Wie immer ein Muss bei Juelsminde-Ferien: die Angeltour zur Vejle Å.

So richtig verrät der Morgenhimmel noch nicht, wie der Tag werden soll. Also: doppelte Garnitur - für feucht und heiss/trocken - einpacken.

Idyllische Partie mit überhängenden Bäumen - leider noch allzu selten. "Anglers would hate the natural" sagt ein wissender englischer Freund ...
Angesichts jahrzehntelanger Restaurierung – gesteuert von den inzwischen abgeschafften dänischen Ämtern (hier: Vejle Amt) – und jetzt in gut aufgestellten Städten kommunal fortgesetzter Verbesserung ist es kein Wunder, dass eine Vielzahl Flüsse in DK entstanden ist, in denen kein Fischbesatz mehr erfolgt. Es hat sich gezeigt, dass die Natur viel besser nachhaltig – d.h. über den Lebenszyklus und über Generationen von Organismen – produziert, als Menschenhand das vermag. Bei ein Bisschen Nachdenken ist das kein Wunder, trainiert die Natur doch seit Jahrmillionen, während der „homo sapiens“ (was für eine Selbstüberschätzung!) erst Neubürger auf der Erde ist.
Die Fangstatistiken sprechen für sich – hier als Beispiel die Vejle- und die Skjern Å. Erstere hat in den vergangenen Jahren den Meerforellenertrag von gut 100 auf über 1.000, letztere den Lachsertrag in gleicher Größenordnung gesteigert, allerdings ist man hier Richtung Besatzeinstellung noch auf dem Weg.
Vorweg habe ich den Sitz des Dänischen Anglerverbands in Vingsted besucht. Hier wird demnächst in Kofinanzierung mehrerer Partner eine Mäandrierung des Flüsschens erfolgen und ein Neubau für den Verband entstehen, der auch als Fortbildungs- und Naturcenter dienen soll. Der Dänische Anglerverband sieht sich als Sachwalter lebendiger Gewässer und ihrer Entwicklung dahin. Eine hohe Fachlichkeit, angelehnt an geltendes Recht liefert ein ausgezeichnetes Fundament für Stellungnahmen in allen gewässerbezogenen Angelegenheiten. Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wird intensiv verfolgt, Kooperationsprojekte zur Gewässerrenaturierung bieten regionale Beispiele zum Nachmachen, Zuständige werden hartnäckig an ihre Aufgaben erinnert. – Deutsche Anglerverbände können sich da ein Scheibchen abschneiden …
Wie man vor dem Hintergrund der dänischen Erfahrungen Bäche und kleine Flüsse mit leichter Hand verbessern kann, ist hier erläutert.

So wird die Vejle Å hier demnächst aussehen. Neue Windungen und jede Menge Kies und Geröll in den Rauschen-Positionen. Auf das neue Zentrum (Kreise rechts unten) darf man gespannt sein.
Beeindruckend an den dänischen Bächen Ostjütlands ist ihr eiszeitgeprägtes Umfeld – eine interessante Tallage, eingerahmt in Moränenhügelketten.
Da habe ich auch alte Bekannte aus dem Vorjahr – oder waren es nur Verwandte (?) wiedergesehen.

Dieses Mal hatte eine ausgewachsene, ca. 1,50 m lange Ringelnatter imposant zusammengerollt an Land auf mich gewartet. Leider hatte sie kein Interesse, abzuwarten bis meine stümperhaften Bemühungen mit dem Fotoapparat eine vollständige Nahaufnahme ermöglichten. - So ist denn der Kopf des flüchtigen Tieres inzwischen im Gras verschwunden ...
Bei der 2. Angeltour zeigte sich – wie 2010 schwimmend – ein ca. 70 cm langes Jungtier. Schon schön zu sehen, wie sich die Natur erholt, wenn man sie denn lässt …

Tanzplätze und Grastunnel mit Wasserrutsche des Fischotters sind schon fast alltäglich geworden - man muss sie "nur" erkennen.
Ein Bisschen Kraxelei bietet etwas mehr, als der „Gemeine Angler“ so erlebt.

