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Der ADFC Pinneberg und die Geschäftsführerin des Regionalparks Wedeler Au, Andrea Keller, luden ein zu einer „Radtour durch den Regionalpark“ am Sonnabend, 15. Juni, „Langer Tag der Stadtnatur„. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen, besonders auch aus aktuellem Anlass nicht: Es hatte mehrfach gewittert, seit wir dem Kies am Pinneberger B-Plan Mühlenauquartier Struktur gegeben hatten. Zwar war der Wasserstand der Mühlenau man gerade Richtung Mittelwasserabfluss gestiegen, aber anderes Fliessverhalten anzusehen macht immer Sinn.

Würde es mit dem Anradeln Wedel – Pinneberg überhaupt klappen?

Blick aus dem Fenster – das angesagte Vormittagsgewitter.

Sturm im Wasserglas? – Nein, aber auf der Vogeltränke. Fast Tischtennisball-großer Hagel pitscht ordentlich.

Nicht nur von der Größe, auch vom Sprungverhalten ähneln die Hagelkörner Tischtennisbällen.

Schnee, Salz? – Das ist Kolkwitzien-Kunst, von Hagel und Regen runtergeschlagene und verschwemmte Blütenblätter.

Das vorige Foto zeigt, es ist am frühen Nachmittag trocken – ich habe per Rad das Haus umrundet und befinde mich auf der Anreise zum Treffpunkt in Pinneberg. Regenjacke und -hose sind mit allerlei Anderem in der Satteltasche verstaut.

In Appen-Etz quere ich den Krabatenmoorbach, kürzlich noch trocken, jetzt gut gefüllt und turbulent fliessend.

Mühlenau, Pinneberg – mit höherem Wasserstand und dreckig fliesst die Mühlenau unter der Mühlenstraße durch.

Schiessend fliesst sie auf der anderen Seite Richtung Pinnau ab – kein Einstau durch Flut oder Pinnauhochwasser.

Pünktlich sind wir zur Radtour an der Drostei gestartet und erreichen die Lenkbuhnen Mühlenauquartier, anderes Ufer.

Gutes Fliessbild am Beispiel einer der unteren Lenkbuhnen, Ufer des B-Plans.

Hier weitet sich das Umfeld des Wander- und Radwegs entlang der Mühlenau ein wenig auf, so dass wir ungestört fachsimpeln können. Gute Fragen zu Örtlichkeit, Stadtpolitik Richtung Nachhaltigkeit und Gewässerökologie beleben das Gespräch, zusammenfassende Schriften wechseln den Besitzer, Adressen „wie kann ich mitmachen“ werden ausgetauscht.

Leichtes Absinken des Wasserspiegels nach den Gewittern zeigt, wie viel Erosionsmaterial vom Bach transportiert wird.

Diesseits liegt neuer Kies, Arbeit für eine Schulklasse in der Folgewoche. – Aber was ist jetzt los?!

Nach anfänglichem, stoisch ertragenem Nieseln setzt Starkregen ein.

Wir sind gewappnet – Hütchen auf, Regenjacke an, Kapuze auf. Da das Wetter kein Einsehen zeigt, gibt der Klügere nach: Regenhose an. – Nach einer Weile meinen wir, unter dem Vordach des S-Bahnhofs Pinneberg doch besser aufgehoben zu sein …

Die oberste Lenkbuhne am B-Plan Mühlenauquartier, jetzt überströmt. Zwei Erpel meinen, sie bekämen Futter – sowas gibt`s von uns nicht. Die Tiere finden gesündere Nahrung anderswo selbst.

Nach dem Schauer – Blick von „An der Mühlenau“ bachab. Zwei Zuläufe bringen ordentlich Wasser. Der rechte ist ansonsten trocken, der linke bringt aus großem, verrohrtem Einzugsgebiet bei Trockenwetter stark eisenhaltiges Wasser.

Letzteres (orange-rot) ist Leserinnen und Lesern durch Niedrigwasserfotos bekannt.

Wir queren die Fahltbrücke mit dem 25 t-Kiesdepot in der gemauerten Kurve. Das Wasser fliesst gut ab.

