Feeds:
Beiträge
Kommentare

Da radele ich herbstlich, nach Morgentau in Bratsonne …

Halt, abgesprungen vom Rad. War da nicht …

… ja, ein großer Grüner …

Wer da meint, solch Tier heisse nicht Heuhüpfer, sondern Heupferd, bitte sehr „… ein großes Grünes …“. – Das ist nun einfach mal Deutsch, hat mit der nicht von oben zu verordnenden Genderitis überhaupt nix zu tun.

So große Heuhüpfer erinnere ich zahlreich nur aus meiner fernen Kindheit. Danach …

Gefährdet wie er da sitzt, … Ich stupse ihn an – und er hüpft / fliegt halb ins …

… benachbarte Grün, noch taunass.

Frohen Muts radele ich weiter, den Spruch im Sinn „Jeden Tag eine gute Tat …“.

Dann sagt der Biologe und Insekten- / Kaltblüterkenner in mir: „Wenn das man nicht ein Schuss in den Ofen war! Der Heuhüpfer wollte sich auf sonnenbebratzter Fahrbahn ordentlich aufwärmen!“ – So wie die Geschichte von der alten Dame, die, auf die andere Straßenseite gebracht, aufgebracht sagt: „Ich wollte doch gar nicht rüber!“.

Egal. Es war nun so, wie per Foto dokumentiert.

Über die gute Tat von heute wird berichtet werden – morgen oder übermorgen, wässrig.

Seit 2017 wird die Mühlenau, Pinnau-Einzugsgebiet, sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum insbesondere durch Kieszugaben in ihrer Sohl- und Uferstruktur verbessert. Stichprobenartige Untersuchungen der Wirbellosen wie auch eine solche Untersuchung im Auftrag der schleswig-holsteinischen Fachverwaltung haben die positiven Wirkungen wie Uferschutz, Erhöhen der Strömungsvielfalt und Tiefendynamik sowie des besseren Lebensraums belegt.

Durch einen Auftrag der Edmund Siemers-Stiftung an ein Fachbüro wurde Ende August / Anfang September auch die Fischfauna per Elektrofischerei untersucht. Die an den bisherigen Arbeiten beteiligten Verbände, Behördendienststellen und andere werden nach Abschluss der Auswertungen den zugehörigen Bericht erhalten.

Hier wird ein erster Überblick der gefundenen Fischarten gegeben.

Fischerin und Fischer machen sich bereit, zertifiziert mit Elektrofischereischein und ausgestattet mit den erforderlichen Genehmigungen.

Kaum gestartet – Überraschung! – ist die E-Fischerin begeistert. Platt!

Plattfisch Flunder, als Jungtier in den Aufwuchsraum Mühlenau aus der Tide-Elbe eingewandert.

Die wird nicht die einzige im Fang dieses Tages bleiben.

Die Weissfischfamilie, Karpfenartige, beginne ich hier im Blog mit dem Rapfen, ebenfalls Jungfische, deren erwachsene Vertreter zumeist in der Elbe leben.

Ein Jung-Zander überrascht uns.

Ein Kaulbarsch, mit der Flunder Vertreter der Kaulbarsch-Flunder-Region – nicht hier in der Mühlenau, aber nahe der Brackwasserzone des Elbe-Stroms.

Die beiden zu diesem Zeitpunkt bereits kurzzeitig gefangenen und wieder freigelassenen Arten Rotauge („Weissfisch, Karpfenartige“ wie der Rapfen) und Flussbarsch habe ich wegen ihrer Allgegenwart nicht fotografiert, ebenso die 3- und 9-stachligen Stichlinge.

Unerwartet haben wir für die Barschartigen bereits alle heimischen Arten aufschreiben können.

Und noch ein Aufsteiger aus der Elbe – von weit her, aus der Sargassosee – geht ins Netz: Jung-Aale.

Dieser Fund ist angesichts des dramatischen Rückgangs des Aals über die vergangenen Jahrzehnte sehr erfreulich. Allerdings ist bekannt, dass die derzeit an europäischen Küsten ankommende Menge solcher Aaljungtiere im einstelligen Prozentbereich früher üblicher Zahlen liegt.

