Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Hölzchen und Stöckchen, Totholz’ Category

So langsam erschliesse ich mir – unterstützt von Kundigen – die Bäche und kleinen Flüsse der neuen Wohnumgebung (ein ergänzender Artikel zum ersten Düpenau-Beitrag vom 4. April 2016 – gern mal über Anklicken im Kalender nachschlagen –  ist überfällig, bitte Geduld).

Eine gute Gelegenheit für neue Erfahrungen bieten die NABU-Bachaktionstage, heute war es wieder so weit.

Um die NABU-Gruppe Hamburg-West haben seit geraumer Zeit viele Aktive dazu beigetragen, die Wedeler Au in Teilstrecken aus ihrem lebensfeindlichen Kanalzustand in einen lebendigen Bach zu verwandeln. – Rückschläge wollen dabei auch verkraftet sein.

Bei schönstem Wetter radele ich bachauf durchs Wedeler Autal, zuerst an seiner Nordkante.

Bei schönstem Wetter radele ich bachauf durchs Wedeler Autal, zuerst an seiner Nordkante.

Nach Seitenwechsel auf die Südseite blicke ich nördlich der S-Bahntrasse über die bunten Mähwiesen.

Nach Seitenwechsel auf die Südseite blicke ich nördlich der S-Bahntrasse über die bunten Mähwiesen.

Immer bergan geht es über den Rheingoldweg - schliesslich ist die Wedeler Au ein Fliessgewässer. Irgendwoher muss das Fliessen ja kommen.

Immer bergan geht es über den Rheingoldweg – schliesslich ist die Wedeler Au ein Fliessgewässer. Irgendwoher muss das Fliessen ja kommen.

Wie sicherlich bekannt, ist das Norddeutsche Tiefland nicht überall flach.

Grot Sahl - immer weiter bergan, begeistert vom kühlenden, lichten Schatten der Bäume.

Grot Sahl – immer weiter bergan, begeistert vom kühlenden, lichten Schatten der Bäume.

Ankunft Kriemhildstraße, Brücke Wedeler Au - Steine, Holz, Werkzeug, fleissige Helferinnen und Helfer - alles da.

Ankunft Kriemhildstraße, Brücke Wedeler Au – Steine, Holz, Werkzeug, fleissige Helferinnen und Helfer – alles da.

Nach Vorbesprechung starten die Arbeiten des NABU-Bachaktionstages.

Nach Vorbesprechung starten die Arbeiten des NABU-Bachaktionstages.

Der Ausgangszustand - überbreite, übertiefe Kanalsituation, so gut wie keine Strömung erkennbar - KEIN Bach.

Der Ausgangszustand – überbreite, übertiefe Kanalsituation, so gut wie keine Strömung erkennbar – KEIN Bach.

Lebensraumwüste "Bach" in grünem Idyll - da soll was besser werden.

Lebensraumwüste „Bach“ in grünem Idyll – da soll was besser werden.

Abwärts der Brücke sind Erfolge der Vorjahre erkennbar. Das Niedrigwasserprofil ist durch Kiese und Holz belebt, Hochwasser kann ungestört darüber ablaufen.

Abwärts der Brücke sind Erfolge der Vorjahre erkennbar. Das Niedrigwasserprofil ist durch Kiese und Holz belebt, Hochwasser kann ungestört darüber ablaufen.

Wechselseitige Einengungen aus Kies und Totholz unter Mittelwasserabfluss - beispielhaftes "instream Restaurieren".

Wechselseitige Einengungen aus Kies und Totholz unter Mittelwasserabfluss – beispielhaftes „instream Restaurieren“.

Schon optisch ist die Belebung des Niedrigwasserprofils zu erkennen - gelenkte, turbulente Strömung, wo vorher träge Bewegung vorlag.

Schon optisch ist die Belebung des Niedrigwasserprofils zu erkennen – gelenkte, turbulente Strömung, wo vorher träge Bewegung vorlag.

Hüfttief und tiefer hinter der Böschungskante verschwunden wird eifrig gewerkelt.

Hüfttief und tiefer hinter der Böschungskante verschwunden wird eifrig gewerkelt.

Und es gibt mehr und anderes Leben im Bach - neben der Wasserassel leben eine Vielzahl Bachflohkrebse hier, ihr guter Zustand erkennbar an den unterschiedlichen Altersgruppen. Offenbar laufen Vermehrung und Heranwachsen wesentlich besser als vorher.

Und es gibt mehr und anderes Leben im Bach – neben der Wasserassel leben eine Vielzahl Bachflohkrebse hier, ihr guter Zustand erkennbar an den unterschiedlichen Altersgruppen. Offenbar laufen Vermehrung und Heranwachsen wesentlich besser als vorher.

Günter Entlinger, alt-erfahrener Bachverbesserer, hat für die Restaurierer Tiere aus der Wedeler Au gefangen. So kann Verbesserung am Besten verdeutlicht werden.

Dem kleinen Stichling sind Wasserassel und Bachflohkrebse noch etwas zu groß.

Dem kleinen Stichling sind Wasserassel und Bachflohkrebse noch etwas zu groß.

Neben - hier nicht sichtbaren - jungen Eintagsfliegenlarven ergänzen Egel und Köcherfliegenlarven das Bild.

Neben – hier nicht sichtbaren – jungen Eintagsfliegenlarven ergänzen Egel und Köcherfliegenlarven das Bild.

Wer gut arbeitet, soll auch gut trinken - Auswahl steht bereit.

Wer gut arbeitet, soll auch gut trinken – Auswahl steht bereit.

Fleissige Hände haben eine bunte Tafel zubereitet - dann man guten Appetit!

Fleissige Hände haben eine bunte Tafel zubereitet – dann man guten Appetit!

Pause - Inzwischen wurde schon gut was weggeschafft.

Pause – Inzwischen wurde schon gut was weggeschafft.

Die Wedeler Au - belebt, licht beschattet, wurzel- und kiesstrukturiert.

Die Wedeler Au – belebt, licht beschattet, wurzel- und kiesstrukturiert.

Wedeler Au - Journalist-belebt. Auch die schreibende Zunft ist von den guten Taten angetan.

Wedeler Au – Journalist-belebt. Auch die schreibende Zunft ist von den guten Taten angetan.

Durch lichten Auwald radele ich parallel zu Wedeler Au gen Westen - nun bachab.

Durch lichten Auwald radele ich parallel zu Wedeler Au gen Westen – nun bachab.

POW - zum Abgewöhnen! Baumlose Großstadtkreuzung auf der Landesgrenze. Ich biege nach rechts ab, wieder in die Autal-Allee gen Wedel.

POW – zum Abgewöhnen! Baumlose Großstadtkreuzung auf der Landesgrenze. Ich biege nach rechts ab, wieder in die Autal-Allee gen Wedel.

Das letzte Bild führt uns vor Augen, was in Sachen „Anpassung an den Klimawandel“ unter anderem zu tun wäre. Nur eine von vielen möglichen „no regret“-Maßnahmen wäre, mehr Großgrün (wieder) in die Planungen und Ausführungen in Stadt und Land einzubringen. Der heutige Arbeitsstandort an der Wedeler Au zeigte vom grünen Rahmen her, wie Natur den sommerkühlen Bach erhält – unsere weitgehend entbaumten Strecken der meisten Bäche und kleinen Flüsse warten auf ihren sie ursprünglich begleitenden Halbschatten.

Read Full Post »

Die Technische Universität Hamburg-Harburg, architektonisch - alt trifft neu (oder umgekehrt).

Die Technische Universität Hamburg-Harburg, architektonisch – alt trifft neu (oder umgekehrt).

Seit Jahren berichte ich über die jährlichen Exkursionen, die im Rahmen meiner Vorlesung „Hydrobiology“ im Sommersemester stattfinden (über „Suche“ leicht zu finden). Ging es zunächst regelhaft an die vielen Beispiele verschiedener Restaurierungen im Este-Einzugsgebiet, kam später die Seeve als weiteres Gewässerbeispiel dazu.

Die Exkursion findet je nach Teilnehmerzahl mit Groß-Bus oder Kleinbussen plus Pkw statt.