Kleinster Quellbach im Laubwald - wie schön, dass die Moränensteine nicht geklaut sind, sondern noch zeigen können, wie so etwas naturnah aussieht.

In lichteren Partien solcher Laubwaldgebiete kann man schicke Weinbergschnecken an Großer Klette entdecken.
Bei all dem Gejubel über dänische Gewässer soll die „Groß-Realität“ aber nicht aus dem Auge geraten: Dänemark konkurriert im EU-Agrar-Subventions-Wahnsinn mit Niedersachsen um den 1. Platz, wer die höchste und überdüngteste Industrieagrar-Produktion erzielt. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für Boden, Binnengewässer und Meere (= Link zu Ostsee-Foto vom Wien-Kongress HydroEco 2011).

Fließgewässer im EU-Industrieagrarland - Mais bis in die äusserste Uferkante, strukturloses Ufer und öde Gewäassersohle bei Überbreite und übertief eingeschnittenem Querschnitt - auch in Dänemark gibt es noch viel zu tun. Hier aber weiss man, was und wie - und arbeitet eins nach dem anderen ab.

Weite Flächen des Einzugsgebietes sehen nicht viel besser aus als der Uferrand: Subventionierte Verarmung der Landschaft - Mais, so weit das Auge reicht.
Noch ein paar Fotos in Hinblick auf zu Verbesserndes folgen hier.

Standorttypischer Baumbewuchs - optisch sehr schön, auch der vielgeschmähte Kormoran kann hier mangels "Landebahn" höchstens schwimmend von baumfreien Nachbarstrecken rein. Aber die Überbreite und das übertief eingeschnittene Profil fordern noch erhebliche Restaurierungsaktivitäten.

Wie im vorangegangenen Foto - Erlen, Eschen, Weiden, Ulmen. Der Fluss wartet auf weitere Verbesserung seiner internen Struktur.

Nanu, Massen an Eisenocker - dieser Sturzbach war früher immer glasklar, sein Grund normal! Mal sehen, ob jemand weiss, welcher Eingriff in den Bodenwasserhaushalt des Einzugsgebiets diese schädlichen Folgen hat.
So, die Sonne steigt immer höher und brutzelt ganz ordentlich. Wohl dem, der auch immer mal Schatten findet …

Scheinwerfer am blauen Himmel - wohl dem, der in Watstiefeln herumstiefelt, wenn er Baum- oder Wolkenschatten geniessen kann ...

Ein plastisches Beispiel für die von Prof. Dr. Wilhelm Ripl vorgestellten Überlegungen zu Boden- und Gewässerschutz sowie notwendiger Anpassung an den Klimawandel: auf dem Höhenrücken links die Landschaft kühlender Wald, rechts in sonniger Gluthitze liegende Intensiv-Agrarfläche.

Es gibt natürlich Anblicke, die gerade bei diesem Sonnenschein besonders herausstechen. - Neugierig habe ich nachgeschlagen, hier also die Lösung für Interessierte: es handelt sich um die Blutbär-Raupe, die das giftige Alkaloid des Jacobs-Kreuzkrauts vertragen kann.

Dem in Watstiefeln Stiefelnden kommt allerdings angesichts dieses schönen Radweges nur in den Sinn "It`s a long way to Tipperary ...".

Arme Sau - ´tschuldigung, armes Rind - haben sie dir auch noch die Schatten spendenden Äste geklaut und nebendran liegen lassen ? !

Ahhh, endlich ! ! ! In weiser Voraussicht war das Auto im Schatten geparkt worden. Jetzt ist Gelegenheit bei ordentlich kühlem Wasser, Obst und Aufgeschmiertem ein Bisschen Pause zu machen.
Ein Angelttreff an einer netten Privatstrecke hat mich dann allerdings noch das im Sommer 2011 an der Ostseeküste andernorts so charakteristische „Nass in Massen“ erleben lassen.

Ich habe angesichts des (schmalen) Sturzregenbandes extra noch angerufen. Die Antwort "Bei mir scheint die Sonne - fahr mal los!".

