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Archive for the ‘Elbe-Einzugsgebiet’ Category

„Sie mit ihren Kies-Aktionen könnten doch gut etwas für Schulklassen während der Kreisumwelttage anbieten?“ – so wurde ich während des Erstellens des Programms angesprochen. – Ja, wieso eigentlich nicht?!

Als „Kies-Unterwassernasen für die Mühlenau“ stand das Angebot dann mit Nr. 29 im Katalog der vielfältigen Themen. Das Gesamt-Motto 2019 „Zukunft nur mit Klimaschutz“ trifft die aktuelle Stimmung im Land.

Mehrere Anfragen versprechen für kommende Aktivitäten guten Zulauf. Für die diesjährigen Kreisumwelttage verabredeten wir einen Arbeitsvormittag mit einer Klasse der Theodor-Heuss-Schule, Gymnasium in Pinneberg. Anwandern von der Schule aus, bestückt mit wasserfestem Schuhwerk, Schaufeln, Rechen, Eimern, Wechselklamotten (ins-Wasser-fallen, Regen?) sowie Essen und Trinken, Treffen um 9 Uhr am Bach, Arbeit bis 11.30 Uhr mit Pause, Abwandern zur Schule war verabredet.

Vorweg guckte ich von der aus anderen Beiträgen bekannten Holzbrücke bachab – schon wieder Niedrigwasser!

Unter mir sammeln sich „konditionierte“ Entenscharen sowie ein paar Gänse.

Darüber wird in zweiten Beitrag über die Gewässerorganismen noch zu sprechen sein. Jedenfalls gehören solche Horden von Wassergeflügel nicht zu einem naturnahen Gewässer. Aus unterschiedlichsten Gründen ist das Füttern nicht witzig.

Es kann losgehen. 26 Schülerinnen und Schüler gehen mit ihren beiden Lehrkräften durch die Grünanlage Richtung Bach.

Jede Menge Kieshaufen liegen für den Einsatz bereit.

Das Basislager wird am Startpunkt aufgeschlagen. Es wird im Arbeitsverlauf Richtung Pausenhalt wandern.

Erklärung vorweg – was soll das Ganze, was ist konkret zu tun. Hier: die Seiten bachauf und bachab ans Ufer anpassen.

Kies im Luftraum steht zur Verfügung, um die Lenknasen zu formen.

Blick bachauf – eifrig machen sich die Beteiligten ans Werk.

Wichtig ist auch, den oberen Bereich steinfrei zu machen, damit der Wegrand gemäht werden kann. Dieses „Überschuss-Material“ wird heute z.B. in Eimern ans Wasser gereicht und dort zur Lenknase geschüttet.

So soll es sein – die Unterwasserlenknase bringt gute Turbulenz, Sauerstoffeintrag und Tiefenentwicklung.

Ich, per Pkw unterwegs, hatte angefragt, ob ein „Meldereiter-Fahrrad“ mitgebracht werden könnte, um zwischen den Gruppen beweglicher zu sein. Da ist es, hervorragend.

Und das „Meldereiter-Fahrrad“ erfüllte noch einen unerwarteten Positiv-Effekt.

Wasserbauarbeiten für Hochwasserrückhalt im B-Plan Mühlenauquartier, gegenüber – der Auslauf ist ungeschützt.

Das frisch angelegte Becken weist entsprechend flächig offenen Boden aus. Eintretendes Stauwasser aus dem Untergrund fliesst über ungeschützten Boden ab, erodierend und Boden eintragend angesichts des Dezimeter-Absturzes im Übergang zum Bach. Bliebe das so, könnte ausserdem ein Gewitter als Punktereignis schnell etliche m³ Boden in die Mühlenau spülen. Unsere Lenkbuhnen würden mit Feinmaterial verstopft.

So radelte ich zur Bauleitung, um darüber zu informieren und um Abhilfe dieses Zustands zu bitten. Zunächst verdutzt über meinen unerwarteten Besuch folgten schnell Vorschläge zur Abhilfe. – Würden wir noch an diesem Vormittag zum Abschluss eine Veränderung sehen?

Und immer wieder der Eindruck: Wahnsinn, dieses Niedrigwasser!

