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Archive for the ‘Reisen’ Category

Am Besten hält man sich im Schatten auf, Wasser nicht vergessen.

Eine andere Variante wäre „an de Waterkant“.

Bei Tidehochwasser dicht an der Wasserkante – Rinderherde aussendeichs,Familienhaltung.

Und bei Bullenhitze folgt die schlaue Leitkuh mit der ganzen Bagage dem Wasser – rauf auf`s Watt bei Ebbe.

Ja, und wie bekannt, liegt man da prima.

Uns fällt bestimmt auch was Geeignetes ein.

 

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Im Rahmen der Kreisumwelttage 2019, Kreis Pinneberg, war eine Schulklasse an der Mühlenau aktiv, vgl. voriger Bericht.

Die durch die Lenkbuhnen angeregte Strömung sieht gut aus.

Die Schulklasse ist mit dem Harken der Lenkbuhnen gut zurecht gekommen, die verdiente Pause geht ihrem Ende entgegen.

Ich gehe auf eine ältere Lenkbuhne, um Tierchenfang vorzubereiten. Zwei Stockentenweibchen verlassen den Kies, schwimmen ein Stück weg.

Sieb an Besenstiel und große, weisse Schale(n) – mehr braucht es nicht.

Fehlen nur noch die Tierchen.

Beprobt werden im Stillbereich liegende Blätter und Holzreste, …

… aus der Sohlfläche der bewegte Sand, …

…, der nach Auswaschen Feinkies im Sieb hinterlässt. Sieh an! Aber auch jede Menge zu Feinkies zermahlene Backsteinreste sind zu finden.

Eine junge Wasserassel – komisch, dass nur so wenige davon im Stillwasserbereich zu finden sind.

Im „fetten“ Feinsediment sitzen auch Rote Zuckmückenlarven.

Schlammröhrenwürmer besiedeln ebenfalls den Stillwasserbereich, …

… weisse Zuckmückenlarven kommen Richtung Bachmitte, wo etwas Strömung herrscht, hinzu.

So richtig viel ist das ja nicht. Was ist mit dem Kies – angesichts der (wieder einmal) langanhaltenden Niedrigwassersituation und nicht überströmten Lenknasen steht Gewässerorganismen nur entlang eines schmalen Saums überhaupt Lebensraum zur Verfügung.

Eintagsfliegenlarve und (unscharf) junger Bachflohkrebs.

Eine dunkle Eintagsfliegenlarve – sie wird bald das Wasser verlassen, um letzte Häutungen Richtung vermehrungsfähiges Insekt zu bewältigen.

Jaaaa, …, und das war`s.  ? ! ?

Zu hohe Wassertemperatur? (fehlender) Sauerstoff? Schadstoffdurchgang bei jüngeren Gewittern?

Während ich andere ältere Lenkbuhnen anwandere, um zu gucken, ob es dort anders aussieht, kommt mir ein Satzfetzen in den Sinn, den ich einmal bei einer Zugfahrt aufschnappte „Öss synn de Bretterdohren – viel ze viele Bretterdohren …“. Damals blieb mir das Gesagte länger im Sinn, bis ich über „English: Predators“ wusste, was gemeint war.

Ein Teil des ökologischen Geschehens – Produzenten, Konsumenten, Destruenten – und wenn man bei den „Verbrauchern“ die sekundären und tertiären betrachtet, ist man also bei den Prädatoren gelandet (den Beutegreifern, Räubern).

Da fällt mir auch aus alter Zeit, Wandse im Hamburger Bezirk Wandsbek ein, dass wir dort bei guter Wasserqualität, keinen erkennbaren Problemen, Stellen hatten, an denen die ansonsten massenhaften und altersgestaffelten Bachflohkrebse schlicht fehlten. Mit den Eintags- und anderen -fliegenlarven war es auch nicht weit her. Dort hielten wir „angefütterte“ Entenmassen, die im wahrsten Sinn des Wortes jeden Stein umdrehten, für die Ursache fehlenden Gewässerlebens.

Ich suche weiter … – und werde fündig.

Uuaaahhh, ein Alien guckt, bewaffnet, über meinen Siebrand!

In klein – und in riesigen Massen, quasi eine Invasions-Front von der Elbe her – hatten wir diese Tierchen im Vorjahr auf einer Fahrrad-Exkursion erlebt (Bericht vom 15. Juli 2018). Die scheinen es sich in der Mühlenau gut gehen zu lassen.

Manchmal muss man bei Horror die Perspektive wechseln. Gar nix los – eine leere, untere Panzerhälfte einer Wollhandkrabbe.

