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Archive for the ‘Klima’ Category

Die Elbe ist ja immer eine Reise wert, sei es der Kultur oder der Natur wegen. Meist interessieren größere Städte wie die Partnerstädte Hamburg – Dresden – Prag (oder umgekehrt). Wenn man das Elbe-Einzugsgebiet nimmt, wird aus der Fluss-Linie eine Fläche, in die dann auch Berlin und viele andere Städte mehr, auf die man zunächst vielleicht gar nicht käme, einbezogen sind.

Da kann man viele Jahre verreisen …

Uns hat es diesmal nach Wittenberge, Prignitz (Priegnitz), hingezogen.

Wittenberge an der Elbe, ein guter Ausgangspunkt, die Umgebung in überschaubaren Touren kennen zu lernen.

Wittenberge, Brandenburg – Achtung, nicht verwechseln – liegt zwischen Wittenberg, Sachsen-Anhalt, und Wittenbergen, Hamburg (mal suchen hier im Blog).

Ich witzele, dass die Ortsnamen mit den Fluss-Kilometern jeweils einen Buchstaben dazu gewonnen haben. Die „Berge“, die da weiss sind (waren!), sind sicherlich gleichermaßen frühere (Wander-)Dünen, die je nach Windlage Äcker, Dorf- und Stadtgebiete heimgesucht haben, bis sie zur Schadensbegrenzung durch Aufforstung mit Kiefern festgelegt wurden. Seitdem sind mehrere Baum-Generationen ins Land gegangen, teils sind die historischen Starts noch zu erkennen, teils wechselt es – so der Boden und der örtliche Bodenwasserhaushalt es inzwischen zulassen, Richtung Misch- / Laubwald.

In mehreren Beiträgen folgt demnächst Verschiedenes zu unseren Radtouren und Erlebnissen dort.

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Nein, Herr Dobrindt, keine Angst: Dies ist keine politische, sondern eine rein numerische Aussage.

Wer hätte das gedacht.

Die im Sprachgebrauch so genannten 68er sind in meinem, numerischen Sinn heute längst 73er ff., waren 1968 fünf und mehr Jahre älter als wir.

Für mich und viele andere heisst das: Wir haben auch noch ein 100er-Jubiläum im Jahr 2018, aufgeteilt in zwei 50er: Abi und Führerschein.

Das wollen wir zeitnah feiern.

Aber, zurück zum Einstieg oben. – Wer halbwegs helle durch die Landschaft streift, ist froh, dass es „die anderen 68er“ gab. Haben sie doch dazu beigetragen, die verkrustete Gesellschaft in eine offene Richtung zu entwickeln. Männlein und Weiblein haben bis heute davon profitiert. Möge uns ein „roll back“, oder wie das Neudeutsch heisst, und wie man es in manchem europäischen Land mit Sorge beobachten muss, erspart bleiben – bayerischer Wahlkampf hin oder her.

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Hier die Backofen-Version.

Zwanglos fallen Stichworte ein, wie z.B.

  • Überhitzung bebauter Räume
  • Insektensterben
  • Rückgang der Vogelwelt
  • Biodiversität
  • Nachhaltigkeit
  • Anpassung an den Klimawandel (schon klar, die funktioniert ganz anders, nämlich durch Kühlen.)

Die Reihe der Begriffe kann beliebig verlängert werden.

Gartenbauer antworten, befragt: Natürlich würde ich viel lieber einen artenreichen, bunten Hausgarten anlegen. Die Auftraggeber heutzutage wollen aber genau das, was das Foto widergibt.

Angesichts der vorstehenden Stichwortreihung und unserer (angeblich) daran ausgerichteten Baugesetzgebung stellt sich die Frage, ob derlei „freie“ Entfaltung der Persönlichkeit – fachlich sowieso nicht – rechtlich gedeckt ist.

Prima Kühlen kann man z.B. mit lichtem Schatten, wie es die Natur oder naturbezogene Garten- und Landschaftkunst vormachen.

Unglücklich dran dagegen ist man am und auf dem Deich. – Doof sind Deichschafe aber nicht, drängen sich zum Schatten, z.B. an dieser Sonnenbank.

