Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Gewässerschutz’ Category

Es ist an der Zeit, bei der Konferenz einzuchecken.

Ich bin eingecheckt. – Vom Mathematik-Gebäude, wo die Plenarvorträge gehalten werden, gehen wir – gut gelenkt – vorbei an der Biologie zu den See-Auditorien, wo die Parallelsitzungen stattfinden.

Ok, das wird sich morgen früh wiederfinden lassen – da bin ich dran.

Vor dem See weist ein Schild unser nächstes Ziel aus, das Naturhistorische Museum.

Das Museum – sehr empfehlenswert – wollen wir diesmal allerdings nicht besuchen, „nur“ ein paar eigene Bücher (die beiden jüngsten unter „Praxistipps“) abgeben und zwei Hefte (1, 2)  zum Trainieren meines Dänisch kaufen. Nicht nur diese beiden Erklärungen zum Verlauf der vergangenen 10.000 Jahre und zum Zukunftsaspekt Klima sind sehr verständlich. Alle Hefte dieser Reihe stellen ausgezeichnete Informationsmaterialien.

Es hat geklappt – beide Seiten sind zufrieden.

Wappen-Gully Aarhus – wir nutzen den Vormittag, neue Aspekte von der Stadt kennen zu lernen.

Sieh an, AROS lugt über den Horizont.

Das ist ja noch recht neu, meinen wir. – Uuups, unser Besuch dort ist schon  eine Weile her (und seinerzeit gab`s das Museum schon etliche Jahre).

Vielleicht sollten wir mal wieder hingehen – bei einem nächsten Aarhus-Besuch.

Einer der vielen Brunnen – Vogel mit Goldapfel, Ecke Søndergade/Østergade.

Hier in der Søndergade sollen wir eine neue Aarhus-Perspektive nicht verpassen, wurde uns empfohlen. Da ist sie schon.

Auf dem Weg – zum neuen Genuss müssen wir ganz hoch hinauf.

Über mehrere Ebenen erstreckt sich „Salling-Rooftop“. Wenn Architektur jemals etwas geleistet hat, dann hier.

Wer möchte, kann im Luftraum bis ganz über die Søndergade hinausgehen.

Mit dem AROS-Regenbogenumgang befinden wir uns nun auf Augenhöhe.

Schon eindrucksvoll.

Andere Seite, Richtung Hafen, Ostsee (richtig heisst das hier wohl: Aarhus-Bucht).

Nochmal ein kleiner Ausschnitt, Blick auf die Salling-Rooftop-Ebenen von oben.

Gut essen und trinken lässt es sich hier oben übrigens auch.

Rückfahrt, wie gekommen, mit dem Bus.

Aussteigen müssen wir an der Holme Kirke, nicht direkt fast vor unserer Haustür – es gibt zwei Routen Bus 2 A, kurz vor Endstation.

Beim Betrachten des Umfelds fallen mir irische und bayerische Eindrücke ein …

Gleich gegenüber der Kirche … – man kann sich also überlegen, ob man nach „Kirchenbesuch“ zu Hause zugeben muss, man habe sich für das Etablissement entschieden, „wo die Gesangbücher Henkel haben“.

Der Nachmittag soll mit dem neuen Moesgaard-Museum besonders ausklingen.

Read Full Post »

Der Spaziergang nach dem Ankunftsabendessen führte uns zur Skovmølle an der Giber Å. Von hier aus kann man einen gut gekennzeichneten Wanderweg Richtung Ostsee wählen und lernt so einiges dabei.

Auf dem Parkplatz begrüsst uns … – Ephemera, die Große Maifliege, zahlreich. Irgendwie gefällt den Insekten unser Autodach. Fast könnte man meinen, hier wollten sie ihre Eier ablegen.

Alt-Erle im Umfeld der Skovmølle, sieht aus wie „Eiche-Knorrast“.

Wohl Nachbau eines historischen Gebäudes, Viehunterstand? – leider ohne Erläuterung.