Offen bleibt, ob das den Rest eines gefressenen Tiers oder eines erfolgreichen Panzerwechsels und Weiterwachsens des früheren Eigentümers darstellt.

Die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerinnen jedenfalls hatten eine Menge Ooohs und Aaahs für meinen Fund übrig. – Inzwischen hatten Findige in der Gruppe aber auch „großen Erfolg“.

Heil, aber tot erscheinende Wollhandkrabbe, unbeweglich.

Hinten war das Tier geöffnet. War es bei der Häutung gestorben, oder …

… sahen wir es in Schockstarre, oder schlicht voll beschäftigt mit dem harten Job des Panzerwechsels? Weiter keine Bewegung …

Dann, später, klappte das Teil auf, der „Butterkrebs“ wurde sichtbar.

So nahmen wir an, dass es sich um ein schwer beschäftigtes Tier bei seiner Häutung handelt und entliessen es an eine geschützte Stelle in der Mühlenau (Feinschmecker wie Aal, Graureiher, Fischotter freuen sich über eine solche Delikatesse, wenn der Krebs nicht schnell genug ein sicheres Versteck erreicht).

Und dann wurde, in ausgezeichneter Beschreibung der Beobachtung, noch ein junger Steigaal gesehen. Kürzlich hatte ich das Erlebnis (ohne Foto) in Aarhus an einer Bachmündung, mitgeteilt im Beitrag vom 12. Juni 2019. – Es gibt sie also auch hier noch, wenngleich in verschwindender Anzahl. Die jungen Entdeckerinnen waren ordentlich stolz für das Lob, genau hingesehen zu haben.

Fragen über Fragen – da können künftig jede Menge Projektaufgaben betreffend der oben geäusserten Vermutungen, wo all die Gewässerlebewelt geblieben ist, erforscht und die Ergebnisse beschrieben werden.

Die Zeit vergeht, wir schliessen ab.

Foto-Shooting an der Lenkbuhne. – Ich, bachab entfernt, schüttele mich angesichts des Niedrigwassers, das die erheblichen Uferverluste der Vergangenheit (und teures Baggern weiter bachab) sichtbar macht. Wo die alten Stackpfähle ragen, befand sich ehemals Land.

Letztes Kiesschütten, Feinarbeit an der Lenknase.

Und noch einmal kommt Begeisterung auf. Gegenüber auf der Baustelle wurde die offene Erosionsrinne durch einen Damm verschlossen. Ein Rohr sichert den Ablauf von Land her kommenden Sickerwassers.

Später werden dann Damm und Rohr durch wasserbaulich gesicherten offenen Zu- und Abfluss zum Hochwasserstauraum ersetzt werden – vorbildliche Gestaltung heutiger B-Plangebiete. Besten Dank für schnelle Problemlösung!

Ein letzter Blick auf neu erzeugte Turbulenz.

Und schon verlässt die Schulklasse den Ort des Geschehens – Richtung Schule, Wochenende.

Die Mühlenau dankt herzlich für tatkräftigen Einsatz!

Kurze Zeit später folge ich ihnen Richtung Auto. Beim Verlassen der bachnahen Vegetation mit ihrem kühlenden Halbschatten erwartet mich versiegelter Stadtraum.

„Fridays for Future“, Klima, Klimawandel, Anpassung – unter anderem durch Landschaftskühlung (Grün, der Baum, die Bäume, der Wald …) – Zeit, etwas zu tun.

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„Sie mit ihren Kies-Aktionen könnten doch gut etwas für Schulklassen während der Kreisumwelttage anbieten?“ – so wurde ich während des Erstellens des Programms angesprochen. – Ja, wieso eigentlich nicht?!

Als „Kies-Unterwassernasen für die Mühlenau“ stand das Angebot dann mit Nr. 29 im Katalog der vielfältigen Themen. Das Gesamt-Motto 2019 „Zukunft nur mit Klimaschutz“ trifft die aktuelle Stimmung im Land.

Mehrere Anfragen versprechen für kommende Aktivitäten guten Zulauf. Für die diesjährigen Kreisumwelttage verabredeten wir einen Arbeitsvormittag mit einer Klasse der Theodor-Heuss-Schule, Gymnasium in Pinneberg. Anwandern von der Schule aus, bestückt mit wasserfestem Schuhwerk, Schaufeln, Rechen, Eimern, Wechselklamotten (ins-Wasser-fallen, Regen?) sowie Essen und Trinken, Treffen um 9 Uhr am Bach, Arbeit bis 11.30 Uhr mit Pause, Abwandern zur Schule war verabredet.

