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Im Beitrag vom 10. Januar hatte ich berichtet, dass die seit mehr als 15 Jahren tote, sicherheitshalber auf 2/3 des Stamms verkürzte Lärche im Sturm gestürzt war. Professionell zaunparallel gefallen, gelenkt durch Ahorn, aufgefangen durch Haselsträucher, unsere „Hölzchen und Stöckchen“-Produzenten (Glück gehabt!). Aus stehendem war schwebendes Totholz geworden.

Das sah zwar eindrucksvoll aus, sollte aber auf Dauer nicht so bleiben. Also kamen Profis zum Einsatz, handhabbare Stücke zu produzieren. Anschließend wurden noch ein paar anstehende Großarbeiten miterledigt, so dass jede Menge Holzmulch nun unsere Beet-, Busch und Waldpartien bodendeckt. Wir lieben das.

Für kleine Leute wurden ein paar Fichtenstammstücke als Stühlchen vorbereitet, lagern jetzt erstmal reifend ab. Die Sturz-Lärche aber steht wieder (na gut, ein kleiner Teil davon). Man wundert sich, wie leicht solch dicke Holzklötze im Lauf der Zeit werden können. Ohne große Mühe haben wir sie aufeinandergestellt.

Wie ein kleiner Leuchtturm steht nun ein kleiner Teil der Lärche neben der Gartenbank.

Wie ein kleiner Leuchtturm steht nun ein kleiner Teil der Lärche neben der Gartenbank.

Rindenplatten obendrauf verhindern Eindringen von Niederschlag von oben. Bohrende Insekten und die von ihnen profitierenden Vögel haben freien Zugang zum Stamm. Wenn diese Teile allzu weit aufgelöst sein werden, liegen an 2 Stellen Ersatzbauteile bereit.

Nun sind wir also meteorologisch im Frühling. Eine besondere Eskapade bot der heutige frühe Morgen.

Bei klarem Himmel bretterte eine große, dunkle Wolke heran - dummerweise leckte die.

Bei klarem Himmel bretterte aus Norden eine große, dunkle Wolke heran – dummerweise leckte die.

Schön anzusehen, in der punktuellen Auswirkung unter dem Leck aber gefährlich.

Schön anzusehen, in der punktuellen Auswirkung unter dem Leck aber gefährlich.

Aufgrund niedriger Temperatur und eisig ziehendem Wind mussten Verkehrsteilnehmer zu Fuß, per Rad oder mit dem Auto höllisch aufpassen - Blitzeis!

Aufgrund niedriger Temperatur und eisig ziehendem Wind mussten Verkehrsteilnehmer zu Fuß, per Rad oder mit dem Auto höllisch aufpassen – Blitzeis!

Anschliessend kündigt sich ein sonniger Tag an.

Anschliessend kündigt sich ein sonniger Tag an.

Das weisse Dach links unten zeigt, was kurz vorher produziert wurde.

Das weisse Dach links unten zeigt, was kurz vorher produziert wurde.

"Was`s `n das!? War doch vorher nicht hier?! - Ok, mach ich ein paar Wellen dazu."

„Was`s `n das!? War doch vorher nicht hier?! – Ok, mach ich ein paar Wellen dazu.“

"Aha, über "Lenkbuhne" sprechen die Menschen um mich rum. Jedenfalls kann ich jetzt prima zum Trinken ans Wasser ran."

„Aha, über „Lenkbuhne“ sprechen die Menschen um mich rum. Jedenfalls kann ich jetzt prima zum Trinken ans Wasser ran.“

Der „abgelaufene“ Jagdhund auf den beiden Fotos dokumentiert die
Verbesserung des Gewässers auch für vielerlei anderes Viehzeuch. Endlich können Durstige trinken, auch Baden, Badegäste und Reingefallene problemlos auch wieder rauskommen. Und sein Schnüffeln auf Foto 2 zeigt, dass diese Orte von vielerlei Getier begeistert angenommen werden.

Das ging ja alles – nach kleinem Baustopp und von mir nicht als gut empfundener, auferlegter Einbauänderung – fix von der Hand bzw. der Baggerschaufel.