Nein, kein Viehunterstand, sondern ein Kulthaus ist das, in dem den Verstorbenen Mahlzeiten in Tonschalen hingestellt wurden.

Uralt-Esche an der trockeneren Kante zum Bachlauf. Es nieselt kurzfristig.

Fiskerhuset – an der Mündung der Giber Å.

Hier im Mündungsbereich breit gebaggerte Giber Å mit Strandwall – der Bach weicht nach links aus.

Wie wohl überall, wo der Mensch mit Gerät herumbaggert, ist von der Natur des Bachs nichts mehr zu sehen.

Am Durchbruch des Strandwalls zeigt das Wasser seine Sortierkraft und gewinnt hier den ursprünglichen Steingrund wieder.

Und so fliesst der Moränenbach auf steinigem Grund turbulent in die Ostsee.

Der erodierende Strandwall sieht fast wie ein Anschnitt-Modell einer Eiszeitlandschaft aus.

Wir gehen durch das Erosionstal der Giber Å bachauf zurück.

Aufgrund des starken Gefälles konnten trotz des nur 12 km kurzen Bachlaufs in der Vergangenheit 3 Wassermühlen unseren Vorfahren Energie fürs Getreidemahlen, Stoff- und anderes zerstampfen und weitere Anwendungen liefern. [Etwas Ähnliches ist in Hamburg an der Wandse zu bestaunen. Nein, da flossen – mal abgesehen von den Gletscherwässern unmittelbar am Ende der letzten Eiszeit – keine großen Wassermassen, wie falsch in mancher Broschüre zu lesen ist. Die Altvorderen stauten Mühlteiche auf, deren Wasser zum Arbeiten schwallartig – oft genug sehr zum Leidwesen des unterliegenden Müllers – abgelassen wurde.]

Und hier erlebten wir schier Unglaubliches, Anzeichen für die hohe Produktionskraft unserer Moränenbäche. Die Große Maifliege schwärmt in großer Zahl. Aufnehmen lässt sich das angesichts meiner Kameratechnik eher zufällig.

Seit Langem ist die Durchgängigkeit des Bachs vorbei am Mühlenteich und unter Kleinteilung der Wehrabsturzhöhe wieder hergestellt – gute dänische Praxis!

So ist es nicht erstaunlich, dass die Giber Å wieder ein vielfältiger Lebensraum und Laichplatz für z.B. Meerforellen ist. Die Fischreiher, denen wir begegneten, wissen Bescheid.

Das Mühlrad sieht sehr nach „Zahn der Zeit“ aus. So ist denn im Netz nachzulesen, dass ein Restaurieren unmittelbar bevorsteht.

Das Mühlenlokal wird sehr empfohlen. Wir konnten es allerdings nicht testen, da um 19 Uhr Feierabend ist.

Zwischen trocken und nass – noch so eine Alt-Erle, die beim ersten Hingucken fast mit einer Eiche zu verwechseln ist.

Durch eine alte Mehlbeeren-Allee fahren wir Richtung Hauptstraße, zu unseren Gastgebern, zurück.

Es stehen die Registrierung bei der Konferenz und ein paar Besichtigungen auf unserem Programm des Folgetages.

Read Full Post »

Schnell kommen wir von Vingsted nach Vejle. Am Besten parkt man am Rand der Innenstadt – für 3 Stunden kostenlos. Selbstverständlich sind noch zentralere Parkplätze vorhanden, meist kurzzeitig und per Bezahlen zu nutzen. Die Bequemlichkeit des Menschen führt zu erheblichem Druck auf diese Plätze. Stress und vertane Zeit …

Wandersalmoniden weisen den Weg in die Innenstadt – wenige Minuten Fußweg entlang des Flusses.

Aus früher extrem verbauter Situation ist inzwischen eine attraktive Fußwegverbindung entstanden.

Schon erreichen wir die Brücke zur Hauptfussgängerzone.

Hier scheiden sich die Geister. Das Umfeld der neu entstandenen GeschäftsKlotzBauten, aber auch die Altstadt mit verändertem, großplattigen Belag sind doch sehr steinig-öde. Grün fehlt hier.

