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Archive for the ‘Elbe-Einzugsgebiet’ Category

Dass das Schnellläufer-Tief Xavier nicht als Bahn-Bashing genutzt werden sollte, hat inzwischen vielleicht auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister (FDP) gemerkt.

Unzählige Kräfte aus betroffenen Firmen und Katastrophenschutz sind Tag und Nacht am Werk, Verkehrswege frei zu machen, Wasser zu pumpen und Vieles mehr. All denen kann man nicht genug danken.

Ausnahmsweise berichte ich mal nicht viel über Bäume, sondern über das Drum und Dran vor und nach Xavier. Es gab auch Wasser, von oben, von aussen (in dieser Jahreszeit sprechen wir hier eher von „viel Wasser“ als von „Sturmflut“, es gab aber doch eine von + 1,50 m über Thw) – aber auch „gut von innen“. Nicht gut ablaufendes Binnenwasser angesichts mehrfach überhöht stehen bleibender Ebbe-Wasserstände liess das Hinterland zunächst feuchter werden. Dann kam zu allem Ungemach auch noch Unglück in Form ausgefallener Pumpen hinzu. – Das Letzte zuerst: Feuerwehr und THW sowie die sich wieder normalisierenden Ebbe-Wasserstände lassen inzwischen aufatmen.

Die Lühe-Schulau-Fähre vor Tagen bei normalem Ebbe-Wasserstand, Elbe-aufwärts fahrend.

Wind, Wind, Wind – „viel Wasser“ vor dem Hafenmeisterhaus am Schulauer Hafen. Frühes Geschehen vor der üblichen Sturmflut-Saison.

Na, denn – Toi Toi Toi – Toilettenbesuch nur mit Watstiefeln möglich.

Zwei Schlepper, 1-2 weitere ebenfalls, sind zu einem Kohlefrachter unterwegs, der zum Kraftwerk Wedel soll.

Die Lühe-Schulau-Fähre dreht wegen Wind und auflaufend Wasser rückwärts vom Anleger weg.

Und macht sich auf den Weg ans Südufer der Elbe, die Lühe-Mündung.

Wenn man mal überlegt, wie hoch westlich der Westmole bei Flut Freiwasser steht …

… muss einen die turbulente Kraft des aufgewühlten Wassers wundern, wie viel Feststoff diese Wassersäule über die Mole transportiert (hier nur ein paar symbolische Flecken).

Immerhin ist trotz Xavier-verursachter Massen-Baumsägereien möglich gewesen, das Fluttor vor der vorerst höchsten Flut plus 1,50 m über Thw zu schliessen.

Direkt nebenann, hoch hinterm Schulauer Deich – Hochwasser-Eindruck. Aaaaber …

… Das ist ein typisches Beispiel selbstverschuldeter Hochwassergeschehnisse: fehlende Vorsorge, fehlende Unterhaltung – hier: Keine Reinigung der Abflusssysteme erfolgte vor – jährlich wiederkehrender – kritischer Saison.

Solch tägliches „Normalgeschehen“ lässt Hydrologen, Feuerwehren und andere Allgemeinbildner schlicht verzweifeln. Das Bashing in den „(un?!)sozialen Medien“ ist programmiert – 4 Finger der Hand weisen auf die Basher zurück!

Blick über den Yachthafen – die Silhouette des kleinen Tideauwaldrests scheint keine neuen Verluste anzuzeigen.

Blick in die Baustelle des Sperrwerks Wedel – Binnenelbe und Wedeler Au werden hierüber entwässert. Mögen die vorübergehend eingebauten Rohre gut dimensioniert sein.

Eisenocker, Wasserein- / -austritt – neben der Erneuerung des Betons sind auch Dichtungsarbeiten erforderlich.

Mit halbem Ohr hören wir von nebenan einen Marschkenner mit einem Baustellenverantwortlichen sprechen. Es besteht Sorge, das Binnenwasser nicht loszuwerden.

Das Binnenwasser steht hoch – und es kommt, ausnahmsweise regnet es gerade nicht – massiver Zulauf aus dem Einzugsgebiet.

Binnendeichs der Binnenelbe – die Schafe sind vom Hauptdeich in die innere Marsch umgesiedelt. Silberreiher und Graugänse gesellen sich dazu.

