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Archive for the ‘Fliegenfischen, Angeln am Forellenbach’ Category

Nicht ganz so sonnig wie gewöhnlich, aber gleichwohl interessant verlief unsere Exkursion der „Hydrobiologie“-Vorlesung an der TU Hamburg-Harburg. Wir guckten uns die hiesige, eiszeitgeprägte und unterschiedlich genutzte Landschaft an, startend mit Blick vom Todtshorner Berg auf Weser- und Elbe-Einzugsgebiet (ersteres in der Samtgemeinde Tostedt durch die Wümme, letzteres durch Seeve, Este und Oste repräsentiert).

Die Welt zu Gast in Tostedt - guter Treffpunkt: HVV-Endstation Bahnhof Tostedt.

Die Teilnehmer kamen aus Äthiopien, Bangladesh, Chile, China, Deutschland, Indonesien, Italien, Jordanien, Palästina, Polen und Serbien. Sie waren sehr beeindruckt, welche Verbesserungen an den hiesigen Bächen stattgefunden haben, sahen aber auch, dass es weiter viel zu tun gibt.

Treibselsammler aus Ästen haben sich als hervorragendes, leicht herzustellendes Element für die Lebensraumverbesserung bewährt.

Schwerpunkt waren die Verbesserungen, die an der Este auf Grundlage des seit 2000 vorliegenden Gewässerentwicklungsplans fortlaufend stattfinden.

Insbesondere die Lebensraumverbesserungen mit Steinen und Holz fanden die Exkursionsteilnehmer nachahmenswert. Mit kleinen Maßnahmen sind so bereits große Erfolge zu erzielen. Man muss es halt nur wollen . . .

Beprobungen zeigten anhand der gefundenen Organismen, dass in den vergangenen 3 Jahrzehnten viel geschehen ist. Auch die Verbesserungen der Abwasserreinigung zeigen klare Erfolge – die Strukturverbesserung im Gewässer bringt aber jetzt den eigentlichen Vorwärtssprung: wo früher Sandwüsten vorherrschten, sind jetzt dreidimensionale, vielfältige Lebensräume des standorttypischen Geestbachs zu finden.

Steinfliegenlarven als Anzeiger guter Wasserqualität und Lebensraumstruktur sind jetzt regelmäßig zu finden.

Noch eine Steinfliegenlarve, wie im vorigen Foto handelt es sich um Isoperla grammatica (Danke, Herbert!).

Verschiedene Köcherfliegenlarven, hier ein großes Exemplar, kommen ebenfalls vor.

Fand man seinerzeit auf dem Quadratmeter kaum 100 Lebewesen mit Zeigerfunktion für schlechte Wasserqualität, leben heute mehr als 10.000 Organismen auf dem Quadratmeter. Wie die Fotos zeigen, sind es heute vor allem die Anzeiger guter Wasserqualität und hochwertiger Lebensräume.

Der Bachflohkrebs, mit dessen "Shredder"-Aktivität, dem Zerkleinern der in den Bach gefallenen Blätter, die Nahrungsgrundlage für viele andere gelegt wird, profitiert ebenfalls ungemein.

Was für ein toller Hecht - auch der gehört zum Fischartenspektrum des Forellenbachs im Norddeutschen Tiefland.

Nächstes Mal ziehen wir aber Gummistiefel an. Versprochen!

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Wie im Vorjahr zog es uns an die Skjern Au. Diesmal wollten wir schon am Starttag der Angelsaison dabei sein – man weiss ja nie!

"Hast Du dieses Licht gesehen?! - Wir sind / sind wir im Namen des Herrn unterwegs?"

Die Angelei ist angesichts der „erschlagenden“ Natur eher Nebensache. Was die dänischen Kolleginnen und Kollegen da beim Rückbau einst irrwitzig entwässerter Ländereien zurück gewonnen haben, ist immer eine Reise wert. Die durch den Entwässerungsunsinn und Übernutzung gesackten und damit nicht mehr nutzbaren Flächen sind heute nach flach in die Landschaft angelegter Flussmäandrierung ausgezeichnete Aufenthaltsflächen für wasserliebende Pflanzen und Tiere aller Art.