Die alte Goldschmiede, mittendrin – gut Instand gehalten.

Fast am Nordende der Einkaufszone, bunte Schirme laden zum Quergehen.

Wir aber sind ja auf der Suche nach dem von früheren Zeiten bekannten, hervorragenden Anbieter von Soft Ice – also umkehren.

Ja, den Laden gibt es noch. Und das hervorragende Soft Ice auch – ein Genuss! Zufrieden treten wir den Rückweg zum Auto an.

Und weiter geht`s, nach Aarhus – rechts rum.

Da wir vor der Zeit sind, sehen wir uns noch, östlich vom Moesgaard Museum, am Strand um.

Kilometerlang begleiten steilhängige Moränen, mit Buchenmischwald bedeckt, die Küste südlich von Aarhus.

Nach Norden sind Hafenkräne sichtbar.

Bei ruhiger Ostsee entsteht am Ufer, ohne dass ein Auslöser zu bemerken wäre, intensiver Sog, der dann von Wellen überrollt wird.

Schick, dieses glasklare Wasser.

Silbermöwen, von uns nahezu völlig unbeeindruckt.

Es ist an der Zeit, alte Bekannte warten.

Selbstverständlich zeigt ein Fischotter im Haus des dänischen Otter- und Wildtierspezialisten an, woher der Wind weht.

Schottisches Hochlandrind – bewusst und wenig Fleisch Essende erzeugen sich das heutzutage z.B. in Haltergemeinschaften selbst.

Das Gold der Ostsee.

Der Danebrog – wir sind gut angekommen und hervorragend untergebracht.

Det er hyggeligt! – Ganz herzlichen Dank sprechen wir auch an dieser Stelle unseren weltoffenen Gastgebern aus!

Read Full Post »

Dänemark rief zur Konferenz „Land Use and Water Quality 2019“ nach Aarhus. Da mein Vortragsvorschlag (Leser dieses Blogs ahnen die Inhalte) angenommen wurde, stand einer Bildungsreise nichts im Weg. Darin inbegriffen bestand die Möglichkeit, die dänische Eiszeitlandschaft zu begehen und zu begreifen und den einen oder anderen Kontakt aufzufrischen. Für die Anfahrt nahmen wir uns die Besichtigung der – für mich – neuen Zentrale des Dansk Sportsfiskerforbund sowie des neuen „Vorführ-Mäander“ an der Vejle Å vor.

Bewegungspause und Fahrerwechsel auf der BAB 7. Der Horizont Agrar-intensiv – gute Einstimmung für die Konferenz. – Der besitzerlose Becher steht für ein weiteres Umweltthema.

In zügiger Fahrt mit kleiner Stockung an der Grenze (wohin sind wir geraten ? !) gelangen wir ans Zwischenziel, Vingsted.

Da hat sich der dänische Anglerverband nicht lumpen lassen. Großzügige Büros mit Konferenz- und Schulungsräumen und – das Beste am Ganzen – einem hervorragenden, restaurierten Umfeld.

Der neue Mäander – so sieht ein lebendiger Bach aus, wo vorher ein öder kanalartiger Flusslauf aus Agrarzwecken angelegt war.

Varianz ist das Leben – Ruhe und Turbulenz, Wasserpflanzen als Wasserbauer und mehr.

Ab in die Unterwelt …

… Eintauchen ins Leben des Forellenbachs (man beachte die Baumwurzeln im Foto).

Und da steht tatsächlich eine kleine Forelle in der Strömung, eifrig antreibende Insekten bzw. deren Larven fressend.

Im Gelände auch zu sehen: die standorttypischen Bäume, hier Erlen, des naturnahen Bachlaufs. Die Kleinheit zeigt, dass sie regelhaft runtergeschnitten werden – auch hier also sind Entwickeln von Naturnähe und Anpassung an den Klimawandel („Keep your river cool“) noch nicht so ganz vollständig in der Realität angekommen.