Kleiner Schwenk: Wetter und Klima in Diskussion – die Harzwasserwerke haben Langzeitdaten ausgewertet. Wir sind „schneller und härter“ betroffen, als dem Thema Zugewandte überhaupt angenommen haben, müssen uns auf was einstellen. Anpassen an den Klimawandel ist angesagt, Verhaltensänderungen und mehr.

Es wurde nicht nur mit Kies gewerkelt. Mit offenen Augen unterwegs wurde auch Müll jeglicher Art und Größe gesammelt – hier unser „Mega-Müll“ vor meinem Pausentisch.

Unter meinem Pausentisch nach Absammeln des Grobmülls – noch reichlich Zigarettenkippen und Kronenkorken. – Leute, die könnt ihr wirklich selbst entsorgen!

Das Stichwort „Pause“ sammelt die Gruppe am Bach-nahen Spielplatz.

Essen, Trinken, Überraschungs-Eis spendiert bekommen (Dank der edlen Spenderin!) – mal eine Abwechslung. – Warum vorher zu Fotos „mein Pausentisch“? Ich gehe gegen Ende der Pause in den lichten Schattens des Grüns am Bach und bereite eine Tierchen-Vorführung vor (wenn ich denn welche finde).

Darüber wird im nächsten Beitrag berichtet.

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Zwischen all den Kies-Hark-Aktivitäten zur Verbesserung von Moränenbächen muss auch mal Muße sein. Radeln, den Geesthang runter zum Deich – Sonnenschutz nicht vergessen. Ganz schön warm.

Die folgenden, gemixten Fotos stammen aus zwei Tagen hintereinander.

Blick über`n Hauptdeich auf die Elbe – Tideniedrigwasser, das Süßwasserwatt Fährmannssand liegt trocken.

Sperrwerk Wedeler Au – Schattensucher Deichschafe drängen sich.

Schwache Brise auf der Deichkrone – Schatten kann man sich auch selbst erzeugen. Containerfrachter gen Nordsee im Hintergrund.

Mündung Wedeler Au in die Elbe, Lühe-Schulau-Fähre und Fischer im Hintergrund.

Anderer Blick auf die Wedeler Au-Mündung in die Elbe.

Etwas Weisses auf dem Süßwasserwatt vor der ultralangen Buhne fängt das Auge: die Rinderherde weiss, wo man es sich bei solch Sonneneinstrahlung gemütlich macht.

Die Lühe-Schulau-Fähre dreht zum Anleger vor der Lühemündung.

Ich bin vor dem Yachthafen angekommen. Die Bänke sind frei – zu heiss? Weiss leuchtet der Sand der Elbinsel Hanskalbsand bei Tnw.

An den richtigen Tagen und bei geeigneter Tide kann man schonmal einer Schule Optimisten hier auf der Elbe zugucken.

Offenbar sind das Fortgeschrittene, segeln Richtung Lühemündung auf der anderen Elbseite.

Alles in Butter, alles in Blau? Vorn verläuft ein brauner, von Wellen aufgewühlter Schlicksaum.

Der Tide-Elbe hier im Hamburg-nahen Bereich und ihren Bewohnern geht es angesichts ihrer Einengung auf den Seeschiff-tiefen Kanal bei Tideniedrigwasser gar nicht gut.

So lange nicht überall tote Fische herumliegen und -stinken merkt das im Zweifelsfall niemand. Die wenigen verbliebenen Elbfischer sehen aber am (Nicht-)Vorhandensein oder Verhalten der Fische, dass die Situation kritisch ist – und das seit geraumer Zeit.

Wer selbst sehen möchte, wie sich die Lage verhält, kann das im Wassergütemessnetz an 3 Messstationen im Hamburger Raum verfolgen.

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Der ADFC Pinneberg und die Geschäftsführerin des Regionalparks Wedeler Au, Andrea Keller, luden ein zu einer „Radtour durch den Regionalpark“ am Sonnabend, 15. Juni, „Langer Tag der Stadtnatur„. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen, besonders auch aus aktuellem Anlass nicht: Es hatte mehrfach gewittert, seit wir dem Kies am Pinneberger B-Plan Mühlenauquartier Struktur gegeben hatten. Zwar war der Wasserstand der Mühlenau man gerade Richtung Mittelwasserabfluss gestiegen, aber anderes Fliessverhalten anzusehen macht immer Sinn.