Stillleben mit E-Fischgeräten – wir haben die erste Strecke verlassen, starten an der zweiten.

E-Fischen in Neophyten-gesäumtem Umfeld.

Das Verschwinden und Wiederauftauchen von Teilen der Wathosen (das Schrumpfen und Wachsen der Aktiven im Bach) zeigt die durch das Restaurieren entstandene Tiefenvielfalt in Breite und Längserstreckung der Mühlenau.

In dieser Strecke kommt der Hecht als Fischart dazu.

Gelegentlich wird gefachsimpelt.

Die nächste Strecke – nicht leicht, die Vielzahl der Weissfischarten auseinanderzuhalten – bringt den strömungsliebenden, also bachtypischen Hasel zum Vorschein.

Und noch eine „neue“ Art – die Quappe / „Aalquappe“ (oben, man muss schon sehr genau hinschauen) neben 3 Flundern.

Weiter geht es – in den vorigen Strecken waren noch Schleie, Güster und Brassen, alle aus der Karpfenfamilie, in die Fangtabelle aufgenommen worden.

Nun tauchen Forellen auf – rote Punkte mit weissem Kreis: Bachforelle.

Bereits nicht mehr im silbernen Aufsteigerkleid, also bereits einige Zeit in der Mühlenau: Meerforelle, die zum Laichen in Bäche aufsteigt, dort als Jungfisch 1-2 Jahre heranwächst und als Erwachsene im Meer lebt (bis zur nächsten Laichzeit).

Wir wundern uns nicht, dass wir auch Querder fangen, die Jugendform der Neunaugen, hier des Flussneunauges.

Schliesslich haben Flussneunaugen zahlreich auf den neuen Kiesen der Mühlenau gelaicht (vgl. entsprechende Beiträge hier im Blog).

Ein erwachsener Gründling – stellvertretend für etliche mehr, auch Jungtiere.

Jungfisch Forelle.

Forelle, ein Jahr älter, im zweiten Sommer.

Fischen, hindurch durch standorttypischen, die Forellenregion kühl haltenden Baumbestand.

Suchbild – im tief durch menschliche Aktivitäten eingeschnittenen Bach, umgeben von Staudenmeer, sieht der Mensch klein aus – „im Keller“.

Und noch eine Forelle.

Zwischendurch gibt es in den Fangergebnissen „einen Hänger“. Ein Nebenbach bringt offenbar, chronisch oder akut, abzustellende Belastungen in die Mühlenau. Da gibt es angesichts der grenzüberschreitenden Situation Arbeit für Fachleute und Behörden Hamburgs und Schleswig-Holsteins.

Auch wir „hängen“ – Abriss des Kathodenkabels. Gut ausgerüstet, ein Bisschen Warten, das Abrisskabel wird ins Auto gebracht, das Ersatzkabel montiert.

Danach klappte es wieder, auch der Bach spielte mit. Die Forellenregion, quellgespeister, sommerkühler Bach, zeigte sich von ihrer besten Seite.

Wie in diesem letzten Foto zu sehen, war ich da so aufgeregt (oder waren die Fische so zappelig, war es vielleicht unter den Bäumen ohne Blitz zu dunkel ?), dass nur noch unscharfe Fotos bzw. Fische entstanden.

Vom Gesamtergebnis waren wir beeindruckt. Dass – bis auf wenige Arten – nur Jungfische auftauchten, mag unter anderem eine Folge der vergangenen Trockenjahre sein, Zeugen des rapide stattfindenden Klimawandels, aber auch der Übernutzung unserer oberen Grundwasserhorizonte. Für 2022 nehmen wir uns vor, solche Ergebnisuntersuchungen entlang restaurierter Strecken anderswo fortzusetzen.

Wir waren also in Friedrichstadt angekommen, das Auto war versorgt, an die Ladesäule auf dem Marktplatz angeschlossen. Wir hatten unsere Unterkunft gesehen und schlenderten ein wenig in der Altstadt herum, so auch in der Prinzenstraße.

