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Archive for the ‘Reisen’ Category

Nachmittags bedeckter Himmel, kein Regen angesagt – gutes Radelwetter.

Richtung Südosten, Richtung Völkerschlachtdenkmal.

Vorbei an lichten Parks.

Nicht zu verfehlen, nicht verfehlt – das Völkerschlachtdenkmal.

Ganz schön wuchtig.

Blick aus halber Höhe nach Südwesten: Zeugnisse aus der Vergangenheit – Kapellenanlage des Südfriedhofs, dahinter Kraftwerk Lippendorf.

Der Südfriedhof lohnt sicher einen Besuch, wenn man nicht wie wir auf Kurzreise ist. Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf stammt aus dem Jahr 2000, ist also recht neu und dem entsprechend mit mancherlei Optimierungen ausgestattet. Gleichzeitig repräsentiert es bereits die Vergangenheit.

Blick NordNordWest – über die Wasserfläche vor dem Monument und den Markt auf dem Parkplatz auf Leipzigs Zentrum, weniger weit entfernt, als es scheint.

Wieder unten angekommen. Die Sonne hat sich entschieden zu erscheinen und zu bleiben.

Sehr beeindruckend sind nicht nur An- und Ausblick des Völkerschlachtdenkmals, sondern auch die Informationen über das Drum und Dran. Immerhin sagt schon der Name, dass hier breite Allianzen gegen Napoleon gekämpft haben. Die Bedeutung für die Menschen, die Umgebung und die Geschichte werden in Requisiten, Bild und Wort sehr gut im zum Monument gehörigen Museum vermittelt – unsere Empfehlung!

Spätnachmittags – scheinbar letzte Sonne. Also mit Schirm zum Abendessen.

Der Abend bleibt ruhig – kein Schirm nötig. Illustre Fronten historischer Häuser beeindrucken uns – hier eine mit Verbesserungsbedarf.

Diese Hausfassade entspricht heute eher dem Normalbild in Leipzigs Zentrum und Umgebung.

Der nächste Tag – sieht gut aus.

Da es frühmorgens (freundlich gesagt) noch recht frisch ist, entscheiden wir uns für einen weiteren Museumsbesuch – das Grassi.

Das Grassimuseum vereint verschiedene Museen, für jeden Geschmack sollte sich etwas finden lassen.

Wein, Weib und Gesang? So ein Bisschen scheint dieser alte Musikautomat die Richtung zu weisen.

Symbolisch für regionaltypische, ganz unterschiedliche Nutzung von Naturgütern mögen diese aus Nautilus-Schale gefertigten Löffel stehen.

Interessant, wie thematisch dicht die Museen für Völkerkunde, Musikinstrumente und Angewandte Kunst zueinander stehen. Wir wollten sie – zum Erstaunen der Damen an der Kasse – alle.

Heutige Gebrauchskunst.

Irgendwie tut sich unsere Generation hervor durch das Erzeugen von Abfall – möge unser Umgang mit Gebrauchsgut zukunftsfähiger werden.

Wieder draussen – das Wetter wirkt zweifelhaft.

Egal, nach all dem Drinnen-Wandern erlauben wir uns eine weitere Radtour durch die Leipziger Auen, vgl. Artikel vom 12. Mai.

Und schon ist der Kurzurlaub in Leipzig vorbei.

Fix die Leihfahrräder am Abreisemorgen zurückgebracht – Schild und Pfeil weisen hoffentlich nicht auf eine ungute Entwicklung bei den kommenden Wahlen hin ? ! Rechts abbiegen? (Zum Glück sind wir gerade Fußgänger und auch als Radler bräuchten wir das Schild, jedenfalls den blauen Teil, nicht zu beachten.)

Hauptbahnhof Leipzig, gleich kommt der ICE.

Ja, er kommt. Pünktlich! Danke, DB, weiter so! In Windeseile geht es gen Nordwest.

Wie vorhergesagt, passieren wir eine schmale Regenfront.

Und kommen gut in Hamburg-Altona an. Von der S-Bahn Richtung Wedel aus bestaunen wir volle Kastanienblüte in Othmarschen.

