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Archive for the ‘Vögel’ Category

Hundstage 2019 – Radeln hinterm Deich, Wedel.

Voriges Jahr hatten wir ausgiebig das stabile Wetter für Fahrten mit der Lühe-Schulau-Fähre plus Rad-Tour genutzt, z.B. nach Stade (vgl. Beitrag vom 16. Juli 2018).

Mal sehen, ob da dieses Jahr auch wieder etwas draus wird (Cranz, Buxtehude, Horneburg bieten weitere Ziele). Je nachdem, wie um die Stadt mit frischem Wind der Wind steht, insbesondere bei Richtungen „stramm Ost oder stramm West“ kann der Rad-Anteil mindestens in einer Richtung von der / zurück zur Fähre trotz guter Gangschaltung anspruchsvoller ausfallen, ggf. auf den Rest (Abfahrt Fähre zurück) zeitlich knäpplich werden.

Da bietet 2019 ab demnächst eine neue Variante, jedenfalls für die Stade-Tour. Wasserseitig war schon etwas davon zu ahnen.

Schulauer Hafen, Westmole – Ostwind biegt die Pappeln seewärts.

Zu heiss? – Kleine Möwe, fliegt nicht nach Helgoland?

Gutes Segelwetter!

Und da ist sie ja, die Liinsand – neulich schon beim Anläuten der neuen Elbvertiefung und -verbreiterung, weiterer Todesstoß für das Ökosystem Tide-Elbe, gesehen.

Ab 5. August meint sie es ernst, gilt der Fahrplan. Noch trainiert die Besatzung die Strecke Stadersand – Wedel – Altona (Fischmarkt).

Willkommhöft wird angesteuert.

So, An- und Ablegen simuliert.

Und Abdrehen, volle Kraft voraus.

Schnell wird die Liinsand kleiner, aus Richtung Hafen Hamburg naht ein kleinerer Containerfrachter.

Was sagt uns das? Künftig können wir uns den Luxus leisten, je nach Windrichtung und -stärke die eine Tour wahlweise mit der Lühe-Schulau-Fähre und die andere mit der Liinsand vorzusehen.

Möge das neue Angebot einen Markt finden.

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Üblicher Weise gebe ich keine Extra-Leseempfehlungen, verlinke sie gegebenenfalls in einem Beitrag.

Dieses Büchlein aber finde ich so interessant, dass ich seinen Hinleitungstext von PAN-Germany direkt widergebe:

Neu: Ausflug in die Agrarlandschaft – Was wir sehen – und was wir sehen könnten

Cover Ausflug in die AgrarlandschaftRund die Hälfte der Fläche Deutschlands wird als Agrarland genutzt. Mit etwas Hintergrundwissen, wie es in diesem Büchlein kurz und knapp präsentiert wird, kann das Wandern, Radeln, Zug- oder Autofahren durch die Agrarlandschaft zu einer spannenden Beobachtungstour hinter den Kulissen der industriellen Landwirtschaft und zu einer lebhaften Vorstellung von einer nachhaltigen Landwirtschaft werden.
Dieses Büchlein beschreibt nicht nur, was wir in der Agrarlandschaft „sehen“, sondern auch, was wir „nicht sehen“ sowie, was wir „sehen könnten“, wenn die Landwirtschaft klimaneutral, ökologisch verträglich sowie auch für die Landwirt*innen ökonomisch einträglich wäre.
Begeben Sie sich mit dieser kleinen Lektüre mit ihren vielen Fotos und erläuternden Abbildungen auf einen Ausflug in die Agrarlandschaft. Ganz nebenbei schärfen Sie dabei Ihren Blick für aktuelle und kommende Debatten über die Zukunft der Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels und des  dramatischen Artenverlusts.

PAN Germany, 2019, DIN A5, 60 Seiten

Inhaltsverzeichnis (pdf-Datei)

Klick auf den obigen Link PAN-Germany führt Interessierte zu den Bezugsbedingungen. Es handelt sich meines Erachtens um ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Am Ende des Beitrags „Bullenhitze“ meinte ich noch, uns fiele etwas ein …

Dabei war uns – lange vor der Hitze 2019 – schon etwas eingefallen, das wir normalerweise unterlassen hätten. Eine Berlin-Reise, Ende Juni.

Gut angekommen – danke, Bahn!

Und wieder prima untergebracht, mit Blick „Über den Dächern von Berlin“.

