Im Juni (Beitrag vom 24.06.2018) hatte ich bereits einen Sommereindruck von einer Radtour auf ehemaliger Bahntrasse vermittelt. Kaltes Frühjahr prägte meinen Ersteindruck 2012. Nun folgt der Herbst-Aspekt 2018.

Morgendlicher Blick von der Höhe hinunter auf Korbach – der Tag beginnt vielversprechend.

Früh morgens steige ich ein – wie aus dem Internet gelernt, am „Radknoten Korbach“, Start zum „Am Edersee Bahn Radweg“.
Eine Busladung Inline-Skater packt gerade die Utensilien aus.

Die Sonne lacht, aufgrund noch flachen Sonnenstandes ist der Radweg oft noch beschattet, Vorsicht, feucht, teils mit Blättern.

Licht am Ende des ersten Tunnels.

Die Industrie-Agrarsteppe Meineringhausen – Strothe.

Ein Vogelschwarm stiebt auf, von der Richtung her noch unentschlossen.
Beim Radeln hatte ich den Schwarm ganz klar als „Staren-“ angesprochen. Beim Betrachten der weissen Unterflügel auf dem Foto kamen mir dann Zweifel. Letztlich scheint es sich aber um eine erhebliche Reflektion des flach stehenden Morgenlichts zu handeln – also wohl tatsächlich Stare (mir fällt nichts Besseres ein, andere Tipps nehme ich gern entgegen).

Etwas weiter ein im Baumwipfel sitzenbleibender Schwarm.

In der Industrie-Agrarsteppe hinter Meineringhausen stehen am kleinen Bach man gerade ein paar alte Weiden. Fast muss man sich wundern. Standorttypischer Erlenaufwuchs jedenfalls wird nicht geduldet.

Der bereits in früheren Beiträgen gezeigte Rest-(oder Vorführ-?)Baum in der Agrarsteppe Strothe-Höringhausen.

Das unmittelbare Umfeld des Radwegs ist gegenüber der „freien Landschaft“ abwechslungsreich mit Bäumen, Sträuchern, Stauden gesäumt – hier ein fast waldiger Abschnitt hinter Höringhausen.

Viadukt-Querung, eine der vielen Gestaltungsformen, die es zu queren, ggf. zu bewundern gilt.
Hinter mir höre ich in bisheriger Stille zunächst fremdartig wirkende Geräusche. – Ah, die Inline-Skater nahen …

An mehreren Stellen wird – gut erkennbar – der Radweg unterbrochen. Hier heisst es aufpassen, besonders zu „rush hour“-Zeiten!
Die Geräusche hinter mir kamen zunehmend näher. Es handelte sich um den Ehrgeizigsten, allein. Während ich mich in das Zwischen-Ende des Radwegs, Vorfahrtstraße beobachtend, einfädele, versucht der Skater, mich im Engpass zu überholen. – Darauf muss man erstmal kommen. Nachdem das misslingt (kein Platz, ich bin schon drin!), erneuter Beschleunigungsversuch auf der Straße.

Hallo, blinder Vogel! Gegenüber steht die gleiche Sicherheitssperre!
Er will offenbar daran zerschellen, kann nicht einfädeln, rattert fast nebendran in den Graben … – Ich nehme mir vor, nach einem Betreuer / Verantwortlichen zu fragen, wenn der Pulk der Skater eintrifft.

Ich pausiere hinter Höringhausen auf einer freien Höhe. Einzig eine linienartige Baumstruktur belebt die Industrie-Agrarsteppe.
Hier treffen / passieren mich dann weitere Skater. Der Betreuer der Gruppe ist freundlich ansprechbar und bestätigt, dass sich – wie generell im täglichen Leben – die Menschen unterscheiden. Manch einer ist halt weniger auf Hinweise erpicht – wir sind einig, dass der Vor-Skater bei gleichartig weiterem Verhalten in 2 Jahren nach Führerscheinbezug möglicherweise „von einem Baum, der in seinen Fahrweg tritt“ aufgehalten werden wird. Detailliertere Tagesschilderungen des Betreuers erspare ich mir an dieser Stelle. – Schlimme Sache, das.

Freundlich grüßend, teils Infos austauschend, ziehen die anderen Skater nach und nach vorbei.

Licht und Schatten – ich nähere mich dem Viadukt Selbach.