Die Exkursion findet je nach Teilnehmerzahl mit Groß-Bus oder Kleinbussen plus Pkw statt.

2016 für mich neu: Die Anfahrt zu den Treffpunkten - Umzug nach Wedel macht eine Elbe-Querung erforderlich.

2016 für mich neu: Die Anfahrt zu den Treffpunkten – Umzug nach Wedel macht eine Elbe-Querung erforderlich.

Agrar-Tostedt liegt vor mir - am Bahnhof treffe ich die Studenten und die Minibusse.

Agrar-Tostedt liegt vor mir – am Bahnhof treffe ich die Studenten und die Minibusse.

Auch 2016 war es wieder ein buntes Völkchen, das das Norddeutsche Tiefland mit seinen geografischen, gewässerökologischen und Agrar-exzessiven Beispielen kennenlernte. Die insgesamt 22 Teilnehmer kommen aus 11 Ländern. In der Reihenfolge abnehmender Teilnehmerzahl sind das China, Deutschland, Frankreich, Indien und Nigeria mit je 5-2 Teilnehmern sowie mit je einem aus Ägypten, Indonesien, Mexiko, Polen, Schweden und Singapur (vor dem verheerenden Tsunami dominierten Indonesier vor deutschen Teilnehmern die Vorlesung).

Fast alle da (16 von 22), bald folgt der Rest. Bis dahin machen wir einen im Programm nicht vorgesehenen Abstecher.

Fast alle da (16 von 22), bald folgt der Rest. Bis dahin machen wir einen im Programm nicht vorgesehenen Abstecher.

Aber zuerst die Exkursion zur Seeve, vgl. ausführlicher im Beitrag vom 25. Juni 2015 (dort: hinterer Teil), 2016 vorweg mit Abstecher zum Seevekanal.

Beeindruckend, die im Rahmen des Projekts Seevekanal 2021 durch Buhnen aus Holz erreichten Lebensraumverbesserungen.

Beeindruckend, die im Rahmen des Projekts Seevekanal 2021 durch Buhnen aus Holz erreichten Lebensraumverbesserungen.

Über die ebenfalls angesehenen Lenkbuhnen aus Kies finden sich anderswo hier im Blog ausführliche Darstellungen, bitte über Suche „Seevekanal, Lenkbuhnen, Kies“ nachschlagen.

Beeindruckt zeigen sich die Exkursionsteilnehmer regelhaft über die Beispiele deutscher Agrar-Subvention. Besonders, wenn wie hier in einem FFH- und Naturschutzgebiet intensivster Ackerbau bis auf die Gewässeroberkante praktiziert wird.

Beeindruckt zeigen sich die Exkursionsteilnehmer regelhaft über die Beispiele deutscher Agrar-Subvention. Besonders, wenn wie hier in einem FFH- und Naturschutzgebiet intensivster Ackerbau bis auf die Gewässeroberkante praktiziert wird.

Die Folge jahrelangen Abpflügens des halben Wurzeltellers früher hier vorhanden gewesener, standorttypischer Großbäume in gewässerbegleitendem und beschattendem Saum: Totalverlust mit folgender Stark-Erosion - Landverlust beim Verursacher.

Die Folge jahrelangen Abpflügens des halben Wurzeltellers früher hier vorhanden gewesener, standorttypischer Großbäume in gewässerbegleitendem und beschattendem Saum: Totalverlust mit folgender Stark-Erosion – Landverlust beim Verursacher.

Als "Besonderheit" in dieser speziellen Situation konnten wir 2016 Spuren des Befahrens in der Böschung verbliebener Wurzelstöcke mit Großgerät ansehen.

Als „Besonderheit“ in dieser speziellen Situation konnten wir 2016 Spuren des Befahrens in der Böschung verbliebener Wurzelstöcke mit Großgerät ansehen.

Als Folge ergaben sich (die beabsichtigten) Wurzelabrisse. Die tiefen, gefährdenden Löcher wurden den Fischereipächtern gemeldet, damit sich niemand ein Bein bricht.

Als Folge ergaben sich (die beabsichtigten) Wurzelabrisse. Die tiefen, gefährdenden Löcher wurden den Fischereipächtern gemeldet, damit sich niemand ein Bein bricht.

Grund unserer Anfahrt war allerdings der Restaurierungsversuch mit "Hölzchen & Stöckchen", mit dem eine verbliebende Erlengruppe vor dem Verschwinden gerettet werden sollte.

Grund unserer Anfahrt war allerdings der Restaurierungsversuch mit „Hölzchen & Stöckchen“, mit dem eine verbliebende Erlengruppe vor dem Verschwinden gerettet werden sollte.

Mehr über „Hölzchen & Stöckchen“ findet sich z.B. hier.

Wie unschwer zu erkennen ist, haben zwei Reihen Treibselsammler schnell über 10 m³ Boden aus vorbeitreibendem Sand gebildet und schützen nun die Erlengruppe vor Erosionsangriff.

Wie unschwer zu erkennen ist, haben zwei Reihen Treibselsammler schnell über 10 m³ Boden aus vorbeitreibendem Sand gebildet und schützen nun die Erlengruppe vor Erosionsangriff.

Jahr für Jahr unverändert bleibt festzustellen, dass durch rückschreitende Erosion „Zeugen der Vergangenheit“, wie z.B. Widerlager von Brücken zunehmend zu Wanderhindernissen werden. Der so entstehende höhere Strömungsdruck wirkt um so erodierender in den abwärts liegenden, meist nicht durch den standorttypischen Baumsaum geschützten Uferpartien. Dies gilt im Umfeld Hittfeld / Maschen z.B. für die Seevequerungen der BAB 1 (Horster Dreieck), BAB 39, Winsener Landstraße, BAB 1 (Maschener Kreuz), Umfeld Seeve-Wehr / Fischpass, Fußgängerbrücke querab Alte Bahnhofstraße, Brücke Hörstener Straße, Brücke zwischen Junkernfeld- und Steller See – es gibt viel zu tun! Kies-Geröll-Gleiten in Kolk-Rausche-Abfolge könnten diese Lebensraumstörungen leicht bereinigen.

Seeve Maschen: Seeve-Wehr, durch Tiefenerosion entstandener Strömungsabriss am Fischpass, vorn die verschärfte Strömungssituation an der Fußgängerbrücke - leicht aufzufangen durch abwärts anzulegende Rauschen aus Kies/Geröll.

Seeve Maschen: Seeve-Wehr, durch Tiefenerosion entstandener Strömungsabriss am Fischpass, vorn die verschärfte Strömungssituation an der Fußgängerbrücke – leicht aufzufangen durch abwärts anzulegende Rauschen aus Kies/Geröll.

Und dann ging`s, wie üblich an die Este, wo eine Vielzahl Restaurierungsbeispiele auf bis zu 35 Jahre Historie weisen.

Mäander-Beispiel, noch überbreit und übertief - die Kiesbach-Charakteristik Erosions-Sand-überprägt.

Mäander-Beispiel, noch überbreit und übertief – die Kiesbach-Charakteristik Erosions-Sand-überprägt.

Blick von der Geestkante in die Este-Aue an der Querung der Nordeuropäischen Erdgasleitung - nächstes Foto.

Blick von der Geestkante in die Este-Aue an der Querung der Nordeuropäischen Erdgasleitung – nächstes Foto.

Ausgleich und Ersatz für die Landschafts- und Lebensraumstörungen beim Bau der NEL liessen hier durch Kies- und Geröllzugabe einen Mäander entstehen, wie er für dieses Kies-geprägte Gewässer typisch wäre.

Ausgleich und Ersatz für die Landschafts- und Lebensraumstörungen beim Bau der NEL liessen hier durch Kies- und Geröllzugabe einen Mäander entstehen, wie er für dieses Kies-geprägte Gewässer typisch wäre.

Wo Hölzchen und Stöckchen "Land gewinnen", sind nun oft "Deine Spuren im Sand ..." zu sehen - diesmal kein Fischotter.

Wo Hölzchen und Stöckchen „Land gewinnen“, sind nun oft „Deine Spuren im Sand …“ zu sehen – diesmal kein Fischotter.