Jetzt hat uns die von rechts (Norden) reingezogene Regenwand erwischt - Tempo 50, dann 40 ist angebracht.

Am Treffpunkt - Sonnenhimmel im Westen. Wo, bitte, ist denn hier das Tal? - Aber dann: wie abgeknipst hört der Wolkenbruch auf, seine Grenze ist gequert.

Bunte Neozoen - Fasanen - zeigen vor mir keine Scheu (das Auto auf dem Feldweg nehmen sie nicht als Feind wahr).

Nun soll es aber genug sein, bevor wir im Dunkeln ins Wasser fallen. Wir räumen den Platz für die wahren Angler, die nachts die dicken Fische fangen - oder auch nicht.
Na, wenn denn trotz spannender Erlebnisse am Bach kein Fisch für die Pfanne rauskommt, gibt es ja einen großen Trost.

Vor dem Kauf von Tun und Zuchtlachs sollte man sich allerdings ein paar Gedanken machen - Überfischung, unnötiger Tod zahlreicher Beifänge bzw. übelste Meeresverschmutzung an Küstenbereichen und in Fjorden sowie Naturpopulationen vernichtende Parasitenschwemmen sind nur einige der extrem negativen Begleiterscheinungen dieser Angebotsform. Zum Glück gibt es Alternativen.

Anderswo angeln ist ja immer ein Erlebnis, aber die heimischen Gewässer ... kennt man halt besser ... 🙂 (MF, 63 cm).
DK 2011 – Juelsminde, Palsgaard – es grünt so grün.
Posted in Der Kampfdackel, Gewässerschutz, Hölzchen und Stöckchen, Totholz, Reisen, Unsortiertes on 12. August 2011| Leave a Comment »
Wenn die Sonne mal morgens nicht gleich scheint, lohnt sich ein Ausflug zum Palsgaard. Das ist heute nicht nur eine spezielle Firma, sondern nebendran nach wie vor ein Herrensitz mit Park – offen für Spaziergänge.
Die folgenden Fotos geben eine etwas eingeschränkte Sicht des Gewässerbiologen, der für seinen Vorlesungsteil „Stehende Gewässer“ noch Aktuelles suchte. Sehen Sie mir das bitte nach 🙂 .

Wie auch andernorts haben seinerzeit vom König Beschenkte und zum Großgrundbesitzer Gewordene eine Vielzahl von Büschen und Bäumen aus aller Herren Länder als Landschaftserlebnis angepflanzt. Schön ist, dass einerseits das Leben und Sterben dieser alten Riesen sichtbar erhalten bleibt, darüber hinaus inzwischen aber auch Nachpflanzungen stattfinden. So bleibt der Charakter des „Gesamtkunstwerks“ erhalten.

Der kleine See mit altem Haus bietet eine schöne Pflanzenabfolge Land-Ufer-Wasser. – Wer ist älter, das Haus oder die alte Eiche – Lebend- und Totholz im Übergang Richtung Erde ?

Letztlich sind alle Gewässer hier im Gelände künstlich angelegt – hier aber mal ein wirklich „künstliches“.

Wenn irgend etwas in Unordnung ist, sei es das Licht, bezogen auf die Jahreszeit, die Nährstoffsituation – was auch immer – treten Fadenalgen in Massen auf.
Jetzt fliegen sie wieder …
Posted in Fliegenfischen, Angeln am Forellenbach, Gewässerschutz, Hölzchen und Stöckchen, Totholz, Reisen on 13. Juli 2011| Leave a Comment »
Nein, ich meine nicht die Sommerurlauber – die meisten Norddeutschen sind ja schon weg.

Manch einer hat ganz schön lange an meinem Desktop-Foto gerätselt. Dabei ist die Alster (bzw. ihr "Mühlenteich", die Außenalster im Hintergrund) doch leicht zu raten ...
Während heute den ganzen Tag über im Radio, NDR 2, so getan wurde, als würde ganz Niedersachsen in Sturm und Fluten untergehen, konnten Mutige „draussen in der Natur“ Schickes erleben.