Während die anderen weiterradeln, mache ich noch einen Abstecher an andere Lenkbuhnen, im Bereich Bad / Rosengarten. Beim Baumschulmuseum hole ich die Gruppe ein.

Durch die Düpenauniederung geht es über Halstenbek (dort traf ich „meinen“ 5. Maikäfer 2019, wie berichtet) nach Schenefeld. Vorbei am künftigen Wassererlebnisplatz und am Dorfcafé radeln wir in den Klövensteen mit kurzer Rast an der Pony-Waldschänke. Durch das Schnaakenmoor begleite ich die Gruppe noch, dann heisst es Abschied nehmen nach diesem erlebnisreichen Nachmittag. Ich kürze ab nach Wedel, die anderen radeln über Butter- / Butterbargsmoor und entlang der Wasserbüffelniederung „An der Raa“ nach Pinneberg zurück.

Erster Blick auf die zu bearbeitende Mühlenaustrecke, bachab der Holzbrücke zwischen Saarlandstraße und S-Bahnhof Pinneberg.

Unterm Weidenbogen durch – eins der oberen Kiesdepots.

Erste Aktive fokussieren die Ferne …

Da sind etliche Menschen auf dem Kies am Horizont – unsere Aktionen bringen die Mühlenau offenbar ins Bewusstsein der Bevölkerung. Das ist mindestens ein Ziel.

Weiter vorn auf einer Kiesnase, Aufenthalt für Enten, senkrecht Stehendes: das Drüsige Springkraut.

Das Drüsige Springkraut mögen wir hier gar nicht. Eine Verwertungsmöglichkeit ist hier beschrieben, sie hilft der Gesamtproblematik aber sicherlich nicht ab.

Pressevertreter werden auch erwartet.

Und unser Gastgeber, die Matrix Immobilien GmbH, hat als Bonbon für gute Arbeit gutes Essen und Trinken bereitgestellt – herzlichen Dank!

Eintrudeln der Aktiven, es werden schon zum Startzeitpunkt an die 20.

Nach kurzer Information für Neue und die Presse gibt es kein Halten mehr.

Arbeiten am Hang, Lenknase profilieren und Seiten ans Ufer anschieben bzw. -schaufeln.

Schnell ist der erste Punkt fertig.

Überall harkende und schaufelnde Menschen – in 3 Dimensionen.

Angesichts des lange andauernden Niedrigwasserabflusses flachen wir einige Lenknasen von „unter Mittelwasser“ auf „unter Niedrigwasser“ ab, damit möglichst dauerhaft Wasser drüberfliesst.

So sieht dann das bekannte Strömungsmuster aus.

Jenseits der Lenkbuhne, am anderen Ufer, hat der Bauhof Pinneberg (KSP) letzten Kies unseres Projekts geschüttet. Dort drüben kommt nächste Woche eine Schulklasse … (Der Kies im Vordergrund stabilisiert vorher bewegten Sand, erstmal passt sich die Situation an.)

 

 

Oha, über uns verändert sich was.

Landgang – das Himmelsauge spiegelt die Situation.

Hier im Uferbereich werden weitere flache Mulden ausgehoben und mit der Mühlenau oberhalb Mittelwasser verbunden. Sie dienen als Hochwasserentlastung und sind Teil des standorttypisch zu entwickelnden, breiten Uferrandbereichs.

An den Rändern bereits vorhandener Mulden ist der hohe Grundwasserstand des hinterliegenden Geländes zu erkennen.

Blick bachauf, ziemlich vom Nordwestende unserer Arbeitsstrecke – sieht alles gut aus, nur noch 2 unbearbeitete Kiesdepots – gegenüber die „Schulklassen-Depots“.

Wir haben Glück mit dem Wetter gehabt!

Essen, Trinken, Fachsimpeln – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wechseln sich ab. Wie vorgesehen, verlassen einige – auch ich – den Ort des Geschehens.

Fachkundig wird weitergemacht. Wie mir später berichtet wird, war der Arbeitsspass so groß, dass auch von der anderen Uferseite weitere 2 Kiesdepots fachgerecht umgeformt wurden.

Nochmal „von oben“, von der Holzbrücke bachab: Lenkbuhne 1, Nase auf MW-Niveau, daher frei liegend.