Zuerst sind wir die ca. 5 km von der Pumpstation Nord zum Vogelbeobachtungsturm Skjern Au-Mündung/Ringköbing Fjord gewandert. Mal gucken, ob die Wanderfische die Flussmündung überhaupt finden können . . .

Klein sieht er aus - einer der Skjern Au-Arme, die in den Ringköbing Fjord münden. Das Foto täuscht aber.

(Schon klar – die Natur übt länger als der Mensch; der macht sich nur allzu oft dämliche Gedanken.)

Begleitet wird der Wanderer die ganze Zeit von einer schier unglaublichen Vielfalt von Vogelgesang. Gruppen und Schwärme verschiedener Arten fliegen ihre Abendquartiere an.

Starenschwärme auf dem Weg zum Nachtquartier.

Allerdings haben wir „die schwarze Sonne„, Unmengen tanzender Stare, diesmal nicht aufs Foto bannen können.

In den Re-Mäandrierungsstrecken ist die Skjern Au weitgehend baumfrei – künstlich so gehalten, in heftigem Abwehrkampf gegen die Sukzessionskräfte der Natur. Hier findet ein wahrer Ansturm von Anglern am Saisonstart statt. An die 500 Angler waren es sicherlich, die – bei recht geringem Erfolg – versuchten, den berühmten Skjern Au-Lachs zu erbeuten.

Der Ingenieur prüft die Brückenkonstruktion - 4 Angler marschieren im Hintergrund auf.

4 Gladiatoren auf dem Weg zum Kampfplatz.

Wir haben es vorgezogen, die weniger belaufenen, dafür landschaftlich spannenderen Strecken flussauf zu befischen. Dem diesjährigen Wetter entsprechend waren wir gut ausgerüstet.

Der Regen konnte uns gar nichts anhaben.

Immer wieder beeindruckend - Skjern Au-Turbulenzen, drehend strudelnde Vortices.

Trocken in den Feierabend - dank prima Regenklamotten!

Die Eiszeiten haben beeindruckend gestaltete Moränen hinterlassen. Standorttypische Bäume prägen weite Strecken und zeigen, wie ein Salmonidengewässer naturnah aussieht.

Schöner Mäander oberhalb Skarrild.

Wer über Bäume meckert, hat von naturnahen Gewässern keine Ahnung.

(Detail) ... und vom Angeln an naturnahen Gewässern auch nicht. Es geht doch.

Überall sind Spuren von Wildtieren zu finden, Hase und Reh sieht man sowieso.

Fischotterspuren - kleiner Betrug: dieses Foto stammt von der Este, D - hurra, der Fischotter ist wieder da!

Trotz Wind und Regen - der Frühling lässt sich nicht aufhalten.

Auch wenn uns kein Lachs an Land folgen wollte – beeindruckt beenden wir unseren diesjährigen Besuch.

Das war ein herrliches Erlebnis!

Tschüß, Skjern Au - bis zum nächsten Mal.

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Da sage mal einer, Gewässerrestaurieren brächte nichts . . .

Die Meerforellen-Laichbetten sehen wieder hervorragend aus!

Während die Forellenbrut in den Laichbetten ihrem Leben im freien Wasser entgegenwächst, sind nach dem Abfluss der Schneeschmelze auch die Otterpassagen wieder frei.

Gut benutzbar - die Otterpassage an der B 75

Spuren im angespülten Sand zeigen: der Fischotter findet die Este und ihr Umfeld wieder interessant.

Typisch: die 3 Mittelzehen und die direkt ansetzenden kurzen Krallen - der Fischotter ist zu Besuch.

Und wie in jedem Winter – die Wasseramsel ist auch regelmäßig zu treffen.

Ein weiterer, gern gesehener Gast am Forellenbach: die Wasseramsel.

Gut, dass es für Quell- und Bachoberlaufbewohner auch eine Vielzahl kleinster, hoffentlich immer durchgängiger Bäche gibt – bis hin zu v-förmig eingekerbten Strukturen in den eiszeitlich entstandenen Moränen.

Wichtig im Gesamtgeschehen: strukturreiche Quellbäche, frei von künstlichen Barrieren.

Da freut sich der restaurationsaktive Angler und besucht seine erlenbestandenen Lieblingsstellen.

Standorttypische Strukturgeber und Produktionssteigerer - die Erlen.

Das Ziel fest im Blick.

