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Archive for the ‘Vögel’ Category

Ein Bisschen Seevekanal ist ja bereits im Beitrag zum Taubenfütter-Hotspot Seeveplatz gezeigt.

Bachauf, jenseits der Bahngleise geht es weiter.

Hier hat das Bezirksamt Harburg vor etlichen Jahren mit Einbautests mit Holz begonnen, Bachpaten brachten später auch Kies ein.

Die so entstandene neue Struktur und Strömungsvielfalt haben dem Gewässer gut getan. Beeindruckend an dieser Strecke führen Erle, Esche und Weide vor, wie sich ein standorttypischer Baumsaum mit lichtem Schatten aufbaut. So sollte es überall an unseren Bächen und kleinen Flüssen aussehen.

Bachauf der Brücke – oha, offenbar schlägt wieder harte Gewässerunterhaltung mit häufiger Mahd über den Querschnitt zu. Der kleine Igelkolben, gelbgrün, das „Rasenmäher-Gras des Bachs“ zeigt die Artenreduzierung in falsche Richtung an. Vom standorttypischen Wasserstern, hellgrün links unten, ist nur ein flottierendes Polster verblieben.

Wir fahren zum Elbdeich, zur Seevemündung.

Die internationalen Studenten sind immer wieder beeindruckt, wie vielfältig die Landschaft zwischen Geest und Marsch in unmittelbarer Umgebung Hamburgs wahrgenommen werden kann.

Auf dem Elbdeich – an und auf der Elbe üben Feuerwehren.

Wir parken am Seevesiel, am Deich ein seltener Gast – ein Weissstorch.

Vorm Elbdeich, Tidehochwasser – die Klapptore des Seevesiels sind geschlossen. Erst wenn die Elbe tiefer abläuft, ist die Durchgängigkeit Seeve – Elbe wieder vorhanden.

Auwaldreste und Röhricht vorm Elbdeich.

Bachauf in Hörsten – unfassbar. Weiterhin Maisäcker im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung.

Und, wie im vorigen Foto, keinerlei Ackerrandstreifen. Eine Ahndung dieser bis auf die Böschungskante intensivierten und den früher vorhandenen Baumsaum weggepflügten Situation findet nicht statt.

Seeve Maschen, Bereich DB-Güterbahnhof – die hellen, faustgroßen Steine zeigen, dass bereits Meerneunaugen aktiv waren. Bis zum fertigen Laichplatz haben sie noch schwer zu arbeiten.

„Und hier, seitlich der flottierenden Wassersternpolster haben sonst um diese Zeit die Flussneunaugen bereits abgelaicht.“

Während ich das sage, die Studenten, sprachlos, sehen es wie ich im Augenwinkel, windet sich ein Flussneunauge um ein Wassersternpolster bis an die Wasseroberfläche – und schraubt sich fix drumrum wieder Richtung Gewässergrund. – Der Bruchteil einer Sekunde, alle sind begeistert.

Immer noch nicht abgestellte Ärgernisse – das Seevewehr ohne zeitgemäßen Umlauf und der Erosionsabriss am Fundament der Fußgängerbrücke.

Abhilfe wäre einfach. Kies-Geröllschüttungen würden als Sofortmaßnahme den Abriss an der Fußgängerbrücke und am Fischpasseinstieg so entschärfen, dass auch schwache Schwimmer diese Stellen passieren könnten. Nix zu machen.

Ein mäandrierender Umlauf um das Wehr wäre möglich, die benötigte Fläche ist in öffentlicher Hand. Nein, in Deutschland wählt man nicht die naturnahe „dänische“ Variante. Es wird – seit Jahren – über eine technische Prothese fabuliert.

So steht also das Wehr bei Sonne und Regen …

Hier, an seinem Startpunkt, treffen wir den Seevekanal wieder. Was „unten“ als Vermutung / Befürchtung erschien, erweist sich hier als Realität: harte Gewässerunterhaltung hat wieder zugeschlagen.

Flächig ausgemäht ohne Bedarf, die Bäume weitgehend entfernt – zurück in die Vergangenheit.