Für den Notfall tun`s auch Schattenspender, die im Rahmen von Baumaßnahmen zeitweise zur Verfügung stehen.

Das Deichschaf als solches allerdings ist bei Hitze und krallem Sonnenschein eine arme Sau.

Kühlung, Schatten – bitte her damit, in der Stadt und auf dem Land.

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In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts im vorigen Jahrtausend stand Deutschland – insbesondere im Technischen Umweltschutz – weltweit als beispielhaft und Vorreiter für die notwendige Verbesserung in Richtung Gesundheitsverbesserung und Qualitätsverbesserung für Wasser, Boden und Luft.

Heute von vielerlei selbsternannten Schlaubergern kritisierte EU-Regelungen, z.B. die Wasserrahmenrichtlinie, auch Luftgrenzwerte für die Verbesserung der Lebensbedingungen in Städten, wurden maßgeblich von Deutschland und gleichartig orientierten Staaten ins EU-Recht eingeführt. Wir erinnern uns: In den 1990ern vertrat uns in Brüssel als Umweltministerin Angela Merkel, davor Klaus Töpfer.

Leider scheint es bei vielen Politikern so (wie bei auch bei manch Schnell-Aufsteiger in der Verwaltung), als würde alles neu Gelernte beim Job-Wechsel wie ein Chip aus dem Speicher entfernt. Das wirkt sich für die Praxis meist tragisch aus.

So wundert es den Beobachter nicht, dass die EU konsequenter Weise Deutschland mit Verfahren überzieht – kümmern wir uns doch um erforderliches Handeln gemäß Fachlichkeit und Recht nicht so, wie wir es als Gesetzesrahmen selbst definiert und gemeinsam beschlossen haben. Peinlich ist das, Beispiel und Maßstab für die Entwicklung rechtsfreier Räume in der Gesellschaft auch anderswo.

Konkret zum Thema Luftverschmutzung in Städten. Nicht jeder passt in das scheinbar vorurteilsbelastete vorgenannte Schema: Dazu ein Inverview mit Prof. Dr. Klaus Töpfer, der zu Fachlichkeit und Recht steht.

Herzlichen Dank dafür ! Möge Besinnung – und Handeln ! – endlich einkehren (das gilt im Übrigen auch für das Thema Boden, zu dem Deutschland bis heute kein handlungsorientiertes Schutzgesetz hat – Lobby-Arbeit der Industrie-Agrarier lässt grüssen).

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Ein Brief in der Post, eher seltenes Ereignis heutzutage. Wer schreibt? Verwaltungsgericht Lüneburg. – Oha, was habe ich angestellt?!

Durchatmen nach Lesen, in Sachen IndustrieAgrarier gegen Landwirtschaftskammer (Widerspruch gegen Bußgeldbescheid) bin ich als Zeuge geladen. Der Fall stammt noch aus unserer Niedersachsen-Zeit.

Blick Richtung Lüneburger Altstadt von Osten. Wenn ich hier schon hinmuss, werde ich anschliessend „runter“ gehen.

Mit den Daten der Ladung erinnere ich mich an einen schönen Radel-Nachmittag im August 2015 im früheren Wohnbereich.

Entspannt radelten wir auf ein Wege-T zu und bogen links ab. – Sieh da, langstreckig der Orange Blitz.

Umgedreht, fotografiert – bei Google Earth nachgemessen: ca. 640 m, ganz schön.

Wir meinten, das müsse die zuständige Verwaltung prüfen auf

  • Handeln gegen Glyphosat-Anwendungsverbot,
  • Gift spritzen auf öffentlichem Grund.

Beim Weiterradeln hüllte uns bald eine Staubwolke ein – „Mutterboden“, feinst, mit allem was an Nähr- und Giftstoffen dranhängt, wird vom Wind über Nachbarflächen verteilt.

Blick zurück. Der schlagkräftige Landmann in voller Fahrt lässt eine in 45 Grad wegziehende Staubschleppe hinter sich.

Man muss halt wissen, wo`s längs geht. Der Mais ist heiss.

