbung für das Handeln wird dann mit Hinweisen wie „Für jeden gefällten Baum werden 2 nachgepflanzt.“ vermeintlich erzeugt.

In der oben verlinkten Pressemitteilung der Stadt Pinneberg liest sich das so „deutlich mehr und standortgerechtere Bäume neu gepflanzt als im Bestand vorhanden waren.
Die Fällung der Bäume und die Neupflanzung von Bäumen entsprechen dem gültigen Bebauungsplan und dem von den städtischen Gremien beschlossenen Projekt „Neugestaltung des südlichen Bahnhofsumfeldes“.“

Na, wenn das beschlossen ist, ist ja alles klar. – Alles klar?

Die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

Bäume können auch Mathematik sein. Ich weiss, manch eine(n) schmerzt die Erinnerung an dieses Fach in der Schulzeit. (Spätestens im Beruf wird allerdings klar, dass das Leben voller Zahlen und Berechnungen ist. Gleichwohl, wenn ich unserer Populisten und Narzissten bei den derzeitigen Personenküren so sehe und höre, scheint mir, dass statt „Berechnungen“ das Leben einiger eher von „Berechnung“ geprägt wird. – Cave canem! Für Nicht-Lateiner „Hüte dich vor dem Hunde!“)

Oft wird ein Baum ja als „Stock“, Stamm, linear, mit einer grünen Kugel drauf betrachtet.

Ok, es berechnen sich beim Radius (Astlänge, s. voriges Foto) r = 10 m

  • der Umfang u = 62,832 m = 20·π
  • die Kreisfläche A = 314,159 m² = 100·π
  • die Oberfläche O = 1256,637 m² = 400·π
  • das Volumen V = 4188,79 m³ = 1333,333·π
  • und vieles mehr … (und, sehr auffällig, immer ist – nein, nicht „der fiese Fis“, das fiese  π [Pi], „die Kreiszahl π“, mit dabei …)

Was soll der Quatsch?

Obige Zahlen sind leicht auf örtliche Realität zu übertragen. Ein Jungbaum mit vielleicht 1 m³ Kronenvolumen wäre also „im Doppel“ ultraweit davon entfernt, einen Altbaum zu „ersetzen“. Im Fall der Rotbuche, rein volumenbezogen betrachtet, wären um die 4.200 Bäume ein Ersatz. Bei Kosten pro Baum von ca. 200 € (Material, ohne Pflanzkosten) wären das also 840.000 €.

Für diesen, einen Baum.

Vielleicht hilft diese fiskalische Betrachtung dabei, den Wert eines stehen gelassenen, alten Baums in seiner geradezu unendlichen ökologischen Bedeutung zu erfassen.

Gern lasse ich mich in der Höhe kritisieren, korrigieren. Ein Vergleichsbeispiel  aus unverdächtiger Quelle zeigt, dass die Größenordnung stimmt.

Haben Sie mal, z.B. über die bekannten Internet-Quellen, Satellitenfotos im Hinblick auf die Parkplätze der von Ihnen besuchten Einkaufszentren angesehen? Stehen da Bäume – pro 4 Parkplätze vielleicht 1 Baum?

Wird in etwa solche Größenordnung in neuen B-Plänen schriftlich fixiert, für Altbestand Bau nachgefordert?

Wer gern „in English“ liest, findet greifende Stadtbeispiele in dieser kostenlos herunterladbaren Klima-, Wasser-Veröffentlichung „Water for the Recovery of the Climate„. – Wie so oft, „nix Neu`s“, wo aber, bitte sehr, angewendet in täglichem Umgang mit unserer bebauten Umwelt?

Noch ein Link zu „Der ökologische Wert von Stadtbäumen für die Diversität„.

Hilfe aus Hamburg, aus Dresden.

Bleibt die Hoffnung auf den Wonnemonat „Komm, lieber Mai und mache …“.

Und der Mai macht – mögen alle Planer und Abwäger, alle Zögerer und Zauderer auch zu Machern werden! Der Klimawandel wartet nicht.

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Ostermontag – Berliner Besuch an Mobilitätspunkt HH, Ring 3, verfrachtet.