Würde es mit dem Anradeln Wedel – Pinneberg überhaupt klappen?

Blick aus dem Fenster – das angesagte Vormittagsgewitter.

Sturm im Wasserglas? – Nein, aber auf der Vogeltränke. Fast Tischtennisball-großer Hagel pitscht ordentlich.

Nicht nur von der Größe, auch vom Sprungverhalten ähneln die Hagelkörner Tischtennisbällen.

Schnee, Salz? – Das ist Kolkwitzien-Kunst, von Hagel und Regen runtergeschlagene und verschwemmte Blütenblätter.

Das vorige Foto zeigt, es ist am frühen Nachmittag trocken – ich habe per Rad das Haus umrundet und befinde mich auf der Anreise zum Treffpunkt in Pinneberg. Regenjacke und -hose sind mit allerlei Anderem in der Satteltasche verstaut.

In Appen-Etz quere ich den Krabatenmoorbach, kürzlich noch trocken, jetzt gut gefüllt und turbulent fliessend.

Mühlenau, Pinneberg – mit höherem Wasserstand und dreckig fliesst die Mühlenau unter der Mühlenstraße durch.

Schiessend fliesst sie auf der anderen Seite Richtung Pinnau ab – kein Einstau durch Flut oder Pinnauhochwasser.

Pünktlich sind wir zur Radtour an der Drostei gestartet und erreichen die Lenkbuhnen Mühlenauquartier, anderes Ufer.

Gutes Fliessbild am Beispiel einer der unteren Lenkbuhnen, Ufer des B-Plans.

Hier weitet sich das Umfeld des Wander- und Radwegs entlang der Mühlenau ein wenig auf, so dass wir ungestört fachsimpeln können. Gute Fragen zu Örtlichkeit, Stadtpolitik Richtung Nachhaltigkeit und Gewässerökologie beleben das Gespräch, zusammenfassende Schriften wechseln den Besitzer, Adressen „wie kann ich mitmachen“ werden ausgetauscht.

Leichtes Absinken des Wasserspiegels nach den Gewittern zeigt, wie viel Erosionsmaterial vom Bach transportiert wird.

Diesseits liegt neuer Kies, Arbeit für eine Schulklasse in der Folgewoche. – Aber was ist jetzt los?!

Nach anfänglichem, stoisch ertragenem Nieseln setzt Starkregen ein.

Wir sind gewappnet – Hütchen auf, Regenjacke an, Kapuze auf. Da das Wetter kein Einsehen zeigt, gibt der Klügere nach: Regenhose an. – Nach einer Weile meinen wir, unter dem Vordach des S-Bahnhofs Pinneberg doch besser aufgehoben zu sein …

Die oberste Lenkbuhne am B-Plan Mühlenauquartier, jetzt überströmt. Zwei Erpel meinen, sie bekämen Futter – sowas gibt`s von uns nicht. Die Tiere finden gesündere Nahrung anderswo selbst.

Nach dem Schauer – Blick von „An der Mühlenau“ bachab. Zwei Zuläufe bringen ordentlich Wasser. Der rechte ist ansonsten trocken, der linke bringt aus großem, verrohrtem Einzugsgebiet bei Trockenwetter stark eisenhaltiges Wasser.

Letzteres (orange-rot) ist Leserinnen und Lesern durch Niedrigwasserfotos bekannt.

Wir queren die Fahltbrücke mit dem 25 t-Kiesdepot in der gemauerten Kurve. Das Wasser fliesst gut ab.

Während die anderen weiterradeln, mache ich noch einen Abstecher an andere Lenkbuhnen, im Bereich Bad / Rosengarten. Beim Baumschulmuseum hole ich die Gruppe ein.

