Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Hölzchen und Stöckchen, Totholz’ Category

Dr. Reinhard Altmüller, international anerkannter Kiesbach- und Perlmuschelexperte aus Niedersachsen, hat jüngst eine Buchbesprechung veröffentlicht.

Ob Gewässer, Umfeld oder Klima - wir müssen alles betrachten, wollen wir erfolgreich die Zukunft meistern.

Gerd Janssen, bekannter Gewässerfachmann aus Schleswig-Holstein, beschreibt in seinem Buch anhand praxisbezogener Beispiele die jüngere Geschichte des Forellenbachs im Norddeutschen Tiefland – mit allen Höhen und Tiefen und was es noch zu tun gilt.

Ausgehend vom Gewässer selbst – Indikator Forelle – zeigt er am Beispiel Schwarzstorch auf, wie Gewässer und Aue notwendig zu entwickeln sind, um nachhaltigen Umgang einschließlich Nutzung in unserer Landschaft zu erreichen. Die heute umzusetzenden Ziele der Wasserrahmenrichtlinie sind in logischer Entwicklung angesichts zunehmend erkannter Defizite bereits vor Jahrzehnten entstanden.

Dazu gehört auch, dass Bäche wieder Waldbäche werden müssen, damit sie dem geforderten „guten ökologischen Zustand“ tatsächlich entsprechen.

Flächiges Handeln ist weiter angesagt – und steht doch meist aus.

Abgerundet wird die vielfältige Darstellung mit der Flatterulme als Baumbeispiel im Hinblick auf die laufende Diskussion um Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Gerade beim Thema Grün – sei es in der Stadt oder im ländlichen Raum – besteht in Deutschland erheblicher Lernbedarf. Dieses Buch leistet einen Beitrag.

„Forelle, Schwarzstorch, Flatterulme – Indikatoren lebendiger Bäche und Flüsse“ ist online hier zu bestellen.

Auch die Äsche, Fisch des Jahres 2011, profitiert natürlich von diesen best practice-Erfahrungen – Grundlage gesunder Bäche und kleiner Flüsse ist nun einmal der Kronenschluss standorttypischer Baumvegetation.

Vielleicht hilft ja das Internationale Jahr der Wälder 2011 auf dem Weg voran.

Zu guter Letzt soll die Erinnerung an die ausgezeichnete Broschüre des bayerischen Landesfischereiverbandes und der bayerischen Fachbehörden wach gehalten werden, Neuauflage 2009: Totholz bringt Leben in Flüsse und Bäche.

Read Full Post »

Während der Bahnfahrt von Hamburg Richtung Bremen ist es gut zu sehen. Nicht nur die Hafenkanäle, auch die Norder- und die Süderelbe sind mit Eis bedeckt. Temperaturen weit unter Null und die andauernde Kälte haben zu dieser früh einsetzenden Eisperiode geführt.

Schon seit Anfang Dezember zeigt das Wassergütemessnetz (http://www.hamburg.de/wasserguetemessnetz), wie die Elbe-Temperatur den Gefrierpunkt erreicht. Die Sägezahnkurve zeigt Ebbe und Flut in ihrer Abhängigkeit von Abflussgeschehen und Windverhältnissen. Alte Elbekenner können sich nicht erinnern, dass bereits vor Weihnachten Eisbrecher eingesetzt werden mussten.

Auf der Bahnfahrt von Hamburg gen Süden - die Hafenkanäle sind vereist.

Vor dem Großmarkt Hamburg sieht es nicht anders aus.

Selbst die sonst so bewegte Norderelbe hat sich einen Eispanzer zugelegt.

Alle Wasservögel sind inzwischen in für sie günstigere Gefilde gezogen. Wer in Dörfern und Städten Wasservögel füttert , tut dies mit zweifelhaftem Erfolg. Mindestens werden die unter dem beschneiten Eis in der Dunkelheit mit immer weniger Sauerstoff versorgten Fische und anderen Gewässerorganismen durch das Futter und den Vogelkot mit einem unnötigen Tod bedroht.

Die Süderelbe ist noch in Bewegung. Runde Eisinseln prägen ihr Bild.

Nebengewässer der Süderelbe "stehen" aber bereits weitgehend.

Für den eleganten Fischjäger Kormoran bedeutet die Eisbedeckung auf großen Flüssen und Stillgewässern, dass auch er sich nach neuen Ernährungsangeboten umsehen muss. Da sind in der Nähe die sommerkühlen / winterwarmen Heidebäche mit ihrer dauerhaft temperierten Quellschüttung etwas nahe Liegendes. Nutzern graut.