Die Reise verlief glücklich – stürmische SchneeRegenGraupelschauer konnten überwunden werden.

Wir gingen bei ebendem Wetter in den Forst Klövensteen.

Da der Wald „oben“ zwar mächtig lärmte, die Schauer aber unterbrochen stattfanden, umrundeten wir nach Wedeler Au-Strecke noch den „Großen Fischteich“.

Offenbar haben die geringen Regenfälle der vergangenen Wochen immerhin gereicht, die Flachwasserzone etwas zu benetzen. Links Grün: das Ufer ist noch weit entfernt vom Wasser – oder umgekehrt.

Immer wieder interessant – die Holzstruktur des runtergebrochenen EichenZwiesels.

Der Zulauf – im Herbstlaub staut sich Niederschlag / Zulauf von aufwärts gelegenem Teich ein. Schwach rieselt es in den Großen Fischteich.

Nachmittags geht`s zu – getesteten – KaffeeundKuchen-Einladern.

Auf dem Hinweg – hinter dem Schauer …

… ist vor dem nächsten Schauer.

Angepasst an die Umstände haben wir ein schönes Osterfest feiern können.

Keine Überraschung am Wochenstart, Dienstag – Ostblick. Wege frei, Flächen und Grün beschneit.

Das „Wäldchen“, NordOst.

Im Westen große weisse Flächen, …

Die Terrasse – angesichts Starkwinds trotz Überstandschutz klitschnass bis vor die Aussenwand.

In der Elbe stand die Flut 1,5 m über Normaltidehochwasser. Das Pinnausperrwerk war, nach einer kürzeren Phase davor, bei der Nachtflut 5,5 Stunden geschlossen.

Der Wind hatte die Vogeltränke fast trocken geblasen. Das Restwasser war überfroren – hier ausgeräumt und neu gefüllt.

Rad-Touren werden nach Wetterradar gestaltet. Wir sind gespannt, wie uns die Statistik der Schauer erwischen wird.

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Der März ist gekommen …

… Friseure machen auf!

Roland, nachmittags auf dem Marktplatz.

Ich stehe vor dem Friseur-Salon. Aufgrund meines Verzichts auf einen Termin vor dem LockDown zugunsten Bedürftigerer habe ich bevorzugt sofort nach Öffnen einen am 1. März bekommen.   🙂  Danke dafür!

Allerdings sind meine Haare, wie aus dem Umfeld definiert, zum „Beethoven-Look“ gewachsen, an die 15 cm länger als das Schnittziel. Ich nenne das „Corona-Look“, da (das Foto bleibt geheim) mit leichter Lockenentwicklung ein Ringsum-Kranz meinen Anblick prägt(e).

Fertig! – Die Sonne sinkt.
Künstlerin und Gestalteter sind zufrieden.

Nun sind wir weiter, Nachtfrost am 5. März. Die Vögel waren in den hellen Vortagen wie verrückt. Angesichts fehlender Niederschläge jüngst sind Amsel, Kohl- und Blaumeise, Rotkehlchen, Spatz und … ja, nicht verguckt, Mönchsgrasmücke (mindestens ein Männchen ist jetzt steter Gast) Gäste an unserer Vogeltränke, auch gern als Bad genutzt.

So gehe ich denn raus, klopfe das Eis kaputt, lege es seitwärts ab.

Immer wieder interessant, stets andere Strukturen.

Nochmal quer drüber – feinziseliert am Rand.

Und kaum bin ich wieder drin …

… schon ist eine Kohlmeise als erster Gast da.

Trinkt, guckt, trinkt, guckt – was bewegt sich da innen?!

Egal, die Begeisterung über das offene Wasser lässt die Meise weiter ruhig ihren Durst löschen.

Ab morgen soll es ja wieder ein Bisschen „von oben“ geben.

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Zum Thema „Muscheln im Bach“ könnte einem die Bachmuschel einfallen. Wenn man sich mit ihrer Biologie und Lebensraumanforderung beschäftigt, kommt dann schnell das Ergebnis, dass solche Art in unseren heutigen Bach-Wüsteneien nur geringe Entwicklungsmöglichkeiten hat. Bewegter Sand aus übermäßiger Erosion, aussen wie innen, ist bereits ausreichend, ein Vorkommen auszulöschen bzw. die Wiederbesiedlung von Strecken zu verhindern.