Solch Spuren – hier ganz schön groß – mit Fingerchen hinterlässt der Waschbär.

Vermehrt finden sich in den neu (wieder!) hergestellten ruhigeren Bereichen Köcherfliegen des entsprechenden Hausbau-Typs.

Vermehrt finden sich in den neu (wieder!) hergestellten ruhigeren Bereichen Köcherfliegen des entsprechenden Hausbau-Typs.

An einer jahrelang als Kies-Depot, zur Umlagerung des Kieses durch die Este, genutzten Stelle hat sich ein optimales Strömungsbild mit Kolk-Rausche-Abfolgen und hervorragenden Laichplätzen entwickelt.

An einer jahrelang als Kies-Depot, zur Umlagerung des Kieses durch die Este, genutzten Stelle hat sich ein optimales Strömungsbild mit Kolk-Rausche-Abfolgen und hervorragenden Laichplätzen entwickelt.

Beeindruckend - was für eine Strömungs- und Tiefenvarianz!

Beeindruckend – was für eine Strömungs- und Tiefenvarianz!

Leider sahen wir am Exkursionstag auch ganz etwas anderes: (Un)massen Bachflohkrebse, die offenbar durch (Agrar?)Gift nicht mehr in der Lage waren, ihren Standort zu halten. Massenabdrift ! ! !

Leider sahen wir am Exkursionstag auch ganz etwas anderes: (Un)massen Bachflohkrebse, die offenbar durch (Agrar?)Gift nicht mehr in der Lage waren, ihren Standort zu halten. Massenabdrift ! ! !

Wie die wissenschaftliche Literatur ausweist, findet derlei in unserer exzessiven Landnutzung ständig aktuell und um so mehr chronisch statt. – Ein konsequenter Boden- und Gewässerschutz steht in Deutschland weiterhin aus.

Antwort auf eine regelhaft gestellte Frage bei Walddurchquerungen: Nein, die mit "T" gekennzeichneten Bäume gehören nicht mir, dies ist nicht mein "claim". T steht für so etwas wie "track" - vielleicht einfach "Trasse". Hier bewegen sich die modernen Holzgewinnungsmaschinen auf vorgegebenen Trassen zum Nutzholz, um möglichst wenig Schaden im Gelände anzurichten.

Antwort auf eine regelhaft gestellte Frage bei Walddurchquerungen: Nein, die mit „T“ gekennzeichneten Bäume gehören nicht mir, dies ist nicht mein „claim“. T steht für so etwas wie „track“ – vielleicht einfach „Trasse“. Hier bewegen sich die modernen Holzgewinnungsmaschinen auf vorgegebenen Trassen zum Nutzholz, um möglichst wenig Schaden im Gelände anzurichten.

Gewässerschutz bezieht sich – in Deutschland leider immer noch nicht konsequent – auf alles, was im Einzugsgebiet geschieht.

„On top of the world“ startet das Geschehen und zieht sich letztlich bis ins Meer mit seinen Auswirkungen. Nach Jahrzehnten guter Ergebnisse durch Abwasserreinigung und Abwasserminimierung steht noch immer konsequentes Handeln unter anderem beim Goldenen Kalb, der Agrarwirtschaft, aus. Und deren Exzesse starten leider bereits auf den Wasserscheiden, den obersten Rändern der Gewässereinzugsgebiete.

Man braucht unsere Landschaft nur mit offenen Augen zu erleben.

Fehlgesteuerte Subventionen – es ist lange an der Zeit, dieser Steuergeldverschwendung ein Ende zu machen. – Hallo, Politiker, wo seid ihr?!

Nein, SIE meinte ich nicht, die Damen und Herren Agrar-Funktionäre in der Politik – ihr Wirken bringt ja genau die heutigen Auswüchse. – Wir setzen unsere Exkursion fort.

Wir begeben uns aufs Dach der Welt - on top of the world. Unfassbar!

Wir begeben uns aufs Dach der Welt – on top of the world.
Unfassbar!

Fehlsubventionierte Agrarwüste - mal abgesehen von fehlenden Grünstreifen allüberall. Hier liegt der ganze "Berg" in Erwartung des übersubventionierten Mais-Aussäens monatelang bar. Von Bodenschutz keine Spur.

Fehlsubventionierte Agrarwüste – mal abgesehen von fehlenden Grünstreifen allüberall. Hier liegt der ganze „Berg“ in Erwartung des übersubventionierten Mais-Aussäens monatelang bar. Von Bodenschutz keine Spur.

Und wenn dann der Mais draufsteht, hat der nicht einmal Untersaat, um den Boden zu halten – Deutschland, Deine schlagkräftige Agrarwirtschaft, für Steuer- sowie überhöhte Stromgebührenzahler und Umwelt sowieso ein Graus!

Bodenentmischung - feinster Strandsand auf dem landwirtschaftlichen Weg - talwärts.

Bodenentmischung – feinster Strandsand auf dem landwirtschaftlichen Weg – talwärts.

Es wird dann aber doch wieder wässrig auf der Hydrobiology-Exkursion. Die Bachoberläufe kriegen alles ab ... Um so sinnvoller ist also das Stärken ihrer natürlichen Kräfte durch Restaurieren. Schade, dass das Prinzip Freiwilligkeit auch hier bei den Verursachern nicht zieht. Die Erfolge kommen vom Einsatz anderer.

Es wird dann aber doch wieder wässrig auf der Hydrobiology-Exkursion. Die Bachoberläufe kriegen alles ab …
Um so sinnvoller ist also das Stärken ihrer natürlichen Kräfte durch Restaurieren. Schade, dass das Prinzip Freiwilligkeit auch hier bei den Verursachern nicht zieht. Die Erfolge kommen vom Einsatz anderer.

Nachlesen kann man jahrzehntelange gute Beispiele z.B. hier. , über neuere Arbeiten hier.

Offenbar wird guter Gewässereinsatz von Petrus belohnt. Wieder hatten wir prima Exkursionswetter, Regentropfen zeigen sich erst nach Abschluss der Veranstaltung.

Offenbar wird guter Gewässereinsatz von Petrus belohnt. Wieder hatten wir prima Exkursionswetter, Regentropfen zeigen sich erst nach Abschluss der Veranstaltung.

Das leibliche Wohl soll auch nicht zu kurz kommen.

Das leibliche Wohl soll auch nicht zu kurz kommen.

Geradezu als Beispiel für gesunde Gewässer mit lichtem Schatten unter Kronenschluss begleitender Bäume grüßt die Bundesstraßenallee den Heimkehrer.

Geradezu als Beispiel für gesunde Gewässer mit lichtem Schatten unter Kronenschluss begleitender Bäume grüßt die Bundesstraßenallee den Heimkehrer.

Read Full Post »

Die Düpenau ist ein Bach, der im Westen Hamburgs auf Moräne entspringt und in Schleswig-Holstein in die Mühlenau, einen Nebenfluss der Pinnau, mündet. Sie ist ca. 12 km lang und – wie alle Gewässer – gemäß den fachlichen Anforderungen und den gesetzlichen Bestimmungen als Lebensraum zu verbessern.

In dieser Kurve stellt sich die Düpenau noch als lebensfeindlicher, restaurierungswürdiger Sandkanal dar.

In dieser Kurve stellt sich die Düpenau noch als lebensfeindlicher, restaurierungswürdiger Sandkanal dar.

Untersuchungen zeigen die Möglichkeiten dazu auf, hier z.B. für den Hamburgischen Teil.

Neben den Aktivitäten der offiziell Zuständigen arbeiten Bachpaten daran, die durch Ausbau, harte Unterhaltung und Abwassereinleitungen entstandene Wüstenei wieder in einen lebendigen Bach zu entwickeln. Der NABU Hamburg organisiert einen Teil dieser Verbesserungen in „Bach-Aktionstagen„.

Auf Hamburger Landesgebiet werden diese durch den sogenannten „Kies-Topf“ gefördert – Mittel, die für besonders geeignete Maßnahmen engagierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden. Die NABU-Stadtteilgruppe West hat sich um die Düpenau bereits verdient gemacht.

Auf Schleswig-Holsteiner Seite wird die Düpenau leider von manchen anders betrachtet – zum Leidwesen von Umweltschützern.