Nur dass das, erprobt in Frühjahr und Herbst, wie aus vielen Berlin-Berichten hier im Blog ersichtlich, angesichts Sommerwetters „etwas speziell“ war.

Aber wir hatten einen guten Grund und liessen uns nicht beirren. Da Eric Burdon bei seiner Abschieds-Tour Hamburg links liegenlässt, zog es uns also ins Tempodrom, Berlin.

Das war gut gedacht – und auch zu 100 % Genuss durchlebt. – Natürlich blieb für die Familie und das Wohlergehen Zeit genug.

Nicht nur bei der Hinfahrt, auch bei der Rückfahrt sprudelt die Alsterfontäne in der Sommersonne.

Der Schienenersatzverkehr im Bereich Altona (angesichts früher Reiseplanung auch noch nicht absehbar) erwischte uns bei der Rückfahrt, wurde sehr gut abgewickelt. – Man muss halt nur seine Starthaltestelle finden. „Blaue Füsse“, die irgendwo ohne „oben“ sichtbare Erläuterung Richtung und Ziel ändern, bringen Verwirrung. Jede Menge Lotsen, die auf Frage nur den halben Satz sagen, ohne auf folgende Abbiegungen hinzuweisen, lassen den verwirrten, wenn auch überzeugten ÖPNV-Nutzer Lösungs-Alternativen suchen …

Aber, es hat ja geklappt.

Wieso steht nun in der Überschrift „Kölln-Reisiek“?

Das lag am AB, auf dem die Nachricht zu hören war „Der Kies ist da.“. So wurde spontan für den Folgetag der Einbau eines Probe-Lkw Kies in die Ekholter Au, Krückau-Einzugsgebiet, Kölln-Reisiek, verabredet.

Abgetaucht in lichten Schatten der Baum-Galerie an der Ekholter Au, querab Altenmühlen, lässt es sich gut aushalten.

Zu dem Licht-und-Schatten-Foto fällt mir der alte Satz aus dienstlichen Asbest-Zeiten ein: „Nur kein` Staub aufwirbeln!!!“.

Mehr zum Warum und Wie folgt im nächsten Beitrag.

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Am Besten hält man sich im Schatten auf, Wasser nicht vergessen.

Eine andere Variante wäre „an de Waterkant“.

Bei Tidehochwasser dicht an der Wasserkante – Rinderherde aussendeichs,Familienhaltung.

Und bei Bullenhitze folgt die schlaue Leitkuh mit der ganzen Bagage dem Wasser – rauf auf`s Watt bei Ebbe.

Ja, und wie bekannt, liegt man da prima.

Uns fällt bestimmt auch was Geeignetes ein.

 

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Im Rahmen der Kreisumwelttage 2019, Kreis Pinneberg, war eine Schulklasse an der Mühlenau aktiv, vgl. voriger Bericht.

Die durch die Lenkbuhnen angeregte Strömung sieht gut aus.

Die Schulklasse ist mit dem Harken der Lenkbuhnen gut zurecht gekommen, die verdiente Pause geht ihrem Ende entgegen.

Ich gehe auf eine ältere Lenkbuhne, um Tierchenfang vorzubereiten. Zwei Stockentenweibchen verlassen den Kies, schwimmen ein Stück weg.

Sieb an Besenstiel und große, weisse Schale(n) – mehr braucht es nicht.

Fehlen nur noch die Tierchen.

Beprobt werden im Stillbereich liegende Blätter und Holzreste, …

… aus der Sohlfläche der bewegte Sand, …

…, der nach Auswaschen Feinkies im Sieb hinterlässt. Sieh an! Aber auch jede Menge zu Feinkies zermahlene Backsteinreste sind zu finden.

Eine junge Wasserassel – komisch, dass nur so wenige davon im Stillwasserbereich zu finden sind.

Im „fetten“ Feinsediment sitzen auch Rote Zuckmückenlarven.

Schlammröhrenwürmer besiedeln ebenfalls den Stillwasserbereich, …

… weisse Zuckmückenlarven kommen Richtung Bachmitte, wo etwas Strömung herrscht, hinzu.

So richtig viel ist das ja nicht. Was ist mit dem Kies – angesichts der (wieder einmal) langanhaltenden Niedrigwassersituation und nicht überströmten Lenknasen steht Gewässerorganismen nur entlang eines schmalen Saums überhaupt Lebensraum zur Verfügung.

Eintagsfliegenlarve und (unscharf) junger Bachflohkrebs.