Ein (noch) völlig unbeschatteter Bach im oberen Alster-Einzugsgebiet. Vielerlei Verbesserungen sind möglich.

Immerhin zeigt die Detailansicht mancherorts, dass er auf Moräne läuft, wo möglich je nach Strömung, Turbulenz und standorttypischen Pflanzen kiesige Strukturen frei hält.

Das gilt es zu fördern.

Im Übrigen weiss auch der Maulwurf um den Moränenkies, buddelt er ihn doch ständig als hier charakteristischen Teil seines Grabguts ans Tageslicht.

Die in Jahrzehnten immer wiederkehrende Frage nach Muscheln, speziell der Bachmuschel, habe ich für „meine“ Bäche und kleinen Flüsse in Hamburg und Niedersachsen, inzwischen auch Schleswig-Holstein, immer wieder mit „nie gesehen“ beantworten müssen.

Und dann gibt es hier im Norden ja noch das ganz spezielle Stichwort „Flussperlmuschel“. Wer deren Vorkommen im Mittelgebirge verortet, kann es mindestens auf die Lüneburger Heide ausdehnen. Auch über die im Link dargestellte Verbreitung hinausgehende Vorkommen waren früher keine Seltenheit, wie Namen wie Perlbach anderswo belegen.

Sieh da, in der Rönne, Alster-Einzugsgebiet, fallen bei Bachwanderung 2 unterschiedliche Muscheltypen auf, eine davon gleich in mehreren Jahrgängen.

Innenansicht der kleinen – kein(e) Schloss(zahn oder -leiste).

Die mittlere – wie zuvor.

Und auch die große – „ohne“.

Sagen wir mal „Anodonta“ zu den dreien. Dazu wird auf Deutsch meist „Teichmuschel“ gesagt. Angesichts des Ursprungs der Rönne im Itzstedter See und mit diversen Regenrückhaltebecken nebendran ist ihr Vorkommen hier im Bach nicht verwunderlich. Zu Filtrierendes („Plankton“) wird gerade auch aus diesen Stillgewässern in die Rönne eingetragen.

Ja, die sieht anders aus, wohl Unio(?).

Umgedreht, was macht das Schloss …

Oha, kein Schloss, keine -leiste, keine -zähne! Allerdings weggebrochen …

Obwohl die Schale unvollständig ist, nennen wir sie mal „Unio“, da aussen und innen deutlich Unterschiede zu Anodonta vorhanden sind.

Beide Gattungen sind hier im Blog schon beschrieben.

Das für die Rönne angedachte Restaurieren wird durch die Sohlverbesserungen auch für die Muscheln einen attraktiveren Lebensraum bieten.

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Nein, ausnahmsweise meine ich mal nicht „die Eiszeit(en)“, die uns Geest und Marsch geschaffen haben – und die potentiell schicken, produktiven Moränenbäche.

Vor Kurzem noch prägte „Wetter“ unser Umfeld, Winterwetter, wie wir es uns doch eigentlich wünschen (?).

Erstaunlich, wenn man heute auf die Elbe-Webcams in Wedel und Altona guckt. Das massive Treibeis, in der Tide Elbe-auf- und -abwärts transportiert, ist so gut wie völlig verschwunden. Vor drei Tagen, am Montag, sah das noch ganz anders aus.

Der Schulauer Hafen war völlig eisbedeckt, davor schob die Elbe dicke Packungen seewärts bzw. flussauf.

Der Sandstrand mit seinem vorgelagerten Süßwasserwatt war flächenhaft dick mit Eisschollen bestückt.

Richtung Tideniedrigwasser, vorn mahlt der Elbstrom.

Im Übergang liegendes / bewegtes Eis ist eine scharfe Kante erkennbar – weithin gerade, wie mit einem Messer gezogen. Welche Kräfte …

Und Hamburg-wärts, an der Landesgrenze, allen Leserinnen und Lesern bekannt: 2 Hopper-Bagger, von vielen mehr, die in der Hamburger Elbe und / oder in Hafenbecken und Kanälen das in seiner Menge spätestens seit der vorigen / letzten? Elbvertiefung nicht mehr steuerbare Baggergut aufgenommen haben – und wieder verklappen.