Nein, dies ist keine schöne, parkartige Landschaft. Aufgeastete Bäume, so überhaupt vorhanden, Überheizen des sommerkühlen Bachs – Maisäcker im Überschwemmungsgebiet. Nachhaltigkeit sieht anders aus (und dennoch subventionieren wir solches Tun).

Falsche Idylle.

Baum ab, ja bitte – falsch verstandener Hochwasserschutz.

Rezo hat ganz Recht. Mit solch Entscheidungsträgern ist kein Staat zu machen. Hiesiges Handeln ist rückwärtsgewandt.

Erfolgreich – der Neophyt Drüsiges Springkraut überwächst alle Freiflächen.

Aber es gibt auch gute Zeichen für gutes Handeln. Zielgerichtete Abwasserreinigung führte zum Anstieg der „guten“ Gewässerindikatoren in Arten- und Individuenzahl, hier eine kurz vor dem „an die Luft-Gehen“ stehende (ganz dunkel, harte Aussenhaut kurz vor dem Verlassen des Wassers) runde Eintagsfliegenlarve.

Und, aus derselben Gruppe, ein besonderes Anzeichen – 3 Wachstumsstadien der als Larve im Sediment grabenden Großen Maifliege. Solche Langzeitentwickler benötigen stabile Wasserqualität – ja, Abwasserreinigung konnten und können wir.

Wir sind – bei all den Handlungsnotwendigkeiten – begeistert über immerhin Erreichtes. – Ich unterquere die Elbe und fahre im Westen Hamburgs Richtung Wedel – beeindruckende Alt-Eiche in Sülldorf.

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Der Seevekanal, Abzweig des sommerkühlsten Fliessgewässers Norddeutschlands, ist wie die Seeve Ziel der zweiten Exkursion „Hydrobiology“ der TU Hamburg-Harburg (eigener Beitrag demnächst). Bevor die Studenten eintreffen, sehe ich mir die Situation querab vom Bahnhof Hamburg-Harburg an.

Struktur mit Holz und Kies hat der Seevekanal hier bekommen – leider wird standorttypischer Baumbewuchs aus Werbegründen verhindert. – Das wäre zu ändern.

Der „Wasserbaumeister Pflanze“ hat immerhin die beim Verkaufstempelbau zerstörte naturnahe Ufersituation im Land-Wasser-Übergang kaschiert.

Ohne Baumsaum, in praller Sonne aber, wird das Gewässer unnatürlich überheizt.

Beim Blick von einer der Brücken steuern mich zielgerichtet 3 Stockentenerpel mit Bugwelle an …

Nee, doch nicht – sie haben, ganz klar von menschlichem Fehlverhalten geprägt, ein anderes Ziel.

Auf der Brücke DB-Ausgang Richtung Seeveplatz füttern zwei mittelalterliche Herren intensiv Tauben. Nach und nach fliegen wohl über 200 an.

Solch Taubenmassen (klitzekleiner Ausschnitt) kommen nicht von ungefähr, die sind stetig „dressiert“.

Das Thema ist mir seit Jahrzehnten nur allzu bekannt. Nach einem freundlichen Gespräch über die Sinnhaftigkeit und Kostspieligkeit ihres Tuns meinen die beiden, das hätten sie nicht gewusst. Solch Unfug würden sie künftig unterlassen.

Na ja (wer`s glaubt). Das Verhalten der Land- wie Wasservögel zeigt eindeutig, dass hier systematisch und in großer Menge gefüttert wird – Grund für die zuständige Verwaltung, solch Hotspot unter die Lupe zu nehmen. – Im Bereich des Bahnhofs patroullierende Polizei war im Grundsatz informiert, will nach Ansprache nun ebenfalls den Blick etwas breiter schweifen lassen.

Kurz darauf treffen die Studenten ein, bekommen die Entwicklung des Seevekanals an dieser Stelle mit sehr spezieller Historie (vgl. Link vorn) erläutert.

 

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Duster am Morgen. Regen ist angesagt.

Regen in Leipzig – wie schön für die vielen Gewässer, wenn`s denn genug Regen wird.