Aber auch hier haben erste Anstöße zur Belebung der Eigendynamik stattgefunden – und es soll weiter gehen. Die NABU-Gruppe Schenefeld/Halstenbek hat mit einer Vielzahl Lenkbuhnen aus Kies gesteuert turbulente Strömung erzeugt und den bislang unbelebten Sand-/Schlammgrund in eine größere Vielfalt von Strukturen entwickelt.

Hier plätschert die Düpenau wieder, von jedem Spaziergänger wahrnehmbar, nachdem die NABU-Gruppe Schenefeld/Halstenbek 2015 kleine Lenkbuhnen aus Kies fachgerecht einbrachte.

Hier plätschert die Düpenau wieder, von jedem Spaziergänger wahrnehmbar, nachdem die NABU-Gruppe Schenefeld/Halstenbek 2015 kleine Lenkbuhnen aus Kies fachgerecht einbrachte.

Ob solch junge Maßnahme bereits Veränderung für die Gewässerorganismen brachte? Das kann mit einem Küchensieb schnell überprüft werden.

Und siehe da: Die Lenkbuhnen sind voll von kleinen Bachflohkrebsen, sind also offensichtlich sofort als "Kinderstube" dieses so wichtigen Bachtiers genutzt worden.

Und siehe da: Die Lenkbuhnen sind voll von kleinen Bachflohkrebsen, sind also offensichtlich sofort als „Kinderstube“ dieses so wichtigen Bachtiers genutzt worden.

Es lohnt sich offenbar, bereits mit relativ geringem Einsatz kann die Düpenau belebt werden.

Das Besiedlungspotential der Düpenau muss man erst suchen - nur wenig verbliebene Struktur aus Stein, Erlenwurzeln, Totholz findet sich in der Gewässersohle. Aber dort sind sie: die Bachflohkrebseltern, Köcherfliegen und andere, die auf Hilfe warten.

Das Besiedlungspotential der Düpenau muss man erst suchen – nur wenig verbliebene Struktur aus Stein, Erlenwurzeln, Totholz findet sich in der Gewässersohle. Aber dort sind sie: die Bachflohkrebseltern, Köcherfliegen und andere, die auf Hilfe warten.

Vom Umfeld her, hier im Schenefelder Stadtgebiet, zeigt die Düpenau gute Voraussetzungen, schnelle flächenhafte Besiedlung zu ermöglichen - nach Restaurieren.

Vom Umfeld her, hier im Schenefelder Stadtgebiet, zeigt die Düpenau gute Voraussetzungen, schnelle flächenhafte Besiedlung zu ermöglichen – nach Restaurieren.

Modellartige Stellen, hier eine Kurve mit Gleithang (links) und Prallhang (rechts), fordern die Lebensraumverbesserung geradezu heraus.

Modellartige Stellen, hier eine Kurve mit Gleithang (links) und Prallhang (rechts), fordern die Lebensraumverbesserung geradezu heraus.

Wie heisst es so schön „Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.“. (Dieser Satz wird Erich Kästner zugeschrieben, aber wohl auch anderen.)

Zweifellos, die Düpenau hat Potential – unterstützen wir ihre Entwicklung.

Read Full Post »

Mit Kiesen und Geröllen standen allerhand Arbeiten in 2015 an, wie in so manchem Beitrag dieses Blogs nachzulesen ist. Da kamen „Hölzchen und Stöckchen“ ein wenig zu kurz. Die Gartensaison brachte guten Zuwachs zum Bestand, so dass es eine Freude war zu hören, sie wären andernorts gefragt. So gingen heute viele meiner Hölzchen und Stöckchen aus zwei Sammelpunkten auf die Reise.

Punkt 1 - vorher.

Punkt 1 – vorher.

Punkt 2 - vorher.

Punkt 2 – vorher.

Schon ist der Wagen beladen, die Hölzchen und Stöckchen gehen auf die Reise. Tschüß - mögen Bäche und kleine Flüsse von fachlichem Können profitieren.

Schon ist der Wagen beladen, die Hölzchen und Stöckchen gehen auf die Reise. Tschüß – mögen Bäche und kleine Flüsse von fachlichem Können profitieren.

Punkt 1 - nachher.

Punkt 1 – nachher.

Punkt 2 - nachher.

Punkt 2 – nachher.

Da wundert sich die knapp 40jährige Haus-Erle.

Da wundert sich die knapp 40jährige Haus-Erle.

Wer die jüngste Veröffentlichung, basierend auf einem Vortrag an der TU Hamburg-Harburg lesen möchte, findet den Text im folgenden Link.

015 – Instream Restaurieren, LT – TUHH-Kolloquium

Read Full Post »

Wohl wahr: Die Welt ist ein Schauplatz ...

Wohl wahr: Die Welt ist ein Schauplatz …

Bunt Gemischtes von zwei Seeve-Besuchen – Gutes und dringend zu Verbesserndes liegen dicht beieinander.

Beim Anmarsch - im rechten Wegrandstreifen sieht es weniger nach Knickpflege als nach -beseitigung aus. Mal sehen, wie es weitergeht.

Beim Anmarsch – im rechten Wegrandstreifen sieht es weniger nach Knickpflege als nach -beseitigung aus. Mal sehen, wie es weitergeht.

Links vom Weg ist jüngst Grünland zu Acker, momentan Hafer-, umgebrochen worden. Dabei wurde der Knick beseitigt, Bäume reduziert und die ehemalige dreidimensional grüne Fläche mit Boden aufgefüllt.

Links vom Weg ist jüngst Grünland zu Acker, momentan Hafer-, umgebrochen worden. Dabei wurde der Knick beseitigt, Bäume reduziert und die ehemalige dreidimensional grüne Fläche mit Boden aufgefüllt.

Grünes auf der uralten, bewährten Mitchell-Rolle - eine Schildwanzenlarve, möge der Tag bunt werden.

Grünes auf der uralten, bewährten Mitchell-Rolle – eine Schildwanzenlarve, möge der Tag bunt werden.

Weiden und Eschen ...

Weiden und Eschen …

Schwarzerlen ...

Schwarzerlen …

... und Bergahorn gestalten den Rahmen meiner beiden Bachwanderungen.

… und Bergahorn gestalten den Rahmen meiner beiden Bachwanderungen.

Immerhin hat der nach Grünlandumbruch neu entstandene Haferacker den hier gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgewässerrandstreifen von 5 m, was man von allen anderen Äckern nicht sagen kann. - Zuständige Behörden haben kein Überwachungsprogramm ...

Immerhin hat der nach Grünlandumbruch neu entstandene Haferacker den hier gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgewässerrandstreifen von 5 m, was man von allen anderen Äckern nicht sagen kann. – Zuständige Behörden haben kein Überwachungsprogramm …

Vom Gewässer ins Land geschaut ist am Horizont der ausgedünnte Baumsaum mit fehlendem Knick zu erkennen.

Vom Gewässer ins Land geschaut ist am Horizont der ausgedünnte Baumsaum mit fehlendem Knick zu erkennen.

Der Mais ist heiss ... - Völlig naturfern fliesst die Seeve wohl 2 m unter Böschungsoberkante. Ohne jeden Randstreifen grüßt dunkelgrün Mais herüber. - Wieso zahlen wir Steuerzahler - zwangsverpflichtet - eigentlich für solch missbräuchliches Handeln Subventionen (und sei`s, dass die "EEG-Strom-Cent" umschrieben werden).

Der Mais ist heiss … – Völlig naturfern fliesst die Seeve wohl 2 m unter Böschungsoberkante. Ohne jeden Randstreifen grüßt dunkelgrün Mais herüber. – Wieso zahlen wir Steuerzahler – zwangsverpflichtet – eigentlich für solch missbräuchliches Handeln Subventionen (und sei`s, dass die „EEG-Strom-Cent“ umschrieben werden).

In der Seeve selbst haben die Kies- und Geröllgaben die Struktur der Gewässersohle verbessert.

In der Seeve selbst haben die Kies- und Geröllgaben die Struktur der Gewässersohle verbessert.