Und so geht das – mit anderem, größerem „Gerät“ von hier, neu aufgenommen (!), Richtung Elbmündung weiter – ggf. bis vor Helgoland.

Eine gesamtwirtschaftliche Rechnung hat es für den Hamburger Hafen nie gegeben. Ein goldenes (?) Kalb will schließlich in Ruhe gelassen werden.

Man muss sich wundern über den Baggeraktivismus, zur Zeit mitten in der Laichwanderung und -zeit des Stint. Der war vor einigen Jahrzehnten, nach Verlust der fachlich hier beschriebenen Kaulbarsch-Flunder-Region des Flusses Elbe, zur Hauptfischart geworden. Wen wundert angesichts solcher Praktiken, dass auch der Stint verschwindt?! Nicht nur Gourmets dieser regionalen, saisonalen Delikatesse trauern ihm nach. Das gesamte Ökosystem bis in den Bereich des Nationalparks Wattenmeer „vermisst“ diesen Fisch in seinem bisher geradezu unvorstellbar großem Vorkommen.

Ergänzung Freitag, 19. Februar 2021: Dass wir offenbar in Sachen Baggeraktivismus auf gutem Weg in einer extremen Sackgasse sind (steht hinten eine Betonwand?), gibt es inzwischen auch amtlich. – Immer munter voran! Bloß nicht das System überdenken, schon gar nicht die Eigenheiten des Tidestroms Elbe einbeziehen. – Wundert sich noch jemand?

Umkehr – Sandstrand und sein vorgelagerter, tiefer liegender Bereich, voller Eisschollen.

Heute, Donnerstag, 3 Tage nach den Fotos, ist auf Webcams und real fast kein Eis mehr sichtbar.

Wir dürfen davon ausgehen, dass die gegenwärtig durchlaufende Abflusswelle von mehr als 1.000 m³ / s, Tendenz fallend, für weiter seewärtigen Transport des Eises geführt hat. Hinzu kommt, dass die Kaltzeit dieses Monats vergleichsweise kurz war. Hamburgs Messstationen zeigten ein spätes Erreichen des Gefrierpunkts und inzwischen einen Anstieg auf 1 Grad plus, Tendenz steigend.

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Nach den Sonnentouren der vorigen Beiträge hatten wir noch Elbe und Schulauer Hafen gestern bei Tideniedrigwasser angesehen. Tiefststand um etliche dm unter Normal-Tnw. Hafeneis liegt auf Schlick und sieht fast so aus. An scharf geschnittener Kante läuft das bewegte Elbe-Eisgeschehen Richtung See.

Vielleicht stelle ich dazu – quasi als schmutziger Rückblick – noch Fotos in den Blog. Die Webcams Willkommhöft und Altona bieten einen bewegten Eindruck.

Hier nun aber das Geschehen gestern, Montag Nachmittag auf heute, Dienstag Morgen. Eine Schnee-, dann Regenfront war angesagt, das übliche Störgeschehen in Privat- und Öffentlichem Verkehr trat ein.

Wohl denen, die bereits zu Hause waren.

Montag Nachmittag, Schneefall setzt ein.

… und setzt sich fort …

… und in den Abend fort …

Idyllisch sieht`s aus nach Schneestopp!

Blick zum Hauseingang.

Schnell ein Bisschen gefegt, die Mahonie entlastet.

Nun waren wir gespannt. Immerhin lag die Lufttemperatur knapp über Null.

Ah ja, der gestern noch so massig wirkende Neuschnee ist … teils geschmolzen, teils verdunstet. Die Schneeflächen sind in der Höhe zusammengeschrumpft, Bäume und Buschwerk sind schneefrei.

Vom nachweihnachtlichen Nachbardach ist im Dunkel kein Schnee auszumachen (er liegt noch, dünn).

Der Wegedienst war aktiv. Geräumt und besandet und – wäre nun nicht nötig gewesen – gesalzen.