Prachtlibelle Calopteryx splendens - hier ein Weibchen, charakteristisch für wärmere Bachbereiche - also quellfernere Strecken, Flüsse, oder (noch) nicht standorttypisch restaurierte Forellen- und Äschenregionen des oberen Bachlaufs (dort ist C. virgo Zeigerart für gute Lebensraumverhältnisse).
(Ok, jeder kann sich die Realität im Vergleich zur mangelhaften Wettermeldung auch vorab durch Ansehen des Regenradars online verdeutlichen: es ziehen Streifen mit heftigem Regen durchs Land. Als ob das etwas Neues und Besonderes wäre …)

Calopteryx splendens-Männchen. Hier sieht man am Flügel die Bedeutung des Artnamens "Gebänderte Prachtlibelle". Bei C. virgo vom sommerkühlen Bach sind die Flügel der Männchen insgesamt dunkelblau und sie hat daher sinniger Weise den Namen "Blauflügel-Prachtlibelle".
Die Gewässer sind entsprechend dem in diesem Jahr vorherrschenden Wetter und der dementsprechend hohen Wasserentnahme für diverse Nutzungen eher leer bis extrem leer.

Blick aus Otter-Perspektive Bach-aufwärts: Sonst flutende Wurzeln sind seit Monaten trockengefallen - verdammt wenig Wasser!

Der Fischotter blickt von derselben Stelle Bach-abwärts - dadurch ist auch nicht mehr Wasser im Bach (zu sehen).

Ein Bisschen Geld aus dem "Kies-Topf" würde die Niedrigwasserlebensraumsituation des Bachs erheblich verbessern.
Und der Elbe geht es weiter schlecht, wie im hierunter folgenden Blog-Eintrag vom 7. Juli zu lesen ist.
Weltnaturerbe „Buchenwälder“
Posted in Der Kampfdackel, Fliegenfischen, Angeln am Forellenbach, Gewässerschutz, Hölzchen und Stöckchen, Totholz, Reisen on 25. Juni 2011| Leave a Comment »
Weltnaturerbe „Buchenwälder“ – da gratuliere ich Dir ganz herzlich, Nationalpark Kellerwald-Edersee!
Da freut sich auch Socke von de Dreyster Drift, der unter anderem in Buchenwäldern begeistert Pilze im Erdboden sucht, findet und auffrisst.
Mai – Juni, die Zeit der Großen Eintagsfliege.
Posted in Fliegenfischen, Angeln am Forellenbach, Gewässerschutz, Hölzchen und Stöckchen, Totholz on 3. Juni 2011| Leave a Comment »
Mai – Juni, jetzt ist wieder die Zeit der Maifliege, auch Große Eintagsfliege genannt. Wie alle anderen Bachbewohner ist auch sie Nutznießer der Gewässerrestaurierungen, bei denen die Lebensraumstruktur von wüster Einfalt zu bunter Vielfalt entwickelt wird. Nicht zuletzt standorttypische Bäume (pdf, 5 MB) am Ufer sind wesentlicher Bestandteil hierzu.
Ein Larvenfoto und ein treffliches Gedicht finden sich hier.
… Landes- und Einzugsgebietsgrenzen überquert.
Posted in Fliegenfischen, Angeln am Forellenbach, Gewässerschutz, Hölzchen und Stöckchen, Totholz, Reisen on 1. Juni 2011| 3 Comments »
So, nach fast einem Monat ist es wohl an der Zeit, das Reise-Rätsel vom 6. Mai aufzulösen.
Die internationale Konferenz HydroEco 2011 hatte nach Wien geladen. Auf der Internetseite werden in absehbarer Zeit die meisten Präsentationen nachlesbar sein.