Ein vielfältig-turbulentes Strömungsbild ist vielerorts so entstanden.

Ein vielfältig-turbulentes Strömungsbild ist vielerorts so entstanden.

Jede Sekunde ein anderes Bild ...

Jede Sekunde ein anderes Bild …

Solche an der Wasseroberfläche sichtbare Strömungsturbulenz bietet darunter manchem Gewässerorganismus ein "Schutzdach", hydraulisch entstandenes Versteck.

Solche an der Wasseroberfläche sichtbare Strömungsturbulenz bietet darunter manchem Gewässerorganismus ein „Schutzdach“, hydraulisch entstandenes Versteck.

Die gelb-violetten Blüten des Bittersüßen Nachtschattens werden aufgrund der fortschreitenden Jahreszeit ...

Die gelb-violetten Blüten des Bittersüßen Nachtschattens werden aufgrund der fortschreitenden Jahreszeit …

... zunehmend von grünen Beeren, die über orange zu knallrot reifen, abgelöst.

… zunehmend von grünen Beeren, die über orange zu knallrot reifen, abgelöst.

Nicht nur die schwefelgelbe Eintagsfliege Heptagenia sulphurea ist auf strukturreiches Ufer für gute Entwicklung angewiesen.

Nicht nur die schwefelgelbe Eintagsfliege Heptagenia sulphurea ist auf strukturreiches Ufer für gute Entwicklung angewiesen.

Auch die Beeren der heimischen Traubenkirsche, typischer Baum der Gewässerränder und Auen, sind fast reif.

Auch die Beeren der heimischen Traubenkirsche, typischer Baum der Gewässerränder und Auen, sind fast reif.

Die Perspektive gewechselt - aus Ottersicht: Erlenbestandenes, wurzelgeschütztes Ufer - ein Eldorado.

Die Perspektive gewechselt – aus Ottersicht: Erlenbestandenes, wurzelgeschütztes Ufer – ein Eldorado.

Eine frisch trockengefallende Sandbank - sind da Spuren?

Eine frisch trockengefallende Sandbank – sind da Spuren?

Etliche Otterspuren mit ihren charakteristischen Zeichen wie z.B. den gut sichtbaren Marderkrallen belegen die verbesserte Besiedlung unserer Gewässer. Jahrzehntelang geltende Schutzprogramme wirken.

Etliche Otterspuren mit ihren charakteristischen Zeichen wie z.B. den gut sichtbaren Marderkrallen belegen die verbesserte Besiedlung unserer Gewässer. Jahrzehntelang geltende Schutzprogramme wirken.

Nicht allzu fern hat auch ein Biber seit geraumer Zeit seinen Unterschlupf gefunden, wie solch typisches Anzeichen verrät.

Nicht allzu fern hat auch ein Biber seit geraumer Zeit seinen Unterschlupf gefunden, wie solch typisches Anzeichen verrät.

Der Biber ist zur Zeit allerdings weniger mit Bäumen als mit der Ernte reifen Korns beschäftigt, wie erstmals 2012 hier im Blog berichtet wurde (Beitrag vom 10. Oktober 2012, Nachschau z.B. am 9. Oktober 2013).

Noch frische Wasserpflanzen auf seinem Sitzplatz sowie noch nicht verarbeitete Strohreste und ein Abdeckstamm für die Biberburg sind weitere Hinweise.

Noch frische Wasserpflanzen auf seinem Sitzplatz sowie noch nicht verarbeitete Strohreste und ein Abdeckstamm für die Biberburg sind weitere Hinweise.

Nach all den bunten Natur(schutz)farben kommt auch der Mensch zu seinem Teil. Blankes aquatisches Silber, frisch aus dem Meer aufgestiegen, wird demnächst - quasi als Tafelsilber - auf dem familiären Mittagstisch serviert.

Nach all den bunten Natur(schutz)farben kommt auch der Mensch zu seinem Teil. Blankes aquatisches Silber, frisch aus dem Meer aufgestiegen, wird demnächst – quasi als Tafelsilber – auf dem familiären Mittagstisch serviert.

Das je nach Lichteinfall auch bunt schillernde Schuppenkleid beeindruckt.

Das je nach Lichteinfall auch bunt schillernde Schuppenkleid beeindruckt.

Zurück zu Hause grüßt der Horizont mit Bienenbaum-Krone. Euodia hupehensis ist ein beeindruckender, hoch wachsender, dabei auch gut beschneidbarer Baum. Die späte, in großen Dolden reichhaltige Blüte bietet Bienen, Hummeln, Fliegen, Wespen und Hornissen (nicht zuletzt auch den sie gern verspeisenden Vögeln) einen reich gedeckten Tisch in ansonsten eher blüten-/nahrungsarmer Zeit.

Zurück zu Hause grüßt der Horizont mit Bienenbaum-Krone. Euodia hupehensis ist ein beeindruckender, hoch wachsender, dabei auch gut beschneidbarer Baum. Die späte, in großen Dolden reichhaltige Blüte bietet Bienen, Hummeln, Fliegen, Wespen und Hornissen (nicht zuletzt auch den sie gern verspeisenden Vögeln) einen reich gedeckten Tisch in ansonsten eher blüten-/nahrungsarmer Zeit.

Read Full Post »

In den Vorjahren wurden die Exkursionen der Vorlesung „Hydrobiology“ (ja, ist „in english“) an der TU Hamburg-Harburg unter dem Titel „Die Welt zu Gast in Tostedt“ jeweils mit Jahreszahl hier vorgestellt.

Blick vom TUHH-Campus auf das Gebäude Schwarzenbergstraße - alt und neu bieten interessante Kulissen.

Blick vom TUHH-Campus auf das Gebäude Schwarzenbergstraße – alt und neu bieten interessante Kulissen.

2015 haben wir nach „der üblichen“ („same procedure as every year …“) Runde im Este-Einzugsgebiet die zweite Exkursion an der Seevemündung in die Elbe begonnen – daher heute ein neuer Titel. Die Restaurierungen der jüngeren Jahre an der Seeve sind hier im Blog umfangreich dokumentiert.

Es folgen ein paar Eindrücke zunächst von der Este, anschließend von der Seeve.

Übergang von überbreitem, sandbedecktem Estebereich in mit Kies und Geröll strukturierten. Der Wasserbaumeister Merk / Berle zeigt, der lebendige Bach möchte ein schmales Bett mit turbulenter Strömung. Wenn er kann, baut er es selbst.

Übergang von überbreitem, sandbedecktem Estebereich in mit Kies und Geröll strukturierten. Der Wasserbaumeister Merk / Berle zeigt, der lebendige Bach möchte ein schmales Bett mit turbulenter Strömung. Wenn er kann, baut er es selbst.

Frisches Bachneunaugenlaichbett (helle Kiesfläche) auf altem Bachforellenlaichbett (Winter 2014/15) - von links: auf Fisch-gemachten Anströmkolk folgt der "Kiesberg", in dem die Eier vom Bach erbrütet werden.

Frisches Bachneunaugenlaichbett (helle Kiesfläche) auf altem Bachforellenlaichbett (Winter 2014/15) – von links: auf Fisch-gemachten Anströmkolk folgt der „Kiesberg“, in dem die Eier vom Bach erbrütet werden.

Mäander - menschenzerstört - überbreit mit Sandsohle, standorttypisch von Natur gesäumt mit Erlen.

Mäander – menschenzerstört – überbreit mit Sandsohle, standorttypisch von Natur gesäumt mit Erlen.

Mäander, in Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme mit Kies und Geröll bestückt. Turbulente Strömung und Stromstrich ("Thalweg") sind wiederhergestellt. Die Sohle lebt, voller standorttypischer Wirbelloser.

Mäander, in Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme mit Kies und Geröll bestückt. Turbulente Strömung und Stromstrich („Thalweg“) sind wiederhergestellt. Die Sohle lebt, voller standorttypischer Wirbelloser.

Restaurierungsbeispiel Kies-Depot - inzwischen vielfach und vielerorts bewährt. Der Bach nimmt sich, wenn er möchte und transportiert es an die bestgeeignete Stelle.