Die Temperatur soll hier 6 Grad erreichen. Als ahnten sie das im Voraus, sind die Vögel wie aus dem Häuschen – bzw., stetig wechselnd, drin und draussen. Spatzen, Kohl- und Blaumeisen sowie im Baum- und Buschwerk Buchfinken und Rotkehlchen begutachten die Wohnangebote. Ein vielfacher Gesang erfüllt die Morgenluft.

Na denn. Vorgesehene Bach-Verabredung ist um eine Woche geschoben. Da sollen es ! 16 ! Grad werden. Wenn der Wetterbericht das so beibehält und das Wetter sich entsprechend verhält.

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Für alle Jüngeren und Nicht-Nordlichter: Es gibt selbstverständlich keinen Ski-Lift in Blankenese. Und wenn, wäre er wohl jetzt, im LockDown, gesperrt. – Obwohl, angesichts der Steillage am Elbhang Blankenese

Der vordere Teil der Überschrift ist eine Erinnerung an frühere Schneewinter in Hamburg und Umgebung. Da hatte das seltene Wetter sogar zu einer Anfrage in der Bürgerschaft geführt, wo denn die Ski- und Rodelhänge seien und so einiges drumrum.

Schnee ist hier (inzwischen mehr als früher) halt etwas Besonderes!

Jeglicher, dünn schneebedeckte Hang ringsum (weiter nordwestlich, im Holsteinischen – wohl auch im Niedersächsischen – die Deiche) ist inzwischen heftig berodelt worden. Die Medien berichten von teil- und zeitweisen Sperrungen, da Überfüllung drohte bzw. bereits eingetreten war.

Und wir? Wir haben den Sven-Simon-Park, früh am Sonntagmorgen, bewandert und bewundert.

Die Morgensonne lockte.

Verschneite Wiesen- und Waldlandschaft bei der Anfahrt, direkt auf der Landesgrenze Schleswig-Holstein / Hamburg.

Und immer: Mitgebrachtes nach Gebrauch wieder mitnehmen – oder Mülleimer nutzen. Nachfolgende und Natur danken es!

Steht doch schon oben … – „jeglicher … Hang“, hier ganz schön baumbestanden – heisst vermutlich heute wie früher „Todespiste“.

Idyllisch verschneit und beschienen, der Kaulquappen- und Molchteich – vgl. frühsommerliche Beiträge hier im Blog.

Test noch nicht erfolgreich – ringsum wurde versucht, ob das Eis bereits zu betreten wäre.

Auf Eis und Pflanzen – wachsende Kristalle.

Mein buntes Gefolge, Groß-gewachsene winzig vor Altbäumen.

Rodelhang nahe Puppenmuseum.

Könner schaffen es bis hier, die Masse hat den oberen Hang tags zuvor, Sonnabend, weitgehend Schnee-befreit, den Boden unter Grasbedeckung frei gelegt.

Von Südsüdwest lockt uns die Sonne Richtung Elbhang.

Weit geht der Blick über die hamburgische und niedersächsische Elbtalaue.

Fahrwasser der Elbe, Neßsand, Estemündung im (ehemaligen Flachwassergebiet, nun) Süßwasserwatt Mühlenberger Loch, Werft, Harburger Berge, noch im Dunst, verschluckt.

Blick westsüdwest – hinter Neßsand niedersächsische Marsch, Harburger Berge / Stader Geest.

Nord- bis Südufer des Fahrwassers – laut knirscht das Raue, die bewegte Eisfront zwischen Fahrwasser und Mühlenberger Loch bei Richtung Tideniedrigwasser gen See fliessender Elbe.

Was für ein Blick.

Wir umrunden den Hang.

Im Heidebereich des Elbhangs – weitere Rodelbahnen, von steilstmöglich bis moderat.

Es zeigt sich, dass wir den frühen Start gut gewählt hatten.

Langsam, aber zunehmend belebt sich der Sven-Simon-Park mit Winterfreizeitlern, teils professionell ausgestattet.

Hier und an allen Hängen ringsum finden sich halt auch alle diejenigen, die sich jetzt viel lieber in den Alpen, im Harz oder in den Mittelgebirgen auf Schnee bewegen würden.

Es bleibt kalt. Das (Kohle-)Heizkraftwerk Wedel hat gut zu tun.

 

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