Mal sehen, was das Leipziger Auenökologiesymposium im Herbst bringen wird.

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Duster am Morgen. Regen ist angesagt.

Regen in Leipzig – wie schön für die vielen Gewässer, wenn`s denn genug Regen wird.

Blick über die Nordwest-Ecke des Leipziger Rings – aus einer ultra-Auto-freundlichen Zeit. Gleich hinter uns liegt unser Ziel.

Wer zentral untergebracht ist und nicht bei Regen radeln möchte, hat es leicht. In unmittelbarer Fußwegentfernung liegen z.B. eine Vielzahl Museen. Wir entscheiden uns für das Naturkundemuseum. Das ist bereits über 100 Jahre alt – und bleibt weiter sehenswert und spannend.

Draussen liegt, was drin unter anderem zu finden ist und erläutert wird, z.B. Findlinge.

Versteinerte Baumriesen – Lernen und Spaß für Jung und Alt.

Sehr schön verdeutlicht das Naturkundemuseum, dass sich Altes und Neues ständig in Arbeit und Entwicklung befinden.

Zum Beispiel die Großtiere von Hermann ter Meer.

Groß und klein.

Auf „Leipziger Meeressand“, salzig-aquatisches Bodenleben vor Urzeiten.

Fundstücke in Variation: Haizahn, frei und eingeschlossen.

Ob Meeresgrund, ob eiszeitliches Geschiebe, von Skandinavien bis heran an die Mittelgebirge, wir leben und werkeln auf Hinterlassenschaften der Erdgeschichte.

Die Betrachtungen über die Zeit bringen auch den Menschen in Bezug , Text einer Darstellung zur „Entwicklungsgeschichte der Erde, die geologische Uhr“: „Das Alter des Menschengeschlechts, etwa eine Million Jahre – Das entspricht der letzten Minute vor 24 Uhr“. (Was haben wir uns in „dieser Minute“ für Überheblichkeiten angewöhnt.)

Bei all dem, was uns gerade wieder in Film, Funk und Fernsehen dargeboten wird, erinnert man sich an das Treffen der Erde mit einem anderen Stern. „Hallo Erde, wie geht`s, gesund und munter?“ – „Oh danke, schlecht. – Ich habe Mensch.“ – „Mach Dir nichts draus, das kenne ich. Das geht vorüber.“

Ausführlich ist die geschichtliche Entwicklung im Umfeld Leipzigs dargestellt, z.B. die Energiegewinnung durch Flussmühlen.

Das Entstehen und Vergehen von kleinen Abzweigungen, Kanälen, war wie vielerorts Grundlage für blühendes Handwerk jeglicher Art. Straßennamen zeugen oft noch davon. Informativ ist die Bedeutung der Vielzahl Gewässer und des Auwalds für den Leipziger Raum dargestellt (vgl. auch vorigen Beitrag).

Esche, 150-jährig – leider im heutigen Auwald fast nicht mehr zu finden.

Es fehlt offenbar am Willen, diesen Schatz Leipzigs in ein zukunftsfähiges Gesamtschutz- und -entwicklungskonzept zu binden.

Eiche, 250-jährig.

Sperber und Schatten.

Viele andere Themen sind konzentriert behandelt und vorgestellt, z.B. Vögel, alte Dioramen. Die Internetseite des Naturkunemuseums gibt einen breiten Überblick.

Draussen nieselt es noch ein Bisschen.

Einmal mehr haben wir gelernt, dass man nie auslernt. Also: dran bleiben!

Erstmal orientieren.

Natürlich finden wir wieder ganz in der Nähe unserer Unterkunft, inmitten von wechselnder Bau- und Baustellen-Historie, eine gute Adresse für`s Mittagessen.

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Der Kanaldeckel in Leipzig und spätere Gewässer(ein)sichten erinnern mich an etwas …

Als ich vor Zeiten meine Beschäftigungsstelle in Hamburg wechselte, „miene Strom-Tied“ gegen regionales Arbeiten in einem Bezirksamt tauschte, sagte der damalige leitende Wasserbauer: „Wenn Sie als Gewässerbiologe hier Fliessgewässer erwarten, werden Sie enttäuscht. Wir haben in Hamburg eigentlich nur offengelegte Regenwasserleitungen.“.