Bevor wir zur Lüneburg-Besichtigung kommen, hier noch ein paar Erläuterungen.

Dienstlich in Hamburg unter anderem mit Pestizid-Umweltverstößen und Umweltberatung befasst, setzten wir laien-verständliche Tipps ins Netz, die noch heute hilfreich sind. Hier das zu Glyphosat und Verwandtem.

Konsequente Anwendung durch Erstansprache und Kontrolle, ggf. Ahndung, führte uns zu sehr starker Abnahme des Fehlverhaltens von Anwendern.

Beim Radeln und Autofahren, privat in Niedersachsen, wurden solch Befunde der zuständigen Behörde mitgeteilt, die gleichartig konsequent vorgeht.

„Der Orange Blitz“,  so nennen wir einen Zeitraum etwa 2 Wochen nach Glyphosat-Anwendung, wo das darauf achtende Auge geradezu schlagartig eine Fläche / Strecke erfasst. Später ändert sich die Farbe, geht in mit Trockenschäden verwechselbare Färbung über.

In diesem dienstlich / privaten Zusammenhang verlief meine Zeugenaussage, nur gestört vom nicht angenehm wirkenden (um es vornehm auszudrücken) Anwalt der AgrarKlägerseite, sachlich.

Also rein in die Altstadt von Lüneburg.

Vorbei am alten Hafenkran.

Das Rathaus.

Der Studentenstadt geschuldet, oder wie auch immer: warm gehaltene Regenfallrohre.

Auf dem Rückweg glitzernd entdeckt, weitere Vergangenheit.

In Zeiten, in denen die Durchgängigkeit von Fliessgewässern in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Ländern – überhaupt noch nicht „in“ war, hatte ich den Denil-Fischpass über kanadische Literatur und dänische Realität entdeckt. Veröffentlichung in Deutsch schreiben, Diplom-Arbeit ausschreiben erbrachte unter anderem diesen, in Lüneburg noch funktionsfähigen Pass. Die Bauform entspricht heute, Jahrzehnte später, nicht mehr den Anforderungen.

Es wurde aber auch in Deutschland nicht das dänische Prinzip verstanden: „Wo immer wir können, bauen wir auf Verschleiss diese „billige“ Variante und erreichen bei richtiger Bauweise eine Teildurchgängigkeit für viele Fischarten und -größen. – Nach Abschreibung des aus heimischem, unbehandeltem Holz gebauten Bauwerks, ca. 15 Jahre, erwartete DK neue, bessere Konstruktionen und eine bessere Akzeptanz“.

So geschah es in DK, wie vielerorts in diesem Blog und im Internet nachlesbar ist. Dort sind heute fast alle Fliessgewässer durchgängig, bis hin zum Aufkaufen von Mühlen- und Fischteich-Rechten und anschliessender Herstellung eines naturnahen Bachverlaufs.

Oh, Deutschland, Du Land der Schläfer und Technik-Freaks! (Hier bauen wir weiter Prothesen.)

Stinte vor dem Denil-Pass. Leider in jüngeren Jahren kaum noch feststellbar.

Das liegt offensichtlich am Zustand der Unterelbe, der sich nach sehr positiver Entwicklung in den 1990ern zeitlich mit der Jahrtausendwende wieder verschlechterte.

Ilmenau-Wehr und Denil-Fischpass.

Abschied vom Hafen.

Wir gehen Richtung Auto. Ein fetter Stau vor dem Elbtunnel erwartet uns.

Wie wird es wohl im Prozess weiter gehen?

Die Erfahrung lehrt Folgende Möglichkeiten

  • Die Richter sehen die Beweislage als nicht ausreichend an. Dem Widerspruch gegen das Bußgeld wird stattgegeben. Der Steuerzahler trägt alle Kosten, das dürften mindestens 5.000 € sein.
  • Die Beweislage wird als überzeugend angesehen, die Agrarier-Klage wird abgewiesen. Daraufhin – Achtung, Strategie! – zieht der Kläger seinen Widerspruch zurück (vor Abweisen, noch in der Findungsphase), zahlt sein Bußgeld. Für den Steuerzahler äusserst frustrierend, die o.g. 5.000 € bleiben bei ihm hängen.