Durch die Düpenauniederung geht es über Halstenbek (dort traf ich „meinen“ 5. Maikäfer 2019, wie berichtet) nach Schenefeld. Vorbei am künftigen Wassererlebnisplatz und am Dorfcafé radeln wir in den Klövensteen mit kurzer Rast an der Pony-Waldschänke. Durch das Schnaakenmoor begleite ich die Gruppe noch, dann heisst es Abschied nehmen nach diesem erlebnisreichen Nachmittag. Ich kürze ab nach Wedel, die anderen radeln über Butter- / Butterbargsmoor und entlang der Wasserbüffelniederung „An der Raa“ nach Pinneberg zurück.

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Erster Blick auf die zu bearbeitende Mühlenaustrecke, bachab der Holzbrücke zwischen Saarlandstraße und S-Bahnhof Pinneberg.

Unterm Weidenbogen durch – eins der oberen Kiesdepots.

Erste Aktive fokussieren die Ferne …

Da sind etliche Menschen auf dem Kies am Horizont – unsere Aktionen bringen die Mühlenau offenbar ins Bewusstsein der Bevölkerung. Das ist mindestens ein Ziel.

Weiter vorn auf einer Kiesnase, Aufenthalt für Enten, senkrecht Stehendes: das Drüsige Springkraut.

Das Drüsige Springkraut mögen wir hier gar nicht. Eine Verwertungsmöglichkeit ist hier beschrieben, sie hilft der Gesamtproblematik aber sicherlich nicht ab.

Pressevertreter werden auch erwartet.

Und unser Gastgeber, die Matrix Immobilien GmbH, hat als Bonbon für gute Arbeit gutes Essen und Trinken bereitgestellt – herzlichen Dank!

Eintrudeln der Aktiven, es werden schon zum Startzeitpunkt an die 20.

Nach kurzer Information für Neue und die Presse gibt es kein Halten mehr.

Arbeiten am Hang, Lenknase profilieren und Seiten ans Ufer anschieben bzw. -schaufeln.

Schnell ist der erste Punkt fertig.

Überall harkende und schaufelnde Menschen – in 3 Dimensionen.

Angesichts des lange andauernden Niedrigwasserabflusses flachen wir einige Lenknasen von „unter Mittelwasser“ auf „unter Niedrigwasser“ ab, damit möglichst dauerhaft Wasser drüberfliesst.

So sieht dann das bekannte Strömungsmuster aus.

Jenseits der Lenkbuhne, am anderen Ufer, hat der Bauhof Pinneberg (KSP) letzten Kies unseres Projekts geschüttet. Dort drüben kommt nächste Woche eine Schulklasse … (Der Kies im Vordergrund stabilisiert vorher bewegten Sand, erstmal passt sich die Situation an.)

 

 

Oha, über uns verändert sich was.

Landgang – das Himmelsauge spiegelt die Situation.

Hier im Uferbereich werden weitere flache Mulden ausgehoben und mit der Mühlenau oberhalb Mittelwasser verbunden. Sie dienen als Hochwasserentlastung und sind Teil des standorttypisch zu entwickelnden, breiten Uferrandbereichs.

An den Rändern bereits vorhandener Mulden ist der hohe Grundwasserstand des hinterliegenden Geländes zu erkennen.

Blick bachauf, ziemlich vom Nordwestende unserer Arbeitsstrecke – sieht alles gut aus, nur noch 2 unbearbeitete Kiesdepots – gegenüber die „Schulklassen-Depots“.

Wir haben Glück mit dem Wetter gehabt!

Essen, Trinken, Fachsimpeln – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wechseln sich ab. Wie vorgesehen, verlassen einige – auch ich – den Ort des Geschehens.

Fachkundig wird weitergemacht. Wie mir später berichtet wird, war der Arbeitsspass so groß, dass auch von der anderen Uferseite weitere 2 Kiesdepots fachgerecht umgeformt wurden.

Nochmal „von oben“, von der Holzbrücke bachab: Lenkbuhne 1, Nase auf MW-Niveau, daher frei liegend.

Letzte Feinarbeiten an den obersten Punkten, gut sichtbar die veränderte, lebendigere Strömungssituation.

Wir haben das vorher gleichförmige, flache Fliessen des Wassers über die gesamte Gewässerbreite zu turbulentem Fliessen auf einer Teilbreite angeregt und die Restbreite uferseits entlastet. So sind – auch bei Hochwasserabfluss – flache Ruhewasserbereiche entstanden. Durch Kieseinbringen und diese veränderte Struktur- und Strömungssituation entstehen eine Vielzahl neuer Kleinlebensräume.