Ich habe mich neulich nicht geirrt. Erste Gruppen Nonnengänse grasen neben Graugansschwärmen im Aussendeich.

Ein einsamer (?) Fleischrindbulle im Aussenbereich – dem gefällt es dort offenbar nicht so Recht. Gerade hat er den plus 1,50 m Thw-Hochwasserstand hinter sich. Da sah es – im Schwarz der Nacht – hier ganz anders aus.

Der Bulle wird uns weiter unten wieder begegnen.

Das Areal-Abgrenzungs-Getöse der Graugänse lässt die Nonnengänse den Platz wechseln.

Langer Damm – es geht heimwärts. Oha – was liegt da hinter Eichen?

Eine alte Freundin, landschaftsprägende alte Trauerweide, ist gestürzt.

Sie war in etlichen Blog-Beiträgen, sonnenbeschienen in verschiedenen Jahreszeiten zu sehen – vorbei.
Der Pegel muss auch gerichtet werden.

Über den Einstiegs-Mäander des Saatlanddamms geht`s weiter.

Erstaunlich, die sturmerprobte, von Ackernutzung auf nassem Gelände bedrängte Esche steht, im Gegensatz zu gerupften Kolleginnen recht unbeeindruckt.

Hinter Marsch und Geest braust das nächste stürmische Regenwetter heran. Nix wie weg hier!

Fortsetzung in der nächsten Sonnen-Phase.

Ausserhalb des Sperrwerks Binnenelbe / Wedeler Au, fast Tidehochwasser, Thw. – Da ist ja doch noch eine Fleischrindherde im Aussenbereich, wo wir den Bullen, s.o., sahen.

Wir sind westwärts hinter dem Deich geradelt, Richtung Fährmanssand. Und da ist er nun!

Der Bulle hatte offenbar vom aufgestockten Tide-Geschehen so die Nase voll, dass er den Graben zwischen Aussenbereich und Deichvorland durchquert hat. Auf der Deichkrone fühlt er sich offenbar am wohlsten.

Da sind auch seine Angehörigen – offenbar vertraut die Leitkuh darauf (so sagt die Wasserstandsvorhersage), dass kommende Tidehochwasserstände (weit) unterhalb des überlebten Sturmflutstands bleiben.

Möge die Vorhersage Recht behalten – heutige Kenntnis: sie hat!

Der Bulle aber orientiert sich – und schliesst sich Freizeitwanderern auf dem Deich an – Richtung heimatlichem Stall, nehmen wir an.

Inzwischen haben Wetter, Feuerwehr und THW dafür gesorgt, dass sich die Zustände normalisieren. Herzlichen Dank dafür!

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Morgensonne scheint über die Wedeler Marsch, Fährmannssand, in finstere Wolkenpakete – ein Regenbogen!

Blick vom Hauptdeich zur Elbe, Süßwasserwatt. Schafe, Rinder – zwischen Graugänsen erste kleinere Nonnengansschwärme. – Demnächst werden sie wohl wieder ca. 14.000 sein, die hier überwintern.

Der Sonne entgegen. Den ganzen, stürmischen Tag über werden sich kurze sonnige Abschnitte mit dicken Tiefwolken, Regen von feucht bis schlagartig nass, abwechseln. Und das bleibt wohl erstmal so.

Wir sind gewappnet, schliesslich kennen wir die Jahreszeiten.

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Nachdem ich nun intensiv vom Osterau-Restaurieren im Wildpark Eekholt (SH) bei bestem Herbstwetter berichtet habe – das 10. Wassercamp der „Unterelbeschulen“ war ein voller Erfolg, folgen hier ein paar Eindrücke zwei Tage später – wieder zwischen stürmischen Regentagen bei bestem Wetter – aus dem Wildpark Schwarze Berge (NDS).

Auch hier gibt es einen Bach – wenngleich aufgrund der Lage nur künstlich.

Auch hier wird gern die Wildsau gerubbelt – blanke Ohren.

In der Halle mit dem Kunsthandwerkermarkt waren Reptilien, hier Zauneidechsen, in Terrarien aktiv.

Und bei den Waschbären war Sonne geniessen durchs Herzchenhaus angesagt.