Nachdem wir neben anderen Geschäften an der einen und anderen Verköstigungsstätte vorbei gekommen waren, meinten wir, am frühen Mittag durchaus ein Essen verdient zu haben. Uuuups, Corona-Zeiten, nicht angemeldet …

Also mal wo rein und fragen. Siehe da, ein Tisch war noch frei, wir durften rein. – Hingesetzt und umgeguckt.

Essen, in dieser, unserer Zeit – alles hatte seine Ordnung und Richtigkeit. Das Haus führt den Namen der Straße im eigenen Namen.

Wenn das man nicht nobel ist …

Ja, gut dass wir drin sind.

Was leuchtet da auf güldener Tischplatte?

Was schon – der Leuchter.

Die Getränkekarte …

… wie auch die Speisekarte, hier: Backfisch und Steak mit Zutaten, lässt nichts zu wünschen übrig.

Lange! – Jahrzehnte? – habe ich keinen Backfisch gegessen. Das musste nun sein! Und dann so einen ausgezeichneten! Auch das Steak schmeckte hervorragend.

Hoch zufrieden verliessen wir diese besondere Stätte – keine Angst, die Preise sind zivil. Kuchen, zur Mittagszeit gewünscht, wird draussen serviert. (Die sahen durchweg prima aus. Wir brauchten aus verständlichen Gründen keinen.)

Noch früh am Mittag, also etwas die Beine vertreten.

Gleich ums Eck steht die Remonstrantenkirche, repräsentiert eine der vielen Religionen der Vergangenheit und Gegenwart. Mal sehen, ob die offen ist.

Nein, nicht Demonstrantenkirche!

Da kommt wer raus, schliesst die Tür – wir öffnen, gehen rein, machen hinter uns wieder zu.

Für die Nachwelt bieten wir hier einen Leuchter …

… und die sehenswerte Orgel.

Draussen …

Prinzenstraße …

Dass der Stadtgründer in der Herzog-Friedrich-Straße verewigt ist, fanden wir selbstverständlich. Eine Prinzeßstraße fanden wir auch in der Nachbarschaft.

Prinzen- und Prinzeß-, das beschäftigte uns, so dass wir beim Museumsbesuch nachfragten, wer das denn (gewesen) sei. Wir lernten, das es sich wohl um eine reine Namengebung handelt, Prinz und Prinzessin habe es nie in Friedrichstadt gegeben. – Man lernt nie aus.

Nachdem wir den Regenteil des Tages mit Kurzbesuch in Tönning und Husum überbrückt hatten (voriger Beitrag hier im Blog), lockte uns Sonne an blauem Himmel Richtung Wildes Moor. Per Rad wäre das angesichts der begrenzten Urlaubstage in Friedrichstadt nicht mehr möglich gewesen.

Die Anfahrt von Husum aus ging im letzten Teil durch spannendes Gelände. Kurz vor dem Ziel konnte ein einsamer Wanderer noch die Bestätigung geben, dass wir auf gutem Wege seien.

Das also soll der Startpunkt sein?

Der übliche Mais bestimmt den Horizont. Immerhin, weisse Wölkchen, blauer Himmel, Sonnenschein – Wind und frische Sommersituation 2021 – was wollen wir mehr?

Wir gehen drauflos. Nach Mais Sonnenblumenstreifen, ein extrem tief liegendes Entwässerungs-Etwas – dahinter Weidengebüsch.

Wie heisst es „It`s a long way“. Immerhin tauchen inzwischen mehr Feuchtigkeitszeiger auf (obwohl es anscheinend „bergauf“ geht).

Dost mit Admiral. Der vergangene Regen, der Wind und die die Sommer2021Kühle halten andere Insekten offenbar noch vom Fliegen ab.

Etwas Besonderes zweigt vom Weg ab. Wir entscheiden, uns auf den Holzweg zu begeben.

Vorbei an Handtorfstich-Beispiel geht der weite Blick, übers (abgebaute) Moor Richtung Schwabstedter Höhen.

Ja, das ist ein Erlebnis! Dieser Weg lohnt sich.