Haben Sie es in Lüneburg gesehen: ein Einhorn!!!
Wunder gibt es immer wieder!

Egal, wie das Verfahren ausgehen wird, entscheidend ist, dass in Deutschland Wirtschaften nicht auf Gift-Basis betrieben werden darf! Insofern bleibt zu hoffen, dass die Politik nun endlich einen Schlussstrich unter derartige Praktiken zieht.

Mögen Bilder wie dies …

… und dies der Vergangenheit angehören.

In diesem Blog enthaltene Spritzungen bis an neu entstandene B-Plan-Bebauung mit jungen Familien mit Kleinkindern erspare ich mir und Ihnen.

Also, Glückauf in eine pestizidfreiere Zukunft!

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TUHH, Technische Universität Hamburg-Harburg, alt und neu vereint.

Wie jedes Jahr gehen wir auf Exkursion, um Grundlagen im Umfeld Wasser und Boden kennen zu lernen, Probleme erkennen zu lernen und anhand 3 1/2 Jahrzehnten Bach-Restaurieren richtiges und falsches Handeln abwägen zu können.

Voriges Jahr hatten wir sehr spannendes Wetter, wer interessiert ist, sieht über die Kalenderfunktion (rechte Spalte) am 25. April 2017 nach. Wer sich auch für die Seeve-Exkursion interessiert, findet sie unter dem Datum 30. April 2017.

Dieses Jahr ist es kühl, aber durchweg sonnig – Superwetter. Insgesamt nehmen an Hydrobiology 14 Studenten aus 7 Ländern teil.

Aus Frankreich, Indien, Ghana, Iran, Deutschland, Nigeria und USA kommen – gereiht nach Häufigkeit –  die Teilnehmer.

Es gilt, zwischen Schein und Sein zu unterscheiden. Dieser spiegelnde Mäander weist eine eintönige Überbreite auf, spiegelt fast ohne Turbulenz – Restaurierungsbedarf auf dem Weg zum gesunden Bach. Positiv: dreidimensionaler Baumbewuchs hält den sommerkühlen Bach bei richtiger Maximaltemperatur.

Der Baum, die Bäume, der Baumsaum, der Auwald – allzu Vernachlässigtes entlang deutscher Bäche und kleiner Flüsse. Dazu Nachzulesendes hier (meine Adresse darauf stimmt seit Umzug 2016 nicht mehr, die e-Mail-Adresse gilt weiter).

Wichtig unter Brücken: Otterbermen, festes Land beidseits. Die meisten unnatürlichen Ottertode entstehen neben dem Ertrinken in Reusen (kammer was gegen tun!) durch Straßentod.

Beim Queren von Brücken laufen die Fischotter über die Straße, wenn kein „Land“ zur Querung unter der Brücke besteht.

Bachab der Brücke, wie üblich, in guter Turbulenz ausgeprägte Forellenlaichplätze – geschlagene Kuhle, aufgeworfener heller Kieshügel. Darin liegen die Eier/Fischlarven, bis sie gegen April den Kies verlassen.

Restaurieren FALSCH: Längsversteinerung eines Prallhangs, Verlust der Eigendynamik und der Fischunterstände.

Der Mäandervergleich, 1. Überbreit, restaurierungsfähig.

Das Positive dieser Station: ein Gewässerrandstreifen wurde vom dichten Nadelwald befreit. Wir dürfen gespannt sein, ob sich Mischwald mit Erlen am Ufer einstellt (Hoffentlich übernimmt nicht das Drüsige Springkraut in seiner ungeheuren Besiedlungs- und Wachstumsgeschwindigkeit die Fläche).

Mäandervergleich, 2. Vorbildlich durch Feinturbulenz im gesamten Verlauf geprägter Mäander – durch gekonntes Restaurieren. Dies erfolgte im Rahmen von Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen zur „Schröder-Putin-Pipeline“, NEL.

NEL heisst Nordeuropäische Erdgasleitung.