Oha, Parkplatz gut gefüllt. Wie so oft freuen wir uns bei der Abfahrt, dass wir früh angekommen sind. Da hatten wir den Wildpark noch fast für uns.

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Der Vormittag ist vorüber, s. voriger Beitrag. Mal sehen, wie wir an den Feierabend kommen.

Auch in einer zertifizierten Bildungseinrichtung kommt die Zeit, Mittagspause zu machen.

Die Wathosen haben Pause.

… und warten am Rand des Wildparks im WasserCamp auf ihren Nachmittagseinsatz.

Was haben wir für einen Tag erwischt! Die Amerikanische Eiche am Restaurant gibt einen frühen, bunten Herbsteindruck.

Es grüßt die Wildpark-Wildsau im Eingangsbereich.

Der von Kinderhänden blank gerubbelte Otter glänzt in der Sonne.

Mittagspause auch für die Kormorane – Gefieder trocknen ist angesagt.

Die WasserCamp-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer entspannen sich je nach Altersgruppe – vertikal …

… und horizontal.

Nach gutem Essen und Trinken gehe ich zurück im lichten Schatten des Erlenauwalds zum Ort unserer Aktivitäten.

Gehörnt – sieh an, mein Namensvetter – bzw. die Installation seines abgeworfenen Geweihs.

Im vorigen Beitrag hatte ich von zwei großen, auf der Uferkante liegenden Kieshaufen berichtet (die dann erstaunlich fix per Hand zielgerichtet in der Osterau positioniert wurden). – Wie ich inzwischen erfahren habe, lag diese, anders abgesprochene Ausgangslage an Maschinenausfällen. Jetzt konnten mit Ersatzmaschine verbliebene Kiesmengen angeliefert werden.

Siehe da, neuer Kies …

Bachab der obersten, zur Lenkbuhne gestalteten Kies-Position ist die letzte, verbliebene Kiesmenge zu einem Strömungslenker geschüttet.

Unsere oberste Kies-Position – wie auch andernorts hat die Kies-Crew ganze Arbeit geleistet. Wirbellose in Massen sowie laichende Forellen und Neunaugen können wir demnächst hier erwarten.

Der oberste Kies, oben mittig sowie der neue (links) schützen Ufer und die Alt-Erlen hervorragend. Rechts im Bild Wassercamper, wieder bei der Arbeit.

Routiniert – Restarbeiten am Kies.

Was fasziniert diese Damhirsch-Kuh so?

Ah, eine Gruppe WasserCamper – hier werden Wasserproben genommen, untersucht und besprochen.

Beprobung der Gewässerlebewelt.

Besprechung der Ergebnisse, Vorbereiten der Präsentationen.

LandArt der besonderen Art – Treibselsammler in herbstlicher Nachmittagssonne.

Auch die Treibselsammler-Crew hat hervorragende Arbeit geleistet, verarbeitet letzte Hölzchen und Stöckchen.

Da kann ich mich zufrieden auf den Rückweg machen.

Ich verlasse den Osterau-Wanderweg – sein Umfeld sieht ganz anders aus, als das gestern noch der Fall war.

Das Auto steht bereit zur Rückfahrt.

Dann, liebe Beteiligte und weitere Interessierte, alles Gute – bis zum nächsten WasserCamp, 2018.

 

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Im vorigen Beitrag sind die Absprachen zur Kiesanlieferung und -Positionierung beschrieben. Nun also hat das Wassercamp der Unterelbeschulen zum 10. Mal im Wildpark Eekholt begonnen mit Gewässeruntersuchungen am ersten Veranstaltungstag. Erstmals soll am 2. Tag mit Kies und Holz restauriert, der Lebensraum der Osterau für Wirbellose und Fische verbessert werden.

Horizonte – fast am Wildpark angekommen. Keine „unberührte Natur“ Eekholt (Eichenholz) neben Intensivkultur Mais.

Noch morgendliche Ruhe, die Ausrüstung liegt bereit.

Die Beprobungsgerätschaften des Vortags.

Vorweg wird informiert, was wir eigentlich vorhaben.

Gut gewappnet für die Holzarbeiten.

Was ist jetzt angesagt – „Latschen“?!

Es geht los, der Holztransport gehört dazu. Der Kies wartet an der Osterau auf uns.