Ohne Altbäume keine flottierenden Wurzeln – als Lebensraum für eine Vielzahl Kleintiere und Unterstand für Fische (vgl. Plakat 2 Fotos vorher).

Suchbild Rauchschwalbe – nicht nur die Fische, auch die Vögel (und nachts die Fledermäuse) profitieren von der nun wieder reichhaltigen Produktion im Gewässer.

Zur Zeit unseres Besuchs schlüpft gerade die Große Maifliege sehr zahlreich. Die Rauchschwalben sind geradezu verrückt nach ihnen. [Dass wir anderswo noch ganz andere Maifliegenzahlen erleben werden, ahnen wir hier noch nicht.]

Rauchschwalbe, Suchbild 2 – was für ein Tempo, der Fluss und seine Turbulenz sind scharf abgebildet.

Wasserhahnenfuß, blühend – unterschiedliche Unterwasser- und Schwimmblätter. Ruhe und Turbulenz wechseln auf kleinem Raum.

Brunnenkresse im feuchten Übergang zum Land.

Strömungsbild Wasserstern (gelbgrün) und Hahnenfuß, hier unter Wasser flottierend.

Und dann steht da noch ein Salmonide aus Holz.

Den wollte ich nicht so allein da stehen lassen.

Gleich nebenan, wenige Hundert Meter entfernt, entstand ein „Eisenzeitdorf“, vorgestellt von den Vejle-Museen. Wir machten noch schnell eine Kurzbesichtigung.

Hier geht`s rein.

Eins der Häuser von aussen.

… und von innen. Büschen dunkel, aber ungemütlich sieht`s nicht aus.

Wir wollen weiter.

Am Auto angekommen: Besuch vom Feuerkäfer.

Der Feuerkäfer ist nicht allein! Als wir uns das von den heutigen Eisenzeitdorf-Bewohnern zu verarbeitende Holz ansehen, leuchtet es vielerorts rot (im Foto nicht erkennbar).

Das fanden wir alles sehr interessant und spannend. In kurzer Fahrt geht es nach Vejle, Soft Ice ist angesagt.

Read Full Post »

Gibt`s was Neues?
[Urban Art, Bauhof Wedel, ergänzt LT]

Ja, es gibt Neues, zum Beispiel bei den Steckbriefen zur Wasserrahmenrichtlinie.

Dabei ist auch Spezielles aus dem Hamburger Umland. Wer das ausführlicher lesen möchte, klickt hier.

Das sind ja gute Aussichten. – Es braucht frischen Wind.

Read Full Post »

Ein Bisschen Seevekanal ist ja bereits im Beitrag zum Taubenfütter-Hotspot Seeveplatz gezeigt.

Bachauf, jenseits der Bahngleise geht es weiter.

Hier hat das Bezirksamt Harburg vor etlichen Jahren mit Einbautests mit Holz begonnen, Bachpaten brachten später auch Kies ein.

Die so entstandene neue Struktur und Strömungsvielfalt haben dem Gewässer gut getan. Beeindruckend an dieser Strecke führen Erle, Esche und Weide vor, wie sich ein standorttypischer Baumsaum mit lichtem Schatten aufbaut. So sollte es überall an unseren Bächen und kleinen Flüssen aussehen.

Bachauf der Brücke – oha, offenbar schlägt wieder harte Gewässerunterhaltung mit häufiger Mahd über den Querschnitt zu. Der kleine Igelkolben, gelbgrün, das „Rasenmäher-Gras des Bachs“ zeigt die Artenreduzierung in falsche Richtung an. Vom standorttypischen Wasserstern, hellgrün links unten, ist nur ein flottierendes Polster verblieben.

Wir fahren zum Elbdeich, zur Seevemündung.

Die internationalen Studenten sind immer wieder beeindruckt, wie vielfältig die Landschaft zwischen Geest und Marsch in unmittelbarer Umgebung Hamburgs wahrgenommen werden kann.

Auf dem Elbdeich – an und auf der Elbe üben Feuerwehren.

Wir parken am Seevesiel, am Deich ein seltener Gast – ein Weissstorch.