Restaurierungsbeispiel Kies-Depot – inzwischen vielfach und vielerorts bewährt. Der Bach nimmt sich, wenn er möchte und transportiert es an die bestgeeignete Stelle.

"Sach ma` "Windwurfwurzkörper"!" - In den USA und anderswo gern beim Gewässerrestaurieren genutzt: ganze Sturzbäume mit Wurzelballen.

„Sach ma` „Windwurfwurzkörper“!“ – In den USA und anderswo gern beim Gewässerrestaurieren genutzt: ganze Sturzbäume mit Wurzelballen.

Fassungslos vorm Horizont - fast "on top of the world", zwischen Elbe- und Weser-Einzugsgebiet.

Fassungslos vorm Horizont – fast „on top of the world“, zwischen Elbe- und Weser-Einzugsgebiet.

Krasser ist Landnutzungsunterschied kaum darstellbar. Wo Ripl und andere als nachhaltige Landnutzung Wald propagieren, ist die linke Hälfte Boden monatelang im Jahr Sonne, Wind und Wetter ausgesetzt. Die „Fruchtfolge“ Mais – Gülle – Mais – Subvention fordert ihren Tribut auf den hiesigen, armen Böden – vermeidbare Erosion und Grundwasserverschmutzung.

Der Fortschritt ist eine Schnecke.

Der Fortschritt ist eine Schnecke.

Gucken wir also, was die Seeve zu bieten hat.

Wir haben den Tideniedrigwasserzeitpunkt der Elbe genutzt und sind an den Deich gefahren: Seevemündung binnendeichs - überbreites, flach über Sandbett rauschendes Wasser. Als Wanderfisch findet man das wohl nicht so toll, als Standfisch gibt es einem das AUS.

Wir haben den Tideniedrigwasserzeitpunkt der Elbe genutzt und sind an den Deich gefahren: Seevemündung binnendeichs – überbreites, flach über Sandbett rauschendes Wasser. Als Wanderfisch findet man das wohl nicht so toll, als Standfisch gibt es einem das AUS.

Jenseits des Deichs, zur Elbe, liegt ein Riesensandpolster. Das Seevewasser fließt flachst (falls sich flach steigern ließe) über Hunderte Meter zum Strom.

Jenseits des Deichs, zur Elbe, liegt ein Riesensandpolster. Das Seevewasser fließt flachst (falls sich flach steigern ließe) über Hunderte Meter zum Strom.

Die Elbevertiefungen – nicht zuletzt die vorige um die Jahrtausendwende – haben das Tidegeschehen zunehmend verschärft. Insbesondere das Absinken des Tideniedrigwassers sorgt an Bauwerken wie hier dem Deichsiel für einen Erosionsabriss an der Sohle – unnötiges Hindernis für Wanderorganismen. Das derzeitige „Sandpolster draussen“ – selbst nun Wanderhindernis – vertuscht das zeitweise. Das Deichsiel mit seinen sich bei Flut schliessenden Toren verhindert zweimal täglich stundenlang, dass sich der „Seeve-Geruchsfaden“ den Elbe-seitigen Wanderorganismen mitteilen kann. Als eine „Durchgängigkeit nach Stand des Wissens“ ist diese Situation nicht gerade zu bezeichnen.

Keine Gewässerrandstreifen, Verlust des standorttypischen Baumsaums - und das im Beispiel hier innerhalb des Naturschutzgebiets Untere Seeveniederung. - Noch Fragen?

Keine Gewässerrandstreifen, Verlust des standorttypischen Baumsaums – und das im Beispiel hier innerhalb des Naturschutzgebiets Untere Seeveniederung. – Noch Fragen?

Das Niedrigwasser enthüllt die Bedeutung des Baumsaums: von der Natur kostenlos gebotener Erosionsschutz durch Wurzeln.

Das Niedrigwasser enthüllt die Bedeutung des Baumsaums: von der Natur kostenlos gebotener Erosionsschutz durch Wurzeln.

Die seit einigen Jahren zunehmend angebotenen Kies- und Geröllgaben zeigen Wirkung: heller Fleck - frisch belaichtes Flussneunaugenlaichbett.

Die seit einigen Jahren zunehmend angebotenen Kies- und Geröllgaben zeigen Wirkung: heller Fleck – frisch belaichtes Flussneunaugenlaichbett.

Kiese und Gerölle statt bewegter Sand: Wasserpflanzen, hier Wasserstern und Tausendblatt, können im wahrsten Sinn des Wortes Fuß fassen.

Kiese und Gerölle statt bewegter Sand: Wasserpflanzen, hier Wasserstern und Tausendblatt, können im wahrsten Sinn des Wortes Fuß fassen.

Die fehlende, natürliche Beschattung allerdings bringt die Sonne ins Maximum. Die Steine überwachsen massiv mit Algen, Sonnenüberschuss lässt Tausendblatt Sauerstoffübersättigung produzieren, Sauerstoffperlen gasen aus.

Die fehlende, natürliche Beschattung allerdings bringt die Sonne ins Maximum. Die Steine überwachsen massiv mit Algen, Sonnenüberschuss lässt Tausendblatt Sauerstoffübersättigung produzieren, Sauerstoffperlen gasen aus.

Überfall am Seevewehr in Maschen, einem der maßgeblichen Hindernisse für wandernde Organismen.

Überfall am Seevewehr in Maschen, einem der maßgeblichen Hindernisse für wandernde Organismen.

Zwar funktioniert der Fischpass - auch bei Niedrigwasser - für starke Springer wie Meerforellen und "Rubbler" wie Fluss- und Meerneunauge, entspricht aber nicht dem gültigen Erfordernis: Durchgängigkeit für alle.

Zwar funktioniert der Fischpass – auch bei Niedrigwasser – für starke Springer wie Meerforellen und „Rubbler“ wie Fluss- und Meerneunauge, entspricht aber nicht dem gültigen Erfordernis: Durchgängigkeit für alle.

Fragezeichen über Fragezeichen - wieso heisst der Beitrag "Viechereien"?!? - Hier geht`s los - Larven des Erlenblattkäfers in besonderer Formation.

Fragezeichen über Fragezeichen – wieso heisst der Beitrag „Viechereien“?!? – Hier geht`s los – Larven des Erlenblattkäfers in besonderer Formation.

Gruß vom Biber.

Gruß vom Biber.

Wir befinden uns nicht nur im Biber-, sondern auch im Otter-Land.

Wir befinden uns nicht nur im Biber-, sondern auch im Otter-Land.

Treffen sich zwei Eintagsfliegen ...

Treffen sich zwei Eintagsfliegen …

Treffen sich zwei Eintagsfliegen: "Mutter, ich erkenne Dich gar nicht wieder!" - Ach, das ist nur die abgestreifte Haut.

Treffen sich zwei Eintagsfliegen: „Mutter, ich erkenne Dich gar nicht wieder!“ – Ach, das ist nur die abgestreifte Haut.

Auch der Strudelwurm zeigt gute Wasserqualität an - das war hier nicht immer so. Weitergehende Abwasserreinigung hat wahre Wunder gewirkt.

Auch der Strudelwurm zeigt gute Wasserqualität an – das war hier nicht immer so. Weitergehende Abwasserreinigung hat wahre Wunder gewirkt.

An ruhigerer Stelle: Eintagsfliege, Eiballen, Zikade.

An ruhigerer Stelle: Eintagsfliege, Eiballen, Zikade.

... und große Köcherfliegenlarven.

… und große Köcherfliegenlarven.

Bei all der zu verarbeitenden Algen- und Pflanzenmasse dürfen Schnecken natürlich nicht fehlen.

Bei all der zu verarbeitenden Algen- und Pflanzenmasse dürfen Schnecken natürlich nicht fehlen.

Amphibisch - jetzt sehe ich den Begriff "Makro-zoobenthos" zum Greifen vor mir.

Amphibisch – jetzt sehe ich den Begriff „Makro-zoobenthos“ zum Greifen vor mir.

Und wieder das Thema „Agrar“ – dies gilt es endlich, den Anforderungen der Gesetze entsprechend, in allen Aspekten anzufassen. Drei Beispiele mögen dazu an dieser Stelle ausreichen.