Ein wolkiger, vergänglicher Wandervogel grüßt bei der Abfahrt aus dramatischem Himmel.

 

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Schickes Wetter für eine Tour an die Seeve.

Niedrigwasser, schon lange fortwährend, selten von kurzem Anstieg nach Regen verändert – Erlenwurzeln liegen frei.

Spitzwegerich blüht in der Frühsommerwiese.

Lichtnelken setzen rote Farbtupfen.

Dunkle Weichkäfer sind unterwegs.

Neben Libellen Calopteryx virgo und C. splendens sticht heute vor allem über dem Wasser und an Land die Große Maifliege hervor.

Wassermoos, an Land geangelt – voll mit Köcherfliegenlarven und mehr.

Eine Assel verschwindet in einem Insektenbohrloch, in Alt-Erlen-Totholz.

Leider lassen Gewässerverantwortliche noch immer Totholz lieber an Land liegen (oder schaffen es ganz weg), statt damit im Wasser Lebensraum zu verbessern.

Imposante Alt-Erlen.

Eine (vor wenigen Jahren eingebrachte) Kiesbank – warum ist sie teils hell, Algen-frei?

Da „steht“ eine kleine Forelle und wartet, dass Wasserbewohner oder vom Wind in die Seeve geworfene Insekten vorbeikommen – die täglichen Mahlzeiten sind gesichert.

Das dicht-über-dem-Kies-Stehen und das mit den Flossen der Strömungsturbulenz Standhalten sorgt für den „geputzten“ Standplatz.

Ein Otter-Scharrhaufen auf einer Sandbank.

Rätsel 1 – noch ein Otter-Scharrhaufen?

Rätsel 2 – und noch ein Otter-Scharrhaufen?

Otter-Trittsiegel, wie man die Spuren nennt, bestätigen jedenfalls den ersten von den dreien.

Zu guter Letzt …

 

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Gibt`s was Neues?
[Urban Art, Bauhof Wedel, ergänzt LT]

Ja, es gibt Neues, zum Beispiel bei den Steckbriefen zur Wasserrahmenrichtlinie.

Dabei ist auch Spezielles aus dem Hamburger Umland. Wer das ausführlicher lesen möchte, klickt hier.

Das sind ja gute Aussichten. – Es braucht frischen Wind.

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Ein Bisschen Seevekanal ist ja bereits im Beitrag zum Taubenfütter-Hotspot Seeveplatz gezeigt.

Bachauf, jenseits der Bahngleise geht es weiter.

Hier hat das Bezirksamt Harburg vor etlichen Jahren mit Einbautests mit Holz begonnen, Bachpaten brachten später auch Kies ein.

Die so entstandene neue Struktur und Strömungsvielfalt haben dem Gewässer gut getan. Beeindruckend an dieser Strecke führen Erle, Esche und Weide vor, wie sich ein standorttypischer Baumsaum mit lichtem Schatten aufbaut. So sollte es überall an unseren Bächen und kleinen Flüssen aussehen.

Bachauf der Brücke – oha, offenbar schlägt wieder harte Gewässerunterhaltung mit häufiger Mahd über den Querschnitt zu. Der kleine Igelkolben, gelbgrün, das „Rasenmäher-Gras des Bachs“ zeigt die Artenreduzierung in falsche Richtung an. Vom standorttypischen Wasserstern, hellgrün links unten, ist nur ein flottierendes Polster verblieben.

Wir fahren zum Elbdeich, zur Seevemündung.

Die internationalen Studenten sind immer wieder beeindruckt, wie vielfältig die Landschaft zwischen Geest und Marsch in unmittelbarer Umgebung Hamburgs wahrgenommen werden kann.

Auf dem Elbdeich – an und auf der Elbe üben Feuerwehren.

Wir parken am Seevesiel, am Deich ein seltener Gast – ein Weissstorch.