Überbreite des Bachprofils durch Baumverlust - Ergebnis sind extreme Lebensraumverschlechterung und hohe Kosten beim Baggern des Erosionsbodens bachabwärts.

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Wenn Sie hier etwas über die Hansestädte Bremen, Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock oder welche Seehäfen auch immer erwartet haben, wartet eine Enttäuschung – oder eine Überraschung? – auf Sie.

Mein Besuch galt meiner Geburtsstadt, der einzigen Hansestadt in Hessen.

Gern gehe ich dort in ansonsten ausgeräumter, steuersubventionierter Agrarsteppe unterhalb des Eisenbergs an der Marbeck entlang. Vielleicht begegnet mir einmal die Goldene Gans?

Die kleinräumig strukturierte Landschaftsstruktur des Marbeck-Tals bietet winters wie sommers ein attraktives Wandererlebnis.

Und wieder hatte ich Glück mit dem Wetter – wie im Vorjahr.

Dem Rotmilan ist das Wetter gerade Recht.

In strukturierter Landschaft fließt die nun aus dem Nutzungsdruck genommene Marbeck.

Noch prägt der Winter künstlerisch den Bach.

Grundwasserwarm durchfließt der Bach die noch frostige Landschaft.

Hier werden Hochwasser- und Naturschutz (wieder) ernst genommen – überschwemmte Feuchtwiese. Der Bach hebt sich frei heraus, Eis wächst von den ruhigen Rändern.

Marbeck-Eis – die Natur als Künstler.

Nach und nach entwickelt der standorttypische Forellenbach seine typischen Strukturen.

Hier entwickelt sich der standorttypische Erlenbruch mit gut strukturiertem Bachbett.

Abends dann die Überraschung beim Blick aus dem Fenster – vorbei ist der Winter noch immer nicht.

Abendliche Überraschung nach sonnigem Tag – es schneit wieder.

Am Morgen erkennen wir, dass es wieder heisst: Schnee schaufeln!

Am Morgen danach: Das hat ja wieder ordentlich was gebracht!

Schnee-Waffel – Naturkunst von kurzer Lebensdauer.

Der Stadtwächter und seine Hunde scheinen diesen erneuten Schneefall zum Heulen zu finden.

Huuuuuuhhhh ! ! !

Zurück per Bahn in den Norden, ein letzter Blick auf den sonnenbeschienenen Nikolai-Turm.

Dann bis zum nächsten Mal, Nikolai.

Durch verschneite Wald-Partien geht die Fahrt.

Winterwald fliegt vorbei.

Und wenn ein Bach den Weg begleitet – same procedure as everywhere – keine Toleranz für Gewässer: bestenfalls einreihige Gehölzsäume, unzureichender Schutz gegen Eintrag von Dünger und Pestiziden, nach Baumverlust mit erheblich gesteigerter Erosion als Folge.

Einsame Baumlinie in übernutzter Landschaft. Sie markiert einen Bachlauf.

Ich wünschte, den Reden unserer Politiker würde ein besseres Landschaftsbild endlich Wahrheit bescheinigen. Aber es geht in der Politik derzeit nicht um Bescheinigen, sondern offenbar nur um Schönreden / Beschönigen.

(Fast scheint es, als sei „brownlash“ die Dominante geworden.)

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Der Mitteldeutsche Wanderfisch e.V. hatte ins schöne Grimma an der Mulde eingeladen und viele Interessierte kamen angesichts des breit angelegten Programms.

Start in einen frühlingshaften Grimma-Tag

Ausgezeichnet organisiert fand das 4. Mulde-Wanderfisch-Symposium im Rathaus Grimma statt.

Auf der Anfahrt bei frühlingshaftem Wetter zeigte sich die subventionierte Landschaft wie anderswo als ausgeräumte Agrarsteppe – teils völlig an der Zeit vorbei ohne Bewuchs, der Erosion monatelang frei zugänglich.

Subventionierte Agrarsteppe – wo bleibt die Biologische Vielfalt? Hier jedenfalls nicht.

Erosionsmaximierung – unbewachsener Boden über Monate. Kein Wunder, dass unsere Gewässer nach jedem Regen so braun sind.

Mit notwendigem Gewässerschutz von der Quelle bis zum Meer hat das leider  nichts zu tun – oder klarer gesagt „Doch!“: Diese wesentliche Belastungsquelle wird nach wie vor überhaupt nicht zielführend angegangen.