Letzte Feinarbeiten an den obersten Punkten, gut sichtbar die veränderte, lebendigere Strömungssituation.

Wir haben das vorher gleichförmige, flache Fliessen des Wassers über die gesamte Gewässerbreite zu turbulentem Fliessen auf einer Teilbreite angeregt und die Restbreite uferseits entlastet. So sind – auch bei Hochwasserabfluss – flache Ruhewasserbereiche entstanden. Durch Kieseinbringen und diese veränderte Struktur- und Strömungssituation entstehen eine Vielzahl neuer Kleinlebensräume.

Ein wolkiger, vergänglicher Wandervogel grüßt bei der Abfahrt aus dramatischem Himmel.

 

Kaum bin ich an der Distelfalter-Massenansammlung, vgl. vorigen Beitrag, vorbei und querte die B 431, da springe ich auf schmalem Radweg schon wieder ab. Da liegt doch … – ein Maikäfer, etwas platt aussehend, am Radwegrand. Das wäre eine schöne Gabe für die Tote-Tieresammlung einer unserer Juniorinnen.

Der sieht ja, 2. Flügeldecke lose daneben, für die Sammlung noch ganz akzeptabel aus.

Schnell ins Papiertuch eingerollt und gut verstaut – möge er heil zuhause ankommen.

Oh, Überraschung, der war schon beim Einpacken gar nicht so vollständig. Fledermaus? Irgendwer hat den von unten leergefressen!

Also nicht in die Tote-Tieresammlung, sondern auf den Rasen.

P.S.: Kaum zu glauben, auf einer „Radtour durch den Regionalpark – langer Tag der Stadtnatur“ am Freitag, 15. Juni, liess ich die anderen in Halstenbek vorwegradeln, da ich mal wieder vom Rad sprang. Da lag auf nassem Asphalt ein Maikäfer! Der war noch ganz, und dazu ganz lebendig, also auch nichts für die Tote-Tieresammlung. Vermutlich hatte ihn der Schlagregen, den wir an der Mühlenau in Pinneberg durchlebten, von einem der großen Straßenbäume heruntergeschlagen. So setzte ich ihn also seitlich ins Buschwerk. Möge er noch ein paar sonnige Tage erleben. Mit nun 5 Maikäfern in 2019 ist dies geradezu für mich ein Maikäferjahr (ja, ich weiss, was „Maikäferjahre“ sind, habe ich noch selbst erlebt).

Beim Radeln Richtung Hetlingen, Elbdeich, wurde ich an einer langen, hohen Wand blühenden Ligusters überrascht. Da waren Individuen, die ich in der Menge an einer Stelle noch nicht gesehen habe.

Da waren hunderte Distelfalter, denen offenbar diese Pflanze / Fläche (??) besonders gefiel.

Gelegentlich war in dem Distelfaltergewimmel auch eine andere Schmetterlingsart zu sehen. Hier zufällig auf dem Foto wohl ein Kleiner Fuchs.

Auf der ganzen Tour über Hetlingen, am Elbdeich entlang über Fährmannssand zurück nach Wedel umflogen mich immer wieder einzelne Exemplare bis kleine Gruppen (5-10).

Ganz vorn schreibe ich „überrascht“. Das traf nur für den ersten Moment zu. Bereits am Abend des Vortags beim Kies-Rechen an 400 m Mühlenauufer entlang des B-Plans Mühlenauquartier (Bericht folgt) hatte der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Pinneberg gleiche Beobachtung „wolkenartig auffliegender Distelfalter“ begeistert berichtet.

Wie im Netz zu lesen ist, ist dies der stärkste Einflug des Distelfalters von Süden („Distelfalter auf Deutschlandtour„) seit 10 Jahren. Dort sind weitere Informationen sowie die Möglichkeit zum Melden eigener Beobachtungen gegeben.

 

Oha, denkt sich das Eichhörchen, das sieht ja aus wie im Märchen – und bewundert die Rosen, dreidimensional.

Irgendwann is` `s aber auch mal gut …

Verflixt, was wollte ich eigentlich hier?! – Ach ja …, wo habe ich die Nuss verbuddelt???

Worüber das Eichhörnchen gestaunt hat?