Vorm Elbdeich, Tidehochwasser – die Klapptore des Seevesiels sind geschlossen. Erst wenn die Elbe tiefer abläuft, ist die Durchgängigkeit Seeve – Elbe wieder vorhanden.

Auwaldreste und Röhricht vorm Elbdeich.

Bachauf in Hörsten – unfassbar. Weiterhin Maisäcker im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung.

Und, wie im vorigen Foto, keinerlei Ackerrandstreifen. Eine Ahndung dieser bis auf die Böschungskante intensivierten und den früher vorhandenen Baumsaum weggepflügten Situation findet nicht statt.

Seeve Maschen, Bereich DB-Güterbahnhof – die hellen, faustgroßen Steine zeigen, dass bereits Meerneunaugen aktiv waren. Bis zum fertigen Laichplatz haben sie noch schwer zu arbeiten.

„Und hier, seitlich der flottierenden Wassersternpolster haben sonst um diese Zeit die Flussneunaugen bereits abgelaicht.“

Während ich das sage, die Studenten, sprachlos, sehen es wie ich im Augenwinkel, windet sich ein Flussneunauge um ein Wassersternpolster bis an die Wasseroberfläche – und schraubt sich fix drumrum wieder Richtung Gewässergrund. – Der Bruchteil einer Sekunde, alle sind begeistert.

Immer noch nicht abgestellte Ärgernisse – das Seevewehr ohne zeitgemäßen Umlauf und der Erosionsabriss am Fundament der Fußgängerbrücke.

Abhilfe wäre einfach. Kies-Geröllschüttungen würden als Sofortmaßnahme den Abriss an der Fußgängerbrücke und am Fischpasseinstieg so entschärfen, dass auch schwache Schwimmer diese Stellen passieren könnten. Nix zu machen.

Ein mäandrierender Umlauf um das Wehr wäre möglich, die benötigte Fläche ist in öffentlicher Hand. Nein, in Deutschland wählt man nicht die naturnahe „dänische“ Variante. Es wird – seit Jahren – über eine technische Prothese fabuliert.

So steht also das Wehr bei Sonne und Regen …

Hier, an seinem Startpunkt, treffen wir den Seevekanal wieder. Was „unten“ als Vermutung / Befürchtung erschien, erweist sich hier als Realität: harte Gewässerunterhaltung hat wieder zugeschlagen.

Flächig ausgemäht ohne Bedarf, die Bäume weitgehend entfernt – zurück in die Vergangenheit.

Nein, dies ist keine schöne, parkartige Landschaft. Aufgeastete Bäume, so überhaupt vorhanden, Überheizen des sommerkühlen Bachs – Maisäcker im Überschwemmungsgebiet. Nachhaltigkeit sieht anders aus (und dennoch subventionieren wir solches Tun).

Falsche Idylle.

Baum ab, ja bitte – falsch verstandener Hochwasserschutz.

Rezo hat ganz Recht. Mit solch Entscheidungsträgern ist kein Staat zu machen. Hiesiges Handeln ist rückwärtsgewandt.

Erfolgreich – der Neophyt Drüsiges Springkraut überwächst alle Freiflächen.

Aber es gibt auch gute Zeichen für gutes Handeln. Zielgerichtete Abwasserreinigung führte zum Anstieg der „guten“ Gewässerindikatoren in Arten- und Individuenzahl, hier eine kurz vor dem „an die Luft-Gehen“ stehende (ganz dunkel, harte Aussenhaut kurz vor dem Verlassen des Wassers) runde Eintagsfliegenlarve.

Und, aus derselben Gruppe, ein besonderes Anzeichen – 3 Wachstumsstadien der als Larve im Sediment grabenden Großen Maifliege. Solche Langzeitentwickler benötigen stabile Wasserqualität – ja, Abwasserreinigung konnten und können wir.

Wir sind – bei all den Handlungsnotwendigkeiten – begeistert über immerhin Erreichtes. – Ich unterquere die Elbe und fahre im Westen Hamburgs Richtung Wedel – beeindruckende Alt-Eiche in Sülldorf.

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Der Seevekanal, Abzweig des sommerkühlsten Fliessgewässers Norddeutschlands, ist wie die Seeve Ziel der zweiten Exkursion „Hydrobiology“ der TU Hamburg-Harburg (eigener Beitrag demnächst). Bevor die Studenten eintreffen, sehe ich mir die Situation querab vom Bahnhof Hamburg-Harburg an.