Vorm Elbdeich, Tidehochwasser – die Klapptore des Seevesiels sind geschlossen. Erst wenn die Elbe tiefer abläuft, ist die Durchgängigkeit Seeve – Elbe wieder vorhanden.

Auwaldreste und Röhricht vorm Elbdeich.

Bachauf in Hörsten – unfassbar. Weiterhin Maisäcker im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung.

Und, wie im vorigen Foto, keinerlei Ackerrandstreifen. Eine Ahndung dieser bis auf die Böschungskante intensivierten und den früher vorhandenen Baumsaum weggepflügten Situation findet nicht statt.

Seeve Maschen, Bereich DB-Güterbahnhof – die hellen, faustgroßen Steine zeigen, dass bereits Meerneunaugen aktiv waren. Bis zum fertigen Laichplatz haben sie noch schwer zu arbeiten.

„Und hier, seitlich der flottierenden Wassersternpolster haben sonst um diese Zeit die Flussneunaugen bereits abgelaicht.“

Während ich das sage, die Studenten, sprachlos, sehen es wie ich im Augenwinkel, windet sich ein Flussneunauge um ein Wassersternpolster bis an die Wasseroberfläche – und schraubt sich fix drumrum wieder Richtung Gewässergrund. – Der Bruchteil einer Sekunde, alle sind begeistert.

Immer noch nicht abgestellte Ärgernisse – das Seevewehr ohne zeitgemäßen Umlauf und der Erosionsabriss am Fundament der Fußgängerbrücke.

Abhilfe wäre einfach. Kies-Geröllschüttungen würden als Sofortmaßnahme den Abriss an der Fußgängerbrücke und am Fischpasseinstieg so entschärfen, dass auch schwache Schwimmer diese Stellen passieren könnten. Nix zu machen.

Ein mäandrierender Umlauf um das Wehr wäre möglich, die benötigte Fläche ist in öffentlicher Hand. Nein, in Deutschland wählt man nicht die naturnahe „dänische“ Variante. Es wird – seit Jahren – über eine technische Prothese fabuliert.

So steht also das Wehr bei Sonne und Regen …

Hier, an seinem Startpunkt, treffen wir den Seevekanal wieder. Was „unten“ als Vermutung / Befürchtung erschien, erweist sich hier als Realität: harte Gewässerunterhaltung hat wieder zugeschlagen.

Flächig ausgemäht ohne Bedarf, die Bäume weitgehend entfernt – zurück in die Vergangenheit.

Nein, dies ist keine schöne, parkartige Landschaft. Aufgeastete Bäume, so überhaupt vorhanden, Überheizen des sommerkühlen Bachs – Maisäcker im Überschwemmungsgebiet. Nachhaltigkeit sieht anders aus (und dennoch subventionieren wir solches Tun).

Falsche Idylle.

Baum ab, ja bitte – falsch verstandener Hochwasserschutz.

Rezo hat ganz Recht. Mit solch Entscheidungsträgern ist kein Staat zu machen. Hiesiges Handeln ist rückwärtsgewandt.

Erfolgreich – der Neophyt Drüsiges Springkraut überwächst alle Freiflächen.

Aber es gibt auch gute Zeichen für gutes Handeln. Zielgerichtete Abwasserreinigung führte zum Anstieg der „guten“ Gewässerindikatoren in Arten- und Individuenzahl, hier eine kurz vor dem „an die Luft-Gehen“ stehende (ganz dunkel, harte Aussenhaut kurz vor dem Verlassen des Wassers) runde Eintagsfliegenlarve.

Und, aus derselben Gruppe, ein besonderes Anzeichen – 3 Wachstumsstadien der als Larve im Sediment grabenden Großen Maifliege. Solche Langzeitentwickler benötigen stabile Wasserqualität – ja, Abwasserreinigung konnten und können wir.

Wir sind – bei all den Handlungsnotwendigkeiten – begeistert über immerhin Erreichtes. – Ich unterquere die Elbe und fahre im Westen Hamburgs Richtung Wedel – beeindruckende Alt-Eiche in Sülldorf.