Der Hausherr, Prof. Nachtnebel, beschrieb in einem launigen Vortrag, dass Modellierer oft allzu wenig vom Objekt wissen. Dennoch - und das wurde dem schmunzelnden Publikum gut hergeleitet - "funktonieren die Modelle irgendwie..." . 🙂

Am Beispiel Mona Lisa zeigte Prof. Nachtnebel, wie das Bild aus - zunächst unscharf wirkenden - Puzzlesteinen/Einzeleindrücken entsteht.
Beeindruckt hat die – notwendige – Interdisziplinarität, mit der gewässerbezogene Themen vorgestellt und diskutiert wurden. Das Einzugsgebiet mit seinen Herausforderungen wie z.B. exzessive Bodennutzung mit entsprechend inakzeptabler Erosion, Grundwasserentnahme für Trinkwasser- und Beregnungszwecke, die – verschärft durch den laufenden Klimawandel – Probleme bringt für Quellen, „headwaters“ – also Laich- und Aufwuchsgebiete vieler gefährdeter Tierarten und den Standort hier charakteristischer Pflanzenarten. Beim Thema Wasserentnahme darf der Hinweis auf die im flächenhaften Ausmaß inzwischen dramatische Auswirkung der Flächendränung nicht vergessen werden – vielerorts hat sie bereits die Wirkung wie Intensivversiegelung im bebauten Raum und hat die Abflusscharakteristik des Einzugsgebiets völlig verändert, die Bodenqualität ist zerstört und die Eutrophierung der Folgegewässer drastisch erhöht. – Bäume, Galerie- und Auwald in ihrer Bedeutung für den Lebensraum, Hitze/Kühle/Wassermenge im Hinblick auf Klimawandel passten gut ins Internationale Jahr der Wälder 2011. Dazu gibt es noch immer nicht genug zu hören. – Die fortbestehende Gefährdung der Meere durch z.B. Stickstoffüberdüngung aus Landwirtschaft und Verkehr wurde – wie seit Jahrzehnten – klar beschrieben einschließlich notweniger Maßnahmen, die diesen beiden heiligen Kühen bislang nicht als grundlegend erforderlicher Handlungsrahmen vorgegeben werden.

Es ist nicht immer leicht, vom örtlichen Eindruck auf das Ganze zu schließen - und umgekehrt. Nur übergreifendes Betrachten und handwerklich sauberes Arbeiten bringen gemeinsam ein qualifiziertes Ergebnis.

Algenblüte - schon wieder früh in Nord- und Ostsee, gekoppelt mit Sauerstoffschwund im Tiefenwasser und Massentod. Die Ursachen sind bekannt - der Stickstoff aus der Landwirtschaft wird trotzdem nicht entsprechend runtergefahren. Wie lange soll der Steuerzahler noch für Umweltzerstörung zur Kasse gebeten werden ? !
Nicht vergessen werden darf natürlich die Grundlagenforschung im Hinblick z.B. auf den Klimawandel. Auch dazu gab es hervorragende Eindrücke.

Natürlich will jedes Tierchen sein Pläsierchen - und verabschiedet sich, wenn es ihm nicht mehr gefällt.
Sehr interessant waren auch die zahlreicher werdenden Langzeitbetrachtungen – hier ein Link zum eigenen Beispiel. Möge die Politik sich die hieraus erkennbaren dringend nötigen Handlungsschritte endlich zu eigen machen, statt sogar selbst entwickelte rechtliche Vorgaben wie die Wasserrahmrenrichtlinie mit fixiertem Zieljahr 2015 ins – 2fach verschobene – Ausnahmejahr 2027 zu verdrängen.
Nachtrag: Nichts ist vollkommen. So fehlte auch hier eines – die Fischspezialisten des Veranstaltungsinstituts. Schade! Aber zur Not kann man von denen ja Gutes lesen.
Gut Holz – ein prima Tag, so ein 29. Mai.
Posted in Hölzchen und Stöckchen, Totholz, Unsortiertes on 29. Mai 2011| Leave a Comment »
Die Welt zu Gast in Tostedt – TUHH-Exkursion 2011
Posted in Fliegenfischen, Angeln am Forellenbach, Gewässerschutz, Hölzchen und Stöckchen, Totholz, Reisen on 14. Mai 2011| 1 Comment »
Und wieder war uns der heilige Petrus hold – der Regen wäre zwar nötig gewesen …
Da waren sie wieder, TU Hamburg-Harburg-Studenten aus aller Welt – dieses Mal aus Dänemark, Italien, Indien, Indonesien, Luxemburg, Mexiko, Rumänien, Schweden, Spanien, Türkei, USA, Vietnam und Deutschland, um sich praktizierte Gewässerökologie in der Samtgemeinde Tostedt anzusehen. Mit den Heidebächen Seeve, Este, Oste und Wümme sowie ihren Nebenbächen gibt es hier viel zu sehen, zumal 3 Jahrzehnte Gewässer-Restaurierungspraxis nicht alltäglich sind.