Gewässerunterhaltung / Restaurieren FALSCH: wieder ein längsversteinerter Prallhang, Verlust von Eigendynamik und Fischunterständen.

Gewässerunterhaltung / Restaurieren FALSCH: Längsversteinerung ersetzt Baumwurzeln. Verlust von Fischunterständen insbesondere für GROSSfisch zur Laichzeit, benachbart optimale Laichplätze.

Es ist schon schmerzhaft zu sehen, wie wenig „Blick“ Zuständige und / oder wohlmeinende Laien wie auch Fachleute mit fehlender richtiger Praxis entwickeln. Fortbildung scheint in diesem Personenkreis ebenfalls wenig Wirkung zu haben.

Wer praxisnahe Erfahrungen  mit Fehlervermeidung sucht, findet Grundlagen in (2000), bereits länger Realisiertes in (2005) und jüngere Beispiele in (2015). Notwendigkeiten speziell für die Este finden sich hier (2014).

Sehr gut, dass Totholz, wo es nicht stört, akzeptiert und liegengelassen wird. Mögen solche Erkenntnisse zunehmen.

Die Este trifft einen Prallhang. Wir stehen hoch über der Wasseroberfläche.

Eigendynamik am Treffpunkt – wir werfen einen genaueren Blick auf den scheinbaren Sandberg / die Düne (?).

Sieh an! Eigendynamik am Prallhang trifft Moräne, wäscht Kiese aus. Unsere Moränen- / Heidebäche waren einmal fast durchweg Kiesbäche. Man muss es nur sehen (wollen) und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Literatur zur Entwicklung unserer Moränen- / Heidebäche findet sich z.B. bei Altmüller & Dettmer (1996) und Madsen & Tent (2000).

Hier ist ein weiterer, interessanter Aspekt zu erwähnen. Bis vor Kurzem stand „schwarzer“, dichter Nadelwald vor der Moräne, in die Aue standortuntypisch gepflanzt. Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen ermöglichten den Wechsel zum Auwald, ca. 1/3 Fläche Start-bepflanzt, der Rest für Sukzession vorgesehen.

Hangsickerquellen auf dem Rückweg, Eisenocker fällt aus, sobald Sauerstoff an das austretende, sauerstofffreie Grundwasser gelangt.

Das aus der Aue abfliessende Wasser ist dann glasklar.

Näheres zur Ocker-Thematik findet sich z.B. hier oder in Kurzbeschreibung für Laien hier.

Eins von vielen Meerforellenlaichbetten, in schicker Turbulenz.

Beprobung aus dem Umfeld ergibt Steinfliegen.

Es finden sich die typischen, flachen Eintagsfliegenlarven.

Jede Menge Bachflohkrebse und Öhrchenstrudelwürmer.

An anderer Stelle, mäßig turbulent, finden sich runde Eintagsfliegenlarven, Schnellbesiedler und mehrjährig grabende Larven.

Köcherfliegenlarven mit und ohne Haus.

Köcherfliegenlarven und Bachflohkrebse.

Köcher- und Eintagsfliegenlarven und der Öhrchenstrudelwurm.

Das Beste der Este: 35 Jahre Restaurieren aus baumfreier Kanal-Wüstenei haben lichte Auwald-ähnliche Situation mit zugehörigen Wasserpflanzen entstehen lassen.

Dieser Aspekt und die gefundene Tierwelt erfreuen besonders. In den beiden vorangegangenen Exkursionsjahren entstand fast der Eindruck, als wirke hier – verringerte Arten- und Individuenzahl – irgendein chronisches, Agrar-verursachtes Geschehen negativ bei positiv entwickelter Grundstruktur.

Nach solch umfassender Exkursion geniesse ich Essen und Trinken besonders.

 

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Über Lebensraumverbesserungen an der Mühlenau, Pinnau-Nebenbach, Schleswig-Holstein, wurde 2017 für den ländlichen Raum Bönningstedt und für den städtischen Bereich Pinneberg berichtet. Es sollte die Reaktion des kanalartigen Bachs auf Strukturveränderungen getestet werden. Maschinell und per Hand wurden Kieseinengungen als Depots, Strömungslenker und Turbulenzanreger eingebracht.