Seit unserem Einzug hier vor 3 1/2 Jahren haben wir eine Übereinkunft. Unseren Bereich schneiden wir. So blühen nicht nur Büsche wieder wegen Schnitts zur richtigen Zeit. Auch ein Teil der Aussenansicht sieht aus wie ein Dornröschenschloss.

Komisch, geht doch. Und von allen Seiten bekommen wir Lob – auch vom Eichhörnchen.

Neues 2019 im Gegensatz zum vorigen Jahr – es regnet immer mal. Gartenfreunde freut es, wächst und gedeiht doch das Grün und blüht munter hintereinander vor sich hin. Mit Glück sind sogar ein paar Insekten da.

Ach, ist das schön in leichtem Wind auf der Deichkrone besonnt zu werden – Schafe vor Süßwasserwatt Fährmannssand, Tnw Elbe.

Meine Güte, ich seh` ja fast nichts, meint das Schottische Hochlandrind. – Voriges Jahr um diese Zeit sah das ganz anders aus, freier Blick und nix zu fressen.

Während also die Wiederkäuer ganz zufrieden scheinen, sehen unsere Still- und Fliessgewässer teils anders aus. Während anderswo durch Unwetter „Landunter“ herrscht, ist bei uns der teils angenehme Landregen zwar für die Pflanzen, aber nicht für die Gesamtlandschaft angekommen.

Der obere Bereich des Sauerbek ist schon länger trocken.

Dieser Tümpel seit einigen Tagen auch.

Als er vor einigen Tagen vollständig austrocknete, sammelten sich hier die Pferde, als bekämen sie in strahlender Sonne von unten noch Kühle.

Mal sehen, ob das schöne Spät-Frühjahrswetter für nächstes Bach-Restaurieren und diverses Radeln anhält.

Nun habe ich seit einiger Zeit schon Blog-Beiträge mit dem Überschriftstart „DK-Konferenz Aarhus …“ geschrieben. Da ist Näheres endlich gefragt. Nein, es ist keine DK-Konferenz – auf Dänisch, wie ich sie viele Jahre quasi als Maskottchen besuchen durfte – , es handelt sich um eine Internationale Konferenz in Aarhus, Dänemark. „Land Use and Water Quality 2019 – Agriculture and the Environment“ ist der Titel, vorgetragen wird „in english“.

In Dänemark ist Feiertag, Grundlovsdag, und Wahltag. Ein reges Ein- und Aussteigen am jeweiligen Wahllokal kennzeichnet meine Begleitung während der Busfahrt.

Der Vortragssaal der Plenarvorträge im Mathematik-Gebäude der Universität Aarhus ist gut besucht. Gleiches gilt in der Fortsetzung für die See-Auditorien, wo 4 Parallelsitzungen laufen.

An die 250 Fachleute aus wohl 23 Ländern beleben das Universitätsgelände bzw. das See-Umfeld in den Pausen. Interessant für mich war insbesondere der starke Besuch von 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern allein aus Neuseeland (so sagt jedenfalls die „List of Participants“, zum Vergleich zwei andere, große Gruppen: 41 Dänen, 29 Deutsche).

Vorträge und Poster wurden gestaltet von Wissenschaftlern aus den Fachrichtungen Wasser und Boden in der Ausrichtung Agrar, Umwelt, Klima sowie von Fachleuten aus Ministerien, Landesämtern, Beraterfirmen und Betrieben, Umweltverbänden, Stiftungen.

Der Tenor der Vorträge, die ich hörte, bestätigt meine Auffassung der heutigen Situation bezüglich Grundlagen, Problemen und Lösungsmöglichkeiten / – erfordernissen. (Man muss sich ja immer mal wieder hinterfragen ! )

Auch aus dem Agrarsektor sowie Agrar-Ministerien stammende Referentinnen und Referenten zeigten anhand ihrer Daten deutlich, dass selbst angesichts jahrelangen Einsatzes (oft genug vom Steuerzahler bezahlter) Hunderter von Beraterinnen und Beratern das Ergebnis der Auswirkungen im Agrarsektor NICHT DEN ANFORDERUNGEN GENÜGT, die eine für kommende Generationen saubere Umwelt stellt.