Dahinter: Rast- und Info-Platz Selbach.

Vorbei geht`s am ehemaligen Bahnhof Netze. Hier habe ich bei früheren Touren gewendet. Heute gebe ich mir noch ein Bisschen mehr Zeit – die weitere Strecke erkunden.

Talwärts Richtung Buhlen.

At the crossroads – Waldeck / Schloss Waldeck nahe bei, in den vorigen Beiträgen „von der anderen Seite“ zu finden.

Die Info-Karte zeigt eine regionale Besonderheit: „In der Bach“, wir befinden uns in einem sprachlichen Grenzgebiet.

Astern und Brombeeren leuchten in der Morgensonne.

Baumwachstum, Flechten, eine sich sonnende Fliege.

Wie schön, dass ich familiär ein E-Bike ausleihen kann. Aus schwachem Lüftchen gegenan werde ich auf der Rückfahrt später feststellen, dass mir vor Korbach steifer, fast eisiger Wind entgegensteht.

Ich kehre um – es geht bergan, vorbei an bunter Busch-Baum-Vegetation mit Herbstlaub und Früchten.

Von der Höhe Netze erblicke ich am Horizont Waldeck und Schloss Waldeck (dahinter, im Tale, liegt der Edersee).

Agrarlandschaft Netze – einzig die Straßenbaumallee verbindet grüne Lebensräume.

Nachdem ich Korbach-nah solch eine Beton-Großstruktur in der Landschaft (dort, stadtnah) für ein technisches Regenrückhaltebecken gehalten hatte, weiss ich es nun besser: Da steht eine riesige Gülleaufbewahrungskapazität (angeheiratete Agrarverwandschaft sagt: die stinkt!). – Ich hätte erwartet, dass solch Neubau mit Abdeckung, ggf. Luftfilter nicht zuletzt zum Rückhalt der Nährstoffe, errichtet würde.

Relikte der Bahn-Historie. Ich steige aus dem Radweg aus.

Hier, im ehemaligen Bahnhof Netze, jetzt „Pfannkuchenhaus“, lässt es sich trefflich rasten, essen und trinken.

So sieht z.B. eine der vielen Pfannkuchen-Kreationen aus. Neben solch eher süssen Varianten gibt es eine riesige Bandbreite bis hin zu spannend scharfen. Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt.

Und so sieht der Pfannkuchen dann bei „Halbzeit“ aus – präpariert von einem LowCarb-Esser.

Sinniges – Waldeck und Schloss Waldeck, im Vordergrund ein zum gezeigten Gülle-Reservoir passendes Klein-Transportgerät.

Essen und Trinken waren lecker – es geht, noch ohne (Gegen-)Wind Richtung Korbach.

Zur Sicherheit sind an Steilpartien, vor allem bei Brückenpassagen, seitlich Einfädel- / Schutzbauten angebracht. Bei guter Aussicht seitwärts würde sonst manche(r) leicht den Hang erwischen …

Höringhausen – Strothe.

Bunte Farben, „saubere“ Landschaft.

Am Radweg: unter anderem Schlehen.

Rastplatz Melm – den Doppelbaum hat sich noch niemand abzusägen getraut, scheint mir.

Der Tunnel vor Korbach – früher radelte man „ganz oben“ quer, eine lange Steigung vorher überwindend. Der Radweg ist wirklich schöner!

Die Zielgerade ist nah.

Wo Schlehen nicht so Wind und Wetter ausgesetzt sind, stehen die Büsche noch voll Beeren. Wacholderdrosselschwärme und viele Vogelarten mehr warten auf beginnende Süße nach Frösten auch hier.

Blau-Rot-Gelb kurz vor dem Ende der Tour – Bunt bleibt mir die Strecke in Erinnerung.
Insekten- und Vogelarmut? Der Eindruck meiner Radtour zeigt, was fehlt. Vielfältige, blüten- und früchtereiche Vegetation in der Fläche. Die Zeit ist überreif, falsche Agrar-Subvention endlich mit notwendigen Rahmenbedingungen zu versehen, ggf. zu stoppen, „Landraub“ rückgängig zu machen und Feld- und Gewässerrandstreifen wieder einzufordern. Landschaft und Gärten müssen wieder lebensfreundlich werden. Wem Information fehlt – qualifizierte Information gibt es genug.
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