Was sagen nun die Eingeborenen dazu, z.B. Krebse, Insektenlarven und andere? Das schöne Wetter und auf Mittelwasserführung zurückgegangener Abfluss boten hervorragende Bedingungen für einen Ausflug.

Mit dabei: weisse Blumentopfuntersetzer – prima Grundlage zur Betrachtung der hoffentlich kommenden Viechereien.

Das Haushaltssieb am Besenstiel. Jetzt per Stiefelbewegung bachauf davon den Untergrund etwas aufwühlen („Kick-Sampling“) und gucken, was da so kommt.

Los ging`s mündungsnah zur Pinnau, bachauf der Mühlenstraßenbrücke in Pinneberg.

Hier hatten wir mit 4 Lkw Kies im Oktober 2017 auf dem ersten Bachaktionstag Mühlenau gewirkt.

Wenn auch Bachsohle und -ufer eine völlige Einöde darstellen, immerhin steht rechtsseits noch so etwas wie ein Auwald-ähnlicher, dreidimensionaler standorttypischer Naturrest.

Bachauf, am oberen Ende der Bachaktionstag-Strecke wird rechtsseitig gerade ein B-Plan realisiert. Möge der Uferrand (wieder) naturnäher werden.

Die Sache mit den Bäumen am Bach wird nach wie vor nicht zur Kenntnis genommen und unter verschiedensten Blickwinkeln kaputtdiskutiert. Dabei wäre gerade hier am Beispiel der Natursituation „abzukupfern“, wie bachbezogene Anpassung an den Klimawandel aussehen könnte und müsste.

Die erste Probestelle ist bereits gut besiedelt. Jede Menge Pärchen Bachflohkrebse werden für ordentlich Nachwuchs sorgen, Wasserasseln in strömungsruhigen Bereichen finden in den Resten abgebauter Blätter gut Nahrung. „Runde Eintagsfliegenlarven“, wie sie für Laien beschrieben werden, häufig Primärbesiedler, sind bereits dunkel gefärbt. Bald werden sie das Wasser als Fluginsekt verlassen, ihren Hochzeitstanz absolvieren und jede Menge Jungvolk strukturierte Bachstrecken beleben lassen.

Für Fisch-Orientierte: die dreidimensionalen, strukturierten Kiese bieten jede Menge Fischfutter. Über Tausend Individuen pro m², wo vorher auf 100 m² so gut wie nichts vorkam.

Die aktiven Bürgerinnen und Bürger des Bachaktionstages haben also in ihrem Wohnumfeld geradezu segensreich gewirkt.

Nach diesem Test geht`s gen Nordosten, zum obersten Bekiesungspunkt, gerade im Februar mit neuer Struktur versehen. Von dort stammen die beiden ersten Fotos dieses Beitrags.

Überraschung beim Aussteigen: ein winziger Waldbach nebendran hat auf kleiner Fläche Feinkies gesammelt.

Obwohl hier regelhaft alles ausgeschaufelt wird, lebt da etwas. Ein Steinfliegenweibchen hat offenbar diese Stelle entdeckt. Nur ihre Kinder sitzen hier – zahlreich.

Die Stelle, strukturiert und turbulent, im Gegenlicht. – Schade, dass Quellbäche in Deutschland nicht den Funken der Aufmerksamkeit erhalten, der ihrer Bedeutung in der Gewässerökologie zukommt.

Auch in der Mühlenau findet sich auf dem Kies diese Steinfliege. Daneben eine Köcherfliegenlarve.

Eingedriftete runde Eintagsfliegenlarven können sich hier geschützt entwickeln. Dunkle Färbung: bald wird das Insekt den Bach verlassen.

Da sind aber auch jüngere Exemplare vorhanden, die noch bleiben.

Noch kleiner geht`s Methoden-bedingt nicht. Kleinere Exemplare fallen durchs „Raster“ (Sieb).

Hier ein „Rennwagen“ der Eintagsfliegen-Szene – platte Eintagsfliegenlarve, mit Oberflächenanpressung und Klauen turbulente Stellen besiedelnd.