Kleiner Hinweis vorweg zur prima Firma, die hier arbeitet: Trotz meiner Initialen am Fahrzeug ist das nicht mein Großgerät. Schade, eigentlich.   :-)

Kleiner Hinweis vorweg zur prima Firma, die hier arbeitet: Trotz meiner Initialen am Fahrzeug ist das nicht mein Großgerät. Schade, eigentlich. 🙂

Schon sind die Kiese/Gerölle eingebracht. Nun sollen die Bäche und die Zeit zeigen, was daraus wird. Zeitlich jedenfalls reicht es gut für eventuell noch vereinzelt vorhandene Bachneunaugen. Die können bald als erste laichen.

Hier folgen die „Nachher-Fotos“ zum vorangegangenen Beitrag.

Eigentlich sollte hier eine abwärts vom Hochwasserkolken liegende Rausche mit Einengung den Abriss unter der Brücke auffangen, damit Fische und Wirbellose "einsteigen" können.

Eigentlich sollte hier eine abwärts vom Hochwasserkolken liegende Rausche mit Einengung den Abriss unter der Brücke auffangen, damit Fische und Wirbellose „einsteigen“ können.

Nun waren wir gezwungen den Kolk zu verfüllen – in meinen Augen eine Todsünde. Es gibt bessere Möglichkeiten, zumal z.Z. noch keine Berme beiderseits unter der Brücke  sowie ein durchgehendes Kiesbett akzeptiert wird.

DARUM stelle ich mich so an! Wo Wasser von Hartem kommend auf "Weiches" trifft, gibt es eine fortschreitende Erosion. Die Verfüllung hat für springende Fische den Anlaufraum beseitigt. Hier werden sie nun wie der Ochs vorm Tor - wie zuvor - demnächst stehen.

DARUM stelle ich mich so an! Wo Wasser von Hartem kommend auf „Weiches“ trifft, gibt es eine fortschreitende Erosion. Die Verfüllung hat für springende Fische den Anlaufraum beseitigt. Hier werden sie nun wie der Ochs vorm Tor – wie zuvor – demnächst stehen.

Durchblick, nicht Durchgängigkeit - eine schräge Angelegenheit. Hoffen wir mal auf die Zukunft mit an der Einengung abwärts kommender weiterer Sohlaufhöhung.

Durchblick, nicht Durchgängigkeit – eine schräge Angelegenheit. Hoffen wir mal auf die Zukunft mit an der abwärts sichtbaren Einengung kommender weiterer Sohlaufhöhung.

Blick aus der Strecke, nun mit wechselnden Einengungen versehen, bachauf Richtung Brücke. Auch dies ein Resultat der Änderungsauflage. Angesichts des Einbaus "im Keller" wird hier unnötig Boden vom (überhohen) Ufer erodiert werden und abwärts gebaggert werden müssen. - Sohlgleiten mit beidseitigem Uferschutz waren der Plan ...

Blick aus der Strecke, nun mit wechselnden Einengungen versehen, bachauf Richtung Brücke. Auch dies ein Resultat der Änderungsauflage. Angesichts des Einbaus „im Keller“ wird hier unnötig Boden vom (überhohen) Ufer erodiert werden und abwärts gebaggert werden müssen. – Sohlgleiten mit beidseitigem Uferschutz waren der Plan …

Hoffen wir also auch hier auf künftige Nachbesserung – immerhin gut, dass das Strukturmaterial schonmal „drin ist“.

Und weiter geht`s zum Damm“graben“.

Das interne Unterstützen der Mäandertendenz ist gut gelungen. Rinnenbildung und vor sowie hinter den Einbringorten entstandene Ruheräume geben dem Bach nun verschiedene Teillebensräume anstelle der vorherigen Sandwüste.

Das interne Unterstützen der Mäandertendenz ist gut gelungen. Rinnenbildung und vor sowie hinter den Einbringorten entstandene Ruheräume geben dem Bach nun verschiedene Teillebensräume anstelle der vorherigen Sandwüste.