Read Full Post »

Der Seevekanal, Abzweig des sommerkühlsten Fliessgewässers Norddeutschlands, ist wie die Seeve Ziel der zweiten Exkursion „Hydrobiology“ der TU Hamburg-Harburg (eigener Beitrag demnächst). Bevor die Studenten eintreffen, sehe ich mir die Situation querab vom Bahnhof Hamburg-Harburg an.

Struktur mit Holz und Kies hat der Seevekanal hier bekommen – leider wird standorttypischer Baumbewuchs aus Werbegründen verhindert. – Das wäre zu ändern.

Der „Wasserbaumeister Pflanze“ hat immerhin die beim Verkaufstempelbau zerstörte naturnahe Ufersituation im Land-Wasser-Übergang kaschiert.

Ohne Baumsaum, in praller Sonne aber, wird das Gewässer unnatürlich überheizt.

Beim Blick von einer der Brücken steuern mich zielgerichtet 3 Stockentenerpel mit Bugwelle an …

Nee, doch nicht – sie haben, ganz klar von menschlichem Fehlverhalten geprägt, ein anderes Ziel.

Auf der Brücke DB-Ausgang Richtung Seeveplatz füttern zwei mittelalterliche Herren intensiv Tauben. Nach und nach fliegen wohl über 200 an.

Solch Taubenmassen (klitzekleiner Ausschnitt) kommen nicht von ungefähr, die sind stetig „dressiert“.

Das Thema ist mir seit Jahrzehnten nur allzu bekannt. Nach einem freundlichen Gespräch über die Sinnhaftigkeit und Kostspieligkeit ihres Tuns meinen die beiden, das hätten sie nicht gewusst. Solch Unfug würden sie künftig unterlassen.

Na ja (wer`s glaubt). Das Verhalten der Land- wie Wasservögel zeigt eindeutig, dass hier systematisch und in großer Menge gefüttert wird – Grund für die zuständige Verwaltung, solch Hotspot unter die Lupe zu nehmen. – Im Bereich des Bahnhofs patroullierende Polizei war im Grundsatz informiert, will nach Ansprache nun ebenfalls den Blick etwas breiter schweifen lassen.

Kurz darauf treffen die Studenten ein, bekommen die Entwicklung des Seevekanals an dieser Stelle mit sehr spezieller Historie (vgl. Link vorn) erläutert.

 

Read Full Post »

Berlin-Besuch wollte „Äktschn“ – das können wir bieten, in „unberührter Natur“, wie es im Fernsehen immer so schön falsch heisst.

Blick durchs Brückengeländer, Verwunderung: da ist ja fast kein Wasser, das soll ein Bach sein ? !

Nach kurzer Wanderung durch Buchenmischwald – Niedrigstwasserführung.

Weite Teile des in die Wedeler Au eingebrachten Restaurierungs-Kieses und -Holzes liegen frei. Immerhin ist zu sehen, dass verbesserte Struktur entstanden ist. Die Farbe wie Waschmaschinenwasser ist dem gestörten Bodenwasserhaushalt (übermäßige Entwässerung von Randflächen) geschuldet. Massiv tritt gelöstes Eisen ein und fällt als Eisenocker aus. Der ergibt in geringer Konzentration bzw. in Entstehung diese milchige Trübung. In dünner Schicht auf ruhigen Wasserpartien täuscht er schon mal Öl vor – vgl. Broschüre, S. 6 unten. „Fett“, in hoher Konzentration bzw. Ansammlung, leuchtet er orange-rot.

Nach gutem Beobachten sind eigene Aktionen erwünscht – früh übt sich …

Das Sieb ist voll – mit Hölzern, Blättern. Ob da auch Leben drin ist?

Gut beobachtet! – Der Siebinhalt wird in eine mit Wasser leicht gefüllte Schale geklopft.

Allerlei wimmelt herum – verschieden alte Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven.

Auch eine Steinfliegenlarve krabbelt über den Schalenboden.

Köcherfliegenlarven sind auch dabei.