Da sage man, im Norddeutschen Tiefland gäbe es keine (Forellen-)Bäche.

Jüngste Bachflohkrebsstadien zeigen, dass hier eine gute Kinderstube entstanden ist.

Die nächste Probenstelle – eine Kiesladung variiert den früher überbreiten Kanal, entschärft abwärts einer Sohlrampe deren steilen Übergang – jede Menge neues Dreidimensionales.

Und da halten sie sich nun in Mengen auf – Herr und Frau Bachflohkrebs.

Das wird ja ordentlich Nachwuchs geben.

Auch Steinfliegenlarven sind vorhanden.

Turbulenz und Ruhe im Wechsel, kleinräumig umgesetzt.

Dunkle Flügelscheiden an runder Eintagsfliegenlarve. Alle wissen es: bald geht`s an die Luft.

Das gelbe Teil verwundert mich – Fachkollegen werden mich schlauer machen.

Hydropsyche, eine köcherlose Köcherfliegenlarve findet sich auch gelegentlich in den Proben.

Ich bin wieder im Städtischen angekommen – Mühlenau Pinneberg querab Bad und Rosengarten.

Hier wurden die ersten Kiese im Frühsommer 2017 geschüttet.

Die Tierwelt verhält sich erwartungsgemäß. Im Strömungsschatten Wasserasseln.

Im Anstrom und Überströmten leben Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven.

Für solch eine Schnellbeprobung hat sich allerhand Tierwelt eingefunden. Zur Gesundung der Mühlenau braucht es aber etliches mehr als „unsere Punkte“.

So soll, mit Unterstützung aus dem Regionalpark Wedeler Au die Bekiesung streckenhaft in Pinneberg 2018 und 2019 fortgesetzt werden.

Genau so wichtig bleibt es, das Wissen um „zu viel Licht im Bach“ zu verankern. Der lichte Auwald, mindestens Allee-artige Baumsaum ist unverzichtbares Element lebendiger Bäche und Flüsse.

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Vom Bagger geht`s weiter auf den nächsten Aussichtspunkt.

Mit Fernrohr.

Von da hinten kamen wir hierher.

Einen in der Morgensonne freundlich leuchtenden Birkenbruchwald haben wir passiert.

Frühlingstümpel am Waldrand im Kleinen Knust.

Neben dem Aussichtspunkt variierendes, tieflliegendes Gelände. Tafel nicht gelesen – wir tippen auf alte Torfstiche, damals noch Handarbeit?

Über einen Holzsteg geht`s zurück.

Vorbei am Rand des Kleinen Knust – alles Hochmoortorf.

Eine Tafel erläutert die Historie des Standorts.

Zur Linken Bruchwald, zu trocken, um wieder Moor zu sein.

Moos, Heide, Flechten auf Hochmoortorf.

Es ist weiter kalt – aber hier im Windschatten gut auszuhalten.

Im Verlauf des Rundweges sind wechselnde interessante Informationen eingestreut – hier ein sehr luxuriöses Insektenhotel.

Der Blick fokussiert auf ehemalige und heutige Geländehöhen – schön umgesetzt.

Nassstellen auf Extensivweiden warten auf die Moorfrösche – sobald es etwas wärmer ist, wird es mit der Hochzeiterei losgehen.

Wir sind beeindruckt.

Unser Mittagessen geniessen wir direkt neben der Pinnau in Pinneberg, sehr empfehlenswert.

„Sehr empfehlenswert“ im vorigen Foto bezog sich auf das Restaurant, Hindenburgdamm. Ende der 60er Hausnummern. Die Pinnau ist vor allem für intensives Restaurieren empfehlenswert.
So schliesst sich der Eindruck, der bereits im ersten Himmelmoor-Beitrag weiter bachauf entstand.

Mal sehen, wann die Pinnau konsequent als Lebensraum entwickelt wird.

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So ein Hochmoor ist schon etwas ganz besonderes. Pflanzen bauen über Jahrtausende Berge – und der Mensch entwässert sie und baggert sie in maximal 150 Jahren hinweg.