Moor und Heide, Moorlilien, anschauliche Erläuterungen.

Und! Es wächst! Lebendiges Torfmoos!

Auf dem Holz wird es heiss – die Eidechse wärmt(e) sich. Unsere Begegnung meidet sie, flitzt durch Karnickeldraht und Holzritzen ins Unsichtbare.

Hunderte Hektar Moorlandschaft …

Das turmartige Gebäude, vielerlei Informationsmöglichkeiten mehr heben wir uns für einen späteren Besuch auf.

Rückweg, die Schwabstedter Höhen scheinen zu wachsen.

Was ist das für ein Kerl da hinten am Horizont?!

Wir wundern uns, bei hellem Sonnenschein … Es fällt uns ein „O schaurig ist`s übers Moor zu gehen„.

Beim Näherkommen schmunzeln wir – „der Kerl“ war die Silhoutte diverser Schilder und Hinweise übereinander …

Wie gut, dass es nicht dunkel und neblig ist!

Auf der Fahrt nach Friedrichstadt passieren wir den Lehmsieker Wald. Auch den haben wir im geistigen Notizbuch für ein ander Mal gespeichert.

Zurück in Friedrichstadt können wir das feuerrote Spielmobil günstig für die Rückfahrt am Tag darauf parken – Blick aus dem Hotelfenster.

Friedrichstadt? – da kommen wir gelegentlich wieder drauf zurück.

Ein kleines Bisschen „von diesmal“ folgt allerdings noch im nächsten Beitrag.

Am angesagten Regentag blieben die Leihräder erstmal stehen. Wir fuhren auf Hafen-Tour nach Tönning und Husum.

Tönning, geparkt am Markplatz.

Blick über die Marktseite.

Einst hatte Tönning ein Schloss – hier das Modell auf einem Parkteich.

Dieses klare Wasser der Fontäne – im Vergleich mit dem Algen-fetten Teichwasser …

Da wird offenbar Trinkwasser in die Luft geschleudert. Wir erinnern uns an unmittelbar fontänisiertes Wasser aus hochnährstoffreichem Teich anderswo – das Grün erschien im versprühten Strahl Pi-Gelb, oha.

Hafen Tönning, Niesel.

Ein Einhorn! – Etliche Besucher nutzten die Tour, ebenfalls den Hafen Tönning anzusehen.

Dicke Seehunde in solcher Form haben wir zuletzt in Büsum gesehen.

Alte Werft, Tönning.

Wir fahren weiter, nach Husum. Und sehen da …

… gleich noch ein Einhorn, das der so benamten Apotheke.

Am Hafen Husum, mit Stockenten und Lachmöwen, …

… kann man bei Ebbe die zufliessende Husumer Mühlenau erkennen.

Mit der Mühlenau scheint Interessantes zu kommen – oder die Möwen wurden gerade von der Kaimauer dort gefüttert.

Auch in Husum findet Werftbetrieb statt.

Wir konzentrieren uns jetzt auf die Restaurantseite des Hafens.

Dort scheint es auch für Silbermöwen interessant zu sein, für Jung …

… und Alt.

Wir haben eine Bleibe gefunden.

Ein Krabbengericht – und für mich Pannfisch. So gut, und überhaupt, habe ich den lange nicht gegessen.

Danach geht`s durch die Altstadt Richtung Schloss, vorbei am Symbol des früher hier bedeutenden Viehmarkts.

Vor Schloss und -garten – das Torhaus.

Das Schloss – gut für Kultur. Möge die Zeit die Veranstaltungen wieder wie früher stattfinden lassen.

Die Situation erscheint dunkler als sie ist – Storm-Denkmal, palisadenartig baumgesäumt.

Schaukel-Buche …

Den Schlosspark haben wir als klein, aber sehr fein empfunden – Spaziergang empfohlen!

Es klart auf. Kalt sieht es aus, hoch oben.

Auf dem Weg ins Parkhaus – ein Rest „des alten Wetters“ zieht ab.

Noch ´n Vogel – an der Schwan-Apotheke.