Der Löwe wacht über uns.

Der Adler passt auch auf.

Die Veranstaltung fand gut bewacht statt.

Hier floss die Mulde – „talbreit und braun wie der Orinoko“ beim Hochwasser im August 2002, s. Pfeil.

Kleine Rundgänge während des Tages brachten lokale Einblicke – Zeichen des Hochwassers 2002 überall.

Spezialität: Rochlitzer Porphyr – versteinerte Vulkanasche.

Nanu – blauer Strich auf rotem Stein!?

Hochwasserchronik über Jahrhunderte.

Die letzten Grimma-Gletscher schmelzen ab.

Grimma-Gully, stark gezeichnet vom Salz- und Granulat-Einsatz.

Grimma-Brunnen.

Rathaus-Brunnen.

Behandelte Themen betrafen die Wasserrahmenrichtlinie, naturnahe Fischaufstiegsanlagen, die Situation der Forelle im Norddeutschen Tiefland, interessante Langzeitentwicklungen von Lachs und Meerforelle an der Wümme, den Stand des Lachsprogramms in Sachsen sowie einen flächenhaften Langzeitüberblick über Salmoniden in Mecklenburg-Vorpommern.

Dies allerdings, wenn auch direkt vor dem Rathaus fotografiert, ist kein von uns besprochener Wanderfisch.

Auf der Rückfahrt konnten auf dem Leipziger Bahnhof interessante alte Lokomotiven bewundert werden.

Auch im Leipziger Bahnhof such Deutschland den Super-Star.

Schickes Teil – alte Dampflok.

Fliegender Holländer – dieser Zug leistete schon vor 70 Jahren, was der ICE zwischen Hamburg und Berlin heute bringt.

Zurück zu Hause beeindruckte, in welch kurzer Zeit die ganzen Schneemassen weitgehend verschwunden waren.

Sausende Fahrt vorbei an Alt-Eichen und tauendem Schnee.

Donnerwetter, hier hat es auch mächtig getaut.

Mal sehen, wo bei DER Abtaugeschwindigkeit all das Wasser bleibt.

Die Frühblüher haben gewartet – jetzt legen sie los.

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Der heutige Tag war ein besonderer!

(Nein, ich meine nicht den Wahnsinn, der gerade in Niedersachsen Gewässer und Natur vernichtet. Da der NDR-Link inzwischen gelöscht wurde, schalte ich hier einen anderen. – Offensichtlich hat der Rinderwahn gülleverklebte Hirne jetzt völlig zerstört . . . Der Weg ist frei für Mais-Anbau allerorten.)

Schwarz-gelb macht den Weg frei – von der Quelle bis zum Meer, Schluss mit Gewässer-, Natur- und Umweltschutz.

Schwach zeichnet sich etwas an meiner Bürowand ab.

Schwache Lichtstreifen erstaunen die Menschen.

Es wird immer stärker – was hat das zu bedeuten?!

Meine Güte, es wird immer stärker! Das Thermometer . . . – Klimawandel?

Vor etlichen Wochen las ich in der Zeitung so etwas wie „Die Älteren unter uns erstarrten und murmelten von „Sonne“.“.

Teufel auch – was für ein prima Ausblick aus meinem Büro. Wie gut, dass ich ein Frühaufsteher bin.

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Restaurierte Este, Nds., auf dem Einladungs-Flyer NRW.

Am Sonnabend, 6. Februar 2010, fand in den Räumen der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA NRW) eine sehr informative Veranstaltung statt. Dr. Christoph Aschemeier vom Wassernetz NRW hatte geladen, Dr. Gerhard Laukötter, NUA NRW, stellte die Räumlichkeiten.

„Die Offiziellen“ gehen in die Endrunde – vor dem Start.

Genau hinsehen, damit anschließend alles gut steht.

So langsam füllen sich die Posterstandorte.

Nach einem Einführungsvortrag, wie Bachpaten mit geringem Aufwand große Erfolge für den Lebensraum Bach erzielen können, wurde die seit vielen Jahren in Rheinland-Pfalz laufende, beeindruckende Aktion Blau vorgestellt.
Anschließend zeigten Bachpaten, wie sie mit vielen Ideen aktiv sind und welche Erfolge sie verzeichnen, aber auch, welche Handlungsnotwendigkeiten – meist bei den zuständigen Verwaltungen und der Politik trotz klarer rechtlicher Handlungsvorgaben – noch bestehen.