Das Prinzip ist gut sichtbar. Der Kiesknubbel provoziert eine Stromrinne und seitliche Ruhe-/Sedimentationsräume. Vielfalt der Sohle wird Vielfalt an Organismen in Art und Zahl mit sich bringen.

Das Prinzip ist gut sichtbar. Der Kiesknubbel provoziert eine Stromrinne und seitliche Ruhe-/Sedimentationsräume. Vielfalt der Sohle wird Vielfalt an Organismen in Art und Zahl mit sich bringen.

Sehr gut gelungen ist auch die Lenkbuhne am Dammgraben. Vorn rechts muss noch das Ufer etwas angeschüttet werden, um ein Ausbrechen des Bachs an unerwünschter Stelle zu verhindern.

Sehr gut gelungen ist auch die Lenkbuhne am Dammgraben. Vorn rechts muss noch das Ufer etwas angeschüttet werden, um ein Ausbrechen des Bachs an unerwünschter Stelle zu verhindern.

Blick bachab auf die rechtwinklige Kurve. Die Lenkbuhne mit ihrer Ausrichtung gegen die Strömung bringt Turbulenz ans rechte Ufer und nimmt wie beabsichtigt den Druck aus dem linken.

Blick bachab auf die rechtwinklige Kurve. Die Lenkbuhne mit ihrer Ausrichtung gegen die Strömung bringt Turbulenz ans rechte Ufer und nimmt wie beabsichtigt den Druck aus dem linken.

So "verschwindet" der Bach zwischen den Erlen an der Überfahrt. Wie hier zeigen nur an wenigen Stellen unserer Bäche noch beidseitig stehende Altbäume den naturnahen Zustand, unter anderem mit seinem viel schmaleren und lebendigeren Profil als die fortwährend kaputt gebaggerten Agrar-Einöden.

So „verschwindet“ der Bach zwischen den Erlen an der Überfahrt. Wie hier zeigen nur an wenigen Stellen unserer Bäche noch beidseitig stehende Altbäume den naturnahen Zustand, unter anderem mit seinem viel schmaleren und lebendigeren Profil als die fortwährend kaputt gebaggerten Agrar-Einöden.

Jetzt bleibt also abzuwarten, wie überraschend schnell „die Natur“ die Veränderungen Wert schätzt.

Intensiv hatten sich in den 1990ern zuständige Verwaltungen und interessierte Kreise um Verbesserungen an der Wümme, Weser-Einzugsgebiet, gekümmert. Von der Mündung her wurden sukzessiv Gewässerentwicklungspläne erstellt. Plötzlich war Schluss – es blieb ein großer weisser Fleck, der ausgerechnet die lange Strecke vom Quellgebiet der Wümme her sowie die Vielzahl der Nebenbäche dort unbearbeitet liess. Die Edmund Siemers-Stiftung griff das seinerzeit auf und finanzierte für diesen Raum den fehlenden Gewässerentwicklungsplan an. So konnte, wie vom Vorgehen her und inhaltlich üblich, unter Einbeziehen aller Beteiligten im Jahr 2000 auch hier ein Maßnahmenkatalog notwendigen Handelns vorgelegt werden.

Seitdem ist eine Menge Wasser Richtung Weser abgeflossen, im unteren Teil der Wümme viel an Verbesserungen erfolgt. Im der oberen Strecke, im Naturschutzgebiet Obere Wümmeniederung (!) jedoch, prägte mit Ausnahme einer Restaurierung am Todtgraben weiter harte Unterhaltung die lebensfeindlichen Gewässer-Wüsteneien.

Jetzt, 15 Jahre später, soll dem standorttypische Bachleben doch zu mehr Chancen verholfen werden. Das NLWKN hat für die Nebenbäche Jilsbach und Dammgraben erste Finanzierungen organisiert. Hier folgen ein paar Eindrücke vor dem Baustart.

Noch stürzt der im "Wüsteneien"-Link 2011 abgebildete Absturz des Jilsbach wie zuvor.