„Bin ´laden.“

Dieses Wetter! (Das „Himmel-Grafitto“, lange gegrübelt, ist die Spiegelung unsers Ladekabels via USB.)

Wir nutzen die Situation und fahren nach Schwabstedt, Richtung Wildes Moor.

Zu Lebzeiten in meiner Geburtsgegend, Waldecker Land, hatten Rinder nur zwei Farbbezeichnungen – bei 3 Farben.

Rotbunte – das waren „unsere“.

Sobald wir die Grenze z.B. nach NRW überschritten und durch das Emsland Richtung Emden, Borkum-Urlaub, fuhren, sahen wir auf den Weiden …

Schwarzbunte.

Fast konnte man sich vorstellen, dies wäre ein Ausdruck der Religionszugehörigkeit, halt katholisch anderswo, protestantisch bei uns. ! ? !

In den Folgejahrzehnten verschwanden die Kühe von den Weiden, Intensivaufstallung wurde die Regel, die daraus bis heute resultierende Gülleflut mit all ihren Folgen für Boden und Gewässer (Grundwasser, Flüsse und Stillgewässer, das Meer / die Meere) ist hinlänglich bekannt.

In unseren letzten Niedersachsen-Jahren tauchten wieder einige Tiere auf Weiden auf. Um so begeisterter sehen wir seit 2016 „unser neues“ Bundesland Schleswig-Holstein mit seinen vielen Fleischrindern.

So auch auf der Rad-Tour Friedrichstadt – Bergenhusen und zurück, von der alle Fotos dieses Beitrags stammen. Die Farbenfülle der Fleischrindherden ist beeindruckend. Festgemacht an meinem vorstehenden Religions-Kalauer könnte man ein Abbild der bei der Gründung Friedrichstadts gegebenen Religionsfreiheit darin sehen. (Obwohl, wenn ich`s richtig erinnere, von den maximal 14 Glaubensrichtungen heute nur noch 5 in Friedrichstadt geblieben sind.)

Wir sehen …

… gemischte Herde, Schwarz- und Rotbunt.

Rotgescheckte.

Helle und hellbraune.

Heller Bulle, etwas abseits der Herde.

Ein Teil der zugehörigen hellen, fast weissen Herde.

Ganz weisse, wie z.B. die zunehmend beliebter werdenden Charolais, sahen wir hier nicht. Wer im Netz sucht, findet viele informative Seiten, hier ein kleines Beispiel.

Die künftige Zahl und Art der Haltung unserer Kühe wird maßgeblichen Anteil an Deutschlands Erreichen – oder Verfehlen – der Klimaziele (und, vorweg der fachlich und rechtlich lange fixierten Boden- und Gewässerschutzziele) haben.

Zum Schluss unserer Tour kam noch eine Überraschung – auf der Hinfahrt übersehen?

Das sind doch …

Wen meint der?

Ach, uns! – Ja, wir sind Auerochsen.

Dazu habe ich örtlich bei Suche im Netz nichts gefunden. Jedenfalls scheint dies eine schon von der Größe auf gutem Weg befindliche Rückkreuzung zu sein.

Der Auerochse war ein beeindruckendes Tier, dessen ursprüngliche Größe in vielen Projekten versucht wird, annähernd wieder zu erreichen. Was einst mit eher kleinen „Heckrindern“ begann, geht weiter.

So drücken wir die Daumen, dass – nicht zuletzt zum Wohl der eigenen Gesundheit – „ein Ruck durchs Land gehen“ wird. Leider war das – wer auch immer appellierte – bisher nicht der Fall. Wir lernen: Appelle, Selbstverpflichtungen, wie auch immer man herumschwurbelt, das bringt`s nicht.

Nur nicht nachlassen! Handeln ist angesagt.

Genug der Störche – wir radeln zurück, wählen einen direkteren Weg, der nicht über ganz solche Höhen führt wie die Herfahrt.

Vom Sorge-Ostrand Bergenhusens, fast unter sowas wie einem grünen Torbogen durch …

… vorbei an der Kirche.