Die Fläche des Himmelmoor bei Quickborn beträgt ca. 600 ha. In etwa gleicher Größe plus ein paar gleichgroße drumrum haben wir, ca. 60 km Luftlinie südsüdwestlich davon, die jüngere Entwicklung des Tister Bauernmoors von unserem früheren Wohnort aus mitverfolgen können.

Wenn die Abtorfung des Himmelmoor 2020 beendet sein wird und die Gesamtfläche restauriert ist, ist zu erwarten, dass hier eine ähnlich stürmische Veränderung bei Pflanzen- und Tierwelt einsetzen wird. Das Tister Bauernmoor, nass, hat seit der Jahrtausendwende Tausende Gänse und Kraniche in ihrem Zug- und Aufenthaltsverhalten verändert. Ein eindrucksvolles, recht neues Erscheinen, wenn die V-förmigen Formationen der Kraniche zu 50ern, Hundertern, gar Tausendern in Frühjahr und Herbst über besiedelte Landschaft ziehen.

Wir sind gespannt auf das Himmelmoor.

Bei der Anfahrt queren wir die Pinnau – sie ist einer der vielen weiter baumfrei gehaltenen Bäche Schleswig-Holsteins.

Weder Wasserrahmenrichtlinie noch notwendige Anpassung an den Klimawandel haben die standorttypischen Baumsäume bisher zurückgebracht. Es bleibt viel zu tun.

Wir parken am Torfwerk. Loser und verpackter Torf – noch bis 2020.

Start zur Rundwanderung, diverse Wegeführungen warten. Wir gehen linksrum.

Am Karfreitag hat die Torfbahn Ruh`.

Lange Rampen ermöglichen ein angenehmes Besteigen von Aussichtspunkten.

Wer kann und will, kann auch die Steilkante per Treppe rauf oder runter.

Schön am Himmelmoor: viele gekammterte Teilflächen sind der Natur bereits zurückgegeben und entwickeln sich.

Viel verschiedenartige Struktur prägt die Ränder.

Ein Stück folgen wir noch der Trasse der Feldbahn.

Und biegen dann zwischen bereits der Natur übergebenem und noch abzutorfendem Gelände rechts ab „ins Freie“.

Ein weiterer Aussichtspunkt – auch hier wandern wir rauf.

„Himmelmoor“ – nur Himmel und (abgetorftes) Moor.

Sehr schön kann die gut überlegte Wasserhaltung mit unterschiedlichen Niveaus zwischen den Flächen erkannt werden.

Dunkelbraun liegen noch abzutorfende Flächen vor uns.

Leider kümert sich fast kein Hundehalter um die Anleinpflicht.

So sieht heute – in Weiterentwicklung der früheren Handarbeit – eins der Werkzeuge beim Abtorfen (und Restaurieren) aus.

Wir haben die Hälfte des Weges hinter uns und biegen rechts ab in den bereits seit Längerem der Natur überlassenen Teil.

Dazu mehr im nächsten Beitrag.

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Manch eine(r) mag sich gewundert haben, dass in der zweiten Januarhälfte kein neuer Beitrag erschien. Das lag nicht am Wasser oder an Wedel, sondern an der Verabschiedung des vorigen PC … – Die Verluste hielten sich glücklicher Weise in Grenzen. Möge der neue lange durchhalten.

Nun aber kurz zum Wasser, weitere Eindrücke aus dem Januar werden folgen.

Scheinbar paradox. Wasser auf dem höchsten Punkt.

Allüberall und immer wieder wird gefragt „Warum steht das Wasser ausgerechnet auf den höchsten Punkt ?!“ – Die Antwort ist klar: Weil es sich noch nicht entscheiden konnte, wohin es fliessen will.

Wenn es lange genug dort steht, bilden sogar Gräser Schwimmblätter aus.

Bleibt das Wasser länger entscheidungsfrei stehen, siedeln sich Sumpf- oder gar Wasserpflanzen an.

Zum Abschluss Schattiges.

Zebrastreifen – alternativ. Nichts Besonderes in Zeiten alternativer Fakten.

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