Liebe Freunde und Nutzer der Bäche und kleinen Flüsse: so lange ihr die Grundlagen aus Geografie und Gewässerökologie nicht zur Kenntnis nehmt, wird keine Normalisierung eintreten. Schließlich habt nicht zuletzt ihr mit dazu beigetragen, den standorttypischen Gehölzsaum eifrig zu beseitigen.

Kormoran.

Wer schon ein bisschen lesen möchte, guckt hier:

http://www.salmonidenfreund.de/modules/download_gallery/dlc.php?file=54

oder kommt am 26. Januar 2011 zum Vortrag, siehe Ankündigung

http://www.fischartenatlas.de/cms/informationen/veranstaltungen

Wer selbst aktiv in Verbesserungen an Bächen einsteigen möchte, kommt um das Thema Vermehren von Bäumen und Totholz nicht herum. Erst damit sind unsere Gewässer wieder produktive Lebensräume. Eine ausgezeichnete Information hierzu ist die Broschüre „Totholz bringt Leben in Bäche und Flüsse“, die der Landesfischereiverband Bayern 2005 mit den bayerischen Fachbehörden herausgegeben hat und die 2009 neu aufgelegt wurde.

[7. Januar 2011, Mitteilung aus den Medien zum Eis auf der Elbe: Nach intensivem Tauwetter können die Eisbrecher im Hamburger Hafen vorerst ihre Arbeit einstellen und ihre Liegeplätze ansteuern.]

Read Full Post »

Vorweihnachtliches Haus vor Sonnenaufgang.

Sonnabend – Die Restaurierungsarbeiten an der Este, Bau von Lenkbuhnen aus Geröll und Kies, sind am Freitag abgeschlossen worden. – Es ist mal wieder Zeit für einen Spaziergang mit dem Kampfdackel, Socke von de Dreyster Drift.

Gerade richtig zum Wandern.

Socke auf schneeiger Jagd.

Ich spüre es genau – da ist doch wer!

Jetzt hab ich sie – ganz viele!

Pilze! Aaah, Pilmyzel im Erdreich … – Meine Lieblingsspeise!

Schnee-Erle vor blauem Himmel – ein herrlicher Wintertag.

Das Ergebnis des Este-Restaurierens kann sich sehen lassen. Die Lenkbuhnen erzeugen sehr schöne Strömungsmuster und optimieren Kolk-Rauschen-Abfolgen. Jetzt fehlt „nur noch“ der standorttypische Gehölzsaum am rechten Ufer.

Wir haben fertig. – Dank an alle Beteiligten für ausgezeichnete, professionelle Arbeit!

Herrlich restaurierte Bachstrecke. Der bordvolle Abfluss der Schneeschmelze ist schadlos abgeflossen. Neu gewonnene Gewässerstruktur bietet Wirbellosen und Fischen bessere Lebensmöglichkeiten.

Der Blick bachab zeigt das neu gewonnene, Vielfalt erzeugende und gleichzeitig Uferschutz bewirkende Strömungsbild. Einzig das noch nicht baumbewachsene Ufer bleibt verbesserungsbedürftig.

Gegen Abend – fast Vollmond, es soll kalt werden.

Was für ein Abendblick nach Westen – es wird wohl wirklich kalt.

4. Advent – Es war und ist kalt, lange Eisnadeln wuchsen an dieser Kiefer.

Read Full Post »

Na gut, sie frisst sie – oder doch nicht?

Aber da gibt es mehr … Vielleicht arbeiten die Zuckmücken sogar für die Große Maifliege?

Heute frisch Wildsau-gepflügt - hier im Erlenbruchwald, im überbreiten Sandkanal der Este, haben wir mit Hölzchen und Stöckchen Strömungsvielfalt geschaffen.

Erlenspiegelung in 2 Wildsau-Badewannen. Was bin ich froh, dass mich wieder kein Schwein angerufen hat, geschweige denn, dass mir eins über den Weg gelaufen ist.

Die Treibselsammler, oben ein einzelner, unten einer vor einer Buhne, haben hervorragend Laub gesammelt. So wird Bachflohkrebsen und folgenden Nutznießern das Nahrungsangebot lange vor Ort gehalten. Erhöhte Strömungsvielfalt bietet mehr Lebensraum.

Zwischen bewegtem Sand in der Strömung und beruhigten Seitenflächen haben sich offenbar massenhaft Tiere angesiedelt (Kreis). Die Probe mit dem Küchensieb wird zeigen, um wen es sich handelt.