Struktur mit Holz und Kies hat der Seevekanal hier bekommen – leider wird standorttypischer Baumbewuchs aus Werbegründen verhindert. – Das wäre zu ändern.

Der „Wasserbaumeister Pflanze“ hat immerhin die beim Verkaufstempelbau zerstörte naturnahe Ufersituation im Land-Wasser-Übergang kaschiert.

Ohne Baumsaum, in praller Sonne aber, wird das Gewässer unnatürlich überheizt.

Beim Blick von einer der Brücken steuern mich zielgerichtet 3 Stockentenerpel mit Bugwelle an …

Nee, doch nicht – sie haben, ganz klar von menschlichem Fehlverhalten geprägt, ein anderes Ziel.

Auf der Brücke DB-Ausgang Richtung Seeveplatz füttern zwei mittelalterliche Herren intensiv Tauben. Nach und nach fliegen wohl über 200 an.

Solch Taubenmassen (klitzekleiner Ausschnitt) kommen nicht von ungefähr, die sind stetig „dressiert“.

Das Thema ist mir seit Jahrzehnten nur allzu bekannt. Nach einem freundlichen Gespräch über die Sinnhaftigkeit und Kostspieligkeit ihres Tuns meinen die beiden, das hätten sie nicht gewusst. Solch Unfug würden sie künftig unterlassen.

Na ja (wer`s glaubt). Das Verhalten der Land- wie Wasservögel zeigt eindeutig, dass hier systematisch und in großer Menge gefüttert wird – Grund für die zuständige Verwaltung, solch Hotspot unter die Lupe zu nehmen. – Im Bereich des Bahnhofs patroullierende Polizei war im Grundsatz informiert, will nach Ansprache nun ebenfalls den Blick etwas breiter schweifen lassen.

Kurz darauf treffen die Studenten ein, bekommen die Entwicklung des Seevekanals an dieser Stelle mit sehr spezieller Historie (vgl. Link vorn) erläutert.

 

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Berlin-Besuch wollte „Äktschn“ – das können wir bieten, in „unberührter Natur“, wie es im Fernsehen immer so schön falsch heisst.

Blick durchs Brückengeländer, Verwunderung: da ist ja fast kein Wasser, das soll ein Bach sein ? !

Nach kurzer Wanderung durch Buchenmischwald – Niedrigstwasserführung.

Weite Teile des in die Wedeler Au eingebrachten Restaurierungs-Kieses und -Holzes liegen frei. Immerhin ist zu sehen, dass verbesserte Struktur entstanden ist. Die Farbe wie Waschmaschinenwasser ist dem gestörten Bodenwasserhaushalt (übermäßige Entwässerung von Randflächen) geschuldet. Massiv tritt gelöstes Eisen ein und fällt als Eisenocker aus. Der ergibt in geringer Konzentration bzw. in Entstehung diese milchige Trübung. In dünner Schicht auf ruhigen Wasserpartien täuscht er schon mal Öl vor – vgl. Broschüre, S. 6 unten. „Fett“, in hoher Konzentration bzw. Ansammlung, leuchtet er orange-rot.

Nach gutem Beobachten sind eigene Aktionen erwünscht – früh übt sich …

Das Sieb ist voll – mit Hölzern, Blättern. Ob da auch Leben drin ist?

Gut beobachtet! – Der Siebinhalt wird in eine mit Wasser leicht gefüllte Schale geklopft.

Allerlei wimmelt herum – verschieden alte Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven.

Auch eine Steinfliegenlarve krabbelt über den Schalenboden.

Köcherfliegenlarven sind auch dabei.

Und immer wieder die Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven.

Eine die stillen Bereiche anzeigende Wasserassel wollte nicht aufs Foto. – Wir wollen nicht weiter stören. Jede noch so kleine Beprobung zerstört Mini-Lebensraum. Die Tierchen werden schnell wieder behutsam in ihr Element zurückgesetzt. – Beeindruckt wandern alle durch die Wald-Partie zum Auto zurück.