Oha, der Fotograf zittert – ganz sooo war die Kiespositionierung nicht abgesprochen. Mals sehen, ob noch von irgendwo Maschinen zu aktivieren sind.

„Hölzchen und Stöckchen“, Treibselsammler aus Holz sind Teil unseres Vorhabens.

Wir testen mal den Gewässergrund und die Stöckchen.

Bis kurz über Mittelwasserführung wird der Haselstecken mit Vorschlaghammer in die Gewässersohle gerammt. Kleine Ursache, große Wirkung – Induzieren von Strömungsturbulenz.

Stück für Stück wächst der Treibselsammler.

Alle Hölzchen und Stöckchen sind hier eingebracht – Strömungsbild, „das Brechen des Spiegels“, bewegter Bach.

Jetzt wird die Endhöhe – knapp über Mittelwasser, zum Ufer leicht erhöht, eingestellt.

Noch einmal in der Totale: Kein Aufstau. „Das Brechen des Spiegels“ macht das Fliessgewässer turbulent.

So sieht – an anderer Stelle – ein fertiger Treibselsammler aus.

Wir werden die Entwicklung unserer Einbauten über die Zeit gespannt beobachten. Ob sie sich so zeigen werden, wie bei gewässerwart dargestellt, oder halten sie Überraschungen bereit?

Mal gucken, was die Kiese und ihre Bearbeiter machen.

Die oberste Position – die eifrige Kies-Crew hat sehr gut gearbeitet, Ufer profiliert und Kies-Nase, Lenkbuhne, geharkt.

Weiter Osterau-abwärts – Überraschung, keine Maschine nötig, beide Riesenkieshaufen sind weggearbeitet, meine Hochachtung!

Unglaublich, wie schnell – an 4 Positionen – mehr als 2 Lkw Kies in Form gebracht wurden.

Pause – Mittagspause – manche wollen gar nicht wieder an Land kommen.

Wo gut gearbeitet wird, soll auch ordentlich Pause gemacht werden. Essen und Trinken warten. – Mehr zu diesem Tag im nächsten Beitrag.

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Die „Unterelbeschulen“ sind seit Langem für bessere Gewässerlebensräume im Elbe-Einzugsgebiet Schleswig-Holsteins aktiv. So halten sie z.B. jährlich ein Wassercamp in der Bildungseinrichtung Wildpark Eekholt ab. Dieses Jahr, 2017, wird das 10. Jubiläum begangen. Neben Gewässeruntersuchungen wird erstmals mit Kies und Holz restauriert. Der Wildpark, der Gewässerpflegeverband Osterau und die zuständige Wasserbehörde haben zugestimmt.

Bevor das Restaurieren des Gewässerlebensraums mit über 75 Schülerinnen und Schülern kommenden Freitag startet, wurden heute Absprachen zum maschinellen Vor-Bekiesen getroffen – dazu im Folgenden ein paar Fotos.

Wildpark Eekholt – den Eisvogel sieht man hier nicht nur auf Schildern.

Geeignetes Gerät für weichen Boden bringt geeigneten Kies zu den Einbringorten ans Ufer.

Wo möglich, wird direkt vom Wagen / Anhänger geschüttet.

Unter anderem ist unser Ziel, (noch) vorhandene alte Uferbäume zu schützen. Weitere sollen Ansiedlungsmöglichkeit neu finden, ggf. werden auch einige gepflanzt.

Der artenreiche Insektenbestand der Osterau wird in seiner Populationsstärke durch unsere Lebensraumverbesserungen aus Kies und Holz wesentlich vergrößert. Fische, aber auch Vögel und Fledermäuse werden hiervon profitieren.

Eine Startschüttung als Beispiel – solche Kiese werden wir kommenden Freitag profilieren, um die Osterau weiter zu beleben.

Innerhalb der Gehege werden später Restaurierungen durch den Wildpark selbst vorgenommen.

Genug für heute – das hölzerne Adlerauge bleibt wachsam.

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Die Elbe ist keine Wetterscheide sagen Meteorologen in Zeitung, Film, Funk und Fernsehen.

Dass Örtliche ein anderes Empfinden entwickeln, muss die Beitragsüberschrift vielleicht nicht unbedingt bestätigen, steht aber den Meteorologenaussagen auch nicht zwanghaft entgegen.