Noch stürzt der im „Wüsteneien“-Link 2011 abgebildete Absturz des Jilsbach wie zuvor.

Der Absturz soll nun durch eine Abfolge von Kies-/Geröllrauschen aufgefangen, die Durchgängigkeit für wandernde Organismen hergestellt werden.

Zwar muss der Jilsbach wegen einer im Naturschutzgebiet weiter intensiv genutzten Nachbarfläche in seinem kanalartigen Bett bleiben, aber das Bachleben soll zurückkehren.

Zwar muss der Jilsbach wegen einer im Naturschutzgebiet weiter intensiv genutzten Nachbarfläche in seinem kanalartigen Bett bleiben, aber das Bachleben soll zurückkehren.

Am benachbarten Bach, unglücklich mit dem Namen Damm"graben" versehen, deutet sich noch die Mäandertendenz des naturnahen Fliessens an. Die soll nun unterstützt werden.

Am benachbarten Bach, unglücklich mit dem Namen Damm“graben“ versehen, deutet sich noch die Mäandertendenz des naturnahen Fliessens an. Die soll nun unterstützt werden.

Wichtig ist selbstverständlich geeignetes Gerät, z.B. diese schicke Schaufel. Sie legt den Kies auch auf der gegenüberliegende Uferseite richtig ab.

Wichtig ist selbstverständlich geeignetes Gerät, z.B. diese schicke Schaufel. Sie legt den Kies auch auf der gegenüberliegende Uferseite richtig ab.

Neben Rauschen und wechselnden Seiteneinengungen wird vor einer scharfen Rechtskurve - vorn links ausserhalb des Fotos - eine Lenkbuhne angelegt.

Neben Rauschen und wechselnden Seiteneinengungen wird vor einer scharfen Rechtskurve – vorn links ausserhalb des Fotos – eine Lenkbuhne angelegt.

Wer noch nichts über Lenkbuhnen gelesen hat, findet das Thema über „Suche“ hier im Blog.

Überraschung beim Wegfahren. Der Kies war "auf dem Weg abzuschütten" bestellt. - Schlecht, wenn man von "hinten in der Sackgasse" kommt ...

Überraschung beim Wegfahren. Der Kies war „auf dem Weg abzuschütten“ bestellt. – Schlecht, wenn man von „hinten in der Sackgasse“ kommt …

Mit ein Bisschen Glück gelang der Heimweg dennoch.

Mehr zu diesen Bächen folgt demnächst je nach Baufortschritt.

Was für ein Start in den Sonnabend - Frühstücksfernsehen, alles so schön bunt hier!

Was für ein Start in den Sonnabend – Frühstücksfernsehen, alles so schön bunt hier!

Farbwechsel, von blau-rot ins Gelbliche.

Farbwechsel, von blau-rot ins Gelbliche.

Da ist sie, die Goldene Stunde (na ja, vorm Sonnenaufgang ist das eher eine Minute).

Da ist sie, die Goldene Stunde (na ja, vorm Sonnenaufgang ist das eher eine Minute).

Here comes the sun - Büschen schief.

Here comes the sun – Büschen schief.

Die Dachrinne leuchtet, die östliche Hauswand wird angeschienen. Die Spatzenkolonie jubiliert!

Die Dachrinne leuchtet, die östliche Hauswand wird angeschienen. Die Spatzenkolonie jubiliert!

Am Ende des vorigen Eintrags steht „Prima gelungen! Dann wollen wir mal sehen, wann und wie es weitergeht.“

Passanten und der beim Einbau anwesende Vertreter der Wasserbehörde im Bezirksamt Harburg waren von der Probelenkbuhne so begeistert, dass „schlank“ zugestimmt wurde, drei weitere Lenkbuhnen zur Belebung des Seevekanals anzulegen. Die Standorte wurden zwischen den Vertretern von Edmund Siemers-Stiftung, Wasserbehörde und Baufirma abgestimmt – und los ging`s.

Da Hintergründe im vorigen Beitrag ausführlich erläutert bzw. verlinkt sind, folgen hier nur Standort- und Lenkbuhnenfotos (letztere von Kim Koppermann).