Die Vortragspräsentation wird vorbereitet.

Die Internetplattform Flussnetzwerke NRW beeindruckte einerseits sehr, da sie eine gute Grundlage für übergreifende Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit darstellt. Als dringend nötig wurde allerdings neben dem bestehenden Angebot, das sich vorwiegend auf Messdaten konzentriert, die Erweiterung um die Kenntnisse aus dem aktiven Verbessern des Lebensraums Bach gesehen.
Weitere Vorstellungen konkreter Bachpatenprojekte begeisterten – so insbesondere ein Projekt, bei dem fast alle schulischen Fachbereiche mitmachen. Meist steht in einer engagierten Schule nur ein Lehrer, Biologie, Chemie oder Geographie, als Ansprechpartner zur Verfügung – sehr schade angesichts der komplexen Wirkung von Gewässern auf den Menschen. Hier wurden Ergebnisse präsentiert, die sich neben den für Bachpaten meist „üblichen“ naturwissenschaftlichen Fächern über Deutsch, Fremdsprachen, Religion, Musik bis hin zu Latein erstreckten: Der alte Plinius wusste vom Untersuchungsgewässer nichts. Für ihn wohnten rechts vom Rhein nur Barbaren – das sollte für seine Weltsicht reichen. Die weitergehende Recherche brachte aber in mittelalterlichen lateinischen Schriften tatsächlich Aussagen zum Untersuchungsgebiet und -gewässer. Meine Hochachtung für die Schüler und die betreuenden Lehrer!

Auch Fächer wie Religion bieten eine Fülle Beziehungen zu Gewässerthemen.

Weitere Eindrücke aus dem Fach Religion.

Last but not least schloss ein äußerst beeindruckender Vortrag über Langzeiterfahrungen in der Begleitung eines Bachs – fast 3 Jahrzehnte Ausdauer und Beharrlichkeit. Alle Achtung! Sehr deutlich wurde das notwendige Engagement beschrieben, wie – beginnend in der „Abwasser-Ära“ der 1970er und 1980er – interessierte Menschen von zuständiger Verwaltung und Politik nicht als Ansprechpartner verstanden wurden und oft genug rechtswidrige Tatbestände gedeckt wurden. In diesem Fall führte das nach fehlgeschlagenen Gesprächsversuchen zu aktiver Pressearbeit bis hin zur Verurteilung eines verantwortlichen Verwaltungsbeamten zu einer hohen Geldstrafe. – Inzwischen ist diese Initiative als fachlich versierte Gruppe breit anerkannt und wird bei Planungen und Gesprächen über die Ist-Situation aktiv einbezogen. So wünscht man sich das allerorten – dafür bleibt aber weiterhin viel zu tun.
Herzlichen Dank allen, die an der Veranstaltungsorganisation beteiligt waren, vor allem aber insbesondere den Bachpaten selbst, ohne die so viele gute Beispiele nicht zustande gekommen wären.

Das einleitende Foto dieses Artikels, diesmal aus Sicht des Fischotters.

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Auf dem Weg von der Sprungschanze Richtung Willingen nutze ich den verschneiten Wanderweg entlang des Forellenbachs Itter.

Beeindruckend - hoffentlich fallen die keinem auf den Kopf!

Eiszapfen in vielen Variationen.

Kleine Eiskunst - auch die Itter hat Eiszapfen gebastelt, hier wie Stalakmiten.

Der Schnee hebt die Strukturvielfalt dieses Forellenbachs hervor.

Beeindruckend - Quellwasser, im Winter wärmer als die Umgebung, ist so warm, dass eine mehrere Dezimeter dicke Schneedecke aufschmilzt.

Es verweilt der Wasserbau-Ingenieur - sind hier etwa Pendelrampen zu erkennen?

Belebende Stromschnelle - es murmelt das Bächlein.

So langsam kommt Willingen in Sicht.

Der Willinger Viadukt, wieder von der Bahn befahren.