Massenhaft röhrenförmige Gebilde im Feinsediment. Wer ist der Baumeister, sitzt da drin?

Zuckis! - Wo früher überall bewegter Sand jegliche Besiedlung unmöglich machte, siedeln jetzt zu Abertausenden die Larven von Zuckmücken. Sind sie "allein"?

Sieh an, eine Larve der Großen Maifliege krabbelt zwischen den Röhren herum. Wo dieses, mehrjährig sich unter Wasser entwickelnde Tier hausen kann, scheinen keine allzu schlechten Bedingungen zu herrschen.

Aha, die von den Zuckmücken gebauten Wohnröhren enthalten also offenbar nicht nur interessante Nahrung für Fleischfresser. Sie bilden auch eine Struktur im Weichboden, die Porenlückenräume vorhält – einen prima Aufenthalt für die grabenden Larven der Großen Maifliege.

Nochmal in groß - die Larve der Großen Maifliege Ephemera.

Jetzt aber schnell am schilfigen Altarm vorbei zum Auto - bevor doch noch eine Wildsau auftaucht ...

Read Full Post »

Die Akzeptanz von Totholz lässt fast überall zu wünschen übrig. Dabei zeigt sich bei unvoreingenommener Beobachtung, dass es angesichts unserer meist überbreiten, zu stark eingetieften Gewässerprofile keine Probleme bereitet.

Über dem Wasser, gar ausserhalb des Hochwasserprofils, stört Totholz überhaupt nicht. Hier zeigen mehrjährige Triebe am Sturzbaum, dass offenbar keinerlei Problem besteht.

Die durch Totholz hervorgerufene Belebung des Gewässergrundes sowie des Querschnitts erhöht unter anderem die Strömungs- und damit die Lebensraumvielfalt. Ein viel zu wenig zur Kenntnis genommener Aspekt ist das Sammeln, z.B. herbstlicher Blätter.

Das dynamische Aufhalten von Blättern begünstigt das Leben im Forellenbach. So haben die Bachflohkrebse die Möglichkeit, länger an dieser Grundnahrung zu arbeiten, sie selbst zu nutzen und für andere Gewässerorganismen als Nahrung vorzubereiten.

Für „Hölzchen-und-Stöckchen-Arbeiten“ (vgl. „Kategorien“ in der rechten Spalte) gibt die Natur hier das Vorbild.

Die Stein-Variante des so wichtigen Blattrückhalts, verbesserbar durch Restaurieren, zeigt der Eintrag vom 3. Oktober 2009 über die Exkursion des Wassernetzes Niedersachsen-Bremen an der Este.

Read Full Post »

Schöner Schein - manch einer schwelgt über diesen Erlenauwald und erkennt nicht, dass der Bach darin zur Sandwüste hingerichtet wurde. Restaurieren des Lebensraums ist nötig.

Der Bach im Norddeutschen Tiefland verlangt dem Betrachter einiges ab. Man muss die reale Situation erstmal erkennen. Ganz zu Recht schimpft der Angler den Gewässerökologen „Du erzählst immer, der Waldbach biete die höchsten Arten- und Individuenzahlen. – In unserer Waldstrecke ist nicht EIN Fisch.“

Klar. Das vorstehende Foto zeigt deutlich eine Sandwüste. Bewegter Erosionssand bedeckt in überbreiter Kanalstruktur den standorttypischen Grund aus Steinen und Holz. Lebensraum für Wirbellose gibt es nicht, Verstecke für Fische ebenso wenig.

Bewegte, dicke Sandpackung. Hier findet man auf dem Quadratmeter kaum ein Lebewesen - kein Bachflohkrebs, keine Insektenlarven.

Dagegen kann man etwas tun. Hölzchen und Stöckchen regen den Bach an, sich selbst zu helfen.

Hölzchen und Stöckchen in langer Reihe . . ., Strömungsturbulenz wird angeregt.

Hölzchen und Stöckchen als kurzer Quersammler am Ufer - warten wir mal ab.

Als wenig hilfreich dagegen haben sich Bauwerke wie Buhnen heraus gestellt. Sie erfordern viel höheren Arbeitseinsatz und verbessern den Bach – örtlich unterschiedlich – nur wenig.

Buhnen nutzen als Strömungslenker. Auch nach 4 Jahren hat sich hier allerdings nur geringe Verbesserung ergeben. Das Ganze ist nach wie vor öde.

Ergänzt um hydraulische Strukturierung können die Buhnenstandorte aber nachträglich in einen vielfältigen Gewässerbereich umgestaltet werden.