Blick über die Nordwest-Ecke des Leipziger Rings – aus einer ultra-Auto-freundlichen Zeit. Gleich hinter uns liegt unser Ziel.

Wer zentral untergebracht ist und nicht bei Regen radeln möchte, hat es leicht. In unmittelbarer Fußwegentfernung liegen z.B. eine Vielzahl Museen. Wir entscheiden uns für das Naturkundemuseum. Das ist bereits über 100 Jahre alt – und bleibt weiter sehenswert und spannend.

Draussen liegt, was drin unter anderem zu finden ist und erläutert wird, z.B. Findlinge.

Versteinerte Baumriesen – Lernen und Spaß für Jung und Alt.

Sehr schön verdeutlicht das Naturkundemuseum, dass sich Altes und Neues ständig in Arbeit und Entwicklung befinden.

Zum Beispiel die Großtiere von Hermann ter Meer.

Groß und klein.

Auf „Leipziger Meeressand“, salzig-aquatisches Bodenleben vor Urzeiten.

Fundstücke in Variation: Haizahn, frei und eingeschlossen.

Ob Meeresgrund, ob eiszeitliches Geschiebe, von Skandinavien bis heran an die Mittelgebirge, wir leben und werkeln auf Hinterlassenschaften der Erdgeschichte.

Die Betrachtungen über die Zeit bringen auch den Menschen in Bezug , Text einer Darstellung zur „Entwicklungsgeschichte der Erde, die geologische Uhr“: „Das Alter des Menschengeschlechts, etwa eine Million Jahre – Das entspricht der letzten Minute vor 24 Uhr“. (Was haben wir uns in „dieser Minute“ für Überheblichkeiten angewöhnt.)

Bei all dem, was uns gerade wieder in Film, Funk und Fernsehen dargeboten wird, erinnert man sich an das Treffen der Erde mit einem anderen Stern. „Hallo Erde, wie geht`s, gesund und munter?“ – „Oh danke, schlecht. – Ich habe Mensch.“ – „Mach Dir nichts draus, das kenne ich. Das geht vorüber.“

Ausführlich ist die geschichtliche Entwicklung im Umfeld Leipzigs dargestellt, z.B. die Energiegewinnung durch Flussmühlen.

Das Entstehen und Vergehen von kleinen Abzweigungen, Kanälen, war wie vielerorts Grundlage für blühendes Handwerk jeglicher Art. Straßennamen zeugen oft noch davon. Informativ ist die Bedeutung der Vielzahl Gewässer und des Auwalds für den Leipziger Raum dargestellt (vgl. auch vorigen Beitrag).

Esche, 150-jährig – leider im heutigen Auwald fast nicht mehr zu finden.

Es fehlt offenbar am Willen, diesen Schatz Leipzigs in ein zukunftsfähiges Gesamtschutz- und -entwicklungskonzept zu binden.

Eiche, 250-jährig.

Sperber und Schatten.

Viele andere Themen sind konzentriert behandelt und vorgestellt, z.B. Vögel, alte Dioramen. Die Internetseite des Naturkunemuseums gibt einen breiten Überblick.

Draussen nieselt es noch ein Bisschen.

Einmal mehr haben wir gelernt, dass man nie auslernt. Also: dran bleiben!

Erstmal orientieren.

Natürlich finden wir wieder ganz in der Nähe unserer Unterkunft, inmitten von wechselnder Bau- und Baustellen-Historie, eine gute Adresse für`s Mittagessen.

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Der Kanaldeckel in Leipzig und spätere Gewässer(ein)sichten erinnern mich an etwas …

Als ich vor Zeiten meine Beschäftigungsstelle in Hamburg wechselte, „miene Strom-Tied“ gegen regionales Arbeiten in einem Bezirksamt tauschte, sagte der damalige leitende Wasserbauer: „Wenn Sie als Gewässerbiologe hier Fliessgewässer erwarten, werden Sie enttäuscht. Wir haben in Hamburg eigentlich nur offengelegte Regenwasserleitungen.“.

(Dass sich das als Irrtum (vielleicht als Jux) erwies, ist heute Geschichte sowie weiter gut geübte Praxis.  🙂  )

Brunnen, auch Wasser in Leipzig – in vielfältiger Variation.