Vorweg guckte ich von der aus anderen Beiträgen bekannten Holzbrücke bachab – schon wieder Niedrigwasser!

Unter mir sammeln sich „konditionierte“ Entenscharen sowie ein paar Gänse.

Darüber wird in zweiten Beitrag über die Gewässerorganismen noch zu sprechen sein. Jedenfalls gehören solche Horden von Wassergeflügel nicht zu einem naturnahen Gewässer. Aus unterschiedlichsten Gründen ist das Füttern nicht witzig.

Es kann losgehen. 26 Schülerinnen und Schüler gehen mit ihren beiden Lehrkräften durch die Grünanlage Richtung Bach.

Jede Menge Kieshaufen liegen für den Einsatz bereit.

Das Basislager wird am Startpunkt aufgeschlagen. Es wird im Arbeitsverlauf Richtung Pausenhalt wandern.

Erklärung vorweg – was soll das Ganze, was ist konkret zu tun. Hier: die Seiten bachauf und bachab ans Ufer anpassen.

Kies im Luftraum steht zur Verfügung, um die Lenknasen zu formen.

Blick bachauf – eifrig machen sich die Beteiligten ans Werk.

Wichtig ist auch, den oberen Bereich steinfrei zu machen, damit der Wegrand gemäht werden kann. Dieses „Überschuss-Material“ wird heute z.B. in Eimern ans Wasser gereicht und dort zur Lenknase geschüttet.

So soll es sein – die Unterwasserlenknase bringt gute Turbulenz, Sauerstoffeintrag und Tiefenentwicklung.

Ich, per Pkw unterwegs, hatte angefragt, ob ein „Meldereiter-Fahrrad“ mitgebracht werden könnte, um zwischen den Gruppen beweglicher zu sein. Da ist es, hervorragend.

Und das „Meldereiter-Fahrrad“ erfüllte noch einen unerwarteten Positiv-Effekt.

Wasserbauarbeiten für Hochwasserrückhalt im B-Plan Mühlenauquartier, gegenüber – der Auslauf ist ungeschützt.

Das frisch angelegte Becken weist entsprechend flächig offenen Boden aus. Eintretendes Stauwasser aus dem Untergrund fliesst über ungeschützten Boden ab, erodierend und Boden eintragend angesichts des Dezimeter-Absturzes im Übergang zum Bach. Bliebe das so, könnte ausserdem ein Gewitter als Punktereignis schnell etliche m³ Boden in die Mühlenau spülen. Unsere Lenkbuhnen würden mit Feinmaterial verstopft.

So radelte ich zur Bauleitung, um darüber zu informieren und um Abhilfe dieses Zustands zu bitten. Zunächst verdutzt über meinen unerwarteten Besuch folgten schnell Vorschläge zur Abhilfe. – Würden wir noch an diesem Vormittag zum Abschluss eine Veränderung sehen?

Und immer wieder der Eindruck: Wahnsinn, dieses Niedrigwasser!

Kleiner Schwenk: Wetter und Klima in Diskussion – die Harzwasserwerke haben Langzeitdaten ausgewertet. Wir sind „schneller und härter“ betroffen, als dem Thema Zugewandte überhaupt angenommen haben, müssen uns auf was einstellen. Anpassen an den Klimawandel ist angesagt, Verhaltensänderungen und mehr.

Es wurde nicht nur mit Kies gewerkelt. Mit offenen Augen unterwegs wurde auch Müll jeglicher Art und Größe gesammelt – hier unser „Mega-Müll“ vor meinem Pausentisch.

Unter meinem Pausentisch nach Absammeln des Grobmülls – noch reichlich Zigarettenkippen und Kronenkorken. – Leute, die könnt ihr wirklich selbst entsorgen!

Das Stichwort „Pause“ sammelt die Gruppe am Bach-nahen Spielplatz.

Essen, Trinken, Überraschungs-Eis spendiert bekommen (Dank der edlen Spenderin!) – mal eine Abwechslung. – Warum vorher zu Fotos „mein Pausentisch“? Ich gehe gegen Ende der Pause in den lichten Schattens des Grüns am Bach und bereite eine Tierchen-Vorführung vor (wenn ich denn welche finde).

Darüber wird im nächsten Beitrag berichtet.

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Zwischen all den Kies-Hark-Aktivitäten zur Verbesserung von Moränenbächen muss auch mal Muße sein. Radeln, den Geesthang runter zum Deich – Sonnenschutz nicht vergessen. Ganz schön warm.

Die folgenden, gemixten Fotos stammen aus zwei Tagen hintereinander.

Blick über`n Hauptdeich auf die Elbe – Tideniedrigwasser, das Süßwasserwatt Fährmannssand liegt trocken.