Bachauf Wagenwerkweg liegt der erste Standort.

Bachauf Wagenwerkweg liegt der erste Standort.

Hier ist es wichtig, einen nur schwach gegen die Strömung geneigten Winkel des Unterwasserteils zu wählen, da das linke Ufer bis auf die Kante genutzt ist. Im Rahmen der Gewässerentwicklung ist hier der natürliche Uferschutz durch Bäume / Baumwurzeln anzustreben – angepasstes Nutzerverhalten  voraussetzend.

Im gewaschenen Kies noch enthaltene Resttrübe zeigt schön den fast Ufer-parallelen Stromstrich. Wie beabsichtigt findet  hiernur eine geringe Ablenkung Richtung Gewässermitte statt.

Im gewaschenen Kies noch enthaltene Resttrübe zeigt schön den fast Ufer-parallelen Stromstrich. Wie beabsichtigt findet hier nur eine geringe Ablenkung Richtung Gewässermitte statt.

Eine Kopferle in standortgerechtem Baumsaum wird als Kennzeichen für die nächste Lenkbuhnenposition gewählt.

Eine Kopfweide in standortgerechtem Baumsaum wird als Kennzeichen für die nächste Lenkbuhnenposition gewählt.

Das war ja nicht zu verfehlen.  :-)

Das war ja nicht zu verfehlen. 🙂

Sehr schönes Strömungsbild im Abstrom, der Seevekanal belebt sich.

Sehr schönes Strömungsbild im Abstrom, der Seevekanal belebt sich.

Hier ist die Lenkbuhnenwirkung gut zu sehen - links, bachauf, im wahrsten Sinn "der Wasserspiegel" - kein Kennzeichen für ein Fließgewässer der Forellen- / Äschenregion. Nach rechts fließt das Wasser des Seevekanals turbulent ab, "der Spiegel ist gebrochen".

Hier ist die Lenkbuhnenwirkung gut zu sehen – links, bachauf, im wahrsten Sinn „der Wasserspiegel“ – kein Kennzeichen für ein Fließgewässer der Forellen- / Äschenregion. Nach rechts fließt das Wasser des Seevekanals turbulent ab, „der Spiegel ist gebrochen“.

Auch die dritte Lenkbuhne ist klar zu verorten.

Auch die dritte Lenkbuhne ist klar zu verorten.

Sehr gut gelungen!

Sehr gut gelungen!

Mit diesen ersten großräumigen, aber einzelpunktförmigen Speisekammern ist ein guter Grundstein gelegt. Bald werden die für das Seeve-Wasser typischen Wirbellosen sich hier zahlreich einstellen und vermehren. Weitere Lenkbuhnen sollen folgen.

 

Der Seevekanal zweigt südlich des Rangierbahnhofs Maschen seit Jahrhunderten bestes Seevewasser Richtung Harburger Binnenhafen ab. Seit dem Zuschlag der früher niedersächsischen Kreisstadt Harburg an die Freie und Hansestadt Hamburg fliesst der Seevekanal zunächst in Niedersachsen und dann in Hamburg.

Untersuchungen seiner Besiedlung mit Wirbellosen und Fischen zeigen die hochwertige Herkunft trotz eintönigen Profils und kaum Lebensraumqualität insbesondere dort, wo ein standorttypischer Baumsaum (noch) vorhanden ist. Bachschmerle, Mühlkoppe und Neunaugen sind beispielhaft zu nennen. Das dreidimensionale Räume bietende Wurzelwerk sowie die Teilbeschattung des Gewässers mit Stützen der sommerkühlen Charakteristik sind letzte Garanten für diese Besonderheit.

Die Realität lässt bisher aus diesem zunächst überraschenden Artenspektrum allerdings keine zahlenmäßig entsprechende Besiedlung zu, Allerweltsarten wie Rotauge und Flussbarsch dominieren.