Wer im Internet nachsieht, findet etwas zum Leipziger Wasserknoten. Das verspricht allerhand Erlebnisse, z.B. beim Radeln.

Oha, Gewässer als „offengelegtes Regenabflussrohr“ (die Parthe ?) – was erwartet uns noch?

Leipzigs Neue Luppe, ein tief zwischen Hochwasserdeichen fliessendes Ergebnis von Planungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Wir tauchen in den Auwald ein.

Ahornblüten.

Bärlauch betört unsere Sinne.

Was für ein Erlebnis!

Wieder draussen – die Nahle verläuft tiefliegend, ein Mäander wie vom Reissbrett, Ingenieur-Vorstellungen der Vergangenheit.

Die tiefliegende Nahle zwischen dem viel höheren Auwaldgelände. Ein Angler hofft, am Horizont winkt das Nahlewehr (auch auf Google Earth vom Satelliten auffindbar).

Detail Angler und Nahlewehr.

Das Nahlewehr, ultrahoch – was sind das für Aussichten für einen Auwald, wenn nur in Fast-Katastrophensituationen reichlich Wasser in ihm fliessen kann ? !

WasserKunst durch Zoologie, Wellenspiel. Weisse Elster, nach Queren von Nahle und Neuer Luppe: Nutria hat vergangene, milde Winter mit ordentlich Fortpflanzung belohnt.

Die Wasserqualität sieht farblich nicht gerade berauschend aus. Vielleicht täuschen wir uns.

Nahle auf dem Rückweg – der Fischreiher zeigt, dass es wohl Fisch, vielleicht aber auch oft querende Mäuse und ähnliches zu erwarten gibt.

Der Aufmerksame im Detail. Tauchenten und Kormoran sahen wir ebenfalls regelhaft.

Die Kleine Luppe, mit starkem Gefälle, lässt an eine Vielzahl Verbesserungsmöglichkeiten denken.

Zurück in Leipzig, Stadt, Blick von der Elsterstraße – der Elstermühlgraben ist Passanten-freundlicher gestaltet, weiter in Arbeit. Mal sehen, wann wir ihn einmal mit Wasser erleben.

In der Detailbetrachtung zeigt sich leider, dass dem Gewässerlebensraum keine angepassten Strukturen zur Verfügung gestellt werden. Hoffen wir mal auf Zukünftiges – verbessern kann man immer.

Der Leipziger Wasser- oder Gewässerknoten also, in Teilen von uns radelnd erlebt. Es scheint, als handele es sich angesichts der Vielfalt von anstehenden Problemen (bei teils angenehmer Optik) um einen Gordischen Knoten, den es zu entwirren gilt.

Stadt und NABU sind aktiv. Allerdings ist der wirkliche Wasserschatz offenbar nur von wenigen (Querulanten ?) erkannt.

Es gilt (wie anderswo), in Stadt und Land die Werte der Landschaft und ihr Potenzial zu erkennen. Handeln zum Verbessern der Boden- / Wassersituation, Stützen von und Verbesserungen für Flora und Fauna auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel, sind angesagt – nicht zuletzt als Lebensgrundlage und als reicheres Erlebnis für den Menschen.

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Ostersonntag – frühmorgens, Spuren des ach so unverzichtbaren Brauchs vom Fensterrahmen.

Gröberes (und jede Menge, hier eher unsichtbar Feineres) auf dem Tisch.

So wundert es nicht, wenn man neben professionell abgelöschten, aufgeräumten Plätzen auch Weiterkokeler findet.

Wenn ich in der Jahresentwicklung dieses Haufens mal wieder eine bemalte Gartenpforte oder Ähnliches sehe, werde ich das Zuständigen melden – hätte nicht vermutet, dass solch Rumpelhaufen zu Ostern angesteckt würde. (Vielleicht unterschätze ich weiter meine kindliche Naivität.)

So mache ich mich auf, Schöneres zu entdecken – und werde fündig.

Bunt ist das Bild der Frühlingsflora, sowohl von Farbe als auch von der Breite der Entwicklung.