Sperrwerk Wedeler Au – Schattensucher Deichschafe drängen sich.

Schwache Brise auf der Deichkrone – Schatten kann man sich auch selbst erzeugen. Containerfrachter gen Nordsee im Hintergrund.

Mündung Wedeler Au in die Elbe, Lühe-Schulau-Fähre und Fischer im Hintergrund.

Anderer Blick auf die Wedeler Au-Mündung in die Elbe.

Etwas Weisses auf dem Süßwasserwatt vor der ultralangen Buhne fängt das Auge: die Rinderherde weiss, wo man es sich bei solch Sonneneinstrahlung gemütlich macht.

Die Lühe-Schulau-Fähre dreht zum Anleger vor der Lühemündung.

Ich bin vor dem Yachthafen angekommen. Die Bänke sind frei – zu heiss? Weiss leuchtet der Sand der Elbinsel Hanskalbsand bei Tnw.

An den richtigen Tagen und bei geeigneter Tide kann man schonmal einer Schule Optimisten hier auf der Elbe zugucken.

Offenbar sind das Fortgeschrittene, segeln Richtung Lühemündung auf der anderen Elbseite.

Alles in Butter, alles in Blau? Vorn verläuft ein brauner, von Wellen aufgewühlter Schlicksaum.

Der Tide-Elbe hier im Hamburg-nahen Bereich und ihren Bewohnern geht es angesichts ihrer Einengung auf den Seeschiff-tiefen Kanal bei Tideniedrigwasser gar nicht gut.

So lange nicht überall tote Fische herumliegen und -stinken merkt das im Zweifelsfall niemand. Die wenigen verbliebenen Elbfischer sehen aber am (Nicht-)Vorhandensein oder Verhalten der Fische, dass die Situation kritisch ist – und das seit geraumer Zeit.

Wer selbst sehen möchte, wie sich die Lage verhält, kann das im Wassergütemessnetz an 3 Messstationen im Hamburger Raum verfolgen.

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Der ADFC Pinneberg und die Geschäftsführerin des Regionalparks Wedeler Au, Andrea Keller, luden ein zu einer „Radtour durch den Regionalpark“ am Sonnabend, 15. Juni, „Langer Tag der Stadtnatur„. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen, besonders auch aus aktuellem Anlass nicht: Es hatte mehrfach gewittert, seit wir dem Kies am Pinneberger B-Plan Mühlenauquartier Struktur gegeben hatten. Zwar war der Wasserstand der Mühlenau man gerade Richtung Mittelwasserabfluss gestiegen, aber anderes Fliessverhalten anzusehen macht immer Sinn.

Würde es mit dem Anradeln Wedel – Pinneberg überhaupt klappen?

Blick aus dem Fenster – das angesagte Vormittagsgewitter.

Sturm im Wasserglas? – Nein, aber auf der Vogeltränke. Fast Tischtennisball-großer Hagel pitscht ordentlich.

Nicht nur von der Größe, auch vom Sprungverhalten ähneln die Hagelkörner Tischtennisbällen.

Schnee, Salz? – Das ist Kolkwitzien-Kunst, von Hagel und Regen runtergeschlagene und verschwemmte Blütenblätter.

Das vorige Foto zeigt, es ist am frühen Nachmittag trocken – ich habe per Rad das Haus umrundet und befinde mich auf der Anreise zum Treffpunkt in Pinneberg. Regenjacke und -hose sind mit allerlei Anderem in der Satteltasche verstaut.

In Appen-Etz quere ich den Krabatenmoorbach, kürzlich noch trocken, jetzt gut gefüllt und turbulent fliessend.

Mühlenau, Pinneberg – mit höherem Wasserstand und dreckig fliesst die Mühlenau unter der Mühlenstraße durch.

Schiessend fliesst sie auf der anderen Seite Richtung Pinnau ab – kein Einstau durch Flut oder Pinnauhochwasser.

Pünktlich sind wir zur Radtour an der Drostei gestartet und erreichen die Lenkbuhnen Mühlenauquartier, anderes Ufer.

Gutes Fliessbild am Beispiel einer der unteren Lenkbuhnen, Ufer des B-Plans.

Hier weitet sich das Umfeld des Wander- und Radwegs entlang der Mühlenau ein wenig auf, so dass wir ungestört fachsimpeln können. Gute Fragen zu Örtlichkeit, Stadtpolitik Richtung Nachhaltigkeit und Gewässerökologie beleben das Gespräch, zusammenfassende Schriften wechseln den Besitzer, Adressen „wie kann ich mitmachen“ werden ausgetauscht.