Das soll sich ändern. Hamburg hat den Seevekanal als ein prioritär zu entwickelndes Fliessgewässer für die Wasserrahmenrichtlinie benannt. Das wasserwirtschaftlich zuständige Bezirksamt Harburg initiierte das Projekt „Seevekanal 2021„. Seine Verbesserungsarbeiten am Lebensraum konzentrieren sich bisher auf den Bereich bachauf der Bahnquerung sowie auf das Umfeld des PhoenixCenter, in dessen Bauphase entgegen der Forderungen der Wasserrahmenrichtlinie mit Zerstören des bislang standorttypischen Uferbereichs eine typische Wasserwüste früherer Jahrzehnte entstanden war.

In Unterstützung des Projekts „Seevekanal 2021“ hat die Edmund Siemers-Stiftung das Anlegen von Lenkbuhnen angeboten. Diese stellen eine kostengünstige Maßnahme dar, öde Gewässerstrecken durch Struktur und Turbulenz zu „Speisekammern“ für Fische (reichhaltig mit standorttypischen Wirbellosen besiedelte Kiesfraktionen), Verstecke und vielfältige Lebensräume aufzuwerten.

Dafür wurde zunächst eine Probe-Lenkbuhne mit der Wasserwirtschaft vereinbart, um an diesem Beispiel Weiteres zu besprechen.

Der Ortstermin mit einer lokalen Fachfirma fand am 30. Januar 2015 statt.

Erlen, Eschen und Weiden säumen weite Strecken des Seevekanals auf Hamburger Gebiet.

Erlen, Eschen und Weiden säumen weite Strecken des Seevekanals auf Hamburger Gebiet.

Uferschutz und ein unter Mittelwasser liegender Teil kennzeichnen das Konstruktionsprinzip der verabredeten Lenkbuhne.

Uferschutz und ein unter Mittelwasser liegender Teil kennzeichnen das Konstruktionsprinzip der verabredeten Lenkbuhne.

Am 6. Februar wurde die Lenkbuhne von Fa. Koppermann, Seevetal, hergestellt (für die folgenden 5 Fotos: Kim Koppermann).

Baustart, gleich hinterm Ortsschild.

Baustart, gleich hinterm Ortsschild.

Es geht doch nichts über zweckmäßiges Baugerät.

Zweckmäßiges Baugerät – was sonst.

Wichtig ist die Ausrichtung des Unterwasserteils leicht gegen die Strömung - Entlastung und Schutz des Ufers.

Wichtig ist die Ausrichtung des Unterwasserteils leicht gegen die Strömung – Entlastung und Schutz des Ufers.

Zwischen-Eindruck.

Zwischen-Eindruck.

Und fertig ist die Probe-Lenkbuhne. Leichte Turbulenzen zeigen die Ablenkung des Wassers Richtung Gewässermitte.

Und fertig ist die Probe-Lenkbuhne. Leichte Turbulenzen zeigen die Ablenkung des Wassers Richtung Gewässermitte.

Prima gelungen! Dann wollen wir mal sehen, wann und wie es weitergeht.

Durch Raureif sichtbar(er) gemacht: Unsere Terrasse ist gut geschützt.

Durch Raureif sichtbar(er) gemacht: Unsere Terrasse ist gut geschützt.

Divers in Form und Größe sind eine Vielzahl Spinnennetze gewoben.

Divers in Form und Größe sind eine Vielzahl Spinnennetze gewoben.

Auch im Umfeld des Hauszugangs heissen wir die eifrigen Helfer mit ihren Kunstwerken willkommen. - Nicht: "Iiiiihh ... Spinnnnnen!"

Auch im Umfeld des Hauszugangs heissen wir die eifrigen Helfer mit ihren Kunstwerken willkommen. – Nicht: „Iiiiihh … Spinnnnnen!“

Vor der Jahrtausendwende war eine von vier Lärchen, die der Erbauer unseres Hauses einst gepflanzt hatte, abgestorben. Ein behender Baumkletterer half uns, die Sturzgefahr zu verringern, indem er Stück für Stück die Spitze herunternahm. Über die Jahr(zehnt)e liessen wir Ahorn den Totbaum umfangen, so dass ein Stürzen Richtung Nachbargarten auch angesichts der Ausrichtung zu Sturmwinden ziemlich auszuschliessen war. Im Herbst ergeben sich – nicht zuletzt durch unsere Bienenzeit geförderte weitere Baumarten – nette Farbspiele. Die tote Lärche stand entgegen Vorhersagen, ohne ihre Rinde nennenswert zu verlieren, Baumläufer, Kleiber und diverse Spechte hatten ihren Spaß an (Bewohnern) der Rinde und übten am Hartholz.