Auch hier kein Randstreifen, wie zuvor am Beispiel des Naturschutzgebiets Untere Seeveniederung dokumentiert.

Auch hier kein Randstreifen, wie zuvor am Beispiel des Naturschutzgebiets Untere Seeveniederung dokumentiert.

Übertiefe Lage des Fließgewässers - nahezu überall sind Sohlanhebungen erforderlich.

Übertiefe Lage des Fließgewässers – nahezu überall sind Sohlanhebungen erforderlich.

Calopteryx splendens im Kornfeld ... - die Insekten nähmen lieber mit ungespritzten Pufferstreifen vorlieb. Die sind inzwischen aber alle beseitigt. - Eine Zwangslage für die Fauna, die im Zweifel zusätzliche, zwanghafte Kontakte mit Insektizid bedeutet. - Kein Thema für unsere Politik ! ?

Calopteryx splendens im Kornfeld … – die Insekten nähmen lieber mit ungespritzten Pufferstreifen vorlieb. Die sind inzwischen aber alle beseitigt. – Eine Zwangslage für die Fauna, die im Zweifel zusätzliche, zwanghafte Kontakte mit Insektizid bedeutet. – Kein Thema für unsere Politik ! ?

Die Exkursion wird in der Bewertung von „Hydrobiology“ jährlich besonders hervorgehoben. Manch Student hat sich dadurch schon zum Studienfachwechsel anregen lassen. – Aber gerade für Ingenieurstudenten wird die Vorlesung als wichtige Ergänzung gesehen, mögliche Negativfolgen ihres künftigen beruflichen Handelns vorab zu bedenken. Die meist guten Noten für die studentischen Hausarbeiten sind Grund zur Hoffnung.

 

Read Full Post »

Wer am „Vatertag“ früh genug unterwegs ist, kann in aller Ruhe seinen Interessen frönen.

Zum Beispiel auf den Aussichtsturm im NSG Untere Seeve klettern.

Zum Beispiel auf den Aussichtsturm im NSG Untere Seeve klettern.

Und Schwalben, Wassergeflügel sowie das interessante Flachwasser des Baggersees mit seinen Wasserpflanzen angucken.

Und Schwalben, Wassergeflügel sowie das interessante Flachwasser des Baggersees mit seinen Wasserpflanzen angucken.

Es bleibt nicht aus, dass auch die – jegliche Randstreifen vernichtenden – Äcker im Naturschutzgebiet in den Blick kommen.

Durch Wurzelwegpflügen inzwischen weitestgehend entbaumte Seevestrecke - IM Naturschutzgebiet ...

Durch Wurzelwegpflügen inzwischen weitestgehend entbaumte Seevestrecke – IM Naturschutzgebiet …

Der Baumverlust nahm den Uferschutz, Steilufer mit fortschreitender Erosion wurde hilfsweise mit „Hölzchen & Stöckchen“ beispielhaft gebremst, die noch stehende Einzelerle erstmal gerettet. Bei hohem Geschiebetrieb ist schnell ein zweites Ufer entstanden. Wer stellt endlich die Ursachen der Extremerosion ab? Die Verursacher sind bekannt.

Mit leichter Hand und schwerem Vorschlaghammer eingebaute Treibselsammler bauten das verlorene Ufer ansatzweise neu auf.

Mit leichter Hand und schwerem Vorschlaghammer eingebaute Treibselsammler bauten das verlorene Ufer ansatzweise neu auf.

Die Entwicklung ist mit Einträgen hier im Blog belegt (1. Mai 2013, 4. Mai 2014 – mal nachsehen, bitte).

An anderer Stelle brachte der Recher den Rechen zum Einsatz. Es galt, solche Kies"knubbel" in Strömungslenker / Lenkbuhnen umzuformen.

An anderer Stelle brachte der Recher den Rechen zum Einsatz. Es galt, solche Kies“knubbel“ in Strömungslenker / Lenkbuhnen umzuformen.

Schon fertig, hat gar nicht weh getan. Kann wohl so bleiben, wird weiter beobachtet.

Schon fertig, hat gar nicht weh getan. Kann wohl so bleiben, wird weiter beobachtet.

So ein Strömungslenker ist natürlich auch schnell eine Speisekammer, wie z.B. der Beitrag vom 27. Juli 2012 belegt.

"Belegt" (Foto: 14.05.2015, helles Oval) ist übrigens auch die im Beitrag vom 27.07.2012 noch als Kiesdepot sichtbare Kiesbank: Dieser ehemalige Flussneunaugenlaichplatz ist gleich nach dem Angebot neuen Kieses seit 2012 jährlich wieder von den Rundmäulern belaicht worden.

„Belegt“ (Foto: 14.05.2015, helles Oval) ist übrigens auch die im Beitrag vom 27.07.2012 noch als Kiesdepot sichtbare Kiesbank: Dieser ehemalige Flussneunaugenlaichplatz ist gleich nach dem Angebot neuen Kieses seit 2012 jährlich wieder von den Rundmäulern belaicht worden.

Allerlei Insekten schwärmten, z.B. diese schwarzen Köcherfliegen, wohl Agapetus.

Allerlei Insekten schwärmten, z.B. diese schwarzen Köcherfliegen, wohl Agapetus.

Es ist auch die Zeit der Schlammfliege.

Es ist auch die Zeit der Schlammfliege.

Jaaa, und die Erlenblattkäfer ...

Jaaa, und die Erlenblattkäfer …

So langsam kommt der Vatertag in Schwung.

Paddler in Mietbooten tauchen auf. Der Bootsführerschein ist noch nicht erworben.

Paddler in Mietbooten tauchen auf. Der Bootsführerschein ist noch nicht erworben.

Die Einen klammern tief unten am Steilufer, die Anderen suchen noch den Anleger.

Die Einen klammern tief unten am Steilufer, die Anderen suchen noch den Anleger.

Findige fanden zwischen alten Stackpfählen ihren Liegeplatz - einen Kiesknubbel ...

Findige fanden zwischen alten Stackpfählen ihren Liegeplatz – einen Kiesknubbel …

Muss ich den Paddlern zeigen, was eine Harke ist?! - Hier kommen übrigens Profis, super das Boot im Fluss haltend.

Muss ich den Paddlern zeigen, was eine Harke ist?! – Hier kommen übrigens Profis, super das Boot im Fluss haltend.

Nein, „keine Harke“ – interessiert fragten alle gut mit Flüssigkeit Versorgten (klar, Bier bei allen – muss sein! Aber auch eine Handbreit Wasser überm Kiel im Boot bei den Laien-Paddlern – Kentern gehört dazu), was ich denn da so treibe. Beeindruckt, was in einem Flüsschen leben könnte, wenn man mit ihm angemessen umgeht und zerstörte Lebensräume reaktiviert, paddelten sie („Wieso sagt einem das keiner!?“) dem weiteren Verlauf des Vatertags zu.

Dann fahre ich auch mal nach Hause - vorbei am beeindruckenden Ahorn, Rest einer früheren Allee.

Dann fahre ich auch mal nach Hause – vorbei am beeindruckenden Ahorn, Rest einer früheren Allee.

Read Full Post »

Ein Besuch im südlichen Schleswig-Holstein ermöglichte das Wiedersehen mit einer vor 12 Jahren begangenen Krückau-Strecke. Seinerzeit hatten 1.000 Schüler Feldsteine vom Acker gesammelt und eine große Geröllrausche in der ansonsten öden Krückau-Sohle angelegt. Inzwischen wurden die Aktivitäten auf die Aue ausgedehnt, die Schule fördert das Zukunftsziel „Klimawald“. Für Idee und Begleitung steht Gerd Janssen, dessen Gewässerengagement sich auf Bachlauf, Aue und Einzugsgebiet bezieht – Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Wer könnte die Krückau besser vermitteln als der Altmeister?

Wer könnte die Krückau besser vermitteln als der Altmeister?

Was für den Laien wie "unberührte Natur" aussehen mag, ist hier wie fast überall in unseren überstrapazierten Gewässerlandschaften ein übertiefter, strukturloser Bach mit verlorenem Kontakt zur - hier sogar feuchten - Aue.