Leichtes Absinken des Wasserspiegels nach den Gewittern zeigt, wie viel Erosionsmaterial vom Bach transportiert wird.

Diesseits liegt neuer Kies, Arbeit für eine Schulklasse in der Folgewoche. – Aber was ist jetzt los?!

Nach anfänglichem, stoisch ertragenem Nieseln setzt Starkregen ein.

Wir sind gewappnet – Hütchen auf, Regenjacke an, Kapuze auf. Da das Wetter kein Einsehen zeigt, gibt der Klügere nach: Regenhose an. – Nach einer Weile meinen wir, unter dem Vordach des S-Bahnhofs Pinneberg doch besser aufgehoben zu sein …

Die oberste Lenkbuhne am B-Plan Mühlenauquartier, jetzt überströmt. Zwei Erpel meinen, sie bekämen Futter – sowas gibt`s von uns nicht. Die Tiere finden gesündere Nahrung anderswo selbst.

Nach dem Schauer – Blick von „An der Mühlenau“ bachab. Zwei Zuläufe bringen ordentlich Wasser. Der rechte ist ansonsten trocken, der linke bringt aus großem, verrohrtem Einzugsgebiet bei Trockenwetter stark eisenhaltiges Wasser.

Letzteres (orange-rot) ist Leserinnen und Lesern durch Niedrigwasserfotos bekannt.

Wir queren die Fahltbrücke mit dem 25 t-Kiesdepot in der gemauerten Kurve. Das Wasser fliesst gut ab.

Während die anderen weiterradeln, mache ich noch einen Abstecher an andere Lenkbuhnen, im Bereich Bad / Rosengarten. Beim Baumschulmuseum hole ich die Gruppe ein.

Durch die Düpenauniederung geht es über Halstenbek (dort traf ich „meinen“ 5. Maikäfer 2019, wie berichtet) nach Schenefeld. Vorbei am künftigen Wassererlebnisplatz und am Dorfcafé radeln wir in den Klövensteen mit kurzer Rast an der Pony-Waldschänke. Durch das Schnaakenmoor begleite ich die Gruppe noch, dann heisst es Abschied nehmen nach diesem erlebnisreichen Nachmittag. Ich kürze ab nach Wedel, die anderen radeln über Butter- / Butterbargsmoor und entlang der Wasserbüffelniederung „An der Raa“ nach Pinneberg zurück.

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Erster Blick auf die zu bearbeitende Mühlenaustrecke, bachab der Holzbrücke zwischen Saarlandstraße und S-Bahnhof Pinneberg.

Unterm Weidenbogen durch – eins der oberen Kiesdepots.

Erste Aktive fokussieren die Ferne …

Da sind etliche Menschen auf dem Kies am Horizont – unsere Aktionen bringen die Mühlenau offenbar ins Bewusstsein der Bevölkerung. Das ist mindestens ein Ziel.

Weiter vorn auf einer Kiesnase, Aufenthalt für Enten, senkrecht Stehendes: das Drüsige Springkraut.

Das Drüsige Springkraut mögen wir hier gar nicht. Eine Verwertungsmöglichkeit ist hier beschrieben, sie hilft der Gesamtproblematik aber sicherlich nicht ab.

Pressevertreter werden auch erwartet.

Und unser Gastgeber, die Matrix Immobilien GmbH, hat als Bonbon für gute Arbeit gutes Essen und Trinken bereitgestellt – herzlichen Dank!

Eintrudeln der Aktiven, es werden schon zum Startzeitpunkt an die 20.

Nach kurzer Information für Neue und die Presse gibt es kein Halten mehr.

Arbeiten am Hang, Lenknase profilieren und Seiten ans Ufer anschieben bzw. -schaufeln.

Schnell ist der erste Punkt fertig.

Überall harkende und schaufelnde Menschen – in 3 Dimensionen.

Angesichts des lange andauernden Niedrigwasserabflusses flachen wir einige Lenknasen von „unter Mittelwasser“ auf „unter Niedrigwasser“ ab, damit möglichst dauerhaft Wasser drüberfliesst.

So sieht dann das bekannte Strömungsmuster aus.

Jenseits der Lenkbuhne, am anderen Ufer, hat der Bauhof Pinneberg (KSP) letzten Kies unseres Projekts geschüttet. Dort drüben kommt nächste Woche eine Schulklasse … (Der Kies im Vordergrund stabilisiert vorher bewegten Sand, erstmal passt sich die Situation an.)

 

 

Oha, über uns verändert sich was.

Landgang – das Himmelsauge spiegelt die Situation.