Mitten im Mai - seit Herbst offener Boden, Wind- und Wassererosion ausgesetzt. Standortangepasste Bodenbearbeitung sieht anders aus.

Auf einen solch leichten Boden gehört Dauergrün, am Besten Wald. Eine Schande, dass wir Steuerzahler hier per ErneuerbaremEnergieGesetz die Fruchtfolge Gülle - Mais höchst subventionieren!

Beregnung aus dem oberen Grundwasserleiter - monatelang. Kein Wunder, dass die Bäche im Umfeld austrocknen.

Hier durfte der - kanalartig ausgebaute - Forellenbach seinen standorttypischen Erlensaum über 25 Jahre entwickeln - ein guter Anfang für bessere Zeiten.

Wo Grünfutter ist, ist die Kuh nicht fern - hier der Erlenblattkäfer mit Frau. Gefressen haben sie auch schon, wie man sehen kann.

In sachgemäß restaurierten Strecken bildet sich Vielfalt - wechselnder Steingrund, lichter Schatten und die Pflanzen als "Wasserbaumeister" verhelfen dem Bach zu seinem turbulenten Stromstrich.

Da freut sich der Bachflohkrebs - auch er ein Freund der Erlenblätter. Daneben sind Eintagsfliegenlarven zu sehen. Die Kriebelmückenlarven, Feinpartikelstrudler, zeigen den oberhalb liegenden Teich an, der bach-untypisches Algenplankton abtreiben lässt.

Extrem wenig Wasser auf der Rausche zeigt, dass es wochenlang nicht geregnet hat und - vor allem - dass der obere Grundwasserleiter durch Trinkwasserentnahme und Agrarberegnung schon jetzt im Mai extrem beansprucht ist.

Im Wald finden wir keinen lebendigen Waldbach, sondern eine kanalartig ausgegrabene Sandwüste. Der elende Zustand muss verbessert werden!

Wunder bewirkt der Treibselsammler (mal im Blog die Kategorie "Hölzchen und Stöckchen" erforschen): vorbei Treibendes wird zu dreidimensionaler Struktur gesammelt, massenhaft Wirbellose finden ein Zuhause, auch Fische erhalten endlich wieder ihr Dach über dem Kopf.

Eine weitere Wunderfunktion der Treibselsammler kann genutzt werden für die Wiederherstellung der Gleithänge bzw. neuer Ufer - hier gerade beginnend. Der Unterhaltungsverband freut sich, braucht er doch vor Ort gehaltenen Boden nicht anderswo teuer zu baggern.

Alt-Erle, Zeugin der Vergangenheit, belegt früheren, viel schmaleren Bachquerschnitt. Ihre Wurzeln sind wesentlicher Bestandteil des gesunden Bachs und des erosionsgeschützten Ufers.

Wo der Bach seine Turbulenz zurückgewonnen hat, kommt neben anderen Anzeigern dieser Verbesserung vielleicht sogar die Steinfliegenfamilie zurück - wir waren begeistert.

Bei so viel Erlebnissen kann man dann schonmal ein Bisschen ausgelassen werden - auf geht`s zum Bus.