Bergan vom Treene-zugewandten Ortsrand …

Da habe ich, wieder einen halben grünen Torbogen vor Augen, im steilsten Teil tatsächlich ein paar Meter das Rad geschoben.

Auch hier versperrt Mais weite Teiles möglichen Ausblicks (man sehnt sich „ordentliches“ Getreide bzw. in solch Hängigkeiten Grünland zurück). Beim Schieben konnte ich mich den Insekten am rechten Wegrand widmen, erstaunt, dass hier doch etliche an Arten- und Individuenzahl mehr zu sehen sind als in „unserem Baumschulkreis“. (Der Name [Pestizid- über Pestizidanwendung über das Jahr! Ganz normal?] erläutert vermutlich bereits das Ergebnis.)

Standorttypischer Restbuchenwald auf Moräne – wir lasen darüber in der Ausstellung des NABU Michael Otto-Instituts in Bergenhusen.

Jungbuchen – sieht aus wie Selbstverjüngung.

Bei all dem Bohei, was deutsche Forsten (nicht alle, aber anscheinend die überwältigende Mehrheit [oder machen die nur so einen Wind?]) derzeit um „Neubäume, Klimabäume“ machen, empfehle ich doch, vorher erstmal Standort- und andere Kenntnisse über seit Jahrtausenden heimische Arten, z. B. über die Naturwald Akademie zu erwerben.

Nach kurzer Fahrt bergab treffen wir die Treene wieder, militärische Querungsstelle unmittelbar flussab der NATO-Brücke.

Kleine Unterbrechung, Rückblick auf Treene-Mäander, etwas nördlich, auf der Hinfahrt nach Bergenhusen.

Da kletterten wir auf den Treene-Deich und …

… waren beeindruckt von diesen Mäandern.

Ok, die hätten wir nicht sehen können, wenn der von mir stets angepriesene Auwald standortgerecht dort stünde. Naturgemäß sähe das Ganze ohnehin anders aus – ohne den wasserwirtschaftlich aus der Historie zu erklärenden Einstau.

Auch der Blick im Detail erfreut. Binsen und Röhricht, im Hintergrund die Schwabstedter Höhen. (Hinten rechts liegt das Wilde Moor – aber das ist eine andere Geschichte.)

Grünlandnutzung der Aue, Röhrichtstreifen, Blutweiderich in voller Pracht.

Gedanken wieder einsammeln, wir radeln weiter.

Die ex-Bahnbrücke kommt in Sicht.

Zurück in die Zukunft? In der Ferne, am Rand der Treeneniederung, vor den Schwabstedter Höhen, arbeitet ein Mähdrescher. Bereit steht ein Fuhrgespann, das offenbar im Drescher gespeicherte Korn aufzunehmen.

Wir fahren gegen schrägen Wind an. Ein wenig schützt uns windgebeugtes Reet entlang unseres Weges.

Kurz vor Friedrichstadt steht Korn erntereif rechter Hand in der Treene-Aue.

Linker Hand wird der Horizont vom Mais bestimmt, davor Weidenutzung.

Zu all den bunten Kühen folgt, wie bereits angekündigt, demnächst ein eigener Beitrag.

Fettes Grün, wohl „gut“ gedüngt, wie der auch durch Übersonnen heftig zugewachsene Graben zeigt.

Bei gutem Wetter beschäftigen wir uns am Spätnachmittag in Friedrichstadt. Die himmlischen Aussichten stützen abends die Wettervorhersage.

Für den Folgetag haben wir uns Stippvisiten in Tönning und Husum vorgenommen, gut Regenzeug-bestückt.

Als wir in Bergenhusen eingeradelt waren, hörten wir bald Klappern. Klappern Störche Mitte August? Wo sind sie? Läuft da irgendwo ein Band?

Nachdem wir uns eingeguckt hatten, „entdeckten“ wir immer mehr Störche.

Schon ist ein weiterer gelandet.

Und noch ein Anflug.

Der sieht sich vor dem Landen noch ein Bisschen um.

Sind da noch mehr, irgendwo hoch oben?

Offenbar gutes Segelwetter! Wir haben nicht nachgezählt …

Paarweise auf dem Nest – das war nach und nach das vorherrschende Bild.