(Im vorigen Beitrag ist der Stamm bei Sonnenaufgang ebenfalls zu sehen.)

Herbstaspekt - der stehende tote Lärchenstamm ist hinter dem ihn umfangenden gelben Ahorn zu erkennen.

Herbstaspekt – der stehende tote Lärchenstamm ist hinter dem ihn umfangenden gelben Ahorn zu erkennen.

Nun haben die Sturmtiefs des noch jungen Jahres 2015 gewirkt und … – plötzlich sieht es heller aus als vorher – mal nachsehen.

So etwas nennt man sauberen Fall - unser Zaun zum Nachbarn ist frei, 3 Äste, die im Bild noch sichtbar sind, abgesägt.

So etwas nennt man sauberen Fall – unser Zaun zum Nachbarn ist frei, 3 Äste, die im Bild noch sichtbar sind, abgesägt.

War das nun Glück – oder gekonnt? Besser konnte die Lärche nicht fallen.

Nun liegt der Stamm auf einem Totholzhaufen und – vorn im Bild – einem unserer Haselnussbüsche, von denen in den “Hölzchen und Stöckchen”-Beiträgen oft die Rede ist.

Nun liegt der Stamm auf einem Totholzhaufen und – vorn im Bild – einem unserer Haselnussbüsche, von denen in den “Hölzchen und Stöckchen”-Beiträgen oft die Rede ist.

Insgesamt sieht das nun so aus, schwebendes Totholz.

Insgesamt sieht das nun so aus, schwebendes Totholz.

Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass wir (leider) den Stamm zerlegen lassen, wenn der für andere Aufgaben bereits vorbestellte Holzfachmann mit der Kettensäge in einigen Wochen erscheint. Pech für Specht, Kleiber und Baumläufer. Aber wir haben ja noch jede Menge andere Großbäume.  🙂

Guten Morgen, 2015!

Das fängt ja gut an. Neujahrsspaziergang muss sein, aber erstmal frühstücken.

Ein sonniger Tag steht bevor. Bald wird auch hier, im Esszimmerhorizont, die Sonne aufgehen - noch ein Bisschen "nach Norden wandern".

Ein sonniger Tag steht bevor. Bald wird auch hier, im Esszimmerhorizont, die Sonne aufgehen.

Per Schein ist sie schon zu erahnen, zum hier sichtbar werden muss die Sonne noch ein Bisschen "nach Norden wandern".

Per Schein ist sie schon zu erahnen, zum hier sichtbar werden muss die Sonne noch ein Bisschen „nach Norden wandern“.

Bis dahin geht der Sonnensüchtige bei Bedarf ins Wohnzimmer. Doppelsonne  :-) .

Bis dahin geht der Sonnensüchtige bei Bedarf ins Wohnzimmer. Doppelsonne 🙂 .

Morgengruß 2015 aus dem nicht nur baumartenreichen, bienen-, igel- uvm-freundlichen Biologengarten.

Morgengruß 2015 aus dem nicht nur baumartenreichen, bienen-, igel- uvm-freundlichen Biologengarten.

Wer`s nicht erahnt, „uvm“ steht im Foto selbstverständlich für „und vieles mehr“. Was anderes als bunte Artenvielfalt ist halt von einem Biologengarten zu erwarten?!

Gern könnten die nachbarlichen Gartenwüsten sich das eine oder andere klitzekleine Beispiel abgucken.

Nun also 2015, wir sind gespannt. Mal sehen, was sich so tun wird in

und wo sonst noch.

Auf geht`s zum Neujahrsspaziergang.