(Dass sich das als Irrtum (vielleicht als Jux) erwies, ist heute Geschichte sowie weiter gut geübte Praxis.  🙂  )

Brunnen, auch Wasser in Leipzig – in vielfältiger Variation.

Wer im Internet nachsieht, findet etwas zum Leipziger Wasserknoten. Das verspricht allerhand Erlebnisse, z.B. beim Radeln.

Oha, Gewässer als „offengelegtes Regenabflussrohr“ (die Parthe ?) – was erwartet uns noch?

Leipzigs Neue Luppe, ein tief zwischen Hochwasserdeichen fliessendes Ergebnis von Planungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Wir tauchen in den Auwald ein.

Ahornblüten.

Bärlauch betört unsere Sinne.

Was für ein Erlebnis!

Wieder draussen – die Nahle verläuft tiefliegend, ein Mäander wie vom Reissbrett, Ingenieur-Vorstellungen der Vergangenheit.

Die tiefliegende Nahle zwischen dem viel höheren Auwaldgelände. Ein Angler hofft, am Horizont winkt das Nahlewehr (auch auf Google Earth vom Satelliten auffindbar).

Detail Angler und Nahlewehr.

Das Nahlewehr, ultrahoch – was sind das für Aussichten für einen Auwald, wenn nur in Fast-Katastrophensituationen reichlich Wasser in ihm fliessen kann ? !

WasserKunst durch Zoologie, Wellenspiel. Weisse Elster, nach Queren von Nahle und Neuer Luppe: Nutria hat vergangene, milde Winter mit ordentlich Fortpflanzung belohnt.

Die Wasserqualität sieht farblich nicht gerade berauschend aus. Vielleicht täuschen wir uns.

Nahle auf dem Rückweg – der Fischreiher zeigt, dass es wohl Fisch, vielleicht aber auch oft querende Mäuse und ähnliches zu erwarten gibt.

Der Aufmerksame im Detail. Tauchenten und Kormoran sahen wir ebenfalls regelhaft.

Die Kleine Luppe, mit starkem Gefälle, lässt an eine Vielzahl Verbesserungsmöglichkeiten denken.

Zurück in Leipzig, Stadt, Blick von der Elsterstraße – der Elstermühlgraben ist Passanten-freundlicher gestaltet, weiter in Arbeit. Mal sehen, wann wir ihn einmal mit Wasser erleben.

In der Detailbetrachtung zeigt sich leider, dass dem Gewässerlebensraum keine angepassten Strukturen zur Verfügung gestellt werden. Hoffen wir mal auf Zukünftiges – verbessern kann man immer.

Der Leipziger Wasser- oder Gewässerknoten also, in Teilen von uns radelnd erlebt. Es scheint, als handele es sich angesichts der Vielfalt von anstehenden Problemen (bei teils angenehmer Optik) um einen Gordischen Knoten, den es zu entwirren gilt.

Stadt und NABU sind aktiv. Allerdings ist der wirkliche Wasserschatz offenbar nur von wenigen (Querulanten ?) erkannt.

Es gilt (wie anderswo), in Stadt und Land die Werte der Landschaft und ihr Potenzial zu erkennen. Handeln zum Verbessern der Boden- / Wassersituation, Stützen von und Verbesserungen für Flora und Fauna auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel, sind angesagt – nicht zuletzt als Lebensgrundlage und als reicheres Erlebnis für den Menschen.

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Wir starten am Südende des Ochsenweges, besonnt, in der früher wuseligen (aber sicher erheblich schmutzigeren) Handelsstadt Wedel, Holstein.

(Man stelle sich das vor – bis zu 40.000 Stück Rindvieh wurden vor Zeiten in einer Saison von Dänemark bis hierher an die Elbe getrieben und verkauft.)

Vorbei am Mühlenteich …

… geht es, dann mit der S-Bahn, zum Bahnhof Altona. Ganz schön duster hier!

Nass läuft der ICE ein – macht nix, wir bleiben ja trocken.