Was für den Laien wie „unberührte Natur“ aussehen mag, ist hier wie fast überall in unseren überstrapazierten Gewässerlandschaften ein übertiefter, strukturloser Bach mit verlorenem Kontakt zur – hier sogar feuchten – Aue.

Am Fuß des hoch liegenden Moränenhangs treten Quellwässer am Rand der Aue aus.

Am Fuß des hoch liegenden Moränenhangs treten Quellwässer am Rand der Aue aus.

Inzwischen sind Teile der Aue aus der Nutzung genommen und stehen für Naturentwicklung zur Verfügung.

Inzwischen sind Teile der Aue aus der Nutzung genommen und stehen für Naturentwicklung zur Verfügung.

An der Krückau selbst wurde jahrzehnteland nur ein einseitiger Erlensaum toleriert. Dieser geht nach und nach verloren, an den beiseitig steil erodierten Ufern können sich Jungbäume nicht erfolgreich ansiedeln.

An der Krückau selbst wurde jahrzehnteland nur ein einseitiger Erlensaum toleriert. Dieser geht nach und nach verloren, an den beiseitig steil erodierten Ufern können sich Jungbäume nicht erfolgreich ansiedeln.

Nach Baumverlust bleibt eine übertiefe, überbreite Gewässerwüste.

Nach Baumverlust bleibt eine übertiefe, überbreite Gewässerwüste.

Hier könnten bekannte Hilfen ansetzen, z.B. solch einfach umzusetzende Maßnahmen wie Treibselsammler.

In der Aue hat sich inzwischen Beeindruckendes entwickelt. Abhängig von den Standortbedingungen zeigen die Bäume ihre Reaktion - hier eine Gruppe Flatterulmen an einem zeitweise überstauten Standort.

In der Aue hat sich inzwischen Beeindruckendes entwickelt. Abhängig von den Standortbedingungen zeigen die Bäume ihre Reaktion – hier eine Gruppe Flatterulmen an einem zeitweise überstauten Standort.

Die Flatterulme blüht - einzelne Bäume blühten 2014 erstmals.

Die Flatterulme blüht – einzelne Bäume blühten 2014 erstmals.

Zum artenreichen Auwald-Mix gehört seit Jüngstem auch der Wildapfel. Wildverbiss erfordert in den ersten Jahren Verbissschutz. Das kleine Drahtnetz hindert speziell Mäuse daran, den kleinen Baumstamm an seinem Fuß "zu ringeln" und durch diesen Rindenverlust absterben zu lassen.

Zum artenreichen Auwald-Mix gehört seit Jüngstem auch der Wildapfel. Wildverbiss erfordert in den ersten Jahren Verbissschutz. Das kleine Drahtnetz hindert speziell Mäuse daran, den kleinen Baumstamm an seinem Fuß „zu ringeln“ und durch diesen Rindenverlust absterben zu lassen.

Beeindruckend stellt sich die vielfältige Bodenentwicklung, hier zu sumpfigem / anmoorigem Teilstandort dar.

Beeindruckend stellt sich die vielfältige Bodenentwicklung, hier zu sumpfigem / anmoorigem Teilstandort dar.

Natürlich gibt es Kritiker und Neider. Da bleibt, sollte Nichtlernenwollen am praktischen Beispiel den Gesprächspartner charakterisieren, nur Eins.

Was kümmert es die deutsche Eiche ...

Was kümmert es die deutsche Eiche …

... wenn sich eine Wildsau an ihr schubbert?!

… wenn sich eine Wildsau an ihr schubbert?!

In diesem Sinn: Alles Gute für die Fortentwicklung des Klimawaldes in der Krückau-Aue – mit guten Wünschen für Standorte „here, there and everywhere“.

Read Full Post »

Im Beitrag vom 10. Januar hatte ich berichtet, dass die seit mehr als 15 Jahren tote, sicherheitshalber auf 2/3 des Stamms verkürzte Lärche im Sturm gestürzt war. Professionell zaunparallel gefallen, gelenkt durch Ahorn, aufgefangen durch Haselsträucher, unsere „Hölzchen und Stöckchen“-Produzenten (Glück gehabt!). Aus stehendem war schwebendes Totholz geworden.

Das sah zwar eindrucksvoll aus, sollte aber auf Dauer nicht so bleiben. Also kamen Profis zum Einsatz, handhabbare Stücke zu produzieren. Anschließend wurden noch ein paar anstehende Großarbeiten miterledigt, so dass jede Menge Holzmulch nun unsere Beet-, Busch und Waldpartien bodendeckt. Wir lieben das.

Für kleine Leute wurden ein paar Fichtenstammstücke als Stühlchen vorbereitet, lagern jetzt erstmal reifend ab. Die Sturz-Lärche aber steht wieder (na gut, ein kleiner Teil davon). Man wundert sich, wie leicht solch dicke Holzklötze im Lauf der Zeit werden können. Ohne große Mühe haben wir sie aufeinandergestellt.

Wie ein kleiner Leuchtturm steht nun ein kleiner Teil der Lärche neben der Gartenbank.

Wie ein kleiner Leuchtturm steht nun ein kleiner Teil der Lärche neben der Gartenbank.

Rindenplatten obendrauf verhindern Eindringen von Niederschlag von oben. Bohrende Insekten und die von ihnen profitierenden Vögel haben freien Zugang zum Stamm. Wenn diese Teile allzu weit aufgelöst sein werden, liegen an 2 Stellen Ersatzbauteile bereit.

Read Full Post »

Vor der Jahrtausendwende war eine von vier Lärchen, die der Erbauer unseres Hauses einst gepflanzt hatte, abgestorben. Ein behender Baumkletterer half uns, die Sturzgefahr zu verringern, indem er Stück für Stück die Spitze herunternahm. Über die Jahr(zehnt)e liessen wir Ahorn den Totbaum umfangen, so dass ein Stürzen Richtung Nachbargarten auch angesichts der Ausrichtung zu Sturmwinden ziemlich auszuschliessen war. Im Herbst ergeben sich – nicht zuletzt durch unsere Bienenzeit geförderte weitere Baumarten – nette Farbspiele. Die tote Lärche stand entgegen Vorhersagen, ohne ihre Rinde nennenswert zu verlieren, Baumläufer, Kleiber und diverse Spechte hatten ihren Spaß an (Bewohnern) der Rinde und übten am Hartholz.

(Im vorigen Beitrag ist der Stamm bei Sonnenaufgang ebenfalls zu sehen.)

Herbstaspekt - der stehende tote Lärchenstamm ist hinter dem ihn umfangenden gelben Ahorn zu erkennen.

Herbstaspekt – der stehende tote Lärchenstamm ist hinter dem ihn umfangenden gelben Ahorn zu erkennen.

Nun haben die Sturmtiefs des noch jungen Jahres 2015 gewirkt und … – plötzlich sieht es heller aus als vorher – mal nachsehen.

So etwas nennt man sauberen Fall - unser Zaun zum Nachbarn ist frei, 3 Äste, die im Bild noch sichtbar sind, abgesägt.

So etwas nennt man sauberen Fall – unser Zaun zum Nachbarn ist frei, 3 Äste, die im Bild noch sichtbar sind, abgesägt.

War das nun Glück – oder gekonnt? Besser konnte die Lärche nicht fallen.

Nun liegt der Stamm auf einem Totholzhaufen und – vorn im Bild – einem unserer Haselnussbüsche, von denen in den “Hölzchen und Stöckchen”-Beiträgen oft die Rede ist.

Nun liegt der Stamm auf einem Totholzhaufen und – vorn im Bild – einem unserer Haselnussbüsche, von denen in den “Hölzchen und Stöckchen”-Beiträgen oft die Rede ist.

Insgesamt sieht das nun so aus, schwebendes Totholz.

Insgesamt sieht das nun so aus, schwebendes Totholz.

Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass wir (leider) den Stamm zerlegen lassen, wenn der für andere Aufgaben bereits vorbestellte Holzfachmann mit der Kettensäge in einigen Wochen erscheint. Pech für Specht, Kleiber und Baumläufer. Aber wir haben ja noch jede Menge andere Großbäume.  🙂

Read Full Post »

« Newer Posts - Older Posts »