Wasser fehlt ! – Nicht nur dies Stillgewässer verdunstet vor sich hin, erste Bachoberläufe sind trocken.

Familien-Idyll Rindvieh – ich bin auf der „Kälber- und Pferdeäppel-Tour“ (Letzteres, da wir auf Zweistreifenweg dummerweise immer genau auf den Streifen die Haufen überradeln dürfen).

Kälber mit Kinderfrau – die Eltern vergnügen sich anderswo.

Ich habe einen Schwenk angehängt, Holmer Grenzweg-, Seemoorweg-Tour. Graugänse auf der Butterbargsmoor-Blänke.

Kanadagans-Paar auf der Butterbargsmoorblänke.

Der Osterhase ist mir nicht begegnet, hatte wohl noch zu tun oder sich entkräftet zurückgezogen.

Deshalb als Entschädigung hier noch drei Fotos von neulich aus der Marsch.

Kein Treppenwitz – vor dem Besucheransturm zu Ostern schlaffen die Deichschafe nochmal ordentlich ab. Schubbern, ruhen, Schatten suchen (dummer Weise so gut wie keiner da).

Da Ostern dieses Jahr so spät liegt, sind die „Osterlämmer“ schon ganz schön groß.

Ausgelassene Fohlen auf der Weide.

Und ein Fasanenhahn, besonnt – wenn das kein Ersatz für den Osterhasen ist?

Die Fasanenhenne kann sich, nicht zuletzt mit ihren Bio-Produkten (gesprenkelte Grundlagen für Ostereier), auch sehen lassen.

Und immer daran denken: nicht alle Ostereier auf einmal essen. Guten Appetit !

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Ostwind, Sonnenschein.

Rad-Tour gut geplant, Rückenwind auf dem Rückweg.

Karp-Freitag.

Wo wir waren? Sieht doch jeder, im Botanischen Garten, Hamburg.

Vögeln bot sich diese Raupe auf dem Weg an.

Rückweg. – Wie gut, wenn es bei solch Sonnen-Bratzen Radwege im lichten Schatten des Frühlingslaubs gibt.

Das war eine gemütliche Tour, gut eine Stunde je Richtung, Genuss des Botanischen Gartens Hamburg – sowie prima Essen und Trinken am Wegesrand.

Der Roland in Wedel erwartete uns aufgrund seiner Süd-Exposition wie immer strahlend. Seine Umgebung ist noch unbelaubt – kommt bald anders.

 

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Mitte April 2019 – was ist da bei Fährmannssand los?

Sonntagmorgen, Sonnenschein, frischer Ost- / Nordostwind. Zwischen Fährmannssand und Carl Zeiss Vogelstation erlebe ich Nonnengänse wie noch nicht zuvor in unserer dreijährigen Wedeler Historie.

Mehrfach habe ich hier im Blog erwähnt, dass die ca. 14.000 grob gezählten / geschätzten Nonnengänse der ersten beiden Jahre in der jetzigen Rast-Saison 2018 / 19 nicht hier vor Ort waren. Bei Rundfahrten kam ich jeweils auf etwa 8.000.

Irgendwie sieht das heute anders aus.

Querab der Carl Zeiss Vogelstation ist allerhand los.

Eigentlich nichts Besonderes. Aber irgendwie erscheint mir die Vogelzahl viel größer als bisher in dieser Saison.

Wo gefressen wird, bildet sich die typische, dicht gedrängte Fressfront.

Diesmal fallen an den Seiten viele ruhende Tiere auf.

Ruhen, Äsen, emsiger Anflug kennzeichnen das Erlebnis.

Und fortwährend kommen, flach über den Elbdeich, neue, große Schwärme hinzu.

Luftiges hin und her, Landung.

Luftiges hin und her, Landung – Detail.

Unten Äsen, oben An- und Überflug.

An- und Überflug, Detail.

Die „dichte Packung“ wird immer dichter.

Äsen in dichter Packung.

Beeindruckt von diesem Erlebnis radele ich weiter Richtung Hetlingen – will ja noch nachsehen, wie weit die Schachblumen sind (vgl. vorigen Beitrag).