Die Fahrt gen Südosten zeigt ständig Wechselndes – im Grundsatz Sonne, tiefe Wolken und hoch oben die Eiseskälte, die uns von Norden beehrt.

Elbe-Buhnen, Wittenberg – nein, nicht das mit -en dran in Hamburg – auch nicht das mit -e dran, wo wir 2018 schicken Urlaub machten. Wir haben die Lutherstadt passiert.

Ankunft in Leipzig, Hauptbahnhof.

Sonniger Blick aus dem Hotelfenster auf grünes Labyrinth – hier vergnügen sich verschiedenerlei Eltern, Großeltern und die Jüngsten oft.

Verblüffung – heisst es „DAS Elbe?!“ – Kalauer, geh weg! Vor lauter Staunen habe ich den echten Text vergessen, wie es mit „Dasselbe“ beginnend weiterging.

Räder gemietet, losgeradelt – vielerlei restauriertes mit und ohne Turm gibt es zu bestaunen.

Auch zu bestaunen ist die Gewässervielfalt – hier wohl die Parthe, an dieser Stelle ein Steingerinne zur Regenwasserableitung.

Zur Gewässervielfalt (auch in ganz anderer Gestalt) folgt in einem späteren Beitrag mehr.

Bärlauch-Blüte!
Wo Gewässer sind, sollten auch naturnahe Auen sein – in Leipzig sind die Bemühungen darum zu erkennen.

Der Bärlauch wird uns wiederbegegnen.

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Pustekuchen? – Nein, alle ma` pusten !

Ein Foto zum Thema Löwenzahn-Honig hatte ich vor einigen Tagen gezeigt.

Lassen wir doch dem Löwenzahn (den Bienen, Karnickeln uvm.) den Spaß – und haben unseren auch.

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Voriger Sonntag – es regnet! Für momentane Verhältnisse ausdauernd. Da bleibt das Rad mal stehen, wir fahren über die Landesgrenze, in den Klövensteen, Hamburg.

Regen! – Immerhin, es bilden sich Pfützen auf der Fahrbahn.

Neben der Fahrbahn – langgezogene Pfützen, lange nicht gesehen. Ein wenig Wasser- und Windkraft hat Nadeln neu verteilt.

Wechselnde Bilder.

Pollen, kürzlich noch massenhaft in der Luft, wirken plötzlich niedergeschlagen.

Keine Malerfarbe – Pollen, schön sortiert.

Tiefe Gräben allerdings sind völlig unbeeindruckt.

Die übertiefen Gräben …
Im Bodenanschnitt ist nicht zu erkennen, dass der Regen nennenswert tief eingedrungen wäre.

Aber schon die Benetzung der Bodenoberfläche scheint Käferlarven, Regenwürmer und mehr aktiviert zu haben. Die Wildschweine jedenfalls buddelten begeistert.

Zurück in Wedel. Farbwechsel – Rosa geht so langsam.

Ein Blick auf die online-Pegel zeigt, dass die Exkursions-Este kurzfristig 10 cm Wasserstand zugelegt hat. Fast hätte sie mittleren Abfluss erreicht. Nach 12 Stunden Anstieg und 12 Stunden Absinken ist sie wieder auf „Exkursionhöhe“ gefallen – genau zwischen Mittel- und Niedrigwasserabfluss.

„Meine“ Restaurierungs-Bäche in SH haben fast gar keine Reaktion gezeigt, fliessen unbeeindruckt weiter bei mittlerem Niedrigwasser in den Mai.

Wir brauchen das ( / mehr) Wasser. Gehen wir sparsam damit um.

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Das alte Fahrrad ist gespendet, ich radele das neue ein. – Was liegt mir da im Weg?! Bloß nicht überfahren, nicht drauftreten.

Groß-Käfer, platt – dieser Kollege hat Pech gehabt.

Oh, der andere – das ist ja …
… ein Maikäfer, rücklings.

Mal angucken, vielleicht den Nachfahren mitnehmen.

Oha, leer!

Der hat wohl einer Fledermaus oder einem Vogel geschmeckt.

Na, wohl bekomm`s! – Ob ich 2019 Maikäfer nochmal sehe, womöglich lebendig?