Willingen hat sich heftig mit Menschen gefüllt. Ganze Armeen bevölkern den Ort und marschieren Richtung Sprungschanze. – Für mich wird es Zeit, abzufahren.

Die rote Armee rückt aus.

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Hoch „Dirk“ hat uns voll im Griff. Der Wind schneidet eiskalt, „wind chill“.

Wohl dem, der dicke Winterklamotten an hat oder ein dichtes Fell mitbringt.

Was ist das – Eis nur im Luftraum!?

Da wundert man sich, dass die Este so frei fließt.

Sagt man nicht, Forellenbäche sind sommerkühl? Und nun im Winter ist die Este warm?

Hier die Erklärung dieser scheinbaren Unnormalität: Bäche werden von Grundwasser gespeist – das hat ganzjährig etwa 10-12 Grad Wassertemperatur. Das erscheint im Sommer (z.B. 20 Grad Lufttemperatur) kalt. Jetzt, bei minus 6 Grad Lufttemperatur dagegen, ist – selbst nach Abkühlen auf dem Fließweg – das Bachwasser also recht warm . . .

Die Natur sorgt für ihre Kinder: Erlensamen – Vogelfutter satt!

Zwischen Doppel-Kiesdepot – ein Meerforellenlaichbett.

Die im Sommer mit Waldfeen und Naturburschen angelegten Doppel-Kies-Einengungen der Este können sich sehen lassen.

Steil aufgestelltes Meerforellen-Laichbett. So bauen Bach und Fische die Rauschen auf.

Alter und neuer Kies – alles ist durchgelaicht.

Die Este und eine Vielzahl Meerforellen haben den Kies bewegt und zu Laichhügeln aufgetürmt.

Im Ausgang der neuen Otter-Passage sind wohl 7 Bachforellen-Laichplätze belegt.

Auch die Strecken an den neuen Otter-Passagen mit ihrem Kies- und Steinangebot  sind gut belaicht.

Das sind gute Aussichten für die nächsten Jahre!

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Die Waldfeen- und Naturburschenstrecke an der Este, vgl. Beitrag vom 21. Juni 2009, ist immer einen Spaziergang wert.

Die verschneite Landschaft ist attraktiv – bietet sie doch besondere Ansichten.

Este-Mänder, zum Beispiel, heben sich klar heraus.

Mäander der Este querab Drestedt.

Grundwasseraustritte mit Ausfällung von Eisenocker leuchten im Schnee.

In naturnahen Strecken schützen Erlenwurzeln das Ufer.

Landschaftsschäden, wie erodierte Gewässerüberbreiten durch Baumverlust, werden auch überdeutlich. Wo normalerweise Wurzelschutz den Boden hält, gehen riesige Bodenmassen „auf Reisen“.

Baumverlust führt zu enormen Bodenverlusten, wenn die Bäume durch kurzsichtiges Eigennutzdenken nur einreihig toleriert wurden. Schnell gehen tausende Kubikmeter Boden verloren.

Kein Wunder, dass die Budgets von Unterhaltungsverbänden (pardon, das ist „unser“ Geld, zwangsvereinnahmt von uns Steuerzahlern im entsprechenden Gewässereinzugsgebiet) durch diese anderswo zu baggernden Bodenmassen überstrapaziert werden. Dass durch die Schwächung der Gewässerturbulenz bei Gewässerverbreiterung der gesamte Lebensraum enorm verschlechtert wird, ist hinreichend nachzulesen.

Inzwischen haben die Meer- und Bachforellen ihre Laichsaison weitgehend beendet.

Von Meerforellen völlig durchgelaichter Kies. Die nächste Generation ist gesichert.

Gut, wenn ausreichend Gerölle und Kiese durch Gewässer-Restaurierung zur Verfügung gestellt wurden, wie kürzlich beim Bau der Otterpassagen an der Este, vgl. Beitrag vom 2. Dezember 2009.

Die Bachforellen haben hier am Ende der Kiesbank ganze Arbeit geleistet.

Besonders der Anstrom der Rauschen wird bevorzugt belaicht. Liegt der Kies großflächig, schlagen sich die Forellen ihre Kleinstruktur mit Kuhle und folgendem Kiesanstrom selbst.

Bachforellen-Laichbett im Detail.

Nach solch einem Spaziergang kehrt man zufrieden nach Hause zurück.

Geschafft!

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