Gestern war wieder so ein Tag, zu erleben zwischen Geest und Marsch.

Tief hängende Tief-Wolken über der Geest – Radeln oder nicht Radeln, das ist hier die Frage!

Am Elbe-Hauptdeich bei Fährmannssand sieht die Sache ganz anders aus.

Aber nur, wenn man nicht nach Norden guckt.

Oha! – Freuen wir uns, im Sonnigen zu radeln.

Südwestlich des Deichs, Tideniedrigwasser, das Süßwasserwatt liegt bis zur seeschifftiefen Fahrrinne frei.

Stadtkulisse Wedel zwischen Wetterfronten.

Silbern glitzert die Sonne auf der Elbe, kurz vorm Elbstrand querab des Schulauer Hafens.

Sieh an, Herbstwinde haben die Elbe offenbar bei der vorigen Flut über die Normalmarke gebracht. Allerlei Treibsel liegt als Strandgut an der Westseite des Schulauer Hafens.

Schaumsaum zwischen Ruhe und Wellenaufruhr – der Wind steht gegen ablaufendes Wasser.

Traumstrand Elbinsel, Schaumkronen auf der Elbe.

Ähnliches wie vor.

Küste vs. Geest – Sonne und Tiefschwarz.

Hilft ja nix – wir müssen wieder nach Hause.

 

Glück gehabt – wir sind zwischen zwei Schauern in der Sonne geradelt. Das „zwischen“ wird uns heute hoffentlich auch gelingen. Das mit der Sonne eher nicht – heute keine Wetterscheide Elbe, gestern zumindest scheinbar, vielleicht auch anscheinend.

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Wie seit Jahren gut eingeübt, reise ich zum zweiten Mal auch in diesem Jahr als Gastvortragender zu einem Bildungsurlaub Elbe der Volkshochschule Hamburg. Da das Wetter gut ist, nehme ich genug Zeit mit, den Fortgang an der Baustelle Kreetsand an der Norderelbe anzusehen. Hier hat eine Planergruppe mit breitem fachlichem Hintergrund gewirkt – möge es immer und überall so sein.

Zu Kreetsand ein persönlicher Jokie, den vielleicht nicht jeder witzig findet. Als in den 1980ern die Notwendigkeit bestand, die Qualität des zu baggernden Hafenschlicks zu beschreiben – Labors übten sich in neuer Analytik, Ringversuche folgten, Verwaltung und Politik entwickelten Rahmenbedingungen für Müll bis Sondermüll – habe ich, später andere, alle solche Flächen beprobt und untersuchen lassen. Bald stellte sich heraus, dass die übermäßige Belastung von Hafenschlick mit Schwermetallen (mit wachsender Untersuchungserfahrung der Labore kamen Organische Schadstoffe hinzu) eine weitere landwirtschaftliche Nutzung solcher, aus nassen Marschwiesen durch Aufhöhung als Ackerflächen gewonnenen, großflächigen Areale nicht mehr zuliess. Sofort wurde Nahrungsmittelerzeugung für den Menschen eingestellt, spätere Erkenntnisse brachten auch die Futtermittelproduktion auf diesen Flächen an ihr Ende. – Damals, lang ist`s her, schlug ich vor, angesichts der Einzwängung des Tidegewässers Elbe solche Flächen dem Fluss zurückzugeben. Angesichts unserer mit der TU Hamburg-Harburg und Wirtschaftsunternehmen entwickelten Methoden zur Sand-und-Schlick-Trennung könnten die Schadstoffbodenanteile Richtung Deponie gehen, während die sauberen unterliegenden Aufhöhungssande baulich genutzt werden könnten. – Von Zweifel bis Hohn gingen die Reaktionen aus unterschiedlichsten Blickpunkten und Beweggründen – war wohl noch zeitlich zu dicht an der kaum bewerkstelligten Realisierung der sturmflutsicheren Hauptdeiche, die kurzstreckig dicht an die Elbe gelegt worden waren.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass meine Ideen, die verlacht wurden, immer die Allerbesten waren. Genug davon sind inzwischen umgesetzt worden – so gerade diese Baustelle: aus dem ehemaligen Hafenschlick-Acker wird wieder für die Tide offener Raum für die Elbe mit Flora und Fauna. Bei allen damit verbundenen Kosten muss allerdings auch erwähnt werden, dass dies angesichts der für die Elbe verlorenen Flächen erst einem Tropfen entspricht. Angesichts des verschärften Tidegeschehens durch gut hundert Jahre Wasserstraßenausbau und der bereits absehbaren Klimaänderungsfolgen muss und wird weit mehr geschehen (müssen).