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Wir sind auf dem Rückweg, Richtung Busse. Einen Hinweis auf den Fischotter habe ich am Ende des vorigen Beitrags per Foto gezeigt.

Erle auf Stelzwurzeln wie Mangrove – Zeugin der Vergangenheit. Einst standen hier 5-10 Alt-Erlen mehr, die Este floss nach links in großem Mäanderbogen herum und kam am Horizont des Fotos wieder an. – Grober Unsinn beseitigte die anderen Erlen, diese wurde freigespült – klares Zeugnis, wie Erlenwurzeln in Wasserhorizonte hinunter wachsen – Erosionsschutz „at it`s best“.

In der Nähe der Butterbergbrücke gucken wir in holzigem Treibsel strömungsruhiger Bereiche und in Kiesbänken mit starker Turbulenz, wer sich angesiedelt hat.

In der Ruhe – Wohnröhren von Zuckmückenlarven und Kleinwürmern aus Feinsediment nach Siebprobenahme ausgespült, runde Eintagsfliegenlarven dabei.

Im holzigen Treibsel: Köcherfliegenlarve und Bachflohkrebs.

Turbulenz-Anzeiger – eine flache Eintagsfliegenlarve, wie ein aerodynamischer Rennwagen.

Wir verlassen den Bötersheimer Forst Richtung Süden.

Fahrt durch Agrarland – hier: Kartoffeln.

Aus Otters Wümme- und Oste-Niederung hoch auf die Moränenhöhe – Windmühle in Kampen.

Intensives Grün auf der Höhe – allüberall Agrarland. Wo sind Wege- und Gewässerrandstreifen?

„On Top of the World“ – höchste Stufe des Agrar-Subventions-Wahns. Sand-Wüstenei auf dem Todtshorner Berg. Selbst minimal verbliebene grüne Wegeränder sind inzwischen weggespritzt und -gepflügt.

Blick vom hiesigen Dach der Welt, Todtshorner Berg, mit noch glimmenden Osterfeuerresten in die Wümmeniederung.

Hier kann man trefflich über Einzugsgebiete informieren. Vom Umfeld Lüneburger Heide, Wilseder Berg, her fliessen die Seeve und die Este (je ca. 50 km lang, Mündung östlich bzw. westlich HH in die Elbe), die Oste (Quelle in Tostedt, im Foto „rechts voraus“ ca. 150 km bis fast zur Mündung der Elbe in die Nordsee – alle 3 genannten Bäche also Elbe-EZG) und die Wümme (ca. 150 km bis zur Weser bei Bremen).

Ja, klar – und alles, was im Einzugsgebiet passiert, teilt sich den Flüssen und somit dem Meer mit. Wir sollten endlich nicht zuletzt die Agrar-Subventionen zwingend an entsprechende Randbedingungen koppeln.

Blick von der Hügelkuppe zurück auf die Freudenthalstraße – bis dahin nicht witzig.

Ebenfalls nicht witzig der Ackerrand zur Freudenthalstraße. Hier ist nicht sonnenverbrannte Fläche, sondern verbotener Glyphosat-Einsatz zu sehen, grüner Rand, totgespritzt.

Glyphosat-Tod, zum besseren Erkennen durch gelbes Oval gekennzeichnet. – Das kostet ca. 300 € Bußgeld.

Die Tragik des Verwaltungsvorgangs: Wer gegen das Bußgeld widerspricht (das ist insbesondere die abgesprochene Praxis der Hardliner), landet vor dem Gericht. Wenn das Zeugnis die Richter überzeugt, legen sie dem Verursacher nahe, das Bußgeld zu akzeptieren. – So weit, so gut. Da der Verursacher somit aber nicht bestraft ist, trägt der Steuerzahler die Gerichtskosten. Das dürfte in Summe Arbeitsstunden, Kostenerstattung für Zeugen uvm. so bei 5.000 € liegen – zu Recht ärgert sich der Steuerzahler.

Wieder an der Este.

Otterberme B3 – der Landkreis Harburg hat konsequent Brücken mit trockenen Wanderwegen für Wanderorganismen an Land versehen. So entfällt der Verkehrstod, eine der häufigsten Todesursachen für den Fischotter.