Hier im Uferbereich werden weitere flache Mulden ausgehoben und mit der Mühlenau oberhalb Mittelwasser verbunden. Sie dienen als Hochwasserentlastung und sind Teil des standorttypisch zu entwickelnden, breiten Uferrandbereichs.

An den Rändern bereits vorhandener Mulden ist der hohe Grundwasserstand des hinterliegenden Geländes zu erkennen.

Blick bachauf, ziemlich vom Nordwestende unserer Arbeitsstrecke – sieht alles gut aus, nur noch 2 unbearbeitete Kiesdepots – gegenüber die „Schulklassen-Depots“.

Wir haben Glück mit dem Wetter gehabt!

Essen, Trinken, Fachsimpeln – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wechseln sich ab. Wie vorgesehen, verlassen einige – auch ich – den Ort des Geschehens.

Fachkundig wird weitergemacht. Wie mir später berichtet wird, war der Arbeitsspass so groß, dass auch von der anderen Uferseite weitere 2 Kiesdepots fachgerecht umgeformt wurden.

Nochmal „von oben“, von der Holzbrücke bachab: Lenkbuhne 1, Nase auf MW-Niveau, daher frei liegend.

Letzte Feinarbeiten an den obersten Punkten, gut sichtbar die veränderte, lebendigere Strömungssituation.

Wir haben das vorher gleichförmige, flache Fliessen des Wassers über die gesamte Gewässerbreite zu turbulentem Fliessen auf einer Teilbreite angeregt und die Restbreite uferseits entlastet. So sind – auch bei Hochwasserabfluss – flache Ruhewasserbereiche entstanden. Durch Kieseinbringen und diese veränderte Struktur- und Strömungssituation entstehen eine Vielzahl neuer Kleinlebensräume.

Ein wolkiger, vergänglicher Wandervogel grüßt bei der Abfahrt aus dramatischem Himmel.

 

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Kaum bin ich an der Distelfalter-Massenansammlung, vgl. vorigen Beitrag, vorbei und querte die B 431, da springe ich auf schmalem Radweg schon wieder ab. Da liegt doch … – ein Maikäfer, etwas platt aussehend, am Radwegrand. Das wäre eine schöne Gabe für die Tote-Tieresammlung einer unserer Juniorinnen.

Der sieht ja, 2. Flügeldecke lose daneben, für die Sammlung noch ganz akzeptabel aus.

Schnell ins Papiertuch eingerollt und gut verstaut – möge er heil zuhause ankommen.

Oh, Überraschung, der war schon beim Einpacken gar nicht so vollständig. Fledermaus? Irgendwer hat den von unten leergefressen!

Also nicht in die Tote-Tieresammlung, sondern auf den Rasen.

P.S.: Kaum zu glauben, auf einer „Radtour durch den Regionalpark – langer Tag der Stadtnatur“ am Freitag, 15. Juni, liess ich die anderen in Halstenbek vorwegradeln, da ich mal wieder vom Rad sprang. Da lag auf nassem Asphalt ein Maikäfer! Der war noch ganz, und dazu ganz lebendig, also auch nichts für die Tote-Tieresammlung. Vermutlich hatte ihn der Schlagregen, den wir an der Mühlenau in Pinneberg durchlebten, von einem der großen Straßenbäume heruntergeschlagen. So setzte ich ihn also seitlich ins Buschwerk. Möge er noch ein paar sonnige Tage erleben. Mit nun 5 Maikäfern in 2019 ist dies geradezu für mich ein Maikäferjahr (ja, ich weiss, was „Maikäferjahre“ sind, habe ich noch selbst erlebt).

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Beim Radeln Richtung Hetlingen, Elbdeich, wurde ich an einer langen, hohen Wand blühenden Ligusters überrascht. Da waren Individuen, die ich in der Menge an einer Stelle noch nicht gesehen habe.

Da waren hunderte Distelfalter, denen offenbar diese Pflanze / Fläche (??) besonders gefiel.

Gelegentlich war in dem Distelfaltergewimmel auch eine andere Schmetterlingsart zu sehen. Hier zufällig auf dem Foto wohl ein Kleiner Fuchs.

Auf der ganzen Tour über Hetlingen, am Elbdeich entlang über Fährmannssand zurück nach Wedel umflogen mich immer wieder einzelne Exemplare bis kleine Gruppen (5-10).

Ganz vorn schreibe ich „überrascht“. Das traf nur für den ersten Moment zu. Bereits am Abend des Vortags beim Kies-Rechen an 400 m Mühlenauufer entlang des B-Plans Mühlenauquartier (Bericht folgt) hatte der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Pinneberg gleiche Beobachtung „wolkenartig auffliegender Distelfalter“ begeistert berichtet.