Neujahrssonne überm Wiesenwasser. Mal abwarten, ob der Wasserstand hier im NSG Obere Wümmeniederung 2015 für die Amphibienentwicklung ausreicht.

Neujahrssonne überm Wiesenwasser. Mal abwarten, ob der Wasserstand hier im NSG Obere Wümmeniederung 2015 für die Amphibienentwicklung ausreicht.

Wiesenwasser vor Bruchwald.

Wiesenwasser vor Bruchwald.

Die Natur macht`s vor: Erlensukzession am Bach zwischen Moränenwald und Bachaue. Diese unkrautartige Dichte wird sich ganz allein zu einem lichten Erlenbachsaum entwickeln. - Oh, ihr "behutsamen Pfleger", haltet ein! Die Natur praktiziert das seit Jahrmillionen, weiss es besser als wir.

Die Natur macht`s vor: Erlensukzession am Bach zwischen Moränenwald und Bachaue. Diese unkrautartige Dichte wird sich ganz allein zu einem lichten Erlenbachsaum entwickeln. – Oh, ihr „behutsamen Pfleger“, oh, moderne Gewässerunterhalter, haltet ein! Lasst Sägen und Astscheren stecken! Die Natur praktiziert Waldentwicklung seit Jahrmillionen, weiss es besser als wir.

In solcherlei Umfeld ist Socke von de Dreyster Drift in seinem Element - Spuren über Spuren, im feuchten Erdreich Pilze über Pilze ...

In solcherlei Umfeld ist Socke von de Dreyster Drift in seinem Element – Spuren über Spuren, im feuchten Erdreich Pilze über Pilze …

Wasserwiese mit Fahrspur - mancher fährt heutzutage nicht mehr nach Situation, sondern, wann er will.

Wasserwiese mit Fahrspur – mancher fährt heutzutage nicht mehr nach Situation, sondern, wann er will.

Spuren im - nein, nicht Sand! - ... "Schlagkräftige Landwirtschaft" ist nicht zu übersehen.

Spuren im – nein, nicht Sand! – … „Schlagkräftige Landwirtschaft“ ist nicht zu übersehen.

"Schlagkräftige Landwirtschaft": Mantsche, Mantsche - nein, nicht Timpeteh -, auch keine Kornkreise. Bodenschützern kommen da nur noch die Tränen.

„Schlagkräftige Landwirtschaft“: Mantsche, Mantsche – nein, nicht Timpeteh -, auch keine Kornkreise. Bodenschützern kommen da nur noch die Tränen.

Da ist doch ein Riesen-anmooriges-Grünland frisch umgebrochen. Wir warten, ob da artenreiches Feuchtgrünland der modernen Ein-Arten-Grasfläche oder dreidimensionalem Maisacker weicht. Der zwangsveranlagte Steuerzahler jedenfalls wünscht sich angesichts dieser Praktiken endlich für die Vergabe seines Geldes einen klaren, naturschonenden Rahmen als Voraussetzung jeglicher Förderung.

Da ist doch ein Riesen-anmooriges-Grünland frisch umgebrochen. Wir warten, ob da artenreiches Feuchtgrünland der modernen Ein-Arten-Grasfläche oder dreidimensionalem Maisacker weicht. Der zwangsveranlagte Steuerzahler jedenfalls wünscht sich angesichts dieser Praktiken endlich für die Vergabe seines Geldes einen klaren, naturschonenden Rahmen als Voraussetzung jeglicher Förderung.

Auf den Rest der Tour leuchtet es plötzlich goldig aus dem Birkenbruchwald. Das werde ich mir näher ansehen.

Auf den Rest der Tour leuchtet es plötzlich goldig aus dem Birkenbruchwald. Das werde ich mir näher ansehen.

Nachgelesen: Das ist der Goldene Geleepilz.

Nachgelesen: Das ist der Goldene Geleepilz.

Den kannte ich bisher noch nicht. Ich lerne weiter, das Jahr hat ja gerade erst angefangen.

Den kannte ich bisher noch nicht. Ich lerne weiter, das Jahr hat ja gerade erst angefangen.