Und wieder Tierchen – Köcherfliegenlarve, schwarzer Strudelwurm und Bachflohkrebs.

… und noch eine „nackte“ Köcherfliegenlarve dazu.

Detail nackte Köcherfliegenlarve – zahlreich, die Kiemen an der Körperunterseite.

Hier gibt`s auch Turbulenz – neben der runden eine der bekannten, flachen / platten Eintagsfliegenlarven, Gammarus-Kind ebenfalls im Bild.

Die mehrjährig grabende Eintagsfliegenlarve Ephemera darf nicht fehlen.

Blick bachauf – Breiten- und Strömungsvarianz, Erlenallee, Aufrechter Merk, Otterbermen.

Jetzt aber schnell zu den Bussen – der Metronom nach Hamburg wartet nicht.

Zurück in Wedel, Ampel rot. – Was für eine Exkursion bei solchem Wetter! Die Regenfront hat den Horizont erreicht. Prima! Es gibt tatsächlich nennenswert Regen!

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Zum vierten Mal im April 2019 reiste ich zur TUHH – Vorlesung „Hydrobiology“. Es grünte, langsam aber sicher.

Neben Fachlichem wurden letzte Fragen zur Exkursion an die Este geklärt.

Früh am Exkursions-Sonnabend, Treppe und Fahrstuhl Bahnhof Tostedt.

Das sieht ja gut aus – ab Mittag ist eine Regenfront angesagt.

Die Busse sind auch schon da – müssen nur noch die Studenten rechtzeitig mit dem Metronom ankommen.

Es kann losgehen.

An der Vorlesung nehmen 17 Studenten aus 7 Ländern teil (nach Zahlen bzw. alphabetisch: Frankreich, Indien, Deutschland, USA, Ghana,  Kolumbien, Mexico).

Unser erster Stopp wurde inzwischen mit Leitplanken derart gesichert, dass wir ein wenig anmarschieren müssen.

Von dichtem sieht das noch willkürlicher aus.

Bewegter Sand, Blick von der Este-Überfahrt B 75, das Leichentuch des Gewässergrunds.

Aufrechter Merk (Berula erecta) engt „als Wasserbaumeister“ die überbreite Wüstenei ein und bietet so bessere Gewässerstruktur, schafft lebendige, turbulente Strömung.

Heller Kies – ein Bachforellenlaichbett aus November / Dezember ist offenbar frisch von laichenden Bachneunaugen geputzt (und genutzt) worden.

Totholz im Luftraum – gut, dass es (wenn auch nur punktuell) so weit akzeptiert wird. Wirklich wirksam wird es aber erst im Gewässer selbst.

Wir sind nach Bötersheim weiter gefahren, Landschafts- und Baum-Historie ist hier gut vermittelbar. Die verbreiterte Schneise entstand beim Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung NEL – mal unter Suche nachschlagen.

Gut lässt sich der Waldumbau von Nadelforst zu gemischtem Laubwald nachvollziehen.

Gutes Beispiel, ein durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen NEL in Grund und Ufer dynamisierter Mäander.

Teils wandern wir durch Bäume wie durch Torbögen.

Seltener Anblick: Ein natürliches Meerforellenlaichbett. Die Este hat die Steine am Mäanderprallhang aus der Moräne herauspräpariert, die Fische „verarbeiten“ sie weiter.

Alt-Erle, Zeugin der Vergangenheit. Sie tritt nicht in den Fluss, wie mal ein vorgestriger Wasserbauer behauptete, der solch Baum am liebsten mit Stamm und Wurzel entfernt hätte.

Diese Erle, als letzte ihrer Art in dieser Ansicht, zeigt vielmehr, wie schmal die Este einmal von Natur aus war. Bis eben ein Baum nach dem anderen nicht toleriert und entfernt wurde. Leicht lassen sich Hunderte von m³ bachab transportierter Mutterboden und Sand, durch unnatürlich geförderte Erosion bachab transportiert und teuer im Mühlenteich Buxtehude gebaggert, abschätzen. – Mehr zum Thema hier.

Ohne Jungwuchs … – Vergehen einer Alt-Erle.