Hölzchen- und Stöckchensammler, senkrecht zur Buhne platziert, wirken auch hier Wunder. Kleinräumig entsteht ausserordentliche Strukturvielfalt mit entsprechend hoher Organismenbesiedlung. Ausserdem erhöht sich die Fernwirkung der Strömungslenkung erheblich ober- und unterhalb der Buhne.

Read Full Post »

Egal, wer nun Schuld ist –

der Petrus, weil er seit April keinen guten Regen kommen ließ, dafür reichlich Hitze,

die Trinkwasserversorger, die aus Quellregionen übermäßig Wasser abpumpen (mit dem Segen Diverser …),

die subventionierte Industrielandwirtschaft, die keine an den Standort angepasste, nachhaltige Bodenbewirtschaftung betreibt und allzu verschwenderisch mit dem Allgemeingut Wasser umgeht (auch mit dem Segen Diverser …).

Eins verdeutlicht die gerade monatelang herrschende Niedrigstwasserführung unserer Bäche und kleinen Flüsse allemal:

Nur naturnah restaurierte Fließstrecken (s. folgende Bilder) bieten den Gewässerorganismen einen angemessenen Lebensraum insbesondere in Krisenzeiten.

Auch und gerade der naturnutzende Angler profitiert letztlich nur hieraus – Lebensraumverbesserung statt Besatz in Gewässerwüsten hat sich längst als einzige Zukunftslösung bewiesen.

Wir sehen hier im Übrigen ein Beispiel für Situationen, die sich mit dem Klimawandel häufen werden.

Also, frisch ans Werk!

Auch bei Niedrigstwasserabfluss bewohnbar: Kies-restaurierter Bach.

... und der Sturzbaum stört auch nicht, wie jahrelange Beobachtung belegt.

Wer in solch nachhaltig produzierenden Strecken angeln möchte, kann sich gern bei mir melden: ludwig.tent[ät]gmx.net

Die Wurzeln alter Erlen - bester Lebensraum im Tiefland-Forellenbach.

Read Full Post »

Viel Vielfalt auf kleinem Raum...

15 Hölzchen und Stöckchen von 2-5 cm Durchmesser reichen aus, um einen strukturlosen Bach zu beleben.

Als Treibselsammler eingebaut halten sie alles Mögliche auf – Ästchen, Äste, Wasserpflanzen und anderes Treibgut. So strukturiert sich der Bereich, Boden sammelt sich, vorher hier nicht lebensfähige Wasserpflanzen siedeln sich an (hier: Wasserstern). Der verschmälerte Strömungsbereich ist turbulenter, strudelt festen Grund frei.

Aus der bewegten Sandwüste ist ein strukturiertes Bachbett geworden.

Mehr dazu findet sich in der rechten Spalte oben unter „Kategorien: Hölzchen und Stöckchen“. Es erscheint eine Sammlung Beiträge, durch Anklicken einer Überschrift kommt der gesamte Beitrag mit Fotos zum Vorschein.

Read Full Post »

Das schon seit Monaten bestehende Niederschlagsdefizit, die Heidewasserentnahme sowie intensive Wasserentnahme aus dem oberen Grundwasserleiter für landwirtschaftliche Beregnung zeigen ihre Folgen:

In den Bächen fehlen Dezimeter Wasserstandshöhe! Die Fischunterstände fallen trocken.

Kein Idyll an der Seeve: trocken gefallene Erlenwurzeln, verloren gegangene Fischunterstände.

Es bleibt die Frage, wann die Wasserbehörden endlich Management-Pläne und Vorgaben für solche Situationen schaffen und anwenden – das Medium Wasser erscheint zur Zeit als reines Ge-/Verbrauchsgut.

Read Full Post »

Wie sagt der US-Spezialist im Forellenbach-Verbessern, Ray White, so schön „Build it – and they will come.“

Das gilt nicht nur für die Forelle, sondern für alle charakteristischen Organismen des Forellenbachs.

Calopteryx virgo - die Blauflügel-Prachtlibellenmännchen, einer der typischen Anzeiger des funktionsfähigen Bachlaufs.

Calopteryx virgo - hier das Weibchen, demnächst sicher mal mit schärferem Foto.

Die Fotos täuschen – das Umfeld ist mit Steinen und Holz so umgestaltet, dass der vom Menschen zum Sandkanal verschlechterte Bach wieder zunehmende Vielfalt aufweist. – Mehr dazu demnächst.

Read Full Post »

« Newer Posts - Older Posts »