Eine dunkle Eintagsfliegenlarve – sie wird bald das Wasser verlassen, um letzte Häutungen Richtung vermehrungsfähiges Insekt zu bewältigen.

Jaaaa, …, und das war`s.  ? ! ?

Zu hohe Wassertemperatur? (fehlender) Sauerstoff? Schadstoffdurchgang bei jüngeren Gewittern?

Während ich andere ältere Lenkbuhnen anwandere, um zu gucken, ob es dort anders aussieht, kommt mir ein Satzfetzen in den Sinn, den ich einmal bei einer Zugfahrt aufschnappte „Öss synn de Bretterdohren – viel ze viele Bretterdohren …“. Damals blieb mir das Gesagte länger im Sinn, bis ich über „English: Predators“ wusste, was gemeint war.

Ein Teil des ökologischen Geschehens – Produzenten, Konsumenten, Destruenten – und wenn man bei den „Verbrauchern“ die sekundären und tertiären betrachtet, ist man also bei den Prädatoren gelandet (den Beutegreifern, Räubern).

Da fällt mir auch aus alter Zeit, Wandse im Hamburger Bezirk Wandsbek ein, dass wir dort bei guter Wasserqualität, keinen erkennbaren Problemen, Stellen hatten, an denen die ansonsten massenhaften und altersgestaffelten Bachflohkrebse schlicht fehlten. Mit den Eintags- und anderen -fliegenlarven war es auch nicht weit her. Dort hielten wir „angefütterte“ Entenmassen, die im wahrsten Sinn des Wortes jeden Stein umdrehten, für die Ursache fehlenden Gewässerlebens.

Ich suche weiter … – und werde fündig.

Uuaaahhh, ein Alien guckt, bewaffnet, über meinen Siebrand!

In klein – und in riesigen Massen, quasi eine Invasions-Front von der Elbe her – hatten wir diese Tierchen im Vorjahr auf einer Fahrrad-Exkursion erlebt (Bericht vom 15. Juli 2018). Die scheinen es sich in der Mühlenau gut gehen zu lassen.

Manchmal muss man bei Horror die Perspektive wechseln. Gar nix los – eine leere, untere Panzerhälfte einer Wollhandkrabbe.

Offen bleibt, ob das den Rest eines gefressenen Tiers oder eines erfolgreichen Panzerwechsels und Weiterwachsens des früheren Eigentümers darstellt.

Die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerinnen jedenfalls hatten eine Menge Ooohs und Aaahs für meinen Fund übrig. – Inzwischen hatten Findige in der Gruppe aber auch „großen Erfolg“.

Heil, aber tot erscheinende Wollhandkrabbe, unbeweglich.

Hinten war das Tier geöffnet. War es bei der Häutung gestorben, oder …

… sahen wir es in Schockstarre, oder schlicht voll beschäftigt mit dem harten Job des Panzerwechsels? Weiter keine Bewegung …

Dann, später, klappte das Teil auf, der „Butterkrebs“ wurde sichtbar.

So nahmen wir an, dass es sich um ein schwer beschäftigtes Tier bei seiner Häutung handelt und entliessen es an eine geschützte Stelle in der Mühlenau (Feinschmecker wie Aal, Graureiher, Fischotter freuen sich über eine solche Delikatesse, wenn der Krebs nicht schnell genug ein sicheres Versteck erreicht).

Und dann wurde, in ausgezeichneter Beschreibung der Beobachtung, noch ein junger Steigaal gesehen. Kürzlich hatte ich das Erlebnis (ohne Foto) in Aarhus an einer Bachmündung, mitgeteilt im Beitrag vom 12. Juni 2019. – Es gibt sie also auch hier noch, wenngleich in verschwindender Anzahl. Die jungen Entdeckerinnen waren ordentlich stolz für das Lob, genau hingesehen zu haben.

Fragen über Fragen – da können künftig jede Menge Projektaufgaben betreffend der oben geäusserten Vermutungen, wo all die Gewässerlebewelt geblieben ist, erforscht und die Ergebnisse beschrieben werden.

Die Zeit vergeht, wir schliessen ab.

Foto-Shooting an der Lenkbuhne. – Ich, bachab entfernt, schüttele mich angesichts des Niedrigwassers, das die erheblichen Uferverluste der Vergangenheit (und teures Baggern weiter bachab) sichtbar macht. Wo die alten Stackpfähle ragen, befand sich ehemals Land.