Die ganze Zeit des Radelns hinterm Deich rauscht es über mir. Auffällig ist, wie flach die Nonnengänse über den Deich kommen. Vielleicht überrascht über den dicht drunter Radelnden kommt es mehrfach zu Störungen in der Flugformation mit merkwürdigem Gerumpel und Geraschel – leichte Flugunfälle?

Mir scheint, hier ist der Flug aus südwestlicheren Rastgebieten in vollem Gang. Ein Teil der Vögel macht einen abgekämpften Eindruck, als würde sie der fortwährend blasende nordöstliche Wind, der jetzt auch stürmische Böen aufweist, beeinträchtigen.

So reime ich mir die heutige Ansammlung zusammen als erzwungenen Zwischenstopp, Ruhe im Lee-Bereich der Geest.

Noch einmal, ich habe Hetlingen passiert, bin auf dem Weg Richtung Idenburg, bestätigt sich die heute besondere Zahl der Vögel. Ein weiterer dichter Schwarm, panikartig aufgebracht, verdunkelt den Himmel – nördlich von den bisher beobachteten Vögeln.

Ich schätze die gesehenen Vögel auf eine Stückzahl weit über 20.000.

Wie im vorigen Beitrag beschrieben, kämpfe ich mich gegen heftigen Wind, dann im Windschatten der Geest leicht radelnd und anschliessend mit schrägem Seitenwind entlang der B 431 driftend zurück nach Wedel.

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Sonntagmorgen, Sonnenschein – schnell mal an den Hafen, dann angesichts des frischen Nordostwinds weitersehen.

Fast wie am Vortag – am Horizont naht von Westen ein Containerfrachter gen Hamburg.

Saugbagger Scheldt River im Sedimentfang, jüngster Flachwasserverlust mit ökologischen Folgen – Stint weg …

Scheldt River fährt gegenwärtig seewärts bis nach Brokdorf, verklappt dort seine Ladung. Daraufhin naht Saugbagger HAM 316, saugt seinerseits und verklappt seine Ladung in der Elbmündung. Das verstehe, wer will – als Steuerzahler muss man`s nur zahlen.

QARN, 368 x 51 m, TG 13 m passiert Scheldt River.

QARN, nahe bei, Bug vor Elbinsel.

Lühe-Schulau-Fähre legt ab.

Zweimal Schiffsbug.

… und Heck.

In schneller Fahrt erreicht die Fähre den Saugbagger.

Stopp im Wegradeln – im Augenwinkel … Das geht doch nicht!? Schachbrettblumen blühen am Schulauer Hafen, nette Pflanzidee.

Mal sehen, wie lange die sich halten. – Was machen eigentlich die Schachbrettblumen in Hetlingen? Das Schachblumenfest ist doch erst am 28. April 2019.

Da gucke ich jetzt – egal, wie der Wind weht.

Also auf, Richtung Fährmannssand. Schafe und Lämmer bevölkern den Deich.

Auf die Osterlämmer ist auch kein Verlass, kommen einfach nach Kalender – aber nicht zum diesjährig späten Ostern.

Eine Schwalbe – zufällig im Foto erwischt.

Zwar macht die eine Rauchschwalbe noch keinen Sommer, aber ich habe 2 – ultratief fliegende – Paare (?) gesehen. Der Sommer kann also kommen.

Meine Güte – das gibt einen eigenen Bericht – Nonnengansmassen nahe der Carl Zeiss Vogelstation.

Fast in Hetlingen, querab Hetlinger Heuhafen – Schlehe blüht, Kopfweide wartet, Altweiden im Auwaldrest schlagen aus.

Eine der Schachblumenwiesen, wie erwartet. Hier ist doch ein härteres Kleinklima als am Schulauer Hafen. Stängel und Blütenknopsen rauen gerade mal die Wiese etwas auf.

Wir dürfen gespannt sein, ob das angesagte warme Wetter die Schachblumen über Ostern schon in voller Blüte besichtigen lässt – egal, wann das Schachblumenfest stattfindet. – Weiter Richtung Idenburg.

Ein weisser Bussard sticht vor grünender Landschaft hervor.