Quer über die Marsch der Elbinsel Wilhelmsburg fahre ich, vorbei an bunten Salat- und Gemüsefeldern Kreetsand entgegen.

Wie üblich – sehr wichtig bei solch gutem Exkursionswetter – parke ich im Baumschatten am alten Einlagedeich, gleich querab der Deichbude.

Der Blick über den Deich zeigt, dass ich gerade Tideniedrigwasser erwischt habe, Tiefpunkt der Ebbe.

Blick nach Norden, Richtung Baustelle in breit – Deich, neuer Flutraum, Tide-Auwaldreste, Norderelbe.

Da, zur Baustelle wandere ich hin.

Gerade ist wenig der Massen Großgerät zu sehen, aber es herrscht emsiges Treiben.

Manch einer meint angesichts der riesigen Sandberge, dort auf der Baustelle bewege sich nichts. Dieser statische Eindruck des Kurzbesuchers trügt. Ich bin überrascht, wie viel seit meinem vorigen Besuch Anfang Juni schon wieder geschehen ist.

Zur Zeit ist auf Google Earth übrigens noch der beginnende Bauzustand zu sehen – das bereits abgetragene, ehemals landwirtschaftlich genutzte Altspülfeld mit „Mutterboden“ aus Hafenschlick und das intensive Wirken in den verbliebenen Sandflächen in unterschiedlichem Abbauzustand.

Die Verbindung zur Elbe hin war schon vor geraumer Zeit geöffnet worden.

Nun ist bereits ein Großteil der Fläche, im Juni noch durch einen Damm getrennt, dem Tidegeschehen freigegeben worden.

Beeindruckt gehe ich zurück. Am Deich sortieren sich die Schafe.

Fast alle haben die Deichkrone angesichts des intensiven Sonnenscheins als Platz ausgesucht. Bevor sie am besonnten Hang gebacken werden, geniessen sie lieber das heute eher schwache Lüftchen, das ganz oben über sie zieht.

Nochmals über den Deich geguckt: die Flut hat eingesetzt. – Oha! Man sieht das menschenverursacht verschärfte Strömungsgeschehen. Das Wasser schiesst nur so in den neuen Flutraum hinein.

Erstaunlich, wie schnell das Wasser minütlich steigt – hier am vorn gezeigten Deichsiel.

Junge, Junge … steigt das Wasser …

Die Deichbude muss natürlich auch innen besucht werden. Verschiebbare Transparente verdeutlichen die Landschaft.

Und hier im Original – sommerlich verkrauteter Marschgraben am Einlagedeich („Wettern“, wie die örtliche Bezeichnung auf dem Transparent eben zeigt).

Schön im Schatten am (in heutiger Sicht erstaunlich niedrigen) alten Einlagedeich wartet mein Auto. Daneben sind die traditionellen Anbauflächen zu erkennen.

Auf geht`s Richtung Wanderfischvortrag – vorbei an einem zur Vogel-, Fledermaus- und Insektenherberge umgewandelten Trafohäuschen.

Der Blutweiderich leuchtet in der Sonne.

Alte Bäume, in der Marsch allzu selten, stehen auf der anderen Seite.

Am Vortragsort bleibt mir noch ein wenig Zeit.

Wolken-Meditation, hinter mir Gesang.

Wolken-Tiere fliegen vorbei. – Zeit, was für ein Luxus!

Nach (Ansehen der früheren) Arbeit kommt nun das Vergnügen. Hoffentlich sehen das die ca. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses auch so.