Das Versagen des (Politik- / Lobby-gesteuerten) Öffentlichen Sektors wurde allzu deutlich. Wer sich in Deutschland für solches interessiert, der sei auf die Internetseiten der Sachverständigenräte der Bundesregierung und ihre Agrar-Gutachten aus den vergangenen 3 Jahrzehnten verwiesen, z.B. Sachverständigenrat für Umweltfragen. Es gibt viele andere mehr – die Gutachten verstauben nach miesepetrigem Empfang durch die Besteller (die jeweilige Bundesregierung) in den Aktenschränken. – Was heute fachlich vorgetragen wird, bringt neben neuen Feinheiten stets eine Bestätigung dessen, was wir seit Langem wissen. Es fehlt schlicht: konsequentes Handeln.

Die Abstracts finden sich auf der Internetseite der Veranstaltung, oben beim Blog-Start zitiert.

Man war sich einig, dass parallel zum (endllich konsequent zu erwartenden) Öffentlichen Handeln gesamtgesellschaftliche Aktion zu begrüßen ist. So entsprach denn auch mein Vortrag über das Restaurieren ländlicher und städtischer Bäche und kleiner Flüsse in Beteiligung interessierter Öffentlichkeit dem allgemeinen Tenor. Extensivierung bzw. Anpassen der Nutzungen nicht nur im Nährstoff- und Pestizid-Sektor, Verbessern der Lebensraumstruktur, Erosionsschutz, Pufferstreifen, standorttypische Bäume und wie die Stichworte alle heissen, scheinen inzwischen auch dem Laien geläufig.

So ist wohl angesichts des Nichthandelns in der Realität nicht verwunderlich, wie Wahlen jüngst ausgehen. Der Mensch als solcher und als Steuerzahler, gemolken, hat es zunehmend satt.

Stellvertretend zitiere ich im folgenden Foto die norwegischen Autorinnen A.-G. B. Blankenberg und E. Skarbøvik „Bufferzones along streams: Good for environment but bad for food production?“.

„Leute, lasst Bäume wachsen!“ möchte man ins Land rufen.

Den Nachmittag nutzten wir für weiteres Kennenlernen der Landschaft mit ihren interessanten geologischen und historischen Entwicklungen.

Wir erklommen, gefahren und geführt von unseren Gastgebern, die Jels-Höhe, 128 m über NN.

Jels-Höhe, dazu gibt es auf dem Info-Schild eine Troll-Geschichte.

Ein Wollhaarnashorn-Horn neben dem vielfältigen Steinhaufen am Parkplatz? – Nein, es ist wohl nur ein vergleichbares Stück Altholz.

Reiterzentrum Vilhelmsborg.

Das Gut Vilhelmsborg ist schon etwas Besonderes.

Der ehemalige Mühlenteich ist inzwischen abgelassen, die Giber Å vorbildlich durchgängig für Wasser- und Landwanderer gestaltet.

Am steilen, treppenartigen ehemaligen Überlauf des Mühlenteichs symbolisieren Holzwehre die Vergangenheit. Gleichzeitig verhüten sie das Betreten der gefährlichen, hohen Stufen des Überlauf-Absturzes.

Der Bach sieht – bis auf den wirkenden Maximumfaktor Licht (Fadenalgen-Massen!!) – sehr gut aus. Hier gilt das vorher Geschriebene zum Thema „Bäume“.

Wir fahren Richtung Abend- / Abschiedsessen – noch ein kleiner Stopp an der „nichtendenden Brücke“.

Die „nichtendende oder unendliche Brücke“ liegt vor dem aufgestauten Schluchttal eines kleinen Bachs, dem Thors Mühlenbach.

Auch dieser Aarhus-nahe Strand ist äusserst beliebt.

Der hohe, bemooste Absturz bedeutet für fast alle von See kommenden Wanderer das Ende ihres Einstiegs ins Süsswasser.

Für Kinder „Was lebt im Thors Møllebæk ?“ ist das hier ein spannendes Erlebnisfeld.

Alle kleinen Forscher haben ihr Erfolgserlebnis.