Letztes Kiesschütten, Feinarbeit an der Lenknase.

Und noch einmal kommt Begeisterung auf. Gegenüber auf der Baustelle wurde die offene Erosionsrinne durch einen Damm verschlossen. Ein Rohr sichert den Ablauf von Land her kommenden Sickerwassers.

Später werden dann Damm und Rohr durch wasserbaulich gesicherten offenen Zu- und Abfluss zum Hochwasserstauraum ersetzt werden – vorbildliche Gestaltung heutiger B-Plangebiete. Besten Dank für schnelle Problemlösung!

Ein letzter Blick auf neu erzeugte Turbulenz.

Und schon verlässt die Schulklasse den Ort des Geschehens – Richtung Schule, Wochenende.

Die Mühlenau dankt herzlich für tatkräftigen Einsatz!

Kurze Zeit später folge ich ihnen Richtung Auto. Beim Verlassen der bachnahen Vegetation mit ihrem kühlenden Halbschatten erwartet mich versiegelter Stadtraum.

„Fridays for Future“, Klima, Klimawandel, Anpassung – unter anderem durch Landschaftskühlung (Grün, der Baum, die Bäume, der Wald …) – Zeit, etwas zu tun.

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„Sie mit ihren Kies-Aktionen könnten doch gut etwas für Schulklassen während der Kreisumwelttage anbieten?“ – so wurde ich während des Erstellens des Programms angesprochen. – Ja, wieso eigentlich nicht?!

Als „Kies-Unterwassernasen für die Mühlenau“ stand das Angebot dann mit Nr. 29 im Katalog der vielfältigen Themen. Das Gesamt-Motto 2019 „Zukunft nur mit Klimaschutz“ trifft die aktuelle Stimmung im Land.

Mehrere Anfragen versprechen für kommende Aktivitäten guten Zulauf. Für die diesjährigen Kreisumwelttage verabredeten wir einen Arbeitsvormittag mit einer Klasse der Theodor-Heuss-Schule, Gymnasium in Pinneberg. Anwandern von der Schule aus, bestückt mit wasserfestem Schuhwerk, Schaufeln, Rechen, Eimern, Wechselklamotten (ins-Wasser-fallen, Regen?) sowie Essen und Trinken, Treffen um 9 Uhr am Bach, Arbeit bis 11.30 Uhr mit Pause, Abwandern zur Schule war verabredet.

Vorweg guckte ich von der aus anderen Beiträgen bekannten Holzbrücke bachab – schon wieder Niedrigwasser!

Unter mir sammeln sich „konditionierte“ Entenscharen sowie ein paar Gänse.

Darüber wird in zweiten Beitrag über die Gewässerorganismen noch zu sprechen sein. Jedenfalls gehören solche Horden von Wassergeflügel nicht zu einem naturnahen Gewässer. Aus unterschiedlichsten Gründen ist das Füttern nicht witzig.

Es kann losgehen. 26 Schülerinnen und Schüler gehen mit ihren beiden Lehrkräften durch die Grünanlage Richtung Bach.

Jede Menge Kieshaufen liegen für den Einsatz bereit.

Das Basislager wird am Startpunkt aufgeschlagen. Es wird im Arbeitsverlauf Richtung Pausenhalt wandern.

Erklärung vorweg – was soll das Ganze, was ist konkret zu tun. Hier: die Seiten bachauf und bachab ans Ufer anpassen.

Kies im Luftraum steht zur Verfügung, um die Lenknasen zu formen.

Blick bachauf – eifrig machen sich die Beteiligten ans Werk.

Wichtig ist auch, den oberen Bereich steinfrei zu machen, damit der Wegrand gemäht werden kann. Dieses „Überschuss-Material“ wird heute z.B. in Eimern ans Wasser gereicht und dort zur Lenknase geschüttet.

So soll es sein – die Unterwasserlenknase bringt gute Turbulenz, Sauerstoffeintrag und Tiefenentwicklung.

Ich, per Pkw unterwegs, hatte angefragt, ob ein „Meldereiter-Fahrrad“ mitgebracht werden könnte, um zwischen den Gruppen beweglicher zu sein. Da ist es, hervorragend.

Und das „Meldereiter-Fahrrad“ erfüllte noch einen unerwarteten Positiv-Effekt.

Wasserbauarbeiten für Hochwasserrückhalt im B-Plan Mühlenauquartier, gegenüber – der Auslauf ist ungeschützt.