Nachdem ich in der ersten Augusthälfte im Raum Wedel bereits offenbar durchziehende Jungstorchgruppen sah, bereiten sich nun wohl die Altstörche auf den Abflug vor.

Demnächst sehen wir die Besenderten auf dem Weg nach Süden.

Noch einzeln.

Und noch ein Paar. Interessant, die Nestanordnungen in Bergenhusen.

Wer sich für andere Störche anderswo, z.B. in der Elbtalaue, interessiert, findet das Beispiel Rühstedt hier.

Symbolfoto: Zeit, diesen Ort zu verlassen.

Das gilt auch für uns. Wir machen uns auf die Rückfahrt – dazu mehr demnächst.

Wie im vorigen Beitrag erwähnt, hatten wir die Weissstorchausstellung des NABU Michael-Otto-Instituts angesehen. Besonders beeindruckt hatte uns, dass das in Deutschland so vernachlässigte Thema (Natur)Wald auch seinen Platz gefunden hat.

Kleiner Auszug aus dem Thema Wald in der Weissstorchausstellung, Bergenhusen

Mehr zur bachbezogenen Gesamtheit an Beispielorganismen, Fisch – Forelle, Vogel – Schwarzstorch, Auwald – Flatterulme, findet sich hier, speziell für das waldärmste Bundesland Schleswig-Holstein, unmittelbar zu lesen, auch hier.

Nun wollten wir, vor weiteren live-Beobachtungen an Weissstörchen, erstmal etwas essen. Dazu hatten wir bereits erkundet, dass die Speisekarte einer lokalen Gaststätte ausgesetzt war zugunsten eines Sonntag-Erlebnisses: Sehen, woher das Essen stammt – Spanferkel.

Mittagspause, gut beschirmt.

Das Angebot sieht nicht nur lecker aus.

Zudem wird ein eigenes Lokalbier, „Storchenbier“ – was sonst hier?, angeboten.

Wer mal nach Bergenhusen kommen sollte zu einer Zeit, da dieses Angebot besteht … (man tau!).

Das eigentliche Erlebnis besteht aber für Jung und Alt in der Erkenntnis, woher das Tellergericht kommt.

Fleisch kommt nunmal (heutzutage noch) vom Tier – hier also vom Schwein.

Wie man am Schwund, die Knochen kommen mehr und mehr zum Vorschein, sehen kann: es schmeckt allen Anwesenden.

Für Fischfreunde gibt es eine Alternative – Lachs. Gerade wurde eine Seite neu aufgestellt, gut vorbereitet zum Garen in Hitze und Rauch.

Auch das ein Gericht, zu dem keine Beschwerden, im Gegenteil, laut wurden.

Nebenbei konnten illustre Vorbeifahrer studiert werden, neben diesem Oldtimer-Trecker blubbernde bis röhrende Motorräder, tief- oder hochgelegte Spezial-Kfz. – „Kiek mol wedder in!“ – ein treffender Spruch für diese Örtlichkeit.

Wir brechen auf zur Storchenrunde durchs Dorf. Mehr dazu demnächst.

Der Wetterbericht hatte einen guten Radeltag vorausgesagt, der zweite volle Besuchstag sollte ordentlich verregnet sein. Also nichts wie los, per Rad zum Storchendorf Bergenhusen.

Sieht gut aus! 7:15 Uhr, vorbereiten zum Frühstück nebenan, in der Holländischen Stube.

8:45 Uhr, das Frühstück schmeckte ausgezeichnet. Wir starten.

Südlich der Treene radeln wir gen Osten, am Vortag (andersrum, nördlich bis Schwabstedt und dann diese Strecke zurück nach Friedrichstadt) bereits getestet.

Platt sieht das Norddeutsche Tiefland hier aus.

Man soll sich aber nicht täuschen – im Hintergrund ist der Höhenrücken zu sehen, den wir am Vortag bis Schwabstedt bereits bereisten.

Eine Menge Rindvieh, hier Rotbunte, begegnete uns. Angesichts der Farbenvielfalt bekommt Rindvieh später einen eigenen Beitrag.