Stichlinge und aufsteigende Jungaale sind das beeindruckende Fangergebnis. Mit Glück und viel Einsatz wird es Letzteren sogar gelingen, durch die Moospolster steil aufwärts in Thors Møllebæk zu gelangen und viele Jahre dort heranzuwachsen, bis die lange Laichreise ins Sargassomeer ansteht – viel Glück!

Wir finden ein ausgezeichnetes Lokal direkt am Freizeithafen.

Windgeschützt geniessen wir unser Essen in der Abendsonne.

Und immer gibt es was zu gucken – Segelschule in der Aarhus-Bucht.

An dieser Stelle danken wir nochmals unseren lieben Gastgebern und hoffen auf ein nächstes Treffen, sei es in Aarhus- oder Hamburg-Umgebung.

Abendstimmung – auf der Rückfahrt vorbeihuschende Landschaft, Strandwald auf Moräne.

Tags drauf grüßen uns die Wasserbüffel, Pinneberg, nach gelungener Rückfahrt und Mittagessen in nahem Restaurant.

Das Moesgaard Museum, Aarhus (richtiger: Højbjerg), ist immer einen Besuch wert. Vor Zeiten hatten wir unseren Junioren den Grauballe-Mann gezeigt – vorher muss man sich Gedanken über das Alter machen (nicht das des Grauballe-Manns). Inzwischen ist das Museum völlig neu gebaut und lohnt schon wegen seiner Architektur und Landschaftssicht eine Anreise.

Das neue Moesgaard Museum stellt einen eigenen Landschaftsteil in spannender Eiszeitlandschaft dar.

Kostenlos ist dieses Beton-Rasen-Gefälle bis zur Höhe zu besteigen.

Steil geht es bergan – die jungen Damen verharren bald, etwa in der Mitte.

Auch von da lohnt sich ein Rundumblick.

Wir gehen weiter, dem Horizont entgegen.

Unser Blick über die Aarhus-Bucht Richtung Mols Bjerge wird von einem Segler gefangen.

Hinterm Horizont geht`s weiter … – Man erhält den Hinweis, dass weder das Herunterspringen vom Höchstpunkt, wohl gut 20 m über dem Erdboden, noch das Herunterwerfen von Gegenständen erwünscht ist.

Immerhin – wir werfen einen Blick hinunter. Da steht eine Freilichtbühne.

Wieder unten, vor dem Museumseingang – „Kong Arthur“ und seine Tafelrunde, Thema der Freilichtbühnenaktionen.

Schon unsere Gastgeber hatten uns auf „Kong Arthur“ hingewiesen, das Museum war vor lauter Hinweisschildern in der Anfahrt nicht zu verfehlen.

Wir sind drin, gehen entgegen dem zeitlichen Verlauf in die Vergangenheit (das geht auch anders).

Da sind wir also nahe dem Thema des Freilichtmuseums eingestiegen. Plastisch und in Animationen werden die Zeit einschliesslich der finsteren, nicht gerade der Gesamtgesellschaft dienenden Rolle der Kirche beschrieben.

Technische Meisterleistung Wikinger-Boote.

Umfangreich werden Opfer der Eisenzeit entsprechend der Funde im Umland und mit Darstellung der Vielzahl neuer Erkenntnisse vermittelt, hier ein Kriegs-Ross.

Aus der Vielzahl von Kampfgegenständen (und Skeletten inkl. deren Zustand), die vom Seegrund archäologisch fachkundig geborgen wurden, wird die Vergangenheit lebendig.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse flossen in eine Animation ein, der man sich aussetzen kann.

Man steht im Halbdunkel auf einer Kreisfläche (auf einer Seite geht`s rein, gegenüber raus – seinen Standort kann man frei wählen).
Links an der Wand (Film) stehen Mann an Mann als Schildmauer – Kämpfer, rechts die anderen. Beide Seiten machen nacheinander ihr TamTam. Dann öffnen sich kleine Gassen, die Bogenschützen treten vor, lassen irrwitzige Pfeilmengen in die 2. Reihe der Gegner prasseln. Genau so, nach Rückzug der Bogenschützen, die Speerwerfer. Dann (oder war das vor Bogenschützen und Lanzenwerfern?) rast – wie donnerndes Gewitter, man bekommt einen Schrecken – Reiterei zwischen den Fronten durch (natürlich „nur“ in der Animation an der Wand). Dann gehen die Horden aufeinander los und das Gehacke beginnt …
Man spricht von der ersten professionell organisierten und ausgestatteten Armee hierzulande.