Das war ein Exkursionswetter! - Zu Hause angekommen sieht es dann wenig später ausgesprochen dunkel aus - geregnet hat es aber erstmal nicht.
Na ja, ein Bisschen Regen hat es seitdem ja doch gegeben aber immer so 2; 4,5; 5; 5 Millimeter am Tag – es reicht halt noch immer nicht. Kein Wunder, dass die Elbe weniger als 500 m³ / s Wasser führt und sich das Sauerstoffloch mit fischkritischen Werten im Hamburger Hafen einrichtet, pendelnd mit Ebbe und Flut.
Bin zurück – habe Landes- und Einzugsgebietsgrenzen überquert.
Posted in Gewässerschutz, Hölzchen und Stöckchen, Totholz, Reisen on 6. Mai 2011| Leave a Comment »
Es darf geraten werden, bevor ich die Zeit finde, Inhaltliches von der Reise zu berichten. Wo war ich?

Raffinerie / Chemiefabrik (?) gleich nebendran - kann der Raps ja sofort zu Öl oder weitergehenden Produkten verarbeitet werden.
Eine attraktive Stadt, grüne Bewegungsräume führten mich zur Arbeits-/ Gedankenaustausch-/ Ideen-gewinn-stelle.

Fast kann man den brausenden Autoverkehr vergessen entlang dieser grünen Achsen für Fußgänger, Walker, Jogger, Skater, Radfahrer.
Ein großer Fluss mit seinen Nebenarmen durchzieht die Stadt.

Durch Pollenbewegung "gemalte" Vortices - wer hinschaut hat verloren: ständige Veränderung hält den eigentlich einem Ziel zustrebenden Wanderer auf ... 🙂 .
Für Sauberkeit wird gut gesorgt.

Ein wirksamer Hinweis! "Scoop the poop" scheint dank dieser Konsequenz zu funktionieren. In kaum einer - hundereichen - Stadt habe ich so wenig Haufen gesehen.

Hundertwasser war auch hier. Wahre Ingenieure meinen ja, so etwas macht man nicht! Ein Sakrileg, ein technisches Bauwerk zu verkunsten ...
Nach ausgesprochen interessanten Tagen geht es zurück.

Kurz vor der Landung in Hamburg: schön, die schleswig-holsteinische Knicklandschaft (wenngleich nur noch in ihren Resten !) zu sehen. Diese, unsere Zeit mit mangelndem Regen und heftigem Landflug (! Boden mag man fast nicht mehr sagen !) schreit danach, endlich Bodenschutz zum Thema zu machen. - Jemand erwähnte kürzlich den historisch wichtigen Hinweis "dustbowl" - schauen Sie doch mal bei wikipedia nach.
Noch eine letzte Hilfestellung fürs Raten.
Natur und Kultur in der Lüneburger Heide – Wälder
Posted in Gewässerschutz, Hölzchen und Stöckchen, Totholz, Unsortiertes on 30. April 2011| 1 Comment »
Das war wieder einmal eine äußerst informative Veranstaltung in der Alfred Töpfer-Akademie, NNA, Camp Reinsehlen. Passend zum Internationalen Jahr der Wälder stand sie diesmal unter dem Hauptthema „Wälder„.

Auch im Naturschutzgebiet Obere Wümmeniederung zeigt sich, dass Birke und Eiche sich vor der Schwarzerle belauben.
Dabei durfte das Thema Bäche und Bäume natürlich nicht fehlen und fand bei den Teilnehmern guten Zuspruch (hier zum Download eine frühere Version des Vortrags, 5 MB).

Jeder weiss ja um die Bedeutung der Wälder für gutes Trinkwasser - oder? Jedenfalls gab es prima Auenwald-Wasser zu trinken.
Hin- und Rückweg führten vorbei an den täglichen Realitäten – vieles in der aktuellen Farbe Gelb.

Ungeschützt durch den standorttypischen Baumsaum wird dieser kaputt gebaggerte Bach in der Mittagssonne gebrutzelt.

Großberegner stehen schon bereit, den knochentrockenen Boden zu benässen. Was das für die umliegenden Bäche und kleinen Flüsse bedeutet, ist unschwer zu raten.

Wo windgesichtete Buchenblüten sind, können Buchenspelzen nicht weit sein. - Wer sagt`s denn - schließlich wohnen wir im "Buchenweg".
Zum Pollengelb in besonderer Form berichtet Gerhard Laukötter.























































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