Mitten in abwechslungsreicher Natur – hier soll eine Eisenbahnbrücke sein.

Wir pausieren. – Will uns diese schwarze Schnecke symbolisch an die Bundestagswahl erinnern? Oder ist die Schnecke eher braun? Wenn wir die vorigen Koalitionsjahre, gefühlt -jahrzehnte, überdenken, ist Rot auch nichts als eine Schnecke?!

Bloss weiter! Das Thema zurücklassen! Dieses Jahr müssen wir den Wahl-o-mat wohl ernsthaft konsultieren, wird am 2. September frei geschaltet.

Ortswechsel bringt Perspektivwechsel – da ist sie ja, die ehemalige Bahnbrücke. Anders als woanders ist hier die alte Trasse nicht zum Rad- und Wanderweg umgestaltet, sondern zugewachsen.

Blick über den Treenedeich mit bunt(gemalt)en Schafen, Eigentums- oder / und Behandlungskennzeichnung – weiter „gut Wetter“.

Uuuups, in Fahrtrichtung sieht das ganz anders aus! Es begleitet uns seit geraumer Zeit irgendwas Dickes, Dunkles.

So lange da nichts rausfällt, erfreuen wir uns an allem ringsum – hier ein plüschig geschorenes Schaf, amüsant.

Schön auch, dass die Schwalben, eine links im Foto, vor dem Himmel am Horizont und nicht dicht über der Wasseroberfläche fliegen. Man sagt ja, das hätte was mit dem Wetter zu tun.

Wir sind, der Fliessrichtung der Treene entgegen, nach Norden abgebogen. An der „NATO-Brücke“ versucht ein Angler sein Glück. Die Treene hat einen guten Ruf.

Wir nahmen an, dass wir von hier West – Ost direkt nach Bergenhusen geleitet würden.

Das war nicht der Fall, es ging binnendeichs nordwärts weiter, hier vorbei an sehr hellen Schwarzbunten.

Nachdem wir die schicken Treene-Mäander erreichten (auch dazu folgt ein kleiner Extrabeitrag), beschlossen wir, dass auf dieser Nordstrecke wohl ein Rechts-ab-Schild gefehlt hatte und nahmen den erstbesten Weg nach Osten.

Das stellte sich als gute Entscheidung heraus, da wir eine Straße erreichten, von wo aus, Blick rechts (südwärts), gleich links eine (die ?!) Abzweigung ostwärts nach Bergenhusen ausgeschildert war.

Tjaaa …, nicht viel später – sehen Sie den kleinen Punkt auf dem Radweg? Das sind die zweiten 50 Prozent unseres Unternehmens. Wir hatten Bergenhusen nicht mit Bergen im Sinn von langem, steilem Anstieg auf der Rechnung …

Bevor wir zur Kuppe starten, vorbereitet auf eine mäandrierende, steile und rasante Abfahrt, gucken wir nochmal in die Landschaft.

Wow, das hat sich gelohnt – weit geht der Blick übers Land.

Gleich nebendran, fast wie allüberall, verstellt Mais jeglichen Horzont – quasi, fehlsubventioniert, wie ein grünes Brett vorm Kopf.

Zwei Fotos zum Schluss, kleine Vorausschau auf demnächst Kommendes.

Mitten im Ort kamen wir nicht an diesem Rindvieh vorbei, erkundigten uns nach – telefonisch vorgecheckter – Essenmöglichkeit. – Es wird Fleisch geben.

Und wie sich das für ein Storchendorf gehört – es sind erst die Jungstörche nach Süden abgeflogen – werden wir noch erstaunlich viele Störche zu Gesicht bekommen.

Diese Storchenfamilie haben wir in der sehr empfehlenswerten NABU- / Michael-Otto-Institut Bergenhusen-Ausstellung neben informativer Landschaftserläuterung, nicht nur über Feuchträume, sondern auch über die wichtige Klimafunktion der Wälder, auch im Zusammenhang mit erforderlichem Mehren und Verbessern gesehen. – Möge es nützen!