Das frisch angelegte Becken weist entsprechend flächig offenen Boden aus. Eintretendes Stauwasser aus dem Untergrund fliesst über ungeschützten Boden ab, erodierend und Boden eintragend angesichts des Dezimeter-Absturzes im Übergang zum Bach. Bliebe das so, könnte ausserdem ein Gewitter als Punktereignis schnell etliche m³ Boden in die Mühlenau spülen. Unsere Lenkbuhnen würden mit Feinmaterial verstopft.

So radelte ich zur Bauleitung, um darüber zu informieren und um Abhilfe dieses Zustands zu bitten. Zunächst verdutzt über meinen unerwarteten Besuch folgten schnell Vorschläge zur Abhilfe. – Würden wir noch an diesem Vormittag zum Abschluss eine Veränderung sehen?

Und immer wieder der Eindruck: Wahnsinn, dieses Niedrigwasser!

Kleiner Schwenk: Wetter und Klima in Diskussion – die Harzwasserwerke haben Langzeitdaten ausgewertet. Wir sind „schneller und härter“ betroffen, als dem Thema Zugewandte überhaupt angenommen haben, müssen uns auf was einstellen. Anpassen an den Klimawandel ist angesagt, Verhaltensänderungen und mehr.

Es wurde nicht nur mit Kies gewerkelt. Mit offenen Augen unterwegs wurde auch Müll jeglicher Art und Größe gesammelt – hier unser „Mega-Müll“ vor meinem Pausentisch.

Unter meinem Pausentisch nach Absammeln des Grobmülls – noch reichlich Zigarettenkippen und Kronenkorken. – Leute, die könnt ihr wirklich selbst entsorgen!

Das Stichwort „Pause“ sammelt die Gruppe am Bach-nahen Spielplatz.

Essen, Trinken, Überraschungs-Eis spendiert bekommen (Dank der edlen Spenderin!) – mal eine Abwechslung. – Warum vorher zu Fotos „mein Pausentisch“? Ich gehe gegen Ende der Pause in den lichten Schattens des Grüns am Bach und bereite eine Tierchen-Vorführung vor (wenn ich denn welche finde).

Darüber wird im nächsten Beitrag berichtet.

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Es ist an der Zeit, bei der Konferenz einzuchecken.

Ich bin eingecheckt. – Vom Mathematik-Gebäude, wo die Plenarvorträge gehalten werden, gehen wir – gut gelenkt – vorbei an der Biologie zu den See-Auditorien, wo die Parallelsitzungen stattfinden.

Ok, das wird sich morgen früh wiederfinden lassen – da bin ich dran.

Vor dem See weist ein Schild unser nächstes Ziel aus, das Naturhistorische Museum.

Das Museum – sehr empfehlenswert – wollen wir diesmal allerdings nicht besuchen, „nur“ ein paar eigene Bücher (die beiden jüngsten unter „Praxistipps“) abgeben und zwei Hefte (1, 2)  zum Trainieren meines Dänisch kaufen. Nicht nur diese beiden Erklärungen zum Verlauf der vergangenen 10.000 Jahre und zum Zukunftsaspekt Klima sind sehr verständlich. Alle Hefte dieser Reihe stellen ausgezeichnete Informationsmaterialien.

Es hat geklappt – beide Seiten sind zufrieden.

Wappen-Gully Aarhus – wir nutzen den Vormittag, neue Aspekte von der Stadt kennen zu lernen.

Sieh an, AROS lugt über den Horizont.

Das ist ja noch recht neu, meinen wir. – Uuups, unser Besuch dort ist schon  eine Weile her (und seinerzeit gab`s das Museum schon etliche Jahre).

Vielleicht sollten wir mal wieder hingehen – bei einem nächsten Aarhus-Besuch.

Einer der vielen Brunnen – Vogel mit Goldapfel, Ecke Søndergade/Østergade.

Hier in der Søndergade sollen wir eine neue Aarhus-Perspektive nicht verpassen, wurde uns empfohlen. Da ist sie schon.

Auf dem Weg – zum neuen Genuss müssen wir ganz hoch hinauf.

Über mehrere Ebenen erstreckt sich „Salling-Rooftop“. Wenn Architektur jemals etwas geleistet hat, dann hier.

Wer möchte, kann im Luftraum bis ganz über die Søndergade hinausgehen.