Und immer wieder die Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven.

Eine die stillen Bereiche anzeigende Wasserassel wollte nicht aufs Foto. – Wir wollen nicht weiter stören. Jede noch so kleine Beprobung zerstört Mini-Lebensraum. Die Tierchen werden schnell wieder behutsam in ihr Element zurückgesetzt. – Beeindruckt wandern alle durch die Wald-Partie zum Auto zurück.

Read Full Post »

Duster am Morgen. Regen ist angesagt.

Regen in Leipzig – wie schön für die vielen Gewässer, wenn`s denn genug Regen wird.

Blick über die Nordwest-Ecke des Leipziger Rings – aus einer ultra-Auto-freundlichen Zeit. Gleich hinter uns liegt unser Ziel.

Wer zentral untergebracht ist und nicht bei Regen radeln möchte, hat es leicht. In unmittelbarer Fußwegentfernung liegen z.B. eine Vielzahl Museen. Wir entscheiden uns für das Naturkundemuseum. Das ist bereits über 100 Jahre alt – und bleibt weiter sehenswert und spannend.

Draussen liegt, was drin unter anderem zu finden ist und erläutert wird, z.B. Findlinge.

Versteinerte Baumriesen – Lernen und Spaß für Jung und Alt.

Sehr schön verdeutlicht das Naturkundemuseum, dass sich Altes und Neues ständig in Arbeit und Entwicklung befinden.

Zum Beispiel die Großtiere von Hermann ter Meer.

Groß und klein.

Auf „Leipziger Meeressand“, salzig-aquatisches Bodenleben vor Urzeiten.

Fundstücke in Variation: Haizahn, frei und eingeschlossen.

Ob Meeresgrund, ob eiszeitliches Geschiebe, von Skandinavien bis heran an die Mittelgebirge, wir leben und werkeln auf Hinterlassenschaften der Erdgeschichte.

Die Betrachtungen über die Zeit bringen auch den Menschen in Bezug , Text einer Darstellung zur „Entwicklungsgeschichte der Erde, die geologische Uhr“: „Das Alter des Menschengeschlechts, etwa eine Million Jahre – Das entspricht der letzten Minute vor 24 Uhr“. (Was haben wir uns in „dieser Minute“ für Überheblichkeiten angewöhnt.)

Bei all dem, was uns gerade wieder in Film, Funk und Fernsehen dargeboten wird, erinnert man sich an das Treffen der Erde mit einem anderen Stern. „Hallo Erde, wie geht`s, gesund und munter?“ – „Oh danke, schlecht. – Ich habe Mensch.“ – „Mach Dir nichts draus, das kenne ich. Das geht vorüber.“

Ausführlich ist die geschichtliche Entwicklung im Umfeld Leipzigs dargestellt, z.B. die Energiegewinnung durch Flussmühlen.

Das Entstehen und Vergehen von kleinen Abzweigungen, Kanälen, war wie vielerorts Grundlage für blühendes Handwerk jeglicher Art. Straßennamen zeugen oft noch davon. Informativ ist die Bedeutung der Vielzahl Gewässer und des Auwalds für den Leipziger Raum dargestellt (vgl. auch vorigen Beitrag).

Esche, 150-jährig – leider im heutigen Auwald fast nicht mehr zu finden.

Es fehlt offenbar am Willen, diesen Schatz Leipzigs in ein zukunftsfähiges Gesamtschutz- und -entwicklungskonzept zu binden.

Eiche, 250-jährig.

Sperber und Schatten.

Viele andere Themen sind konzentriert behandelt und vorgestellt, z.B. Vögel, alte Dioramen. Die Internetseite des Naturkunemuseums gibt einen breiten Überblick.

Draussen nieselt es noch ein Bisschen.

Einmal mehr haben wir gelernt, dass man nie auslernt. Also: dran bleiben!

Erstmal orientieren.

Natürlich finden wir wieder ganz in der Nähe unserer Unterkunft, inmitten von wechselnder Bau- und Baustellen-Historie, eine gute Adresse für`s Mittagessen.