Entsprechend „reich“ sind dann die Hinterlassenschaften von Hunderten (über 1.000 ?) Leichen. Die durften wohl 3 Monate kompostieren, bevor auch sie, wie die Waffen, im See versenkt wurden.

Das alles ist Homo sapiens, wie wir uns nennen – damals wie heute.

Der Opferplatz liegt im Illerup Ådal, ein Massengrab wurde bei Alken Enge gefunden.

Interessant und nicht so dramatisch empfanden wir die Ausstellung zu internationalen Beispielen des Umgangs mit Verstorbenen heutzutage.

Wir verlassen das Moesgaard Museum wie wir es betreten haben, auf der Treppe noch unseren Vorfahren ins Auge sehend: Der Besuch ist ausgesprochen empfehlenswert.

Draussen, vor dem Moesgaard Museum – was für ein Wetter!

Nach gemeinsamem Essen erfolgt dann erwartungsgemäß der Sonnenuntergang (sichtbar dank Wolkenloch).

Es ist an der Zeit, bei der Konferenz einzuchecken.

Ich bin eingecheckt. – Vom Mathematik-Gebäude, wo die Plenarvorträge gehalten werden, gehen wir – gut gelenkt – vorbei an der Biologie zu den See-Auditorien, wo die Parallelsitzungen stattfinden.

Ok, das wird sich morgen früh wiederfinden lassen – da bin ich dran.

Vor dem See weist ein Schild unser nächstes Ziel aus, das Naturhistorische Museum.

Das Museum – sehr empfehlenswert – wollen wir diesmal allerdings nicht besuchen, „nur“ ein paar eigene Bücher (die beiden jüngsten unter „Praxistipps“) abgeben und zwei Hefte (1, 2)  zum Trainieren meines Dänisch kaufen. Nicht nur diese beiden Erklärungen zum Verlauf der vergangenen 10.000 Jahre und zum Zukunftsaspekt Klima sind sehr verständlich. Alle Hefte dieser Reihe stellen ausgezeichnete Informationsmaterialien.

Es hat geklappt – beide Seiten sind zufrieden.

Wappen-Gully Aarhus – wir nutzen den Vormittag, neue Aspekte von der Stadt kennen zu lernen.

Sieh an, AROS lugt über den Horizont.

Das ist ja noch recht neu, meinen wir. – Uuups, unser Besuch dort ist schon  eine Weile her (und seinerzeit gab`s das Museum schon etliche Jahre).

Vielleicht sollten wir mal wieder hingehen – bei einem nächsten Aarhus-Besuch.

Einer der vielen Brunnen – Vogel mit Goldapfel, Ecke Søndergade/Østergade.

Hier in der Søndergade sollen wir eine neue Aarhus-Perspektive nicht verpassen, wurde uns empfohlen. Da ist sie schon.

Auf dem Weg – zum neuen Genuss müssen wir ganz hoch hinauf.

Über mehrere Ebenen erstreckt sich „Salling-Rooftop“. Wenn Architektur jemals etwas geleistet hat, dann hier.

Wer möchte, kann im Luftraum bis ganz über die Søndergade hinausgehen.

Mit dem AROS-Regenbogenumgang befinden wir uns nun auf Augenhöhe.

Schon eindrucksvoll.

Andere Seite, Richtung Hafen, Ostsee (richtig heisst das hier wohl: Aarhus-Bucht).

Nochmal ein kleiner Ausschnitt, Blick auf die Salling-Rooftop-Ebenen von oben.

Gut essen und trinken lässt es sich hier oben übrigens auch.

Rückfahrt, wie gekommen, mit dem Bus.

Aussteigen müssen wir an der Holme Kirke, nicht direkt fast vor unserer Haustür – es gibt zwei Routen Bus 2 A, kurz vor Endstation.