Mit dem AROS-Regenbogenumgang befinden wir uns nun auf Augenhöhe.

Schon eindrucksvoll.

Andere Seite, Richtung Hafen, Ostsee (richtig heisst das hier wohl: Aarhus-Bucht).

Nochmal ein kleiner Ausschnitt, Blick auf die Salling-Rooftop-Ebenen von oben.

Gut essen und trinken lässt es sich hier oben übrigens auch.

Rückfahrt, wie gekommen, mit dem Bus.

Aussteigen müssen wir an der Holme Kirke, nicht direkt fast vor unserer Haustür – es gibt zwei Routen Bus 2 A, kurz vor Endstation.

Beim Betrachten des Umfelds fallen mir irische und bayerische Eindrücke ein …

Gleich gegenüber der Kirche … – man kann sich also überlegen, ob man nach „Kirchenbesuch“ zu Hause zugeben muss, man habe sich für das Etablissement entschieden, „wo die Gesangbücher Henkel haben“.

Der Nachmittag soll mit dem neuen Moesgaard-Museum besonders ausklingen.

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Dänemark rief zur Konferenz „Land Use and Water Quality 2019“ nach Aarhus. Da mein Vortragsvorschlag (Leser dieses Blogs ahnen die Inhalte) angenommen wurde, stand einer Bildungsreise nichts im Weg. Darin inbegriffen bestand die Möglichkeit, die dänische Eiszeitlandschaft zu begehen und zu begreifen und den einen oder anderen Kontakt aufzufrischen. Für die Anfahrt nahmen wir uns die Besichtigung der – für mich – neuen Zentrale des Dansk Sportsfiskerforbund sowie des neuen „Vorführ-Mäander“ an der Vejle Å vor.

Bewegungspause und Fahrerwechsel auf der BAB 7. Der Horizont Agrar-intensiv – gute Einstimmung für die Konferenz. – Der besitzerlose Becher steht für ein weiteres Umweltthema.

In zügiger Fahrt mit kleiner Stockung an der Grenze (wohin sind wir geraten ? !) gelangen wir ans Zwischenziel, Vingsted.

Da hat sich der dänische Anglerverband nicht lumpen lassen. Großzügige Büros mit Konferenz- und Schulungsräumen und – das Beste am Ganzen – einem hervorragenden, restaurierten Umfeld.

Der neue Mäander – so sieht ein lebendiger Bach aus, wo vorher ein öder kanalartiger Flusslauf aus Agrarzwecken angelegt war.

Varianz ist das Leben – Ruhe und Turbulenz, Wasserpflanzen als Wasserbauer und mehr.

Ab in die Unterwelt …

… Eintauchen ins Leben des Forellenbachs (man beachte die Baumwurzeln im Foto).

Und da steht tatsächlich eine kleine Forelle in der Strömung, eifrig antreibende Insekten bzw. deren Larven fressend.

Im Gelände auch zu sehen: die standorttypischen Bäume, hier Erlen, des naturnahen Bachlaufs. Die Kleinheit zeigt, dass sie regelhaft runtergeschnitten werden – auch hier also sind Entwickeln von Naturnähe und Anpassung an den Klimawandel („Keep your river cool“) noch nicht so ganz vollständig in der Realität angekommen.

Ohne Altbäume keine flottierenden Wurzeln – als Lebensraum für eine Vielzahl Kleintiere und Unterstand für Fische (vgl. Plakat 2 Fotos vorher).

Suchbild Rauchschwalbe – nicht nur die Fische, auch die Vögel (und nachts die Fledermäuse) profitieren von der nun wieder reichhaltigen Produktion im Gewässer.

Zur Zeit unseres Besuchs schlüpft gerade die Große Maifliege sehr zahlreich. Die Rauchschwalben sind geradezu verrückt nach ihnen. [Dass wir anderswo noch ganz andere Maifliegenzahlen erleben werden, ahnen wir hier noch nicht.]

Rauchschwalbe, Suchbild 2 – was für ein Tempo, der Fluss und seine Turbulenz sind scharf abgebildet.

Wasserhahnenfuß, blühend – unterschiedliche Unterwasser- und Schwimmblätter. Ruhe und Turbulenz wechseln auf kleinem Raum.

Brunnenkresse im feuchten Übergang zum Land.

Strömungsbild Wasserstern (gelbgrün) und Hahnenfuß, hier unter Wasser flottierend.

Und dann steht da noch ein Salmonide aus Holz.