Wie im Netz zu lesen ist, ist dies der stärkste Einflug des Distelfalters von Süden („Distelfalter auf Deutschlandtour„) seit 10 Jahren. Dort sind weitere Informationen sowie die Möglichkeit zum Melden eigener Beobachtungen gegeben.

 

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Neues 2019 im Gegensatz zum vorigen Jahr – es regnet immer mal. Gartenfreunde freut es, wächst und gedeiht doch das Grün und blüht munter hintereinander vor sich hin. Mit Glück sind sogar ein paar Insekten da.

Ach, ist das schön in leichtem Wind auf der Deichkrone besonnt zu werden – Schafe vor Süßwasserwatt Fährmannssand, Tnw Elbe.

Meine Güte, ich seh` ja fast nichts, meint das Schottische Hochlandrind. – Voriges Jahr um diese Zeit sah das ganz anders aus, freier Blick und nix zu fressen.

Während also die Wiederkäuer ganz zufrieden scheinen, sehen unsere Still- und Fliessgewässer teils anders aus. Während anderswo durch Unwetter „Landunter“ herrscht, ist bei uns der teils angenehme Landregen zwar für die Pflanzen, aber nicht für die Gesamtlandschaft angekommen.

Der obere Bereich des Sauerbek ist schon länger trocken.

Dieser Tümpel seit einigen Tagen auch.

Als er vor einigen Tagen vollständig austrocknete, sammelten sich hier die Pferde, als bekämen sie in strahlender Sonne von unten noch Kühle.

Mal sehen, ob das schöne Spät-Frühjahrswetter für nächstes Bach-Restaurieren und diverses Radeln anhält.

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Nun habe ich seit einiger Zeit schon Blog-Beiträge mit dem Überschriftstart „DK-Konferenz Aarhus …“ geschrieben. Da ist Näheres endlich gefragt. Nein, es ist keine DK-Konferenz – auf Dänisch, wie ich sie viele Jahre quasi als Maskottchen besuchen durfte – , es handelt sich um eine Internationale Konferenz in Aarhus, Dänemark. „Land Use and Water Quality 2019 – Agriculture and the Environment“ ist der Titel, vorgetragen wird „in english“.

In Dänemark ist Feiertag, Grundlovsdag, und Wahltag. Ein reges Ein- und Aussteigen am jeweiligen Wahllokal kennzeichnet meine Begleitung während der Busfahrt.

Der Vortragssaal der Plenarvorträge im Mathematik-Gebäude der Universität Aarhus ist gut besucht. Gleiches gilt in der Fortsetzung für die See-Auditorien, wo 4 Parallelsitzungen laufen.

An die 250 Fachleute aus wohl 23 Ländern beleben das Universitätsgelände bzw. das See-Umfeld in den Pausen. Interessant für mich war insbesondere der starke Besuch von 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern allein aus Neuseeland (so sagt jedenfalls die „List of Participants“, zum Vergleich zwei andere, große Gruppen: 41 Dänen, 29 Deutsche).

Vorträge und Poster wurden gestaltet von Wissenschaftlern aus den Fachrichtungen Wasser und Boden in der Ausrichtung Agrar, Umwelt, Klima sowie von Fachleuten aus Ministerien, Landesämtern, Beraterfirmen und Betrieben, Umweltverbänden, Stiftungen.

Der Tenor der Vorträge, die ich hörte, bestätigt meine Auffassung der heutigen Situation bezüglich Grundlagen, Problemen und Lösungsmöglichkeiten / – erfordernissen. (Man muss sich ja immer mal wieder hinterfragen ! )

Auch aus dem Agrarsektor sowie Agrar-Ministerien stammende Referentinnen und Referenten zeigten anhand ihrer Daten deutlich, dass selbst angesichts jahrelangen Einsatzes (oft genug vom Steuerzahler bezahlter) Hunderter von Beraterinnen und Beratern das Ergebnis der Auswirkungen im Agrarsektor NICHT DEN ANFORDERUNGEN GENÜGT, die eine für kommende Generationen saubere Umwelt stellt.

Das Versagen des (Politik- / Lobby-gesteuerten) Öffentlichen Sektors wurde allzu deutlich. Wer sich in Deutschland für solches interessiert, der sei auf die Internetseiten der Sachverständigenräte der Bundesregierung und ihre Agrar-Gutachten aus den vergangenen 3 Jahrzehnten verwiesen, z.B. Sachverständigenrat für Umweltfragen. Es gibt viele andere mehr – die Gutachten verstauben nach miesepetrigem Empfang durch die Besteller (die jeweilige Bundesregierung) in den Aktenschränken. – Was heute fachlich vorgetragen wird, bringt neben neuen Feinheiten stets eine Bestätigung dessen, was wir seit Langem wissen. Es fehlt schlicht: konsequentes Handeln.