Beim Betrachten des Umfelds fallen mir irische und bayerische Eindrücke ein …

Gleich gegenüber der Kirche … – man kann sich also überlegen, ob man nach „Kirchenbesuch“ zu Hause zugeben muss, man habe sich für das Etablissement entschieden, „wo die Gesangbücher Henkel haben“.

Der Nachmittag soll mit dem neuen Moesgaard-Museum besonders ausklingen.

Der Spaziergang nach dem Ankunftsabendessen führte uns zur Skovmølle an der Giber Å. Von hier aus kann man einen gut gekennzeichneten Wanderweg Richtung Ostsee wählen und lernt so einiges dabei.

Auf dem Parkplatz begrüsst uns … – Ephemera, die Große Maifliege, zahlreich. Irgendwie gefällt den Insekten unser Autodach. Fast könnte man meinen, hier wollten sie ihre Eier ablegen.

Alt-Erle im Umfeld der Skovmølle, sieht aus wie „Eiche-Knorrast“.

Wohl Nachbau eines historischen Gebäudes, Viehunterstand? – leider ohne Erläuterung.

Nein, kein Viehunterstand, sondern ein Kulthaus ist das, in dem den Verstorbenen Mahlzeiten in Tonschalen hingestellt wurden.

Uralt-Esche an der trockeneren Kante zum Bachlauf. Es nieselt kurzfristig.

Fiskerhuset – an der Mündung der Giber Å.

Hier im Mündungsbereich breit gebaggerte Giber Å mit Strandwall – der Bach weicht nach links aus.

Wie wohl überall, wo der Mensch mit Gerät herumbaggert, ist von der Natur des Bachs nichts mehr zu sehen.

Am Durchbruch des Strandwalls zeigt das Wasser seine Sortierkraft und gewinnt hier den ursprünglichen Steingrund wieder.

Und so fliesst der Moränenbach auf steinigem Grund turbulent in die Ostsee.

Der erodierende Strandwall sieht fast wie ein Anschnitt-Modell einer Eiszeitlandschaft aus.

Wir gehen durch das Erosionstal der Giber Å bachauf zurück.

Aufgrund des starken Gefälles konnten trotz des nur 12 km kurzen Bachlaufs in der Vergangenheit 3 Wassermühlen unseren Vorfahren Energie fürs Getreidemahlen, Stoff- und anderes zerstampfen und weitere Anwendungen liefern. [Etwas Ähnliches ist in Hamburg an der Wandse zu bestaunen. Nein, da flossen – mal abgesehen von den Gletscherwässern unmittelbar am Ende der letzten Eiszeit – keine großen Wassermassen, wie falsch in mancher Broschüre zu lesen ist. Die Altvorderen stauten Mühlteiche auf, deren Wasser zum Arbeiten schwallartig – oft genug sehr zum Leidwesen des unterliegenden Müllers – abgelassen wurde.]

Und hier erlebten wir schier Unglaubliches, Anzeichen für die hohe Produktionskraft unserer Moränenbäche. Die Große Maifliege schwärmt in großer Zahl. Aufnehmen lässt sich das angesichts meiner Kameratechnik eher zufällig.

Seit Langem ist die Durchgängigkeit des Bachs vorbei am Mühlenteich und unter Kleinteilung der Wehrabsturzhöhe wieder hergestellt – gute dänische Praxis!

So ist es nicht erstaunlich, dass die Giber Å wieder ein vielfältiger Lebensraum und Laichplatz für z.B. Meerforellen ist. Die Fischreiher, denen wir begegneten, wissen Bescheid.

Das Mühlrad sieht sehr nach „Zahn der Zeit“ aus. So ist denn im Netz nachzulesen, dass ein Restaurieren unmittelbar bevorsteht.

Das Mühlenlokal wird sehr empfohlen. Wir konnten es allerdings nicht testen, da um 19 Uhr Feierabend ist.

Zwischen trocken und nass – noch so eine Alt-Erle, die beim ersten Hingucken fast mit einer Eiche zu verwechseln ist.

Durch eine alte Mehlbeeren-Allee fahren wir Richtung Hauptstraße, zu unseren Gastgebern, zurück.

Es stehen die Registrierung bei der Konferenz und ein paar Besichtigungen auf unserem Programm des Folgetages.