Den wollte ich nicht so allein da stehen lassen.

Gleich nebenan, wenige Hundert Meter entfernt, entstand ein „Eisenzeitdorf“, vorgestellt von den Vejle-Museen. Wir machten noch schnell eine Kurzbesichtigung.

Hier geht`s rein.

Eins der Häuser von aussen.

… und von innen. Büschen dunkel, aber ungemütlich sieht`s nicht aus.

Wir wollen weiter.

Am Auto angekommen: Besuch vom Feuerkäfer.

Der Feuerkäfer ist nicht allein! Als wir uns das von den heutigen Eisenzeitdorf-Bewohnern zu verarbeitende Holz ansehen, leuchtet es vielerorts rot (im Foto nicht erkennbar).

Das fanden wir alles sehr interessant und spannend. In kurzer Fahrt geht es nach Vejle, Soft Ice ist angesagt.

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Ein Bisschen Seevekanal ist ja bereits im Beitrag zum Taubenfütter-Hotspot Seeveplatz gezeigt.

Bachauf, jenseits der Bahngleise geht es weiter.

Hier hat das Bezirksamt Harburg vor etlichen Jahren mit Einbautests mit Holz begonnen, Bachpaten brachten später auch Kies ein.

Die so entstandene neue Struktur und Strömungsvielfalt haben dem Gewässer gut getan. Beeindruckend an dieser Strecke führen Erle, Esche und Weide vor, wie sich ein standorttypischer Baumsaum mit lichtem Schatten aufbaut. So sollte es überall an unseren Bächen und kleinen Flüssen aussehen.

Bachauf der Brücke – oha, offenbar schlägt wieder harte Gewässerunterhaltung mit häufiger Mahd über den Querschnitt zu. Der kleine Igelkolben, gelbgrün, das „Rasenmäher-Gras des Bachs“ zeigt die Artenreduzierung in falsche Richtung an. Vom standorttypischen Wasserstern, hellgrün links unten, ist nur ein flottierendes Polster verblieben.

Wir fahren zum Elbdeich, zur Seevemündung.

Die internationalen Studenten sind immer wieder beeindruckt, wie vielfältig die Landschaft zwischen Geest und Marsch in unmittelbarer Umgebung Hamburgs wahrgenommen werden kann.

Auf dem Elbdeich – an und auf der Elbe üben Feuerwehren.

Wir parken am Seevesiel, am Deich ein seltener Gast – ein Weissstorch.

Vorm Elbdeich, Tidehochwasser – die Klapptore des Seevesiels sind geschlossen. Erst wenn die Elbe tiefer abläuft, ist die Durchgängigkeit Seeve – Elbe wieder vorhanden.

Auwaldreste und Röhricht vorm Elbdeich.

Bachauf in Hörsten – unfassbar. Weiterhin Maisäcker im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung.

Und, wie im vorigen Foto, keinerlei Ackerrandstreifen. Eine Ahndung dieser bis auf die Böschungskante intensivierten und den früher vorhandenen Baumsaum weggepflügten Situation findet nicht statt.

Seeve Maschen, Bereich DB-Güterbahnhof – die hellen, faustgroßen Steine zeigen, dass bereits Meerneunaugen aktiv waren. Bis zum fertigen Laichplatz haben sie noch schwer zu arbeiten.

„Und hier, seitlich der flottierenden Wassersternpolster haben sonst um diese Zeit die Flussneunaugen bereits abgelaicht.“

Während ich das sage, die Studenten, sprachlos, sehen es wie ich im Augenwinkel, windet sich ein Flussneunauge um ein Wassersternpolster bis an die Wasseroberfläche – und schraubt sich fix drumrum wieder Richtung Gewässergrund. – Der Bruchteil einer Sekunde, alle sind begeistert.

Immer noch nicht abgestellte Ärgernisse – das Seevewehr ohne zeitgemäßen Umlauf und der Erosionsabriss am Fundament der Fußgängerbrücke.

Abhilfe wäre einfach. Kies-Geröllschüttungen würden als Sofortmaßnahme den Abriss an der Fußgängerbrücke und am Fischpasseinstieg so entschärfen, dass auch schwache Schwimmer diese Stellen passieren könnten. Nix zu machen.

Ein mäandrierender Umlauf um das Wehr wäre möglich, die benötigte Fläche ist in öffentlicher Hand. Nein, in Deutschland wählt man nicht die naturnahe „dänische“ Variante. Es wird – seit Jahren – über eine technische Prothese fabuliert.