Und da ist auch der berühmte „weisse Schimmel“.

Der Schimmel, eine Stute, ist nicht allein, hat eine Kollegin und Frühjahrsfohlen dabei.

Wie sich das gehört, sind die Fohlen aufmerksam und munter.

So manche Runde geht es um die Wette.

Meine Runde muss ich jetzt zu Ende bringen – erst gegen den teils heftigen Wind, dann im Windschatten der Geest und anschliessend mit schrägem Seitenwind entlang der B 431 driftend.

Das ist gelungen, ein hervorragendes, in Richtung und Länge nicht vorhergesehenes HerzKreislaufTraining.

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Der vorige Artikel endete mit dem Stichwort Laubbläser. Ja, heutzutage wird vielerorts ALLES geblasen, von Blütenblättern ab Frühling über irgendwas auf Wegen, gern durch alle Rabatten alle 14 Tage durch. Feinstaub lässt grüssen! – Egal, ob Trockenes, egal, ob Nasses – bei Letzterem bräuchte es vorher einen Föhn, um das Zeug zu bewegen. Macht nix, wird trotzdem geblasen. Spitzenleistung im Herbst ist, wenn dicke Packen nasses Laub so angegangen werden, dass sie mit dem Hochleistungsbläser (it might get loud ! ! ! – und stinkt, nach Motorabgas) in Form einer Teppichrolle mühsam vorangetrieben werden. – Besen, Schaufel, Harke scheinen heute unbekannt ?!? Gern wird die Mär vom „… Laubbläser zeitlich schneller …“ wiederholt – egal, wie falsch.

Ich weiss, wer es nicht gesehen hat, wird mir nicht glauben (das geschieht alle Jahre wieder, weiss nicht, ob es ein Spezialist am Lärmgerät ist oder immer ein neu Testender).

Zurück zum Thema. Wer vom Einfamilienhaus mit großem, jahrzehnte entwickelten Garten in bunter und tonreicher Vielfalt sich zum „Down-Sizen“ entschliesst und eine Eigentumswohnung kauft, macht völlig neue Erfahrungen. Vieles findet sich inzwischen in Film, Funk und Fernsehen, ganze Sammlungen auf speziellen Internet-Seiten (Link als Beispiel). Manch überkommener Irrwitz liegt einfach an der Beschlussunfähigkeit unserer Politiker, hier: das überholte Wohnungseigentumsgesetz aus dem Jahr 1951 endlich für zukunftsfähige Entwicklungen zu bereinigen (dem nähern sich bruchstückartige Teilnovellierungen bis heute nicht im Geringsten).

Ich bin immer noch nicht beim Thema. – Neuer Versuch. Im Garten wirkt der Gärtner (der Berufsstand wird unter anderem von Reinhard Mey besungen). Es gilt also im neuen Heim, den Gärtner lebensfreundlich zu stimmen. Was hier für Privatflächen beschrieben wird, gilt mindestens genau so für städtische Bauhöfe und ihren oft überzogenen Maschineneinsatz. Gut, dass es inzwischen in etlichen Kommunen, Kreisen, Bundesländern „Belebungs-Aktivitäten“ gibt.

Seit 3 Jahren  nun gelingt es schrittweise. – Laub z.B. wird mindestens auf Teilflächen nicht mehr raus-, sondern REIN geblasen. Im Gegensatz zu vielfältigen Behauptungen bleibt es dort liegen, kompostiert. Plötzlich, spätestens Ende April, Anfang Mai ist es weg. Nicht weggeblasen. (Für alle, die derzeit wanderndes, fliegendes Laub sehen – es kommt in der Regel gerade aus den Hainbuchenhecken, die es erst jetzt beim neuen Laubaustrieb abstossen.)

Lebendige Natur arbeitet mit Bodenschutz, beschattet und hält trickreich feucht. Wir lernen ein umfassenderes Verständnis von Wasser im Umfeld (kostenloses Download eines auch für Laien gut verständlichen Buchs möglich). – Gut war der vorige, trockene Sommer. Eindeutig zu erkennen war, dass „unsere“ Büsche, die nicht nur die herbstliche Laubschicht behalten, sondern auch zusätzlich von Frühjahr bis Herbst mit Rasenschnitt gemulcht werden, die besseren Chancen haben.