Wie üblich zum Thema Wanderfische der Elbe konzentriere ich mich auf die Meerforelle als Indikator des Gewässerzustands im gesamten Einzugsgebiet. Die baulichen Veränderungen der Elbe im Nahbereich Hamburgs, vorige Elbvertiefung und Aufhöhung wichtiger Teilflächen des früheren Flachwassergebiets Mühlenberger Loch sowie daraus (und anderem) resultierende wesentlich erhöhte Baggermengen und der Umgang damit werden vorgestellt. Sie sind die Ursache, dass die Ökologie dieses Stroms seit der Jahrtausendwende nach überraschend hoher Gesundungsanzeige (in den 1990ern) durch konsequente Abwasserreinigung und  Folgen der Wiedervereinigung einen erneuten Einbruch anzeigt. Wenige Handlungen Ende der 1990er reichten aus, ein Gutteil der mit Milliardenaufwand bei Abwasserreinigung erreichten Verbesserungen schlagartig zunichte zu machen.

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Ein kurzfristiger Hinweis liess mich abendlich das Rad besteigen.

Durch städtische Strukturen ging es Richtung ländlichem Raum zwischen Geest und Marsch.

Die Geestkante runter – zu schnell auf rumpeligem Untergrund, Foto verwackelt.

Vorsicht in der Kurve, Eicheln haben schon so manchen zu schnell Radelnden zu Fall gebracht.

Fast „unten“ angekommen. Rechtzeitig, die Sonne steht noch über dem Horizont.

Hinter dem Deich fährt auf der Elbe ein Containerfrachter seewärts.

Ein Bisschen müssen wir noch warten.

Eine Wasserfläche – wir sind auch auf Wasserfledermäuse gespannt.

Dazugelernt – in solch größeren, dick isolierten Behausungen bestehen durchaus Winterquartiere der Fledermäuse.

Dämmerung über der Marsch – jetzt müssen sie jeden Moment kommen.

Horizont im Detail.

Na gut, mit der untergehenden Sonne auf den Geesthang geguckt, ist es noch ganz schön hell.

Es wird dunkler, die Spannung steigt. Wann werden die Bat-Detektektoren anschlagen?

Am Rand der Wasserfläche lauern eine Vielzahl weiterer Räuber auf potentielle Fledermausnahrung.

Es geht los. Als erste zeigen sich Abendsegler.

Was für eine Leinwand – was für ein optimaler Hintergrund zur Fledermausbeobachtung.

Schnell habe ich den Abendseglerflug im Gefühl. Zwar unscharf, aber immerhin – ich „treffe“ die Dinger.

Zu guter Letzt haben uns auch die Wasserfledermäuse beglückt – zwar nur 2, aber besser als nichts.

Insgesamt haben wir in dieser im wahrsten Sinn guten Stunde den Abendsegler, die Breitflügel-, die Rauhaut-, die Zwerg- und die Wasserfledermaus beobachten können. Hören konnten wir alle mit ihren unterschiedlichen Lauten sowie das schmatzende Knacken nach Beutefang über die Bat-Detektoren. Fünf Arten, mehr konnten wir nicht verlangen.

Der seit Kurzem abnehmende Mond zeigt mir den Rückweg.

Was für ein Erlebnis – ganz herzlichen Dank an den kundigen Fledermausologen!

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Mitleid mit meiner durch Stürze linsenverkratzten DigiCam (bzw. mit dem Besitzer) brachte den Junior dazu, mir seine durch Stürze „nur“ im Display gerissene neuere Kamera zu vermachen. Da muss ich losradeln und testen, ob ein Unterschied zu sehen ist.

Ja! Ganz neue Fernsicht – Blick über das Süßwasserwatt Fährmannssand.

Auch der Farbtest beeindruckt. Diverses Grün der Pflanzensukzession im Tidebereich der Elbe, Hetlinger Wattbereich.

Die Wasseroberfläche eines Marschgrabens ist bewegt. Rotfedern nehmen Oberflächennahrung auf, wohl schlüpfende Insekten.

Von klein bis größer, hier Letztere, sind etwa 3 Jahrgänge klar zu unterscheiden. Gibt es einen Grund, dass sie den Ostrand des Grabens bevorzugen, während sie anderswo flächig aktiv sind?

Auf Distanz – die Rotfedern kennen ihren Nachbarn am anderen Ufer.

Ein „Grashecht“, Junghecht von ca. 35 cm Länge, lauert auf Beute.

DigiCam-Test gelungen – ein herzlicher Dank geht an den edlen Spender! 🙂

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