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Nachmittags bedeckter Himmel, kein Regen angesagt – gutes Radelwetter.

Richtung Südosten, Richtung Völkerschlachtdenkmal.

Vorbei an lichten Parks.

Nicht zu verfehlen, nicht verfehlt – das Völkerschlachtdenkmal.

Ganz schön wuchtig.

Blick aus halber Höhe nach Südwesten: Zeugnisse aus der Vergangenheit – Kapellenanlage des Südfriedhofs, dahinter Kraftwerk Lippendorf.

Der Südfriedhof lohnt sicher einen Besuch, wenn man nicht wie wir auf Kurzreise ist. Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf stammt aus dem Jahr 2000, ist also recht neu und dem entsprechend mit mancherlei Optimierungen ausgestattet. Gleichzeitig repräsentiert es bereits die Vergangenheit.

Blick NordNordWest – über die Wasserfläche vor dem Monument und den Markt auf dem Parkplatz auf Leipzigs Zentrum, weniger weit entfernt, als es scheint.

Wieder unten angekommen. Die Sonne hat sich entschieden zu erscheinen und zu bleiben.

Sehr beeindruckend sind nicht nur An- und Ausblick des Völkerschlachtdenkmals, sondern auch die Informationen über das Drum und Dran. Immerhin sagt schon der Name, dass hier breite Allianzen gegen Napoleon gekämpft haben. Die Bedeutung für die Menschen, die Umgebung und die Geschichte werden in Requisiten, Bild und Wort sehr gut im zum Monument gehörigen Museum vermittelt – unsere Empfehlung!

Spätnachmittags – scheinbar letzte Sonne. Also mit Schirm zum Abendessen.

Der Abend bleibt ruhig – kein Schirm nötig. Illustre Fronten historischer Häuser beeindrucken uns – hier eine mit Verbesserungsbedarf.

Diese Hausfassade entspricht heute eher dem Normalbild in Leipzigs Zentrum und Umgebung.

Der nächste Tag – sieht gut aus.

Da es frühmorgens (freundlich gesagt) noch recht frisch ist, entscheiden wir uns für einen weiteren Museumsbesuch – das Grassi.

Das Grassimuseum vereint verschiedene Museen, für jeden Geschmack sollte sich etwas finden lassen.

Wein, Weib und Gesang? So ein Bisschen scheint dieser alte Musikautomat die Richtung zu weisen.

Symbolisch für regionaltypische, ganz unterschiedliche Nutzung von Naturgütern mögen diese aus Nautilus-Schale gefertigten Löffel stehen.

Interessant, wie thematisch dicht die Museen für Völkerkunde, Musikinstrumente und Angewandte Kunst zueinander stehen. Wir wollten sie – zum Erstaunen der Damen an der Kasse – alle.

Heutige Gebrauchskunst.

Irgendwie tut sich unsere Generation hervor durch das Erzeugen von Abfall – möge unser Umgang mit Gebrauchsgut zukunftsfähiger werden.

Wieder draussen – das Wetter wirkt zweifelhaft.

Egal, nach all dem Drinnen-Wandern erlauben wir uns eine weitere Radtour durch die Leipziger Auen, vgl. Artikel vom 12. Mai.

Und schon ist der Kurzurlaub in Leipzig vorbei.

Fix die Leihfahrräder am Abreisemorgen zurückgebracht – Schild und Pfeil weisen hoffentlich nicht auf eine ungute Entwicklung bei den kommenden Wahlen hin ? ! Rechts abbiegen? (Zum Glück sind wir gerade Fußgänger und auch als Radler bräuchten wir das Schild, jedenfalls den blauen Teil, nicht zu beachten.)

Hauptbahnhof Leipzig, gleich kommt der ICE.

Ja, er kommt. Pünktlich! Danke, DB, weiter so! In Windeseile geht es gen Nordwest.

Wie vorhergesagt, passieren wir eine schmale Regenfront.

Und kommen gut in Hamburg-Altona an. Von der S-Bahn Richtung Wedel aus bestaunen wir volle Kastanienblüte in Othmarschen.

Mal sehen, was das Leipziger Auenökologiesymposium im Herbst bringen wird.

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