Und so geht es auch mit dem ganzen Drumrum, Vögeln und anderem Getier. Die natürliche Kette des Lebens und Vergehens wirkt, Millionen Mitwirkende arbeiten, vom Bakterium und Pilz bis zum Regenwurm – und werden verarbeitet. Das Beispiel Meise in den folgenden Fotos steht stellvertretend für Amsel, Buchfink, Rotkehlchen, Zaunkönig, Heckenbraunelle und viele mehr.

Da bewegt sich doch was.

Eifrig sucht die Meise – und findet.

Ein Quadratmeter beschäftigt sie ohne Ende.

Letztes Foto, ich höre dann mal auf.

Mehr Leben im Umfeld – wie hier im Blog fortwährend für Bäche und kleine Flüsse gezeigt – ist eigentlich ganz einfach. Wir müssen uns nur Mal besinnen, Unsinniges unterlassen – da haben wir schon „die halbe Miete …“.

 

 

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Die Sonne scheint, ein frostiger Ostwind weht. Morgens um Null Grad, die meisten Magnolien scheinen – bis auf den einen oder anderen Ast oder ein paar Blütenspitzen nochmal davongekommen zu sein. Erstmal ist kein Nachtfrost mehr angesagt.

Die Vogeltränke wird nun morgens und ab frühen Nachmittag (dann von links) besonnt – und eifrig zum Trinken und Baden genutzt.

Höherer Sonnenstand lässt neben dem Badebereich Kieselalgenteppiche gedeihen, die sich wegen starker Sauerstoffproduktion blasenartig aufwölben.

Beim Rundumblick, nah und etwas ferner, kann allerhand neu gesehen werden.

Die Japanischen Kirschen haben mancherorts fast ihren Blühhöhepunkt überschritten.

Gundermann blüht, geschützt besonnt, in großen Horsten.

Detail.

Die paar bislang sichtbar gewesenen Insekten und das Blühwetter scheinen für die Winterlinge für ein paar Samen ausgereicht zu haben.

Mal abwarten, ob das auch für den Lerchensporn gelten wird.

Auf jeden Fall zeigt dieser Marienkäfer auf „unordentlichem“ Fleck, dass sich unser Ringen mit dem Gärtner um Bodenbedeckung gelohnt hat. Da hat – an früher steril „sauber“ gehaltener Fläche – sicherlich Etliches überlebt.

Im Umfeld tut sich auch was.

Auf Familienwiesen liegen auf einmal kleine Farbkleckse – Kälber wie hingestreut …

Und nochmal, weil`s so schön ist.

Am winterwarmen Bach legt die Vegetation, kleinklimatisch bevorteilt, ordentlich los.

Kleinklima am Elbufer. Angetrieben vom Wärmespeicher Pflaster haben Schlehen und andere Frühlingsblüher „von unten“ her bereits dichten Blütenbestand, oben folgt nach und nach.

An der Elbe blüht aber noch ganz etwas anderes – 2 Containerfrachter 260 und 294 m begegnen sich – die nächste Elbvertiefung. Wir werden uns noch wundern, nicht zuletzt im Steuerzahler-Portemonnaie.

Während die alten Kopfweiden noch zögern angesichts der „frischen Luft“ …

… greift unter Wasser langsam aber stetig Unruhe um sich – ein Laichplatz will gefunden sein.

Kleiner Tipp, suchen Sie einen Hecht.

Zurück auf die Geest. Die Marschwiesen sind schon frühjahrsfertig, geeggt und gewalzt.

Deutsche Eiche Knorrast braucht noch eine Weile.

Aber an kleinklimatisch bevorzugten Lagen blüht Ahorn (und Hainbuche) bereits voll.

Mir erscheint es jedes Mal wie ein Wunder. Dabei ist es doch – normal.

Auch unsere Mahonie am Eingang bringt sich trotz Wind-Exposition in Blühbereitschaft.

Nun aber schnell rein.

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