Read Full Post »

Der Kanaldeckel in Leipzig und spätere Gewässer(ein)sichten erinnern mich an etwas …

Als ich vor Zeiten meine Beschäftigungsstelle in Hamburg wechselte, „miene Strom-Tied“ gegen regionales Arbeiten in einem Bezirksamt tauschte, sagte der damalige leitende Wasserbauer: „Wenn Sie als Gewässerbiologe hier Fliessgewässer erwarten, werden Sie enttäuscht. Wir haben in Hamburg eigentlich nur offengelegte Regenwasserleitungen.“.

(Dass sich das als Irrtum (vielleicht als Jux) erwies, ist heute Geschichte sowie weiter gut geübte Praxis.  🙂  )

Brunnen, auch Wasser in Leipzig – in vielfältiger Variation.

Wer im Internet nachsieht, findet etwas zum Leipziger Wasserknoten. Das verspricht allerhand Erlebnisse, z.B. beim Radeln.

Oha, Gewässer als „offengelegtes Regenabflussrohr“ (die Parthe ?) – was erwartet uns noch?

Leipzigs Neue Luppe, ein tief zwischen Hochwasserdeichen fliessendes Ergebnis von Planungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Wir tauchen in den Auwald ein.

Ahornblüten.

Bärlauch betört unsere Sinne.

Was für ein Erlebnis!

Wieder draussen – die Nahle verläuft tiefliegend, ein Mäander wie vom Reissbrett, Ingenieur-Vorstellungen der Vergangenheit.

Die tiefliegende Nahle zwischen dem viel höheren Auwaldgelände. Ein Angler hofft, am Horizont winkt das Nahlewehr (auch auf Google Earth vom Satelliten auffindbar).

Detail Angler und Nahlewehr.

Das Nahlewehr, ultrahoch – was sind das für Aussichten für einen Auwald, wenn nur in Fast-Katastrophensituationen reichlich Wasser in ihm fliessen kann ? !

WasserKunst durch Zoologie, Wellenspiel. Weisse Elster, nach Queren von Nahle und Neuer Luppe: Nutria hat vergangene, milde Winter mit ordentlich Fortpflanzung belohnt.

Die Wasserqualität sieht farblich nicht gerade berauschend aus. Vielleicht täuschen wir uns.

Nahle auf dem Rückweg – der Fischreiher zeigt, dass es wohl Fisch, vielleicht aber auch oft querende Mäuse und ähnliches zu erwarten gibt.

Der Aufmerksame im Detail. Tauchenten und Kormoran sahen wir ebenfalls regelhaft.

Die Kleine Luppe, mit starkem Gefälle, lässt an eine Vielzahl Verbesserungsmöglichkeiten denken.

Zurück in Leipzig, Stadt, Blick von der Elsterstraße – der Elstermühlgraben ist Passanten-freundlicher gestaltet, weiter in Arbeit. Mal sehen, wann wir ihn einmal mit Wasser erleben.

In der Detailbetrachtung zeigt sich leider, dass dem Gewässerlebensraum keine angepassten Strukturen zur Verfügung gestellt werden. Hoffen wir mal auf Zukünftiges – verbessern kann man immer.

Der Leipziger Wasser- oder Gewässerknoten also, in Teilen von uns radelnd erlebt. Es scheint, als handele es sich angesichts der Vielfalt von anstehenden Problemen (bei teils angenehmer Optik) um einen Gordischen Knoten, den es zu entwirren gilt.

Stadt und NABU sind aktiv. Allerdings ist der wirkliche Wasserschatz offenbar nur von wenigen (Querulanten ?) erkannt.

Es gilt (wie anderswo), in Stadt und Land die Werte der Landschaft und ihr Potenzial zu erkennen. Handeln zum Verbessern der Boden- / Wassersituation, Stützen von und Verbesserungen für Flora und Fauna auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel, sind angesagt – nicht zuletzt als Lebensgrundlage und als reicheres Erlebnis für den Menschen.

Read Full Post »

« Newer Posts - Older Posts »