Die Abstracts finden sich auf der Internetseite der Veranstaltung, oben beim Blog-Start zitiert.

Man war sich einig, dass parallel zum (endllich konsequent zu erwartenden) Öffentlichen Handeln gesamtgesellschaftliche Aktion zu begrüßen ist. So entsprach denn auch mein Vortrag über das Restaurieren ländlicher und städtischer Bäche und kleiner Flüsse in Beteiligung interessierter Öffentlichkeit dem allgemeinen Tenor. Extensivierung bzw. Anpassen der Nutzungen nicht nur im Nährstoff- und Pestizid-Sektor, Verbessern der Lebensraumstruktur, Erosionsschutz, Pufferstreifen, standorttypische Bäume und wie die Stichworte alle heissen, scheinen inzwischen auch dem Laien geläufig.

So ist wohl angesichts des Nichthandelns in der Realität nicht verwunderlich, wie Wahlen jüngst ausgehen. Der Mensch als solcher und als Steuerzahler, gemolken, hat es zunehmend satt.

Stellvertretend zitiere ich im folgenden Foto die norwegischen Autorinnen A.-G. B. Blankenberg und E. Skarbøvik „Bufferzones along streams: Good for environment but bad for food production?“.

„Leute, lasst Bäume wachsen!“ möchte man ins Land rufen.

Den Nachmittag nutzten wir für weiteres Kennenlernen der Landschaft mit ihren interessanten geologischen und historischen Entwicklungen.

Wir erklommen, gefahren und geführt von unseren Gastgebern, die Jels-Höhe, 128 m über NN.

Jels-Höhe, dazu gibt es auf dem Info-Schild eine Troll-Geschichte.

Ein Wollhaarnashorn-Horn neben dem vielfältigen Steinhaufen am Parkplatz? – Nein, es ist wohl nur ein vergleichbares Stück Altholz.

Reiterzentrum Vilhelmsborg.

Das Gut Vilhelmsborg ist schon etwas Besonderes.

Der ehemalige Mühlenteich ist inzwischen abgelassen, die Giber Å vorbildlich durchgängig für Wasser- und Landwanderer gestaltet.

Am steilen, treppenartigen ehemaligen Überlauf des Mühlenteichs symbolisieren Holzwehre die Vergangenheit. Gleichzeitig verhüten sie das Betreten der gefährlichen, hohen Stufen des Überlauf-Absturzes.

Der Bach sieht – bis auf den wirkenden Maximumfaktor Licht (Fadenalgen-Massen!!) – sehr gut aus. Hier gilt das vorher Geschriebene zum Thema „Bäume“.

Wir fahren Richtung Abend- / Abschiedsessen – noch ein kleiner Stopp an der „nichtendenden Brücke“.

Die „nichtendende oder unendliche Brücke“ liegt vor dem aufgestauten Schluchttal eines kleinen Bachs, dem Thors Mühlenbach.

Auch dieser Aarhus-nahe Strand ist äusserst beliebt.

Der hohe, bemooste Absturz bedeutet für fast alle von See kommenden Wanderer das Ende ihres Einstiegs ins Süsswasser.

Für Kinder „Was lebt im Thors Møllebæk ?“ ist das hier ein spannendes Erlebnisfeld.

Alle kleinen Forscher haben ihr Erfolgserlebnis.

Stichlinge und aufsteigende Jungaale sind das beeindruckende Fangergebnis. Mit Glück und viel Einsatz wird es Letzteren sogar gelingen, durch die Moospolster steil aufwärts in Thors Møllebæk zu gelangen und viele Jahre dort heranzuwachsen, bis die lange Laichreise ins Sargassomeer ansteht – viel Glück!

Wir finden ein ausgezeichnetes Lokal direkt am Freizeithafen.

Windgeschützt geniessen wir unser Essen in der Abendsonne.

Und immer gibt es was zu gucken – Segelschule in der Aarhus-Bucht.

An dieser Stelle danken wir nochmals unseren lieben Gastgebern und hoffen auf ein nächstes Treffen, sei es in Aarhus- oder Hamburg-Umgebung.

Abendstimmung – auf der Rückfahrt vorbeihuschende Landschaft, Strandwald auf Moräne.

Tags drauf grüßen uns die Wasserbüffel, Pinneberg, nach gelungener Rückfahrt und Mittagessen in nahem Restaurant.

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