So steht also das Wehr bei Sonne und Regen …

Hier, an seinem Startpunkt, treffen wir den Seevekanal wieder. Was „unten“ als Vermutung / Befürchtung erschien, erweist sich hier als Realität: harte Gewässerunterhaltung hat wieder zugeschlagen.

Flächig ausgemäht ohne Bedarf, die Bäume weitgehend entfernt – zurück in die Vergangenheit.

Nein, dies ist keine schöne, parkartige Landschaft. Aufgeastete Bäume, so überhaupt vorhanden, Überheizen des sommerkühlen Bachs – Maisäcker im Überschwemmungsgebiet. Nachhaltigkeit sieht anders aus (und dennoch subventionieren wir solches Tun).

Falsche Idylle.

Baum ab, ja bitte – falsch verstandener Hochwasserschutz.

Rezo hat ganz Recht. Mit solch Entscheidungsträgern ist kein Staat zu machen. Hiesiges Handeln ist rückwärtsgewandt.

Erfolgreich – der Neophyt Drüsiges Springkraut überwächst alle Freiflächen.

Aber es gibt auch gute Zeichen für gutes Handeln. Zielgerichtete Abwasserreinigung führte zum Anstieg der „guten“ Gewässerindikatoren in Arten- und Individuenzahl, hier eine kurz vor dem „an die Luft-Gehen“ stehende (ganz dunkel, harte Aussenhaut kurz vor dem Verlassen des Wassers) runde Eintagsfliegenlarve.

Und, aus derselben Gruppe, ein besonderes Anzeichen – 3 Wachstumsstadien der als Larve im Sediment grabenden Großen Maifliege. Solche Langzeitentwickler benötigen stabile Wasserqualität – ja, Abwasserreinigung konnten und können wir.

Wir sind – bei all den Handlungsnotwendigkeiten – begeistert über immerhin Erreichtes. – Ich unterquere die Elbe und fahre im Westen Hamburgs Richtung Wedel – beeindruckende Alt-Eiche in Sülldorf.

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Der Seevekanal, Abzweig des sommerkühlsten Fliessgewässers Norddeutschlands, ist wie die Seeve Ziel der zweiten Exkursion „Hydrobiology“ der TU Hamburg-Harburg (eigener Beitrag demnächst). Bevor die Studenten eintreffen, sehe ich mir die Situation querab vom Bahnhof Hamburg-Harburg an.

Struktur mit Holz und Kies hat der Seevekanal hier bekommen – leider wird standorttypischer Baumbewuchs aus Werbegründen verhindert. – Das wäre zu ändern.

Der „Wasserbaumeister Pflanze“ hat immerhin die beim Verkaufstempelbau zerstörte naturnahe Ufersituation im Land-Wasser-Übergang kaschiert.

Ohne Baumsaum, in praller Sonne aber, wird das Gewässer unnatürlich überheizt.

Beim Blick von einer der Brücken steuern mich zielgerichtet 3 Stockentenerpel mit Bugwelle an …

Nee, doch nicht – sie haben, ganz klar von menschlichem Fehlverhalten geprägt, ein anderes Ziel.

Auf der Brücke DB-Ausgang Richtung Seeveplatz füttern zwei mittelalterliche Herren intensiv Tauben. Nach und nach fliegen wohl über 200 an.

Solch Taubenmassen (klitzekleiner Ausschnitt) kommen nicht von ungefähr, die sind stetig „dressiert“.

Das Thema ist mir seit Jahrzehnten nur allzu bekannt. Nach einem freundlichen Gespräch über die Sinnhaftigkeit und Kostspieligkeit ihres Tuns meinen die beiden, das hätten sie nicht gewusst. Solch Unfug würden sie künftig unterlassen.

Na ja (wer`s glaubt). Das Verhalten der Land- wie Wasservögel zeigt eindeutig, dass hier systematisch und in großer Menge gefüttert wird – Grund für die zuständige Verwaltung, solch Hotspot unter die Lupe zu nehmen. – Im Bereich des Bahnhofs patroullierende Polizei war im Grundsatz informiert, will nach Ansprache nun ebenfalls den Blick etwas breiter schweifen lassen.

Kurz darauf treffen die Studenten ein, bekommen die Entwicklung des Seevekanals an dieser Stelle mit sehr spezieller Historie (vgl. Link vorn) erläutert.

 

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