Normal würden keimende Erlensamen wie Unkraut freie Flächen bedecken. Inzwischen gibt es Schnellere: hier einartig der „Neophyt“ Drüsiges Springkraut. Da haben andere Lichtkeimer keine Chance mehr.

Über Neophyten allgemein und speziell findet sich reichlich Information – wer sucht, der findet.

Und wieder Totholz, diesmal im Wasser. Es stabilisiert einen Steilhang – Düne auf Moräne – in einem Prallufer der Este.

Der nächtliche Regen hat eine kleine Abflussspur durch den Dünensand hinterlassen. Unten, im Wasser, lässt sich Kies erahnen, die Moräne ist gerade vom Sand zeitweise unsichtbar gemacht.

Hier, hoch über der Este, blicken wir (in den Vorjahren abgebildet) ebenfalls auf eine NEL-Ausgleich-und-Ersatzfläche. Großflächig wurde standortuntypischer dichter, dunkler Nadelforst abgeholzt. Teils wurden kleinflächig Laubhölzer gesetzt, flächig soll die Natur über die Zeit zeigen, was hier hingehört.

Wir gehen zurück Richtung Busse.

Immer mal ein kleiner Stopp – fast hätten wir Zeichen des Fischotters übersehen: Scharrhaufen aus Sand und Fuß- sowie Krallenabdrücke am anderen Ufer.

Beim nächsten Stopp – im nächsten Beitrag – werden wir die Besiedlung von holzigen und kiesigen Stellen untersuchen. Danach fahren wir gen Süden, unter anderem „auf`s Dach der Welt“.

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Die wochen- und monatelange Niederschlagsarmut zeigt ihre Spuren allüberall. Im vorigen Beitrag habe ich zwischendrin einen trockengefallenen Bachoberlauf sowie einen (bzw. zwei) Verursacher genannt.

Wie Umweltberatung seit den 1980ern erfolgreich vermitteln konnte (leider wurde sie vielerorts seitdem eingestellt) und wie nachfolgend Landesgesetze und / oder verhaltensbezogene Verordnungen teils festlegten, kann überall beim Wasserverbrauch ohne Komfort- oder Leistungsverlust der technischen Anlagen minimiert werden. Ergänzend muss man wissen, dass auch Spar-Toiletten oft genug zwar geringe Spülung zulassen, von einigen Herstellern aber weiter auf maximales Spülvolumen eingestellt sind und vom Installateur so unverändert eingebaut werden. Händisches Runterregeln des Schwimmers, soweit nicht entsprechend eingestellt, z.B. auf 9 oder 7 l, bringt Wasser- und Geldersparnis – Rohrverstopfung tritt nur bei Übertreiben auf.

Neben dem Mengen-Thema ist aber auch das gerade aktuelle Stichwort „Mikro-Plastik“ angesagt. Was gehört nicht in die Toilette ? ! Das Überprüfen eigenen Verhaltens macht immer wieder mal Sinn. Informationen der Gas-Wasser-Abwasser-Betriebe liegen zur Genüge vor, sind im Internet breit zu finden.

Bei „den Kleinen“ anfangen, macht sowieso Sinn. Ob es nun „Aqua-Agenten“ oder beispielsweise die „Unterelbeschulen“ sind, Aktionen wie „der Griff ins Klo“ bringen das Thema im wahrsten Sinn des Wortes greifbar nahe.

Für Männer ist allein der Blick ins Klo, hier: Urinal, peinlich – ob auf der Autobahn-Toilette oder auch im Bereich naturwissenschaftlich-technischer Ausbildung. Allein schon das Behindern / Zerstören der technischen Leistung der Apparatur sollte unterbleiben – von anderen Aspekten ganz zu schweigen. – Aktuelle Fotos (mal keine Zigarettenstummel):

Kaugummi, kein seltener Anblick im BAB-Urinal. Leute, der Papierkorb / Abfalleimer steht gleich nebendran!

TUHH – ob nun Studenten, Wissenschaftler, Handwerker – Kaugummi im Urinal. Das muss nun wirklich nicht sein.

Wir können das ändern – ändern wir das.

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